Ruhiger als vermutet: Die JHV 2015

Schalkes Jahreshauptversammlung hatte einiges zu bieten. Die Cluboberen gaben sich geläutert, ein vielgepriesenes Satzungsänderungspaket wurde abgelehnt und bei der Wahl zum Aufsichtsrat wurde ein Favorit eben nicht gewählt. Trotzdem verlief die Veranstaltung relativ ruhig. Ruhiger jedenfalls, als es große Teile der Anhängerschaft zuvor erwartet hatten. Außerdem überraschte Clemens Tönnies mit der Bestellung eines Sportbeirates für den Aufsichtsrat. Aber der Reihe nach …

Das Satzungsänderungspaket

Das Satzungsänderungspaket wurde von einer Kommission auf den Weg gebracht, in welcher alle Strömungen des Vereins vertreten waren. Insofern wurde es vor der Veranstaltung über viele Kanäle intensiv beworben. Um es anzunehmen wäre eine Zweidrittelmehrheit notwendig gewesen. Mit 62,3% Zustimmung scheiterte die Durchsetzung knappestmöglich. Ich denke es lag letztlich an einem taktischen Fehler. Man wollte die Mitgliederversammlung für dumm verkaufen, und das ließen sich die entscheidenden Prozent nicht gefallen.

Einziger öffentlicher Kritikpunkt an dem Satzungspaket war der Umstand, dass über alle Punkte des Pakets, mit Ausnahme der Abstimmung über eine Erhöhung der Sonderumlage, gesammelt abgestimmt werden sollte. Aufsichtsrat Dr. Buchta, der zu dieser Abstimmung die Versammlung leitete, lieferte hierfür ein perfektes Argument: Der Antragsteller – eben die Kommission – wollte es so. Es sei nicht an der Mitgliederversammlung, Anträge von Antragstellern zu diskutieren und zu verändern, man hat nur darüber abzustimmen, so Dr. Buchta. Dies schien ihm allerdings nicht zu reichen. Er versuchte, der Versammlung zu verkaufen, dass es eigentlich kein „Paket“ geben würde, dass es eigentlich nur zwei Anträge gäbe, eben einen mit vielen Unterpunkten und den zur Sonderumlage. Mit dieser Darstellung scheiterte er krachend.

In allen Darstellungen zum Thema wurde stets von vielen Änderungen gesprochen, die im Block abgestimmt werden sollen. Dr. Buchtas Darstellung wirkte wie ein Taschenspielertrick und sorgte für ein ungutes Gefühl. Die Wortmeldungen zum Thema, von Rainer Vollmer und Frank Zellin, wirken hingegen ehrlich. Vor allem die Feststellung Zellins, dass eine Umwandlung des e.V. in eine andere Form laut Umwandlungsgesetz ehedem eine Dreiviertelmehrheit der Mitgliederversammlung erfordert, dass also ein vermeintlicher Vorteil des Satzungsänderungspakets, der eben dies in die Satzung aufnehmen sollte, unnötig sei, erzeugte bei einigen Mitgliedern einen Aha-Effekt. Letztlich wird sich Clemens Tönnies geärgert haben, dass er die Leitung der Versammlung zu diesem Thema an Dr. Buchta übergeben hat.

Die Wahl zum Aufsichtsrat

Es stand an, zwei Posten des Aufsichtsrats neu zu besetzen. Der Wahlausschuss hatte dafür vier tönnieskritische Kandidaten zur Wahl gestellt. Alle hatten zuvor die Möglichkeit, sich zu präsentieren, und dem Vernehmen nach machte dabei vor allem Stefan Blaschak eine gute Figur. Er war in seinem bisherigem Berufsleben Vorstandsvorsitzender der Spirituosenfirma Berentzen, sicherlich ein sehr geeigneter Hintergrund für den Job eines Aufsichtsrats auf Schalke.

Aber Blaschak wähnte sich noch in den 70ern, als bei den Jahreshauptversammlungen im Hans-Sachs-Haus wohlmöglich auch der eine oder andere Appelkorn seiner ehemaligen Firma für Stimmung sorgte. Seine Rede war eine Karikatur, eine Überzeichnung dessen, was Außenstehende glauben, wie man reden müsste, um das „Schalker Volk“ für sich einzunehmen. Stefan Blaschak wurde nicht gewählt. Die meisten Stimmen bekam Thomas Wiese. Der einzige Kandidat, der jeglichen Pathos beiseite lies, der sich darauf beschränkte sich im besten Sinne „vorszustellen“.

