Der Chor, der Naja-Sieg und die Hinrunde

Schalke gewinnt das letzte Spiel des Jahres mit 1:0 gegen Hoffenheim. Mangels gutem Fußball lieferte ein Männerchor den eigentlichen Höhepunkt des Abends. Mit 27 Punkten schließt Schalke die Hinrunde in angemessener Position ab.

Da war dieser eine Moment, der ein bisschen falsch lief. Als der Betriebsratsvorsitzende der am Freitag geschlossenen Marler Zeche Auguste Victoria das letzte Grubenlicht an den Vorstandsvorsitzenden des FC Schalke 04 überreichen wollte. Schalke hat keinen Vorstandsvorsitzenden, die drei Vorstände Heldt, Jobst und Peters arbeiten gleichberechtigt. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies bemühte sich, Alexander Jobst zur Annahme zu bewegen. Der zierte sich aber, wollte sich nicht hervortun. Letztlich nahm Clemens Tönnies das Licht entgegen.

Ansonsten lief nichts falsch bei und um diese Darstellung der Zugehörigkeit des FC Schalke 04 zu den Bergarbeitern und umgekehrt. Immer wieder mal gibt es Vorwürfe, in solchen Darstellungen betreibe der Club nur Marketing. Das stimmt nicht. Wahr ist, dass das Marketing des Clubs die Verbindung zum Bergbau aufgegriffen hat. Da diese Verbindung aber nun mal Ursprung und damit Identität dieses Clubs ist, ist daran alles richtig. Die Verabschiedung, der Chor, das Mitsingen der Zehntausenden; das erzeugte eine echte und passende Emotionalität.

Der Fußball danach hinkte deutlich hinterher. Das Spiel war schlicht schlecht. Ungenau. Frei von jeglichen Überraschungen. Vor allem behäbig. Schalke attackierte Hoffenheim früh, aber wenn der Ball dabei gewonnen wurde folgte oft sofort ein Fehlpass oder es dauerte schlicht zu lange, bis Schalkes Offensive den Vorwärtsgang eingelegt bekam. Viel Stückwerk, kaum Spielzüge.
Hoffenheims Sturmschwäche war erschreckend. Wie laissez faire Schalkes Defensive mit deren Angriffsbemühungen umging auch. Am Ende stand ein Spiel mit ähnlich viel Ballbesitz und ähnlich vielen Torschüssen auf beiden Seiten. Ein Spiel, das weit entfernt war von den Ansprüchen André Breitenreiters, der dafür steht die Zuschauer mit einer begeisternden Spielweise überzeugen zu wollen. Diesmal blieb es beim Verlassen des Stadions bei einem „Naja, Hauptsache gewonnen“-Gefühl.

27 Punkte-Hinrunde

Zur Winterpause liegt Schalke nun mit 27 Punkten zwei Zähler hinter Platz 4. Meines Erachtens fühlt sich das passend an. Man spielte noch nicht wie ein Team, das unbedingt in die Champions League gehört. Man bleibt aber in Schlagweite und hat weiterhin alle Möglichkeiten. Das hat man sich verdient.

Insgesamt hat mir Schalkes Hinrunde gut gefallen. Nicht nur im Vergleich mit der jüngeren Vergangenheit, auch generell. Ich mochte, dass es auch in den nicht gewonnenen Spielen zumeist irgendwas Positives zu sehen gab. Ich fand es erstaunlich, wie konstant die so jungen Kerle wie Max Meyer, Leon Goretzka und Leroy Sané sehr ordentliche bis sehr gute Leistungen aufs Feld bringen konnten. Eine notwendige Konstanz, da der zu dünne Kader keine erfahrenen Alternativen aufwies.

André Breitenreiter passt zu diesem Club und zu dieser Mannschaft. Er hat es schnell hinbekommen, der Mannschaft eine Spielweise vorzugeben, welche den Fans gefiel, selbst wenn die Ergebnisse mal nicht stimmten. In sehr kurzer Zeit konnte sich die Mannschaft wieder einen gewissen Kredit erarbeiten. In Sachen Öffentlichkeitsarbeit machte André Breitenreiter eine deutlich bessere Figur als Roberto Di Matteo oder Jens Keller.

Aber die Posse um den Begriff „Bonusspiele“ zeigte, wie plötzlich der Wind einem Trainer auf Schalke ins Gesicht wehen kann. In der Winterpause wird Schalke am Kader arbeiten. Ob damit die Ansprüche der Fans steigen werden, wie gut das Team dann zusammenpassen wird, wie sich der Kader in verschärfter Konkurrenzsituation verhalten wird: Das alles wird man beizeiten sehen und dann neu einschätzen müssen. Schalke ist und bleibt spannend, auch in 2016.



