Gerader Weg mit Hindernissen

Ein kurzfristiger Weggang Heidels komme nicht in Frage, sei für Mainz nicht zu stemmen. Man müsse sehen, wie sich die nächsten Monate entwickeln. So lautete die Aussage von Mainz-Präsident Harald Strutz nach, einer Vorstandssitzung gestern Abend. Aussagen, die lediglich das wiederholen, was man auch zuvor schon aus Mainz hörte. Kein „Heidel darf nicht wechseln“ sondern ein „Heidel kann jetzt noch nicht wechseln“. Heidel selbst sagte stets, er würde seinen Club nur verlassen, wenn die Nachfolge geregelt sei. Das steht eben noch aus.

Eigentlich sollte der Fahrplan nun klar sein: Schalke 04 macht reinen Tisch mit Horst Heldt, spricht sich intern klar für Christian Heidel aus und einigt sich mit ihm auf einen unterschriftsreifen Vertrag. Christian Heidel und der Vorstand des FSV Mainz 05 suchen und finden eine Lösung für die Nachfolge des Managers und Christian Heidel bereitet die Übergabe vor. Mainz 05 und Schalke 04 einigen sich auf eine Ablösesumme für den Manager, dessen Vertag eigentlich noch bis 2017 Gültigkeit besitzt.

Ein Ablauf wie auf Schienen, wäre da nicht der Druck der Öffentlichkeit, die dieses Thema bis zum Abschluss regelmäßig wiederkäuen wird – bei jedem Interview mit einem Spieler dessen Vertag noch verlängert werden soll, bei jeder Frage zu Verstärkungen im Winter, bei jedem Punktverlust eines der beiden Clubs sowieso. Und wäre da nicht stets Hickhack im Club Schalke 04 selbst, der gewohnt dilettantisch eben nicht intern, sondern über die Medien ausgetragen wird.

Wäre es nicht so peinlich, man müsste fast lachen, wenn Mitglieder des Aufsichtsrates bemängeln, sie würden von Vorgängen nur aus den Medien erfahren, diese Beschwerde aber nicht im Aufsichtsrat, sondern bei Journalist Manfred Hendriock zum Ausdruck bringen. Ein Verhalten zum Schaden des Vereins, der einen einmal mehr zweifeln lässt, ob da die richtigen Leute in Schalkes Aufsichtsrat gewählt worden sind.

Der Weg Christian Heidels zu Schalke ist unwegsam.



46 Kommentare zu “Gerader Weg mit Hindernissen”

  1. Fabian sagt:

    Nunja, Heidel bleibt wohl, bis mindestens nächsten Sommer, in Mainz. Dabei gehe es vor allem darum einen Nachfolger zu finden. Sollte bis dahin einer gefunden werden, bekäme er mit Sicherheit die Freigabe zu uns zu wechseln.

    Mit dem Doppelpass schien Hottes Abschied besiegelt. Im Laufe dieser Woche wird es Gespräche geben und es wird sich zeigen, ob wir eine Interimslösung, eine komplett andere Lösung als Heidel oder eine Vertragsverlängerung erleben werden.

  2. Maddin sagt:

    Ach ja, der gute Manfred Hendriock und die alte WAZ-Connection:

    „Der Zeitungsverlag der WAZ ist ein ehemaliger Arbeitgeber von Schalkes amtierenden Finanzvorstand Peter Peters. Schalkes Aufsichtsratsmitglied Peter Lange ist gleichzeitig Mitglied der Geschäftsleitung des Zeitungsverlages der WAZ.“

    Immer auf dem schmalen Grad zwischen Schleimberichten und Günther (Kra-)Wallraff-Journalismus, dieses Käseblättchen….

  3. Rudinho sagt:

    Eigentlich ist die Verfahrenskritik am Ehrenrat durch die Causa „Suspendierung von AR Hefer“ ja öffentlich; wahrscheinlich wird hier nur 1 und 1 zusammengezählt. Schalke halt.
    http://www.westline.de/fussbal.....n-ehrenrat

  4. andres sagt:

    natürlich ist es einerseits unschön, dass wieder öffentlich gezankt wird, aber das kind war an der stelle ja schon im brunnen.
    und andererseits ist es ja nicht falsch, den finger in die wunde ‚eilausschuss‘ zu legen

  5. rjonathan sagt:

    Ich sehe eigentlich nicht, wieso Heldt nicht seinen Vertrag bis Ende der Saison erfüllen sollte. Wenn er unbeschadet aus der Nummer raus will, dann muss er genau in dieser Zeit seine Professionalität unter Beweis stellen. Hinschmeißen kann er ohnehin nicht.

