Der Don aus Mainz

Christian Heidel wird auf Schalke Vorstand für Sport und Kommunikation und damit wichtigster Mann für den Teil des Profigeschäfts, der einen Typen wie mich am meisten interessiert. Da gilt es für mich, sich auch für diesen neuen Typen zu interessieren. Im Netz ist ein Interview mit ihm zu seinem Werdegang zu finden. Darin erklärt Christian Heidel unter anderem wie es dazu kam, dass ihn Fans des FSV den „Don“ nennen, und dass er nie Autoverkäufer war.

In dem Buch „111 Gründe, Mainz 05 zu lieben“ ist Christian Heidel ein Kapitel gewidmet. Anders formuliert ist er einer der Gründe. Grund 44 um genau zu sein. Ich weiß nicht, nach welchen Kriterien die Reihenfolge festgelegt wurde. Aber der Text ist schön und hilft weiter, sich ein Bild von dem Mann zu machen, der als Fan zu diesem Club kam und einer der besten Manager der Liga wurde. Mit freundlicher Genehmigung der Autoren Mara Braun und Christian Karn darf ich ihn hier wiedergeben.
 
 
Grund 44: Weil Christian Heidel der einzig wahre Don* ist

Anfang 1990 meldet sich ein Amateurkicker und Autohaus-Geschäftsführer beim damaligen Oberligisten Mainz 05 und will alle Eintrittskarten für ein Fußballspiel erwerben. Der 27-jährige Christian Heidel zahlt dafür 15.000 Mark, er macht die Partie gegen den FSV Saarwellingen zu einem Volksfest, verlost unter den 4.430 Zuschauern einen Neuwagen gehobener Klasse – und bleibt irgendwie bei dem Verein hängen, dessen Fan er ohnehin seit Kindertagen ist. Das Autohaus gibt es längst nicht mehr, die Beziehung zwischen Christan Heidel und Mainz 05 aber, die wird ewig halten.

So genau kann Heidel es selbst nicht nachvollziehen, wie er sukzessive Manager eines Profiklubs geworden ist. Irgendwann hat er eben Verantwortung bei Mainz 05 bekommen, dann eine feste Rolle. Plötzlich riefen die Zeitungen ihn an, wenn sie etwas wissen wollten. Im Herbst 1991 wurde Heidel auf einmal zur Managertagung der Liga eingeladen. Erst seit wenigen Jahren aber lässt er sich für seine Arbeit bezahlen: Groß gemacht hat Christian Heidel uns als ehrenamtlicher Manager.

Und weil ehrenamtlich gleich unprofessionell ist – zumindest glauben das genügend Leute – wird Heidel außerhalb der Sichtweite des Doms gern mal nicht besonders ernst genommen. Es gibt dümmere Ideen, als den Mann nicht ernst zu nehmen. Mit Schwimmflügeln ins Säurebecken springen oder über dem Pazifik aus dem Flieger aussteigen sind zwei, die uns spontan einfallen. Viele, die Christian Heidel über den Tisch ziehen wollten, sind selbst darunter gelandet.

Der Eindruck aus dem Fernsehen, wenn Heidel in der Halbzeit der Ligaübertragung ein bisschen hemdsärmelig, leicht schnodderig, fernab hochdeutscher Schriftsprache ins Mikrofon plaudert und dem wunderbaren Wort „annersder“ den soundsovielten Frühling beschert, der täuscht: Heidel kennt jede Spielordnung, jede Satzung, jeden Paragraphen. Statuten auswendig zu lernen, das macht dem Mann Spaß!

Seine Transferverträge sind ein für Unbedarfte undurchdringliches Dickicht aus Zusatzvereinbarungen zu Partizipation bei Weiterverkauf und Boni bei sportlichem Erfolg, seine Deals sind in ihrer Komplexität allerhöchstens gleichzusetzen mit den Trainingsübungen von Zeljko Buvac mit sieben Stationen, drei Toren und fünf Bällen auf einmal. So kommt es, dass auch Jahre nach einem Spielerverkauf immer wieder das eine oder andere Extramilliönchen auf unser Konto tröpfelt, dass Mainz 05 auch noch den schlimmsten Fehleinkauf (Hanno Balitsch oder Edu, da streiten sich die Gelehrten) mit Gewinn wieder los wird und dass unser Verein in den letzten 20 Jahren immer gesünder, stabiler und reicher geworden ist.

