Die Wahl

… zweier Aufsichtsräte aus vier Kandidaten ist in diesem Jahr wenig spannend, da sich die Kandidaten in ihren Meinungen und Zielen nur marginal voneinander unterscheiden. Allerdings gilt es, über umfassende Satzungsänderungen abzustimmen. Die Jahreshauptversammlung 2015 des „Fußballclub Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V.“ findet am kommenden Sonntag statt. Es ist an der Zeit, sich Gedanken zu machen.

Die Wahl zum Aufsichtsrat

Der Wahlausschuss wurde im vergangenen Jahr gewählt. Dieser Ausschuss entscheidet abschließend über die Zulassung der Kandidaten zur Wahl des Aufsichtsrates. Er soll mehr Kandidaten zulassen, als Aufsichtsratsämter zu besetzen sind, höchstens aber die doppelte Zahl, und seine Entscheidungen sind nicht zu begründen und unanfechtbar. So steht es in der Satzung geschrieben.

Der Wahlausschuss hat keinen bisher amtierenden Aufsichtsrat zur Wiederwahl zugelassen sondern vier neue Kandidaten bevorzugt. Alle vier Kandidaten sehen Schalke als eingetragenen Verein und halten eine Ausgliederung der Profiabteilung für unnötig. Alle finden das Schalker Leitbild prima, halten es aber für bislang schlecht umgesetzt. Alle kritisieren den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und sind sich auch in ihren Antworten zu sonstigen Fragen recht ähnlich. Letztlich wird die Mitgliederversammlung am Sonntag zwei Kandidaten auf Grund ihrer Persönlichkeit, vielleicht ihrer Redekunst wählen, nicht wegen ihrer Ziele nach einer Wahl.

Die Wahl zur Satzungsänderung

… soll tatsächlich nur eine sein, welche gleich ein ganzes Paket beinhaltet. So wünschen es sich jedenfalls die Satzungskommission und der Aufsichtsrat. Die Mitgliederversammlung soll 10 Anträge „im Block“ annehmen, da diese „alle ineinander greifen, gemeinsam im Paket verhandelt und gestellt“ wurden.

Die Satzungskommission wurde ins Leben gerufen, nachdem im Vorfeld zur JHV 2014 alle brisanten Satzungsänderungsanträge zurückgezogen wurden. In dieser Kommission verhandelten Vertreter von Fanorganisationen und Gremien des Clubs das nun vorliegende Änderungspaket. Weitere Anträge von Seiten Dritter wurden nicht gestellt.

Das Änderungspaket ist groß, sich zu jedem Punkt das Für und Wieder klarzumachen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Meines Erachtens bestehen die Hauptpunkte in der Einführung eines neuen Gremiums zur Benennung des Ehrenrates, in der Einführung eines rollierenden Systems bei der Wahl zum Wahlausschuss und in einer klaren Regelung zu einer eventuellen Ausgliederung der Profi-Abteilung. Außerdem soll das Volumen einer möglichen Sonderumlage erhöht werden.

Der Ehrenrat soll mehr denn je auch praktisch bei Streitigkeiten richten. Dazu soll er, wie bisher, aus fünf Mitgliedern bestehen. Aus zwei Mitgliedern, welche über die Befähigung zum Richteramt verfügen sollen, und aus drei weiteren Mitgliedern. Zur Auswahl dieses fünfköpfigen Ehrenrates soll ein „Gemeinsamer Ausschuss“ geschaffen werden. Dieser soll aus jeweils zwei Mitgliedern des Ehrenpräsidiums, des Aufsichtsrates, des Vorstandes, des Wahlausschusses und des Ehrenrates bestehen. Dieser Ausschuss soll die Ehrenrat-Mitglieder mit Befähigung zum Richteramt ernennen und die anderen Ehrenrat-Mitglieder zur Wahl durch die Mitgliederversammlung vorschlagen.

Der Wahlausschuss soll in Zukunft nicht mehr alle drei Jahre komplett neu gewählt werden. Es soll ein rollierendes System eingeführt werden, nach welchem demnächst jedes Jahr zwei Mitglieder zu wählen sind.

Außerdem soll im Paragraph „Auflösung“ festgesetzt werden, dass auch eine Ausgliederung der Profi-Abteilung nur nach Beschluss durch eine Dreiviertel-Mehrheit einer besonderen, zu diesem Zweck einberufenen außerordentlichen Mitgliederversammlung erfolgen kann.

