Andrés Auftritt

Die vergangene Saison schloss man als Schalker nicht nur leicht knusselig, sondern richtig verärgert ab. Morgen startet für die Blauen die Saison 2015/2016 und die Laune ist deutlich besser. Schalke hat im Umgang mit den Fans in diesem Sommer vieles richtig gemacht. Vor allem aber hat der neue Trainer André Breitenreiter für Aufbruchstimmung sorgen können. Nach seiner Vorstellung auf Schalke saß er gestern erstmals zu einem „regulären Mediengespräch“ im Presseraum auf Schalke. Seit ich diesen Club schreibend begleite und entsprechend genauer hinschaue war dies meines Erachtens der beste Auftritt eines Schalke-Trainers bei einer solchen Gelegenheit.

Alleine, dass André Breitenreiter diesen Termin sehr offensichtlich auch als „Gelegenheit“ verstand, ist ein Unterschied zu den allermeisten Auftritten seiner Vorgänger. Bislang wurden die Fragen der Journalisten stets mehr oder weniger gut gelaunt abgearbeitet. Das gehörte eben dazu, das musste erledigt werden. Breitenreiter hingegen hatte konkrete Ziele. Er wusste was er sagen wollte, für ihn waren die Fragenden lediglich Stichwortgeber. Dabei war er kein Werbetrommler und kein Optimismusclown. Er war verbindlich, konkret und stellte glaubhaft seine Sicht der Dinge dar. Man hört ihm zu und nickt die ganze Zeit leicht vor sich hin.

Mit Sprechen gewinnt man keine Spiele. Aber Stimmungen sind wichtig, gerade auf Schalke, wo viele mehr oder weniger genau hinhören. Breitenreiter versucht die Stimmung zu führen. Bislang gelingt ihm das sehr gut. Ein Presseauftritt, den sich jeder Schalke anschauen sollte. Zum Glück geht das auch gleich hier.
 



23 Kommentare zu “Andrés Auftritt”

  1. Taisumi sagt:

    Ganz starker Auftritt von AB im heutigen Pressegespräch. Ich krich richtig Bock auf die Saison, allein wenn ich den Kerl quasseln hör. Was hat der Mann für ein tolles Charisma, hammer! Findet z.B. super Worte zum Gerücht um Inler (dass ein erfahrener Box-to-Box-Spieler fehlen würde und allein aufgrund der Kadergröße kein Goretzka, kein Meyer, kein Ayhan etc. um Einsätze bangen muss). Ich bin jetzt schon Fan von AB ubd will ein Trikot von ihm, wenn da nicht der blöde Sponsor wäre. ;-)

  2. Ney sagt:

    Einen Keller haben wir trotz erfolgreicher Arbeit ruckzuck abgeschossen, weil er in den heutzutage ständig und allenthalben versendeten Pressekonferenzen, Pressegesprächen und Spieltagsinterviews mit seiner Art und seiner Mundart nicht ankam.

    Ma’kucken, wie im Unterschied dazu ein Breitenreitersches Karamba-Karacho-Karisma sich auswirkt.

  3. Roman sagt:

    Es macht auf jeden Fall mal Hoffnung.

  4. Schilzi sagt:

    Wenigstens einer von den beiden Verantwortlichen, der sympathisch und authentisch Klartext redet! Vielleicht überträgt er noch ein wenig von seiner Medienkompetenz auf unsere 169 cm.
    Mir Macht er auch Hoffnung!!!

  5. teamnullvier sagt:

    Torsten, ich habe mir das Pressegespräch gestern auch angeschaut und mir geht es bei der Bewertung genau so wie dir.
    Ich hoffe inständig, dass unser Verein (samt Umfeld) Ruhe bewahrt, was auch passieren mag. Lasst den mal machen!

    Glück auf!

  6. Simon sagt:

    Zudem fliegt die Mannschaft nächsten Winter auch nicht mehr nach Katar, was auf jeden Fall eine gute Nachricht ist.

    http://www.schalke04.de/de/akt.....-213-.html

    Guter Auftritt auf der PK + gute Nachrichten von der Presseabteilung. Jetzt muss ‚nur‘ noch das erste Spiel gewonnen werden, damit es ein schönes Wochenende wird. ;)

  7. Pukki1904 sagt:

    Thorsten, das sehe ich genau so. AB kommt auch deshalb so gut rüber, weil er offensichtlich ein Konzept hat, weiß wo er hinwill aber bei allem dennoch sehr authentisch und vor allem realistisch auf noch vorhandenen Defizite und Grenzen der Mannschaft hinweist und diese auch konkret und klar benennen kann. Das gab es schon sehr lange nicht mehr.Ich hoffe dass er die Zeit bekommt die er benötigt um Langfristiges auf Schalke zu schaffen.Ich drücke dabei alle Daumen- Glück Auf!

