Verdienter Sieg nach Flankenfestival

Schalke schlägt Asteras Tripolis mit 4:0. Damit wurden die Blauen der Favoritenrolle in ihrer Europa League-Gruppe gerecht.

In der Anfangsphase machte Asterias einen gut organisierten Eindruck. Man stand tief, überließ Schalke den Ball und bot wenig Platz. In einigen Situationen konnte man erahnen, was an dieser Mannschaft gefährlich werden könnte: Als Schalke nach einer Ecke den Ball verlor spurteten plötzlich 4 Spieler in Gelb Richtung Schalker Tor. Letztlich gelang Tripolis solch ein Punch nie, Schalke war aufmerksam, unterband viele Pässe im Mittelfeld. Schalke gewann dieses Spiel letztlich souverän, weil man erkannt hatte, dass Asteras auf den Außenbahnen nicht gut verteidigte.

Schalke schlug in der ersten Halbzeit 21 Flanken, mehr als in allen bisherigen Saisonspielen über 90 Minuten. Das war nicht spektakulär und schuf auch nicht automatisch Torchancen. Aber es war die beste Möglichkeit, den stabilen Abwehrblock im Zentrum zu umspielen und um Situationen vor dem Tor Asteras zu kreieren. Diese Ausrichtung und ein bisschen Geduld reichte, nach dem 2:0 in der 37. Minute war das Spiel entschieden.

Schön, dass Franco di Santo traf, nach sieben Spielen ohne Treffer wird ihm das helfen. Schön, dass Kaan Ayhan mal wieder ran durfte, dass Sané mal für 90 Minuten auf dem Platz war, dass Benni Höwedes wieder von Beginn an dabei sein kann und dass Johannes Geis mal früher raus konnte. Schön vor allem auch der Pass von Leroy Sané, vor Klaas-Jan Huntelaars Treffer. Aber letztlich war die zweite Halbzeit ein Auslaufen.

4:0 klingt spektakulärer, als es letztlich war. Ein ordentlich herausgespielter Arbeitssieg. Vollkommen verdient, natürlich. Ein Sieg, den man so erstmal liefern muss, den man aber eben auch liefern muss – wenn ihr versteht, was ich meine.

Sonntag kommt Köln.



17 Kommentare zu “Verdienter Sieg nach Flankenfestival”

  1. Maddin sagt:

    Ey…psssst…Torsten, komm wir freuen uns heimlich so richtig….ich verrate es auch niemandem;)

  2. blues sagt:

    Das Schalker Spiel zeichnet derzeit vor allem eines aus: Es geht immer weiter nach vorne… Ob durch die Mitte oder über die Flügel, egal ob ein Sieg Pflicht oder Kür ist. So werden der Kellersche Ergebnisfußball und Di Matteos Abwehrmonstrum bei mir bald nur noch Erinnerung sein.

  3. juergens04 sagt:

    genau Freude ist angesagt…. die schlechten Schlagzeilen überlassen wir den „anderen“ die sich alles schönreden ;-)

  4. Carsten sagt:

    freue mich…. einige „aber“ hätte ich zwar schon… ach lassen wir das^^ erstmal den Moment geniessen und Sonntag abwarten… da winkt der 2. Tabellenplatz wenn es so kommt wie ich es mir denke!^^

  5. wilbor sagt:

    Ein Arbeitssieg ist für mich was völlig anderes, lassen wir es Deiner fehlenden Euphorie geschuldet sein. Geht mir übrigens ähnlich in den Vorrundenkicks der EL. Freue mich trotz allem an der aktuellen Spielweise und an den stark reduzierten Eintrittspreisen. Wurde das hier bereits erwähnt?

  6. Lutt sagt:

    Asteras und PAOK stellen in der griechischen Liga ungefähr gleiches Niveau dar – nur um mal einen Vergleich zu ziehen.
    Ich glaube, es ist nicht selbstverständlich, die mit 4:0 wieder nach hause zu schicken, daher kann ich meine Euphorie etwas schwerer bremsen ;-)

    Die Jungs erledigen gerade ihre „Pflichtaufgaben“ mit absoluter Bravour. Zu erkennen, dass ein tief stehender Gegner über die Flügel geknackt wird und das auch noch zu tun(!), ist m.E. neu. Vermutlich hätten wir in der letzten Saison den Ball an der Mittellinie und dahinter hin und her gespielt und kein Mittel gefunden.

