Schon schade

Schalke verliert das Derby mit 3:2. Letztlich ein verdienter Sieg für Borussia Dortmund, obwohl Schalke seine Außenseiterrolle gut ausgefüllt hat. Im Kleinen waren es Schalker Fehler in profanen Situationen, im Großen stellte Dortmund aus nachvollziehbaren Gründen eben die dominante Mannschaft.

Ein neutraler Zuschauer wird den Sieg für Dortmund als verdient erachten, weil die Gelben das Spiel bestimmt haben. Dortmund agierte eigentlich über 90 Minuten, Schalke verteidigte und wartete auf Lücken.

Ich bin nicht neutral. Ich habe jeden Zweikampf mitgefühlt, habe mich über Schüsse ins Aus gefreut wenn’s eng war. Ich war angespannt, wenn Leroy Sané steil ging. Es war ärgerlich, dass Schalke die Borussen-Offensive so lange ordentlich im Griff hatte und dann solch „alberne“ Tore kassierte wie die ersten beiden, nach einer Flanke, nach einer Ecke. Es war toll wie Ralf Fährmann hielt, als Schalke die Offensive der Gelben nicht mehr so gut im Griff hatte. Es fühlte sich gut an, dass Schalke bei seinen Gegenstößen stets Gefahr ausstrahlte. Es war positiv überraschend, dass Klaas-Jan Huntelaar plötzlich wieder so abgezockt traf.

Derbyniederlagen sind ätzend. Ich konnte letztlich meinen Frieden mit diesem Spiel machen, weil die Blauen nie aufgaben, weil sie meines Erachtens ein gutes Spiel gegen einen für diese Mannschaft zu starken Gegner geboten haben. Die Voraussetzungen sind eben mittlerweile längst nicht mehr gleich, nicht mal mehr ähnlich.

André Breitenreiter bemerkte es richtig, relativierte die Einschätzung aus Gründen der Folklore und hatte doch recht. Der BVB ist Schalke hunderte Millionen Investoren-Gelder voraus. Für Aubameyang und Mkhitaryan hat Borussia dem Vernehmen nach über 40 Millionen Euro an Ablöse bezahlt, für Sokratis, Ginter und Ersatzstürmer Ramos nochmal 30 Millionen.
Dortmund kann sich fertige Qualität leisten, während Schalke vielfach auf Talente und deren Entwicklung setzt und setzen muss. Eine Entwicklung, die nicht weit genug vorangeschritten ist, um gegen Dortmund ebenbürtig antreten zu können. Um diese Nachteile auszugleichen muss man weitestgehend fehlerfrei agieren und ein bisschen Glück haben.

Das kann gelingen. Ganz so glatt lief es gestern aber eben doch nicht.



Foto: Tomek Bo



60 Kommentare zu “Schon schade”

  1. Floyd04K sagt:

    Geht mir ähnlich, habe das Spiel zusammen mit einem Borussen geschaut und konnte trotzdem nachher erhobenen Hauptes nach Hause fahren. Das war bei keiner der letzten Derbyniederlagen so.

    Jetzt irgendwie ein Unentschieden bei den Bayern ermauern und dann Leverkusen putzen, dat wär schön!

  2. Thomas 1904 sagt:

    Bei der Bewertung des Spiels bin ich absolut bei dir. Ein Spiel zum mitfiebern, die Jungs haben alles versucht und man muss sich keinesfalls schämen. Deinetwegen hab ich auch noch € 20 bei tipico verloren – aber die Quote war der Hammer und sagt schon alles.
    Das was du mit den Investorengelder sagen möchtest versteh ich nicht ganz. Ich denke unser Etat liegt fast ähnlich hoch wie der aus Lüdenscheid und in den vergangenen Jahren insbesondere auch während der beiden Meisterschaften unserer Nachbarn lag unser Etat sogar höher. Übrigens auch wir haben hübsche Summen investiert, nicht ganz so viele in Ablösesummen aber auch in total überzogene Gehälter. Geis, Nastasic, Boateng, Choupo, Sam, Szalai, Di Santo usw.
    Was ich sagen will ist folgendes – die haben einfach besser gewirtschaftet. Wenn ich dann noch seh wie erfolgreich unsere Knappenschmiede ist und war. Wieviel Stützen der Mannschaft und auch wieviele Millionen das gebracht hat (Neuer, Özil, höwedes, Matip, Max Meyer, Sane, Fährmann, Kolasinac, …..) , dann muss ich sagen es ist höchste Zeit nach einem neuen Manager zu suchen. Diese Arbeit war in den letzten Jahren erbärmlich.

  3. Fabian sagt:

    @ Thomas 1904:

    „Deinetwegen hab ich auch noch € 20 bei tipico verloren“ Soll das etwa ein Vorwurf an den Blogger sein? ;)

    2. Natürlich kann Dortmund sich die nötige Qualität durch ihre Börsengelder einfach kaufen. Andersrum haben sie dennoch in der Vergangenheit viel richtig gemacht, denn auch ihr Weg ging über Talente und einen fähigen Trainer. Ob bei uns nun ähnliche Voraussetzungen geschaffen wurden? Zumindest was Trainer und Spieler angeht, bin ich da recht optimistisch. Wie viel Geis, di Santo, usw. verdienen, weiß wohl nur der Kommentator selber. Etat schießt sowieso keine Tore. Leider. Auch die Abhängigkeit von der Kanppenschmiede ist mMn kein Nachteil für uns. Man stelle sich nur mal vor, wir wären von externen Neuzugängen abhängig. Da graust es einen schon.

    Zum Spiel selbst: Gerade in der ersten Viertelstunde habe ich über die vielen Grätschen gestaunt. Selten habe ich vorm Fernseher bei einem Ausgleich so laut gejubelt wie beim 1:1. Das Spiel hatte mich echt gepackt, obwohl es gerade für uns wenige Torchancen gab. Aber auch die Schwachgelben hatten, bis auf die dicken kurz nach Wiederanpfiff, nur wenige, die sie sofort in Tore umwandelten. Eine Niederlage, die daher in Ordnung geht. Trotzdem fühlt es sich ein wenig wie ein Unentschieden an.

  4. Thomas 1904 sagt:

    Sicher hab ich noch einige Namen vergessen. Einen Draxler aus der Jugend der uns Freude und vorallem viel Geld einbrachte.
    Genauso hab ich aber sicher auch noch einige Millionen Transferausgaben und Handgelder vergessen wie z.B. Santana und auch Caicaro.
    Was mich aber natürlich auch positiv stimmt wenn man bedenkt was da bei uns durch ein solides Wirtschaften alles noch möglich ist.

  5. Thomas 1904 sagt:

    @ Fabian
    Die Abhängigkeit ist absolut kein Nachteil!!! Es zeigt das bei uns viel möglich ist – es gibt keine andere Buli Mannschaft die derart viel Qualität aus der eigenen Jugend geschöpft hat.

    Ich hab null Ahnung was ein Geis oder ein Di Santo verdienen – ich wollt nur darauf aufmerksam machen das auch wir einige Millionen ausgegeben haben.

  6. Fabian sagt:

    Natürlich haben auch wir einige Millionen ausgegeben. Dennoch hat der BVB in den letzten Jahren ca. das dreifache an Ablösesummen rausgehauen als wir es taten. Da darf es einen dann auch nicht wundern, wenn man nicht mithalten kann. Wobei ich dann lieber nicht mithalten kann, was das finanzielle angeht, als die Profiabteilung auszugliedern, damit ich mehr Reibach machen kann. Aber lassen wir das Thema mal lieber ruhen.

  7. Bootz sagt:

    Schade auch, dass die eindeutige Nr. 2 der Liga so viel schlechter als die Nr.1 ist. dieses doppelte Gefälle ist schon Wahnsinn. Und alles hinter den Top2 ist noch mal deutlich schwächer.

  8. Rjonathan sagt:

    Fairerweise muss man sagen, sie haben auch regelmäßig große Qualität abgeben müssen. Karawane, Götze, Sahin, Lewandowski waren jeweils Stützen als sie weggingen. Das Geld kam auch aus solchen Transfers.

    Was mich zu der Frage bringt, die mich gestern beschäftigt hat. Wenn wir jetzt 20Mio von Draxler reinvestment, was für einen Spieler sollten wir holen? Ein Kollege meinte spielstarker Stürmer „wie Kruse“. Mir persönlich fehlt ein echtes Schlitzohr wie Raffael, Müller, Alex Meier, der Sturm und Mittelfeld kann. Das wäre einer, von dem Goretzka, Geis und Meier noch lernen können. Aber wo bekommt man solche Spieler in der Winterpause her?

  9. Fabian sagt:

    Solche Spieler bekommt man wahrscheinlich von der Ersatzbank eines ausländischen Top-Clubs. Spieler, die unbedingt noch mit zur EM wollen und per Leihe dann zu einem schwächeren Team wechseln. Wäre ich zumindest auch für. Ein spielstarker Stürmer/vorlagengebender Außenspieler wäre da schon recht gut. Sowas wie Sane halt. Nur mit mehr Erfahrung.