  8. crisscross04 sagt:

    Na klar, er macht Mut. Mir gefällt, dass er offensichtlich Spaß bei der Arbeit hat und auf die Saison brennt.

    Und ich finde es auch sehr gut, dass er den Konkurrenzkampf intern fördert. Bei den wenigen Neuzugängen der letzten Jahre, war der kaum vorhanden oder es gab nur weniger Impulse durch sie.

    Und wir haben seit langer Zeit wieder einen Trainer, der Begeisterung versprühen kann. Auch das macht Spaß. Diese medialen Jammerlappen der letzten 3 Jahre waren wirklich kaum zu ertragen. Breitenreiter hat da schon ein anderes Standing, was er ja schon bei Paderborn trotz Abstiegs bewiesen hat.

    Jedoch abwarten, was die Mannschaft davon umsetzen kann. Nichts ist älter als das Geschwätz von gestern. Denkt mal drei Monate zurück, wo sich viele Dauerkartenbesitzer freiwillig von ihrem langjährigen Platz in der Arena verabschiedet haben. Die beißen sich wohl gerade bei der aktuellen „Euphoriewelle“ in den Allerwertesten.

    Ich glaube, es hängt vieles vom Duisburgspiel ab. Wenn das gewonnen wird, dann fühlt man sich erst einmal mit der Ausrichtung bestätigt. Wenn es in Hose geht, dann kommen wahrscheinlich die ersten düsteren Gedanken wieder in den Köpfen der Spieler hoch, die die letzte Saison vergeigt haben. Und wenn dann noch der Saisonstart…

    Also abwarten. Und ich glaube, wenn Herr Breitenreiter mit S04 gegen Mitte der Saison im unteren Tabellendrittel herumdümpelt, wird auch sein Stuhl abgesägt. So ist das Business und die Lage auf Schalke, woran auch kein Breitenreiter etwas ändern wird und kann.

    Jedoch glaube ich persönlich nicht daran. Ich finde ihn als Typ super und er passt zu uns. Also Chapeau Horsti. Haste gut gemacht. ;-)

  9. QuotenNLer sagt:

    Das geniale Glück-auf Pils hat mich die letzte Woche zum Podcasthörer gemacht. Gestern habe ich dann den rasenfunk royal gehört. Wenn man dann diese Pressekonferenz sieht, weiß man das auch der Hotte den gehört hat.

  10. schoschi sagt:

    So. Das Sommerloch ist durch. Fast verletzungsfrei. Man träumt vom Aufbruch in attraktivere und erfolgreichere Dimensionen……So hoffen wir alle, daß es noch richtig lange kribbelt. Ich habe den Eindruck, daß vieles richtig gemacht wurde! Geld hat es bestimmt auch gekostet! Ob HH und die Anderen richtig, im Sinne des Clubs, gewirtschaftet haben weiß ich nicht. Da blick ich eh nicht durch. Ob wir morgen eine ‚andere‘ Mannschaft sehen werden? Darauf bin ich sowas von neugierig!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Na dann: Glück Auf! Uns allen!

  11. Lutt sagt:

    Eine kleine Rechts-/Links-Schwäche am Anfang, ansonsten ein Top-Auftritt. Diese Art von Souveränität wünscht man sich vom Trainer, zudem hat das, was er sagt, Hand und Fuß. Sympatisch, echt, konsequent, charismatisch, ohne
    herablassend zu wirken.

    Schon alleine das hatte Schalke m.E. seit seit Rangnick nicht mehr. Auch der Huub nicht (ooohh… Gotteslästerung ;-).

    Ich wünsche AB und uns einen guten Saisonstart!

    Einen kleinen Wermutstropfen habe ich dann doch noch hinnehmen müssen: Hottes Aussage zu Kehrer („ja, der ist nicht da!“). Als ob es egal wäre. Find ich doof!

  12. Ney sagt:

    Klang für mich nicht, als ob ihm das egal wäre. Ganz und gar nicht.

