Glücklicher Punktgewinn gegen Stuttgart

Erneut lässt Schalke in einem Heimspiel punkte liegen, nachdem zuvor die Konkurrenz um die internationalen Plätze strauchelte. 1:1 endete Schalkes Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Am Ende musste man damit gar zufrieden sein, die Gäste hatten mehr investiert und waren näher am Sieg als die Blauen.

Nur die Anfangsphase war so, wie man es sich als Fan des FC Schalke vorstellt. Da bestimmte man das Tempo des Spiels, da hatte man den Ball, spielte gen Tor und kontrollierte den Gegner. Younes Belhanda agierte wie ein echter 10er, spielte ein paar schöne, öffnende Pässe und erzielte dieses hübsche Kopfballtor aus 15 Metern. Nicht lange nach der Führung war es mit Schalkes Dominanz allerdings vorbei. Der Rest der ersten Halbzeit war so, wie sich neutrale Zuschauer ein Spiel vorstellen. Zwei Mannschaften die nach vorne spielen, zwei Defensivreihen mit Problemen. Und die zweite Halbzeit war dann so, wie sich Fans des VfB Stuttgart ein Spiel vorstellen dürften.

Ja, auch Schalke hatte in dieser zweiten Hälfte noch gute Chancen. Aber die bessere Mannschaft war nun der VfB. Am Ende standen 13:4 Ecken für die Gäste zu Buche, und da Schalke beim Verteidigen von Flanken immer wieder Probleme hat, war es folgerichtig eine dieser Ecken, die den Ausgleich brachte.
Es war durchaus beeindruckend, mit welchem Selbstbewusstsein Stuttgart agierte. Ob dessen fehlte mir plötzlich der Blick für Schalkes Unzulänglichkeiten, eher bibberte ich mit der Abwehr um die Verteidigung des Vorsprungs. Letztlich vergeblich.

Dieses Spiel derart aus der Hand zu geben ist besonders schade wenn man bedenkt, dass die Ergebnisse des Spieltags für Schalke eigentlich recht gut ausfielen. Mit einem Sieg wäre man auf Rang 4 vorgerückt, punktgleich mit Hertha BSC auf Platz 3. So bleibt es bei 7 Punkten aus 5 Spielen der Rückrunde. Eher ernüchternd, wenn man bedenkt, dass der Spielplan zu Beginn die eher leichteren Gegner vorsieht, dass die formell wirklich starken Gegner erst an den Spieltagen 26 bis 30 anstehen. Bei allem Respekt: Will man bis zum Ende der Saison um einen der Champions League-Plätze mitspielen, sollte man aus Heimspielen gegen Bremen und Stuttgart tunlichst mehr als einen Punkt holen.

Aber das Spiel gegen Stuttgart war ja erst das zweite Schalke-Ereignis am gestrigen Sonntag. Zuvor beschloss der Aufsichtsrat, das Christian Heidel ab Sommer den Vorstandsposten für Sport und Kommunikation übernehmen wird. Dieses Thema wird hier in einem gesonderten Beitrag besprochen.



Foto: Tomek Bo



26 Kommentare zu “Glücklicher Punktgewinn gegen Stuttgart”

  1. Christian Heidel folgt auf Horst Heldt sagt:

    […] Text zu dem nach der Aufsichtratssitzung erfolgte Bundesligaspiel gibt’s übrigens hier: Glücklicher Punktgewinn gegen Stuttgart. Foto: […]

  2. westecke sagt:

    Respekt für diese sachliche Spielanalyse. Ich hatte nach dem Spiel so was von den Kaffee auf. Wie man bei eigener Führung zu Hause gegen Stuttgart so passiv agiert und sich das Spiel aus der Hand nehmen lässt. Man konnte doch gut sehen, dass bei unseren gelegentlichen Vorstößen die Stuttgarter Abwehr alles andere als sattelfest ist.
    Ich weiß, dass es hier in diesem Forum nicht gern gesehen wird, wenn einzelne Spieler kritisiert werden, aber mich würde mal interesieren, was ihr von Sane gestern gehalten habt. Ich fand ihn einfach lustlos, so als wollte er seine Nicht-Berücksichtigung in der Startelf noch nachträglich rechtfertigen. Mir scheint, dass ihm der Hype um seine Person langsam zu Kopf gestiegen wäre.

