Artikel im September 2015

Champions-Duell gegen Ajax Amsterdam

Schalkes erste Mannschaft tritt am Donnerstag auf Schalke im Rahmen der Europa Liga gegen Asteras Tripolis an. Schalkes U19 ist Deutscher Meister und spielt in der Youth League aka Junioren-Champions League. Morgen um 16 Uhr, gegen Ajax Amsterdam, im Stimbergstadion in Oer-Erkenschwick. Und das auch noch gleich im KO-Modus.

Grundsätzlich ist die Youth League an die Profi-Champions League angehängt. Qualifiziert sind demnach alle Clubs, deren Profis sich für die Champions League qualifiziert haben – egal wie stark die Jugendmannschaft ist. Auch die Gruppeneinteilung und der Spielplan bis zur KO-Runde wird von den Profis übernommen.

Ab dieser Saison gibt es in der Youth League neben diesem „Champions League Weg“ aber zusätzlich den „Meisterweg“. Hierbei treten die Meister der 32 nach UEFA-Koeffizient stärksten Verbände an. Diese 32 Teams spielen in Hin- und Rückspiel um die Teilnahme an einer zweiten Hin- und Rückspiel-KO-Runde.

Die acht Siegerteams dieses sogenannten „Meisterwegs“ haben dann Heimrecht in jeweils nur einem(!) Play-Off-Spiel gegen die acht Gruppenzweiten des „Champions League Wegs“. Die acht Sieger dieser Play-Offs und die acht Gruppenersten des „Champions League Wegs“ bilden dann das Youth League-Achtelfinale.

Bei der Auslosung der „Meisterweg“-Duelle, am 1. September in Nyon, wurden die Lostöpfe kurioserweise nicht nach Clubstärke, sondern nach regionalen Gesichtspunkten zusammengestellt. Hintergrund ist, den Jugendteams keine allzu strapaziösen Reisen aufzubürden. Auch die Anzahl der Spiele als solche soll nicht ausufern, weshalb die KO-Runden (ab Achtelfinale) mit jeweils nur einem Spiel ausgetragen werden; das Heimrecht wird ausgelost.

Ajax‘ Nachwuchsarbeit ist legendär und gilt auch heute noch als eine der besten überhaupt. Eine schwere Aufgabe für Schalke, aber auch Ajax wird sich vermutlich nicht über das Zulosen des Teams Norbert Elgerts gefreut haben. Für den Fußballfan mit etwas Zeit am Nachmittag bietet sich so aber netterweise die Möglichkeit, guten Fußball zweier toller Clubs für kleines Geld in herrlicher Amateuratmosphäre zu erleben. Eben morgen, in Oer-Erkenschwick.

Growin‘ Up

Schalke siegt schon wieder, 1:0 in Hamburg. 70 Minuten hatten die Blauen das Spiel vollkommen im Griff, erst in der Schlussphase geriet man leicht ins Schwimmen. Meines Erachtens der bislang „erwachsenste Sieg“ dieser jungen Mannschaft in der bisherigen Saison.

Max Meyer agierte als „echter 10er“ hinter der einzigen Spitze. Nach der verletzungsbedingten Umstellung in der 6. Minute gab Leon Goretzka den zentralen Mittelfeldspieler. Johannes Geis gab im Spielaufbau aus der Abwehr den „Quaterback“, rückte ballführend zwischen die beiden Innenverteidiger. Diese Rookie-Achse aus Geis (22), Goretzka (20) und Meyer (20) bestimmte Schalkes Spiel in Hamburg.

Gerade Max Meyer machte meines Erachtens ein viel besseres Spiel als noch gegen Frankfurt auf gleicher Position. Er verteilte die Bälle, gewann Zweikämpfe, machte fast aus jedem Ballbesitz „irgendwas“. Er weiter vorne, Goretzka und Geis weiter hinten: Das Mittelfeld hatte Schalke im Griff, und damit das Spiel, fast über die gesamte Spielzeit.

