Die Relegation: Dramatik als Qualität

Die Relegationsspiele zwischen dem Hamburger SV und dem Karlsruher SC boten viel schwachen Fußball, aber letztlich eben doch viel Dramatik. Davor, währenddessen und danach: Immer wieder höre oder lese ich, dass man die Relegation unbedingt abschaffen müsse, weil sie nicht fair sei. Ich kann das nicht verstehen. Fairness im Profiwettbewerb ist eine Illusion und der gestrige Showdown war ein Highlight, wenn nicht das Highlight der Saison! Davon lebt die Liga.

Die Bundesliga hat einen Meister für den die Schale nicht mehr als ein Trostpreis ist, für den die Bundesliga nur noch Trainingsbetrieb darstellt. Einen Kampf um den Titel gibt es nicht mehr, an ihrer Spitze ist die Liga gähnend langweilig. Der Pokalwettbewerb hat Charme, aber der diesjährige, vom Weltkonzern gepimpte Titelträger ist so sympathisch wie ein Furunkel am Hintern, und die Feier dieses Titelgewinns war kaum mehr als ein Betriebsausflug. Nichts, was dem Fußballfan irgendwelche Emotionen hätte bescheren können. Natürlich ist da für Vereinsfans noch der Kampf um die Plätze, aber dabei geht es eben nur um Zukunft. Emotionen müssen aber im Hier und Jetzt gelebt werden.

Im gestrigen Relegationsspiel konzentrierte sich eine Saison auf kaum mehr als eine Stunde. Etablierte Großkotze kurz vor dem Fall. Emporkömmlinge mit mehr Herz denn Plan. Ein Plot der sich zu der Geschichte „historischer Ligawechsel“ aufbaute, der dann durch eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters umgestoßen wurde; der dann auf ein Elfmeterschießen als dramatischste Variante zulief, aber auch von dieser Schiene gerissen wurde, durch die Entscheidung, kurz vor Schluss.

Das ist Bundesliga. An eine im April feststehende Meisterschaft mit 15 Punkten Vorsprung kann sich in zwei Jahren niemand mehr erinnern. Das gestrige Spiel wird ewig in Erinnerung bleiben. Bei HSV- und KSC-Fans, und bei allen diesen Freaks, für die der Fußball nicht nur aus Taktiktafeln besteht, für die Qualität nicht erst im Viertelfinale der Champions League beginnt, die eben auch Leidenschaft und Dramatik als Qualität erachten.



43 Kommentare zu “Die Relegation: Dramatik als Qualität”

  1. Werda sagt:

    Ich mag Relegation auch. Aber rein statistisch bleibt der aus 1. schon meist oben, oder?

  2. Der Hans sagt:

    Würde die Liga auch davon leben, wenn es nach 34 Spieltagen, an denen sich die Bayern 20+ Punkte Vorsprung herausspielen, ein KO-Duell mit dem Zweitplatzierten um die Meisterschaft geben würde?

    Klar kann man sagen, dass den Vereinen ja auch schon vorher bekannt ist, dass der dritte Platz in Liga 2 nicht zum direkten Aufstieg berechtigt, aber ich mag das System nicht, welches zwischen 1. und 2. Liga klar für den Erstligisten spricht (seit Wiedereinführung 5/7).

    Oder anders ausgedrückt: Relegation ist ein Arschloch.

    PS: Von der vollkommen sinnbefreiten Aufstiegsrelegation zur 3. Liga will ich gar nicht erst anfangen…

  3. Torsten sagt:

    Würde die Liga auch davon leben, wenn es nach 34 Spieltagen, an denen sich die Bayern 20+ Punkte Vorsprung herausspielen, ein KO-Duell mit dem Zweitplatzierten um die Meisterschaft geben würde?

    Der Vergleich hinkt, weil der Erste den Zweiten über die Saison hinweg bereits geschlagen hat. Da wäre das Endspiel eine zweite Chance für einen Gescheiterten. So ist das bei der Relegation eben nicht.

  4. Carlito sagt:

    Als unbeteiligter mag man es ja aufgrund der Spannung interessant finden. Als Fan einer der beiden beteiligten Teams möchte ich es mir gar nicht ausmalen, wie es mir dabei ginge.