  3. Carsten sagt:

    unbegreiflich…
    unbegreiflich was sich Sane gestern geleistet hat…
    unbegreiflich das jeder Einwurf von Kola beim Gegner landet…
    unbegreiflich wieviele Pässe in die Spitze nicht ankommen…
    unbegreiflich wie oft der Vfb über außen flanken konnten…
    unbegreiflich wie man Aogo bei einem 1:1 einwechseln kann…
    unbegreiflich das di Santo das Fußballspielen verlernt hat…
    einfach unbegreiflich

  4. Pukki1904 sagt:

    Sane lief gestern auf dem Spielfeld rum als hätte er mit ddem Spiel gar nichts zu tun. leideer scheitert er selber viel zu oft an seiner eigenen Ballverliebtheit. nach hinten hat er kaum gearbeitet. Die gesamte Körperhaltung war so, als gehöre er nicht zur Mannschaft. Aber wen wundert das? Ich glaube dass er vielleicht cooler ist als andere in seinem Alter. Aber niemand kann mir erzählen, dass ihm das ganze Getöse um seine Person nichts ausmacht.
    Von der gesamten Mannschaft gab es vor allem in der ersten Hälfte hunderte von guten Ansätzen. Die Defensive hat gefallen,in der Offensive gab es gute ansätze, die dann dann aber in der Umsetzung, meist durch schlampig und unsauber gespielte Pässe scheiterten.
    Die zweite Hälfte war eine Katastrophe der gesamten Mannschaft- Fährmann mal ausgenomen. Keine Konzentration und vor allem sah es so aus als genüge ihnen der eine Punnkt.Ich kann mir nicht mehr vorstellen,dass die Mannschaft so überhauüpt in dieser Saison die Euro- Leage Plätze erreichen kann. Die Konkurrenz ist zu groß und i.d.R. besser.
    Wahrscheinlich müssen wir akzeptieren, dass dies eine Übergangsaison wird.

  5. Eddi04 sagt:

    Man hat gestern der Mannschaft eindeutig angemerkt, dass sie (vermutlich im Kopf) einfach müde war. Leider hat Breitenreiter nicht die Möglichkeit, auf den laufintensiven Positionen groß zu wechseln. Es fehlt die Breite im DM. Das Ergebnis war von dem her für diesen Gegner in Ordnung.

    Sane eine Pause zu geben war richtig! Wie er sich dann nach seiner Einwechslung verhalten hat – darüber muss gesprochen werden. Körpersprache, Defensivarbeit und Teamplaying waren nicht zu erkennen.

    Ich wünsche mir für Donnerstag, dass zu Gunsten vom Sonntag rotiert wird. Die Buli ist einfach wichtiger als die EL.

  6. eakus1904 sagt:

    Mir kam es auch so vor, als war die Mannschaft ab der 30. Minute einfach platt. Leroy benötigt definitiv eine Pause, aber ansonsten würde ich diese „Nichtleistung“ auch nicht so hoch hängen. Der Junge spielt seine erste komplette Saison bei den Profis, da sind so Leistungsschwankungen normal.

    Aber ich will auch gar nicht alles negativ sehen. Belhanda gefällt mir von Spiel zu Spiel besser. Und auch mit Schöpf hat man keinen schlechten geholt. Allerdings sollten sich nicht mehr allzu viele Spieler verletzten, die Alternativen sind nicht gerade üppig.

  7. detlef sagt:

    Sachliche Analyse des Spiel, die ich absolut teile.

    Zu Sané: Er hätte gestern eigentlich wieder ausgewechselt gehört. Er stand neben sich. Er wirkte auf mich teils abwesend, unkonzentriert, irgendwie nicht fit, oder gar krank. Ich denke, dass AB ihm jetzt eine Pause geben muss, denn so nützt er dem Team nicht, der Leroy.

    @eakus1904
    Zum Ende hatte ich auch den Eindruck, dass einige schon sehr an Reserven gehen mussten. Bin gespannt wie AB am Donnerstag aufstellt. Bin fast geneigt, ein EL Aus wäre nicht das verkehrteste für das Team, denn der Kader ist zu dünne besetzt.