  6. Lippowski sagt:

    vielleicht sollten wir Mitglieder und auch der Wahlausschuss mal darauf achten, wie es um die Chemie innerhalb des Aufsichtsrates bestellt ist. Wenn nur noch Leute in den AR gewählt werden, die sich darüber profilieren, dass sie gegen Tönnies sind, kann es keine vertrauensvolle Zusammenarbeit geben. Zumindest solange Tönnies noch AR-Vorsitzender ist. Die Zusammenarbeit mit den geschassten Kemmer und Müller schien gut gewesen zu sein.

  7. eakus1904 sagt:

    Zu Heidel: Ja, das öffentliche Hickhack ist mal wieder typisch für uns. Aber wer sagt denn, dass die undichte Stelle dieses Mal von unserem Club ausgegangen ist? Das größere Interesse, Druck aufzubauen, hat sicherlich Mainz 05. Ähnlich wie Augsburg mit Weinzierl. Das ist natürlich alles andere als schön, aber leider nicht zu ändern.

    Zum AR: Ja, der gewählte Weg ruft tatsächlich ein Kopfschütteln hervor. So etwas muss intern geklärt werden, denn gerade die Präsenz in der Öffentlichkeit wirft man Clemens Tönnies ja andauernd vor.

    Andererseits scheint sich etwas zu bewegen, es ist nicht mehr nur ein Gremium, welches die Entscheidungen von CT abnickt und widerspruchslos mitträgt. So wirkt es zumindest. Ob es gleich unbedingt die falschen Leute sind, wird sich nach der nächsten MV zeigen, wenn diese Personen dann das Zepter in der Hand haben. Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass der Wahlausschuss CT nicht mehr zur Wahl aufstellen wird.

  8. Lippowski sagt:

    @eakus1904: Ich glaube, dass die Leute im Wahlausschuss gerne so handeln würden. Das können die aber gar nicht bringen. Gewählt wird immer noch von den Mitgliedern. Was soll denn gegen die grundsätzlich Eignung von CT sprechen?

  9. eakus1904 sagt:

    @Lippowski: Gar nichts. Es sprach ja auch nichts gegen die grundsätzliche Eignung von z.B. Ingolf Müller. Dieser war ja AR-Mitglied und wurde einfach nicht mehr zur Wahl aufgestellt.

    Es geht ja nur darum, dass der WA aus seiner Sicht die am besten geeigneten Kandidaten zur Wahl aufstellt. Die Entscheidung ist nicht anfechtbar und muss nicht begründet werden. Also können die es durchaus bringen. Und dass die Mehrheit des WA aus extrem Tönnies-kritischen Leuten besteht, ist ja nun auch kein Geheimnis.

  10. Lippowski sagt:

    schon in diesem Jahr war vielen schleierhaft, warum die neuen Kandidaten besser geeignet sein sollen als Müller und Kemmer. Ich hoffe, dass der Wahlausschuss daraus gelernt hat. Wen wollen die denn präsentieren, der geeigneter als CT mit all seiner Erfahrung ist?

    Die machen mir da viel zu viel Politik.

  11. #Link11: Engel kurz vor dem Fall | Fokus Fussball sagt:

    […] ein Nachfolger gefunden und Heidels Wechsel nach Schalke vollzogen werden kann. Torsten Wieland (Königsblog) ist weniger optimistisch. Aus erfahrener Schalker Sicht sei mit Hickhack und Dilettantismus zu […]

  12. Rudinho sagt:

    Ob das Politik ist? Ich rechne eigentlich damit, dass der Wahlausschuss sowohl Clemens Tönnies als auch Peter Lange wieder aufstellen wird, aber daneben auch noch zwei weitere starke Kandidaten mit einem alternativen Profil. Die Wahl dürfte spannend werden, wenn auch Tönnies mit großer Wahrscheinlichkeit wiedergewählt wird.
    Mit der Demission von Heldt wäre der Sündenbock für die Fehler der Vergangenheit gefunden, für den Erfolg den wir hoffentlich diese Saison insgesamt haben werden wäre der vom bodenständigen Aufsichtsratsvorsitz gefundene neue Trainer zuständig.