Foto: Tomek Bo



23 Kommentare zu “Der Chor, der Naja-Sieg und die Hinrunde”

  1. Bootz sagt:

    … und aufgrund der Spannung lesen hier auch regelmäßig Fremdfans mit. Macht Spaß, hier dabei zu sein. Falls das dein letzter Beitrag 2015 wird – alles Gute und danke für ein tolles Jahr!

  2. detlef sagt:

    Das Spiel ist mit „Hauptsache gewonnen“, gut und treffend beschrieben. Der Gegner schaffte es zwar immer wieder gefährlich Situationen zu kreieren, aber es kamen kaum Schüsse aufs Tor. In HZ2 sogar kein einziger, wenn ich das richtig im Kopf habe.

    Auch das Fazit der Hinserie passt meines Erachtens. Schalke steht da wo man hingehört. Spannend wird die Winterpause, denn man muss den Kader aufrüsten, er ist einfach zu dünn. Es fehlt an einer Alternative für die Aussenbahn, einem schnellen Spieler und das selbst wenn Sidney Sam dauerhaft fit sein sollte.

    Was mir am freitag am Spiel gar nicht gefiel war das Zusammenspiel der beiden Stürmer. Das passt einfach nicht. Die stehen sich zu oft auf den Füssen, da sie sich zu ähnlich sind. Auch hier bin ich gespannt, wie das gelöst werden kann.

    Steigerlied: Wenn ein Anhänger des Klubs zu Hause auf dem Sofa sitzend das Steigerlied mitsingt, dann hat Schalke nicht so viel verkehrt gemacht.
    Ich bin nicht mal ein Ruhrgebietler, die einzige Verbindung dahin ist ein Onkel in Unna. Der hat zwar ganz früher mal auf einer zeche gearbeitet, aber Übertage. Trotzdem habe ich eine Verbundenheit zu Bergleuten und das ganz sicher nicht, oder nicht nur wegen des FC Schalke 04.

    Schöne Weihnachten und einen guten Rutsch aus Lippe.

  3. Stefan sagt:

    „Er hat es schnell hinbekommen, der Mannschaft eine Spielweise vorzugeben.“

    Puh, da kann ich leider wenig erkennen. Es ist in der Defensive eine Fortsetzung der passiven Ausrichtung, mit minimal verbesserter Defensivbereitschaft der äußeren Mittelfeldspieler. In der Offensive funktioniert wenig, wie du auch schreibst: ungenau, behäbig, ohne jede Überraschung. Die Anbindung der Stürmer klappt überhaupt nicht, gerade in seiner Idee vom 4-4-2. Ich hoffe, dass sein 4-4-2 dem Mangel an offensiven Flügeln geschuldet ist und nach Korrektur dieses Mangels Geschichte wird.

    Die Punkteausbeute ist befriedigend, die Weiterentwicklung sehr enttäuschend. Wenn wir Breitenreiter an seinen eigenen Worten messen, er wollte „hoch pressen und jedem verlorenen Ball im defensiven Umschalten nachgehen“, „schnell in die Spitze gehen“, er hat angekündigt, das defensive Umschalten zu verbessern und nicht mehr nur auf die individuelle Qualität im Kader zu vertrauen, dann ist die Bilanz nach der Hinrunde negativ. Insbesondere bleiben das Umschaltspiel nach Ballverlust und -gewinn große Schwächen.

  4. eakus1904 sagt:

    Ja, die Kumpel und das Marketing. Ich hatte beim Lesen diverser Beiträge bei Twitter und Co. auch das Gefühl, als müsse sich Schalke jetzt entschuldigen, dass man den Bergleuten von Auguste Victoria einen gebührenden Abschied verschafft hat. Denn nur darum ging es in diesem Moment. Und ich finde, dass ist uns eindrucksvoll gelungen. Ich habe mich am Freitag sehr darüber aufgeregt, dass die Hoffenheimer Konsumenten diesen emotionalen Moment dafür nutzen, zum einzigen Mal in der Arena Gehör zu verschaffen. Aber mittlerweile sehe ich es entspannter. Viele von denen wissen es halt nicht besser.

    Torsten, vielen Dank für ein weiteres, tolles Königsblog-Jahr. Ich freue mich jeden Montag wieder aufs neue, deine Meinung zu unserem Club zu lesen. Vor allem die Sachlichkeit gefällt mir immer gut(Du solltest mal über einen Nebenjob nachdenken und dem SFCV und seinen Kritikern Kommunikationsseminare anbieten :-) ) Ich wünsche Dir und Deiner Familie, sowie natürlich auch allen Lesern und Kommentatoren ein frohes Fest und einen guten Rutsch. Glück auf!