Im Sommer 1995 war in einer Zeitung zu lesen, wir könnten uns nicht mal einen Amateur aus der Regionalliga leisten. Im Transfersommer 2013 leisten wir uns eine siebenstellige Ablöse nach der anderen – und müssen dafür noch immer keinen Investor oder Vermarkter anpumpen. Wir wissen, wem wir das zu verdanken haben. Und wir werden weiterhin jeden auslachen, der damit anfängt, dass der Heidel ja schon sein Autohaus in die Pleite… blablabla.



* „Don Heiteli“:
Die Anrede in einem Fax aus Ecuador, anlässlich des möglichen Transfers von Walter Ayoví – der „Don“ ist hängengeblieben



30 Kommentare zu “Der Don aus Mainz”

  1. rjonathan sagt:

    Cooler Text, danke!

  2. Mara Braun sagt:

    Seufz. Es wird eine große Lücke klaffen in unseren Herzen, da, wo der Don jetzt noch ist. In Sachen Kompetenz habt ihr definitiv den Jackpot geknackt.

    Übrigens widmen wir neben dem Grund 44 für ihn als Person noch ein ganzes Kapitel „Dem Einkaufszettel von Christian Heidel“, quasi ein Best Of seiner größten Erfolge und schlimmsten Fehlgriffe.

  3. eppinghovener sagt:

    Aktuell denke ich Heidel wird sich noch ein wenig mit dem Image des „Dorfclub-Managers“ herumschlagen müssen.

    Auch wenn er als harter Hund am Verhandlungstisch bekannt ist – hat man in letzter Zeit ja gerade auf Schalke besonders gemerkt – mindestens in der nächsten Saison wird man oft noch in den Kommentarspalten aller Blogs und Newsseiten Skepsis lesen, dass Heidel ja noch nichts „großes“ zustande bekommen hätte.
    Der Manager vom Dorfclub eben. Breitenreiter hat das Problem hier und da sicher auch noch wenn auch selten.

    Ich war nie ein großer Gegner von Heldt, freue mich aber bei der Verpflichtung von Heidel über ein Zitat aus folgemdem Text von derwesten.de:
    http://www.derwesten.de/sport/.....92709.html

    „Als die Mannschaft in der Saison 2006/07 unter ihrem Trainer Jürgen Klopp gleich 16 Spiele in Folge nicht gewann und der Druck der Medien immer größer wurde, stellte sich Heidel vor die Kameras und erklärte, dass eher elf Spieler rausgeschmissen werden, bevor der Trainer geht. „Das hat mir imponiert“, sagt Babatz.“

    Das ist ein Satz, den ich so noch nie auf Schalke gehört habe, den ich sogar niemals auf Schalke möglich halten würde, den ich mir aber schon oft von Vorstandsseite aus gewünscht habe.
    Ich hoffe nicht, dass Heidel ihn sagen muss, aber ich hoffe er wählt wieder so klare Worte, sollte es notwendig sein.

  4. Carlito sagt:

    Wenn das alles so stimmt – was ich gar nicht bezweifeln möchte – und Heidel seine Arbeitsweisen nicht ändert – was ich schwer hoffe – und man ihn dazu auch noch auf Schalke in Ruhe machen lässt – was ich hoffe, aber wo ich meine Zweifel habe – hört sich das für unseren Club ja nicht so schlecht an.

    Ich bin, wie bei jedem neuen Trainer und/oder Manager in den letzten Jahrzehnten, mal vorsichtig optimistisch.

    Irgendwann muss doch auch bei uns mal (wieder) der Knoten platzen. Und nein, ich rede hier jetzt nicht direkt von der nächsten Meisterschaft. ;)

  5. schalkoholiker sagt:

    Jetzt ist der Profifußball schon lange kein Ort für Mitgefühl und Nostalgie mehr. Bei den Mainzer Liebes- und Lobeserklärungen für Christian Heidel bekomme ich trotzdem schon fast ein schlechtes Gewissen dafür, dass wir dort für Tristesse und Herzschmerz sorgen. Aber nur kurz. Und dann siegt das Gefühl des schalkigen Optimismus, endlich mal einen wirklich guten Deal unter Dach und Fach zu haben, der uns auch langfristig weiter bringt. Ich drücke alle Daumen, dass Christian Heidel die Zeit und (mediale) Ruhe haben wird, um seine Philosophie bei uns durchzusetzen.