Kurz nach der Entscheidung machte ein Link zu einem Text die Runde, in dem sich Stefan Blaschak selbst noch 2011 als Fan von Hertha BSC beschrieb. Bei seinen Vorstellungen präsentierte er sich als „jahrelanger Schalke Fan“, von einer Vergangenheit als Hertha-Fan war nie die Rede. Dies war letztlich das i-Tüpfelchen auf seine nicht erfolgte Wahl.

Die Reden

Die Finanzen stellen sich nicht signifikant besser da als in den letzten Jahren, trotzdem blieb Peter Peters Rede weiterstgehend unbeachtet. Der Viagogo-Deal wurde verdaut, ansonsten ist Alexander Jobst sehr erfolgreich, auch an ihm kratzte sich niemand. Horst Heldt als Vorstand Sport und Clemens Tönnies, für den Aufsichtsrat und für seine Person selbst, waren diejenigen, denen man die Verantwortung für den schlechten Fußball in der vergangenen Saison anlastete. Ihre Reden wurden mit Spannung erwartet, und beide machten ihren Job gut.

Beide Reden waren nach dem gleichen Muster strukturiert. Zunächst wurden mit deutlichen Worten Fehler eingestanden, was den lauten Unmut leiser machte. Danach wurde sachlich dargestellt, wie es weitergehen sollte. In einem dritten Teil trauten sich beide gar, Kritik an den Fans zu üben und sich gegen öffentliche Kritik an sich selbst zu wehren. Und beide schlossen jeweils mit einem „flotten Spruch“.

Beide schafften es, Druck aus dem Schnellkochtopf „Schalke 04“ abzulassen. Beide versprachen „Besserung“ und werden sich daran messen lassen müssen. Der Vorstand wird nicht von der Mitgliederversammlung gewählt und der Aufsichtsrat Clemens Tönnies stand in diesem Jahr nicht zur Wahl. Insofern hatten diejenigen, denen diese Reden nicht ausreichten, keine Handhabe. Meines Erachtens wurden die Reden aber überwiegend positiv aufgenommen.

Der Sportbeitrat

Und dann hatte Clemens Tönnies noch erklärt, man sei ja nicht „beratungsresistent“. Der Aufsichtsrat hätte keine Ahnung von Fußball, so der Vorwurf, darauf hätte man nun reagiert. Fortan würde der Aufsichtsrat beraten werden, von einem Sportbeirat, bestehend aus Mike Büskens, Huub Stevens und Ebbe Sand.

Jeder der drei ist gut für eine Viertelstunde Dauerapplaus, insofern kommt sowas gut an. Vermutlich braucht Schalke einen solchen Beirat tatsächlich, schließlich gibt es in der Satzung die berühmt-berüchtigte 300.000 Euro-Regel.

Meines Erachtens sollte ein Aufsichtsrat nur einen Rahmen vorgeben und kontrollieren. Meines Erachtens sollte der Vorstand Sport ein zeitraumbezogenes Budget haben, in dessen Rahmen er in Absprache mit dem Trainer selbstständig handeln kann, ohne den im Aufsichtsrat vertretenen Fleischern, Ärzten oder Anwälten Rechenschaft ablegen zu müssen. Aber so ist es nun mal nicht. Die Satzung des FC Schalke 04 sieht vor, dass Geschäfte jeglicher Art, deren Laufzeit entweder zwei Jahre überschreiten oder die einen einmaligen oder jährlichen Gegenstandswert von mehr als € 300.000,- haben, vom Aufsichtsrat genehmigt werden müssen. De facto muss deshalb der Manager des FC Schalke 04 vor ungefähr jeder Spieler- oder Trainerverpflichtung die besagten Fleischer, Ärzte und Anwälte überzeugen und kann gegen deren Meinung niemanden durchsetzen. Möglicherweise hilft da Profifußballwissen als Aufsichtsrat-Einflüsterung ja tatsächlich.
 