Es steht allerdings zu befürchten, dass die notwendige Diskussion um diese aufgeführten, und die vielen kleineren, in der Summe großen Änderungen der Satzung von einer emotionalen Debatte um die „Erhöhung der Sonderumlage“ übertönt werden wird. Jedenfalls war im Vorfeld das Bohei um diesen Passus am lautesten. Eine Änderung, welche einen Maximalbetrag festlegt, zu einer Mitgliederzahlung, welche sowohl in der Höhe, als auch im Beschluss selbst von der Mitgliederversammlung festgelegt werden würde, deren Anfrage laut Finanzvorstand Peter Peters auch nicht geplant ist. Ein Schelm, wer dies als leichtes Diskussionshäppchen für sich gerne flott aufregende Schalker erachtet.

Aber Schelme sind wir hier ja nicht. Deshalb bleibt bis Sonntag vor allem die Beschäftigung mit den Themen zur Wahl. Dazu hier die Links …
 
 
Die Kandidaten für den Aufsichtsrat stellen sich vor
Fragebogen an Stefan Blaschak
Fragebogen an Dr. Andreas Horn
Fragebogen an Ludger Wibbeke
Fragebogen an Thomas Wiese
Die Schalker Aufsichtsratskandidaten im ausführlichen Kreuzverhör

Satzungsänderungsanträge der Mitglieder der Satzungskommission
Satzungskommission legt Ergebnisse vor
„Vorsicht, Risiko!“: Katharina Strohmeyers Meinung zum Satzungsänderungspaket



21 Kommentare zu “Die Wahl”

  1. eakus1904 sagt:

    Richtig spannend wird es erst 2016, denn da muss Clemens Tönnies durch den Wahlausschuss. Ich könnte mir vorstellen, dass man ihn erst gar nicht zur Wahl zulässt, wobei das schon echt starker Tobak wäre. Ansonsten gebe ich dir recht, das Bild der Kandidaten ist recht eindeutig Anti-Tönnies, aber damit war nach der Zusammensetzung des Wahlausschusses im letzten Jahr auch zu rechnen.

    Nun gut, schauen wir mal, ob die Personen ihren doch recht starken Worten auch Taten folgen lassen. Die hatte ich mir damals von Ingolf Müller auch erwartet, aber da kam dann auch recht wenig bis gar nichts.

    Ich würde bzw. werde dem Satzungsänderungsantrag en bloc zustimmen, denn ich fand die Herangehensweise durchaus positiv. Anstatt es auf eine Schlammschlacht auf der letzten JHV ankommen zu lassen, hat man das einzig richtige getan, nämlich alle Anträge zurückgezogen und dann in der Satzungskommission darüber diskutiert. Endlich wurde wieder mit-statt übereinander geredet. Sicherlich schmeckt mir dort nicht alles, was nun verabschiedet werden soll. Aber so ist das eben bei Kompromissen, da muss man auch ein wenig Abstriche machen und die ein oder andere Kröte schlucken.

  2. Jan sagt:

    Die Hauptkritikpunkte liegen ja zum einen an der Sonderumlage, die nun separat abgestimmt wird und vermutlich tot ist und an einigen Formulierungen bzgl. des GA, da hatte ich an anderer Stelle was zu geschrieben und würde das nun einfach hier reinkopieren:

    1.) Evaluierung des Wahlverfahrens zum WA:

    Ich versuche einfach nochmal da ein bisschen Angst vor der Formulierung zu nehmen. Dieser Satz bedeutet nur, dass der GA ab der nächsten Wahl nach der neuen Regelung, also frühestens in 3 Jahren (in zwei Jahren werden nochmal alle 8 gewählt) evaluieren soll, ob das Wahlverfahren praktikabel bleibt oder ggf. nachgedacht werden muss, weil sich 129 Leute für 2 Plätze bewerben. Das bedeutet eben NICHT, dass der GA dieses Wahlverfahren autonom ändern kann. Er kann Vorschläge machen oder die dann relevanten Leute informieren, sich Gedanken zu machen. Jeder, von wem auch immer erarbeitet Vorschlag, muss ZWINGEND durch eine Satzungsänderung von der MVmit 2/3 Mehrheit abgesegnet werden. Das ist von allen Beteiligten der SK so verstanden worden. Nochmal meine persönliche Meinung: wir müssen uns davon lösen, die Strukturen nach den beteiligten Personen zu bewerten.

    Im übrigen könnte jederzeit jedes Vereinsmitglied ebenfalls eine Evaluierung beantragen, der GA wird dadurch eher zum Ansprechpartner für diese Anliegen…

    2.) …sonstige Entscheidungen mit 2/3 Mehrheit…. :

    würde man diesen Satz rausnehmen, würde es bedeuten, dass der GA alle sonstigen Entscheidungen mit einfacher Mehrheit beschließen kann. Hier ist auch kein Tor geöffnet, um irgendwelche Kompetenzen an sich zu reißen, es geht da nur um die Beschlussunfähigkeit des AR, zu der es aktuell keine Regelung gibt sowie die Evaluierung des Wahlverfahrens des WA.

