Die moderne Form des Schalker Kreisels

Früher stand der Begriff Schalker Kreisel für ein erfolgreiches Spielsystem der Blauen aus Gelsenkirchen. Heute taugt der Kreisel vor allem als Symbol für die Schalker Personalpolitik: Man weiß nie so recht in welche Richtung die Entscheidungen fallen. Jüngstes Beispiel ist der Fall Sydney Sam. In der vergangenen Saison wurde er mit lautem Getöse suspendiert. Nach der Verpflichtung des neuen Trainers wurde bestätigt, dass Sam nie wieder für Schalke spielen soll. Ab heute gehört er wieder zur Mannschaft. Schalke kreiselt weiter.

Schalke hat sich Sidney Sams Verpflichtung seinerzeit einiges kosten lassen. Durch die Suspendierung verlor der Spieler deutlich an Marktwert. Zuletzt wollte ihn Eintracht Frankfurt ausleihen, es war zu lesen dass Schalke dabei noch einen Teil von Sams Gehalt übernehmen sollte. Nachdem er den Medizincheck nicht bestand galt er endgültig als nicht mehr vermittelbar.

Ihm eine zweite Chance auf Schalke zu gewähren sei deshalb sehr vernünftig, sagen nun manche. Ihn spielen zu lassen sei die einzige Chance, seinen Wert nochmal zu erhöhen. Das mag stimmen. Für falsch halte ich die Entscheidung trotzdem. Denn dieser Fall ist ein Weitermachen, das nächste Beispiel dafür, mit wie wenig Linie Schalke 04 Spieler verpflichtet und führt. Diese fehlende Linie ist aber der Grund dafür, dass sich Schalke regelmäßig in solche Situationen bringt, in denen Entscheidungen getroffen werden müssen, um noch das vermeintlich Beste aus schlechten Situationen zu machen!

Schalke gehört nicht zu den größten Fischen im Aquarium Profifußball, eigentlich müsste Schalke gelegentlich auch mal „Haihappen liefern“, Spieler verpflichten, besser machen und an größere Clubs verkaufen. Tatsächlich ist es aber die Regel, dass von Schalke eingekaufte Spieler den Club weniger wertvoll verlassen. Schalke verbrennt Spielerwerte, weil es bei seinen Einkäufen nicht planvoll vorgeht. Weil letztlich regelmäßig irgendwas nicht stimmt, weil Schalke dann wieder kurzfristig entscheidend, wieder ohne Linie ist, wie bei Sidney Sam.

Sam selbst wurde nach einer guten Saison in Leverkusen auf Schalke geholt, obwohl es seine Position im Schalker Spiel nicht gab und er als verletzungsanfällig galt. Kevin-Prince Boateng wurde bewusst als Führungsspieler installiert, dann aber irgendwann nicht mehr als solcher behandelt und letztlich suspendiert, weil man mit seinem Ego nicht zurecht kam. Tranquillo Barnetta wurde verpflichtet und fortan nie ein komplettes Spiel auf seiner besten Position eingesetzt. Barnetta wurde mit finanziellem Verlust weggeschickt, kam zurück, blieb aussortiert, war dann unter Di Matteo plötzlich wieder wichtig, dann wieder unwichtig, und wurde letztlich nicht mal verabschiedet, als sein Vertrag auslief. Jermaine Jones wechselte noch extremer zwischen unersetzlich und nicht gewollt, wurde auch suspendiert, war danach gleich wieder Stammspieler und wurde kurz drauf trotzdem abgeschoben. Adam Szalai wurde geholt, um einen Stürmertyp ähnlich wie Huntelaar als Backup zu haben, und er wurde verkauft, weil man ein Jahr später lieber einen anderen Stürmertyp neben Huntelaar haben wollte.

Diese Liste ließe sich beliebig lange fortführen. Spieler wie Bastos, Marica, Jurado oder Pukki wussten letztlich wohl überhaupt nicht, wieso Schalke 04 sie überhaupt nach Gelsenkirchen geholt hat. Spieler wie Obasi oder Santana haben nie funktioniert.

Mit Jefferson Farfán wurde seinerzeit für 10 Millionen Euro viel Qualität eingekauft. Er spielte stets auf seiner Position und brachte seine Leistung. Julian Draxler ist ein großes Talent, überhaupt liefert die Knappenschmiede Talente, die wertvoll sind. Werte, die Schalke letztlich zu Geld machen muss. Um die inkonsequente Personalpolitik zu finanzieren, die gestern in der zweiten Chance für Sidney Sam ein Symbol für die moderne Form des Schalker Kreisels gefunden hat.



89 Kommentare zu “Die moderne Form des Schalker Kreisels”

  1. mika sagt:

    Sehr schöne Metapher…Ich kann zu 100% zustimmen, dass sich bei den handelnden Führungskräften nichts geändert hat. Wilder Aktionismus ohne klares Konzept mit entsprechender Umsetzung…Schade, aber wieso sollte sich auch etwas aendern? Alles nur Dampfplauderei in der Sommerpause….

  2. leoluca sagt:

    Lieber Torsten, du sprichst mir so was von aus dem Herzen, das glaubst du gar nicht. Ich bin entsetzt, dass dieses Management-Gehampel einfach so weiter geht. Deine Metapher ist schön und doch sehr bitter.

  3. Christian sagt:

    Leider alles wahr!
    Auf der JHV vor etwas mehr wie 3 Wochen fiel der Satz
    „….werden nie wieder für Schalke 04 spielen“
    gesprochen von den 169 cm Kompetenz & Leidenschaft.

    Ich werfe niemanden vor heute klüger zu sein als gestern,
    trotzdem zeigt auch dieser Vorgang einmal mehr wohin sich
    Schalke entwickelt: zur Showeinlage der Liga.

    Vielleicht werden wir irgendwann die Hintergründe erfahren,
    wer kam auf wen zu? AB auf HH oder umgekehrt?

    Im Grunde geht es leider genauso chaotisch weiter, wie in
    der letzten Saison – das macht mir Angst.

  4. Roman sagt:

    Das einzige, was bei Horst Heldt konsequent ist, ist seine Inkonsequenz.

    Ob die Suspendierung von Sam richtig war, kann ich nicht beurteilen, da ich die Gründe dafür nicht gut genug kenne. Dass die öffentliche (!) Suspendierung (auf SMS-Hinweis des AR-Vorsitzenden) zwei Spieltage vor Saisonende falsch war, weil damit der Spieler mit einem Schlag massiv an Marktwert verloren hat, daran hege ich nicht den geringsten Zweifel.

    Dass aber jetzt tatsächlich sogar zurückgerudert wird, laut öffentlicher Verlautbarung weil der Spieler nun Besserung gelobt (inoffiziell vermute ich eher, dass man ihn einfach nicht weiter transferieren kann, denn wer verpflichtet schon jemanden mit dieser Vorgeschichte und nicht bestandenem Medizintest?), das kann ich erst recht nicht verstehen.

    Horst Heldt will Führungspersönlichkeit sein, das hat er auf der Mitgliederversammlung proklamiert. Als Führungsperson muss man klar und deutlich kommunizieren, eine Linie vertreten, seinen Mitarbeitern Orientierung geben. Es muss klar erkennbar sein, wohin die Reise geht.

    Das ist alles nicht der Fall. Man „kreiselt“ sich durch die Liga, andere nennen es „taumeln“. Horst Heldt ist und bleibt ein schwacher Vorstand Sport. Was mich allerdings auch etwas erschreckt, ist, dass Andre Breitenreiter das jetzt mitmacht. Schließlich hat auch er zuvor bestätigt, dass Boateng und Sam nicht mehr eingesetzt werden sollen. Ich kann nur hoffen, dass er sich nicht anstecken lässt.

  5. Patigol sagt:

    Richtig toller Text, Torsten. Gerade der Verweis auf die länger zurückliegenden Transfers zeigt noch einmal, wie planlos Spieler bei uns verpflichtet werden. Das Ergebnis spiegelte sich in den letzten Jahren dann folgerichtig in Form der nicht vorhandenen Attraktivität aufgrund eines mangelnden Konzepts auf dem Platz wider.

  6. francois04 sagt:

    Ich finde, alle Argumente und Tatsachen, die du angeführt hast, sind nicht nur „richtig und zutreffend“, sondern weisen alle auf den eigentlichen Kern des Problemes. Und das sind nicht die ge- oder wieder verkauften Spieler. Das wirkliche Problem auch dieses neuen „Kreisens“ ist und bleibt die Vereinsführung.

    Vorstand und Manager tragen letztendlich Verantwortung für die Zusammensetzung unserer Mannschaft. Spieler folgen heute ohnehin nur noch dem Ruf des schnöden Mammons!

  7. peterausge sagt:

    Leider alles richtig beschrieben. Man könnte es verkürzt ausdrücken mit, planlos.

  8. Grieche sagt:

    Breitenreiters Kommentar zur Rücknahme der Suspendierung: „Wir haben alle mal Fehler gemacht.“
    Meinte er damit Sam oder Heldt?

  9. Alex sagt:

    Lieber Torsten,

    heute muss ich dir leider in jeder Hinsicht widersprechen. Erstens führst du in diesem Blogeintrag nur die negativen Beispiele auf. Du unterschlägst zum Beispiel Manuel Neuer, dessen Verkauf beinahe alleine schon ausreicht, um alle deine oben genannten Beispiele zu kompensieren. Auf Transfermarkt.de findest du noch viele weitere Beispiele von Schalke-Spielern, die einen Transfererlös erzielt haben. Zum Beispiel auch Teemu Pukki, der für 1,5 Mio. gekauft wurde und für 2,5 Mio. verkauft wurde und trotzdem bei dir als Negativbeispiel zählt. Du hast natürlich bei einigen Spielern vollkommen recht. Bei Szalai und Obasi stimme ich dir uneingeschränkt zu. Bei Boateng bedingt, wobei der uns mit einem entscheidenden Tor in die Champions League geschossen hat und allein dadurch schon die 10 Mio. Einkauf wert war. Ganz schlimmes Beispiel ist auch Jurado, der 14 Mio. gekostet hat und nur 3,5 erlöst. Aber wie gesagt, fairerweise muss man eben auch die positiven Beispiele erwähnen.

    Und zum Thema Sam: klar ist es blöd gelaufen, dass man zweimal (Ende der Saison und auf der JHV) gesagt hat, dass er nie wieder für Schalke spielt. Gerade deshalb habe ich höchsten Respekt vor der jetzigen Entscheidung, ihn doch spielen zu lassen. Und machen wir uns nichts vor: Heldt und Schalke konnten hier sowieso nur verlieren. Hätte man Härte gezeigt, dann wäre das irgendwann auch öffentlich geworden (zum Beispiel vom Spieler oder seinem Berater verbreitet). Dann wäre das Geschrei bei allen Schalke-Kritikern genauso groß gewesen, wie herzlos doch dieser Club ist. Es ist nach meiner Meinung richtig und vernünftig Sam eine zweite Chance zu geben! Es ist natürlich wirtschaftlich sinnvoll, da wird es keine zweite Meinung geben. Aber es ist auch menschlich richtig, wenn Sam wirklich um diese zweite Chance gebeten hat und diese jetzt auch aufrichtig nutzt. Vielleicht wissen wir heute nach dem Training schon mehr. Ich finde es absolut richtig, wenn man seine Entscheidung auch zurücknimmt und nicht stur auf seiner Meinung von gestern beharrt! Das ist Größe und keine Schwäche!