Hamburg war erst in der Schlussphase gefährlich. Und auch dabei „kreierte“ Schalke. Als Aogo in der 88. Minute eine Lasogga-Hereingabe unglücklich Richtung Tor abfälschte; als der Ball nach einem Hamburger Freistoß in der Nachspielzeit vor dem Tor zwischen Fährmann und Höwedes hin und her flipperte. Momente zum Durchatmen für Schalker, Chancen für den HSV – es wäre ein unverdiente Punkteteilung gewesen.

Denn über die gesamte Spielzeit war Schalke die klar bessere Mannschaft. Gerade die erste Halbzeit wäre „perfekt“ gewesen, wäre nur eine der guten Chancen zu einem Tor geworden, hätte der HSV einen anderen Torwart als Jaroslav Drobny im Kasten gehabt. So brauchte es wieder eine „besondere Situation“, welche von Goretzka geschaffen und Sané vollendet wurde. Aber diese Jungs habe eben auch das Talent dafür, es ist ein Vorzug für Schalke Fans, bei dieser Mannschaft auf sowas hoffen zu dürfen.

Vier Bundesligaspiele, fünf Pflichtspiele in Folge hat Schalke nun gewonnen. Die Juppeidie-Storys in den Zeitungen stehen an. Es wird uns erklärt werden, warum nun alles so viel besser ist als in der letzten Saison, warum diese Saison nun toll verlaufen wird. Es wird aufgebaut, damit man demnächst was zum Abbauen hat.
Im Oktober hat Schalke 7 Spiele mit dem schweren Doppel gegen Gladbach, das Ligaspiel auswärts, das Pokalspiel auf Schalke. Im November muss Schalke hintereinander gegen Dortmund, München und Leverkusen antreten. Da wird es Niederlagen geben. Da werden Teile der Schalke Nation das Meckern anfangen. Das wird sich nicht verhindern lassen. Deshalb gilt für Schalke jetzt, zu punkten, und für uns, uns des Erfolgs und der guten Stimmung allenthalben zu freuen.



Fotos: Steindy, Tomek Bo

Mein Parkstadion Kalender 2016

Ich weiß nicht mehr, wann ich das erste Mal im Parkstadion war. Ich kann mich auch nicht an Schalkes Gegner erinnern. Ein Nachbar nahm Fatter und mich mit. Der Nachbar war Schalker und ist es noch heute – ich sehe ihn manchmal in der Arena. Ich war noch keiner, Fatter eh nicht, wir hatten nur Lust auf Fußball. Ich denke ich war 12 oder 13 Jahre alt. Und nichts von diesem Tag hat sich mir so eingebrannt wie das Hinabschreiten in die Schüssel, von oben, runter zur richtigen Reihe. Es war Sommer. Es war voll – zumindest fühlte es sich so an. Alles war hell. Und es war bis dahin das mit Abstand größte Stadion, in dem ich je war.

Das Parkstadion gehörte zu der Generation Stadien, mit der ich aufgewachsen bin. Die Erinnerungen daran sind Erinnerungen an den früheren, weniger geleckten Fußball. Man muss kein „Früher war alles besser“-Typ sein um sich an diesen Erinnerungen zu erfreuen. Es war anders und es hat uns gefallen, auch wenn damals wie heute genöhlt wurde.

Stefan Barta hat nun den „Mein Parkstadion Kalender 2016“ veröffentlicht, der einem übers nächste Jahr beim Erinnern hilft. Nicht etwa nur ein Foto pro Monat. 12 Seiten mit jeweils einem Thema, mit Text beschrieben, reich bebildert. Themen und Bilder, zu denen jeder, der das Parkstadion noch miterlebte, seine eigenen Geschichten erzählen kann.