 
Letztlich ging die Jahreshauptversammlung einigermaßen rund über die Bühne. Es gab keinen Aufstand, keine Änderungen. Es gab viele Versprechungen, mit denen der Club nun in die nächste Saison geht. Vielleicht war es genau so auch angemessen, für einen Verein, dessen Mannschaft zuletzt zwar furchtbar gespielt hat, der aber trotz allem immerhin für die Europa League qualifiziert ist. Es sollte schließlich immer noch „Eskalationspotenzial“ übrig bleiben. In 2016 steht dann Clemens Tönnies zur Wahl.



26 Kommentare zu “Ruhiger als vermutet: Die JHV 2015”

  1. leoluca sagt:

    Endlich eine gute Nachricht: Ebbe Sand, Mike Büskens, Huub Stevens bilden künftig den Sportbeirat für den Aufsichtsrat.

    Erster Gedanke nach vier peinlichen Kandidatenreden: Gut, dass die nicht durch den Wahlausschuss mussten.

  2. McP sagt:

    Jetzt schreibt also Tönnies seine SMSen nicht mal mehr selbst?

  3. sandsturm sagt:

    Da die Enthaltungen laut Satzung nicht mitzählen war die erste Abstimmung so knapp. Bei Mitzählen der Enthaltungen wäre auch die erste Abstimmung klarer ausgefallen und der Antrag klarer gescheitert.

    Trotz seines Taschenspieler-Tricks mag ich die Leitung von Dr. Buchta mehr wie die von Clemens Tönnies. Ich glaube, wenn die Abstimmung Tönnies zu diesem Zeitpunkt geleitet hätte, wäre die Ablehnung des Antrages noch eindeutiger ausgefallen.

    Schade finde ich das es die angesprochen Herren auf dem Podium meist es nicht für nötig halten auf Reden oder Fragen zu antworten.

    Auch wäre es sicher für den ein oder anderen Spieler interessant zu hören was Mitglieder zu den Pfiffen bei dem Paderborn-Spiel zu sagen hatten.

    Bestens gefallen hat mir die Rede von Roman, die mir in großen Teilen aus dem Herzen sprach, in dem er auf das Mißtrauen einging das sich Vereinsverantwortliche in den letzten Jahren erarbeitet haben.
    Danke dafür!

  4. derwahrebaresi sagt:

    Was kostet denn so ein Beirat und wie verhält sich bspw. Bujo, wenn er wieder irgendwo einen Trainerjob hat?

  5. eakus1904 sagt:

    Ich war über die Anzahl der Enthaltungen erschrocken. Fast 20 Prozent der abgegebenen Stimmen konnten sich nicht zu einer klaren Meinungsäußerung hinreißen lassen. Über Tausend haben gar nicht erst abgestimmt(wobei das natürlich auch an der elektronischen Abstimmung gelegen haben kann, ob das richtig funktioniert hat, wird ja nicht wirklich angezeigt) Das finde ich sehr viel, wenn man bedenkt, dass man sich schon weit vor der JHV Gedanken zu dem Thema machen konnte. Sicher, Enthaltung bedeutet ja im Grunde auch „Nichtzustimmung“, aber ich hätte mir gewünscht, dass es weniger Enthaltungen gegeben hätte.

    Ansonsten wird Herr Wibbeke wohl als „Tasmania 1900″ in die Schalker Geschichte eingehen, an ein schlechteres Ergebnis bei einer Wahl kann ich mich nicht erinnern. Selbst die Kandidatin auf dem letzten Platz der Wahlausschusswahlen 2014 hatte fast dreimal so viele Stimmen. „Starke Kandidaten“ wie im Vorfeld angekündigt, sehen aus meiner Sicht anders aus.

