Artikel im August 2015

Das Draxler-Palaver & der Hin und Her-Heldt

Schalke verliert vollkommen verdient 3:0 in Wolfsburg. Die Aufregung währte allerdings nur bis Sonntagfrüh, bis sie vom Wechsel-Tullus um Julian Draxler überschattet wurde. Ein eigentlich nachvollziehbarer Wechsel mutiert zum Aufruhr, weil Horst Heldt die Fans des FC Schalke 04 einmal mehr für dumm verkauft hat.

Nicht mehr Juventus Turin, sondern der VfL Wolfsburg soll es nun sein, für Julian Draxler. Klaus Allofs hat die Verhandlungen bestätigt. Laut kicker hängt der Deal nur noch davon ab, ob Schalke einen Ersatz findet. Laut Sky Sport würde der Wechsel dem FC Schalke rund 35 Millionen Euro bringen.

Der Umschwung von Juve zu Wolfsburg zeugt zwar von einer gewissen Wahllosigkeit des jungen Julian. Aber an einem solchen Wechsel an sich finde ich nichts zu kritisieren. Ich würde ihn gerne noch eine Saison in Blau spielen sehen, aber meinetwegen könnte er auch zu Borussia Dortmund wechseln, wenn der Preis stimmt. Seit Manuel Neuers Wechsel zum FC Bayern berührt mich dahingehend nichts mehr.

Schalke bekommt in dieser Saison keine Einnahmen aus der Champions League. Man hat für eigene Verhältnisse mit den bisherigen Verpflichtungen bereits recht viel Geld ausgegeben. Es gibt eine beachtliche Liste von unproduktiven Gehaltsempfängern, seien es freigestellte Trainer oder aussortierte Spieler. Schon auf der Jahreshauptversammlung 2014 mahnte Finanzvorstand Peter Peters an, dass „man auch mal einen Spieler abgeben müsse“ wenn nicht genug Einnahmen aus sportlichen Erfolgen generiert werden können. Als sich Schalke letztmalig nicht für die Champions League qualifizierte reagierte man mit dem Neuer-Verkauf. Das alles schrie von Anfang an danach, dass Schalke bei einem entsprechend lukrativen Angebot für Julian Draxler nicht nur nicht Nein sagen würde, sondern auch ganz gerne Ja sagen will.

Dass sich nun so viele Fans von den Ereignissen und der begleitenden Berichterstattung durchgeschüttelt fühlen, liegt einmal mehr zu einem gehörigen Teil an der schlechten Darstellung des Vorstands Kommunikation, Horst Heldt. Ob es sein Ziel ist, ob es gelingen kann, mit Interviews das Verhalten von anderen Managern oder Spielerberatern zu beeinflussen? Ich weiß es nicht. Klar ist aber, dass seine Interviews die Stimmung um den FC Schalke 04 beeinflussen. Und während Julian Draxler aus dem Fall Neuer gelernt hat, dass man sich als Spieler am besten zu gar nichts mehr äußert, rief Horst Heldt gleich mehrmals Ultimaten aus, die er kurz drauf wieder revidierte.

Schon vor einem Monat erklärte Heldt öffentlichkeitswirksam, unter allen Verhandlungen mit Juventus Turin sei „ein Strich drunter“. Man habe den Italienern erklärt, dass man nicht mehr wünsche, dass sie den Spieler kontaktieren. Im Laufe der letzten Wochen hieß es dann, irgendwann sei mal Schluss, Schalke hätte eine eigene Deadline, zu der man nicht mehr verhandlungsbereit sei. Das auch dies Mumpitz war wurde klar, als Horst Heldt bei der Pressekonferenz zum Spiel gegen Wolfsburg genau darauf angesprochen wurde. Er könne doch eine Deadline setzen, sagen, dass man im Fall der Fälle einen Plan B umsetzen müsse. Nein, das würde er nicht tun, sagte Horst Heldt, es sei alles entspannt. So entspannt, dass er nach dem Spiel gegen Wolfsburg die Idee des Journalisten aus der PK aufgriff und verkündete, dass die „Türe zu“ gemacht werden würde, wenn nicht bis Samstag um Mitternacht ein Angebot käme. Samstag gab es dazu keinerlei Meldungen mehr, aber am Sonntag wurde auf der Clubhomepage flux nachgeschoben, dass die Türe noch geöffnet wäre, da nun nochmal Bewegung in die Sache gekommen sei.