Einwechselspieler-Raten

Der Kalender kann nun gleich hier gewonnen werden. Dazu spielen wir eine Runde „ESR plus X“. Wer hier schon länger mitliest mag sich erinnern: ESR steht für „Einwechselspieler-Raten“ und das X für eine Extrafrage. Das ist tatsächlich so simpel wie es klingt. Tippe, welche 3 Spieler André Breitenreiter im Spiel gegen den HSV einwechseln wird, und beantworte die …

X Frage:

Welcher S04-Spieler wird im Ticker zum Spiel bei kicker.de am häufigsten genannt werden? Dabei zählt nur der beschreibende Text, nicht die Namen in eingeklinkten Statistiken oder den Aufstellungen.

Die drei Spielernamen und die Antwort auf die X Frage sind im Kommentarfeld bitte untereinander zu notieren. Mache dabei bitte die X Antwort mit einem vorangestellten „X“ kenntlich (so). Tippabgabeschluss ist Samstag, 16:30 Uhr.

Der Tipper mit den meisten Treffern gewinnt den Kalender, bei Punktgleichheit lose ich aus. Die Auswertung folgt spätestens Montag hier unter diesem Beitrag. Der Gewinner wird hier veröffentlicht und außerdem per Mail benachrichtigt.




UPDATE
Die Auswertung

Als Klaas-Jan Huntelaar nicht in der Startaufstellung stand dachte man, eine Einwechslung könne man schon für ihn reservieren. Da ihn niemand als Einwechselspieler tippte schien die Maximalpunktzahl limitiert. So war dem nicht, Huntelaar wurde nicht eingewechselt. Breitenreiter brachte Sané, Höwedes und Höjbjerg, was tatsächlich die am häufigsten getippte Kombination war. Dafür holte nur eine Tipperin den X-Punkt, die ihrerseits aber nicht alle Einwechselspieler korrekt nannte. Deshalb musste letztlich das Los aus 16 Tippern mit je 3 Punkten entscheiden.

Gewinner des Kalenders ist Voice. Herzlichen Glückwunsch!

Leroy Sané war der im Kicker-Ticker meistgenannte Schalker. Dies sagte nur Laura voraus. Da Sané als Einwechselspieler erachtet wurde, ging man davon aus, dass seine Möglichkeit der häufigen Nennung im Ticker limitiert sei. Da er aber eben schon in der 6. Minute aufs Feld kam wurde er irgendwie alles: Einwechselspieler, Matchwinner und meistgenannter Ticker-Schalker.

64 Tipper machten mit. 51 nannten Höwedes als Einwechselspieler, die Topnennung. Höjbjerg und Sané folgten mit je 40 Nennungen danach, so dass am Ende 15 Tipper 3 Punkte für die Einwechselspieler erzielen konnten. Bei der X-Frage war Ralf Fährmann der mit Abstand meistgetippte Spieler (25), vor Geis (16) und Matip (9). Fährmann tauchte im Ticker aber erst in der zweiten Hälfte erstmals auf. Leroy Sané wurde im Ticker 11 Mal genannt, Max Meyer landete mit 7 Nennungen auf Rang 2.

Danke fürs mitmachen!

3 Punkte aus’m Fifty Fifty-Spiel

Schalke siegt schon wieder, 2:0 gegen Frankfurt. Schon wieder bricht ein Matip-Kopfball das Unentschieden. Schon wieder zeigt sich Leroy Sané unglaublich abgewichst. Ein Spiel, das auch anders hätte ausgehen können. Ging es aber nicht. Schön.

In der ersten Hälfte war Schalke besser, in der zweiten Frankfurt. 51% Ballbesitz für die Blauen, 51% gewonnene Zweikämpfe für die Eintracht. Ein ausgeglichenes Spiel, in dem – wie es so schön heißt – die kleinen Dinge die Entscheidung brachten. Eine Standardsituation eben, welche, wie man weiß, Schalke ganz gut beherrscht.