  8. Torsten sagt:

    Ich denke, dass AB ihm jetzt eine Pause geben muss, denn so nützt er dem Team nicht, der Leroy.

    Wollte Breitenreiter ja machen. Da kam eben die Verletzung Choupos dazwischen. Für so ungefähr diese Position saß auf der Bank neben Leroy nur noch – nunja – Sidney Sam …

  9. BlueNote sagt:

    Nach 60 Minuten war die Truppe konditionell platt. Unbegreiflich. Und das in der ersten englischen Woche der Rückrunde. Man fasst es nicht. Meyer und Sane eine Pause zu geben war richtig, wie man nach Sanes unfreiwilliger Einwechslung sah. Allerdings hatte auch Choupo vorher schon haarsträubende Fehlpässe produziert.

    Man spielte gute bis ordentliche erste 45 Minuten und ging dann unter. Die Geschichte von HZ 2 ist schnell erzählt. Goretzka wollte, konnte aber gestern nicht wirklich auftrumpfen. Geis war ein Zweikampf-Totalausfall, rannte nur mit rotem Kopf und pumpend orientierungslos vor der Abwehr hinter den Stuttgartern her, die mit einfachen Ballkombinationen und schnellem Vertikalspiel immer wieder gefährlich aufkamen in HZ 2. Das Umschalten nach Ballverlusten funktionierte kaum noch. Insbesondere bei den Offensivakteuren. Neustädter produzierte Böcke zum Ausrasten, Ralle rettete uns den Arsch gestern, zum wiederholten Male.

    Was dann in Minute ’84 passierte, war für mich eine Bankrotterklärung. Es steht einseins in einem Heimspiel, auf den Rängen zehntausendfache, berechtigte Frustration angesichts der bisherigen Darbietung, der vierte Platz liegt auf dem Silbertablett und Breitenreiter bringt einen Verteidiger für eine Halbspitze. Das Signal war klar. Er wollte den Punkt retten, er gab damit aber das Spiel auf.

    Ich hatte mal ein T-Shirt mit dem Spruch: „Klar kannste dat so machen – aber dann isses halt Scheiße.“ Jo, so war’s dann auch.

    Aus den fünf Heimspielen gegen Darmstadt, Ingolstadt, Köln, Bremen und Stuttgart wurden nun ganz drei (!) Punkte geholt. Ein Wunder, dass man damit immer noch auf Platz 6 stehen darf.

    So langsam wünsche ich mir ein Ausscheiden aus der Europa-League. Der Kader ist dafür nicht gut und breit genug und die Sonntagsspiele nerven nur noch.

  10. leoluca sagt:

    Am Ende war das ein glücklicher Punktgewinn, weil Stuttgart fast die komplette zweite Hälfte besser war als wir. Ich denke auch, dass Torstens Resümee stimmt.

    Aber was soll Breitenreiter mit dieser Mannschaft machen? Dass sie guten Fußball spielen kann, sah man in der ersten halben Stunde, dass sie dem Stuttgarter Pressing, als es so richtig anlief, nicht genug entgegensetzen konnte, auch. Was man noch sehen konnte: in Hälfte Zwo einen ziemlichen ratlosen Schalke-Trainer an der Seitenlinie. Beängstigend schnell war Stuttgart vor oder in unserem Strafraum, unserem defensiven MF schwanden mehr und mehr die Kräfte. Auch führte Stuttgart vor, wie man schnelle Angriffe über außen führt.

    In beiden Fällen verfügt Breitenreiter über einen zu dünnen Kader, um ein schweres Spiel wie dieses gewinnen zu können. Der starke Routinier für die Doppelsechs, den Heldt für die Winterpause versprochen hatte, ist nicht da. Und ein schneller, technisch raffinierter Links- oder Rechtsaußen wurde im letzten Sommer versäumt zu verpflichten. So muss man nicht nur Leroy Sane überfordern, sondern auch Leon Goretzka, und beiden merkt man das an. Der eine mimt den lässig Unbeeindruckten, der andere versucht verzweifelt dagegen anzukämpfen.