    Viele Grüße
    Alex

  10. MarkuS04 sagt:

    Ich kann die Aussagen bzgl. ‚Kader-Planung‘ auch nur unterstreichen.
    Im Fall der ‚Begnadigung‘ von S. Sam bin ich aber etwas anderer Meinung.
    Zumindest so wie es kommuniziert wurde, nämlich das der Spieler um eine zweite Chance gebeten hat, kann ich das nachvollziehen. Ich sehe hier eher auch einen positiven Charakterzug bei AB, nämlich diese zweite Chance zu gewähren.
    Das man hierbei auch gewissermaßen gezwungen reagiert (kein Markt für Sam, Ersatz für Farfan und / oder Draxler?) scheint logisch, aber ich sehe dennoch eher das Positive.
    PS: Damit hat AB bereits seinen 2. Neuzugang nach Riether; fehlt also nur noch einer.

  11. Alex sagt:

    Sorry, Korrektur zu Jurado: 11 Mio. gekostet, 3 Mio. erzielt.

  12. Voice sagt:

    Ich stimme Dir bezgl. der planlosen Transfers auf jeden Fall zu. Gerade bei Sam (verletzungsanfällig) und Boateng (schwieriger Charakter) trafen letztlich die Befürchtungen, die viele bei diesen Namen hatten, ein. Auch andere Beispiele treffen zu. Bei dem einen wurde mehr, bei dem anderen weniger Geld vernichtet. Nicht alle genannten Transfers verantwortet Horst Heldt. Den wohl größten Klops, Jurado, holte noch der Felix.

    Allerdings bin ich der Meinung, die Entscheidung, Sam nun zu „begnadigen“ (auf Bewährung?), ist richtig. Sofern er glaubhaft gemacht hat, die Fehler (welche waren es eigentlich?) nicht zu wiederholen, kann und sollte man ihm eine zweite Chance geben. Warum auch nicht, man kann nur gewinnen. Das Argument, Heldt bzw. die Führung mache sich unglaubwürdig, zieht meiner Meinung nach nicht. Also, diese einzelne Entscheidung find ich in Ordnung.

    Nichtsdestotrotz bleibt es insgesamt natürlich chaotisch…

  13. #Link11: No need for a name | Fokus Fussball sagt:

    […] hätte anschließen können. Vom Wortsinne her schon, inhaltlich geht es aber eben um “Die moderne Form des Schalker Kreisels“, in der Torsten Wieland sich im Königsblog kritisch mit dem (nicht nur) momentanen Gebahren […]

  14. Torsten sagt:

    @Alex:

    Manuel Neuer war eben auch ein Wert aus der Knappenschmiede, kein Einkauf. Für ihn gilt auch der letzte Absatz. Teemu Pukki habe ich aufgeführt, weil er geholt und nie seinen Fähigkeiten eingesetzt wurde, weil für diesen Konterstürmer-Typ damals keine Verwendung war. Monetär schlug er nicht ins Kontor, war natürlich aber auch kein Spieler der Kategorie „besser gemacht und lukrativ verkauft“.

    Kyriakos Papadopoulos wäre in letzter Zeit wohl das einzige Beispiel für einen Spieler, der mit einem nennenswerten Gewinn an Ablöse verkauft wurde. Aber selbst da lief es doch nicht rund: Sein Marktwert war zwischenzeitlich deutlich höher als das, was S04 letztlich für ihn bekam, und auch er fühlte sich ungerecht behandelt, wurde „nicht gut geführt“, verließ den Club im Streit mit den Verantwortlichen.

    Und mir geht es auch nicht darum, Horst Heldt ans Kreuz zu nageln. Wie Voice richtig schreibt, Jurado wurde von Magath geholt, auch unter Müller lief es mit Albert Streit sehr ähnlich. Horst Heldt ist nun nur gerade der, der die Probleme nicht zu lösen in der Lage ist.

  15. derwahrebaresi sagt:
  16. BlueNote sagt:

    Hai Torsten, gute Analyse, und „Haihappen liefern“ ist ein schönes Bonmot in diesem Kontext.

    Die aktuelle Situation bringt den Vorstand Sport und den neuen sportlichen Beirat des AR mächtig unter Zugzwang. Die müssen jetzt unter Zeitdruck liefern und Teile der Einnahmen sinn- und maßvoll in echte Verstärkungen verwandeln, wegen mir auch in Haihappen, und nicht in immer neue Kreiselhäppchen. Hoffentlich geht das gut.
    Die Attraktivität Schalkes als Arbeitgeber schwindet nach und nach angesichts jahrelangen, sinnlosen Herumkreiselns gewaltig. Und da beißt sich dann der berühmte Katzenhai selbst in die Heckflosse.

    Dass Farfan und Draxler nicht mehr bleiben wollen, ist sehr schade und lässt mich insbesondere bei letzterem ein wenig ratlos zurück. Stimmte die Chemie nicht mehr? Welche Anteile haben die sportliche Führung und der aktuelle Zustand des Clubs an seinen Wechselgedanken? Für mich kommt das alles ein bis zwei Jahre zu früh. Und schwupps, schon wird notgedrungen eine Persona non grata wieder reinstalliert. Hammerhaihart ist das. Denn was interessieren schon den Sportvorstand und den Fleischhai ihr Geschwätz von gestern.

    Mir fällt es gerade arg schwer, nicht dünnhäutig auf die aktuellen Personalspielchen zu reagieren. Zu tief sitzt noch der Frust über die Kommunikationskatastrophen der letzten Monate und die Sorge, dass wir uns noch mehr zum Affen, pardon, Haifischbecken der Liga machen.

    Jedenfalls kann ich das alles nicht mehr entspannt unter der Rubrik branchentypisches Sommertheater abhaken. Mannmannmann…

  17. Detlef sagt:

    Bis gestern hatte ich mich auf das neue Schalke gefreut, jetzt befürchte ich langsam, das mir das neue Schalke nicht gefallen könnte, weil es eben nicht wirklich neu ist.
    Ich finde vom menschlichen her die Entscheidung Sam wieder in den Kader zu nehmen zwar groß, aber leider zackt HH halt dadurch wieder hin und her.
    Stärke sieht dann doch anders aus.

    Über die Kaderplanung haben sich schon genug Leute ausgelassen, da gibt es nichts hinzuzufügen und wenn jetzt Jule auch noch gehen sollte, dann weiß ich auch nicht was ich davon halten sollte.

    Fehlt nur noch, dass KPB auch noch, ach lassen wir das.

  18. Detlef sagt:

    Nachtrag: Heldt war im Falle Sam nicht der Entscheider, sagt er, es kam vom Trainer und der Mannschaft.

    Nun ja, Sportvorstand ist er schon, der Herr Heldt und hat letztendlich die Verantwortung.

  19. Roman sagt:

    @Detlef: Genau. Und das hat er ja auf der (wie man hört auch nicht von ihm selbst verfassten) JHV-Rede auch mehrfach betont, dass ER die Verantwortung trägt. Und nun stiehlt er sich da raus? Wie soll ich das denn finden?

    169 cm …?

  20. Claus Lacher sagt:

    Endlich mal jemand, der das Kind beim Namen nennt. Dem Bericht kann ich 100 prozentig zustimmen.

  21. michael sagt:

    Lieber Torsten, trefend analysiert.

    Eine Sache ist für mich aber ganz klar: Wer erwartet hat, dass bei gleichem Management und handelnden Personen (diese haben übrigens auch den neuen Trainer installiert) alles anders wird, der ist doch reichlich naiv (das trifft nicht auf dich zu). Es wird sich nur graduell etwas ändern unter diesem Management. Schalke ist noch lange nicht überm Berg. Sieht man übrigens auch daran, dass die Vorbereitungsspiele ja nicht gerade zur Euphorie Anlass geben.
    Wir werden auch in der neuen Saison viel zu besprechen und zu diskutieren haben. Freuen wir uns darauf.

  22. Schalkefan sagt:

    Wie so oft kann man dem Autor zustimmen. Aber wie so oft fehlt halt einfach auch, dass er den Haupt-Verantwortlichen dafür, also Ross und Reiter, nennt: Horst Heldt.

    Denn das alles hat Horst Heldt zu verantworten. Er hat seit Jahren in der Bundesliga (außer Bayern, VW Wolfsburg ist gerde mit dem Schürle-Transfer erst aufgeschlossen) das meiste Geld zur Verfügung für Spieler und Trainer. Gemessen daran müsste Schalke längst alleiniger Bayernjäger sein.

    Wer sich seine (ihm den Kopf rettende) Rede für die Mitgliederversammlung von einem externen Kommunikationsberater schreiben lässt hat gegenüber mir jedenfalls längst jede Glaubwürdigkeit verloren.

    Und natürlich ist Heldt längst auch nicht mehr glaubwürdig für Spieler und andere Protagonisten der Fußball-Branche, schon lange vor der Rolle rückwärts mit Sam kam Heldt nur noch als Papiertieger daher.

    Horst Heldts Vertrag läuft Gott sei Dank am Saisonende und aus. Schon seit letzter Saison ist er auch formal nur noch eine Lame Duck vor dem Hintergrund, dass die Verträge der Trainer (Matteo und jetzt Breitenreiter) länger laufen als sein eigener (eigentlich wäre doch der Sportmanager für das Mittel- und Langfristige zuständig!).

    Wenn Horst Heldts Vertrag nicht verlängert wird dann kann endlich auch auf dem Gebiet auf Schalke wieder glaubwürdig gearbeitet und entschieden werden! Aber so lange müssen wir leider wohl noch warten…

  23. Roman sagt:

    „Schalkefan“ hat ja so recht, wenn er sagt:

    „Und natürlich ist Heldt längst auch nicht mehr glaubwürdig für Spieler und andere Protagonisten der Fußball-Branche …“

    Hier mal ein Zitat dazu eines nicht näher genannten (früheren) Aufsichtsrats eines bekannten deutschen Profivereins:

    „Wie lange dürfen diese Clowns, deren herausragende Eigenschaften Inkompetenz und Dilettantismus sind, noch einen Verein mit so viel Tradition und Potential in den Abgrund führen?“

    So denken andere über uns bzw. Horst Heldt im Speziellen.

    „Jetzt wird schließlich alles anders. Ganz sicher.“ (Torsten Wieland)

  24. Theo sagt:

    104% Zustimmung. Aber das Problem der Konzeptlosigkeit gibt es schon seit Jahren und niemand unternimmt etwas dagegen. Es wird bei allen Entscheidungen immer nur auf Sicht gefahren ohne eine Vision zu haben, wo die Reise eigentlich hingehen soll.