  10. andres sagt:

    da die Sturmflaute zuletzt unser größtes Sorgenkind war, ist des Hunters geplatzter Knoten doch wirklich ein Grund zur Freude
    bin gespannt, ob AB auch gegen die Bayern einen Motivationsschub gelingt

  11. Torsten sagt:

    was du mit den Investorengelder sagen möchtest versteh ich nicht ganz. (…) Was ich sagen will ist folgendes – die haben einfach besser gewirtschaftet.

    Fairerweise muss man sagen, sie haben auch regelmäßig große Qualität abgeben müssen. Karawane, Götze, Sahin, Lewandowski waren jeweils Stützen als sie weggingen. Das Geld kam auch aus solchen Transfers.

    Natürlich hat Schalke hausgemachte Probleme und natürlich machen die in Dortmund einen guten Job. Den großen Unterschied machen trotzdem die ca. 200 Mio, die der BVB in 2014 von Investoren bekam, und die zig Mio aus den ersten Veräußerungen. Damit wurde der Club wirtschaftlich auf gesunde Füße gestellt und die zweifellos gute Arbeit konnte zu einer Kaderwerterhöhung führen. Schalke muss die Erträge guter Arbeit (CL-Teilnahmen, Talentverkäufe) aktuell und noch auf Jahre hinaus dazu nutzen, seine Verbindlichkeiten abzutragen.

  12. daveoh sagt:

    Erstmal möchte ich mich für den Blog bedanken. Ich bin Borusse, lese ihn aber trotzdem gerne. Immer sachlich und vernünftig.

    Ich war gestern im Stadion und muss ein Kompliment aussprechen. Lange nicht mehr so viel gezittert. Schalke wirkte immer in der Lage noch ein Tor zu schießen.

    Besonders herausheben möchte ich 2 Spieler: Sané, der ist bockstark. Wahnsinnig sicher am Ball, klar in seinen Aktionen, blitzschnell und immer gefährlich. Da habt ihr einen Wahnsinnstalent, der mal zu den ganz Großen gehören wird. Und Fährmann. Was ist das ein bockstarker Keeper. Sicher, tolle Paraden, super Mentalität. In einer gerechten Welt wäre er klare Nummer 2 in der Nationalmannschaft, vor einem Zieler, Leno, ter Stegen oder Trapp.

    Das Spiel sollte Mut machen für kommende Aufgaben. Mit der gleichen Leistung und weniger individuellen Fehlern ist gegen Bayern, aber auf jeden Fall gegen Bayer was drin.

  13. Carlito sagt:

    Treffende Analyse des Spiels. Ich war, ehrlich gesagt, positiv überrascht, wie gut wir uns verkauft haben. Damit hatte ich nicht wirklich gerechnet nach den letzten Spielen.

    Und positiv stimmt mich, dass der Hunter endlich wieder überlegt abschließt, statt stumpf mittig auf den Keeper zu pölen.

  14. Werner04 sagt:

    @Carlito: Genau das habe ich auch bei seinem 2. Tor gedacht. Das war ja schon ein halbes Raúl Gedächtnis-Tor. :-)

  15. klopenner sagt:

    Stimme Torsten auch soweit zu. Viel mehr als Huntelaars Tore hat mich die Rückkehr von Platte gefreut. Auch wenn er sich nur einmal in Szene setzen konnte und das ne klare gelbe Karte war (fehlende Spielpraxis)

    Dass hier aber der Hunter schon wieder so hochgelobt wird, versteh ich dagegen nicht so ganz. Ja, er hat getroffen und das zweite hat er auch wirklich super gelöst, ein geiles Tor sozusagen, aber von geplatztem Knoten kann man doch noch nicht sprechen. Er hat halt mal wieder getroffen, so wie immer.

    Im ersten Jahr bei uns hat er 8 Tore gemacht, im zweite ist er „explodiert“ mit seinen 29 Toren, aber seitdem kommt nicht mehr als unterer Bundesligaschnitt. 12/13 waren es 10 Tore, 13/14 12 Tore, 14/15 nur 9 und aktuell sind es nach 12 Spielen 4 Tore. Wenn er diese Quote beibehält, landet er wieder bei 12 Toren. Dabei war er nur einmal lange verletzt, ausgerechnet in der Saison, in der er die zweitmeisten Tore erzielte. Hinrunde 13/14.

    Aubameyang und Lewandowski sind ihm meilenweit voraus. Allein weil man mit beiden viel besser spielen kann. Huntelaar muss wirklich im 16er sein und die Bälle zu 90% so bekommen wie er sie gebrauchen kann. Da er aber oft viel zu weit nach hinten geht und nach vorne zu langsam ist, wird er auch in Zukunft keine wesentlich höhere Torquote mehr erreichen. Dazu kommt, dass gefühlt niemand in der Bundesliga häufiger im Abseits steht als er und sich so oft am Rande der Legalität bewegt. Wie oft da Offensivfouls gepfiffen werden, weil er seine Arme nicht im Griff hat. So kommt mir das jedenfalls vor.

    Mir wäre es lieber gewesen DiSanto hätte getroffen. Aber ich lasse mich vom Hunter gerne eines besseren belehren. Wenn er jetzt ne Serie startet, bin ich ihm gewiss nicht böse.

    Ich glaube aber eher, dass er sich viele Auszeiten nehmen wird und mit 7-8 Spielen auf seine 12 Tore kommen wird. Nur werden diese Tore wohl eher wie gestern keine wirklich wichtigen sein, wie ein Ausgleich, ein Siegtor oder das wichtige 1:0.

    Ansonsten bin ich vom Spiel im Grunde auch sehr überrascht worden. Es gab aber viele Phasen im Spiel die eher an Ingolstadt erinnerten als an Gladbach. Es hätte mehr drin sein können, wenn wir präziser und vor allem schneller spielen würden. So wie Goretzka vor dem 1:1. Pass geblockt, schnell gedacht und Sané geschickt. Ich bin mir sicher, dass Meyer erstmal quer gespielt hätte. Der Junge muss meiner Meinung nach noch am meisten lernen. Er muss vor allem gedanklich schneller werden. Dann kann er wirklich groß werden.

  16. andres sagt:

    natürlich wird der Hunter die Kanone nie wieder in Händen halten. aber wenn er schon dauernd auf dem Feld steht, bin ich doch froh um jedes Tor das dabei rum kommt
    ansonsten hoffe ich auch, dass er uns noch eine Ablöse bringt und durch einen flexibleren (und charakterlich ausgewogeneren) Stürmer ersetzt wird

  17. Thomas 04 sagt:

    @ Torsten
    Da muss ich dir leider etwas kleinlaut Recht geben. Nur muss ich ehrlich sagen die Alternative gefällt mir auch nicht.

    Aber auch du musst zugeben wir hatten jahrelang einen viel zu hohen Etat und diesen hohen Etat trotz den eigenen Talenten wie sie sonst kein Club hervorgebracht hat. Da wäre soooo viel mehr drin gewesen!!!
    Und auch unsere Einkäufe haben sehr viel Geld gekostet und die Stützen der Mannschaft sind oder waren zumeist nicht die von H.H. verpflichteten Spieler.

  18. BlueNote sagt:

    Ich hasse es zu verlieren, ich hasse es ganz besonders, im Derby zu verlieren. Aber es gibt Niederlagen, die erträglicher sind als andere. Die gestrige gehört dazu.

    Was ich nicht mehr sehen kann in jedweder Berichterstattung oder Kommentierung nach Spielen, ist das Gerede von „verdient“ oder „unverdient“, zumindest bezogen auf Spiele, in denen keine Schiedsrichterfehlentscheidung eine Mannschaft auf die Verliererstraße bringt. Und davon konnte gestern zum Glück keine Rede sein.

    Entscheidend für den Erfolg sind doch vor allem andere Faktoren, z.B. die Effektivität beim Ausnutzen der Torchancen. Ballbesitz, gewonnen Zweikämpfe etc. sagen zwar oberflächlich aus, wie das Spiel über weite Strecken ausgesehen hat aber sie rechtfertigen meiner Meinung nach doch nicht automatisch einen Sieg oder eine Niederlage. Und eine Bewertung wie verdient/unverdient erst recht nicht.

    Laut Analyse auf http://www.spiegel.de/fotostre.....31737.html hatte Schalke ganze drei Schüsse, die tatsächlich auf den Kasten zuflogen. Zwei waren drin, einer an den Pfosten. Geil. Alles richtig gemacht. Das in dieser Hinsicht bessere Team hat also verloren. Ist die Niederlage jetzt verdient, nur weil die gelben mehr Ballbesitz hatten oder mehr Zweikämpfe gewonnen haben? Quark.

    Hinten sah es anders aus. Hier führte katastrophales Abwehrverhalten der Innen verteidigenden Akteure, sowie beim 1:0 auch auf der Außenbahn im letzten Drittel des Feldes, zu vermeidbaren Gegentoren, die nur in 1 von 50 Spielen so gegen uns erzielt werden. Ist der Sieg der gelben deshalb verdient? Nö…

    Ginge Højbjergs Schuss kurz vor Schluss zum 3:3 rein, käme doch auch niemand auf die Idee von unverdient zu sprechen, oder gar von „glücklich“!? Allenfalls die gelben waren glücklich, dass der nicht reinging.

    Was mir nicht gefiel, waren die 20 Minuten nach dem 3:1. Es dauerte unfassbar lange, bis die Truppe wieder anfing Galle zu zeigen. Aber immerhin kam sie zurück.