Ein Basta muss man sich leisten können. Horst Heldt tut gerne und oft entschlossen und hampelt doch heute noch mit diesem Transfer herum, am 31. August. Horst Heldts öffentliche Aussagen sind es nicht wert, gesendet oder gedruckt zu werden, ihre Halbwertzeit ist einfach zu gering, egal ob zu Transfers, zu Suspendierungen, zur Trainertreue oder zu sonstigem. Trotzdem geht es immer weiter, denn Zeitungen und TV Sender leben von diesen Geschichten. Ihnen ist Klarheit nicht wichtig, ihnen ist nur wichtig überhaupt Stoff für Storys zu bekommen. Die Doofen sind die Fans, die ihre Hoffnungen in die Aussagen des Clubmanagers setzen, die gerne Boulevardzeitungen und Internetportale als Gegner sehen und ihren FC Schalke gegen die „Gerüchterfinder“ verteidigen möchten. Mit Hin und Her-Horst Heldt funktioniert das nicht.



Foto: Tomek Bo

Alexander Nübel und Donis, direkt

Wie zuvor angekündigt hat Schalke 04 nun noch einen Nachwuchs-Torhüter verpflichtet. Alexander Nübel kommt vom SC Paderborn. Dort hat er in der letzten Saison bei den Profis trainiert, aber in der Westfalenliga gespielt. Im Netz wird er an verschiedenen Stellen als „riesiges Talent“ bezeichnet, aber das ist wohl letztlich jeder der es in den Nachwuchs eines Bundesligaclubs schafft. Wir werden erleben wie weit er es bringen wird. Alexander Nübel ist 18 Jahre jung.

Nur 36 Tage älter ist ein anderes riesiges Talent. Donis Avdijaj hatte am Mittwoch Geburtstag und wurde 19. Nach dem Bohei um seine Ausstiegsklausel und der falschen Story um ein angebliches Autorennen spielt er nun in der Österreichischen Bundesliga für Sturm Graz. Er ist ausgeliehen, hat mit Schalke einen bis 2019 laufenden Vertag und kann von den Blauen zu jeder Transferperiode zurückgeholt werden. In Graz ist man aber derweil froh, dass man ihn hat. Saisonübergreifend hat er in seinen bisherigen 25 Pflichtspieleinsätzen 10 Treffer erzielt und 5 vorbereitet.

Aber Donis Avdijaj trifft nicht nur gerne, er redet auch gerne, und zwar gerade heraus. Nun kam er im „Wordrap“ der Kleinen Zeitung zu Wort, ein Videoformat wie für ihn geschaffen. Manch einer findet Donis vielleicht zu bott, wir sind ja alle längst das Glatte gewohnt. Ich kann seine Art gut leiden. Auf mich wirkt er vor allem echt.

Zum „Wordrap“ hier entlang
 

Mein Interview bei Sky

Vor einer Woche erhielt ich eine Mail von Sky. Für die Bundesligaberichterstattung sei man immer auf der Suche nach Leuten, die nicht unmittelbar aus dem Fußballgeschäft kämen, aber eine Meinung zu den entsprechenden Themen hätten. Am 2. Spieltag sei man auf Schalke. Bei der Recherche nach möglichen Gästen sei man auf mich gekommen, ob es vielleicht die Möglichkeit gäbe, mich im Stadion zu treffen und zu interviewen.

Ja, die gab’s. Und so kam es, dass ich am vergangenen Samstag gegen 15:20 Uhr mit dem markanten Sky-Stabmikrofon in der Hand neben Thomas Wagner stand und grinste – was sich nun auch hier nochmal nachschauen lässt.
 

Der Darmstadt-Test: (Noch) Nicht bestanden

Schalke kommt im Heimspiel gegen Darmstadt 98 nicht über ein 1:1 hinaus. Am Ende hatte Schalke einfach Pech – oder Darmstadt einen Happen zu viel Glück, wie man’s auch nehmen will.