    Die erforderlichen Schritte wären doch zunächst die Festlegung einer Spielphilosophie, dann die Verpflichtung eines passenden Trainers und anschließend die gemeinsame Ausrichtung des Spielerkaders mit Manager und Trainer an die festgelegten Vorgaben.

    Aber in dem hektischen Schalker Umfeld ist solch eine strukturierte Vorgehensweise anscheinend nicht möglich bzw nicht gewollt.

  25. Alex sagt:

    Was soll denn dieses Heldt-Bashing? Merkt ihr nicht, dass die Unruhe und Kritik immer von außen (Medien mit wilden Spekulationen von denen sich mehr als 95% als unwahr herausstellen) in den Verein getragen wird? Das kann kein Manager verhindern! Und alle werden davon angesteckt und bashen mit…

    Ich oute mich gerne als Fan von Heldt: schauen wir doch mal auf die nackten Zahlen. Seit Heldt haben wir von Platz 14 (kurz davor Rausschmiss von Magath und Übernahme von Heldt) in der BuLi die Plätze 3, 4, 3 und 6 erreicht. Dreimal hintereinander CL gespielt (gab es vorher noch nie), die erfolgreichste Rückrunde der Vereinsgeschichte, ständig Schulden abgebaut, usw.

    Klar hat Heldt auch Fehler gemacht. Darunter auch Fehleinkäufe. Die macht aber jeder Manager, und das weiß man immer erst hinterher. Auch Di Matteo war ein Fehler. Unsere schwarz-gelben Nachbarn können von den Fehleinkäufen übrigens ebenfalls ein (langes) Lied singen. Es muss aber auch viele richtige Entscheidungen gegeben haben, denn sonst wären wir insgesamt nicht so erfolgreich gewesen.

    Wir sollten als Fans insgesamt viel gelassener auf die Spekulationen und Kommentaren in den Medien reagieren. Beispiel Sam: Umfragen bei Reviersport und einem anderen Medium (weiß gerade nicht mehr welches) zeigen ca. 80% Zustimmung dazu, dass Sam eine zweite Chance gegeben wird. Die Kommentare der „Journalisten“ dieser Zeitungen sowie der meisten Leser sind aber zu 80% negativ mit teils üblen Beschimpfungen. Wie kommt es zu dieser Diskrepanz?

    Die Kritiker und wüsten Beschimpfer sind in den sozialen Medien schon immer in der Überzahl gewesen und heizen sich gegenseitig auf. Nichts gegen berechtigte und sachliche Kritik an Horst Heldt, aber bitte ohne Beschimpfung! Und vielleicht auch mal prüfen, ob wirklich alles schlecht ist, was er gemacht hat. In jüngerer Zeit war Schalke lediglich eine Saison richtig schlecht. Heldt trägt dafür natürlich eine Mitverantwortung – geben wir ihm doch jetzt eine faire Chance, es besser zu machen. Mit Breitenreiter ist ein guter Weg eingeschlagen.

    Und nochmal zurück auf unsere Nachbarn: wie kommt es eigentlich, dass Zorc nach dieser miesen Saison und allen seinen Fehleinkäufen nicht so niedergemacht wird? Oder lese ich nur in den falschen Foren?

    Alex

    Interessant auch, dass viele Umfragen in den Me

  26. dergucker sagt:

    So isses Torsten,
    denkt an den Albert,der sich die Kohle im sitzen abgeholt ab.
    Schätze der neue Albert heißt Kevin.
    Eigentlich gehören wir in die Griechische Liga.

  27. Roman sagt:

    „Die Kritiker und wüsten Beschimpfer sind in den sozialen Medien schon immer in der Überzahl gewesen und heizen sich gegenseitig auf.“

    Ja, das stimmt. Aber Du findest hier, in diesem Blog und seinen Kommentaren, keine wüsten Beschimpfungen, sondern fundiert vorgetragene Kritik. Oder?

    Und ich muss sagen, dass mir eine Entschuldigung von Horst Heldt – vorgetragen in seiner Rede auf der JHV, in der er alle Schuld auf sich genommen hat – nicht ausreicht, wenn sich danach – trotz aller Beteuerungen – doch nichts ändert.

    Wir brauchen einen Vorstand Sport mit einer klaren Vorstellung, wie der Kader entwickelt werden soll, am besten wie schon oben geschrieben wurde mit der entwicklung einer eigenen Spielphilosophie. Auch wenn das Fußballgeschäft oft kurzfristig ist, brauchen wir doch auch eine rote Linie in der Langfristigkeit.

  28. Alex sagt:

    Hallo Roman,

    ja, wüste Beschimpfungen sind in diesem Blog zum Glück noch außen vor. Aber ob die Kritik immer fundiert ist, weiß ich nicht. In dem von dir zitierten Aufsichtsrat wird von Dilletantismus und Inkompetenz gesprochen. Wo sind dafür die Beweise? Ich habe in meinem Beitrag aufgeführt, wie erfolgreich Heldt tatsächlich war. Wenn er wirklich so inkompetent und dilletantisch wäre, dann sind solche Erfolge wohl kaum möglich.

    Theo schreibt: „Aber in dem hektischen Schalker Umfeld ist solch eine strukturierte Vorgehensweise anscheinend nicht möglich bzw nicht gewollt.“ Auch hier: die Hektik wird von außen an uns herangetragen. Tatsächlich glaube ich, dass man auf Schalke in den Medien gerne als „Chaos-Club“ usw. verweist. Schalke polarisiert. Das ist einerseits gut (weil wir so ständig im Gespräch sind) anderseits müssen wir dann eben auch mit dieser Hektik in den Medien leben. Und nochmal: deshalb müssen wir Fans gelassener reagieren und uns nicht aufhetzen lassen!

    Schalkefan: „Wenn Horst Heldts Vertrag nicht verlängert wird dann kann endlich auch auf dem Gebiet auf Schalke wieder glaubwürdig gearbeitet und entschieden werden! Aber so lange müssen wir leider wohl noch warten…“
    Mit wem? Wer ist soviel besser, dass er unter den extrem schwierigen Schalker Umständen (Umfeld und Finanzen) besser arbeitet als Heldt?

    Du schreibst: „Wir brauchen einen Vorstand Sport mit einer klaren Vorstellung, wie der Kader entwickelt werden soll, am besten wie schon oben geschrieben wurde mit der entwicklung einer eigenen Spielphilosophie. Auch wenn das Fußballgeschäft oft kurzfristig ist, brauchen wir doch auch eine rote Linie in der Langfristigkeit.“ Ich finde den Einkauf von Geis richtig, die Knappenschmiede liefert seit Jahren erfolgreich und wird immer wieder in den Profikader integriert. Ich sehe hier ein Konzept. Die Fehleinkäufe machen dieses nicht zunichte, weil die bestimmt auch einer roten Linie folgten, jedoch nicht funktioniert haben…

    Naja, usw.

  29. Pukki1904 sagt:

    Zum Thema langfristige Personlplanung, Konzept, Spielerentwicklung und dem peinlichen Gehampel der Vereinsführung auf Schalke – der Autor trifft den Nagel damit so ziemlich genau auf den Kopf

    http://nr.news-republic.com/We.....d=45306079

  30. Roman sagt:

    Ob die Kritik immer fundiert ist, ja, da geb ich dir Recht, das kann man nicht immer wirklich so sagen, sie wird aber doch so vorgetragen, dass man sich hier nicht wüst angeht. Warum auch? Schließlich wollen wir doch alle das Beste für unseren Verein, auch wenn es da unterschiedliche Ansichten zu gibt, wie man das erreicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass – weil uns die Details meist/oft nicht vorliegen – auch spekuliert werden muss, wenn wir über die Sache diskutieren wollen.

    Der zitierte (frühere) AR muss auch für sich keine Beweise für seine Sichtweise auf Schalke von außen angeben. Ich wollte damit aber dokumentieren, dass der Ruf von Schalke in der Fußball-Branche wahnsinnig gelitten hat. Nicht umsonst sagt auch Klaus Allofs, dass er Schalke 04 als Kontrahent für die CL nicht mehr ernst nimmt.

    Das kommt alles nicht von ungefähr. Und das hat sehr wohl etwas damit zu tun, dass sportlich kein roter Faden (noch nicht mal so etwas wie eine Handschrift) zu erkennen ist, und auch in der Kommunikation (Klarheit! Verlässlichkeit! Beständigkeit!) einiges im Argen liegt. Beides sind die Ressorts von wem?

  31. Alex sagt:

    Ja, Kommunikation ist nicht gerade Horst Heldts Stärke. Aber wenn ich mir den gerade von Pukki1904 gelieferten Link durchlese und dann mit dem Text unter http://www.schalke04.de/de/akt.....-213-.html vergleiche, dann unterstreicht das meine Worte von oben. Die Medien schreiben bei Schalke 04 mittlerweile den übelsten Dreck und vor negativer Meinung triefenden News (eigentlich für einen echten Journalisten unwürdig) und die meisten Menschen und Schalke-Fans fallen darauf herein und glauben das auch noch. Es ist echt schade. Ich wüsste jetzt aber auch nicht, wie ich das als Vorstand Kommunikation ändern würde. Kritische Journalisten aussperren geht nicht. Sie auf teure Reisen oder Sexparties einladen auch nicht. Journalisten schreiben solche Artikel heutzutage, weil es nur noch auf Klick-Zahlen ankommt. Je polemischer, desto mehr Klicks (und das gilt natürlich nicht nur bei Schalke und Fußball, sondern auch in allen anderen Lebenslagen). Da kannst du nicht viel machen, außer versuchen, die Fakten selbst zu finden. Das ist natürlich sehr schwer und für uns kaum machbar. Die einzigen Fakten, die mir gesichert vorliegen, sind die Platzierungen der vergangenen Jahre und die Schalker Bilanzen. Und da sieht man nach meiner Meinung, dass es grundsätzlich in die richtige Richtung geht, und nur das letzte Jahr ein Ausreißer war. Ich hoffe, dass wir in der kommenden Saison wieder erfolgreich sind, und dann kann auch HH auf Vertragsverlängerung hoffen, die ich dann befürworten würde. Wenn die Mannschaft nochmal versagt, dann wird es für HH natürlich sehr schwer…

  32. Rainer sagt:

    Bei aller berechtigter Skepsis – „Entscheident is auff´m Platz“ – Lasst Sam im ersten Spiel ein Tor schießen und dann im zweiten noch eins. Dann haben Trainer und Manager alles richtig gemacht. Ich finde, wir sollten mit unserem Urteil die ersten Pflichtspiele abwarten und uns nicht jetzt schon mit Kassandrarufen überbieten.

  33. leoluca sagt:

    @Alex
    Entschuldige bitte die harten Worte: aber wer diesen 11-Freunde-Text über Schalke als „übelsten Dreck“ bezeichnet, hat ein ziemlich gestörtes Verhältnis zur Pressefreiheit. Was meinst du? Sollen die 11-Freunde besser die Pressemitteilung des Vereins abdrucken?