Will man die Leistung der Blauen genauer betrachten stößt man auf viele Aber, was die Sache schwierig macht. Goretzka beispielsweise hing häufig in der Luft, konnte sich nicht so recht einbringen. Aber man hätte ihn sich schon in den Offensivsituationen gewünscht, in die Höger immer wieder geriet. Dieser konnte mit seinem Platz zu wenig anfangen, aber bei gegnerischem Ballbesitz war Höger sehr wertvoll und ein Aktivposten im defensiven Mittelfeld. Wie auch Eric Maxim Choupo-Moting viele Zweikämpfe bestritt und im Mittelfeld wichtig war, aber im Spiel nach vorne nicht zielstrebig genug agierte.

Mich freute, dass Sead Kolasinac ein sehr ordentliches Spiel ablieferte, nachdem er bei seinem letzten Auftritt in Wolfsburg doch arge Probleme hatte. Auch sein Counterpart Sascha Riether spielte gut, geradezu souverän. Mich freut, wie die Mannschaft letztlich dagegenhielt, als es die Führung zu verteidigen galt.

Schalke war nicht unbedingt die bessere Mannschaft, aber man war auch keinesfalls die schlechtere Mannschaft. Im vierten Spiel in elf Tagen der vierte Sieg: Darüber mag ich mich gerade einfach nur freuen.

Samstag dann gegen Hamburg. Ma’kucken.

Sieg in Nikosia & #BILDnotwelcome

Schalke gewinnt seinen Europapokalauftakt auf Zypern mit 3:0 und die Fanszene stellt sich gegen die BILD. Es war ein guter Tag, dieser Donnerstag.

Wie schon gegen Mainz wirkte Schalkes Defensive wackelig, wenn der Gegner mit Tempo in Strafraumnähe kam. Wie schon gegen Mainz hat Schalke etliche Kontersituationen nicht gut ausgespielt. Aber der Rest war prima.

Der Spielaufbau aus der sich bei Ballbesitz formierenden 3er-Kette funktionierte gut. Mal spielte Geis seine langen Pässe mit erstaunlicher Präzision, mal stieß Matip vor und eröffnete das Mittelfeld-Passspiel. Mit Sané rechts, Goretzka zentral und Meyer links hatte Schalke über die gesamte Platzbreite hinweg Spieler die Chancen kreieren konnten. Diese drei bringen Tempo ins Spiel und sind alle drei sowohl selbst torgefährlich, als auch in der Lage die beiden Stürmer einzusetzen.

Vor allem spielte Schalke fast die ganze Spielzeit zügig Richtung Tor. Ja, das Zusammenspiel wirkt noch häufig zufällig und ist es wohl auch: Sané ist noch neu, Di Santo ist noch neu, Meyer spielt noch neu dort links. Aber man merkt, dass da ganz viel Talent auf dem Platz ist, und das der Trainer eine zu den Spielern passende Spielweise vorgibt.

Und dann ist da noch diese Aktion der BILD, die wir am kommenden Bundesligaspieltag beklatschen sollen. Der „Profifußball unterstützt Flüchtlinge“ und pappt sich deshalb am kommenden Spieltag einen Badge der BILD-Aktion „Wir helfen“ auf die Trikots.

Seit Jahren schürt gerade BILD die Ressentiments gegen alles was fremd erscheint. Mit ihrer Meinungsmache ist diese Zeitung für die Stimmung mitverantwortlich, welche die „besorgten Bürger“ vor die Flüchtlingsheime treibt. Das „der Profifußball“ nun gerade diese Aktion unterstützt ist ein Geschäft unter Werbepartnern und der Sache gegenüber zynisch.

Diese Erkenntnis hat sich so mittlerweile in den Fanszenen der einzelnen Clubs verbreitet. Verschieden Clubs aus der zweiten Liga sind hellhörig geworden und haben ihre Teilnahmen an der Aktion abgesagt. Auch die Fanszene des FC Schalke 04 fordert vom Club ein Nichtmitmachen. Auch ich würde es mir wünschen, ich halte er aber für ausgeschlossen.