  13. Pukki1904 sagt:

    Unfassbar dieser AR- keinen Schneid um die Auseinandersetzung mit CT intern zu suchen,sondern sich statt dessen der WAZ zu bedienen. Ein echtes Schmierentheater. Diese Leute handeln gegen den Verein und wenn deutlich würde wer das konkret ist, gehören die direkt gegangen oder abgewählt.

  14. Torsten sagt:

    Ich hoffe inständig, dass Tönnies zur Wahl gestellt wird. Es muss die Aufgabe des WA sein, ihm sehr starke Kandidaten gegenüberzustellen. Es muss die Aufgabe der Mitgliederversammlung sein, Clemens Tönnies abzuwählen.

    Würde der WA Tönnies nicht zur Wahl zulassen hätte das was von einem „Staatsstreich“. Die Folgen möchte ich mir nicht ausmalen. Es würde böse enden.

  15. blues sagt:

    Tönnies und aufhören? Wo steckte der eigentlich?

    „Da gehe ich erst, wenn alles bezahlt ist. Dazu brauchen wir noch ein bisschen.“

    Also nie.

    …Tönnies fuhr mit einem 18 Tonner Militärlaster wochenlang durch Afrika, Tönnies bei Flüchtlingen, Tönnies bereits im Vorwahlkampf.

    http://www.welt.de/sport/fussb.....-will.html

  16. leoluca sagt:

    @Torsten.
    Ich würde es „Palastrevolution“ nennen, die alles wäre, nur nicht demokratisch.

    Wie da ein oder zwei Aufsichtsräte ihre Profilierung gegen Clemens Tönnies öffentlich über die „Medien“ suchen, das ist das Gleiche, das Schalke.Vereint dem AR-Vorsitzenden über Jahre – zurecht – vorgeworfen hat.

  17. Fan sagt:

    Mit Mike Büskens, Huub Stevens und Ebbe Sand beraten drei Schalker Eurofighter und hervorragende Fußballkenner den Schalker Aufsichtsrat, die jederzeit hervorragend auch den Job als sportlicher Manager übernehmen können. Wahrscheinlich wären sie auch geeigneter als Heidel und hätten auch ein viel besseres Standing bei Fans und Umfeld. Es gibt also keinen Grund für Schalke auf einen Heidel zu warten.

  18. Fan sagt:

    Zu Horst Heldt:

    Der hat einfach zu viel Geld vernichtet. Denn kein anderer Manager in der Bundesliga (außer bei Bayern) hat in den letzten Jahren auch nur annähernd so viel Geld für Spieler und Trainer ausgegeben wie Horst Heldt auf Schalke. Gemessen am Lizenzspieleretat, also dem Geld, das Heldt in den letzten fünf Jahren Saison für Saison ausgegeben hat für die Mannschaft (konstant 80 Mio., jetzt über 90 Mio. Euro), müsste Schalke längst alleiniger und unangefochtener Bayernjäger sein.

    Gerettet haben Heldt und Schalke finanziell alleine die Transfers von Neuer und Draxler und die anderen Eigengewächse, also die super Arbeit unserer Knappenschmiede.

    Neben all seinen teuren totalen Transferflops (wie Fuchs, Obasi, Hildebrand, Marica, Pukki, Barnetta, Santana, Affeley, Bastos, Szalay, Clemens, Sam, Boateng u.a.) sind auch die anderen Profis fast alle (Ausnahmen: Höger und Fährmann, der eine Schalke-Klausel in seinem Vertrag hatte als er von Frankfurt nach Schalke kam) von Heldt völlig überteuert hinsichtlich Ablöse und/oder Gehalt verpflichtet worden. Und mir fällt spontan kein einziger Spieler ein, der unter Heldt geholt und mit finanziellem Gewinn verkauft wurde. Stattdessen zahlt Schalke Spielern, die ausgeliehen werden, regelmäßig auch noch teilweise das Gehalt weiter: Bestes Indiz dafür, dass auf Schalke nicht marktgerechte (völlig überhöhte!) Gehälter gezahlt werden.