    Natürlich spricht Horst Heldt auf der hochoffiziellen Vereinshomepage anders, viel formaler und diplomatischer über den möglichen Draxler-Transfer als man dies in den Blogs, Zeitungen und auch hier tut. Und natürlich darf Heldt nicht alles sagen, was er weiß und denkt.

    Aber warum er in seinem offiziellen Statement zu den Verhandlungen über Julian Draxlers Zukunft nicht ein Wort darüber verliert, wie ungemein wichtig es für Schalke wäre, wenn Julian bleiben und man mit ihm die Mannschaft neu bauen würde, das verstehe wer will. Ich verstehe diesen Faux pas von Heldt als eine einzige Überforderung auf dieser verantwortlichen Position. Diese grandiose Mittelmäßigkeit reitet uns immer weiter ins Unglück, das befürchte ich. Heldt hat nicht genug Kompetenz und Leidenschaft für Schalke.

  34. Alex sagt:

    Moment, leoluca. Ich habe definitiv kein gestörtes Verhältnis zur Pressefreiheit. Ganz im Gegenteil, ich halte sie für das wichtigste Gut unserer Demokratie. Der Ehrenkodex der Journalisten verlangt jedoch wahrheitsgemäß und meinungsfrei zu berichten, Kommentare sind als solche deutlich kenntlich zu machen. Presse- und Meinungsfreiheit gehen übrigens einher und deshalb darf ich diesen Artikel sehr wohl kritisieren, wobei meine gewählten Worte sehr schlecht waren („übelster Dreck“, und ich mich damit zu ähnlichen Schimpftiraden, wie sie HH einstecken muss hab hinreißen lassen). Dass er von dem von mir durchaus gemochten Magazin 11Freunde stammt, ist umso trauriger. Wobei gerade deren Liveticker natürlich für lustige Überzogenheit und Satire steht. Dieser Artikel ist nach meiner Interpretation jedoch ernst gemeint und genau das kritisiere ich. Der Satz „Längst herrscht wieder das königsblaue Chaos.“ wird im Anschluss mit allerlei Spekulationen bewiesen. Sprich, es gibt keinen Beweis! Aber trotzdem wird diese üble Meinung einfach so gedruckt. Dagegen sind die „Pressemitteilung“ des Vereins, aber auch die Interviews verschiedener Presseorgane mit Horst Heldt sehr sachlich. Natürlich soll 11Freunde nicht die PM des Vereins nachdrucken, sondern selber unabhängig recherchieren. Das ist Journalismus. Journalismus ist nicht, wild zu spekulieren, und an den Haaren herbeigezogene Gerüchte zu verbreiten.

    Und dass Heldt alles andere als ein Kommunikationsprofi ist, habe ich ebenfalls schon geschrieben. Aber auch hier herrscht wieder ein typisches Dilemma: Man stelle sich mal vor, Heldt würde das ebenfalls einsehen und würde die Sparte abgeben, zum Beispiel an einen neuen Vorstand, oder vielleicht an Herrn Jobst. Alle Medien würden sofort über ihn herfallen und von Machtverlust sprechen. Dass dieser Schritt sinnvoll sein kann, weil ein Vorstand Sport (gerade in der heutigen Zeit) bestimmt schon Fulltime-Job genug ist, wird wahrscheinlich nur ein seriöses Blatt bemerken. Es kann natürlich auch sein, dass HH selbst so etwas als Machtbeschneidung sieht, man weiß es nicht.

  35. JekHyde sagt:

    Hallo zusammen,

    ich verfolge diesen Blog jetzt schon seit einigen Monaten sehr intensiv und habe beschlossen jetzt auch mal meinen Senf mit in den Topf zu werfen.

    Zur Personalie Sam (die ja hier immer wieder als akuter Beweis für die vermeintliche Unfähigkeit von unserm Horstl herangezogen wird) kann man stehen wie man will, aber ich meine mich doch sehr deutlich zu erinnern, dass durch Heldt immer wieder betont wurde das ein neuer Trainer Ihn überzeugen könnte doch noch einmal mit den suspendierten Spielern zu arbeiten.

    Nichts anderes ist in meinen Augen, in diesem Fall passiert. Der Spieler ist (zugegeben zu einem Zeitpunkt als er selbst gemerkt haben muss, dass er auf dem Transfermarkt nichtmal mehr mit der Kneifzange angefasst wird) auf unseren Trainer zugegangen und hat Besserung gelobt. Dieser hat dann ja nach offizieller Verlautbarung die Hälfte der Angestellten befragt um DANN an Horst Heldt heranzutreten.

    Ich möchte hier nur das Management ein Stück weit aus der Schusslinie nehmen. Es gibt durchaus noch andere Verantwortungsträger auf Schalke als den Horst und den Clemens. Auch wenn Breitenreiter naturgemäß noch Welpenschutz genießt, sehe ich die Begnadigung von Sam doch in erster Linie als eines der ersten Ausrufezeichen von Breitenreiter.

    Was die Begnadigung am Ende bringt (im positivem wie im negativen), daran wird sich in meinen Augen Breitenreiter messen lassen müssen…

  36. Ney sagt:

    Dass Teile (!) von „die Medien“ auf die ödest-vorhersehbare Weise aus ganz unterschiedlichen Sachverhalten (Kehrer, Sam, Draxler) eine Chaosklub-Story drechseln, ist soweit o.k., weil das ihrs ist. Meins ist das nicht so.

    Dass Teile (!) von „die Fans“ aus jedem Sommerloch-Furz eine Heldtversagen-Story drechseln, ist erwartbar, teilweise aber befremdlich.

    Mit den hier versammelten, entsprechend berufserfahrenen und sturmerprobten Sportmanagement-, Sportkommunikations- und Sportsport-Koryäphäen kann ich leider nicht mithalten, aber man sollte vielleicht, bei aller sachlich berechtigten Kritik an der Schalker Strategie insgesamt (Torsten gibt da meines Erachtens ein 1a Vorbild) überlegen, ob das spezifische Heldt-Bashing („ogott. ein Schalker Spieler verhandelt mit dem Provinzverein Juventus! was hat Heldt alles falsch gemacht?! – „Und seine Reden schreibt er auch nicht Wort für Wort selbst. Da sieht man aber mal!“) noch ausreichend rationalen Kriterien folgt.

  37. derwahrebaresi sagt:

    @schalkefan
    Aus meiner Sicht verbietet es sich, sich diesen „Nickname“ zuzulegen!

  38. Alex sagt:

    Ich stimme dir zu, aber du solltest erklären, warum… schalkefan war ein Blogger der vor zwei Jahren plötzlich und sehr jung gestorben ist. Sein Blog ist noch unter schalkefan.de zu finden.

  39. schalkoholiker sagt:

    Ihr Königsblauen.
    Ich habe einige Jahre in Berlin gelebt; in einem heruntergekommenen Altbau mit Charme. Beim Blick aus dem Fenster hatte ich ein wunderschön saniertes Gebäude vor der Nase, aber ohne Ecken und Kanten. Meine hobbyphilisophische Glanzleistung war die Frage: Ist es besser, in einem langweilig-schönen Haus mit Blick auf eine hässlich-interessante Ruine zu wohnen – oder umgekehrt?

    Die aktuelle Diskussion erinnert mich an diese Situation. Von außen betrachtet ist Schalke derzeit bei weitem kein Juwel. Aber es lebt! Wie man an dieser Diskussion hier sehen kann. Und das ist mir bei allem Übel lieber als eine klare Linie á la Wolfsburg – die niemanden interessiert oder gar elektrisiert.

    Schalke ist Kreisel, Schalke ist manchmal Chaos – es ist herrlich unperfekt . Und genau deshalb überraschend faszinierend und manchmal überwältigend – wie 97 oder 01. Mir ist das allemal lieber als die glattpolierten Marketingmaschinen – denen S04 so wunderbar dilettierend hinterherkreiselt.

  40. Rjonathan sagt:

    @Theo

    Die erforderlichen Schritte wären doch zunächst die Festlegung einer Spielphilosophie, dann die Verpflichtung eines passenden Trainers und anschließend die gemeinsame Ausrichtung des Spielerkaders mit Manager und Trainer an die festgelegten Vorgaben.

    Ähhh… Theo, du hast mitbekommen, dass Heldt diesen Sommer GENAU DAS gemacht hat?? Er hat gesagt er möchte offensiven Pressingfußball haben, weil das die Fans wollen. Und hat einen Trainer eingestellt, der das auch sagt.

    @Kommunikation
    Echt witzig, dass einige Heldt jetzt vorwerfen einen Profi für die Rede an Bord geholt zu haben. Es wurde doch immer gefordert, dass er sich professionelle Hilfe holt. Aber Hauptsache Heldt ist doof.

    @Sam
    Apropos „Hauptsache Heldt ist doof“: Im Fall Sam hat Heldt auf seinen Trainer gehört. Es wurde schon diverse Male gefordert, dass er diesen bitte entscheidend in die Kaderplanung einbindet. Jetzt wird ihm daraus wieder ein Strick gedreht. Bis hin zu dem vollkommen abstrusen Vorwurf, er stehle sich damit aus der Verantwortung. Einfach noch mal den Text auf der Homepage bis zum letzten Satz lesen…
    Fehlerfrei sehe ich Heldt in der Situation trotzdem nicht. Die Suspendierung und die schnelle Kommunikation bei der Vorstellung von Breitenreiter waren nicht weitsichtig. In der aktuellen Situation kann ich ihm allerdings nichts vorwerfen.

    @Draxler
    Auch hier lustig: ist ein Spieler begehrt, haben wir ihm den Popo nicht genug gepudert. Ist er nicht begehrt, haben wir ihn kaputt gemacht. So wird aus jeder Situation ein Versagen. Kann man machen. Oder man kann feststellen, dass Draxler noch gar keinen Wechselwunsch geäußert hat. Und dass Schalke noch gar keine Ablöseforderung gesellt hat. Dass es Stand jetzt nur ein konkretes Vertragsangebot von Juve an Draxler gibt und sonst nix. Aber das wäre vielleicht einfach nicht „Heldt ist doof“ genug.

  41. Rainer sagt:

    @ schalkoholiker:

    „Schalke ist Kreisel, Schalke ist manchmal Chaos – es ist herrlich unperfekt . Und genau deshalb überraschend faszinierend und manchmal überwältigend – wie 97 oder 01. Mir ist das allemal lieber als die glattpolierten Marketingmaschinen – denen S04 so wunderbar dilettierend hinterherkreiselt.“

    Ich finde, viel schöner kann man das nicht sagen.

    Darum bin ich Schalkefan.

  42. leoluca sagt:

    @Rjonathan

    Wir wissen natürlich nicht, ob es bei Julian Draxler einen Wechselwunsch wirklich gibt. Warum er aus einem anderen als diesem Grund mit Juve in die Verhandlung geht, müsste dann allerdings erklärt werden.