    Zum Glück habe ich nur noch wenig bis gar Erinnerungen an unseren Abstieg in der Relegation gegen Uerdingen 1983. Vermutlich habe ich die Erinnerungen zum Selbstschutz verdrängt.

    Darüber hinaus muss man sich auch nicht wundern, wenn man die Entscheidung so auf die Spitze treibt, dass es im Zweifel immer ein paar Chaoten gibt, die dann frei drehen in solchen Situationen. Erst recht, wenn der Sieger im Stadion des Verlierers dann auch noch solche Feixtänze aufführt.

    Deeskalation sieht anders aus.

  5. ombre04 sagt:

    „Würde die Liga auch davon leben, wenn es nach 34 Spieltagen, an denen sich die Bayern 20+ Punkte Vorsprung herausspielen, ein KO-Duell mit dem Zweitplatzierten um die Meisterschaft geben würde?“

    „Der Vergleich hinkt, weil der Erste den Zweiten über die Saison hinweg bereits geschlagen hat. Da wäre das Endspiel eine zweite Chance für einen Gescheiterten. So ist das bei der Relegation eben nicht.“

    Der Vergleich hinkt nur so halb, der Erste muss den Zweiten nicht zwingend bereits geschlagen haben, wir haben diese Saison auch genau 0mal gegen Bayern verloren ;-)

  6. klopenner sagt:

    Spannung? Auf jeden Fall. Gerecht? Eher nicht. Ich hab das Spiel nicht wirklich aufmerksam verfolgt, und habe hinterher die Statistik dazu gesehen und demnach wäre es gerecht gewesen. Aber das so ein „Existenzkampf“ mal wieder von einem absolut schwachen Schiedsrichter entschieden werden muss finde ich zum Kotzen! Auch das Pokalfinale hatte schon mehrere fahrlässige Entscheidungen. Und damit meine ich nicht nur das vom vergangenen Samstag.

    Jeder hat ja seine eigene Meinung über Schiedsrichter und ihre Leistungen, aber Manuel Gräfe und Felix Brych sind für mich schon seit Jahren die am meisten überbewerteten Schiedsrichter in Deutschland. Hinzu kommt noch Deniz Aytekin. Ich sehe in der Regel ja nur die Spiele mit Schalker Beteiligung und manches „Topspiel“. Aber die drei fallen mir irgendwie immer negativ auf. Mag sehr subjektiv sein, aber gestern wurde ich wieder besätigt.
    Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass innerhalb der Verlängerung die Tore nicht mehr nach Europapokalregelung gewertet werden sollten. Generell, auch international nicht. So hat in einer Verlängerung automatisch das Auswärtsteam immer einen Vorteil, weil es insgesamt 120 Minuten nach dieser Regel bewertet wird. Hat am Ausgang gestern nichts geändert, aber im Falle eines verwandelten Elfmeters wäre es dann für Karlsruhe ins 11m-Schießen gegangen.

    Naja, so müssen wir eben doch noch weiter den „Dino“ ertragen!

  7. eakus1904 sagt:

    Wenn die Relegation wirklich das einzige ist, was diese langweilige Liga belebt, dann sollten wir uns schleunigst nach einem anderen Hobby umsehen.

    Natürlich war es spannend, natürlich steckt da eine gehörige Portion Dramatik drin. Und für einen unbeteiligten sicherlich auch ein Genuss, die Spiele(vor allem das gestern) zu verfolgen. Meist hat man Sympathien für den Außenseiter und fiebert auch ein wenig mit. Und wenn der es nicht schafft- auch egal, ist ja nicht mein Verein. Aber diese Dramatik habe ich ja auch schon an den letzten Spieltagen, wenn es um die Entscheidung im Abstiegskampf geht. Da brauche ich das Extra Relegation-in dieser Form- nicht auch noch.

    Nee, drei Auf-und drei Absteiger fände ich besser. Und wenn es wirklich noch ne Extraportion Dramatik sein soll, dann könnten doch der 15. und 16. in zwei Entscheidungsspielen den dritten Absteiger ausspielen.

  8. Torsten sagt:

    @Carlito:

    Weil es spannend ist, proviziert es Gewalt? Kann nicht wirklich Dein Ernst sein … wenn dem so wäre sollte man die Bundesliga am besten abschaffen.