Schalke verdient mit seiner Medienpräsenz viel Geld. Egal wie schlecht es sportlich auch manchmal läuft, in den Zeitungen und Zeitschriften ist Schalke stets mindestens die Nummer 3 im Land. Das Reden über den Club schafft Bekanntheit, und Bekanntheit ist die Grundlage für Werbeverträge. Für Schalke 04, als Club ohne Investoren, ist Werbung besonders wichtig.

Aus diesem Grund ist dem FC Schalke 04 das Gazprom-Geld wichtiger als die Moral. Aus diesem Grund war dem FC Schalke 04 das Katar-Trainingslager wichtiger als die Moral. Und aus diesem Grund wird es sich der FC Schalke 04 auch nicht mit dem auflagenstärksten Printmedium des Landes verscherzen. Wie übrigens auch die anderen großen Clubs nicht. Bislang hat kein Erstligist seine Teilnahme abgesagt.

Dass so viele Fans der heuchlerischen Aktion angewidert gegenüberstehen finde ich trotzdem gut … #BILDnotwelcome
 

Eine Frage der Liebe

16.09.2015: Eine Frage der Liebe - Nationalmannschaft

Als Fan fiebert man mit. Erfolge der Mannschaft sind auch die eigenen Erfolge. Man meckert schon mal … oder oft … oder ständig, aber auch das sind letztlich Emotionen. Das Geschehen ist einem eben nicht egal. Vor allem sind einem Niederlagen auch nicht egal! Ist Fansein sowas wie Liebe? Die Definition eines Gefühls ist schwierig. Aber beim Versuch des Nachfühlen des Gefühls komme ich immer wieder auf das, was sich mir wie ein Grundsatz darstellt: Wenn mich ein Verlust, eine Niederlage, ein nicht mehr dabei sein nicht berührt, dann war es auch nicht wichtig.

Ich bin ein großer Fan Christoph Härringers Spottschau-Zeichnungen. Die Mimik seiner Figuren hat eine Aussagekraft die an Albert Uderzos Römer erinnert. Außerdem bin ich ein Fan Trainer Baades. Im Blog des Trainers gibt es aktuell einen Buch Härringers zu gewinnen. In dem Buch geht es um die Nationalmannschaft. Sinnigerweise gilt es auch für den Gewinn, eine Aufgabe zur Nationalmannschaft zu erfüllen. Es gilt aufzuschreiben, welches Pflichtspiel der deutschen Nationalmannschaft das schlechteste war, das man je gesehen hätte. Und da beginnt mein Problem. Denn – frei nach Rudi Völler – ich denke ich habe die Nationalmannschaft nie geliebt.

Mir fällt es unglaublich schwer, mich an ärgerliche Schlechtleistungen der Nationalmannschaft zu erinnern. Ich habe sicherlich viele davon mitbekommen; ich bin Jahrgang ’72, seit Jupp Derwall war ich dabei. Bis Jürgen Klinsmann hat ganz Deutschland stets über die Nationalmannschaft gemeckert da sollte es doch … tut es aber nicht.

Bezüglich der Nationalmannschaft bin ich Eventfan. Ich mag die großen Turniere sehr. Ich weiß zweifellos auch dabei den Fußball zu schätzen, aber besonders wird der Nationalmannschaft-Turnierfußball durch die besonderen Umstände. Dass „alle“ das sehen wollen. Dass „alle“ für die gleichen sind. Dass man die Spiele „überall“ sehen kann. Also verketten sich in meinem Kopf tolle Fußballszenen mit Lebenserinnerungen, Matthäus‘ Tor gegen Jugoslawien und Lumumba auf Mallorca gehören für mich untrennbar zusammen. Aber langweiliges Schlechtes habe ich mir irgendwie nie gemerkt.