    Julian Draxler ist ein Problemfall auf Schalke, ich denke, das können wir nicht bestreiten. Schalke hat seinem Riesentalent, seit Manuel Neuer unserem größten, viel zu wenig an Entwicklungsmöglichkeiten geboten und dafür ist natürlich das Management verantwortlich. Unter Magath mutig in die Umlaufbahn geschossen, hat sich Draxler, wenn ich es richtig sehe, unter den letzten drei Trainern nicht wirklich weiter entwickelt. Wir warten seither irgendwie darauf, dass er explodiert, dass er endlich über eine längere Strecke zeigt, was er kann. Und immer wieder hat Julian zu erkennen gegeben, wie unzufrieden er mit seiner Situation ist. Teils hat er sogar bestimmte Transferaktionen kommentiert, wenn er sie für falsch hielt (Raffael zum Beispiel). Da käme der Wechselwunsch so überraschend nicht – abgesehen von dem Hinweis in Torstens Kommentar, dass Schalke womöglich die Kohle dringend braucht, um die inkonsequente Personalpolitik zu finanzieren.

    Julian Draxler sieht offenbar seine Zukunft am besten auf der 10er-Position, worin Breitenreiter ihm nicht zu folgen scheint. Könnte auch ein Problem sein …

  43. rjonathan sagt:

    @leoluca
    Ja, ich denke die 10er-Nummer könnte der Knackpunkt sein. Ich glaube aber, dass die Einschätzung unserer Trainer richtig ist. Draxlers größte Stärke ist die hohe Geschwindigkeit mit Ball eng am Fuß. Das kann er auf Außen besser als auf der Zehn einbringen. Wenn Juve ihm was anderes verspricht, soll er gerne versuchen Pirlos Erbe anzutreten. Ich glaube da nicht so recht dran, dass er (schon) ein genialer Regisseur ist.
    Und deswegen ist mMn diese Geschichte auch kein Fehler in der Personalpolitik. Wenn der Verein andere Vorstellungen hat als der Spieler, dann ist das eben so und dann stehen die Zeichen früher oder später auf Trennung.

    Eine andere Option ist es übrigens, seinen Marktwert zu testen um eine Gehaltserhöhung zu verlangen. Auch das wäre ein Grund mit Juve zu sprechen.

    Die Einschätzung, dass die mangelnde Entwicklung bei Draxler Schuld des Vereins bzw. der Transferpolitik ist, kann ich nicht 100% nachvollziehen. Na klar leidet seine Karriere auch unter dem Trainer-hin-und-her. Bei der Verlängerung seines Vertrages hat man ihm aber auch alles nach seinen Wünschen eingerichtet gehabt und dann kam die große Formkrise, weil der Druck zu groß war. Aber seine Karriere stagniert doch nicht, weil man Raffael nicht geholt hat?!

  44. rjonathan sagt:

    @Torsten
    Und noch eine Anmerkung zu der Transferbilanz im Text. Was mir an der Darstellung nicht gefällt, ist, dass sie nur die Fehlschläge aufzählt. Spieler die wir erfolgreich in unsere Mannschaft integrieren konnten und die heute mit Sicherheit einen höheren Marktwert haben als den Einkaufspreis unterschlägst du dagegen. Oder die Spieler wo der Marktwert jetzt aufgrund ihres Alters nicht mehr so hoch ist (Farfan, Huntelaar). Wir sind meiner Meinung nach recht erfolgreich darin, solche Spieler zu halten und das ist auch eher der Anspruch der Führung als Talente möglichst zu versilbern. Von einer solchen Strategie war nie die Rede.
    Liste: Uchida (1,3 Mio), Huntelaar (14 Mio), Höger (1.500.000), Fährmann (ablösefrei), Neustädter (ablösefrei), Goretzka (3,5 Mio), Chuopo-Moting (ablösefrei), mit Abstrichen auch Aogo (2,4 Mio).

  45. Philipp sagt:

    Nix gegen Santana, aber auch er hatte seinen Anteil an der besten Rückrunde aller Zeiten!

  46. BlueNote sagt:

    Diverse Medien berichteten heute Morgen übereinstimmend, dass Di Santo von Werder kommen soll. Ist das ein Haihappen oder ein Volltreffer? Hm…

  47. klopenner sagt:

    Ist das ein Haihappen oder ein Volltreffer?

    Auf jeden Fall war es für Werder einer der wenigen Volltreffer der letzten Jahre.
    Ich hätte nichts dagegen

  48. Chris sagt:

    Na ja. Wollte HH nicht mehr auf den Charakter der Neuverpflichtungen achten? So wie sich di Santo gegenüber Werder verhalten hat, ist das mehr als zweifelhaft. Also wieder ein typischer Heldtransfer.

    Auf der anderen Seite. Wenn Di Ospeo kommt, kann ja nichts mehr schief gehen…

  49. Ney sagt:

    ( snip…ich geb’s auf…)

  50. Manfred sagt:

    Willkommen im Klub, Ney.

  51. leoluca sagt:

    Nimmt der Kader jetzt also Form an? Fährmann, Caicara, Höwedes, Matip, Kola, Höger, Geis, Meyer, Goretzka, Huntelaar, Di Santo (Nastasic, Choupo, Sane, Sam, Riether etc.)

    Kann da leider keine Spitzenmannschaft erkennen.

    Dass nach Farfan auch Draxler gehen wird, dafür spricht nach neuen Gerüchten viel. Boateng, Neustädter und Aogo stehen angeblich auf Heldts Verkaufsliste.

  52. Henning sagt:

    Für einen Abschied von Draxler spricht m.E. überhaupt nicht viel. Worauf beziehst du dich konkret?

  53. hellwach sagt:

    Der Transfer von di Santo ist ein erneutes Zeugnis für Heldts katastrophale Kommunikation. Ein Transfer, mitten in der Transferperiode, zu dem es keine Gerüche gegeben hat. Nicht einmal neue, so wie bei Draxler. Und wieso gibt es keine Spekulationen um die Höhe der Ausstiegsklausel bei Sané? Und warum steht Santana angeblich nicht mehr auf Heldts Verkaufliste? Gibt es dazu Gerüche?

    Mir stinkt sowas.

  54. westecke sagt:

    @ hellwach: 100% zustimmung
    berechtigte kritik an der transferpolitik ist ja ok. aber die kommentare hier machen mich langsam sprachlos. man hat das gefühl, dass einige sich hier gerne vor den karren derjenigen journalisten spannen lassen, die permanent unruhe stiften wollen. kann es euch heldt noch irgendwie recht machen?
    die bisherige transferbilanz ist doch erst einmal ok: zwei neue rechte verteidiger, ein stümer, der auch mal nen freistoss treten kann, ein neuer sechser, der potential hat. passt doch. sam begnadigt, was eh ok ist, da KEINER von uns weiss, warum er überhaupt suspendiert wurde.
    und bei draxler kann man doch auch nicht beurteilen was dahinter steckt. mediales störfeuer oder macht sich hier wieder ein berater wichtig.
    spieler kommen, spieler gehen.

  55. leoluca sagt:

    @Hennig.
    Beziehe mich darauf: http://www.goal.com/de/news/36.....ID=HP_HN_1

    @hellwach. Wäre schön, wenn du mit deiner Ironie richtig liegen würdest. Leider sieht’s anders aus.

    Zum Thema Riether schreibt die SZ heute:

    „Zu den guten Nachrichten gehört ebenfalls, dass der SC den altgedienten Spieler Sascha Riether noch von der Gehaltsliste bekam. Das Eigengewächs hätte sich nach einer desaströsen Vorbereitung wohl mit einem Tribünenplatz anfreunden müssen. Dass ihn stattdessen nicht irgendein Drittligist, sondern Schalke verpflichtete, hat im Badischen für freudige Verwunderung gesorgt.“
    http://www.sueddeutsche.de/spo.....-1.2581136

    Reviersport heute:

    „Wie RevierSport erfuhr, sind mehrere polnische Klubs auf Daniel Koseler aufmerksam geworden. Der 19-Jährige, der jüngst mit der U19 Deutscher Meister wurde, und zuletzt auch im Sommer-Trainingslager der Profis mit von der Partie war, soll sich vom 27. Juli bis zum 1. August beim polnischen Erstligisten Górnik Leczna vorstellen. ‚Davon weiß ich nichts‘, lautete Oliver Ruhnerts, Sportlicher Leiter der Knappenschmiede, Kommentar. RS liegt jedoch die offizielle Einladung für Koseler aus Leczna vor. Die Schalker müssten dem gebürtigen Marler Koseler jedoch noch eine Trainingserlaubnis aushändigen. Neben Leczna soll auch Cracovia Krakau großes Interesse an dem Rechtsverteidiger bekunden. Koseler war einer der Leistungsträger im Meister-Team von Norbert Elgert und soll einen Wechsel zu einem Profiverein gegenüber der Schalker Regionalliga-Reserve favorisieren. Koseler liebäugelte mit einem Kaderplatz bei den Profis, doch die Sportliche Leitung der Knappen holte den erfahrenen Sascha Riether als Back-Up für die Rechtsverteidiger-Position. Der Defensiv-Spezialist ist seit 2009 auf Schalke und besitzt noch bis zum 30. Juni 2017 einen Vertrag bei den Königsblauen.
    http://www.reviersport.de/3097.....juwel.html

    Ja, ja, die Lügenpresse.

  56. Raul 04 sagt:

    super Info, da bin ich ja mal gespannt, was der Riether bei Schalke bringt. Am besten finde ich sowieso die Einschätzung von HH in neutralen Blogs z. B. wenn sich zu seiner Personalpolitik bei Stuttgart deren Fans trotz Meisterschaft äußern. Auf jeden Fall kann man davon ausgehen, dass HH, da er mehr sich selbst als S04 „retten“ will, die Kreditkarte nun noch bis zum Glühen bringen wird, weil wenn er jetzt nicht zufällig noch die Königstransfers trifft, ist er zum Saisonende weg.

  57. Rjonathan sagt:

    @leoluca
    Ich sehe Riether ganz klar als Backup von Caicara bis Uchida wieder da ist. Also hoffentlich bis Winter. Darüber hinaus hat der Trainer Routine im Kader gefordert. Koseler statt Riether wäre keine Option gewesen. Einzig den doofen Spruch von Heldt, dass er Caicara Konkurrenz machen soll und nicht nur als backup kommt, finde ich wieder schrecklich. Er setzt da jetzt öffentlich schon wieder Maßstäbe an, die am Ende nie und nimmer eingehalten werden können. Hoffen wir einfach dass Caicara fit und formstark bleibt.

    Dass Koseler auf einen Platz gehofft hat und diesen nicht bekommt liegt jedenfalls sicherlich an anderen Dingen als dem Riether Deal. Wenn man ihn für gut genug halten würde, dann wäre er hochgezogen worden. Vielleicht irrt man in dieser Einschätzung, aber das ist dann wohl erst in 5-10 Jahren klar. Ich habe jedenfalls nicht das Gefühl, dass bei uns mit Supertalenten schlecht umgegangen wird.