    AB hat viele Spieler besser gemacht, manche auch überhaupt erstmal gut, das System (bzw. die Systeme) liegt der Mannschaft und ohne defensiv zu klotzen haben wir 7 von 10 Pflichtspielen zu Null gespielt. Wir haben das Glück teilweise wieder auf unserer Seite. Und ich sehe ein echtes Kollektiv, auch die rotierten Spieler funktionieren.

    Ich bin sehr euphorisch ;-)))
    (und voller Hoffnung, dass uns zu erwartende Täler diese Saison nicht aus der Bahn werfen)

  7. Don Altobello sagt:

    Auch in puncto Teamgeist hat sich viel getan. Nicht nur fußballerisch ist Geis der perfekte Neuzugang. Zitat di Santo: „Er (Johannes Geis) hat mir den Ball gegeben und gesagt, wenn ich treffe, hätte ich drei“. Für den Teamgeist ist vor allem der Trainer verantwortlich. Er scheint da einiges richtig gemacht zu haben.

  8. BlueNote sagt:

    Bis auf „Arbeitssieg“ bin ich dabei, Torsten. Dafür waren es zu viele, z.T. auch sehenswerte Offensivaktionen in HZ 1. Freue mich auf Sonntag. Da steht eine größere Herausforderung in der gegnerischen Hälfte als gestern.

  9. Torsten sagt:

    Ein Arbeitssieg ist für mich was völlig anderes, lassen wir es Deiner fehlenden Euphorie geschuldet sein.

    Bis auf „Arbeitssieg“ bin ich dabei, Torsten.

    Ich habe tatsächlich kurz innegehalten und mir überlegt, ob ich das so schreiben „darf“. Diesem Begriff hängt eben was Negatives an. Ich finde das aber falsch.

    Wenn ich einen Handwerker bestelle und er den Job zur vollen Zufriedenheit erledigt ist alles gut. So ungefähr sah ich das Spiel auch. Wir alle haben einen Sieg erwartet. Schalke hat die Schwächen des Gegners erkannt, bespielt und ist darüber zu einem verdienten Erfolg gekommen. Ich finde das so recht passend dargestellt.

  10. BlueNote sagt:

    Offenbar interpretiert jeder den Begriff etwas anders für sich. Ist ja auch ok. Negativ sehe ich ihn auch nicht unbedingt. Er steht nur, nach meiner Auslegung, für einen Sieg, der eher durch Kratzen, Spucken, Beißen, also eben Kampf, zustande kommt, als durch Spielkultur. So wie Du „Arbeitssieg“ für Dich definierst, passt es schon auf das gestrige Spiel. Nach meiner Definition halt nicht.

  11. crisscross04 sagt:

    Alles gut, oder was?! Ob Arbeitssieg, glücklicher Sieg oder verdienter Sieg (wie sagte gestern der Kommentator beim Remis der Tuchel Truppe: „Was heißt schon unverdient?!?“) – man sollte im Moment diesen selbigen genießen und sich freuen. Ja, das muss man auch können! Nicht nur Jammern und Heulen, wenn es mal nicht so läuft. Erfolg macht sexy und hungrig. Beides ist gut.

    Was mir am meisten Freude bereitet:

    Fast jedes Spiel wird durch einen anderen Spieler entschieden. Aber im Mittelpunkt steht immer das Team und der Einsatzwille. Das ist eine sehr bemerkenswerte Entwicklung.

    Und der Breitenreiter macht Spaß. Der versprüht endlich nach Jahren der Tristesse eine positive Aura auf Schalke. Und der Funke scheint auf die Mannschaft überzuspringen. Hoffentlich kann er sich das auch bei den Niederlagen, die da kommen werden, beibehalten. Aber ich bin auch hier eher positiv gestimmt. Grund: Ich habe immer noch die PK von di Matteo und Breitenreiter im Kopf. Der Breitenreiter war trotz der prikären Tabellensituation von Paderborn und der unglücklichen Niederlage auf Schalke besser gestimmt als ein di Matteo, der … no comment … Es spielt sich halt alles im Kopf ab! Wie gut, dass wir diese Zeiten erst einmal hinter uns gelassen haben.
    Und der Breite ist mir vom Typ wesentlich sympathischer als Tuchel, Weinzierl, Klopp usw. Der passt irgendwie zu uns. Ob Breite uns auch nachhaltig ganz nach oben führen kann, wird sich noch zeigen (müssen). Nicht nur in dieser Saison, sondern auch in der nächsten, etc., etc.
    Denn diese Nachhaltigkeit wird der Gradmesser sein, woran er sich bei den „Oberen“ messen lassen muss.