  6. BlueNote sagt:

    Bermerkenswert, dass Tönnies geläutert scheint. Offenbar hat die umfangreiche Fan-Schelte in sozialen Medien, Blog- und Presse-Foren hinsichtlich seiner Medienpräsenz Wirkung gezeigt. Gut so!
    Torsten bringt es auf den Punkt: Er ist noch ein Jahr im Amt und den Sportvorstand können die Mitglieder auch nicht absägen.
    Also heißt es nun, auch wenn es (so kurz nach dieser Irrenhaus-Saison) schwerfällt: Alle zusammenrücken, Ärmel hochkrempeln und mit dem, was da ist, das Beste herausholen. Mein monatelanger Ärger ist langsam verraucht und die JHV hat ein Stückchen dazu beigetragen, den nächsten Monaten wieder etwas gelassener in die Augen zu schauen. Ma gucken und hoffen, wann und dass das Fieber zurückkommt. Vermutlich bei den Auftaktsiegen in Meiderich und Bremen ;-)

  7. Oliver Mertens sagt:

    Mit dem sportlichen Beirat ist Tönnies und Heldt auf jeden Fall ein PR-Coup geglückt. Ob er allerdings mehr sein kann als eine Beruhigungspille für die Fans bleibt abzuwarten. Bislang gab es leider nichts Genaues über Kompetenzen, Arbeitsweise und -aufwand des neuen Gremiums. Ich bin gespannt, habe aber durchaus Zweifel.

    Danke, Torsten, für den Bericht.

  8. Carsten sagt:

    jetzt muss was kommen… 1.69m Schalke? dann mal los… ich bin gespannt

  9. Clemens Tönnies: „Solange ich auf Schalke bin, bleibt Schalke ein eingetragener Verein!“ sagt:

    […] 2015 des FC Schalke 04 zwei Führungspersönlichkeiten in der Kritik. Beide konnten mit dem Eingeständnis eigener Fehler punkten und nahmen vielen Kritikern den Wind aus den […]

  10. Roman sagt:

    @sandsturm: Danke! Die Rede musste einfach raus, auch wenn ich mir da nicht überall Freunde mit gemacht habe.

    Ich möchte zur Ehrenrettung von Stefan Blaschak beifügen, dass er zwar in seiner Funktion als Vertreter von Hochland (Leerdamer) im Sponsoren-Beirat von Hertha BSC war, er aber bei seiner Vorstellung in der Flora damit offen umgegangen ist und er dort sagte, dass es ihm als Schalker keinen Spaß gemacht hat.

  11. stfn04 sagt:

    Insgesamt eine komische JHV wie ich finde. Wenn man sechs Wochen zurückblickt ist es schon erstaunlich wie ruhig gestern alles abgelaufen ist.

    Enttäuschend fand ich die AR-Wahl gestern. Alle Redner waren schwach. Einzig Wiese konnte mit seiner Art einigermaßen überzeugen. Er war sicherlich auch im Vorfeld Favorit. Von Blaschak hatte ich persönlich deutlich mehr erwartet. Seine Rede blieb stilistisch und inhaltlich blass. Geradezu schockiert waren ich und die vor mir sitzende Reihe allerdings über das klare Votum für Horn, dessen „Rede“ jedes Populismus-Barometer beschädigt hätte. Aber auch so ist Schalke, mit billigen Sprüchen gegen den Reviernachbarn lässt sich eben doch gut Stimmen gewinnen.

    Peters Rede fand ich eher mau. Über die Finanzen hat er nur kurz gesprochen und dabei weitestgehend Sätze der letzten Jahre wiederholt („Vermögen übersteigt Schulden“ „Stolz sein“). Seine Ausführungen zum Thema Tradition und Soziales empfand ich durchgweg von einem Unterton des Eigenlobs begleitet.

    Der 25-minütige Vortrag von CT hatte erwartungsgemäß einen überdurchschnittlichen Unterhaltungsfaktor. Der „Bericht des AR“ bot mal wieder alles, von Schmunzlern bis zu Peinlichkeiten. Erfreut war ich zuerst über die Einsicht, dass er sich zu sehr ins Tagesgeschäft eingemischt habe. Er hat allerdings nicht beteuert dies zukünftig zu unterlassen, sondern sich stattdessen noch dafür gerechtfertigt, weil er nach Spielen ja „emotional aufgeladen“ sei. Das bedeutet für mich. Es bleibt alles wie es ist. Und statt der im Vorfeld gerüchteweise erwarteten Vertragsverlängerungen gab es dieses Jahr den sportlichen Beirat um Ebbe Sand als Bonbon für die Fangemeinde.