  13. Rjonathan sagt:

    @Lutt @Ney
    Genau daran lässt sich perfekt das Kommunikationsproblem von Heldt aufzeigen. Breitenreiter sagt mehrfach Sätze wie „ich finde“, „ich freue mich“ und ähnliche klare Aussagen, was seine persönlichen Position ist. Heldt bringt ein kurzangebundenes Statement ohne eine persönliche Standortbeschreibung und schon sind allen Interpretationen Tür und Tor geöffnet. Ein kurzes „das ist natürlich nicht erfreulich für mich“ hätte ja genügt.

  14. HanseKnappe sagt:

    Bemerkenswert finde ich auch das klare und deutliche Statement zu Kaan Ayhan.
    Nicht auf ihn persönlich bestimmt, aber durchaus auf seine Situation bezogen.
    Gut und deutlich gesagt!

    Ich freue mich auch wie Bolle das endlich wieder los geht!
    Glück auf!

  15. leoluca sagt:

    Mich hat Breitenreiter ebenfalls beeindruckt. Blick, Mimik und Worte sind offen und klar. Er wirkt souverän, weil er weiß, was er sagen will, und das sagt er dann auch ohne Schnörkel. Sehr angenehm. Außerdem scheint er Humor zu haben, so, wie er am Anfang seinen kleinen Fauxpaus korrigierte.

    Der Mann neben ihm wusste halt öfters nicht genau, was er sagen sollte, und so sagte er es dann ja auch.

  16. klopenner sagt:

    Dem Auftritt von AB hat sich heute die ganze Mannschaft angeschlossen. Mit Ausnahme des verschossenen Elfmeters gab es wirklich nichts zu bemängeln. Super Auftakt in die Saison – aber natürlich nicht überbewerten. 60 Minuten Überzahl gegen einen unterklassigen Gegner, da ist ein 5:0 eigentlich schon eher als standesgemäß zu bezeichnen. Aber die Art wie sich die Mannschaft heute präsentiert hat, hat mir ohne Ausnahme gefallen. Variabel nach vorne, gute Standards, wenig hintenrum, defensiv sicher und insgesamt zweikampfstark. Bitte so weitermachen!

  17. leoluca sagt:

    Ein starker Auftritt der Mannschaft, eine starke Bestätigung der selbstbewussten Rhetorik Breitenreiters.
    Julian Draxler ist wieder da, Geis eine echte Verstärkung, Goretzka ein Riesentalent. Etc. Ich freue mich riesig auf die Saison.

  18. rolfoebel sagt:

    Habe den Auftritt ebenfalls als erfrischend offen empfunden. Ich hatte sogar den Eindruck, dass AB deutlich den Ton angegeben hat. Man merkte ihm seine Euphorie und seinen Tatendrang an. Ich habe das Gefühl, dass man Heldt noch die Gelegenheit geben wird, seine Fehler zu korrigieren, aber anschließend ein Neu-Anfang auf der Manager-Position stattfinden wird. Auf jeden Fall muss eine Trennung dahingehend vorgenommen werden, dass man eine eloquente Person, wie z.B. Metzelder den Bereich Kommunikation überträgt.

  19. #Link11: Es war so lange kein Fußball | Fokus Fussball sagt:

    […] auf dem Platz, auch der neue Trainer evozierte schon vor dem Spiel Nicken im Schalker Presseraum (Königsblog). Weniger Nicken rief ein Duisburger Plakat über Rudi Assauer hervor, dessen hohe Wellen der […]

  20. BlueNote sagt:

    Ein bemerkenswertes Interview mit Andre Breitenreiter gab es am 13.8. auf spiegelonline http://www.spiegel.de/sport/fu.....47836.html

    Meine Lieblingspassage:

    SPIEGEL ONLINE: Aus der Arbeitslosigkeit über die Stationen Havelse und Paderborn in die europäische Trainerelite. Ein bemerkenswerter Aufstieg.

    ANDRE BREITENREITER „Ich bin neulich mit meinem Torwarttrainer Simon Henzler in einem Transporter nach Paderborn gefahren, um ein paar Möbel aus meiner alten Wohnung einzupacken, und irgendwann sagt Simon: „Meinst du, der Pep Guardiola fährt seine Möbel auch mit dem Transporter hin und her?“ Da musste ich lachen. Guardiola würde das vielleicht sogar machen, der nimmt sich auch nicht so wichtig, der ist auch sehr geerdet. Aber es ist schon erstaunlich, wo wir angekommen sind.“

    Wäre er mir nicht vorher schon sympathisch gewesen, hätte er mich mit der Aussage gehabt!