    Mein Fazit: Ein geiles Derby, in dem die Mannschaft mit weniger Ballbesitz und trotz weniger gewonnener Zweikämpfe aber Dank der effektiveren Offensive und unbändigem Einsatzwillen fast als Außenseiter einen Punkt geholt hätte. Das Lob ist verdient! Sonst nix.

  19. Voice sagt:

    Aufgrund meiner unterirdischen Erwartungshaltung war ich mit dem Auftreten der Mannschaft eigentlich zufrieden. Mit dem Ergebnis sicher nicht. Ich muss allerdings auch anmerken, dass mich die vielen leichten Ballverluste im Aufbau gestört haben. Ich denke, wenn das besser geklappt hätte wäre mehr drin gewesen. Nüchtern betrachtet waren wir insgesamt doch ziemlich unterlegen. Lediglich die endlich mal tolle Chancenverwertung und ein paar super Paraden von Fährmann machten es zu einem akzeptablen Spiel.

    Unbedingt positiv war die Enstellung, man hat sich nicht aufgegeben und ist zweimal zurück gekommen. Im Gegensatz zum letzten Derby ein Unterschied wie Tag und Nacht.

    Es war zu lesen, es sei ein rundherum friedliches Derby gewesen. Dazu eine kleine Geschichte. Nachdem wir (zu dritt) zu Fuß am Hbf. DO ankamen trennte ich mich von meinen Begleitern, um alleine nach Bochum weiter zu fahren. Im Hbf. kam es dann zu einer kleinen Rangelei zwischen einem Schalker, der sich aus irgendeinem Grund veranlasst sah, einen Dortmunder anzupöbeln. Ob das gerechtfertigt war oder nicht kann ich sagen, vielleicht fing der Gelbe auch an, egal. Auf jeden Fall schnappte sich ein anderer Dortmunder den blauen Schal, gab ihn dann aber mehr oder weniger freiwillig wieder ab. Ein größeres Grangel entstand, der Schalker wäre ob der zahlenmäßigen Unterlegenheit sicherlich nicht gut aus der Sache raus gekommen. Aber bevor es richtig böse wurde, hielten zahlreiche Dortmunder die eigenen Leute zurück und schirmten den Schalker ab. Es passierte demnach nichts! Tolle Aktion, so müsste es immer sein. Im RE nach Bochum war ich gefühlt der einzige Nicht-Gelbe. Aber trotz Überfüllung war alles sehr easy, keine Pöbeleien, keine Schmähgesänge. Alles okay, muss man auch mal sagen.

    @daveoh: Danke für den sachlichen und wohlwollenden Kommentar.

    Mein Motto für das nächste Spiel in zwei Wochen ist übrigens:

    Ihr könnt uns schlagen so oft und so hoch ihr wollt,
    es wird trotzdem nie passieren,
    dass auch nur einer von uns mit euch tauschen will,
    denn ihr seid nicht wie wir.
    Ole ole ole ola, uns ist egal, wer heute siegt!
    Ole ole ole ola, weil es um was anderes geht!

    (Die Toten Hosen)

  20. leoluca sagt:

    Verdammt schade. Kaum zu glauben, aber das Remis wäre drin gewesen für den Außenseiter. Vor allem in den letzten 10 Minuten zitterte die schwarz-gelbe Macht bemerkenswert deutlich. War schön mit anzusehen. Doch es war halt die Freude eines Außenseiters – und das war mal ganz anders.

    Wir sind mit dem BvB längst nicht mehr auf Augenhöhe. Doch gerade deshalb hat unsere Mannschaft ein großes Spiel gemacht, und ich denke: sie ist wieder da. Leidenschaft und taktische Disziplin waren – mit wenigen Ausnahmen und wirklich albernen Toren – beeindruckend, der Trainer hatte die Mannschaft auf diesen offensivstarken Gegner ausgezeichnet eingestellt.

    Allerdings: Was Di Santo da spielt, bleibt mir unbegreiflich und ich hoffe auf Felix Platte.

  21. Stefan sagt:

    Ich habe ein klasse Derby im Stadion erlebt – wenig verwunderlich weil ich Borusse bin aber es war spannend, ausgeglichener als das letzte in Dortmund (trotzdem verdient gewonnen) und sogar am Ende mit eishockeyreifer Rudelbildung :-)
    A pro pos: ich habe mich sehr gefreut, dass es rund ums Stadion entspannt wie gegen sagen wir mal Qäbälä zugegangen ist. Auch nach dem Spiel sind alle durcheinandergelaufen, um dann von der Polizeit getrennt zu werden und hinter der Westfalenhalle wieder gemischt zu werden…
    Finde ich deutlich besser als wüste Kloppereien auf dem Vorplatz. Also herzlichen Dank für gutes Benehmen an alle Beteiligten und ich hoffe, dass sich unsere Fans in GE dann genauso gut benehmen. Werden ja alle mal irgendwann erwachsen.
    Interessant die Debatte über Geld und Budgets: dass das nicht so einfach funktioniert, sieht man ja regelmässig in England.
    Glückwunsch zu Sané: super! Jetzt muß der nur noch gegen die Bayern treffen. Ich würde mich freuen.

  22. Ney sagt:

    Wir brauchen kurzfristig noch Minimum 2 Spieler von Klasse.

    Und dann 150 Millionen Euro.

  23. Pukki1904 sagt:

    Ich bin gestern mit hoch erhobenem Kopf nach Hause gefahren. Die Mannschaft hat sich nicht ergeben wie im Februar, als das gesamte Team überrannt wurde und emotionslos neben sich stand.Ich finde es war deutlich, dass AB die Mannschaft gut eingestellt hatte und dass alle Spieler motiviert waren. Genauso deutlich wurde aber auch, dass Schalke eben wirklich spielerisch noch nicht so weit entwickelt ist und die gesamte Mannschaft Zeit braucht. Die Dortmunder haben den Schalkern eigentlich mind. 4 Jahre spielerische Entwicklung voraus,haben durch die Erfolgsgeschichte mit Jürgen Klopp ein tragfähiges mannschaftliches Gefüge entwickelt, auf das TT nur noch auf satteln musste.AB dagegen muss bei Null anfangen ,dazu noch den Verein zusammenführen und die Mannschaft mit den Fans vereinen. Eigentlich muss er alles das machen, was in den letzten Jahren versäumt wurde.Ein bisschen viel, wenn man keinerlei Rückendeckung bekommt. Leider bashen die Medien, allen voran Herr Wenzel von der BLÖD, mal wieder voll auf AB und Schalke ein. Die angesagte Presse liegt voll auf dem Kurs- Breitenreieter redet die Pleite schön- und auf Sport 1 haut Peter Neururer gleich mit auf den Trainer ein. Es ist wirklich nicht mehr zu ertragen mit dieser Schalke hassenden Journalei.

  24. crisscross04 sagt:

    „Schon schade“ ?!? Ähmmm… OK, die Überschrift muss ich auch erst einmal sacken lassen.

    Hmmm… irgendwie dieses Mal nicht mein Welt hier.

    Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wie diese Derbyniederlage positiv geredet wird. Es sind auch schon Mannschaften in die 2. Liga gelobt worden…

    Das Spielkonzept von AB war in Ordnung, ist aber nicht aufgegangen, weil wir eben verloren haben. Ich kann daher leider an dieser Niederlage nichts Positives sehen. Es sei denn, man steht auf Derbyniederlagen. Wird es bei einer Niederlage gegen die Bayern mit „nur“ 2 Toren Unterschied dann noch besser? Soll ich dann vorm Hans Sachs Haus Corso fahren gehen? Sorry für den Sarkasmus, aber ich kann nicht anders, wenn hier User von „einem großen Spiel“ reden – oh man, welche Drogen nehmt ihr – ich will die auch!

    Und dann sucht man hier verzweifelt nach einem positiven Strohhalm wie
    – Der Hunter hat wieder getroffen
    – Wie schön doch das 2. Tor vom Hunter war
    – Der Ralle hat wieder super gehalten (empfand ich persönlich eher nicht so, weil ich alle 3 Tore für haltbar empfand)
    – Es hätte mehr drin sein können, wenn das eine oder das andere geklappt hätte oder passiert wäre

    Man, wir haben das Derby verloren, das 2. in Folge und das wieder völlig zurecht. Wir konnten von Glück reden, dass wir nicht noch mehr bekommen haben und dass Lüdenscheid uns aufgrund zweier Totalaussätze in der Abwehr halbwegs am Leben hielt. Ob nun verdient, unverdient, verpfiffen oder was auch immer: Es ist interessiert mich einen Koffer! WIR haben verloren. Und nicht die anderen. Es ist immer entscheidend, was hinten bei raus kommt. Und da steht nun mal eine Niederlage.

    Wenn ich die Niederlage differenzierter betrachten soll, dann muss man aber auch die Gesamtsituation differenzieter betrachten.

    Und da fällt dann das Fazit folgendermaßen aus:

    Im Grunde genommen spielen wir in der Liga die vierte Geige – irgendwo zwischen Bedeutungslosigkeit und Mittelmaß.
    1. Bayern
    2. Lüdenscheid
    3. Wolfsburg, Gladbach evtl. noch Leverkusen, wenn die ihre Form finden
    4. Dann kommen wir. Hoffentlich…
    Und OK, wir sind „noch“ nicht so tief gesunken wie Werder oder der VfB.