  5. Ney sagt:

    Viel Stückwerk, kaum Spielzüge.

    „Ja so ist es und wird’s auf ewig sein.“ (aus: Kohle unter unser Füßen)

    Die meisten Spiele von Schalke enttäuschen mich im Moment. Gelinde gesagt. Holpriges Getue, am Freitag so als wär der Rasen immer noch kaputt.

    Die Tochter (6) erinnerte mich dann daran, nicht so zu schimpfen, schließlich hätten wir gewonnen.

    Tja, da ist man dann hin- und hergerissen.

  6. mika sagt:

    Eine sehr wohlwollende Analyse der Hinrunde.
    Diese hat sich die Mannschaft aber verdient, weil sie sich bemüht und kämpft…..also Fußball „arbeitet“.
    Fakt ist aber, dass die Ergebnisse der Hinrundenleistung entsprechen und die ist genauso gut oder schlecht wie in der Saison 2014/15 nach 17 Spieltagen: 28:21 Tore und 27 Punkte. In 2015/16 – 23:23 Tore und ebenfalls 27 Punkte.
    Ein Schelm, der Boeses dabei denkt….
    Spielerisch ist das meiner Meinung nach zu wenig, aber mehr gibt der Kader zur Zeit nicht her.
    Alles was Breitenreiter aendern wollte (Pressing und schnelles Umschalten), sehe ich leider (noch?) nicht…
    Aber, und da stimme ich Torsten zu, in dieser Saison ist alles noch offen und daher spannend…..
    In diesem wohlwollenden Sinne…Glückauf.

  7. crisscross04 sagt:

    Danke Torsten! Für die erneut treffende Spielanalyse und für ein spannendes und aufregendes Jahr, dass ich aufgrund dieses Blogs sehr viel intensiver erleben durfte.

    Wir hatten jetzt an 2 Freitagabendspielen hintereinander Gänsehautstimmung in der Arena. Leider konnte ich die wahre Stimmung jeweils nur erahnen, weil ich aufgrund der weiten Entfernung ein Stadionbesuch an Freitagabendspielen nicht wahrnehmen kann. Jedoch macht es selbst vor dem Fernseher stolz und erneuert die starke emotionale Bindung zum Verein. Und genau diese Bindung ist es, die bei vielen Fans anderer Vereine Neid hervorruft. Und dieser Neid ist es auch, die Kritik an der Verabschiedung hochkommen lässt.
    Natürlich sind die meisten der heutigen Fans nicht mehr auf Kohle geboren, sondern in erster Linie (wenn überhaupt) die Eltern. Aber trotzdem gehört es zu unseren „Routes“. Obwohl ich in Gelsenkirchen, Ortsteil Schalke, geboren bin, wohne ich seit meinem 1. Lebensjahr nicht mehr in Gelsenkirchen und habe schon gar nicht auf einer Zeche gearbeitet. Trotzdem fühle ich jedes Mal dieses Heimatgefühl, ein Nachhausekommen, wenn ich einen Förderturm sehe. Ich kann das rational nicht erklären, aber es ist ein Teil von mir. Meine Routes.

    Off topic:
    Ich lebe seit 15 Jahren in Stuttgart und bekomme die Fankultur des VfB hautnah mit. Das ist wirklich hier eine andere Welt. Zurzeit bekennt sich keine Sau zum Verein, die Cannstatter Kurve mal ausgenommen. 2007, ein bitteres Jahr für uns, im Besonderen für mich, waren sie hier auf dem Höhepunkt. Jeder lief voller Stolz mit dem roten Brustring herum. Es war en vogue VfB Fan zu sein. Davon ist nichts mehr übrig. Die damaligen Fans verleugnen heute, Fan dieses Vereins zu sein. Das Ergebnis ist ein leeres Stadion, in den Ligaspielen wie auch im Pokal – von den Euro League Spielen von vor ein paar Jahren, wo gerade Mal 10.000 Fans im Stadion waren, rede ich schon gar nicht mehr. Das war und ist oberpeinlich. Ich kann diese Fans daher auch nicht wirklich ernst nehmen. Und wenn aus so einer Ecke dann noch Kritik an unserer Verbundenheit hochkommt, kann ich nur schmunzeln. Aus meiner Sicht ist das reiner Neid. Da ist mir doch so eine „Gefühlsduselei“ in der Arena weitaus lieber. ;-)

    Zum Schalker Saison-Halbzeit-Fazit: Es passt.
    Ja, ich will auch immer schönere Spiele sehen, tolle Spieleröffnungen, aggressives Gegenpressing, schnelles Umschaltspiel, einen effektiven Sturm und am liebsten jede Saison um die Meisterschaft mitspielen. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert und ich muss mir nach jedem Spiel erneut vor Augen führen, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben. Das darf zwar nicht in jeder Situation als Ausrede herhalten, jedoch lässt es mich trotzdem in vielen Bereichen milder stimmen. Gerade diese jungen Spieler bereiten mir sehr viel Freude und lässt mich doch halbwegs positiv in Zukunft blicken.