    Neben einer katastrophalen Außendarstellung hat Heldt ansonsten nur ein völlig konzeptloses hire and fire mit sämtlichen Trainern (Stevens, Keller) praktiziert, die er den Medien immer dann sofort zum Fraß vorgeworfen hat (auch schon Rangnick mit den bekannten Folgen: die Krankheit während der Demontage kam wohl einem Rauswurf zuvor), wenn es ihm darum ging sich selbst aus der Schusslinie zu bringen. So wird es auch wieder bei Breitenreiter sein, wenn der Aufsichtsrat nicht endlich die Notbremse zieht.

    Vom totalen Fehlgriff Di Matteo und dem Debakel um Santana und Boateng, dem Schalke wohl monatlich mehr als eine halbe Mio. Euro weiterzahlen muss und dessen Management Heldt (und damit auch Schalke) total vorführt, will ich gar nicht erst anfangen…

    Und Heldt soll jetzt auch nicht so tun, als ob er überrascht ist, dass sein Vertrag nicht verlängert wird. Ab der Verpflichtung von Matteo (dessen Vertrag schon länger lief als der von Horst Heldt), und spätesten als sein Vertrag nicht mit der Verpflichtung von Breitenreiter verlängert wurde, musste ihm klar sein, dass er nur noch eine Lame Duck ist. Er selbst hat ja seit dem auch gar keine Anstalten mehr gemacht um von Düsseldorf nach GE zu ziehen (was er aber von Spielern verlangt!), was jedenfalls ein Indiz dafür ist, dass er selbst nicht mehr mit einer Vertragsverlängerung gerechnet hat.

  19. blues sagt:

    @leoluca
    Ein Aufsichtsratsvorsitzender der das höchste Schalker Gremium so organisiert, dass neben dem Budget nur noch eine einzige weitere Entscheidung von diesem Gremium in einem Geschäftsjahr getroffen wird und alle anderen Entscheidungen zusammen mit einem Kumpel in einem gesonderten Ausschuss trifft, hat alle Rechte auf Sitz in diesem Gremium verwirkt. Wer den Aufsichtratsvorsitz so eigen interpretiert wie Tönnies, muss und darf nicht mehr als Kandidat zugelassen und aufstellt werden.

  20. Floyd04 sagt:

    Als (Interims-)Nachfolger für Hotte kann es nur einen geben!

    http://www.kicker.de/news/fuss.....ssant.html

  21. Patigol sagt:

    @Floyd04: Peter der Große wird 2016 neuer starker Mann auf Schalke! Ups, hab ich da jetzt Interna ausgeplappert…?!

  22. leoluca sagt:

    @blues.
    Deine Auffassung, dass Clemens Tönnies im nächsten Sommer von seinem Posten des Schalker AR-Vorsitzenden abgewählt werden muss, ist natürlich legitim und mit dieser Meinung stehst Du bei weitem nicht allein.

    Nur: Warum sollte darüber nicht die Mitgliederversammlung entscheiden? Das höchste demokratische Gremium des Vereins.

  23. Nils sagt:

    Mit Tönnies als AR-Vorsitzender wird Schalke diese öffentliche Herumpolterei und peinliche Außendarstellung nie abstellen können. Das kreide ich ihm ganz alleine an.

    Aber ein toller Wahlkampf mit großartiger Unterstützung der Springer-Presse wird wohl für eine Wiederwahl sorgen.

    Sad but true.

  24. blues sagt:

    @leoluca

    Warum soll ein Mitglied des Aufsichrates, das diesen in der laufenden Periode seiner Wahlzeit offensichtlich per Geschäftsordnung ausschaltet* und damit dessen Kontrollfunktion mindestens behindert, nochmals zugelassen werden?

    Spricht doch bei einem solch krassen Fehlverhalten nichts dafür, oder?

    Wenn ein solches Geschäftsgebaren, das Vertrauen des Wahlausschusses gewinnen kann, macht sich nicht nur der Ausschuss sondern der ganze Verein lächerlich.

    *Immer vorausgesetzt das Statement des Aufsichtsrats Axel Hefer vor Gericht hält einer Überprüfung stand.

    http://www.derwesten.de/sport/.....85850.html

  25. leoluca sagt:

    Selbst für den Fall, dass die Indiskretion über das Schalker Werben um einen neuen Sportdirektor aus der Mainzer Führungsetage kommen sollte – ich frage mich trotzdem, warum die Schalker Führung so früh den Abschied von Horst Heldt einleitet.