    Belhanda auf der 10 ist ein wirklicher Hoffnungsschimmer.

  11. schalkoholiker sagt:

    Vielleicht ist meine Erwartungshaltung zu niedrig, aber meine Wahrnehmung war eine andere: Bis zu 55. Minute würde ich das als eine sehr erwachsene Leistung unserer Jungs (und das ist hier ja durchaus wörtlich zu nehmen) bezeichnen. Immerhin haben wir gegen eine starke Rückrundenmannschaft gespielt, die gerade einen Lauf hat. Wir hatten bis zu dem Zeitpunkt mit einzwei Ausnahmen immer die Kontrolle und nebenbei noch das Belhanda-Tor auf der Habenseite.
    Ab Minute 55 wurde es dann leider pubertär. Zweikämpfe wurden verloren, die Zuspiele wurden unsicherer und unpräziser undundund… Torsten twitterte während des Spiels „jetzt lebt das Spiel von der Spannung“ und das trifft´s sehr gut. Dumm nur, dass wir es selbst spannend gemacht haben. Ob das jetzt konditionelle Mängel waren, kann ich aus der Distanz nicht beurteilen. Schade – wieder mal vergebene BigPoints auf dem Weg zu den Fleischtöpfen.

    Noch eine Anmerkung zu Horst Heldt
    Dafür, dass Wintertransfers in der Regel nicht funktionieren, oftmals überteuerte Notkäufe sind und andere Vorurteile erfüllen: Belhanda und Schöpf sind m.E. gute Verstärkungen für unser Team. Kann man ja neben den ganzen Heldt-Unzulänglichkeiten auch mal erwähnen.

  12. Ney sagt:

    Wenn sie damit weitermachen, dass jede Rückrundenbegegnung ein anderes Ergebnis hat als die entsprechende Hinrundenpartie, dann seh ich aber für die nächsten beiden Spiele schwarz.

  13. Klopenner sagt:

    Für so ungefähr diese Position saß auf der Bank neben Leroy nur noch – nunja – Sidney Sam

    Wenn doch Sané eine Pause bekommen soll, dann soll er sie auch komplett bekommen. Dafür hat man dann Spieler wie Sam da sitzen. Schlechter hätte er es nicht machen können. Klar weiß man das vorher nicht, aber ein Spieler der eine Pause braucht, braucht eben eine Pause und die sollte dann schon länger als 20 Minuten sein.
    Sicher ist unser Kader nicht breit und/oder tief genug, aber wenn dann trotzdem immer die gleichen 13/14 Spieler auflaufen darf ich mich über Substanzverluste auch nicht beschweren.

    Dafür, dass Wintertransfers in der Regel nicht funktionieren, oftmals überteuerte Notkäufe sind und andere Vorurteile erfüllen: Belhanda und Schöpf sind m.E. gute Verstärkungen für unser Team. Kann man ja neben den ganzen Heldt-Unzulänglichkeiten auch mal erwähnen.

    Wie so ziemlich jeder Transfer zu Beginn. Egal ob aktuell DiSanto, davor Sam, Boateng, Obasi, Neustädter, Aogo etc. Die waren alle in ihren ersten Spielen sehr gut und wurden von allen als gute Transfers verbucht. Ich warte daher einfach nur noch ab, wie es nach einem halben Jahr aussieht. Belhanda hat super Anlagen und gefiel mir gegen Donezk und Stuttgart anfangs sehr gut. Hat aber auch sehr lange „Ausruhphasen“ dazwischen wo man ihn gar nicht wahrnimmt. Dazu die Sache mit der Trainingseinstellung und der öffentlichen Kritik von Breitenreiter daran. Idealerweise hat er es begriffen und spielt um einen neuen Vertrag. Wir würden super Leistung erhalten und er einen Anschlussvertrag. Egal ob bei uns, in Kiew oder einem ganz anderen Verein.

    Zum Spiel selbst ist eigentlich alles gesagt, außer: Es war eigentlich ein Spiel wie immer in letzter Zeit. Es fehlt das zweite Tor, das Spielen wird fast eingestellt und wir zittern um den/die Punkt(e). Das ist sowas von schalkig, dass es mehr und mehr den Spaß verdirbt, den man bei einer guten ersten Halbzeit (oder mal nur 30 Minuten) haben könnte.