    Ich sehe das wie Torsten. Das aktuelle Konstrukt ist trotz der jungen Garde und des sympathischen Breitenreiters sehr fragil. Das kann bei einem Negativlauf sehr schnell kippen und Wunden aus der letzten Saison wieder aufreißen lassen. Und dann bleibt es abzuwarten, wie Fans und Umfeld auf Mannschaft und Trainer reagieren. Aber das sind Glaskugelszenarien – also für die Tonne. Wichtiger ist da schon, was im Winter auf der Transfermarkt passiert – wer geht, wer kommt. Die Winterpause ist kurz und die Regenerationszeit dadurch auch, daher gilt es, im neuen Jahr schnell wieder die Form zu finden. Aber ich bin guter Dinge.

    Ich habe trotzdem immer noch die Hoffnung, dass wir es wieder in die Champions League schaffen, auch wenn es unrealistisch ist. Aber Wünsche für das neue Jahr darf man ja haben – gerade zu Weihnachten. ;-)

    In diesem Sinne allen Beteiligten hier ein Frohes Fest!

  8. Eigenart sagt:

    Ich bin ein typisches Kind des Ruhrgebiets, meine Opas (ruhrdeutsch: Oppas), Onkel und auch der Vater waren unter Tage. Mir geht vielleicht genau deswegen die mitunter sehr rückwärtsgerichtete Zechenromantik meist gehörig auf den Keks. Am Freitag jedoch fand ich das Steigerlied und die Atmosphäre in der Arena stimmig und berührend. Nichts, wofür Schalke sich rechtfertigen müsste.
    Zum Spiel ist alles gesagt, für mich war es eine Zitterpartie bis zum Schluss. Und ich war bloß noch froh, dass die Hinrunde mit einem Erfolg zu Ende ging.
    Allerdings finde ich, wir sollten nicht zu hart mit Breitenreiter und der Mannschaft ins Gericht gehen. Ich sehe sehr wohl, dass Breitenreiter einen Plan hat. Allerdings kann doch wirklich niemand verlangen, dass er nach sechs Monaten fehler ausgemerzt hat, die vorher über Jahre kultiviert wurden. Ich sehe Verbesserungen im Spielaufbau, im Umschaltspiel, in der offensiven Ausrichtung. Ich sehe auch, dass Spieler sich verbessern, und zwar nicht nur Meyer und Goretzka und Sané, sondern auch Kolasinac, Matip, Choupo-Moting und Aogo. Natürlich sind sie noch nicht an der Perfektion, aber ich bin schon froh, wenn ich eine Entwicklung erkennen kann nach all der Stagnation vorher.

  9. bernd sagt:

    Ich finde, im Gegensatz zu einigen anderen Kommentatoren, die Hinrunde nicht nur gut, sondern sogar herausragend. Im Sommer lagen die Mannschaft und die sportliche Führung noch am Boden. In der relativ kurzen Zeit hat es Breitenreiter mit der Mannschaft geschafft, die Fans mitzunehmen und Fußball wieder zu der schönsten „Nebensache“ zu machen. Was für eine Erholung nach Keller und di Matteo. Dabei ist es mir egal, ob die auch 27 Punkte geholt haben. Wenn über Statistiken geredet werden soll, dann ist es glaube ich wichtiger darauf zu schauen, dass wir den jüngsten und kleinsten Kader der Liga haben und dieser sich in einem Neuaufbau befindet (den doch alle gefordert haben). Und so gesehen war die Hinrunde herausragend. Ich hoffe nur, dass Heldt oder Heidel die Mannschaft zusammenhalten können und wir Fans die Geduld behalten.

  10. Ney sagt:

    Das wird also langsam Routine mit dem Abschneiden vor der Winterpause…

    2015/16 27 Punkte (23:23 Tore), Platz 6
    2014/15 27 Punkte (28:21 Tore), Platz 5
    2013/14 28 Punkte (32:28 Tore), Platz 7
    2012/13 25 Punkte (27:25 Tore), Platz 7

  11. Carlito sagt:

    Bin hier ganz bei Bernd. Es konnte doch wirklich niemand erwarten, dass nach dieser, vor allem emotionalen, Katastrophensaison 2014/15 es Breitenreiter schafft, direkt alle, vor allem spielerischen Baustellen abzuarbeiten.