    Vermutlich, weil man die nächsten Transfers und Vertragsverlängerungen nicht mehr hauptverantwortlich durch Heldt machen lassen bzw. den schnellen Wechsel schon zum Januar bzw. eben die nächste Saison – nach der laufenden Übergangssaison – dann langfristig planen will?

    Alles das würde aber heißen, dass es kein enges, vertrautes Verhältnis zwischen Heldt und Breitenreiter gibt, wie man immer so leicht annimmt. Denn würde es das geben, wären Tönnies und der AR ja bescheuert, sich von Heldt zu trennen.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der dilettantische Vollzug des Draxler-Transfers durch Heldt seinem Verhältnis zu Breitenreiter einen Knacks gegeben hat. Heldt hatte Jule, mit dem Breitenreiter längst die nächste Saison plante, nicht nur ständig ins Schaufenster gestellt. Er hat es auch versäumt, für adäquaten Ersatz im offensiven MF zu sorgen.

  26. blues sagt:

    Winkelzüge des Paten

    Bei der Süddeutschen geht Tönnies jetzt schon als „Pate“ durch. Und man kann kaum wiedersprechen. Sie formuliert dann ein paar interessante Gedanken (einen plausiblen Plan B) zu Heldts möglicher Demission.

    http://www.sueddeutsche.de/spo.....-1.2700785

  27. Rjonathan sagt:

    @leoluca
    Breitenreiter betont ja auch gerne, dass er an allen Transfers beteiligt ist. Das spricht auch nicht unbedingt für ein vertrauensvolles Verhältnis.

    @Blues
    Es ist aber doch nicht Aufgabe des Wahlausschuss, die Arbeitsweise des laufenden AV zu kritisieren, sondern nur prinzipielle Amtsfähigkeit festzustellen.

    @Tönnies
    Ich finde ihn ja immer ein klein bisschen weniger schlimm, als die Mehrheit hier. Er hat natürlich seine Provinz-Marotten, aber alles in allem ist er doch einfach ein typischer Deutscher Unternehmer und Macht-kaspar mit allen Vor- und Nachteilen. Ich würde jederzeit einem Wechsel an der Spitze zustimmen, wenn man einen ernsthaften Kandidaten präsentieren kann. Aber bislang ist mir noch keiner untergekommen.

  28. blues sagt:

    @Rjonathan
    „Die Entscheidung soll sich alleine an der Eignung der Kandidaten zum Aufsichtsratsamt orientieren.“

    Eignet sich ein Amtsinhaber weiter als Kandidat, wenn in seiner laufenden Amtszeit gezeigt hat, dass er den Autsichtsrat per Geschäftsordnung unterläuft?

    Aber klar, Tönnies ist alternativlos.

  29. Pukki1904 sagt:

    @blues
    eignen sich Amtsinhaber des AR wenn sie nichts besseres zu tun haben, als mit interenen Konflikten an die Öffentliche Presse zu gehen und somit dem Verein massiv schaden?

  30. Ney sagt:

    Die Amtszeiten des Eilausschusses (Tönnies, Lange) laufen aus, dazu nur noch die von Buchta. Da kann man also die tatsächlichen oder vermeintlichen Durchstecher 2016 nicht ersetzen (außer teilweise, falls Buchta dazugehört).

    Ich persönlich glaub ja, da hat der Sergey Kupriyanov gepetzt.

    Ja, genau, so war es.

  31. Torsten sagt:

    ich frage mich trotzdem, warum die Schalker Führung so früh den Abschied von Horst Heldt einleitet.

    Mag sein dass ich irgendeine Meldung verpasst habe. Nach dem was ich bislang gelesen habe hat kein Offizieller des S04 – nichtmal Horst Heldt – durchblicken lassen, Heldt würde seines Jobs enthoben werden?!

    Ich gehe davon aus, dass im laufe der Woche eine Pressemeldung kommt, in der mitgeteilt wird, dass sich S04 und Horst Heldt darauf geeinigt haben, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

    Ich denke dass Horst Heldt bis auf Weiteres weiter für den Club arbeiten wird. Aber selbst für den Fall, dass er sofort in‘ Sack hauen möchte, sehe ich darin auch nicht das „Horrorszenario“, dass Zeitungen der schönen Texte wegen nun gerne malen.