  58. leoluca sagt:

    @Rjonathan

    Ich sehe keine gute Linie in der Arbeit mit den Juwelen der Knappenschmiede und kann inzwischen besser verstehen, warum Norbert Elgert damals im Juni, kurz vor der letzten MV mit seiner Unzufriedenheit über eine schlechte Kommunikation mit der Jugendabteilung an die Öffentlichkeit ging. Wie um das zu bestätigen, wurde dann ausgerechnet Uwe Kemmer, der sich in den vergangenen Jahren sehr für eine stärkere Position der Knappenschmiede im Verein engagiert hat, nicht mehr zur Aufsichtsratskandidatur zugelassen.

    Frage:

    Woher nimmst du nun die Sicherheit, dass es einen Zusammenhang von Riether-Transfer und Koselers Wechselwunsch nicht gibt? Zeitlich jedenfalls gibt es ihn.

    Auch die Causa Kehrer, um dessen Verbleib Schalke nicht kämpft und wirbt, sondern sich damit begnügt, ihm die vertraglichen Folterinstrumente zu zeigen, macht auf mich nicht den Eindruck einer durchdachten Personalarbeit.

    Felix Platte wiederum, der seit einer Saison dem Profikader angehört und nach zwei ziemlich guten Spielen in der vergangenen Saison aus unerfindlichen Gründen schnell wieder auf der Bank saß und versauerte, Platte nun setzt man einen 6-Mio-Transfer vor die Nase. Warum?

  59. rjonathan sagt:

    @leoluca

    Da habe ich mich vielleicht unglücklich ausgedrückt. Den Zusammenhang kann es in den Augen Koselers durchaus geben. Von der sportlichen Führungsriege erwarte ich allerdings nicht, auf Teufel komm raus Jugendspieler zu integrieren. Wenn diese nach der fachmännischen Beurteilung der Beteiligten noch nicht so weit sind, in den Profi-Kader zu kommen (bzw. einen Stammplatz zu ergattern im Fall von Platte), dann sollten sie das auch nicht. Wenn ein Spieler auf diese Entscheidung zickig oder ungeduldig reagiert, dann liegt der Ball möglicherweise auch beim Spieler. Das lässt sich von außen jedenfalls nicht so einseitig beurteilen. Speziell im Fall Riether gilt auch noch, dass der Trainer Erfahrung als Anforderungsprofil gefordert hat.

    Ähnlich sehe ich das bei Kehrer. Soll man jemandem, der sich so verhält Puderzucker in den A*** blasen? Er hat im Profifußball noch nichts geleistet und bringt so einen Diva-Move. Da muss man gegenüber jungen Menschen auch mal harte Kante zeigen.

    Norbert Elgert hatte sich ja vor allem nicht darüber beschwert, dass seine Jungs zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, sondern, dass Di Matteo ständig Spieler aus seiner Mannschaft abberufen hat und das nie mit ihm besprochen hat. Da wurde ihm sozusagen „zu viel“ bzw. „zu viel an ihm vorbei“ integriert.

    Im Allgemeinen habe ich (noch?) nicht das Gefühl, dass die Jugend zu kurz kommt. Letzte Saison war in der Sommerpause auch nicht von Sané die Rede. Es werden ständig Spieler hochgezogen. Sicherlich auch nächste Saison wieder.

  60. Torsten sagt:

    Ich bin ein bisschen spät dran mit meinen Antworten, sorry. Aber ein paar Punkte möchte ich trotzdem nochmal aufgreifen.

    Wie so oft kann man dem Autor zustimmen. Aber wie so oft fehlt halt einfach auch, dass er den Haupt-Verantwortlichen dafür, also Ross und Reiter, nennt: Horst Heldt.

    Ich sehe Horst Heldt nicht als den Alleinschuldigen und habe ihn deshalb nicht explizit genannt. Dass er für vieles die Verantwortung trägt ist wohl jedem klar. Deshalb ist das Ergebnis oben „ein kritischer Text, ohne eine bestimmte Person ans Kreuz zu nageln“.

    Hier mal ein Zitat dazu eines nicht näher genannten (früheren) Aufsichtsrats eines bekannten deutschen Profivereins …

    Irgendwie ein bisschen unwürdig, Roman. Das Zitat ist Gepöbel und der Pöbelnde steht nicht mal mit seinem Namen dafür. Durch diese Unbekannte lässt sich der Kontext auch nicht einschätzen. So ist das irgendwie gar nix.

    die Hektik wird von außen an uns herangetragen

    Nein, ich denke das ist falsch empfunden. Ich habe auch ab und an den Eindruck, dass Schalke für manche Medien ein beliebteres Ziel als andere Clubs ist. Aber dafür sorgt S04 nunmal leider immer wieder selbst. Schalke stellt sich bewusst „laut“ auf den Tisch, Heldt gibt nach nicht gelungenen Spielen bewusst den Polterer, Tönnies setzt sich bewusst regelmäßig in den „Doppelpass“, Schalke schickte bewusst diese albernen Draxler-LKW auf Tour. Schalke ist in seinem ganzen Wirken aufgeregt und Hektik pur. Das muss nicht von außen angetragen werden. Für die von außen reicht, wenn sie mit dem Finger draufzeigen.

    Echt witzig, dass einige Heldt jetzt vorwerfen einen Profi für die Rede an Bord geholt zu haben. Es wurde doch immer gefordert, dass er sich professionelle Hilfe holt.

    Ich denke auch, dass es absolut richtig ist, sich da professionell helfen zu lassen. Sich bei einer Rede helfen zu lassen bedeutet ja nicht, dass man Inhalte geschenkt bekommt. Wir sollten davon ausgehen, dass die Rede von einem Profi gut geschrieben wurde, und dass sie inhaltlich den Gedanken Horst Heldts entsprach.

    Oder man kann feststellen, dass Draxler noch gar keinen Wechselwunsch geäußert hat. Und dass Schalke noch gar keine Ablöseforderung gesellt hat. Dass es Stand jetzt nur ein konkretes Vertragsangebot von Juve an Draxler gibt und sonst nix.

    Ein Club gibt kein Angebot für einen Spieler an einen anderen Club ab, ohne zuvor bei der Spielerseite ein grundsätzliches Interesse erfragt zu haben. Und dass Draxler keiner Zeitung zum Thema was gesagt hat ehrt ihn, m.E.. Dass er „keinen Wechselwunsch geäußert hat“ hat damit aber nichts zu tun.

    Was mir an der Darstellung nicht gefällt, ist, dass sie nur die Fehlschläge aufzählt. Spieler die wir erfolgreich in unsere Mannschaft integrieren konnten und die heute mit Sicherheit einen höheren Marktwert haben als den Einkaufspreis unterschlägst du dagegen […] Liste: Uchida (1,3 Mio), Huntelaar (14 Mio), Höger (1.500.000), Fährmann (ablösefrei), Neustädter (ablösefrei), Goretzka (3,5 Mio), Chuopo-Moting (ablösefrei), mit Abstrichen auch Aogo (2,4 Mio).

    Ich denke nicht, dass Huntelaar, Neustädter und Aogo heute mehr wert sind als zu dem Zeitpunkt, als sie zu S04 kamen. Goretzka muss erst noch richtig ankommen, dass S04 an ihm schon irgendwas entwickelt hätte sehe ich nicht. Ähnlich sehe ich es bei Choupo Moting. Wirklich besser von Leistung und Wert wurden in ihrer Zeit auf Schalke Uchida, Höger und Fährmann. Arg wenig, finde ich.

    Ich sehe keine gute Linie in der Arbeit mit den Juwelen der Knappenschmiede und kann inzwischen besser verstehen, warum Norbert Elgert damals im Juni, kurz vor der letzten MV mit seiner Unzufriedenheit über eine schlechte Kommunikation mit der Jugendabteilung an die Öffentlichkeit ging. Wie um das zu bestätigen, wurde dann ausgerechnet Uwe Kemmer, der sich in den vergangenen Jahren sehr für eine stärkere Position der Knappenschmiede im Verein engagiert hat, nicht mehr zur Aufsichtsratskandidatur zugelassen.

    Norbert Elgert war sauer auf Di Matteos Praktik, Jugendspieler ohne Absprache aus seiner Mannschaft zu den Profis abzuziehen, und Uwe Kemmer wurde Opfer der politischen Richtung des Wahlausschusses. Ich glaube, abgesehen von Hoffenheim hat bei keinem Bundesligisten die Jugendabteilung ein besseres Standing als auf Schalke.

    Platte nun setzt man einen 6-Mio-Transfer vor die Nase. Warum?

    Weil Schalke erfolgreich sein muss. Weil das nur mit Talenten nicht geht. Du selbst (leoluca) führst oben Spieler auf und schreibst dazu „Kann da leider keine Spitzenmannschaft erkennen“. Spitzenmannschaft fordern und Transfers gegenüber Jugendeinsatz kritisieren passt m.E. nicht zusammen.

  61. markus04 sagt:

    Nur mal so am Rande: Huntelaar und Uchida sollte man aus HHs Transferbilanz ganz rauslassen, da sie nich von Felix Magath gekauft wurden. Seit wann Höger am Schalker Markt ist weiß ich nicht genau, meine aber er sei auch noch von FM geholt worden.
    Ob di Santo wirklich der Kracher wird….. Lasst uns doch einfach mal abwarten. Bis jetzt verhalten sich Viele wie in den letzten Jahren bei den Transfers von Szalai, Sam und Barnetta…erst himmelhoch jauchzend und dann….

  62. blues sagt:

    Ich weiß nicht recht, ob ich mir den Schalker Kreisel kaputtmetaphern lassen soll. ;-)

    Vor dem Hintergrund des Drucks auf Schalke, der Aufregungsgemeinschaft, der Schulden und dem großen Rad das Schalke aus unterschiedlichen Gründen dreht, machte Heldt aus meiner Sicht bisher nur einen wirklich richtig großen Fehler, der hieß Di Matteo. Bei diesem Einkauf kreiselte am Ende nicht mal mehr der Ball und es drehte sich schließlich nur noch der Betonmischer. Der Fehleinkauf wurde als solcher registriert und es geht nun mit dem seit Jahren spielerisch offensivsten Konzept (seit Rangnick) in die neue Saison.

    Gelingt der spielerische Turnaround vom tendenziell defensiven Fußball der letzten Jahre zu einem offensiver ausgerichteten Spiel unter dem neuen Trainer in der kommenden Saison, wird die Ära unter Heldt die sportlich (mehrere CL-Teilnahmen) und wirtschaftlich (Schuldenabbau) erfolgreichste Phase der letzten 15 Schalker Jahre sein.

  63. Ney sagt:

    Die Zeiten, als wir die Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren stellten, fand ich aber auch nicht schlecht.

    Herzerfrischenden und erfolgreichen Defensivfussball könnte ich durchaus ertragen.

  64. blues sagt:

    @Ney
    Hätte auch nichts dagegen, wenn es Breitenreiter gelingen würde, das Beste aus der defensiven Zeit in die neue Zeitrechnung nach Di Matteo zu retten.