    Er hat das getan, was meiner Meinung nach am wichtigsten war. Er die Fans wieder ins Boot geholt. Niederlagen bedeuten nicht direkt wieder den Untergang des Vereins. Da man sieht, dass sich etwas entwickelt. In vielen Spielen wird, wenn auch meist nicht über 90 Minuten, zumindest sichtbar, was AB grundsätzlich für Ziele verfolgt. Und selbst gegen Bayern, Dortmund, Gladbach und Leverkusen wären mit ein wenig mehr Glück und Spucke mehr Punkte drin gewesen.

    Und das obwohl wir so einen jungen und kleinen Kader haben. Und dazu noch die meisten Verletzten aller Bundesligavereine! ( https://twitter.com/fbinjuries/status/678642262457393152 )

    Also ich bin gerne bereit diesen Weg mit AB weiter zu gehen, da ich für mich erkennen kann, dass die Richtung, die Tendenz stimmt. Und es scheint vielen in der Arena ähnlich zu gehen, denn es wird wesentlich weniger gemurrt, geraunt, aufgestöhnt und gepfiffen als noch in der letzten Saison.

    Ich bin auf allle Fälle sehr gespannt, was sich auf dem Transfermarkt in der Winterpause tut. Angeblich hat HH ja einen gewissen Spielraum zugestanden bekommen: http://www.derwesten.de/sport/.....97268.html .

    Und zum Schluss natürlich wieder vielen Dank an Torsten für seinen auch in diesem Jahr wieder sehr lesenswerten Blog! Und ihm, seiner Familie und allen Lesenden und Kommentierenden des Blogs schöne Feiertage und schon mal einen guten Rutsch in die Rückrunde! ;-)

  12. leoluca sagt:

    Die Bergleute haben nicht nur das Ruhrgebiet zu einem melting pot und die ganze Republik reich gemacht. Sie haben Schalke groß gemacht. Dass dieses Bewußtsein lebt, hat Schalke am Freitag großartig demonstriert.

    Zwischen den Polen Geld und Gefühl verläuft gerade in unserem Club eine komplizierte Linie und die ist ständig umkämpft: wie viel Geschäft darf sein, wie viel Platz ist für die Leidenschaft.

    Doch eines ist unumstritten: Schalke ist viel mehr als eine bloße Produktionsstätte für sportliche Erfolge. Hier gibt es bis hinauf in die Chefetagen ein großes Verständnis für Sentimentalitäten und für das Imaginäre des Fußballs. Das ist schön.

  13. Mario sagt:

    Damit wir hier was zum weiterdiskutieren haben, während der Winterpause:

    Nur noch 11 Punkte bis Platz 2.

    Hertha bricht in der Rückrunde ein.

    Wir sind sieben Punkte unter dem CL-Quali-Schnitt (2 pro Spiel), und trotzdem noch im Rennen.

    Marcel Heller-schon im Winter!

    Draxler bleibt ein nicht eingelöstes Versprechen. Bis jetzt. Bis jetzt?

    Ist Granit Xhaka schlimmer als Johannes Geis? Er benimmt sich auf jeden Fall asiozaler.

    Heldt muß Matip so viel bieten, wie er kann, damit dieser aus einem verlängerten Vetrag heraus gekauft werden muss. Und er wird gekauft, auf jeden Fall.

    Die Tendenz zur Unruhe im Umfeld nimmt ab, weil sich auch in der punktearmen Zeit wenig Unwillen regte.

    Gibt es irgendeinen Trainer auf der Welt, der Schalke den Beamtenfussball austreiben kann, für immer? Der machen kann, dass auf 20 starke Minuten und 1-0 noch siebzig weitere und ein 3-0 folgen?

    Wie bekommt der Hüter diese Grals es nur immer hin, (fast) jedes Mal, die Dinge, die mir konfus im Kopf umherschwirren, so präzise formuliert auf den Punkt zu bringen. Ich bin hie und da ein wenig neidisch…

    Paderborn steigt ab.

    Grüße aus von neben Paderborn,

    Mario

  14. Christian sagt:

    Ok ich oute mich mal, mir passt die ganze Richtung nicht.
    Das hat nicht nur mit Schalke zu tun.

    Gerade sehe ich, das wir im Februar ein Sonntagabend Spiel
    in Frankfurt haben, um 19:30 – halb acht Abends am Sonntag!
    Geht’s noch?
    Das Zerfledern der Spieltage geht immer weiter und der Montag
    ist ja auch schon de facto angekündigt.
    Gut dafür kann Schalke nichts, oder besser vielleicht nur wenig
    zumindest Herr Peters scheint ja ein ausgesprochener Fan der
    kommenden Montag Spiele zu sein.
    Vielleicht ist das auch schon ein wenig dem „Tittytainment“ Charakter
    des Fußballs geschuldet. Gerade die RAG hat ja viele MA mit 5x in den
    Ruhestand verabschiedet, diese Menschen haben ja die ganze Woche Zeit.