    Und ja, ich sehe auch Positives. Mir gefällt Breitenreiter und auch, wie er es schafft, die Mannschaft zu erreichen. Ändert aber nichts an dem Mittelmaß, in dem wir uns befinden. Und natürlich Sane: Eine Augenweide diesen Jungen spielen zu sehen. Fragt sich nur, wie lange noch in unserem Trikot?!

    Übrigens: Es gab noch ein 2. Derby mit ähnlichen Vorzeichen an diesem Wochenende. Nur dort hat der „Außenseiter“ eben gewonnen und die haben heute auch allen Grund, positiv über das Spiel zu schreiben. Wir nicht!!! Meine Meinung halt.

    In diesem Sinne ist es „schon schade“, dass wir uns mit dem zufrieden geben und das auch noch positiv reden.

    Glück auf

  25. Frank aus Rheinhessen sagt:

    @ Torsten
    Danke.

    @ Ney

    Fantastischer Kommentar um 11.37 Uhr. Da musste ich lachen, auch wenn es ernsthaft und richtig ist.

    @Pukki1904

    Zumindest gegen die BILD würde ich von unserem Verein endlich
    mal eine Kante sehen wollen. Was die da mit Geis gemacht haben,
    ist unverantwortlich. Breitenreiter gehört auch „geschützt“, da
    er auf dem richtigen Weg ist. Er hat die Herausforderung angenommen
    und bereits in kurzer Zeit schon viel bewegt. Das er Zeit und auch
    noch passende Spieler braucht dürfte jedem, der sich nicht nur rein
    ergebnisorientiert bewegt, klar sein. Erfolg basiert auf beharrlicher,
    konzentrierter und kontinuierlicher Arbeit.

  26. Lothar04 sagt:

    Ich habe das Spiel gestern auf WDR 2 verfolgen müssen. Da scheinen auch nur noch Reporter in schwach gelber Fankluft herum zu laufen. Objektive Berichterstattung kennt bei den Derbys seit Manni B. keiner mehr. Schade!
    Bei SKY ist das auch nicht viel anders, genau wie in vielen Redaktionen. War doch früher nicht so schlimm. Also bleibt zum informieren nur der Königsblog oder der Kicker. Zum Spiel lautet das Fazit: wir sind auf dem Weg und ich gehe ihn gerne mit wenn die Einstellung so wie gestern ist. Glück auf

  27. catch22.04 sagt:

    frage mich,warum kaum ein net-commenter erwähnt,dass wieder mal 2 krasse fehlentscheidungen eines ebenso krass seit jahren überbewerteten schiri über sieg und niederlage entschieden haben.

  28. Ingo Dienhardt sagt:

    Was Torsten Wieland schreibt, ist bis auf eine Kleinigkeit richtig und auch meine Meinung. Nur dem Satz „Der BVB ist Schalke hunderte Millionen Investoren-Gelder voraus.“, kann ich mich nicht identifizieren. Die Frage ist doch, warum geht es dem BVB wirtschaftlich so gut und den Schalkern nicht. Klare Antwort: Durch jahrelanges fahrlaessiges und wirtschaftlich ueberhaupt nicht vertretbares Verhalten der Schalker. Ich denke nur an den Top-Einkaeufer Magath oder die Verpflichtungen unter Horst Heldt in den letzten Jahren. Da wurde einfach das Geld mit vollen Haenden aus dem Fenster geworfen. Dafuer muss man jetzt eben in Gelsenkirchen kleine Broetchen backen. Der neue Trainer macht diesbezueglich alles richtig und baut auf junge (noch preiswerte) Spieler, doch halten die angeblichen Fans auch noch zu ihm, wenn man nicht europamaessig mitmischt. Ich bezweifel das. Ich hoffe aber, dass man dem neuen Schalke einfach mal 3 Jahre Zeit gibt. Die Dortmunder Fans gabe dies ihrem BVB.

  29. Detlef sagt:

    Ich habe das Spiel nicht live gesehen, sondern als komplette Aufzeichnung kurz nach Abpfiff. Mir war nur der Spielstand, sonst aber nichts bekannt. Da geht man ganz anders ans Spiel ran. Ich hätte wahrscheinlich auch jedes ins Aus schiessen beklatscht.

    Positiv fiel auf: Schalke hatte die ersten 25 Minuten die Defensive im Griff, die Anderen kamen nicht zu Abschlüssen, was auch daran lag, das sie kein Tempo aufnehmen konnten.

    Schalke gab niemals auf, es wurde nichts geschenkt.
    Der Hunter trifft wieder und das gleich doppelt. Kann wichtig für die nächsten Partien werden.

    Breitenreiter stellte offensiv um. Da sich di Santo und Huntelaar oft auf den Füßen standen spielte Sané neben dem Hunter und di Santo rechts offensiv, wobei er oft einfach als Absicherung von Caicara diente.

    Ralle Fährmann. Was muss er noch tun, um mal eingeladen zu werden, Herr Löw?

    Die Schalker Fans. Zumindest im TV oft lauter als die Lüdenscheider.

    Ruhig geblieben ist es wohl auch, im und vorm Stadion.

    Negativ: Das Spiel wurde verloren. Allerdings verdient.

    Ich finde Niederlagen nie gut und ärgere mich, auch wenn es vorher ja eher aussah, als wenn es heftig zu werden drohte. Die beiden ersten Tore waren unnötig, man hätte sie verhindern können. Bei beiden Toren erinnerte mich an das Spiel gegen Wolfsburg da gab es ähnlich Tore.

    Zum lieben Geld: Ich bin mir nicht mal sicher das Schalke unbedingt mehr Geld helfen würde, jedenfalls nicht jetzt. Zuerst müsste an der Spitze einiges passieren.
    Ob das überhaupt in der derzeitigen Form des FC Schalke 04 als Verein möglich wäre, ist ein ganz anderes Thema.
    In einem Interview mit Alexander Jobst sprach der mal davon, dass die Vereinsform Investoren nicht gerade anlockt.

  30. Ney sagt:

    Ob’s nur an der Vereinsform liegt? Beispielsweise die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA, SV Werder Bremen GmbH & Co KG aA, Eintracht Frankfurt Fußball AG oder Hertha BSC GmbH & Co KGaA werden mit Investorengeldern auch nicht gerade zugeschmissen.

  31. Claudia sagt:

    Sehr gut auf den Punkt gebracht, Torsten!
    Und wenn alle auf Schalke die Ruhe bewahren und die Entwicklung der zumeist sehr Jungen und die der weniger Jungen so weiter geht, bin ich optimistisch, was die kommenden Derbys angeht. Wenn man sich dann punktuell und intelligent verstärkt, freue ich mich auf die nächste 2 Jahre. Dennoch schmerzt jede Derby-Niederlage, ganz egal wie die Umstände sind, das ist einfach so. Leider erinnerte das Abwehrverhalten in der 2. Halbzeit, sehr stark an das der vergangenen Saison… Hoffentlich bekommt der Trainer das in den Griff!
    Leroy Sané ist einfach eine „Granate“ (wenn ich auch Goretzka, Meyer & Co als ähnlich stark empfinde)!! Freut mich das Löw ihn eingeladen hat.. Ich hoffe nur, dass der „Jogi“ „unserem Leroy“ nicht demnächst auch verklickert, dass er doch besser den Verein wechseln soll, wenn er dauerhaft bei der NM spielen möchte etc…. hatten wir ja schon des öfteren… :(

  32. Carsten sagt:

    schaaaaade

    moin erstmal…

    ich bin auch nicht neutral, aber Lüdenscheid hat gewonnen und uns bleibt nur Hohn und Spot….

    Punktteilung wäre fair gewesen aber das sehen die Bengels vonna B1 natürlich ganz anders^^

  33. Bally Hoo sagt:

    Ich muss mal eins loswerden: Mir geht Andre Breitenreiter tierisch auf die Nüsse mit seinem elendigen, devoten Kleinmachen der sportlichen Perspektive. Angefangen hat er damit schon letzte Saison, als er „Pep“ nach der Paderborner 0:6 Heimklatsche gegen Bayern dafür dankte, bei diesem Erlebnis dabei gewesen zu sein, und was für eine Ehre es sei, gegen so einen großen Trainer und Verein spielen zu dürfen. Nach einem halben Dutzend!
    Denselben Stiefel fährt er jetzt bei Schalke 04, in dem er vor großen Duellen von Bonusspielen faselt und als Krönung gestern nach dem Spiel froh war, dass sich sein Klub nicht hat abschlachten lassen. „Hier sind schon ganz andere untergegangen“.

    Man, er trainiert Schalke 04 und nicht Gütersloh, verdammt nochmal. Und Schalke ist, egal wie die Tabellensituation aussieht, egal wieviel Leute ausfallen in der Lage in Dortmund zu gewinnen. IMMER!

    Wie mich das nervt, der zweitgrößte Verein in Deutschland und Top 15 in Europa wird von seinem Coach kleingeredet. Was kommt nach dem nächsten Spiel? Nur 4 Stück gegen Bayern sind ein sensationeller Erfolg, weil selbst Barca schon 4 bekommen hat?