    3.) Beschlussunfähigkeit des Aufsichtsrates:

    Hier handelt es sich um eine Art Notstandsgesetz, das in dem unwahrscheinlichen Fall eintritt, das z.B. alle ARs mit dem Flugzeug abstürzen und die Zeit bis zu einer Neuwahl durch eine außerordentliche MV überbrückt werden muss. Wir reden hier über einen kommissarischen Aufsichtsrat, der die Handlungsfähigkeit des Vereins für eine kurze Periode sicherstellt. Dies dient nicht dem Putsch bei unbequemen AR Entscheidungen oder dem Aussortieren von bösen AR, das könnte der aktuelle Ehrenrat prinzipiell auch so.

    4.) Besetzung des GA

    Was die Besetzung des GA angeht, so wurden alle geäußerten Bedenken, die hier und in den anderen Foren so kommen, von uns exakt so auch in den Beratungen schon eingebracht. Die geplante Aufstellung des GA ist, so sehe ich das auch, nicht besonders elegant und man sollte sich in Zukunft gerne damit beschäftigen, eine bessere Lösung zu finden, die uns offenbar nicht zur Zufriedenheit aller gelungen ist. Ich bitte dann aber eindringlich, diese nicht an der Besetzung der Gremien zu orientieren, sondern an der Eignung, eine unabhängig von dieser Besetzung tragfähige Lösung zu finden. Jedes aktuell enthaltene Gremium kann an sich ein Problem darstellen. Gegen jedes kann vom Ehrenrat ermittelt werden, weshalb ein einzelnes imho auch nicht praktikabel jetzt. Jetzt kann man nun bis zum St. Nimmerleinstag abwägen, welches rein muss und welches nicht, oder man nimmt eben alle. Nicht elegant, aber nachvollziehbar.

  3. BlueNote sagt:

    @ Torsten und Jan: Besten Dank fürs übersichtliche Aufbereiten der Fakten. Ist für viele von uns sicherlich ein sperriges Thema, aber so blickt man doch ganz gut durch!

  4. leoluca sagt:

    Der Wahlausschuss ist, wenn ich richtig informiert bin, mehrheitlich von Leuten besetzt, die sich in der Fanorganisation „Schalke.V.ereint“ engagieren und dieser WA hat keinen bisher amtierenden Aufsichtsrat zur Wiederwahl zugelassen (darunter leider auch Uwe Kemmer, der sich stark für die Etablierung der Knappenschmiede eingesetzt hat), sondern vier neue Kandidaten bestimmt, die zur Wahl stehen, und die alle vier in den meisten Punkten ziemlich ähnliche Meinungen haben. Torsten hat die wichtigen Details dazu genannt.

    Das geht nach Satzung selbstverständlich so und der WA ist natürlich auch dazu legitimiert, weil er durch die JHV gewählt wird. Indirekte Demokratie eben.

    Trotzdem habe ich bei diesem Ergebnis ein komisches Gefühl, weil ich mich frage, ob diese vier Kandidaten wirklich die Meinungsvielfalt auf Schalke repräsentieren. In benachbarten Schalke-Foren lese ich den Wunsch, auch solche Kandidaten zu benennen, die zum Thema „Ausgliederung der Profiabteilung“ oder zur Rolle des AR-Vorsitzenden andere Auffassungen vertreten als die vier Nominierten. Dieser Wunsch ist ja nicht falsch, wenn es um das Ziel geht, der JHV ein möglichst breites Meinungsspektrum zur direkten Wahl anzubieten. Und dass es dieses breite Spektrum gibt, da bin ich mir ziemlich sicher – auch wenn ich selbst die meisten Antworten der jetzt Nominierten teile.

  5. Torsten sagt:

    Ich bin mir auch ganz sicher, dass es mehr Meinungsvielfalt gibt, als durch diese Kandidaten repräsentiert wird. Und an dem Wunsch, mehr Wahlmöglichkeit zu haben ist auch nichts falsch. Aber tatsächlich geht es darum nicht.