    Was mich auch zusehend irritiert sind diese Entertainment Ansätze auf
    Schalke. Eine Choreographie mag ja mal ganz pfiffig sein, aber allmählich
    habe ich den Eindruck die nicht Fußball Unterhaltung avanciert immer mehr
    zum Kernprodukt. Als wenn 2015 unten im Schacht noch mit einer Grubenlampe
    geleuchtet wurde, ja ne is klar.
    Mein Eindruck ist, der S04 versucht mit diesen NebenSCHAUplätzen den Abgang
    ins Mittelmaß zu retuschieren. Und es scheint ja gut zu funktionieren.

  15. Ney sagt:

    Zum Abschluss des 23. Spieltages muss Schalke am 28.Februar ausnahmsweise sonntags um 19:30 Uhr in Frankfurt ran, weil vorher vier deutsche Klubs in der Europa League donnerstags spielen.

    (Quelle: REL)

  16. crisscross04 sagt:

    @Mario:
    Nur noch kurz zu Xhaka: Ich bin echt gespannt, wie hoch die Sperre ausfällt. Wenn Du den Vergleich zu Geis herstellst, müsste er eigentlich für 8 Spiele gesperrt werden. Er ist Wiederholungstäter, hat sich meiner Meinung nach nie unter Kontrolle und das Foul war wirklich eine Tätlichkeit. Lächerlich fand ich dann, dass der Kommentator etwas von 3 Spiele Sperre gefaselt hat. Im Gegenzug fand ich die Sperre beim Hunter wie auch beim Geis für viel zu hoch bewertet und zudem von den Medien völlig überzogen dargestellt worden. Und beim Xhaka gestern: Da haben alle Beteiligte nur gelächelt und es mit einem: „Na ja, der ist halt so emotional“ abgetan. Aber nun gut, wir werden sehen.

  17. crisscross04 sagt:

    @Christian:
    OK, mit den Montagsspielen gebe ich dir recht. Aber der Rest der These ist für mich doch ein wenig weit hergeholt.
    Kein Schalker Verantwortlicher wird auf Dauer mit Mittelmaß zufrieden sein und die Fans erst recht nicht. Und die Fans lassen sich schon gar nicht mit solchen Aktionen dauerhaft blenden. Da hältst Du aber die Fans für reichlich naiv…

    Und die sogenannten „Entertainment“ Aktionen interpretiere ich völlig anders: Die Choreo war zum 111. Jubliäum, die Verabschiedung galt als Ehrung der (letzten) Kumpel. Beide Aktionen waren zufällig innerhalb einer Woche, waren aber einmalig und werden sich so schnell auch nicht wiederholen.

    Aber vielleicht stört dich auch das Lichtausmachen vor den Abendspielen in der Arena?! Ich finde es stimmungsvoll und sehr schön. Aber so ist das halt: Manche haben „Gelb“ als Lieblingsfarbe und ich eher „Blau“. Geschmäcker sind halt verschieden. ;-)

  18. Kimberli sagt:

    Ich finde Breitenreiter ist genau der richtige Trainer er hat jetzt schon eine ganz neue Mannschaft aus Schalke gemacht .Er passt bei Schalke genau rein.

  19. schalkoholiker sagt:

    Gestern Abend habe ich Arsenal-ManCity angeschaut. Hat mir gefallen und mir ist mal wieder deutlich geworden, wie selten solche Spiele in der Bundesliga geworden sind. Waren wir vor ein paar Jahren noch die interessanteste Liga Europas (weil hier jeder jeden schlagen konnte), wurden wir kurzzeitig zu einer Liga mit spanischen Verhältnissen (in der die Nachbarn sich ein Duell mit den Bayern lieferten). Mittlerweile haben wir m.E. eine der langweiligsten Ligen Europas. Der Meister steht seit Jahren fest (und ich befürchte, es wird sich daran in naher Zukunft nicht viel ändern), dahinter gibt es ein bis zwei ernsthafte Kandidaten auf die festen CL-Plätze und der Rest kloppt sich um – na den Rest halt.
    Die Mondbeträge, die von englischen Clubs bezahlt werden, führen dazu, dass uns Spieler oberhalb der Durchschnittsgrenze mit großer Sicherheit verlassen werden. Der einzige Verein, der halbwegs dagegen halten kann, ist Bayern – was die spielerische Dominanz in der Bundesliga noch verstärken wird. Blöde Spirale…
    Was bleibt dann für einen Club wie den unsrigen? Mit ein wenig Glück bringen wir in schöner Regelmäßigkeit ein Juwel aus der eigenen Jugend oder einen Glückskauf (wahrscheinlich eher selten) nach oben, der uns kurz die Hoffnung auf bessere Zeiten beschert – bis er uns (hoffentlich zumindest) für obszöne Summen verlässt. Ähnliches Modell wie in Porto seit Jahren praktiziert: Zulieferer für die immergleichen Kandidaten der CL-Viertelfinals; aber eben so gut wie nie selber dabei.
    Vor diesem Szenario versuche ich persönlich, meine Ansprüche oder Wünsche an z.B. Andre Breitenreiter zu formulieren. Da bleibt aus meiner Sicht kein Raum für hochtrabende Ambitionen; One-Hit-Wonder wie Hertha in den letzten Monaten würde ich eher dem Zufall zuordnen. Wenn er es schafft, unter diesen Rahmenbedingungen den Spaß am königsblauen Fußball, spürbar gute Laune und die Begeisterung dauerhaft zu etablieren, dann macht er einen guten Job.
    Und fernab dieser etwas düsteren Realitätsanalyse meldet sich der Schalker in mir zu Wort und hofft darauf, dass wir dann doch mal wieder drei Überraschungsspieler gleichzeitig im Team haben, verletzungsfrei bleiben und damit den Lucky Punch landen werden. In diesem Sinne: Euch allen schöne Feiertage und Glückauf!

  20. michael sagt:

    @ schalkoholiker

    leider hast du so recht. das die Unwucht im System Europa wird immer größer. Nur was tun: ich für meinen Teil bin mit Leib und Seele Schalker und kann mich mit deinem Scenario nicht abfinden. Das kommt einer Kapitulation gleich und genau aus diesem Grund bin ich mit AB nicht wirklich zufrieden. Der ist mir nicht ehrgeizig genug (die Aussage mit den Bonusspielen zeigt dies). Das heißt nicht, dass ich nicht einverstanden bin mit der Weiterentwicklung der Mannschaft, aber die letzten Spiele waren eher dürftig und unser Offensivspiel ist einfach schlecht.

    Ich denke wir brauchen irgendwann in nahen Zukunft einen Trainer vom Schlage Klopp und Tuchel (auch wenn einige hier die beiden nicht leiden können). Ich will dass die Mannschaft in jedem Spiel brennt (da bin ich mit dir Mario) und ich hoffe, dass Heidel kommt, denn der hat eine Nase für diese Trainer.

    Schöne Weihnachten und herzlichen Dank an Dich, Torsten!!!

  21. Manfred sagt:

    Porto ist auch n eher schlechtes Beispiel, wenngleich ich verstehe, was du meinst @ schalkoholiker: die holten 7 Meistertitel in den letzten 10 Jahren.

    Typen wie Klopp und Tuchel usw funktionieren nur unter bestimmten Bedingungen in einem bestimmten Umfeld. Ob Breitenreiter nun n guter Trainer ist oder nicht kann ich nicht beurteilen, aber wenn hier schon Arsenal Erwähnung findet, dann somit auch Wenger und über alles ist Arsenal näher an Schalke als Porto: viele Jahre lang immer vorn und oben mit dabei, aber eben auch viele Jahre lang nix geholt. Okay, Schwankungen auf nem sehr hohen Niveau, aber immer mit demselben Trainer. DAS ist eine Kunst, die es in sich hat und sowas sollte auf Schalke endlich mal ne Zukunft haben.

  22. crisscross04 sagt:

    Ich glaube nicht, dass Klopp & Tuchel nur unter bestimmten Bedingungen arbeiten können. Und wenn doch, welche sollen das sein?

    Beide können einen Spielverlauf, ein Spielsystem und Gegner/Spieler sehr gut analyisieren und selbst ein Spielkonzept kreieren. Beide sind Fußballbesessene, die es schaffen, diese Besessenheit auf die Spieler zu übertragen und damit zu inspirieren bzw. zu motivieren. Dadurch schaffen sie es, meistens das Maximum aus einer Mannschaft herauszuholen. Wie es auch der Pep in München ist. Das sind alles Perfektionisten, die sich nicht durch Siege blenden lassen, sondern immer das Maximum wollen, sich immer hinterfragen und sich ständig weiterentwickeln. Dieser Menschentyp hat auch in anderen Bereichen Erfolg – nicht nur im Sport. Von der breiten Masse werden sie aber nur selten geliebt oder geachtet.

    Was ich so sehe und höre, fehlt diese Besessenheit AB ein wenig. Und leider auch der Mannschaft. Trotzdem finde ich, dass AB schon einen guten Job gemacht hat – gerade mit dem Hintergrund, dass er im Sommer einen Scherbenhaufen übernommen hat.