  9. Manfred sagt:

    Qualität – wo?
    Qual – sicher.
    Hierzulande geht es ja noch, mit einer Ausnahme: die schon angesprochenen Aufstiegsspiele der Regionalligisten finde ich einigermaßen widerlich. Da wird man Meister und muß trotzdem nochmal ran? Dann sollens doch 5 Drittligisten ab- und alle Regionalligameister aufsteigen lassen, wo ist das Problem? In anderen Ligen (Bezirksliga zB und Landesliga) steigen sogar Teams ab, die eine ausgeglichene oder gar positive Bilanz erspielt haben oder zumindest fast, was soll der Rotz denn? Ich käm mir da ziemlich arg verarscht vor.
    http://www.reviersport.de/fuss.....eltag.html
    Oder die Niederlande, wo selbst der 9. der zweiten Liga (Eerste Divisie) tatsächlich die Chance bekommt, in die Eredivisie aufzusteigen. Bizarr.
    Dem Argument, dass es alle Teams ja vorher wissen, kann ich zwar folgen, aber gutheißen werde ich es weiterhin nicht.

  10. JuergenL sagt:

    Die Leistung einer ganzen Saison auf 2 Spiele einzudampfen halte ich für nicht richtig. Sicher ist eine Relegation spannend, aber für fair halte ich sie im Bezug auf ein ganzes Jahr eben nicht. Dafür gibt es diverse Pokale.

  11. Savard sagt:

    Der Fussball leider doch schon genug unter der teilweisen Beliebigkeit wichtiger Schiedsrichterentscheidungen. Da muss man in meinen Augen der Ungerechtigkeit nicht noch weiter Tür und Tor öffnen, und eine Relegation ausspielen. Verstehe von daher deinen Ansatz überhaupt nicht. Aber es gibt ja auch Leute, die sagen, Schiedsrichterfehlentscheidungen machen den Fussball interessanter.

    Schlimm für eine Liga, die derartige Reizpunkte überhaupt braucht.

    50+1 abschaffen, dann wird auch die Liga wieder spannender.

  12. Simon sagt:

    @klopenner:
    Da bist du nicht der Einzige. Zumindest Aytekin und vor allem Brych halte ich für grotesk überbewertet. Aber das war ja auch jahrelang bei Herbert Fandel so. Der hat in fast allen Topspielen – nicht nur solcher mit Schalker Beteiligung – , dich ich von ihm gesehen habe, eine katastrophale Leistung geboten und galt dennoch immer als einer der Besten, der ständig solche Spiele pfeifen durfte. Warum auch immer.

    Die Auswärtstorregel in der Verlängerung stört mich schon länger. Ich finde, dass sie die Auswärtsmannschaft unverhältnismäßig bevorteilt. Außerdem wurde hierdurch schon manche spannende Verlängerung zerschossen, was auch nicht im Sinne der Verbände sein kann.

  13. crisscross04 sagt:

    Ich sehe das eher wie Torsten.

    Liegt vielleicht auch daran, dass mich die letzten 3 Spielzeiten extrem angeödet haben.
    Wer will schon Spiele gegen Bayern sehen, wo vorher schon der Sieger feststeht?
    Wer will schon immer nur um den 2. Platz spielen? Der 2. Platz ist der erste Platz unter den Verlierern!
    Und wenn ich in den letzten Spielzeiten „schon fast“ mit den Nachbarn sympathisiert habe, nur weil es eben überhaupt einen Bayerngegner geben sollte, ist das echt bedenklich. ;-)
    Meine Meinung: Die Liga braucht Reizpunkte wie Relegation. Ich fände Playoff Spiele (wie im Basketball oder Eishockey) auch nicht so schlecht – trotz der offensichtlichen Nachteile.

    Denn ich rege mich lieber über eine Schiedsrichterentscheidung in diesen Spielen auf als an Langeweile zu sterben.

    Denn Fußball war noch nie fair!