    Der Wahlausschuss wurde ja demokratisch gewählt und jeder Kandidat für diesen Wahlausschuss hat zuvor deutlich gemacht, wofür er steht. Dass nun „solche“ Kandidaten für den AR vorgeschlagen wurden war absehbar. Dass einst gewählte AR-Mitglieder nun als weniger geeignet erachtet wurden als die neuen Kandidaten kann man auch falsch finden. An dieser Stelle sei aber auch daran erinnert, dass die vorherigen Wahlausschüsse ähnlich „kritisierbar“ handelten, als sie beispielsweise einen zuvor abgewählten AR erneut zur Wahl stellten (Buchta) oder ausgerechnet in dem Jahr, in dem sich Clemens Tönnies zur Wiederwahl stellen musste, keine zwei Kandidaten pro AR-Platz fanden.

    Ja, der Wahlausschuss bestimmt die Richtung des Windes, der in den AR bläst. Heute wie auch in den Jahren zuvor. So ist es in der Satzung verankert. Welche Windrichtung man selbst auch immer präferiert.

  6. Carlito sagt:

    Werde leider am WE nicht dabei sein können. Trotzdem schließe ich mich dem Dank von BlueNote bzgl. der Aufbereitung dieses nicht ganz trivialen Themas an Torsten und Jan an!

  7. Werthan sagt:

    Nächstes Jahr steht unser AR-Vorsitzender zur Wiederwahl. Also könnte (theoretisch) der WA auch ihm die Zulassung verweigern, oder?

  8. MarkusWiesbaden sagt:

    Off Topic:

    Nach übereinstimmenden Medienberichten (kicker, Bild, Mainzer Allgemeine Zeitung)wechselt Geis zur nächsten Saison zum FC Schalke 04. Das hätte ich jetzt so nicht erwartet, freut mich aber. Auch wenn´s schwer fällt: Respekt, HH…

  9. Fabian sagt:

    @ Werthan:

    Ja, der WA könnte den jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden im nächsten Jahr nicht zur Wahl stellen. Er muss genau wie alle anderen Aufsichtsratsmitglieder, die von der MV gewählt werden, erst einmal den WA „überstehen“.

  10. leoluca sagt:

    @Torsten.
    Dass man die auf demokratischem Wege erlangte Macht auch ausübt, daran gibt es nichts zu kritisieren. Und dass die Mehrheit des WA jetzt die Gelegenheit nutzt, um die Machtverteilung im Aufsichtsrat in ihrem Sinne zu verändern, ist nicht nur klar, sondern auch legitim.

    Nur ist die Stärke dieser repräsentativen Demokratie auch ihre Schwäche. Sie nimmt dem Wahlvolk die Entscheidung für oder gegen eine Kandidatennominierung ab. Deswegen muss man sie nicht beseitigen, aber man könnte sie hier und da durch direkte Demokratie ergänzen. Indem etwa die Mehrheit des WA auch Andersdenkenden die Chance gibt, sich auf der Mitgliederversammlung dem Wahlvolk zu stellen, und dem Wahlvolk die Möglichkeit, über diesen Kandidaten selbst und direkt zu entscheiden. Wäre vielleicht im Sinne der Meinungsvielfalt, die neben der Mehrheitsentscheidung auch ein demokratischer Wert ist.

  11. klopenner sagt:

    Off Topic:

    Nach übereinstimmenden Medienberichten (kicker, Bild, Mainzer Allgemeine Zeitung)wechselt Geis zur nächsten Saison zum FC Schalke 04. Das hätte ich jetzt so nicht erwartet, freut mich aber. Auch wenn´s schwer fällt: Respekt, HH…

    Unsere neue Nummer 5:
    Jetzt auch offiziell auf der Vereinshomepage zu lesen: http://www.schalke04.de/de/akt.....-213-.html

  12. Ney sagt:

    Ach, schont ihn deswegen der Horst Hrubesch bei der U21-EM.

    @JHV
    So ganz identisch sind sich die Kandidaten auch wieder nicht. Da gibt es welche, die den Sinn eines Aufsichtsgremiums immer noch sehr weitgehend interpretieren, bis hin zur Ankündigung, gegen die Verletztenmiserie selbst tatkräftig mit anzugehen.

  13. blues sagt:

    Im Schalker Leitbild steht unter 1.:
    „Der Name unseres Vereins ist und bleibt Fußball-Club Gelsenkirchen-Schalke 04 e.V. Er ist und bleibt ein Verein im Sinne des deutschen Vereinsrechts.“

    Die Kandidaten orientieren sich also nur am Leitbild (s.o). @leolucca, das ist eindeutig, andere Kandidaten, die das Leitbild nicht unterstützen brauchen und sollten gar nicht erst zugelassen werden!