    Der Fahrplan für den Winter steht fest. Matip liegt schon ein Vertragsangebot vor, Högers soll verlängert werden, man will einen Außenstürmer verpflichten. Ich plädiere eh stets dafür, dass der Trainer letztlich die Entscheidung über die Eignung eines möglichen Neuzugangs fällt. Natürlich hat Heldt als Vorstand Sport „den Hut auf“, aber das Know How für das Scouting und für ordentliche Vertragsabschlüsse bleibt auch ohne ihn im Verein. Eine strategische Neuausrichtung steht aktuell nicht an.

    Tönnies wurde übrigens nicht von der Mitgliederversammlung als AR-Vorsitzender gewählt, sondern vom Aufsichtsrat. Auch die Zusammenstellung der Ausschüsse wird im Aufsichtsrat beraten. Ganz so isoliert scheint Tönnies in diesem Gremium also nicht zu sein. Mein Eindruck ist, dass die „Gegner Tönnies'“ im AR unter ihrem Minderheitenstatus leiden und deshalb nun mit öffentlichem Druck agieren möchten, um damit einen gewissen Ausgleich zu schaffen. Politisch ist das gerade eine gute Gelegenheit. Der Spaß im Stadion und die gute Stimmung um Breitenreiter sind Gift für den zur nächsten AR-Wahl angestrebten Wechsel.

  32. leoluca sagt:

    @Torsten.

    Mit „warum die Schalker Führung so früh den Abschied von Horst Heldt einleitet“ meine ich ja nicht, dass hier eine Entlassung von Heldt kurz bevorstehe. Aber wenn man das Gespräch mit einem potentiellen Nachfolger ziemlich frühzeitig sucht, was ich für sehr legitim halte, dann leitet man natürlich einen Prozess ein, der über kurz oder lang zur Trennung führt.

    Ich denke auch, dass Heldt, so fair er beim DoPa aufgetreten ist, nicht sofort in den Sack hauen wird, nur weil seine Vertragsverlängerung unwahrscheinlich geworden ist.

    Entscheidend bleibt, dass es für Schalke viele gute Gründe gibt, auf dem Posten des Vorstandes Sport und Kommunikation endlich den Wechsel zu suchen. Diese Gründe finden sich zahlreich allein in diesem Blog in fast allen neueren Threads und sie sind nach meiner Erfahrung durchaus repräsentativ für die Schalker Debatte.

    Wenn der SZ-Autor, Philipp Selldorf, nun aber gestern schreibt, dass „Tönnies mitten im sportlichen Aufschwung die Trennung vom amtierenden Manager betreibt, der diesen sportlichen Aufschwung initiiert hat“ – so halte ich diese Einschätzung für einen echten Griff ins Klo. Hat er vergessen, wer für das Trainerkarussell und die häufigen Transferflops verantwortlich war und immer noch ist? Ist Selldorf eigentlich klar, dass er mit dieser Behauptung die wichtige Rolle des Trainers für die neue Mannschaftsbildung auf Schalke ebenso klein redet wie die großen Leistungen der Knappenschmiede, die jetzt und dank dieses Trainers viele Früchte tragen.

  33. leoluca sagt:

    Auch erweckt Philipp Selldorf mit seinem übertriebenen Lob der Heldtschen Verdienste den Eindruck, als habe Clemens Tönnies mit dem derzeitigen Aufschwung auf Schalke rein gar nichts zu tun. Da neige ich doch eher zu Torstens Einschätzung, dass „der Spaß im Stadion und die gute Stimmung um Breitenreiter Gift sind für den zur nächsten AR-Wahl angestrebten Wechsel“.

  34. Torsten sagt:

    Jens Keller hat keinen Job und deshalb viel Zeit, über S04 zu reden. Zuletzt auf Sky, jetzt bei Spox ..
    http://www.spox.com/de/sport/f.....kkehr.html

  35. klopenner sagt:

    Das Interview von Jens Keller bestätigt irgendwie meine Meinung von ihm. Er ist immer noch extrem von sich selbst überzeugt und scheint den Sinn für die Realität verloren zu haben. Oder ich habe keinen Sinn für die Realität.