  14. Lukas sagt:

    Ich frage mal so: Was ist denn das Ziel des Ligensystems in Deutschland? Für mich kann das nur sein zu erreichen, dass die besten 18 Mannschaften eines jeweiligen Jahres in Liga 1, die 18 nächstbesten in Liga 2 usw. spielen. Da Mannschaften aus Liga 1 aber nur selten unter Wettkampfbedingungen gegen Teams aus anderen Ligen spielen, kann wohl keiner wirklich sagen wie groß der Leistungsunterschied wirklich ist. Wer weiß schon, ob Paderborn in dieser Saison so gut war wie der vierte der zweiten Liga oder wie der siebte? Genau diese Tatsache, nämlich, dass man eben nicht wirklich vorher weiß, wer in der Relegation der Favorit ist, macht doch den Reiz aus.
    Wenn man es von dieser Warte aus beobachtet, ist es beispielsweise auch nicht allzu sinnvoll, zwei Mannschaften aus der gleichen Liga einen Absteiger ausspielen zu lassen. Die Leistungen der beiden im vergangenen Jahr werden ja schon durch die Tabelle abgebildet.
    Ich mag die Relegation. Sei es, weil sie der Saison einen schönen Anschluss gibt und auch nicht-sky-Kunden wie mir nochmal eine Möglichkeit gibt, „puren“ Fußball im Fernsehen zu sehen, bevor die Sommerpause anbricht. Oder weil sie einfach die Dramatik einer ganzen Saison auf 180 Minuten komprimiert. Fair ist sie dadurch natürlich nicht. Im Gegenteil, wie gestern gesehen, kann dabei in wenigen Sekunden über ein ganzes Jahr gerichtet werden. Sowas ist hart. Ich will mir nicht vorstellen, wie ich mich als KSC-Fan fühlen würde.
    Außerdem spielen bei beiden Spielen auch Faktoren wie Verletzungen eine Rolle, die sich über eine ganze Saison gesehen eher ausgleichen, als über diese eine Woche.

    Ich bleibe dabei: die Relegation ist meilenweit davon fair zu sein, aber aus meiner Sicht ist sie das beste Mittel dafür zu sorgen, dass in der Bundesliga auch wirklich die besten 18 Mannschaften spielen.

  15. Oliver Mertens sagt:

    Die Relegation ist ein Relikt aus längst vergangenen Tagen. Aber ich möchte sie nicht missen.

    KO-Spiele werden immer seltener, weil die Chance größer ist, dass sich auch einmal der Außenseiter durchsetzt. Die Folge der Entwicklung sieht man auf lange Sicht in der Championsleague. Die Schere zwischen großen, finanzkräftigen und kleineren Vereinen wird immer größer. Damit geht für mich – Gerechtigkeit hin oder her – auch ein Stück des Reizes verloren, den der Fußball bietet.

    Deshalb freue ich mich über die Relegation, auch wenn die Dinos ihren längst fälligen Abstieg mal wieder mit viel Glück und wenig Geschick abwenden konnten. #Hamburg_ist_das_neue_Bochum

  16. Trainer Baade sagt:

    Hach, der alte Hater ist immer am besten, wenn er allgemein über Fußball schreibt. Was nicht heißen soll, dass er ansonsten nicht auch gut wäre.

    Sportlich finde ich eine Relegation auch irgendwie fragwürdig. Zum Zuschauen finde ich sie sehr, sehr gut. Aber eigentlich würde ich sie eher ablehnen. Warum soll eine Saison-Endplatzierung dann noch mal durch 2×90 Minuten „überprüft“ werden? Besonders ätzend finde ich, dass die Relegation ja wahrscheinlich nur deshalb wieder eingeführt wurde, um noch weniger Durchlässigkeit zu haben, also, damit der 16. der Bundesliga doch noch eine Chance hat, drin zu bleiben.

  17. heinzkamke sagt:

    @ Trainer Baade:
    Nach meiner Lesart wird keine Saison-Endplatzierung überprüft, sondern deren Wertigkeit im Vergleich zur nächsthöheren oder -tieferen Liga. Das ist schon was anderes. Ob man das dann gut findet, ist eine andere Frage, klar.

  18. Torsten sagt:

    #Hamburg_ist_das_neue_Bochum

    Bei Twitter schrieb gestern ein HSV-Fan tatsächlich „Unabsteigbar“. Da wusste ich, bei nächster Gelegenheit ists dann doch vorbei mit dem HSV.

  19. JuergenL sagt:

    Eins möchte ich noch hinzufügen, der Sprung von der zweiten in die erste Liga ist fussballerisch gewaltig. Deutlich höher als von der dritten in die zweite Liga. Kein Wunder das sich meistens der Erstligist durchsetzt.