In der Saison 2006/2007 musste Schalke 04 am 30. Spieltag zuhause gegen Energie Cottbus antreten. Cottbus versuchte, möglichst wenig Fußball zu spielen, war von Beginn an ausschließlich darauf aus, keinen Gegentreffer zu kassieren. An dieses Spiel erinnerte ich mich am Samstag, beim Duell gegen Darmstadt. 2007 war Schalke Tabellenführer und hatte eine erfahrene Mannschaft. Gegen Cottbus tat sich diese trotzdem sehr schwer und es brauchte letztlich ein Cottbuser Eigentor, um das Bollwerk zu brechen. Ich nannte das Spiel damals den „Sander Test“, nach Energie Cottbus‘ Trainer Petrik Sander.

Die aktuelle Mannschaft des FC Schalke 04 hat nun einen sehr ähnlichen Test nicht bestanden. Darmstadt hatte kein Offensivspiel geplant. Quasi ohne Chance, mit einem Glücksschuss, gingen die Lilien in Führung. Durch einen kapitalen Ballverlust Julian Draxlers in letzter Reihe kam Darmstadt beinahe zum zweiten Treffer. Ansonsten ging es den Gästen um die Verhinderung von Fußball. Und Schalke ließ sich seinen Fußball ausreichend lange verhindern.

Zwar immer engagiert, aber doch recht ideenlos war das, was die Blauen in der ersten Halbzeit ausprobierten. Die Ideen bekam die Mannschaft dann in der Pause aufgezeigt. In der zweiten Hälfte brachte man die geeignete Spielweise auf den Platz, mit viel Direktspiel bei geeignetem Tempo im Mittelfeld. Trotzdem fehlte es am Ende zu oft an irgendwas: An der Präzision beim letzten Pass, am abgestimmten Laufweg zwischen neuen Mitspielern, oder am Quäntchen Massel; als der Ball an die Latte knallte, als er zu plötzlich auf Huntelaars Fuß schlug oder nicht ausreichend abgefälscht über Choupo-Motings Bürstenfrisur wischte.

Beim Abpfiff war ich enttäuscht, weil es mit dem Sieg nicht geklappt hat. Ich mochte aber niemandem einen Vorwurf machen. Schalkes Mannschaft hat nicht viel falsch gemacht. Der Trainer hat zur Halbzeit die richtigen Veränderungen vorgenommen. Zwar gelang es nicht, noch während der ersten Hälfte das eigene Spiel anzupassen, und auch die Einwechselungen, vor allem die Max Meyers, brachten keinen entscheidenden Vorteil mehr. Aber Schalke steht unter André Breitenreiter eben noch ganz am Anfang, und die Hoffnung auf den letzten Punch auf die Schultern eines 19-Jährigen zu legen, bei dem es in letzter Zeit eh nicht so gut lief, wäre wohl vermessen gewesen.

Auch Darmstadt mochte ich keinen Vorwurf machen. Dass sich die Spieler in der zweiten Hälfte bei den leichtesten Berührungen wie vom Schlag getroffen auf den Boden schmissen war zwar albern. Und dass aus einem ehemaligen Top-Talent wie Sandro Wagner ein leicht übergewichtig wirkender Kicker geworden ist, der nur noch für 10 Minuten auf den Platz geschickt wird um ein bisschen zu provozieren und den einen oder anderen Freistoß rauszuholen, war ein bisschen zum fremdschämen. Aber darüber darf man sich meines Erachtens nicht beschweren. Das ist Teil des Spiels und nun mal nicht verboten. Teil des Tests eben, gegen einen solchen Gegner, für ein Team, das noch wachsen muss.

Energie Cottbus trat übrigens 2007 auf Schalke auch in orangefarbenen Trikots an. Und der Nicht-so-richtig-Fußball-Fußball brachte Cottbus damals sogar den Klassenerhalt, weil ausreichend viele Gegner den Test nicht bestanden hatten. Mittlerweile spielt Energie aber wieder in der 3. Liga. Doch das nur nebenbei.