  6. leoluca sagt:

    „Viele, die Christian Heidel über den Tisch ziehen wollten, sind selbst darunter gelandet.“- Ein schöner Satz, der hoffentlich nicht nur eine externe, sondern auch eine interne Botschaft enthält.

    Der neue “Don” auf Schalke, der die Strippen in der Hand hält? Da bin ich sehr gespannt, denn die Strippen auf Schalke zieht seit vielen Jahren mal mehr, mal weniger stets derselbe. Sollte der wirklich einen wichtigen Teil seiner Macht abgeben wollen? Vielleicht wird er es müssen, um seine Wiederwahl zu sichern.

    @eppinghovener. Doch, so ähnlich wie sich Heidel in Mainz vor seinen heftig angegriffenen Trainer Klopp stellte, so konterte einst in den ersten Nullerjahren der Schalke-Manager, Rudi Assauer, mehrfach die Forderung von Medien und Publikum nach Entlassung des Trainers Huub Stevens.

  7. derwahrebaresi sagt:

    Mir wird der Herr Heidel hier schon viel zu schnell in den Himmel gehoben.
    Soll er beim S04 zunächst mal seinen Job antreten, dann sehen wir weiter …

  8. Pukki1904 sagt:

    Ich glaube niemand hier hebt Christian Heidel in den Himmel, sondern viele von uns wollen einfach wissen, wer er ist ,welche Biographie er hat, was er mitbringt usw. Diese Neugier bzw. das Interesse an seiner Person finde ich total verständlich. Zumal sich wohl sehr viele Schalker so wie ich auch jemanden wünschen, der klare Kante zeigt, sowohl CT gegenüber als auch nach Außen. Vielleicht steigt dann ja auch mal wieder der Respekt. Ich habe nämlich den Eindruck, dass es kaum einen Bundesligaclub gibt, der ständig so negativ angegangen und befeuert wird wie Schalke. Ja ich weiß, daran hat der Verein selber kräftig mitgearbeitet. Dennoch denke ich, wenn wir jemanden hätten, der auch mal mit der nötigen Selbstkritik und jenseits vom Größenwahn auf den Tisch haut, könnte sich auch mal wieder so was wie Respekt vor diesem tollen Club einstellen. Damit will ich CH nicht zum Messias machen sondern traue ihm diesbezüglich eben sehr viel mehr zu als den Managern vor ihm. Rudi Assauer nehme ich da bewusst aus.
    Warten wir es mal ab.
    Danke an Thorsten für den Beitrag und insbesondere an Mara Braun für ihren Text hier im Blog.

  9. polarfuchs sagt:

    Moin Torsten. Danke für den, wie immer tollen, gut recherchierten Beitrag. Habe mir auf das im Beitrag verwiesene Interview durchgelesen. C. Heidel kommt da gut rüber, bestätigt mir die hohe Meinung die ich von ihm habe.
    Leider muß ich aber auch schon feststellen das eine nahe Gelsenkirchen beheimatete Mediengruppe anscheinend schon die Messer wetzt. Gönnt man uns diese gelungene Personalie nicht? Ist schon auffällig wie der jetzige Sportchef da hofiert und zitiert wird. Dessen Forderung nach Championsleague Qualifikation als sein “ Abschiedsgeschenk “ wird ja von dort mächtig gefeiert. Den Bärendienst den man damit Trainer, Mannschaft und Verein erweist genüsslich hervorgekehrt. Ja geht`s denn noch. Seriöser Sportjournalismus sieht in meinen Augen anders aus. Dazu muß ich sagen das ich 61 Jahre alt, seit 53 Jahren eingefleischter Schalker bin. Schon als Bengel habe ich Papa`s Kicker gelesen. Diesem Sportmagazin bin ich bis vor wenigen Jahren treu geblieben, bis ich dann irgendwann gemerkt habe das die auch nicht mehr viel von der “ Sport Bild “ unterscheidet.
    Das unseriöse, reisserische, ist es was mich heute in den Medien abstösst. Fachleute, Experten? Sehe und höre man die “ Experten “ bei Sport 1! Einfach gruselig.
    Aber zurück zu unserem Verein, zur Führungsspitze. Mich stört auch das ständige Niedermachen von C. Tönnies. Der Mann ist Schalker udrch und durch. Im Hauptberuf leitet er ein Großunternehmen. Das er vom Profifussball nicht genug versteht weiß er wohl selbst. Deshalb ist er bemüht für die Führung des Vereins das bestmögliche Personal einzustellen, Geschäftsführer eben die ihren Job machen, er in Ruhe seinen. Ist es denn verwerflich das er reagiert wenn er merkt der Geschäftsführer bringt es nicht? Egal ob in seinem Unternehmen oder eben bei Schalke 04.
    H. Heldt kenne ich nicht persönlich, will ihn nicht diffamieren oder gar beleidigen. Ich denke er hat seinen Job nach bestem Wissen gemacht. Aber es reicht nicht! Für mich war die Personalie H. Heldt schon ganz am Anfang durch, und zwar mit der Aktion Raul weg, dafür Obasi. Wer sich die damaligen Beleitumstände noch mal vor Augen führt wird in dieser Entscheidung wenig Brillanz entdecken. So, jetzt fühle ich mich besser und nichts für Ungut. BwG