    Davon abgesehen hat das Spiel gestern Laune gemacht, leider mit dem falschen Ausgang.

  34. michael sagt:

    Verloren ist verloren. Da gibt es nichts schön zu reden und ich finde es richtig sich darüber zu ärgern, weil in der letzten viertel Stunde mehr drin gewesen wäre. Und ich finde es gut wenn sich die Spieler wirklich drüber ärgern, die Fans sowieso.
    Persönlich ärgert mich die Pokalniederlage und das Unentschieden gegen die Schanzer aber viel mehr. Wäre schön gewesen wenn der Hunter in diesen Spielen seine Chancen genutzt hätte oder nicht so eigensinnig gespielt hätte.
    Insgesamt hoffe ich, dass wir die Leistung in den nächsten Spielen bestätigen können und endlich wieder etwas zählbares rauskommt, sonst werden wir in der Tabelle durchgereicht.

  35. klopenner sagt:

    @Bally Hoo:

    André Breitenreiter hat bei Paderborn damals auch seiner Mannschaft und dem Verein für die tolle Leistung in der Aufstiegssaison gedankt, für Paderborn war es eben etwas sensationelles gegen Bayern zu spielen. Sowas kommt sonst nur im Pokal mal vor.

    Natürlich ist es auf der einen Seite nicht ganz glücklich gewesen von Bonusspielen zu reden, das hat er ja auch korrigiert.
    Auf der anderen Seite aber nimmt er so den Druck aus dem Kessel. Die Mannschaft muss sich (möglichst in Ruhe) entwickeln können. Das kann sie in diesem Medienzirkus auf Schalke aber nicht, wenn die Erwartungshaltung so ist, dass wir locker gegen Lüdenscheid und die Bauern mitspielen können. An einem für uns guten Tag (1. HZ Pokal gegen Gladbach) kann unsere Mannschaft einen Gegner an die Wand spielen. Aber dafür braucht sie eben einen wirklich guten Tag und vor dem Tor noch Effektivität.

    Die Fans, die das realistisch einschätzen, die sind gestern nicht von einem knappen Ergebnis ausgegangen. Dafür fehlte uns die Form und der eine oder andere Spieler. Lüdenscheid hingegen hat nen sehr guten Lauf, somit eine herausragende Form und spielte auch noch zuhause. Es wäre in der derzeitigen Situation einfach auch etwas vermessen gewesen einen Sieg zu fordern.
    Wie gesagt, Bonusspiele sind der falsche Ausdruck, aber mir ist diese realistische Einschätzung deutlich lieber, als eine unrealistische, die zu überzogenen Erwartungen führt. Wie die Mannschaft spielt, wenn sie so unter Druck steht, haben wir unter DiMatteo gesehen.

    Manche sagen, so hätte Breitenreiter dem Team doch nur ein Alibi für eine schlechte Leistung geliefert. Hätte Schalke richtig schlecht gespielt und damit das Alibi genutzt, dann hätten alle Spieler einen schlechten Charakter bewiesen. So konnten sie mehr oder weniger „befreit“ aufspielen und alle Fans sind froh, wie es gelaufen ist.

    Ich weiß noch, dass ich beim letzten Derby komplett leer war. Ich war schon fast katatonisch weil die Leistung so unterirdisch war und wir glücklich nur 3 Hütten kassiert haben. Jetzt war Lüdenscheid zwar auch besser, aber nicht haushoch überlegen und die Einstellung war größtenteils in Ordnung. Das spricht eindeutig für die Entwicklung. Auch für die Entwicklung des Trainers, der auch noch jung ist und über nur 1 Saison Erfahrung in der 1.Bundesliga verfügt.

    Auch wenn die Ergebnisse derzeit suboptimal sind, der Trainer ist für mich auf dem genau richtigen Weg und er nimmt die Mannschaft so in Schutz wie es sein sollte, kritisiert aber auch sehr geradeheraus was nicht gut läuft, ohne sich selbst dabei auf die Schulter zu klopfen, wenn es mal gut läuft, so wie Jens Keller das gerne mal gemacht hat. Der hatte übrigens auch schon mal so einen „Bonusspiel-Ausdruck“ rausgehauen, als er den Mannschaftsbus vor dem Tor der Bauern parken wollte.

    Was dabei rauskommt, wenn man gegen die Bauern mitspielen möchte, zeigen doch die Ergebnisse der offensiv spielenden Teams der Liga. Golfsburg 5:1 und 3:1, Lüdenscheid 5:1 und Stuttgart 4:0. Dazu noch Arsenal 5:1. Also spielen wir in zwei Wochen einfach mal mit, würde ich sagen. Nee, ernsthaft, zwar ist das Spiel Tagesgeschäft und kein Bonus, aber die Punkte die aus diesen Spielen auf unser Konto wandern, sind es definitiv. Ich erwarte jedenfalls keinen einzigen Punkt aus den Spielen gegen München. Wenn es dann doch 2 werden wie letzte Saison, oder sogar 3, sag ich nicht nein, aber realistisch ist das einfach nicht. Und genau das meinte Breitenreiter damit. Das ist für mich kein Kleinmachen, das ist Realismus

  36. Ollis sagt:

    Der Absatz um die Bugdetentwicklung in Dortmund und Schalke fast aber etwas kurz, das bin ich in dieser Form von diesem Blog nicht gewöhnt. Fast liest es sich so, als würden die Investoren-Millionen für den aktuellen Erfolg stehen. Der erzwungene Verkauf von Götze, der die Millionen für Mkhitaryan und Aubameyang in die Kasse gespült hat, die sportlichen Erfolge in den letzten Jahren (CL-Finale, Meisterschaften etc) und die weitgreifende Finanzpolitik, die letztlich die komplette Entschuldung des Vereins zur Folge hatte, sollte man in diesem Punkt nicht unter den Tisch fallen lassen.

    Wenn man dann noch bedenkt, dass ein Großteil der Investoren-Millionen in die Entschuldung, das Stadionumfeld und aufs Festgeldkonto gewandert sind, sowie das hohe Niveau des Schalker Gehaltsvolumens in den letzten Jahren, verkürzt dieser Absatz die Entwicklungen im Ruhrgebiet doch sehr stark.

  37. Pukki1904 sagt:

    @klopenner- danke du hast meine absolute Zustimmung.Es scheint Schalke- typisch, das in der Mehrheit ein realistischer Blick irgendwie nicht gewollt bzw. gewünscht ist.Warum das so ist weiß ich nicht, es gehört aber offenkundig irgendwie mit zur „Vereins DNA“.
    Solange das so ist, wird es auch keinen wirklichen Fortschritt geben, weil Fehler nicht korrigiert werden können und aus der Vergangenheit nicht gelernt wird.
    Schalke bleibt sich damit dem Selbstbild treu, ein Verein der Extreme zu ein- heute Großartig, nahe an der deutschen Meisterschaft und morgen schon in der 2. Liga. Das es dazwischen Prozesse gibt die Zeit benötigen um eine Mannschaft wirklich zu entwickeln um dann stabiler und kontinuierlicher erfolgreich zu sein, wird einfach ausgeblendet. Breitenreiter hat genau dies angesprochen und ist vor allem von HH zurück gepfiffen worden. Nun wird er sich zukünftig gut überlegen müssen, was er noch öffentlich sagen kann und darf. Das diese Zurückhaltung Schalke weiter helfen wird, wage ich arg zu bezweifeln.

  38. leoluca sagt:

    Breitenreiters Rede von der kurzen Kaderdecke und den Bonusspielen hat zwar für viel Aufregung auf dem königsblauen Boulevard gesorgt, wo nicht wenige die rhetorische Kampfkraft vermissten und das ominöse Schalke-Gen gleich mit. Die Mannschaft lässt nun aber durch ihr leidenschaftliches Auftreten in Dortmund die Bedenkenträger ziemlich dumm aussehen.

    Torsten bringt es auf den Punkt: „André Breitenreiter bemerkte es richtig, relativierte die Einschätzung aus Gründen der Folklore und hatte doch recht.“ – Uns fehlen die großen Investorengelder, um fertige Qualität zu kaufen, die wir für die Ligaspitze unbedingt benötigen. Und endlich wieder ein Scouting, das diesen Namen verdient.

  39. Torsten sagt:

    Der Absatz um die Bugdetentwicklung in Dortmund und Schalke fasst aber etwas kurz, das bin ich in dieser Form von diesem Blog nicht gewöhnt. Fast liest es sich so, als würden die Investoren-Millionen für den aktuellen Erfolg stehen.

    Im Text oben ging es mir darum darauf hinzuweisen, dass die Voraussetzungen der Clubs sehr verschieden sind. Es gibt viele Fans und Zuschauer die so tun, als sei dem nicht so. Mir ging es an dieser Stelle nicht darum, Borussia Dortmunds Entwicklung über die Jahre zu beleuchten.

    Bei allem Respekt vor der guten Arbeit beim BVB wäre die Entwicklung auf diese Stufe (i. S. v. Bayern sehr weit oben, dann BVB, seit weit dahinter der Rest, falls VW dem VfL Wolfsburg das Geld verwehrt) ohne die Investoren-Millionen aber tatsächlich nicht möglich. Ebenso wie Bayern München ohne seine Investoren-Millionen nicht zu dem Welt-Top-Club geworden wäre, der er nun ist.