  65. Torsten sagt:

    „Herzerfrischender Defensivfußball“ ist großartig :-)

    Und Marco Höger wurde im Sommer 2011 geholt, als Heldt mit Rangnick den S04 gerade neu aufstellte .. vor dem neu Aufstellen, dem neu Aufstellen und dem jetzigen neu Aufstellen eben ;-)

  66. Manfred sagt:

    Wurde der Text hier schon verlinkt?
    http://gegendenball.com/united.....pa-league/
    Man kann ja wahrlich -zig verschiedene Sichtweisen haben und sogar versuchen, die alle irgendwie unter einen Megahut zu bekommen und man mag mit der einen oder anderen dort dargelegten Ansicht nicht konform gehen (definitiv nicht), aber der Richtigkeit des Fazits vermag ich mich kaum zu entziehen. Will ich auch gar nicht.
    Ich erwarte einfach mal nix.

  67. Roman sagt:

    Ich möchte den Fokus gerne auch auf diesen Artikel lenken:

    http://www.fr-online.de/sport/.....28498.html

    Ich weiß, dass Horst Heldt derzeit von vielen Seiten gelobt wird, dass er die richtigen Stellen in der Mannschaft angeht und verstärkt (Rechtsverteitider Caicaras/Riether, 6’er Geis, Sturm Di Santo).

    Wenn man allerdings die Ablösesummen/Gehälter mit den Transfererlösen gegenüberstellt, kommt man auf ein Minus von etwa 16-18 Mio. Euro (vor allem, wenn man Nastasic auch noch als Transfer dazurechnet und irgendwie müssen ja auch die Abfindungen des Trainerstabs von Di Matteo finanziert werden). Fuchs und Barnetta entlasten zwar die Personalkosten, brachten aber keine Erlöse.

    Zitat aus dem Artikel: „Die große Sensation ist aber die Botschaft, die hinter der Schalker Absage (bzgl. des Draxler-Transfers gen Juventus) steckt: Die Verantwortlichen des FC Schalke, dessen Finanzen von außen nicht detailliert durchschaubar sind, glauben, die kommende Saison ohne Überschüsse aus dem Transfermarkt bewältigen zu können. Das ist bemerkenswert.“

    Ich finde das auch bemerkenswert, harre aber weiterhin der Dinge die da kommen, denn …

    „Wie sich dieses Transferminus schlüssig mit den enormen Personalkosten und der großen Lücke, die das Verpassen der Champions League reißt, verrechnen lässt, bleibt rätselhaft. Aber Heldt scheint eine Lösung zu kennen, anders lassen sich seine Absage an Juventus und sein zufriedenes Lächeln vom Montagabend nicht erklären.“

  68. Alex sagt:

    @Manfred: danke für den Link, der Artikel gefällt mir sehr gut. Er unterschlägt zwar Ralf Ragnick, für dessen (2.) Abgang Schalke nichts konnte (und meines Wissens auch keine verbrannte Erde hinterließ), aber ansonsten eine gute Analyse.

    @Roman: die Medien hacken schon immer gern auf uns herum, weil wir ja angeblich so überschuldet sind. Dass die größte Last dabei das abzuzahlende Stadion ist und dass die Vereinswerte die Schulden bei weitem übertreffen wird unterschlagen. Schalke bekommt seit Jahren ohne Auflagen die BuLi-Lizenz und es wird nach meiner Meinung sehr gute Arbeit im Bereich Finanzen geleistet (von einem ehemaligen Journalisten Peter Peters!).

    Aber zu Horst Heldt: ich bin nicht der Meinung, dass alle Transfers zusammen in Summe 0 oder einen Überschuss ergeben müssen. Klar wäre das schön, aber es besteht keine Not dazu. Ich finde jedenfalls nicht, dass man Draxler unter Wert verkaufen sollte, nur um die Transfersumme etwas aufzuhübschen. Eine negative Transferbilanz hat es schon häufig gegeben und ist immer eine Investition in die Zukunft. Denn die Hoffnung ist natürlich, dass die Spieler entsprechend einschlagen und Schalke damit in der UEL weiter kommt (jede Runde weiter bringt viel Geld) und in der BuLi wieder die CL-Plätze erreicht. Keine Investitionen zu tätigen, macht die Sache bestimmt nicht einfacher. Der Weg ist meiner Meinung nach richtig. Und schau dir doch mal die Bilanz von Bayern an… Klar, die haben Geld wie Heu und können sich Fehlschläge eher leisten, aber das liegt eben auch daran, dass sie immer und konsequent in ihre erfolgreiche Zukunft investieren.

    Und bis vor kurzem war auch Bayern noch verschuldet, aber sie haben mit ihren finanziellen Möglichkeiten ihr Stadion einfach schneller abbezahlt. Wie im richtigen Leben, wenn man sich sein eigenes Haus baut und dieses von seinem Gehalt als Allianz-Versicherungsmakler oder als Bergarbeiter finanzieren muss.

    Viele Grüße
    Alex

  69. Roman sagt:

    @Alex: Ich sehe, dass wir derzeit (!) ein Transferminus (inkl. Di Matteo-Abfindungen) von knapp/gut 20 Mio. Euro haben und wir haben diesmal keine CL, mit der wir das gegenfinanzieren können.

    Aber ich lasse mich gern überraschen, wie das gelöst wird. Mehr hab ich nicht gesagt.

    Ein Hacken der Medien auf Schalke 04 kann ich in diesem (!) Artikel nicht erkennen.

  70. Manfred sagt:

    Ich schon, da reicht allein die Überschrift.

  71. Roman sagt:

    Ach, Gottchen.

  72. Manfred sagt:

    Manfred reicht :P
    Findest du die nicht merkwürdig?

  73. Torsten sagt:

    Aber zu Horst Heldt: ich bin nicht der Meinung, dass alle Transfers zusammen in Summe 0 oder einen Überschuss ergeben müssen.

    Darum ging es auch nie. Es ging in meinem Text oben darum, dass es eher die Regel denn die Ausnahme ist, dass Spieler auf Schalke an Wert verlieren, weil sie nicht passen, weil nicht ihren Stärken entsprechend eingekauft/eingesetzt wurden.

    Schalke bekommt seit Jahren ohne Auflagen die BuLi-Lizenz und es wird nach meiner Meinung sehr gute Arbeit im Bereich Finanzen geleistet (von einem ehemaligen Journalisten Peter Peters!).

    Uff.

    Am 31. Dezember 2014 beliefen sich die Verbindlichkeiten des Konzerns Schalke 04 auf 203.996.284,85 Euro, das Eigenkapital betrug -72.368.220,86 Euro. Man hat die Stadt angepumpt (Stadionanteil-Verkauf an GEW), man hat die Fans angepumpt (Fananleihe), man hat erklärt dass man nie schuldenfreier Club, sondern „weiter ein fremdfinanzierter Verein“ bleiben wird. 2019 muss Schalke auf einen Schlag rund 60 Millionen Euro an Anleiheverbindlichkeiten zurückzahlen.

    Wie man das eine sehr gute Arbeit nennen kann … es ist mir ein Rätsel.

  74. McP sagt:

    Der Saldo aus Transfereinnahmen und-ausgaben ist doch nur ein Teilaspekt der finanziellen Welt. Selbst wenn Schalke hier 5 oder 10 Mio Miese pro Jahr macht, sind das nur 5 oder 10% des viel größeren Problems, der Gehaltsausgaben. Heldt hat vom ersten Tag seines Managerlebens bis heute nur eine Richtung gekannt: Gehaltskosten explodieren lassen.

    Eine alte Krämerweisheit ist: Im Einkauf wird der Gewinn gemacht. Wenn dort schon jeder Spieler mit Geld zu geschissen wird, ist es doch kein Wunder, wenn die Verkaufspreise tiefer liegen, als es wünschenswert wäre. Zumal wenn man sich regelmäßig zusätzliche Mali wie Verletzungsanfälligkeit und charakterliche Schwächen einkauft.

    In den goldenen CL-Jahren wurde praktisch kein Euro der Verbindlichkeiten extra getilgt. Man hat die Schulden so gut es ging bedient. Hier und da umgeschichtet, von niedrigen Zinsen sowie steigenden TV-Einnahmen profitiert und ansonsten Probleme auf die Zukunft verschoben. Schalke ist zum Glück extrem widerstandsfähig gegen Dummheiten. Aber wenn lange genug gepustet wird, fällt das Häuschen trotzdem um.

  75. RJonathan sagt:

    @Torsten
    So einfach ist das ja auch wieder nicht.

    Die Fan-Anleihe ist doch Teil des Umschuldungsprogramms. Und Umschuldung ist (ganz allgemein gesprochen) noch immer die schlauste Art, Schulden langfristig abzubauen, weil man dann keine Kürzungen in den laufenden Geschäftsausgaben machen muss. Wie man die Rückzahlung löst? Wenn die eine Anleihe ausläuft werden sie wahrscheinlich einfach die nächste ausgeben, vermute ich. ;-)

    Das Eigenkapital z.B. enthält NICHT den Marktwert von Draxler, Höwedes, Matip und allen anderen Eigengewächsen. Da Jugendspieler mit irgendeiner sechsstelligen Standard-Summe in der Bilanz stehen.

    Damit möchte ich nicht sagen: Ist ja alles rosig. Ich habe aber schon das Gefühl, dass die aktuelle Führung an einem mäßigen Abbau der Schulden arbeitet ohne zugleich den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Das ist ein Drahtseilakt. Und das kann langfristig wohl nur klappen, wenn sich die Investitionen in Jungstars und eigene Jugend in ein paar Jahren durch Erfolg und/oder Transfererlöse auszahlen. Und möglicherweise auch nur mit den „Schecks von Tönnies bei der DFL“. :-s

  76. Torsten sagt:

    Und das kann langfristig wohl nur klappen, wenn sich die Investitionen in Jungstars und eigene Jugend in ein paar Jahren durch Erfolg und/oder Transfererlöse auszahlen.

    Und eben da ist der Haken, denn wie McP über Dir schon bemerkte:

    In den goldenen CL-Jahren wurde praktisch kein Euro der Verbindlichkeiten extra getilgt. Man hat die Schulden so gut es ging bedient. Hier und da umgeschichtet, von niedrigen Zinsen sowie steigenden TV-Einnahmen profitiert und ansonsten Probleme auf die Zukunft verschoben.

    Schalke hatte in den letzten Jahren grandiosen Erfolg! Mehr wird es in Zukunft kaum werden können. Es ist eben nicht so, dass bei „mittelmäßigem Erfolg“ die Verbindlichkeiten normal bedient- und bei „großem Erfolg“ die Verbindlichkeiten flotter abgebaut werden. Es ist so, dass bei „großem Erfolg“ die Verbindlichkeiten bedient werden und bei „mittelmäßigem Erfolg“ Lücken klaffen.

    Reagiered, vom Anteil „Zufall“ im Fußball umhergeschubst. Immer von der Hand in den Mund. So wie beim Personal. Womit der Bogen zum Text oben geschlossen wäre.