    @eakus1904
    Wenn man sich die Massenflucht nach der Rede von Heldt anschaut, sollte einem klar sein, warum ca. die Hälfte der gestern anwesenden Mitglieder überhaupt in die Arena gepilgert sind. Die standen von 17-19 Uhr lieber 2 Stunden vor den geschlossenen Kiosk an um auch ja ihren Vorverkaufs-Voucher zu bekommen anstatt der Versammlung weiter zu folgen. Da überraschen die zahlreichen Enthaltungen bei den Wahlen nicht.
    Außerdem muss man auch einfach davon ausgehen, dass ein substantieller Teil der königsblauen Fangemeinde schlichtweg uninformiert ist. Ich muss da nur an ein Gespräch in der Schlange beim Einlass denken, bei dem Mitglieder den Satzungsänderungsantrag zur Sonderumlage mit einer angeblich geplanten Erhöhung des Mitgliederbeitrags um das Dreifache verwechselten

  12. Torsten sagt:

    Aber auch so ist Schalke, mit billigen Sprüchen gegen den Reviernachbarn lässt sich eben doch gut Stimmen gewinne.

    Aber eben auch wieder nicht. Mit Thomas Wiese hat schließlich derjenige die meisten Stimmen erhalten, der am sachlichsten sprach. Fast schon zu ruhig, befürchtete ich während seiner Rede. Dass die Versammlung dann „so rum“ reagierte, hat mich positiv überrascht.

    Und was die Enthaltungen zum Satzungsänderungspaket angeht:

    Das Thema war sehr komplex. Es wurde im Vorfeld zwar über viele Kanäle kommuniziert, aber auch das Lesen dieser Änderungen war anstrengend, finde ich. Gestern fand keine Info dazu mehr statt.

    Wie wäre es, wenn man es mal positiv betrachtet? Wie wäre es, wenn man einfach mal davon ausgeht, dass ein Teil der Anwesenden der Meinung war, sich zuvor nicht gut genug informiert zu haben, nicht wirklich wusste worum es ging, und sich deshalb lieber enthielt statt für „irgendwas“ abzustimmen?!

  13. #Link11: Triebstau im Sommerloch | Fokus Fussball sagt:

    […] FC Schalke 04 hat seine diesjährige Jahreshauptversammlung geradezu seriös abgehalten, wenn man Torsten Wieland glauben darf. Die TSG Hoffenheim versucht sich am Spagat, gleichzeitig von Dietmar Hopp übernommen […]

  14. crisscross04 sagt:

    Mir ging es bei den Kandidaten ähnlich:
    Am meisten überzeugt hat mich Wiese, Blaschak und Horn kamen mir viel zu populistisch herüber (fast wie ein interner „Stimmungsbattle“ zwischen Blaschak & Horn) und Wibbeke war eine reine Katastrophe.

    Ich war auch sehr überrascht, dass Wiese die meisten Stimmen erhielt, was aber auch das feine Gespür der meisten Mitglieder aufzeigt.
    Aber vielleicht lag es auch an den 4 Töchtern im heiratsfähigen Alter von Wiese – der weibliche Nachwuchs der Kandidaten schien ja bei einigen Mitgliedern wichtiger zu sein als die sachlichen Inhalte der Redner…

    Am meisten überrascht haben mich die Reden von CT und HH. Das war sehr gut strategisch vorbereitet und auch vorgetragen.
    Obwohl man gerade HH eine gewisse Nervosität angemerkt hat, wenn er bei jedem Satz die Position der beiden Mikros überprüft hat.
    Wenn die Beiden sich auch in Zukunft so in der Öffentlichkeit präsentieren, besteht ja evtl. noch ein Funken Hoffnung. Aber auch das gilt es abzuwarten.

    Was mich am meisten begeistert hat, war die neue Ausrichtung, dass die „Oberen“ endlich gemerkt haben, ehemaligen Leistungsträger und somit Leitbilder in die Vereinsstruktur einzubinden. Dieses Konzept funktioniert bereits bei den Bayern und auch bei unseren Nachbarn bestens. Endlich muss man sagen. Jetzt noch Asa weiterbilden und in den Verein dauerhaft integrieren. Solche Personen schaffen Identifikation und bilden auch irgendwann ein „neues“ Image. Das ist für mich auch eine Art von Kontinuität.