    Mein Halbzeit Fazit war schon: Eigentlich wie immer. Guter Anfang, dann vorne viel zu ungenau und hinten haben wir Fährmann

    Ja, ich habe diese Saison als Übergangssaison verbucht und bin daher mit wenigen Punkten „zufrieden“. Aber wenn man immer wieder sieht was die Mannschaft kann und dann die Resultate sieht, kann man auch schnell „unzufrieden“ werden.
    Glücklicherweise sind wir nicht die einzigen, die so wenig Konstanz haben. Schlecht daran ist aber, dass es nicht nur nach oben wenig Punkte Abstand sind, sondern es auch nach unten sehr schnell gehen kann.

  14. Ney sagt:

    Übrigens spielt am Sonntag um 11 in Ückendorf unsere U19 (43 Punkte) gegen den Tabellenführer aus Dortmund (47 Punkte). Auch wichtig!

  15. catch22.04 sagt:

    das xte mal dieser saison dass schalke in der 2.hz abfällt hoffe dass an dem gerücht dass heidel schon früher übernimmmt was dran ist und es dann zum trainerwechsel kommt

  16. Klopenner sagt:

    und es dann zum trainerwechsel kommt

    Schon wieder ein Trainerwechsel mitten in der Saison? Wer ist denn frei und kann das vorweisen, was wir alle immer haben wollen?

    Breitenreiter nervt mich derzeit mit seinen Auswechselungen auch sehr, aber ansonsten bin ich auch von ihm überzeugt. Es sind eher Teile der Mannschaft die ausgetauscht werden müssen. Es kann nicht immer der Trainer Schuld sein.

  17. Rjonathan sagt:

    Das Resümee ist gut. Die Unzulänglichkeiten, die ich nur auf „Müdigkeit“ schieben könnte, haben sich schon in der guten Phase zu Anfang angedeutet und würden dann konstant von Minute zu Minute mehr. Dass die Mannschaft mit dem Rhythmus kämpft ist meiner Meinung nach kein Problem des Trainings sondern eine Frage der Erfahrung. Die jungen Spieler sind das nicht gewohnt. Neustadter hatte darüber hinaus einen ganz schlechten Tag.

    Ich muss aber auch mal ganz konkret das In-Game-Coaching von Breitenreiter kritisieren. Sané war ja nicht nur offensiv sondern auch defensiv komplett neben der Spur. Ein Angriff nach dem anderen rollte in HZ 2 über die linke Seite hinweg und ich habe mich enorm gewundert, dass Breitenreiter nicht handelt. Es war eine Frage der Zeit und das Tor ist dann auch genau aus einem solchen Angriff gefallen. Der Ball läuft Richtung Seitenaus und Sané dreht schon ab, als – huch! – ein Stuttgarter den Ball doch noch erwischt und ab Richtung Grundlinie sprintet. Sané merkt den Fehler und ab hinterher und kann noch zur Ecke klären. Die geht dann rein.

    Ich finde, wenn die Mannschaft so sichtbar und spürbar nachlässt und man einsnull führt, und der Gegner ganz offensichtlich eine Schwachstelle ausgemacht hat und ausnutzt, muss schneller handeln und entweder auf Mauern umstellen und Aogo für Sané bringen oder Sanés Position wechseln. Das hat Breitenreiter dann ja auch gemacht. Unmittelbar NACH dem Tor tauschten Schöpf und Sané die Seiten. Das war viel zu spät.

  18. Torsten sagt:

    Ja, Breitenreiter konnte die Mannschaft im Laufe der 2. Hälfte nicht mehr neu ausrichten. Die Mannschaft wirkte auch nicht fit, und hinterher war klar wer hätte draußen bleiben sollen. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle mal neben den Trainer springen.

    Der ist nämlich auch noch eine Art Rookie, in seinem zweiten Erstligajahr, in seinem ersten Jahr mit einer Mannschaft im internationalen Wettbewerb. Tatsächlich muss er diese Situationen auch lernen, wie man einerseits die Mannschaft regenerieren lässt, andererseits die Spannung hochhält, damit es nach nur zwei freien Tagen im nächsten Pflichtspiel gleich wieder klappt.