    Aber wenn denn Heidel kommen sollte, wird er schon den Unterschied zwischen den Genannten und AB merken und seine Analyse wohl dann auch nach oben (weiter-)tragen.

    Was die Konkurrenzfähigkeit angeht, ist bereits von schalkoholiker alles gesagt worden. Wir werden in naher Zukunft immer nur um die goldene Ananas spielen.

    Wenn Schalke in die Riege der Topmannschaften in Europa aufsteigen will, braucht es mehr Kohle!!! Diese muss zum einen aus den jährlichen Champions League Teilnahmen einschl. Überstehen der Vorrunden kommen. Zum anderen aus den daraus resultierenden Sponsorengeldern, die mind. genauso wertvoll und wichtig sind.
    Die Marke „Schalke“ muss stärker gebildet und noch professioneller vermarktet werden. Jobst ist da schon der richtige Mann und er versucht ja auch gerade einen neuen Schuhausstatter zu finden, weil Bayern mit Adidas und BVB mit Puma excellente Partner haben, die den jeweiligen Verein bei ihren Sportschuhen absolut in den Fokus stellen. Aber ohne sportlichen Erfolg wird es schwer, das umzusetzen.

    Insgesamt muss man sich noch mehr dem Kommerz und dem „Entertainment“ hingeben. Ob das so von vielen Schalkern gewollt ist und getragen wird, stelle ich mal leicht in Frage. Wenn es damit sportlichen Erfolg gibt, werden wohl viele Fans diesem Ansatz, wenn auch mit einem leichten Unbehagen, abnicken. Wenn der Erfolg ausbleibt, wird es eine Revolte geben. ;-)

    Ich stelle mir immer die Frage, wie wir Fans wohl reagieren werden, wenn irgendso ein Scheich daherkäme und uns mit den Öldollars zusch… würde?! Würden wir wirklich alle aufschreien und dagegen protestieren? Oder würden wir es doch tolerieren? Ähnlich wie mit Gazprom…

    Aber so wird es wohl nicht kommen, daher sollten wir uns um die Ananas kümmern.

  23. leoluca sagt:

    @schalkoholiker
    Deinen Beitrag finde ich ziemlich bedenkenswert. Ich gucke regelmäßig Premier-League-Spiele und muss auch oft denken: Mann, was spielen die guten Fußball. Gibts bei uns eher selten.

    Trotzdem wird mir nicht mulmig, wenn ich an die Inselkohle denke, die ab nächsten Sommer den Kontinent überschwemmen wird.

    Betreffen wird das in der Liga zuerst die Bayern, Wolfsburg und Dortmund. Nebenan schließt man schon Wetten ab, wen Jürgen Klopp alles nach Liverpool holen wird, mindestens von denen, die er groß gemacht hat.

    Schalke erfüllt hier noch nicht das Beutemuster; von Joel Matip mal abgesehen. Ich schätze, Schalke hat noch ein bis zwei Jahre Zeit, um wieder eine Spitzenmannschaft zu bauen.

    Sollte das gelingen, ist alles möglich, und wir würden dann auch interessant sein für große Sponsoren bzw. Investoren. Je nachdem.

    Sollte es misslingen, werden Spieler wie Meyer, Goretzka, Sane, Geis wahrscheinlich nicht zu halten sein und neue Großtalente kaum verpflichtet werden können.

    Dass Breitenreiter unserer Mannschaft gut tut, vor allem den jungen Spielern, das ist für mich unbestritten. Torsten ud andere haben dazu die Gründe im Detail genannt.

    Doch muss man gleichzeitig zugeben, dass die erste Aufbruchstimmung vom Saisonbeginn gegen Ende der Rückrunde verflogen war. Dazu waren die letzten Spiele zu schwach und das Mannschaftsspiel davor nicht stabil genug.

    Vor allem aber: eine Handschrift des Trainers ist wirklich noch nicht richtig zu erkennen. Im Mittelfeld herrscht immer noch das Flippern. Sein Wunschstürmer spielt durchgehend enttäuschend und die Idee der Doppelspitze zündet auch nicht.

    Jetzt muss der Verein mit Geld und gutem Scouting helfen. Sollte der neue Sportvorstand ab Sommer tatsächlich Heidel heißen, wäre endlich für ein in sich stimmiges Konzept gesorgt. Und auch beim Marketingchef sehe ich mittlerweile viel mehr Licht als Schatten.

    Spätestens ab August 2016 wird Breitenreiter zeigen müssen, was er wirklich kann. Ob er ein Spitzentrainer wird oder im bisherigen Mittelmaß hängen bleibt.

Schreibe einen Kommentar