    Somit besteht Hoffnung, jedenfalls bei mir! ;-)

  15. eakus1904 sagt:

    stfn04 sagt:

    29. Juni 2015, 12:07 Uhr #
    Die standen von 17-19 Uhr lieber 2 Stunden vor den geschlossenen Kiosk an um auch ja ihren Vorverkaufs-Voucher zu bekommen anstatt der Versammlung weiter zu folgen.

    Ja, das fand ich auch krass. Und vor allem sehr unnötig. Ich war bis zum Vereinslied in der Arena und hatte meinen Voucher trotzdem nach maximal 10 Minuten.

    @Roman: Ich fand deine Rede übrigens auch sehr gelungen und passend. Vielen Dank dafür! Kurze Frage, falls das ok ist: Hat man sich schon darauf verständigt, ob und wie die Satzungskommission bestehen bleibt? Wird man einen neuen Versuch im nächsten Jahr wagen oder legt man das ganze jetzt auf Eis?

  16. Hendrik sagt:

    Es ist sicherlich gut, den Laien im Aufsichtsrat für ihre sportliche Entscheidungen erfahrene Leute an die Hand zu geben. Ob aber ehemalige Spieler/Trainer der richtige Weg sind, weiß ich nicht. Ich habe bei Traditionsvereinen immer so das Gefühl, dass Klublegenden, die reinreden und Methoden fordern, die damals schließlich auch geklappt hätten, eine Menge Schaden anrichten können.

    Damit will ich die Herren Sand, Büskens und Stevens allerdings nicht vorverurteilen. Ma kucken

  17. sandsturm sagt:

    Zum Thema Aufsichtsratswahl, bzw. den Kandidaten zur Aufsichtsratswahl, die uns der Wahlausschuss vorgeschlagen hat, sollte man aber auch nochmal schauen was für Kandidaten der Wahlausschuss in den letzten Jahren so präsentiert hat.
    Waren die wirklich besser als die jetzigen, waren die weniger populistisch als die kritisierten Andreas Horn und Stefan Blaschak?
    Man braucht sich nur die Reden der gestern Ausgeschiedenen Ingolf Müller und Uwe Kemmer anhören.
    Übrigens das erste Mal das nicht zur Wahl zugelassene Kandidaten auf der JHV ihren Unmut darüber geäußert haben nicht zugelassen wurden zu sein (Ich kann mich auf jeden Fall seit 2000 nicht daran erinnern).
    Habe gestern 6 Kandidaten erleben dürfen die sich wählen lassen wollten.
    Von diesen hat meiner Meinung nach der Wahlausschuss die 4 geeignesten zugelassen.

  18. Roman sagt:

    @eakus: Klar ist die Frage okay. Ich kann Dir allerdings noch keine Entscheidung mitteilen. Ich glaube, dass viele ganz schön frustriert sind, mich eingeschlossen. War eine ganze Menge Arbeit. Ich hab da bestimmt einige Tage für geopfert. Und wenn man da so viel an Energie reinsteckt, dann möchte man sicherlich auch, dass das nicht im Mülleimer landet.

    Mich entäuscht dabei gar nicht mal so sehr, dass der Antrag gescheitert ist, denn das kann passieren in einer Demokratie, sondern vielmehr wie damit umgegangen wurde. Vergessen wird dabei tatsächlich häufig, wo wir am Anfang standen: Wir hatten teilweise konträre Anträge, die wir unter einen Hut bringen wollten. Mag sein, dass das schon etwas unglücklich war. Tja, und dann kommen da auch noch ein paar persönliche Enttäuschungen hinzu, die ich aber sicher hier nicht ausbreiten möchte und werde.

    Ich glaube schon, dass es „irgendwie“ weitergeht, aber ob sich die gleichen Leute nochmal eine blutige Nase holen wollen, wage ich stark zu bezweifeln.

  19. Roman sagt:

    @sandsturm: Die Auswahl an WA-Kandidaten ist und bleibt auch eine subjektive Angelegenheit. Es gibt ja einige Stimmen, die forderten, dass bestehende AR wieder zur Wahl zuzulassen sind, darunter auch in der Aussprache „Otto vom Lotto“.