  77. leoluca sagt:

    Vielleicht ist das „Von-der-Hand-in-den-Mund“ gar nicht so zufällig, wie es scheint, und viel systematischer, als man denkt. Egal, ob es um Finanzen oder Unternehmenskultur geht.

    Hier halte ich die (oben verlinkte) Analyse von Gegendenball für ziemlich bedenkenswert, wenn sie von einer Teile-und-herrsche-Strategie der Schalker Spitze redet, die einer Solidität in Vereinsleben und Konzeption entgegen steht. Einer, die den finanziellen Rahmenbedingungen entsprechen würde.

    Gegendenball schreibt:
    „Es geht auf Schalke vielmehr darum, die Sympathie der Öffentlichkeit auf sich ziehen zu wollen, indem man sich gegen andere wichtige Akteure des Vereins stellt, mit denen man eigentlich zusammenarbeiten sollte.“

  78. rjonathan sagt:

    Über die Aussagekraft von Transfer-Plus und -Minus ist hier ja schon genug gesagt worden. Abfindungen für Trainer (stehen bei uns ja sowieso sicher fest in der Finanzplanung), Handgelder und Gehälter werden dabei leicht vernachlässigt. Aber trotzdem fand ich das interessant:
    VOR dem Transfer von DiSanto waren die Ausgaben und Einnahmen aus Transfergeldern seit der Saison 11/12 (wo Neuer wegging) nach den Daten von transfermarkt.de ausgeglichen. 70,2 Mio ausgegeben, 70,33 eingenommen. Mit Di Santo dann aber 6 Mio mehr auf der Ausgabenseite.

    @Torsten
    In den Jahren seit Magath wurden doch schon Schulden abgebaut, oder liege ich da falsch? Vielleicht nicht so viele, wie man sich gewünscht hätte. Aber diesen mäßigen Abbau gibt es. Und wenn sich die Rezeptur verlängern lässt, und wir weiter auf dem Niveau mitspielen und auf dem Niveau abbauen, dann ist das der aktuelle Weg zu weniger Schulden.

  79. leoluca sagt:

    @Torsten.

    Ich bestreite nicht, dass die Knappenschmiede und die dafür Verantwortlichen im Club ein gutes Standing haben, wie Du sagst. Ich bezweifele aber, dass es eine durchgehend „gute Linie in der Arbeit mit den Juwelen der Knappenschmiede“ gibt, wie ich oben schreibe.

    Dafür nenne ich oben ein paar Beispiele (Kehrer, Koseler ..), die mich auf diesen Gedanken bringen. Ich könnte auch Max Meyer nennen, da ich hier ein Konzept zur Weiterentwicklung dieses großen Talents vermisse. Meyer wusste gegen Ende der vergangenen Saison überhaupt nicht mehr, wo seine Position im Team ist und welches Spiel man von ihm erwartet. So konfus spielte er auch.

    Bei Norbert Elgert habe ich damals etwas mehr als nur die Unzufriedenheit mit Di Matteos Praxis herausgehört, seine „Jungs“ ohne Absprache abzuziehen. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es aus der Knappenschmiede durchaus kritische Andeutungen in Richtung mangelhafter bzw. sich verschlechternder Kommunikation und Kooperation zwischen Nachwuchsabteilung und Profimanagement.

    Zu Felix Platte. Natürlich kann er kein Ersatz für unsere Hochkaräter sein, die Schalke unbedingt braucht, um erfolgreich sein und oben mitspielen zu können. Bisher Farfan, Boateng, weiterhin: Huntelaar, Draxler. Meine Bemerkung zu Platte bezieht sich ausschließlich auf die Verpflichtung von Di Santos, der für mich kein Spitzenspieler, sondern Ligamittelmaß ist, und den man jetzt diesem großen Talent vor die Nase setzt. Das verstehe ich nicht – und fürchte auch hier, dass es kein Entwicklungskonzept zu Platte gibt.

  80. Torsten sagt:

    Ich bezweifele aber, dass es eine durchgehend „gute Linie in der Arbeit mit den Juwelen der Knappenschmiede“ gibt, wie ich oben schreibe.

    Gut. Das liegt aber nun mal an den ständigen Trainerwechseln.

    Heldt ist Sportvorstand und Manager und sorgt dafür, dass die Jugendarbeit die Rahmenbedingungen erfährt, um gut funktionieren zu können. Außerdem sorgt er dafür, dass immer wieder die dort „produzierten“ Talente Plätze im Profikader erhalten. Wir können außerdem auch davon ausgehen, dass dieses Vorgehen auch Thema bei Verhandlungen mit Trainer ist, dass dieses Einbringen eigener Talente zur Arbeitsplatzbeschreiben des Trainerjobs auf Schalke gehört.

    Aber das Führen der Spieler und die Idee, wie sie auf dem Platz einzusetzen sind, ist eben doch Sache des Trainers. Max Meyer hat 63 Bundesligaeinsätze und beginnt nun die Saison mit seinem 3. Profi-Cheftrainer. Die ersten beiden waren nicht gut und hatten letztlich mehr mit sich selbst zu tun als eine Linie zu entwickeln. Das ist schlecht für Talente, da gebe ich Dir recht. Das ist aber natürlich auch schlecht für alle anderen Kicker des Kaders. Und damit sind wir auch gleich bei dem anderen Themenstrang in dieser Diskussion, denn …

    Aber diesen mäßigen Abbau gibt es. Und wenn sich die Rezeptur verlängern lässt, und wir weiter auf dem Niveau mitspielen und auf dem Niveau abbauen, dann ist das der aktuelle Weg zu weniger Schulden.

    … die Unstetigkeit auf der Trainerposition ist letztlich der beschissenen Finanzlage des Clubs geschuldet. Das „verlängern der Rezeptur“ heißt weiterhin, den Trainer zu wechseln um kurzfristen Erfolg über eine Entwicklung zu mehr zu stellen.

    Und nun tritt der Nächste an. Und es fühlt sich gut an. Aber natürlich hat „man die Champions League nicht aus den Augen verloren“. Und wenn der Trainer keine Ergebnisse liefert ist es plötzlich vollkommen egal, ob er Meyer weiterbringt und es Hoffnung geben könnte, dass es mit mehr Zeit mit den Talenten mal richtig gut werden kann. Dann wird der Kotlettekönig aus Rheda im Doppelpass wieder seine Macht demonstrieren und Heldt wird abrücken. Dann geht das Gezeter wieder los und der FC Schalke 04 wird mit einem kräftigen Rülpser auch Breitenreiter halb verdaut wieder ausspucken, wie er das mit mehr oder weniger allen Trainer getan hat.

    Mehr von mir dazu in meinem Text „Hoffnungslos“, vom 12. Mai.

    Breitenreiters einzige Chance auf ein längerfristiges Dasein als S04-Trainer sehe ich in der Abwahl Clemens Tönnies bei der nächsten JHV, inklusive einer anschließenden Veränderung der Kultur bezüglich der Führung in der Reihe AR > Vorstand > Sportliche Entscheidungen.

  81. Eigenart sagt:

    „Breitenreiters einzige Chance auf ein längerfristiges Dasein als S04-Trainer sehe ich in der Abwahl Clemens Tönnies bei der nächsten JHV, inklusive einer anschließenden Veränderung der Kultur bezüglich der Führung in der Reihe AR > Vorstand > Sportliche Entscheidungen.“

    Das wäre aber fatal. Nach der Diskussion im Mai hatte ich den Eindruck, es gäbe keine Alternative zu Tönnies. Damit ist seine Abwahl mehr als unwahrscheinlich. Heißt das denn nun wirklich, dass Breitenreiter nach einem – sagen wir mal – 7. Platz am Ende der Saison gehen muss?
    Ich mag das nicht glauben, vielleicht auch, weil Breitenreiter mir ein Trainer zu sein scheint, mit dem vieles möglich wäre.
    Ich hoffe immer noch, dass eine Allianz zwischen Heldt und Breitenreiter mit der Unterstützung des sportlichen Beirats vielleicht dazu führen kann, Tönnies Finger aus den sportlichen Entscheidungen herauszuhalten und endlich mal ein wenig mehr Kontinuität in die Arbeit des Vereins zu bringen. Vielleicht bin ja auch nur naiv…?

  82. Ney sagt:

    Wenn Tönnies dem Verein durch seine Gutsherrenart weiter schadet, sollte der Wahlausschuss im nächsten Jahr diese Kandidatur sorgfältig prüfen, ungeachtet der mit Sicherheit einsetzenden Bild-Kampagne („Tönnies, dessen Schecks in Frankfurt die Lizenz sichern“).

  83. Torsten sagt:

    @Ney:

    Das halte ich für undenkbar. Das würde sich für einen zu großen Teil der Vereinsfamilie zu falsch anfühlen. Nein, er muss schon wirklich abgewählt werden, damit es danach vernünftig weitergehen kann.

  84. Rjonathan sagt:

    Ich finde es seltsam, dass Tönnies alleinschuldig für die Entlassungen sein soll. Bin gespannt, wie ihr hier im Blog dann alle wieder dem Trainer die Stange haltet, wenn er Rumpelfussball abliefert. Tönnies ist in erster Linie Populist. Wenn das Umfeld jemanden liebt, dann stellt er sich hinter… äh… neben… äh… vor ihn. So funktioniert Demokratie und so funktioniert eben auch Schalkes e.V.-Struktur.

  85. leoluca sagt:

    Ja, ein gutes Näschen für Meinungsströmungen und Stimmungen ist da wohl vorhanden. Allerdings hat das die vielen, und zurecht kritischen Signale aus der großen Vereinsfamilie rund um die letzte JHV nicht verhindern können.

    Der gute Populist denkt in solchen Fällen schnell um. So geht Demokratie.
    Mal abwarten.

  86. blues sagt:

    „Tönnies und gutes Näschen“? Du erinnerst dich bereits nicht mehr an Tönnies letzte Aktion? Da wollte er uns Khedira unterjubeln. Und wenn der Betonmischer der Firma „Di Matteo Limited“ nicht im eigenen Beton steckengeblieben wäre, Tönnies` schönes neues und natürlich schuldenfinanziertes 50 Millionen Euro Paket würde nun das Medicos für die nächsten drei Monate mit auslasten. Tönnies ist im Profifußball definitiv am falschen Platz!

  87. leoluca sagt:

    Ich erinnere mich gut – und deshalb hat mein Text nicht nur einen ersten, sondern auch einen zweiten Satz. Das eine schließt das andere halt nicht aus. Bin gespannt wie’s weiter geht.

  88. Frohes neues Schalkejahr sagt:

    […] Sam blieb die gesamte Hinrunde für Schalke eine Lücke. Nach dem ganzen Raus- und Reingehampel wurde er den Fans nach dem kurzfristen Draxler-Abgang tatsächlich als Alternative verkauft. […]

  89. Christian Heidel folgt auf Horst Heldt sagt:

    […] Horst Heldt hat keine Linie. Er lässt sich immer wieder von Umständen treiben. Man kann seinen Worten keinen Glauben […]

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