  20. ReinerEdelmann sagt:

    Ich bin gegen die Relegation – sie sticht selbst im „ungerechten“ Profifußball als besonders ungerecht heraus.
    Ich „durfte“ sie selbst (unterklassig) spielen und weiß, wie bescheiden man sich fühlt.

    In Erinnerung bleiben: Glaube ich eher nicht – wer kann sich noch an das Gegurke Fürth-HSV erinnern, das aber ergebnistechnisch auch immer spannend war?

    Hinfort!

  21. Detlef sagt:

    Nicht das mir das gestrige Spiel, so lange ich es in Gänze verfolgt habe auch nur in irgendeiner Weise gefallen hätte, aber das Ende entschädigt dann eben doch. Nicht der Ausgang unbedingt, sondern die Dramatik. Möchte ich auf so etwas verzichten? Klares NEIN.

    Die sogenannte Relegation ist nichts anderes als ein Playoffspiel und das hat eben für mich einen Reiz, genau wie Pokalspiele ( sogar Golfsburg vs Lüdenscheid ), weil eben am Ende einer lacht und einer weint.

    Mag vielleicht daran liegen, dass es ein Relegationsspiel ist, an das ich mich erinnere als erstes „richtiges“ Spiel im Stadion. Arminia Bielefeld vs 1860 München.

  22. matz sagt:

    So unrecht hat Carlito nicht. Mann muss sich nur die richtige Konstellation vorstellen, gestern etwa VFB-KSC, um das Eskalationspotenzial solcher existenzgefährdender Spiele zu ermessen.

  23. Lutt sagt:

    Richtig fair ist die Relegation sicher nicht. Vor allem vor dem Hintergrund, dass eine Mannschaft mit Zweitliga-Etat gegen Erstliga-Etat spielt. Dadurch ist der Erstligist immer irgendwie im Vorteil.

    Der KSC hat sich die Chance erarbeitet, in zwei Spielen in die erste Liga aufzusteigen, der HSV umgekehrt. Vor dem Hintergrund, dass die Top 18 Teams in der 1. Bundesliga spielen sollen, ist das aber schon ok, denn offensichtlich ist selbst dieser taumelnde HSV immer noch einen Tick besser (oder glücklicher, oder kaltschnäuziger) als der KSC.

    Mir hat es Spaß gemacht, das Spiel zu sehen. Dramatik pur. Dass es dann in der 90. Minute eine Fehlentscheidung mit unglaublicher Tragweite für beide Vereine gab… naja, wer kann das besser nachempfinden als „wir“? Aber das ist halt Fußball – und auch deswegen lieben wir das.

    Nochmal zum System:

    Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass innerhalb der Verlängerung die Tore nicht mehr nach Europapokalregelung gewertet werden sollten

    100% Zustimmung. Eigentlich sollte diese ganze Auswärtstorregel nochmal auf den Prüfstand kommen. Ist sie nicht mal eingeführt worden, damit Auswärtsteams offensiver agieren? Ich habe eher das Gefühl, dass die Heimteams dadurch vorsichtiger sind.

  24. schoschi sagt:

    Elfmeterschießen ist auch nicht fair. Spielen bis zum Umfallen:)) Und sagt man nicht, daß sich Fehlentscheidungen der Schiris mal für, und mal gegen die eigene Manschaft richten. Da fällt mir sofort wieder das Phantomtor ein…..Das ist immer noch der größte Skandal! Es ist glaube ich schwierig mit den Schiris, und dem möglichen Bayernbonus.;) Ich weiß es nicht. Matip und noch drei andere standen auch mal zu viert im Abseits und keiner hats gepfiffen…..Lobend erwähnen möchte ich mal den Rasierschaum! Wie geil funktioniert Das denn!!! Vom ersten Moment an! Nun, wir hätten dieses Spiel gestern nicht gehabt wenn wir gegen Hamburg gewonnen hätten! Haben wir aber nicht. Und zumindest hat Hamburg gekämpft. Wir nicht! Nicht genug! Ich bin demütig und finde Relegation geil. Da bin ich immer beim ‚KLeineren‘. Und wenn wir da auch mal ranmüssen!?

  25. Torsten sagt:

    Und wenn wir da auch mal ranmüssen!?