    Vgl dazu vielleicht auch meinen Kommentar weiter oben …
    http://koenigsblog.net/2015/11.....ment-66489

    frage mich,warum kaum ein net-commenter erwähnt,dass wieder mal 2 krasse fehlentscheidungen eines ebenso krass seit jahren überbewerteten schiri über sieg und niederlage entschieden haben.

    Da kann ich nur für mich sprechen: Ich seh’s einfach nicht so.
    Meiner Meinung nach hat Brych einen ziemlich guten Job gemacht.

    Im Grunde genommen spielen wir in der Liga die vierte Geige – irgendwo zwischen Bedeutungslosigkeit und Mittelmaß.
    1. Bayern
    2. Lüdenscheid
    3. Wolfsburg, Gladbach evtl. noch Leverkusen, wenn die ihre Form finden
    4. Dann kommen wir. Hoffentlich…
    Und OK, wir sind „noch“ nicht so tief gesunken wie Werder oder der VfB.

    Tatsächlich: Wenn Wolfsburg weiter so viel Geld von VW erhalte würde wie zuletzt stünden sie fortan gemeinsam mit Dortmund auf Rang 2. Schalke muss zusehen, dass man an Gladbach und Leverkusen dranbleibt; Gladbach, das regelmäßig ziemlich effektiv einkauft, und Leverkusen, das eben auch Fehler per Werkszugehörigkeit nicht ins Gewicht fallen lassen kann.

    Ich mag diese Schalker Mannschaft sehr, aber zu glauben sie müsste in der Tabelle auf Platz 3 stehen ist nun mal blauäugig. Dafür wurde in den letzten Jahren zu viel Geld in Spieler gesteckt, die dem Club nicht geholfen haben. Und dafür ist eben aus Erfolgen nicht genug Geld übrig, weil Verbindlichkeiten (oder auch mal kaputte Dachteile) finanziert werden müssen. Womit wir wieder am Anfang dieses Kommentars angekommen wären …

  40. crisscross04 sagt:

    @Pukki1904 – teilweise gebe ich dir recht. Richtig ist, dass der Verein Ruhe und Kontinuität braucht, um sich langfristig entwickeln zu können. Auch Klopp gab man die Zeit, obwohl seine „Karriere“ bei Lüdenscheid ständig nach oben ging. Und diese Langfristigkeit hat sicherlich in den letzten Jahren trotz halbwegs sportlicher Erfolge gefehlt.

    Sicherlich gehört es auch zur Schalke DNA, Siege zu schnell hochzujubeln und bei Niederlagen alles in Frage zu stellen. Und diese DNA ist bei einer langfristigen Neuausrichtung sicherlich nicht unbedingt förderlich.

    @Klopenner. Und natürlich ist es richtig, dass Breitenreiter sich schützend vor die Mannschaft stellen muss, um langfristig den Druck von den Schultern der vielen jungen Spieler zu nehmen.

    Das Derby ist aber kein Spiel wie jedes andere. Das sind Emotionen, die seit Generationen hochkochen und teilweise müssen sich Fans bei einer Niederlage die Häme ein halbes Jahr anhören – eben bis zum nächsten Derby.

    Daher kann ich auch Bally Hoo teilweise verstehen: Vor einem Derby von Bonusspiel zu reden geht gar nicht. Das ist nicht Schalke. Und du kannst keinen Druck ausm Kessel nehmen, sondern im Gegenteil, gerade wenn du spielerisch unterlegen bist, musst du diesen erhöhen.

    Und es gibt für mich auch keine „erträgliche Derbyniederlage“ und wird es nie geben. Oder glaubt ihr ernsthaft, dass die 4000 Fans, die vor dem Derby beim Abschlusstraining waren, die mich mal wieder wahnsinnig stolz gemacht haben, Fan von Schalke zu sein, sich heute auf die Schenkel klopfen und sagen: „War ja ganz nett gestern“?!

    Nein, es ging gestern nicht, um die grundsätzliche Ausrichtung und Zukunft in der Liga. Auch wenn diese, verständlicherweise, nach so einem Spiel hier diskutiert wird, weil man natürlich darüber reden möchte, wie die Zukunft und damit auch die zukünftigen Derbys wohl aussehen werden. Nein, es ging um ein Spiel, um das Spiel. Ein Sieg hätte über manche Unzulänglichkeiten in der Vergangenheit und auch in der Zukunft hinweggetröstet.

    Ja, ich mag die derzeitige Mannschaft auch sehr und ich sehe sie auch nicht auf Platz 3. Keiner kann so blauäugig sein. Aber ein Sieg im Derby ist immer möglich. Immer, so lange es emotional angegangen wird. Wenn man diese Emotionen herausnimmt, dann wird die Wahrscheinlichkeit eines Sieges geringer.

    Und ein Sieg wäre auch gestern möglich gewesen. Trotz der unterschiedlichen Voraussetzungen oder gerade deswegen, weil Lüdenscheid doch eigentlich viel mehr zu verlieren hatte. Aber dafür war eben zu wenig Druck aufn Kessel, um die Fehler in der Abwehr zu vermeiden. Leider!

  41. klopenner sagt:

    @crisscross04

    Den Druck im Kessel zu erhöhen halte ich gerade im Bezug auf das Derby für zu gewagt. Die Mannschaft, so wie sie gestern gespielt hat, war motiviert genug. Durch öffentliche Aussagen, dass auch Dortmund schlagbar ist, wird nicht nur die Mannschaft unter Druck gestellt. Es wird eben bei den Fans eine falsche Erwartungshaltung geschürt und was daraus wird ist noch viel fataler.

    Nehmen wir an Breitenreiter hätte die „Bonusspiele“ nie gesagt, sondern stattdessen etwas gesagt wie: „Das ist die Mutter aller Derbys. Die müssen wir weghauen!“ Da wäre die Presse voll drauf angesprungen und bei einer Niederlage hätte man Breitenreiter und die Mannschaft in der Luft zerrissen, so wie Horst Heldts Aussage damals: „Wenn die Bayern straucheln müssen wir da sein.“ Sowas fliegt einem sofort um die Ohren.
    Hätten wir nach so einer Kampfansage aber tatsächlich gewonnen, wäre die Erwartungshaltung bei so gut wie allen Fans wieder so extrem angestiegen, dass der Druck danach auch gegen die kleineren Gegner wieder viel zu hoch ist. So kann man, meiner Meinung nach, nicht in Ruhe ein Team entwickeln.
    Daher hat Breitenreiter für mich alles richtig gemacht, weil er genau den Nerv bei mir getroffen hat, der von einem Schalker Trainer so noch nie bei mir getroffen wurde. Er redet nicht um den heißen Brei rum, er ist bodenständig, hat offensichtlich einen Plan und kann die Mannschaft erreichen wie ebenfalls schon lange kein Trainer mehr.

    Dass die Aussage „Bonusspiele“ unglücklich ist, gebe ich ja zu, aber durch die Klarstellung ein paar Tage später ist da auch schon wieder alles gegessen für mich, ganz einfach weil er recht hat. Er hätte evtl. einfach punktemäßig davor setzen sollen und niemand hätte es missverstanden. Und weil es so ein kleiner Fehler ist den er anschließen auch korrigiert, macht ihn das nur umso sympathischer für mich. Dass auch er sich mal vercoacht und die falschen Schlüsse zieht ist da für mich auch absolut vertretbar. Seien es manchmal sehr späte Wechsel, oder in meinen Augen falsche Aufstellungen. Aber ich bin kein Fachmann und wenn er noch kein anerkannter ist, kann er es werden. Für mich hat er, genauso wie unsere junge Garde ein sehr großes Potential. Ich hoffe daher einfach sehr, dass er es entwickeln darf und der Verein diese Entwicklung mitträgt, auch wenn es Rückschläge geben wird.

  42. crisscross04 sagt:

    @klopenner
    Was ist die Außendarstellung des Derbys von Breitenreiter angeht, bin ich völlig bei dir! Aber man braucht den Druck ja nicht unbedingt zu kommunizieren.
    Denn was die Einstellung der Mannschaft angeht, war mir das persönlich zu wenig Kampf und der unbedingte Siegeswille war für mich über lange Strecken auch zu wenig. Wenn ich da an Asa oder Jones denke, waren das schon ganz andere „Kaliber“. Kann sein, dass ich hier zu viel erwarte. Aber das Abwehrverhalten gerade bei den Gegentoren hat mir gezeigt, dass da zu wenig Wille vorhanden war.
    Aber nun gut, hinterher ist man immer schlauer…

  43. leoluca sagt:

    @crisscross.

    Was haben Asamoah und Jones denn besser gemacht als unsere Mannschaft gestern? Deinen Vorwurf, die aktuelle Niederlage in Dortmund sei auf mangelnden Kampfes-und Siegeswillen zurückzuführen, halte ich für absurd. Genau das war es doch, die Leidenschaft, durch die Schalke fast noch ein Remis erreicht hätte. Was fehlte, war mehr spielerische Klasse, bei der uns der BvB als Team überlegen war.

  44. Ney sagt:

    Wo kriegen wir denn nun die 150 Millionen her?