    Ich finde die Herren unterscheiden sich aber nicht nur in Details: Stefan Blaschak bringt z.B. die Erfahrungen eines großen börsennotierten Mittelständlers ein. Hier ein Interview mit ihm:

    http://www.marktundmittelstand.....1/?scr=jok

  14. leoluca sagt:

    Mein Demokratieverständnis, blues, ist anders als Deines, das bestimmte, vom Mainstream abweichende Meinungsvertreter von einer Kandidatur ausschließen will. Warum sollte das Wahlvolk selbst nicht darüber entscheiden dürfen, den Vertreter einer Minderheit in den AR zu wählen oder
    nicht. Für mich sollte sich Demokratie
    nicht mit der Herrschaft der Mehrheit
    begnügen.

  15. Werthan sagt:

    @Fabian:

    Danke für die Info

  16. blues sagt:

    @leoluca

    „Für mich sollte sich Demokratie nicht mit der Herrschaft der Mehrheit
    begnügen.“ Da solltest du dich in die Niederungen der Gremienarbeit begeben und aktiv z.B.in der Satzungskommission mitarbeiten und nachher die Satzungsänderung zur Abstimmung stellen. Da ist so ungefähr der demokratische Weg der vorgesehen ist.

  17. leoluca sagt:

    @blues.

    Da hast du mich leider nicht nur falsch verstanden, sondern auch nicht das gelesen, was ich oben schrieb. Dass die jetzige WA-Mehrheit, die von Schalke.V.eint gebildet wird, die Richtung bestimmt ist satzungskonform – das weiß ich und das ist auch in Ordnung so.

    Ich würde allerdings von dieser Mehrheit aktuell mehr Transparenz ihrer Entscheidungsprozesse erwarten als ihre Vorgänger das für nötig hielten, und außerdem die Eröffnung von mehr Wahlmöglichkeiten für anders Denkende.

    Das könnte sie machen ohne jede Satzungsänderung, wenn sie es wollte. Wie gesagt: für mich zählt die Meinungsvielfalt zur demokratischen Kultur dazu. Und es wäre schön, wenn die Leute von Schalke.V.eint das besser hinkriegen würden als ihre eher autoritär und paternalistisch gestrickten Vorgänger.

  18. blues sagt:

    @leolucca
    Wie gesagt, es steht dir doch frei, selbst eine ehrenamtliche Gruppe zu gründen oder bei einer bestehenden Arbeitgruppe aktiv mitzuarbeiten um so die Prozesse z.B. um den Wahlausschuss mitzugestalten.

  19. Torsten sagt:

    die Eröffnung von mehr Wahlmöglichkeiten für anders Denkende.

    Eine – wenn nicht die – Krux, die das sehr erschwert, ist die Beschränkung auf „höchstens die doppelte Zahl an Kandidaten, als Aufsichtsratsämter zu besetzen sind“. So stehts in der Satzung, und das lässt schlicht nicht zu, „viele Richtungen“ zur Wahl zu stellen, selbst wenn der Wille da wäre (was er vermutlich nicht ist, wohl nie war).

    Wenn ich mich recht erinnere ist ein Antrag auf Satzungsänderung, der die mögliche Zahl der Kandidaten erhöht, vor nicht allzu langer Zeit abgelehnt worden.

  20. leoluca sagt:

    Ehrenpräsident Rehberg macht sich im Vorfeld der JHV stark für einen fairen und sachlichen Umgang miteinander.

    http://www.derwesten.de/sport/.....20491.html

    Rehberg ist jemand, der die Verständigung und den Ausgleich sucht. Vielleicht braucht Schalke gerade jetzt so einen wie ihn.

    Ich finde vor allem seine Bemerkungen zu einem bestimmten Fanverhalten gegenüber unserer Mannschaft am letzten Spieltag bedenkenswert, weil sie sich gegen persönliche Beleidigungen und Anfeindungen richten.

    Auch seine Anmerkungen zur sogenannten Tönnies-Diskussion sind ja ein Aufruf zum gegenseitigen Respekt vor der Leistung des Kontrahenten.

  21. Ruhiger als vermutet: Die Jahreshauptversammlung 2015 sagt:

    […] Das Satzungsänderungspaket wurde von einer Kommission auf den Weg gebracht, in welcher alle Strömungen des Vereins vertreten waren. Insofern wurde es vor der Veranstaltung über viele Kanäle intensiv beworben. Um es anzunehmen wäre eine Zweidrittelmehrheit notwendig gewesen. Mit 62,3% Zustimmung scheiterte die Durchsetzung knappestmöglich. Ich denke es lag letztlich an einem taktischen Fehler. Man wollte die Mitgliederversammlung für dumm verkaufen, und das ließen sich die entscheidenden Prozent nicht gefallen. […]

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