    Ich hatte in der Hinrunde in mehreren Spielen das Gefühl, dass die Mannschaft nach der Halbzeit besser als zuvor eingestellt war. Das Umstellen der Spielweise während des laufenden Spiels ist aber nochmal eine andere Hausnummer. Wenn das nicht schon vorher genau eingeübt ist, entsteht flott Chaos auf dem Platz. Man darf auch nicht vergessen, dass man einen schreienden Trainer maximal bis 10 Meter ins Feld hinein hört: Es ist unfassbar laut da unten auf dem Platz!

    An solch einer Stelle führe ich gerne das Beispiel von Klopps 3er-Kette im Derby an, jeder hier wird sich erinnern. Klopp müssen graue Haare gewachsen sein, sein System passte nicht, jeder hats gesehen, selbst wir alle am TV. Und doch hatte er es nicht hinbekommen, das in der Intensität des laufenden Spiels zu verändern.

  19. Spargeltarzan sagt:

    Nee Torsten, ich glaube hier liegst falsch. Ich will ja nicht unbedingt Klopp in einem Derby den Rücken stärken, aber er hat doch damals relativ schnell umgestellt. War es nicht schon nach 20 Min.?
    Auf jeden Fall war es gefühlt noch Mitte der 1. Hälfte, also weit weg von „nicht hinbekommen“. Das zeichnet imho auch gute Trainer aus, Fehler umgehend zu korrigieren. Guardiola ist in dieser Disziplin der Meister; der stellt oft falsch auf, aber immer richtig um. Und seine Truppe weiß sofort was zu tun ist.

  20. Rjonathan sagt:

    @Torsten
    Lernender Coach – da gehe ich mit. Konkrete Kritik verstehe ich auch nicht pauschal. Breitenreiter hat das recht, auch mal Fehler zu machen. Ich hoffe, dass er sie auch sieht und daraus lernt.
    In dem von mir vorgetragenen Fall hat er aber tatsächlich eine Idee gehabt und diese auch umgesetzt. Nach dem Wechsel von schöpf und Sanè war die Seite auch wieder halbwegs dicht. Es war also eine recht erfolgreiche Maßnahme. Nur zu spät. Ich lasse da auch kein „hinterher ist man schlauer“ gelten. Ich habe schon längere Zeit vor dem Tor gedacht, da muss man handeln, es ist fahrlässig Sanè auf links verteidigen zu lassen. Das habe ich mir nicht rückwirkend ausgedacht.

  21. Klopenner sagt:

    @Rjonathan: Ich verstehe nicht ganz, warum es für Sané auf links schwieriger sein sollte zu verteidigen, als auf rechts? Das kann doch höchstens am Zusammenspiel mit Kolasinac oder Caicara liegen. Sané ist Linksfuß und daher dürfte ihm die linke Seite sogar besser liegen als die rechte. Mit Ausnahme der Offensivaktionen, die ihm auf der linken Seite nur zur Flanken reichen, da er sonst keine „perfekte“ Schussposition bekommt.
    Vielleicht verstehe ich den Ansatz besser, wenn du das mal näher erläutern könntest, warum das deiner Meinung nach der Fall ist.

  22. leoluca sagt:

    Ja, warum konnte Breitenreiter die Mannschaft im Laufe des Spiels nicht neu ausrichten? Torsten hat zwar recht, wenn er für Verständnis für den lernenden Coach wirbt. Klar ist auch, dass Breitenreiters Handlungsmöglichkeiten durch die teils großen Mängel in der Kaderzusammensetzung begrenzt sind.