  10. Raul 04 sagt:

    100 % Zustimmung zu der guten Einschätzung von polarfuchs zu HH und CT

    Es wird viel zu wenig gesehen, dass CT für S04 – jetzt nur aus wirtschaftlicher Sicht, d.h. für Geschäftspartner, Banken, Anleihegläubiger und die diversen anderen Gläubiger – wie ein wirtschaftliches Gütesiegel ist. Wieviel Geschäftspartner werden nicht im Hinterkopf haben, dass CT ggfs. bei einem Liquiditätsengpass mal einspringt und rettet – mal dahingestellt, ob er mit eigenem Geld ins Risiko gehen würde. Braucht er aber nicht, der Ruf als sehr erfolgreicher Geschäftsmann im Zusammenhang mit seiner Liebe zu S04 u. a. sein Versprechen an seinen Bruder führt hier zu einem großen Nutzen für den Verein. (quasi eine „emotionale Bürgschaft“) Und was schon oft geschrieben wurde, „wer soll es denn machen?“ und m. M. wäre es nicht gerechtfertigt, so ein Risiko, das einen Wechsel beinhalten würde, einzugehen.

    Ich freue mich auf Heidel, die Hoffnung auf wirtschaftlich erfolgreiches Handeln, ist nach Jahren (oder waren es Jahrzehnte) zurück.

  11. Torsten sagt:

    Clemens Tönnies ist seit 2001 Aufsichtsratsvorsitzender des S04. Es lag in seiner Verantwortung, dass Schalke 2010 finanziell „auf der Nase lag“. Und es liegt auch in seiner Verantwortung, dass es in dieser Zeit eigentlich nie wirklich Ruhe im Verein gab. Weil er agiert wie ein Vorstandsvorsitzender.

    Ich behaupte, keiner hier bekommt ohne zu googlen 4 Namen von Aufsichtsratsvorsitzenden anderer Bundesligisten zustande. In der Ligen agieren die Vorstände. Nur bei S04 clemenst noch einer oberhalb des Vorstands.

  12. polarfuchs sagt:

    Hallo Torsten. Den Artikel in der SZ habe ich mir durchgelesen. Das ist doch im Groben das was Felix Magath in seiner Schalker Zeit bemängelt hat und ändern wollte, nämlich undurchsichtiges Finanzgebaren.
    Sicherlich war es ein großes Risiko welches der Verein damals mit dem Bau der Arena ging. Man wollte ein neues, eigenes Stadion in Eigenregie. Das Parkstadion war indiskutabel. Was die Herren Tönnies, Peters, Assauer damals wie auf den Weg gebracht haben wird uns wohl immer verborgen bleiben. Sicher hat C. Tönnies in der Vergangenheit Fehler gemacht und wird auch weiter welche machen, schliesslich ist auch er nur ein Mensch. Aber ich denke nicht das er das vorsätzlich macht.
    Dieser Verein ist ein Teil seines Lebens und wenn er merkt etwas läuft aus dem Ruder greift er ein. Das kommt vielleicht nicht so gut rüber. Aber so wie es momentan aussieht hat er seine Lektion gelernt und in C. Heidel einen Macher gefunden der nicht nur im sportlichen Bereich seine Stärken hat.
    Vielleicht ist es aber auch nur so das ich nicht mehr der zornige junge Mann sondern ein wenig altersweise geworden bin. Man mag es mir nachsehen.