Während ich die für mich bittersten Kicks des FC Schalke, auch gerne nach Trainern und Wettbewerb getrennt, benennen könnte, wäre es geheuchelt, wenn ich bezüglich der Nationalmannschaft ein Spiel wie das WM-Aus gegen Bulgarien in den USA nennen würde. Ich erinnere mich an meine Enttäuschung ob des Ausscheidens, und daran dass ich Letchkov doof fand, an das Spiel als solches aber gar nicht mehr. Vollkommen fertig macht mich der Gedanke, Trainer Baade könnte sich von den Antwortenden als schlechtestes „Pflichtspiel“ kein Turnier- sondern ein Qualifikationsspiel wünschen. Davon habe ich mir eine Vielzahl gar nicht angesehen …

Und so bleibt mir nur die Nichtteilnahme am Gewinnspiel – und aber nochmal der Hinweis darauf. Denn wer von Euch weniger lieblos auch die schlechten Darbietungen der deutschen Nationalmannschaft verfolgt hat sollte unbedingt versuchen zu gewinnen. Hier.



Illustration: Christoph Härringer

Das hat Spaß gemacht!

14.09.2015: Das hat Spaß gemacht! Zum Spiel FC Schalke 04 - Mainz 05 2:1

Schalke siegt im zweites Saisonheimspiel gegen Mainz mit 2:1. Nach sehr starkem Start der Blauen blieb nicht alles immer gut, aber das Spiel insgesamt blieb toll. Schon lange erlebte das Stadion ein Spielende nicht mehr so elektrisiert, allesamt stehend, den Schlusspfiff ersehnend. Ich mochte dieses Spiel sehr!

Dieses Verschießen von Strafstößen ist zum Haare raufen. Schade auch, dass die Blauen nach 20 Minuten ein wenig an Tempo einbüßen mussten, was Mainz Gelegenheit gab sich im Mittelfeld zurechtzufinden. In der Rückwärtsbewegung offenbarten Junior Caicara und Roman Neustädter Schwächen. Und im Mittelfeld wurden auch immer mal wieder Bälle leichtfertig verloren, die Mainz mit schnellem Umschalten zu guten Chancen machte.

Mainz hatte sie, die Chancen, und wenn’s ganz blöd läuft kassiert man zwei Treffer, spielt nur unentschieden oder verliert die Begegnung sogar. Das war eben Mainz‘ Part zu einem aufregenden Spiel. Der Schalker Part führte zum Sieg und war keineswegs weniger aufregend.

Die Power, mit der Schalke loslegte, war schon beeindruckend! Gerade über die Außen brachte Schalke sein Spiel durch. Dort spielte man auf den beiden Flügeln unterschiedlich. Während Choupo-Moting als Rechtsaußen eher an der Linie blieb und als Anspielstation oft Franco Di Santo rausrückte war es links häufig so, dass Meyer von außen kommend in die Mitte rückte, bis Höhe Strafraumkante. Aogo bespielte als Außenverteidiger links die ganze Linie und Meyer war etwas zentraler die Anspielstation, die mit einer flotten Drehung neue Situationen schaffen konnte. Immer schön anzuschauen, wenn sowas funktioniert, wie zum Beispiel in der Situation vor dem Strafstoß.

Schön anzuschauen, wenn diese Jungs so aufspielen. Meyer, Goretzka im Zentrum, Geis im Aufbau, Matip überall wo’s wichtig wird … sie wirkten anfangs wie „losgelassen“ und hatte schnell das Stadion hinter sich gebracht. Das machte das Spiel am Ende für mich aus. Auch als nicht mehr alles gelang, als Schalke nicht mehr dominant war, sondern kämpferisch dagegenhalten musste, hatte in diesem Spiel jeder Zuschauer das Gefühl, dass diese Mannschaft alles reinwarf was sie hatte. Das alleine führte zu Begeisterung und machte diese Begegnung zu einem echten Heimspiel, das sich so heimspielig anfühlte wie (leider) schon lange nicht mehr.