    Trotzdem stellt sich die Frage: Wieso schaffte es der junge und neue Stuttgarter Trainer, die Spielweise seiner abstiegsbedrohten Mannschaft während des Spiels zu ändern und wir nicht? Wieso reden wir nicht über gelungene taktische Eingriffe oder eine gute Einwechslung auf Schalker Seite, aber über ein paar gelungene Kniffe durch den Stuttgarter Trainer, die in „Spielverlagerung“ schön beschrieben werden:

    „Trainer Kramny erkannte, dass Schalkes Spielaufbau in der ersten Linie ebenso wenig überzeugen konnte, wie ihr Spiel gegen den Ball. Folgerichtig brachte er mit Maxim und Harnik für Dié und Didavi zwei Spieler für die Offensive. Die formative Umstellung war durchaus simpel und keineswegs besonders. Stuttgart stellte nach den Wechseln auf ein konstantes 4-1-3-2 um, bei dem Gentner oft als alleiniger Sechser hinter den fünf offensiven Akteuren absicherte. Das, an diesem Abend sehr starke, Gegenpressing des VfB erledigte den Rest. Immer wieder brachte man die Schalker dadurch in brenzlige Situationen, die teils auch chaotisch wurden. Der schwache Spielaufbau der ersten Schalker Linie, gepaart mit der fehlenden Bewegung der Sechser wurde dadurch immer augenscheinlicher und führte schlussendlich zum verdienten Ausgleich, auch wenn dieser nach einer Ecke fiel.“

    Selbst mittelmäßige Gegner können uns oft mit einfachen Mitteln blockieren und dann kann sich die individuelle Klasse unserer Spieler oft nicht mehr entfalten. Breitenreiter steht dann am Rand und wirkt ratlos wie am Sonntag.

  23. Rjonathan sagt:

    @klopenner
    Die Frage ist nicht, was Sané besser kann, die Frage ist, was Stuttgart macht. Und die haben eben die ganze Zeit über die rechte Seite angegriffen, wo Sané überfordert war. Dagegen muss man mMn was tun. Ob ein Seitenwechsel, eine Auswechslung – das überlasse ich gerne dem Trainer.

    @leoluca
    Ja, ich meine das auch nicht zum ersten Mal beobachten zu können.

  24. Klopenner sagt:

    Selbst mittelmäßige Gegner können uns oft mit einfachen Mitteln blockieren und dann kann sich die individuelle Klasse unserer Spieler oft nicht mehr entfalten.

    Das ist aber nicht erst seit Breitenreiter so. Wir haben eigentlich in den letzten 4-5 Jahren immer Probleme das Spiel zu machen und vor allem fällt uns nichts ein, wenn der Gegner konsequent mit Pressing spielt. Egal ob Pressing oder Gegenpressing. Unter Druck spielen wir unüberlegt, überhastet und chaotisch. Da kann der Gegner Dortmund oder Darmstadt heißen. Wir können damit nicht umgehen. Wir können das aber auch nicht sinnvoll trainieren, da unsere Spieler selbst das Pressing nicht ausreichend beherrschen. So ist jedenfalls mein Eindruck. Hinzu kommt, dass wir zwar gefühlt mehr laufen als in den letzten Jahren, die Laufwege aber immer noch nicht effizient sind, was dazu führt, dass wir bei Ballbesitz des Gegners im Mittelfeld meistens nur hinterher oder nebenher laufen. Matip kann das in der Regel gut antizipieren und hat durch sein Stellungsspiel enorme Vorteile. Goretzka packt mal eine sinnvolle Grätsche aus. Aber der Rest ist in meinen Augen oft zu statisch, obwohl ich da in manchen Spielen eine positive Entwicklung erkennen kann.

  25. rjonathan sagt:

    @klopenner
    Was die Pressing-Resistenz angeht, so fand ich eigentlich, dass wir enorme Fortschritte gemacht haben. Nur das Spiel am Sonntag sah auf einmal aus wie ein Rückfall in alte Zeiten. Die Mannschaft war auch zu Beginn einfach nicht wach und aufmerksam genug. Ansonsten habe ich in der Rückrunde eigentlich eine Pressing-Resistenz beobachtet, wie ich sie schon lange (noch nie?) nicht auf Schalke gesehen habe.

  26. Desolate Leistung im KO-Spiel: Schicht im Schachtar sagt:

    […] in diesem Wettbewerb nun schon vorbei. Was bleibt ist die Bundesliga, in der man auch gerade zwei nichtgute Spiele ablieferte. Ernüchterung greift um […]

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