  45. Werner04 sagt:

    @Ney: Wir wetten alle auf ein 12:0 gegen die Bauern und spenden den Gewinn.

  46. rjonathan sagt:

    Fan-Umlage. Achne. die durfte ja nich erhöht werden, wa?

  47. klopenner sagt:

    Ich hab da ne Idee. Jedes Mitglied spendet einfach 1000 Euro. Sollte doch machbar sein ;-)

  48. Micha sagt:

    Wieder einmal sehr gut das Spiel kurz und knapp geschrieben bzw. beschrieben.

    Uns hat am Ende das Glück gefehlt. Ein Pfostenschuss, knapp – fast das 3:3.
    Im Verhältnis zu den letzten so „blutleeren rumgebolze“, war das eine enorme Steigerung.
    Ich denke nicht das 70 Millionen EUR Dortmunder Spielerinvestitionen uns um Lichtjahre zurück werfen.
    Letztes Jahr spielte diese Mannschaft bis zum Verkünden des Trainers, dass er geht gegen den Abstieg.
    Mit fast der gleichen Mannschaft. Das Schalker Problem ist das Chaos intern, was nie so zu 100% ans Tageslicht kommt. Wir müssen die jungen, talentierten Spieler für die Zukunft halten und überzeugen zu bleiben, egal wer welches Geld bietet. Wenn das gelingt spielt Schalke auf Jahre um die Meisterschaft mit.
    Ich bin optimistisch das wir mit einem Geis, Höwedes und einem fitten Matip in der Rückrunde zu Hause die Dortmunder schlagen.

  49. Ney sagt:

    @klopenner
    Wenn genug Leute mitmachen, bin ich dabei. Mal mit einer Mannschaft zum Derby aufzulaufen, in der nicht mindestens 4 Positionen schwach besetzt sind, wär’s mir wert. Außerdem müssen wir ja noch Draxler zurückkaufen (zum verringerten Preis).

  50. #Link11: Unhaltbar | Fokus Fussball sagt:

    […] arbeitet gekonnt den Spieltag auf (Tagesspiegel). Dem Derby widmet sich verständlicherweise Torsten Wieland in seiner Nachbetrachtung –  er sah einen verdienten Dortmunder Sieg gegen Schalker, die die inzwischen zementierte […]

  51. klopenner sagt:

    @crisscross

    Aber das Abwehrverhalten gerade bei den Gegentoren hat mir gezeigt, dass da zu wenig Wille vorhanden war.

    Das lag aber nicht am Derby. Das Problem hatten wir auch schon bei der Flanke die zum 1:0 für Ingolstadt geführt hat und in vielen anderen Spielen. Sei es nun Höwedes, der mit hinter dem Rücken verschränkten Armen in den Zweikampf ging, oder Aogo der auf seiner Seite nicht aggressiv genug stört, oder wie im Derby Kola und Meyer die Ginter einfach laufen lassen.

    Aber das sind eben alles Dinge die Entwicklungspotential haben, aber auch aus fehlender Qualität resultieren.

    Ich habe schon oft das Gefühl gehabt, dass der Wille fehlt, die letzten Meter in der Rückwärtsbewegung zu gehen. Ich weiß aber auch nicht, ob es mit der Raumdeckung zu tun hat, dass manche Spieler dann einfach nicht weiter rennen sondern langsamer werden, wenn der Gegner den Strafraum fast erreicht hat.

    Mit der Niederlage bin ich natürlich auch nicht zufrieden, und habe gesagt, dass mehr drin gewesen wäre, wenn wir eine Einstellung wie in der 1. HZ im Pokal gegen Gladbach an den Tag gebracht hätten. Das gilt es aber eben abzustellen und zu verbessern, was nicht an einem Tag funktioniert. Dennoch sehe ich nach 18 Pflichtspielen eine deutliche Flexibiltität und einen verbesserten Teamgeist als in 2,5 Jahren unter Keller und DiMatteo.

    Deshalb: Ruhig Blut ;-)

  52. andres sagt:

    @Klopenner
    „Höwedes, der mit hinter dem Rücken verschränkten Armen in den Zweikampf ging“

    das hab ich schon mehrfach gehört und wundere mich immer wieder.
    Hoewedes ist nicht in den Zweikampf gegangen, sondern hat versucht den Passweg zuzustellen und dabei die Arme nach hinten genommen, um nicht versehentlich einen Handelfmeter zu provozieren

  53. klopenner sagt:

    Um den Passweg zuzustellen war er meiner Ansicht nach zu weit weg vom Gegenspieler. Für nen Zweikampf dann logischerweise auch. Da fehlte mir einfach der unbedingte Wille. Aber das zieht sich leider schon seit Jahren durch unsere Mannschaft. Manchmal kann man keinem den Willen absprechen, dann aber denkt man, die haben keine Lust auf Fußball. Da das mittlerweile deutlich erkennbar NICHT vom Trainer abhängt (kann ja nicht sein, dass Stevens, Keller, DiMatteo und Breitenreiter alle unfähig sind das abzustellen) ist es ne klare Sache der Einstellung, des Charakters. Das kann man jetzt ankreiden wem man will. Heldt, der schlecht eingekauft hat, Heldt, der einfach zuviel Gehalt vergeben hat, den Medien, die die jungen Spieler zu schnell in den Himmel loben, dem Löw, der Spieler zu schnell in die Nationalelf beruft, den Jugendtrainern, dass sie die Spieler nicht drauf vorbereitet haben, den Eltern, die ihre Sprösslinge nicht genug erden. Was auch immer. Ich weiß es nicht, aber es kommt mir so vor, dass es solche „Einstellungsprobleme“ bei den anderen großen Clubs nicht so häufig gibt. Da sind es mal einzelne Spiele, aber bei uns zieht sich das seit Jahren durch die Mehrzahl der Spiele.
    Das hat dann eben auch was mit der Konstanz zu tun, die wir bei uns nur schwer rein bekommen. Anders sind doch auch die einzelnen guten Halbzeiten nicht erklärbar. Breitenreiter mal außen vor gelassen, wann gab es denn mal Spiele in denen beide Halbzeiten gleich gut gespielt wurde? Die kann man an einer Hand abzählen. Und das ist ja auch dem Breitenreiter ein Rätsel, wie er auf einer der letzten PKs antwortete. Schön, dass er die Mannschaft in der Halbzeit erreicht und sie verändert aus der Kabine kommt, aber warum verschläft sie regelmäßig die erste Halbzeit?

    Aber auch hier bin ich sehr zuversichtlich, dass AB den richtigen Hebel packt und mit der Kaderplanung im Winter und für die nächste Saison adäquat passende Spieler verpflichten wird.

  54. crisscross04 sagt:

    @klopenner:
    Danke für die Genesungswünsche. ;-) Aber bei einem verlorenen Derby fällt es mir mehr als schwer, ruhig Blut zu behalten. Sorry, fast 50 Jahre königsblaue Leidenschaft lassen mich 2 x im Jahr nicht ganz kalt. Vorsichtig ausgedrückt…

    Trotzdem sehe ich die Gesamtentwicklung auch eher positiv.

    Auch das (immer noch vorhandene) Abwehrverhalten ist mir natürlich nicht verborgen geblieben. ;-) Aber ich denke, wenn man in ein Derby geht, dann muss man 1000%ig unter Strom stehen und dann gehe ich eben doch anders in die Zweikämpfe als in einem „normalen“ Spiel. Aber OK, ich sehe ein, dass das Problem auch darin bestehen könnte, dass es kaum noch Spieler gibt, die unser Derby so richtig verstehen, weil sie vor und in 2 Jahren sowieso wieder woanders spielen.

    Ich habe schon während des Spiels gesagt, als es noch Unentschieden stand, dass ich zu wenig Einsatz sehe. Das Pressing war mir nicht aggressiv genug. Flanken und Fernschüsse konnten ungehindert vom Gegner erfolgen. Schlechtes Aufbauspiel, bei dem viel zu schnell der Ball wieder beim Gegner gelandet ist. Auch das eine oder andere Foul hat gefehlt. Auch damit kann man eine spielerisch überlegende Mannschaft beeindrucken und aus dem Konzept bringen.

    Und ja, genau hier fehlte mir die Galligkeit und der unbedingte Wille. Es war bei manchen Spieler zu spüren. Aber bei der großen Masse eben nicht. Und wenn dieser Wille fehlt, verlierst Du eben auch ein Derby.

    Und das schmerzt – nachhaltig – vor allem, da ich genug Schwarz-Gelbe im Alltag um mich herum habe. Aber es geht schon vorbei, wie immer. Keine Sorge. ;-)

    @leoluca
    Wenn Du ein „großes Spiel“ von uns gesehen hast und gleichzeitig wir ein Remis durch unsere Leidenschaft fast erreicht hätten, dann habe ich wohl ein anderes Derby gesehen. Aber vielleicht bin ich auch gar nicht Manuel Neuer und spiele bei Tus Erkenschwick im Tor. Nix gegen Tus Erkenschwick… ;-)

    Natürlich ist Dortmund uns spielerisch überlegen, aber es hatte nichts mit dem Ausgang des Spiels zu tun. Es war eher unsere konzeptionelle Herangehensweise, die das Spiel beeinflusst hat. Wer sich hinten rein stellt und dann hinten nicht dicht ist, der hat das falsche Konzept gewählt oder die Spieler konnten aufgrund fehlender Einstellung das vorgegebene Konzept nicht umsetzen. Für mich eher letzteres. DAS war für mich der entscheidende Faktor! Wenn ich dieses Konzept wähle, dann darf ich hinten eben keine Fehler machen oder muss vorne einen Konter mehr versenken als ich hinten Fehler mache.