    Aber: Ist eine nachhaltige Entwicklung dieser jungen Mannschaft bei dem aktuellen Transferwahnsinn überhaupt möglich? Oder wird ein Sane, Meyer, Matip, Goretzka nach einer hoffentlich erfolgreichen Saison nicht zu halten sein, wenn die Bayern (oder gar Wolfsburg oder englische Clubs) mit den Titeln und Scheinen wedeln?!
    Ja, ich gebe zu, es schmerzt, wenn ich Draxler in „Grün“ spielen sehe. Rein geschäftlich ein super Deal. Aber ich komme immer noch nicht darüber hinweg, wie man von Schalke zu Wolfsburg wechseln kann. Das geht nicht in meinen emotionalen Kopp rein. Aber das war schon damals bei Neuer so.
    Und sind wir Fans dann auf Dauer mit Tabellenpätze 3-6 zufrieden? Oder fühlt man sich dann eher wie in einem Hamsterrad?!

    Jaaahhaa, ich freue mich immer noch. Es fühlt sich gerade verdammt gut an. Aber manchmal schaue ich auch über den Tellerrand. Und was ich da sehe, gefällt mir weniger gut.

    P.S.: Was den Sport1 Kommentator gestern geritten hat, als er Meyer als Verlierer des jetzigen Erfolgs einstuft, hat mich schon ein wenig gewundert. Aber nun gut. Man muss nicht alle geistigen Ergüsse der Medienwelt verstehen.

  12. Rjonathan sagt:

    Wolfsburg wedelt nächste Saison nur noch mit Rauchzeichen, mach dir da mal keine Sorgen. ;)

  13. Speed Glas sagt:

    @crisscross: Ich gebe dir recht mit Breitenreiter. Er scheint genau der richtige für Schalke zu sein. Aber ich teile auch deine Sorge um die vielen jungen Talente. Und ja, es tut weh wenn ich Draxler in WOB sehe. Es wäre wirklich kaum zu ertragen, wenn wir in den nächsten Jahren alle die jungen guten Spieler des Geldes wegen abgeben.

  14. derwahrebaresi sagt:

    @crisscross04 & Speed Glas

    Wer war nochmal Draxler? ;-/

  15. Oskar Zirngiebl sagt:

    Wer Draxler ist?
    Ein granatengeiler Kicker, der das Zeug zum Superstar hat! Der in unserer Schmiede geformt wurde!

    Wenn ich heute im Kreisel lese, dass wir früher Klaus Fischer ausgepfiffen haben, als er zum FC Köln ging, schäme ich mich jetzt noch!

    So!

  16. Carlito sagt:

    Endlich mal ein Trainer, der den Spruch, alle im Kader sind wichtig, nicht raus haut, weil man den halt so raus haut. Sondern der es ganz offensichtlich ernst meint. Und der ob der Ausgeglichenheit des Kaders, wenn dieser auch nicht extrem groß ist, dazu in der Lage ist. Und dann, wenn nicht in solch einem Spiel, wann dann, dies (also die Rotation) dann auch durchzieht.

    Die Spieler scheinen es ihm zu danken und dem Mannschaftsgeist scheint es auch sehr gut zu tun. Wann hat man schon mal einen Hunter lachen und mit dem Trainer flachsen gesehen, nachdem er nicht gespielt hat, obwohl er fit war, wie nach dem Spiel in Hamburg?

    Finde ich alles extrem gut, was da momentan so abgeht auf Schalke. Auf und vor allem auch neben dem Platz! Schauen wir mal, wie es sich weiter verhält, falls die Ergebnisse mal nicht so stimmen. Ob die Stimmung in der Mannschaft, zwischen Mannschaft und Trainerteam und nicht zuletzt die bei den Fans das dann weiterhin so trägt. Ich bin gespannt!

    PS: die Sorge bzgl. unserer ganzen Talente teile ich auch. Denn da kann verdammt noch mal etwas großes heranwachsen, wenn man es schafft, diese grds. Truppe zusammenzuhalten und punktuell immer mal wieder verstärkt.

    Wie stand es schon in diversen Gazetten nach dem Hamburgspiel? Mit dieser Mannschaft könnte S04 die nächsten 5-7 Jahre zusammen spielen, ohne großartig was zu verändern. Drücken wir uns allen die Daumen, dass Hotte es schafft, die Truppe (inklu Trainer) möglichst zusammen zu halten!

  17. Ney sagt:

    Statt 5-7 Jahre wären selbst bei romantischer Erwartung 2-3 Jahre der Horizont. Und wenn Schalke nicht dauernd CL-spielt, wird jährlich einer gehen wollen plus einer gehen müssen.

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