    Er kommt arrogant rüber (2.Liga? Nur wenn es perspektivisch passt), erkennt die Entwicklung auf Schalke nicht (Situation unter Breitenreiter nicht verbessert, Nach dem Köln Spiel sei die Stimmung gekippt)
    Es kamen schnell viele Anfragen nach der Entlassung, aber er wollte erstmal wie Klopp und Tuchel Energie tanken. Klar waren die 2 Jahre für ihn nicht leicht, aber ich habe dennoch das Gefühl, dass die 7 Jahre von Tuchel und Klopp deutlich intensiver waren.

    Ach, was äußere ich mich überhaupt zu Jens Keller. Der Typ war anfangs sympathisch, hat aber einfach zuviel in seiner Eigendarstellung und im Umgang mit der Presse verbockt. Bin einfach froh, dass er längst weg ist.

  36. leoluca sagt:

    Was mir bei den zahlreichen Tönnies-Kritikern in den Foren auffällt: sie arbeiten oft mit Unterstellungen statt Fakten. So taucht immer wieder die Behauptung auf, zuletzt gelesen im Westline-Forum, „bei CT wechseln sich eindeutige Bekenntnisse zum e. V. teilweise wöchentlich mit irgendwelchen Testballons Richtung Ausgliederung ab“.

    Das wird keineswegs belegt und meines Wissens kann es auch nicht belegt werden. Es handelt sich um Stimmungmache. Nicht schön.

  37. Fabian sagt:

    @ leoluca:

    Vor allem weil CT auf der letzten JHV klar und deutlich gesagt hat, dass es mit ihm keine Ausgliederung geben wird.

  38. Netsmurf sagt:

    Ich bin kein ausgewiesener Tönnies-Fanboy, aber Ihn jetzt als den Schuldigen an den Pranger zu stellen, ist mir zu einfach.

    CT hat im Sommer mit Eberl gesprochen, da hat sich übrigens der restliche Aufsichtsrat nicht bei der WAZ ausgeweint.
    Nach dieser Absage scheint CT wohl den Rhein etwas weiter runtergeschippert zu sein und hat auch den Heidel angesprochen.
    Wenn es für den Aufsichtsrat doch schon feststand, das der zeitlich befristete Kontrakt mit Horst Heldt „nur“ erfüllt (das ist keine Kündigung!) wird, dann hat er doch als zuständiger Fachbereichsleiter alles richtig gemacht.
    Ich kann doch in einer solchen Position nicht erst vier Wochen vor Vertragsende nach einen geeigneten Ersatz suchen.
    Und sind wir mal ehrlich, wenn ich einen Mitarbeiter mit Zeitvertrag als nicht ausreichend für die Unternehmensansprüche klassifiziere, dann sage ich das doch auch erst zu dem Zeitpunkt, zu dem man sich wegen einer weiteren Entscheidung auch zusammensetzt.

    Katastrophal ist der Maulwurf im Aufsichtsrat, der sich im höchsten Masse vereinsschädigend bei der WAZ ausgeheult hat, weil CT nicht auf seine SMS antwortet.
    Nicht das CT alles richtig gemacht hat, aber das rechtfertigt keine andere verwerfliche Handlung. Schon gar nicht sich mit der Presse gegen CT zu verbünden und bewußt das dadurch entstehende negative Image des Hauptvereins tolerierend in Kauf zu nehmen.

    Und in die Situation, in der sich Horst Heldt jetzt befindet, hat sich ganz alleine rein manövriert.
    Welche Langzeitperspektive, welchen roten Faden oder welchen Erfolg hat er erreicht?
    Trainerkonzept – hire & fire… Maximal Durchschnitt würde ich Ihm als Ergebnis ins Zeugnis schreiben. Und für Durchschnitt hat er zuviel Geld in die Hand genommen. Das war für fünf Jahre zu wenig persönlicher bilanzieller Erfolg.
    Ich erinnere noch einmal an Draxlertransfer. Was haben wir alle unisono bemängelt? Kein Plan B, obwohl er von dem Abwanderungswillen seit dem Saisonende Bescheid wußte.
    Liegt das vielleicht daran, das sein Scouting durch den Kicker wahrgenommen wird?
    Hat er irgendwo einen Spieler entdeckt, der vorher nicht schon durch die Gazetten ging, oder mit dem wir nachhaltig ein Transferüberschuß erwirtschaftet haben?
    Und das mit Geis hat jetzt auch ein Geschmäckle, wenn der Heidel zu dem Zeitpunkt schon mit Schalke kokettiert hat.