Bilder: Håkan Svensson Xauxa, Bonsaiheld

8833 Tage

Die Saison 2015/2016 läuft und morgen wird endlich auch das erste Heimspiel des FC Schalke 04 angepfiffen. Gegner ist der SV Darmstadt 98. Die Lilien zu Gast in Gelsenkirchen – das gab es schon sehr lange nicht mehr. 8833 Tage, um genau zu sein. Die damalige Begegnung war das letzte Zweitligaspiel des FC Schalke 04.

Schalke ist gerade in seine 25. Erstligasaison in Folge gestartet. In dieser Zeit war Rang 14 die schlechteste Platzierung (1994, 2011). In 15 der 24 Jahre wurde man mindestens Siebter. 16 Mal qualifizierte sich Schalke für internationale Wettbewerbe, in den letzten 13 Spielzeiten war Schalke international lediglich einmal nicht zu sehen (2009/2010). Und 04 Mal wurde man auch noch Vizemeister.

Am 16.06.1991 feierte ein volles Parkstadion den Aufstieg zum zweiten Mal. Die erste Feier fand zwei Wochen zuvor statt, beim Heimspiel gegen Fortuna Köln, als die Rückkehr in die 1. Liga bereits feststand. Schalke hatte Peter Neururers Rettung und seine Entlassung hinter sich, eine Zeit zu deren Anekdoten der werte Pedda eine TV-Serie bekommen sollte. Für den Aufstieg holte Günter Eichberg aber Aleksandar Ristic; und sein helles Sakko und die getönte Brille heraus.

24 Jahre. Ein Blick zurück auf das gleiche Schalke unter anderen Gesellschaftsnormen …
 

 
Achso, und: Wer von Euch war das damals, beim Interview hinter dem Präsidenten?

Extreme Ruhe

… ist auch nicht gesund
 
Man hört nichts, regt sich nicht auf. Gar nichts, über nichts.

Gestern humpelte Klaas-Jan Huntelaar vom Trainingsplatz. Aber selbst das war nach ein paar Stunden erledigt. Alles nicht so schlimm, er wird am Samstag spielen können.

Wir kennen diesen Club. Nie ist irgendwas von Dauer. Ein ewiges Auf und Ab. Und mit dem Wissen darum fühlt sich die Ruhe falsch an. Wie soll man entspannen wenn man weiß, dass es wieder brennen wird? Wäre es nicht gesünder sich nur durchschnittlich aufzuregen, anstatt jetzt gar nicht und später wieder total?! Sollten wir nicht vielleicht schon mal ein wenig Ärger vorweg nehmen?

Da werden wir ihn aber haben, den Tullus, im kommenden November! Erst Ingolstadt nur knapp geschlagen, gegen Braga schlecht ausgesehen und dann noch die Niederlage gegen Dortmund! Tja, dieser Tuchel ist ein Top-Trainer, aber da hat Hotte ja versagt! Gegen die Bayern hätten wir mal einen Bus vor dem Tor geparkt haben sollen, wird doch klar gewesen sein, dass wir da spielerisch nicht gegenhalten konnten. Und überhaupt, ohne einen echten Leader wird der junge Haufen da mit keiner Spielweise irgendwas angerichtet haben können! Alles falsch geplant.

Breitenreiter ist eben doch abgestiegen, zuletzt, und hat noch nie eine Truppe mit Dauerbelastung durch Liga, Pokal und Europapokal geführt. Jefferson Farfán fehlt und wird nicht ersetzt worden sein, da ist Choupo-Moting kein adäquater Ersatz. Und was ist eigentlich mit Max Meyer? Muss man ein solch riesiges Talent nicht unbedingt in die Mannschaft einbauen? Da geht einem doch der Hut hoch ob der erneuten Fehlentwicklungen! So wird das doch wieder nichts, so bleibt doch alles wie immer!

So. Im Schnitt geht’s mir nun besser.

Ich kann die psychische Beschäftigung mit dem zu erwartenden Übel nur wärmstens empfehlen. Schützt Euch! Zunächst mit vorbereiteter Aufregung diese extrem ruhige Phase auslaufen lassen und dann den sanften Übergang in die übliche Aufgeregtheit meistern. So schafft man die Schalke-Wellen ohne sich zu übernehmen, ohne die Gesundheit allzu sehr zu belasten. Man wird ja nicht jünger und es ändert sich ja auch nichts. Dieser Club verlangt uns auch in Zukunft weiterhin alles ab. Ganz sicher.