  21. blues sagt:

    @BlueNote
    Dass sich Wurstkartell-Clemens 2016 zur Wahl stellen muss, macht nach dem Grottenkick im letzten Jahr vieles, auch hohe,unerhöhrte zusätzliche Ausgaben, möglich. Nicht nur einen neuen Trainer, nicht nur einen, sondern gleich zwei neue Rechtsverteidiger wurden im Sommer 2015 geholt. Seit mindestens zwei Jahren ist der Rechtsverteidigertransfer überfällig und wurde hier von verschiedenen Kommentatoren genau so lange gefordert. Aber Böklunder-Tönnies war vermutlich so mit seinen Preisabsprachen beschäftigt, dass der Fußballlaie Tönnies das in seinem 2-Mann Eilausschuss übersehen hat.Letzendlich dürfte aber eine gute Besetzung des RV eine Bedingung von Höwedes für sein Bleiben gewesen sein.

    Auch auf der Sechs macht Schalke unter Breitenreiter Nägel mit Köpfen. Nicht nur Geis, der die Sechs alle spielen kann, sondern auch auf dieser Position wollte Breitenreiter scheinbar einen Zweiten, der die Rolle alleine ausfüllen kann. Angeblich bot Schalke zuletzt auf „Breites“ Drängen 10 Mill. für Inler. Auch diese Forderung ist hier seit zwei Jahren immer wieder begründet worden. Breitenreiter hat die Notwendigkeit erkannt. Uns kam ja Kartell-Clemens zuletzt mit Khedira daher.

    Inler ging nach England, Julian Draxler traut sich der Eilausschuss nun, seit vor einer Woche sein Geschäftsgebaren transparent wurde, nicht mehr unter 45 Mill. in Cash zu verscherbeln und das Risiko für „Breites“ Spiel ist jetzt der fehlende Backup für Geis. Bleibt Geis gesund wird es eine Saison mit gutem Fußball, verletzt sich Geis, wird es für Breitenreiter schwierig, den ohne einen Sechser der die Rolle allein spielen kann, halbieren sich seine taktischen Optionen. Auch Kartell-Clemens muss dann 2016 kämpfen.

  22. BlueNote sagt:

    @blues
    Ich kann Deinen Ausführungen für sich betrachtet durchaus folgen und stimme Dir rundum zu, allerdings komme ich noch nicht ganz dahinter, wie Du dies alles anhand des von mir zitierten Breitenreiter-Interview-Schnippsels assoziieren konntest, welches mit Schlachtermeister T., Eilausschuss und doppelt besetzten Positionen wirklich nichts zu tun hatte. Respekt vor Deinen Gehirnwindungen. ;-)

  23. blues sagt:

    @BlueNote

    Ich hatte das Interview auch gelesen und auch mir blieb diese Anekdote vom zusammen mit dem Kumpel organisierten Umzug aus Paderborn nach Gelsenkirchen im Kopf. Ich fragte mich, ob sie als Bild in Breitenreiters Selbstdarstellung für den „Kumpel-und Malocherclub“ wohl kalkuliert war, und ob sie als Metapher für Schalke unter Breitenreiter gelten könnte und sollte.

    Ich fragte mich vor diesem Hintergrund auf der sportlichen Ebene, welche weiteren Umstände, neben „Breites“ anpackendem Pragmatismus und seiner Analyse der Schalker Schwachpunkte, es waren, die die Lösung des Rechtsverteidigerproblems und das Problem des fehlenden alleinigen Sechsers im Schalker Management und seinem entscheidenden Eilausschuss nach Jahren der laienhaften Fehleinschätzung, herbeiführten .

    Ich kam zu dem Ergebnis, dass es nicht nur späte Einsicht beim Management und Breitenreiters richtige Analyse war, sondern auch sehr von der Not getrieben wurde. Der Not, dass Höwedes Verbleib nicht mehr sicher war, die Not, dass die Wahl zum AR in einem Jahr ansteht und Fehlentscheidungen die zu katastrophalem Fußball und zur Abwendung der Fangemeinde geführt hatten, zu Recht auch dem Vorsitzenden angerechnet werden konnten. Zudem dessen vereinsinterne aber auch private Fassade und Außendarstellung erste Risse und schmutzige Flecken trägt.

Schreibe einen Kommentar