    .. sind wir froh um die Chance und darum, nicht direkt abgestiegen zu sein.
    Aber auch wenn vieles falsch läuft bei den Blauen, derart muss man den Teufel ja auch nicht an die Wand malen.

    Und von wegen „Etat“ mit Bezug auf „Fainess“: Ich vermute, dass der Unterschied zwischen Bayern München und dem HSV größer ist als der Unterschied zwischen dem HSV und dem KSC. Es gibt keine Fairness im Profifußball.

  26. schoschi sagt:

    …und immer immer wieder geht die Sonne auf……auch bei uns:) ein dickes fettes: GLÜCKAUF

  27. ReinerEdelmann sagt:

    Relegation: Hatten wir doch schon einmal – war gefühlt 1957 – gegen Bayer Uerdingen. Damals gab es noch nicht die Europacup-Auswärtstoreregelung; wir haben sie aber, ganz kumpelig, auch gar nicht in Anspruch genommen.

    Im Hinspiel, die Grotenburg schön voll mit Schalkern, lagen wir auf sexy zur Halbzeit 0:3 hinten, schafften dann immerhin noch das 1:3.

    Ach, datt Dingen drehen wir noch – war nur Pech, dass Uerdingen da nicht mitspielte – ein schlankes 1:1 und dann fix ab in Liga 2.

  28. Jürgen Suerick sagt:

    Ich finde die Relegation in der jetzigen Form auch nicht korrekt.
    Die letzten 3 haben abzusteigen, wie es nun mal über die meiste Zeit der Liga Historie war.
    Es ist ein Hohn, dass sich der HSV immer noch unabsteigbar nennen und die Uhr weiterlaufen darf und sich 2 Mal in Folge über diesen künstlichen Rettungsschirm in der Liga halten konnte.
    Die Relegation wurde nicht eingeführt, damit zusätzliche Dramatik kommt. Sondern, weil zusätzliche Spiele mehr Geld bringen und durch diese Regel die großen Vereine nahezu geschützt sind.
    Man sollte den Kompromiss finden. Bei mir sähe dieser so aus, dass die letzten 3 der 1. Liga bzw. 2. Liga absteigen und die 3 Ersten der jeweilige Liga aufsteigen.
    Dass es trotzdem weiter die Relegation gibt, diese aber vom 15. der 1. Liga gegen den 4. der 2. Liga bestritten werden. Analog vom 15. der 2. Liga gegen den 4. der 3. Liga.
    Aus 18er Ligen sollten 3 Vereine direkt auf- bzw. absteigen.

  29. Rjonathan sagt:

    Wieso ist es ungerecht, wenn der dritte nicht aufsteigt, aber gerecht, wenn der vierte nicht aufsteigt? Ist doch komisch, dass sich alle pauschal sicher sind wie viele Mannschaften gerechterweise auf- bzw absteigen. Diese Argumentation kann ich wirklich nicht nachvollziehen.

    Mal ganz davon abgesehen: Profi-Fußball ist doch in erster Linie Drama und Show. Und kein Völkerrecht-Gerichtshof für Gerechtigkeit. Das ist einfach kein Maßstab.

  30. Detlef sagt:

    Oh, es geht jetzt einigen um Gerechtigkeit im Fussball. Dann ist so eine Relegation natürlich nichts. Erfolg und Misserfolg einer Saison in 2 Spielen zu überprüfen, ganz ungerecht. Ist viel gerechter wenn 3, 4 oder 5 Mannschaften auf und absteigen, weil ja in der ganzen Saison die entsprechenden Platzierungen erzielt.

    Wie wäre dann mit einer Champions League ohne KO Spiele, dann steht am Ende auf die Beste Mannschaft der Saison oben und nicht die, die in den KO Spielen am Besten war?

    Ich bleib dabei, Relegation fetzt, macht dem neutralen Zuschauer Spass und den beteiligten Zuschauern eine extra Portion Emotion. Es sind eben KO Spiele.

  31. ReinerEdelmann sagt:

    Ach, jeder macht sich – widdewidde – seine eigene Welt.

    Warum sollte _gefühlte_ Gerechtigkeit keine Rolle spielen und kein Maßstab sein? Sobald diese weg ist, wendet sich der Zuschauer ab.