    Wir wurden durch 2 katastrophale Abwehrschnitzer von Dortmund im Spiel gehalten. Nicht durch unsere Leidenschaft. Nun kann man mit gutem Wille unseren ersten Treffer noch durch aggressives Pressing argumentieren, aber der 2.?!? Ich bitte dich. OK, wir hatten einen Pfostentreffer nach dem 3:2, aber einen bedingungslosen Sturmlauf habe ich danach nicht gesehen. Nur weil das Ergebnis knapp ausgefallen ist, hab ich noch lange kein Spiel auf Augenhöhe gesehen. Gefühlt war Dortmund auch eher am 4:1/5:1 dran als wir am 3:3. So sehen das fast auch alle Medien. Aber die können sicherlich auch alle eine falsche Wahrnehmung haben. Wenn nicht, dann sehe ich im Umkehrschluss kein „großes Spiel“ von Schalke, sondern ein Spiel, bei dem wir sehr viel Glück hatten, dass wir nicht höher verloren haben.

    Das es auch anderes geht hat uns Köln 2x (in unserem Spiel & im Rheinderby) gezeigt.

    Meine subjektive Sicht der Dinge! ;-)

  55. klopenner sagt:

    @crisscross:

    Gern geschehen ;-)

    Ich bin im Kern bei dir. Während des Spiels ist mir auch mehrfach aufgefallen, dass wir wieder nur „Geleitschutz“ geben, statt wirklich agressiv in die Zweikämpfe zu kommen. Ich mecker auch schon seit Jahren, dass wir im Spiel ohne Ball einfach schlecht laufen. Das scheint aber so tief in den Köpfen verankert zu sein, dass es eben sehr viel Zeit und Training und vor allem Matchpraxis benötigt um das zu verändern. Es gibt Ausnahmen im Team: Geis, Goretzka, oft auch Höger und auch Ayhan. Die haben ein anderes Spielverständnis und versuchen sich in freie Räume zu begeben und den Ball zu fordern. Der Rest versteckt sich meistens, gibt die Verantwortund lieber schnell wieder ab und macht eher den Pass quer oder hintenrum als öffnend nach vorne. Ich habe das irgendwann in einer Analyse über Barcelona gesehen, wie die in Ballbesitz 3ecke bilden und somit immer Anspielstationen haben. Wir bleiben im Mittelfeld oft in eine Quasi-Manndeckung und sind bei eigenem Ballbesitz zu nah am Gegner um sicher angespielt zu werden, aber bei gegnerischem Ballbesitz zu weit vom Gegner weg um ihn gezielt zu stören.

    Was mich aber immer noch am meisten nervt, sind die sinnlosen Rückspiele zu Fährmann. Unter Bedrängnis, okay. Das gibt dann Sicherheit und neue Möglichkeiten den Spielaufbau zu betreiben. Aber meistens ist die Bedrängnis nicht so groß. Der Ball wird angenommen, es wird geguckt wer frei anspielbar ist, niemand wird gefunden also folgt der Pass zurück auf den Keeper, der dann meistens relativ unpräzise den Ball nach vorne schlägt. Das hätte in dem Fall aber der Verteidiger auch machen können und zwar aus einer Position 20-30m weiter vorne, so dass der Ball eher in des Gegners Abwehr kommt. Durch Fährmann landet der Ball aber in des Gegners Mittelfeld. Dadurch gewinnen wir weniger Raum und bringen den Gegner eher wieder ins Spiel.

    Unter Breitenreiter scheint das weniger zu werden, aber es kommt eben immer noch vor. Und im schlimmsten Fall passiert dann so ein Bock wie im Pokal von Matip, der den Ball selber nach vorne knallen kann, aber lieber hinten rum spielen will, ausrutscht und der Gegner DANKE sagt.
    Das muss unbedingt aus den Köpfen raus.
    Warum rutschen die eigentlich in letzter Zeit alle aus? Das war ja in Lüdenscheid auch öfter der Fall. Sind die Schuhe wirklich so mies, oder hat unser Zeugwart da ein falsches Rezept für die Pflege, oder was ist da los?

  56. malte sagt:

    Hmmm. Grundsätzlich habe ich das Spiel auch nicht so gut gesehen, wie viele hier. Ich glaube auch, dass Dortmund phasenweise näher an einem Kantersieg war als wir am Anschlusstreffer oder gar Ausgleich. Aber mit den Analysen „die haben nicht genug gekämpft oder sind nicht genug gelaufen“ tue ich mich auch immer etwas schwer. Ich habe zwar auch immer mal wieder den Eindruck, aber eigentlich ist mir das als Erklärung zu einfach um wahr zu sein.

    Oft ist auch genau das Gegenteil der Fall. Wenn man keinen Plan hat wohin man laufen soll und das gruppentaktisch auch noch wenig bis gar nicht eingeübt und abgestimmt ist, dann bringt schneller und mehr laufen auch mal mehr Nach- als Vorteile. Gerade im Derby ist mir mehrfach aufgefallen, dass der Ballführende sehr engagiert gedoppelt wurde, dafür aber immer eine gute Anspielstation freigelassen wurde, so. z.B. auch beim 3:1 als Aubameyang schön frei vor Fährmann stand.

  57. leoluca sagt:

    @crisscross.

    Ja, ich habe ein großes Spiel unserer Mannshaft gesehen. Wir sind mit dem BvB längst nicht mehr auf Augenhöhe. Doch gerade deshalb hat unsere Mannschaft eben ein „großes Spiel“ gemacht. Sie hat mit Leidenschaft und taktischer Disziplin – mit wenigen Ausnahmen und zwei wirklich albernen Toren – gegen einen spielerisch überlegenen Gegner fast ein Remis erzielt. Der Trainer hatte die Mannschaft auf diesen offensivstarken Gegner ausgezeichnet eingestellt, was in der ersten Halbzeit gut aufging, in den ersten 30 Minuten nach der Pause leider weniger.

  58. crisscross04 sagt:

    @klopenner:
    Sehr treffend analysiert. Dank dir dafür.

    Auch die Verbesserung unter Breitenreiter nehme ich wahr. Die mentale Stärke, selbst bei Rückständen zurückzukommen hat sich auch im Vergleich zur letzten Saison enorm verbessert.

    Was die Rückpässe auf Fährmann angeht, stört mich weniger, dass er mit ins Spiel einbezogen wird, umso mehr, was er dann mit dem Ball macht. Leider ist das der größte Unterschied im Vergleich zu seinem (berühmten) Vorgänger. Im Spiel nach vorne, es wieder einzuleiten oder gar schnell zu machen, z.B. bei gegnerischen Ecken, die er abfängt, setzt er zu selten positive Akzente.
    Seine Abstöße oder langen Bälle landen gefühlt zu 50% im Aus und die anderen 50% direkt beim Gegner. Daher tun wir uns auch so schwer, wenn wir auf eine Mannschaft treffen, die hohes Pressing spielen. Dann liegt noch mehr „Verantwortung“ in der Spieleröffnung auf Fährmann und das funktioniert eher suboptimal.

    Ich verstehe nicht so ganz, warum wir das nicht besser in den Griff bekommen, weil sich so etwas doch sehr gut im Training üben lässt?! Aber dazu habe ich zu wenig Fachkenntnis. Vielleicht liegt es daran, dass wir zwar mit Geis einen guten 6er haben, aber von einem guten Doppel-6er noch weit entfernt sind. Hat sich auch im Spiel gegen Köln (ich glaube, es war Köln oder Darmstadt) gezeigt. Geis und Matip wurden „zugestellt“, so dass das Spiel Neustädter eröffnen musste, der damit nichts anfangen konnte.

    Aber ich habe auch Hoffnung, dass mit Breitenreiter Kontinuität hineinkommt – allerdings auch ein paar Zweifel, weil sein Ex-Club Paderborn in der Rückrunde auch eingebrochen ist. Ob das mit der „Durchschaubarkeit“ des taktischen Systems zu tun hatte oder eher an der Qualität des Kaders, keine Ahnung. Ich will nur hoffen, dass uns das nicht ereilt.

    Wo ich sehr gespannt bin, wie die Verstärkung im Winter aussehen wird. Ich finde, wir könnten ruhig Avdijaj früher zürückholen. Der Junge spielt bei Graz eine gute Saison und eine hängende Spitze könnten wir sehr gut als Partner von Sane brauchen. Das würde auch den Druck von Sane ein wenig nehmen. Und dass die Abwehr verstärkt werden muss, ist nach dem Wegfall von Nastasic, eh klar. Aber das wird nicht billig… ;-)

  59. Pukki1904 sagt:

    hier eine lesenswerte Taktik- Analyse zum Derby
    http://www.halbfeldflanke.de/2.....lke-04-32/

  60. David sagt:

    Trotz des Endergebnisses, war es ein gutes Spiel unserer Jungs.
    Wie immer eine hervorragende Analyse

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