    Dieses „ungeschriebene Gesetz“ ist bereits in der Vergangenheit auch nicht immer eingehalten worden (Stichwort: Prof. Dr. Till Zech). Es nutzt auch nichts, dies in einer Aussprache zu thematisieren. Wenn man das ändern will, muss man einen geeigneten Satzungsänderungsantrag dazu stellen und für Mehrheiten (2/3) sorgen. Wird schwer …

    Ich finde übrigens auch, dass sich Ingolf Müller in seiner Abschiedsrede zu sehr auf seine Unterstützung von Fan-Orgas oder Stadionverbotlern konzentriert hat. Das ist – zumindest in der Form wie er es gestern dargestellt hat – nicht primäre Aufgabe eines Aufsichtsrats. Seinen Einsatz dafür in allen Ehren, aber ich habe nicht verstanden, was das mit seinem Amt als Aufsichtsrat zu tun hatte.

  20. SpeedGlas sagt:

    Also ich kenne Ingolf Müller jetzt schon sehr lange und bedaure es, dass er nicht zur Wiederwahl stand. Er wäre mir lieber gewesen, als jeder der Kanditaten die zur Wahl standen.

    Ingolf hat sich schon vor seiner Zeit als Aufsichtsratmitglied viel für Schalke engagiert und eingesetzt und dabei nie das nötige Maß an Objektivität verloren, was ich sehr an ihm schätze.

    Sein Einsatz für die Fans und ganz besonders für die „aktive Fanszene“ hat dafür gesorgt, dass die Entfremdung von der gesprochen wurde nicht noch schlimmer wurde. Ich kann mich an sehr viele Situationen erinnern, in denen es gut war, dass ein Aufsichtsratsmitglied anwesend war und erklären und vermitteln konnte.

    Er hat miteholfen, dass UGE und HGS das Kriegsbeil vergraben und viele zu Unrecht verteilte Stadionverbote aufgehoben worden sind. Bei Ingolf hatte man immer das Gefühl, dass er einer von uns ist.

  21. blues sagt:

    VIP-Logen Rückbau?! Mich würde interessieren ob sich hinter der Sprachregelung „Umbau des Hospitality-Bereichs“ und der „vergrößerten Stadionkapazität“ ein Rückbau im VIP-Logenbereich verbirgt. Würde bedeuten, dass Schalke mit „Leerstand“ im VIP-Bereich zu kämpfen hat. Weis da jemand etwas konkretes?

  22. eakus1904 sagt:

    Im Gegenteil. Man hat mehr VIP-Plätze geschaffen, da die alten Sessel gegen neue, modernere Stühle ausgetauscht wurden. Die verbrauchen gleichzeitig auch weniger Platz, somit können mehr Plätze in dem Bereich angeboten werden.

    Ich habe am 06. Juni noch eine Stadiontour mitgemacht. Schenkt man den Aussagen des Guides Glauben, dann ist die Nachfrage für VIP Plätze eher gestiegen denn gefallen. Aus diesem Grund werden wohl auch die Küchenbereiche umgebaut, da man mit der derzeitigen Ausstattung an die Grenzen gekommen ist und Schwierigkeiten hätte, für noch mehr Leute zu kochen.

  23. Roman sagt:

    Yep, das ist es, was ich auch gehört habe. Schmalere Sitze => mehr Plätze. Und die VIP-Bereiche sind auch komplett ausgebucht. Es wäre allerdings mal wirklich interessant zu erfahren, wie viele dieser VIP-Tickets „gratis“ verteilt werden.

  24. blues sagt:

    @eakus1904 @roman
    Danke euch. Sind ja gute Nachrichten.

  25. Wörtlich: Huub Stevens sagt:

    […] Sportbild auf die Frage, ob Huub Stevens als Trainer „nun Geschichte“ sei. Auf der Jahreshauptversammlung präsentierte Clemens Tönnies einen neuen Sportbeirat, bestehend aus Mike Büskens, Ebbe Sand und eben Huub Stevens. Dieser soll den Aufsichtsrat, […]

  26. leoluca sagt:

    Heissa. Schalkes Aufsichtsrat hat einen neuen Medientalker, der jetzt schon mal bekannt gibt, was er im September im Gremium sagen wird. Fan ist er auch noch:
    http://waz.m.derwesten.de/dw/s.....ice=mobile

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