    Und warum sollte hochgejazzte Dramatik ein Maßstab sein? Gibt es nicht bereits genügend Drama beim Fußball, gerade auf Schalke?

    Aber: Jeder wie er mag…

  32. Lutt sagt:

    haha, ja, genau. Man sollte die letzten 9 der ersten und die ersten 9 der zweiten Liga in eine Relegations-Zwischenliga stecken, um diese triste Sommerpause zu überbrücken, finde ich ;-)

  33. schoschi sagt:

    …ist schon seit Anfang Juni Sommer….wo bitte gehts zum nächsten Loch…..

  34. schoschi sagt:

    Grad hab ich die Tuchel-PK gesehen. Da hat er sehr detailiert beschrieben warum er zu den Nachbarn gegangen ist. Daraus konnte man sehr gut ableiten warum er nicht zu Schalke gekommen ist, finde ich. Klare Ansage kann ich nur sagen. Und sehr sympathisch in seiner Darstellung von Wort und Person. Nun denn…Man wird sehen was er drüben sportlich erreicht.

  35. Raul 04 sagt:

    Tuchel-PK

    „Der BVB ist ein großer Herausforderer in allen Wettbewerben, in denen wir spielen. Allen voran die Bundesliga. Ich finde, dass sich die Spitze erweitert hat: Nicht nur Bayern, auch Gladbach, Leverkusen und Wolfsburg gehören dazu. Wir sind Herausforderer für diese Quartett, haben da sogar einen Rückstand aufzuholen.“

    Hoffentlich sieht Tuchel Schalke wenigstens auf Platz 6 hinter dem Quartett zgl. Dortmund für die nächste Saison?

    Interessant diese Einschätzung, in der Schalke schon nicht mehr vorkommt.

  36. Lutt sagt:

    Ist schon Fakt, diese Einschätzung. Weil alle diese Vereine eine empirisch erwiesen funktionierende Führung haben. Und Schalke nicht.

    Aber das Spiel heißt Fußball. Da kann in kurzer Zeit viel passieren. Ein paar Fehleinkäufe, eine Verletzten-Misere, ein Tuchel, der vielleicht nicht so einschlägt, wie geplant… und alles ist wieder anders ;-)

    Hoffnung!

  37. Manfred sagt:

    Mal ganz davon abgesehen, dass ich es weitaus besser fände, sowas in einem Spiel auf neutralem Platz auszutragen, wenn es denn schon sein muß.

  38. mika sagt:

    OOT:

    Geil, wir haben einen Titel gewonnen, die Saison ist gerettet !! ;o)

    http://www.derwesten.de/sport/.....41081.html

    Das lässt hoffen für 2015/16…

  39. leoluca sagt:

    Das ist nicht mehr mein Schalke. Dass der Tönnies das zulässt: Blumenkohl mit Dip, Schalker Tofu-Schaschlik, saftige Gemüseburger und Bulgursalat.

  40. Manfred sagt:

    Hm. War das nicht ‚Ohne Fleisch kein Preisch’? Seltsam.

  41. Carlito sagt:

    @ Torsten: es ist ja nicht nur Spannung. Es ist diese Spannung derart auf die Spitze getrieben. Und dann ggf. auch noch, wie diesmal auch wieder, strittige Schiri-Entscheidungen und dazu dann noch, meiner Meinung nach, provozierende Gesten der Sieger. Das alles KANN dann schnell eine emotionalisierte, bis in die Haarspitzen voll Anspannung steckende Gruppe Fans, plus die überall vorhandenen Chaoten, sicherlich zum explodieren bringen.

  42. Carlito sagt:

    So unrecht hat Carlito nicht. Mann muss sich nur die richtige Konstellation vorstellen, gestern etwa VFB-KSC, um das Eskalationspotenzial solcher existenzgefährdender Spiele zu ermessen.

    @matz: guter Punkt die Existenzgefährdung, zumindest für den Absteiger.

    Und dazu dann wie gesagt noch fragwürdige bzw. strittige Schiri-Entscheidungen. Ich wage mal die nicht allzu gewagte These (hm, hört sich bescheuert an. Egal. ;) ), dass das Spiel KSC – VfB nicht zu Ende gespielt, sondern abgebrochen worden wäre.

  43. Carlito sagt:

    Und jetzt google ich erstmal Bulgursalat…

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