Hat Tip @ Alexander Füßer

Süßer Sieg, bitterer Nachgeschmack

Schalke gewinnt in Bremen mit 3:0, verliert aber Matija Nastasic für einen Großteil – vielleicht für die komplette Saison. Ob Horst Heldt darauf mit einem Transfer reagieren wird bleibt abzuwarten. Derweil darf man sich über eine gute Leistung im Liga-Auftaktmatch freuen.

In der 58. Minute hätte das Spiel kippen können. Beim Stand von 1:0 für die Blauen schob Fin Bartels den Ball knapp am linken Pfosten des Schalker Tores vorbei. Die Zeit direkt nach der Pause war die beste Phase Werders. Drei Minuten später reagierte Breitenreiter und sorgte mit der Einwechslung Högers für mehr Präsenz im Zentrum. Mit Schalkes zweitem Treffer in der 68. Minute war das Spiel entschieden.

Lange Zeit waren die Verhältnisse auf dem Platz nicht so klar, wie es das Endergebnis letztlich vermuten lässt. Trotzdem war der Sieg sehr verdient. Das ist kein Widerspruch, denn im Fußball entscheiden oft Kleinigkeiten. Schalke erspielte sich mehr Chancen als Werder und abgesehen von der Bartels-Szene ließ Schalkes Defensive auch nur Fernschüsse und Standards zu. Letztlich hatte Bremen mehr Ballbesitz und gewann auch mehr Zweikämpfe, aber in den wichtigen Momenten war Schalke die bessere Mannschaft. Und wenn das so ist, kommt eben auch noch das Glück dazu, wie bei Gebre Selassies Eigentor.

Klaas-Jan Huntelaar trifft derzeit in jedem Spiel und trotzdem rauft man sich die Haare wenn man sieht, wie viele gute Chancen er ungenutzt lässt. Sascha Riether machte ein gutes Spiel. Johannes Geis spielte erneut stark. Draxler und Choupo-Moting sind schon deshalb spannend anzuschauen, weil Schalkes Spielaufbau über sie läuft. Am meisten begeisterte mich in diesem Spiel aber Joel Matip.

Bremen verteidigte nicht gegen ihn, wenn er sich in die Offensive einschaltete. Deshalb brachte Matip in den Situationen zu zwei der drei Treffer den entscheidenden Vorteil. Das war aber nur die Sahne auf der Torte. Bei seinem eigentlichen Job in der Defensive war Joel Matip schlicht der beste Spieler auf dem Platz.
Der Statistikdienst „Opta“ führt für die Defensive die Kategorie „Klärungen“. Werder Bremen kam auf 15. Joel Matip alleine auf 13. Er war stets da wo es wichtig war, war der „Abwehrchef“. Es ist gut und wichtig, dass er sich jetzt so präsentiert, da Benni Höwedes noch nicht wieder da ist und Matija Nastasic ausfällt.

Dass der Trainer Roman Neustädter als Alternative für die Innenverteidigung sieht, hatte sich in der Vorbereitung schon angekündigt. Ich gehe davon aus, dass Matip / Neustädter auch gegen Darmstadt starten werden. Spannender ist die Frage, wer dann als dritter Spieler auf der Bank sitzen wird.
Höwedes Rückkehr ins Mannschaftstraining wird frühstens für September erwartet. Er ist seit Mai verletzt. Selbst wenn man Neustädter den Job zutraut und an Talente wie Kaan Ayhan (20) und Marvin Friedrich (19) glaubt, ist doch Joel Matip bis auf Weiteres Schalkes einziger bundesligaerprobter Innenverteidiger. So in die Saison zu starten ist ein Risiko. Bei noch geöffnetem Transferfenster nur das Beste zu hoffen kann Horst Heldt flott als „fahrlässig“ um die Ohren fliegen.

Am Ende bekommt Felipe Santana vielleicht doch noch eine neue Rückennummer. Auf Schalke ist nie irgendwas auszuschließen.



Bilder: Werderfan10b, Tomek Bo