    Danke Horst Heldt, für mich war schon der Herr di Matteo deine letzte Patrone…

    Wer ist jetzt der Ober-Buhmann?

    Kandidat A, der als Patriarch nicht nur Schweinehälften zerlegt
    Kandidat B, der auf der Couch der WAZ Interna´s singt oder
    Kandidat C, der seine angekündigte Entscheidung genauso wie die Spieler suspendiert und vielleicht auch wieder rehabilitiert?

  39. Pukki1904 sagt:

    @netsmurf- super auf den Punkt gebracht- genau so isset

  40. leoluca sagt:

    @Pukki1904.

    Schließe mich an.

    Die Debatte um CT trägt absurde Züge: So wird Horst Heldt zurecht der Vorwurf gemacht, den Draxler- und Farfan Transfer eingefädelt zu haben ohne geeignete Nachfolger zu verpflichten. CT macht jetzt genau das, nämlich erst einen Nachfolger zu suchen und danach die Entscheidung bezüglich Horst Heldt. Dafür wird er dann teils sogar von den gleichen Leuten kritisiert …

  41. michael sagt:

    @netsmurf

    absolut auf den Punkt gebracht – und der arme Horst Held ;-) …..mir kommen gleich die tränen.

  42. Jan sagt:

    Für mich persönlich wäre es wünschenswert, wenn beide — Tönnies und Heldt — über kurz oder lang ihren Hut nähmen: Ein AR-Vorsitzender, der ständig ins operative Geschäft reinpfuscht, hat seine Aufgaben und Kompetenzen nicht verstanden und ist für seinen Posten ungeeignet. Ein Vorstand, der sich ständig vom AR-Vositzenden ins operative Geschäft reinpfuschen lässt, hat seine Aufgaben und Kompetenzen ebenfalls nicht verstanden und ist ebenfalls ungeeignet.

  43. leoluca sagt:

    @Jan.
    Dann solltest du aber erklären können, warum Clemens Tönnies und der AR als Heldt-Nachfolger ausgerechnet eine zweifellos starke Figur wie Heidel favorisieren.

  44. Jan sagt:

    @leoluca

    Eben das kann ich nicht erklären. Ich weiß nicht, ob sich ein Heidel von Tönnies ins operative Geschäft hineinpfuschen lassen wird, wie es Tönnies in der Vergangenheit getan hat. Daher sehe ich mit einer Demission Heldts auch nur die Hälfte des Problems gelöst.

  45. Netsmurf sagt:

    Vielleicht möchte ein CT auch einen starken Heidel installieren, damit er sich aus dem operativen Geschäft heraushalten kann und darf.
    Er hat ja auf der JHV gesagt „Wir haben verstanden“.

    Schalke hat keinen Präsident, der ab und an mal als Blitzableiter fungieren kann.
    Wenn man den Vorstand umbauen möchte, und das ist ja erklärtes Ziel, könnte ich mir vorstellen, das dieses auch ein möglicher Gedankengang ist.

    Ein Manager ausschließlich in seiner Funktion, einen Vorstand für die Zielvorgaben und Controlling und einen Aufsichtsrat als „Aufsichtsfunktion“ und Grüßaugust.
    Das Vereinslied kann CT ja :-)

  46. Eigenart sagt:

    @Netsmurf:
    „Vielleicht möchte ein CT auch einen starken Heidel installieren, damit er sich aus dem operativen Geschäft heraushalten kann und darf.“
    – Das kann ich mir nicht recht vorstellen. Es gab ja auf Schalke schon mal einen starken Manager, Herrn Magath. Wenn ich mich recht erinnere, kam CT mit ihm überhaupt nicht klar.
    Ich habe Heidel überhaupt noch nie wahrgenommen. Aber irgendwo habe ich gelesen, er sei ein Machtmensch. Falls das so ist, sehe ich die Konflikte mit dem Machtmenschen Tönnies vorprogrammiert. Aber vielleicht irre ich mich ja auch, und Heidel ist genau der Mann, der Schalke braucht. Hauptsache, er kann mit Breitenreiter…

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