  13. Pukki1904 sagt:

    Thorsten, da gebe ich dir in allem recht. Dennoch ist es aus meiner Sicht naiv zu glauben, man könne CT abwählen indem immer mal wieder Plakate bei Heimspielen aufgehängt werden oder bei der MV ein drittel des Saales pfeift wenn er ans Mikro geht. Wer ernsthaft eine Abwahl von CT herbeiführen will,der muss m.E. in der Lage sein,einen Gegenkandidaten durch Kampagnen und Strategien so aufzubauen, dass er für die Mehrheit der Mitglieder eine Alternative darstellt. Was sollte derjenige denn besser oder anders machen als CT, außer den Mund zu halten und sich aus dem operativem Geschäft raus halten? Ist das wirklich alles? Sollte jemand dafür bspw. Kontakte in die Wirtschaft haben oder ist das nicht wichtig? Sollte er Fußballsachverstand haben oder nicht? Sollte er im Fußballbusiness gut vernetzt sein? Oder vielleicht reichen ja auch 30 Jahre Mitgliedschaft in der dritten Generation? Vielleicht ist es aber auch egal,Hauptsache wir haben einen Grüßaugust? Das sind doch alles strategische Fragen die man vorher beantworten muss, wenn man Wahlergebnisse verändern will und den entsprechende Gegenkandidaten sucht.
    Ich bleibe dabei, solange die Frage des- wer könnte stattdessen kommen?- unbeantwortet bleibt,wird sich die Mehrheit wie so oft erst in der letzten Minute vor Stimmabgabe, lieber für das sicher geglaubte „Altbekannte“ entscheiden. Vor allem dann wenn eine starke Finanzkraft mit den entsprechenden Beziehungen dahinter steht. Ich fürchte allein das Jammern der Mitglieder oder von mir aus auch einiger AR- Mitglieder, über das unerträgliche Verhalten von CT, werden nicht ausreichen um ihn abzuwählen. Dafür ist er leider zu mächtig.

  14. Torsten sagt:

    @polarfuchs:

    Nein, das sehe ich nicht so, dass Clemens Tönnies „seine Lektion gelernt“ haben soll. Woran soll man das festmachen? Den Heidel-Deal brachte er auf Spur, ohne das zuvor im Aufsichtsrat zu besprechen. Ich finde, das ist durch nichts zu entschuldigen. Nachdem er sich nach der JHV für eine Weile öffentlich zurückhielt trat er zuletzt wieder häufig auf. Auch dahingehend hat sich nichts verändert.

    @Pukki1904:

    Da wiederum gebe ich Dir vollkommen recht. Deshalb ist es sehr unwahrscheinlich, dass Tönnies nicht wiedergewählt wird.

    Gerade in der Frage „Wer könnte stattdessen kommen?“ liegt der Sache m.E. aber ein Verständnisproblem zugrunde. Das würde an dieser Stelle nun aber zu weit führen. Dazu gibts aber sicher demnächst mal einen gesonderten Beitrag, dann können wir diese Diskussion fortführen.

  15. rjonathan sagt:

    Der Hinweis von Torsten, welchen AR-Vorsitzenden man von irgendwo anders her kennt, trifft wohl genau den Punkt. Ich habe mal ein wenig rumgeschaut, ich glaube ich kenne keinen einzigen.

    Es gib aber auch einen Unterschied zwischen allen Vereinen/AGs bei denen ich nachgeschaut habe: Wie kann es sein, dass es auf Schalke seit Jahren keinen Vorstandsvorsitzenden gibt? Den MUSS es eigentlich geben, ansonsten bleibt dem AR wohl gar nichts anderes übrig als regelmäßig ins Operative reinzuspringen. Wie sollen denn Interessens- und Meinungs-Konflikte im Vorstand aufgelöst und moderiert werden.

    Insofern finde ich den Hinweis der WAZ, dass Tönnies Heidel gerne zum VV gemacht hätte, aber Angst vor dem Gegenwind seiner Kritiker haben musste, schon allerhand. Wenn das die Art ist, wie gegen Tönnies Politik gemacht wird, dann gute Nacht. Ein VV hätte doch endlich die Möglichkeit gegeben, Eingriffe des AR ein für alle mal als überflüssig zu brandmarken. Wenn die Geschichte so stimmt, ist es leider nicht Tönnies, der amateurhaft handelt, sondern seine Opposition im AR.

  16. rjonathan sagt:

    @Torsten
    Ich sehe den Heidel-Alleingang semi-kritisch. Denn der zeigt ja genau das Problem auf, dass es keinen Vorstandsvorsitzenden gibt. In jedem anderen „Verein“, hätte dieser (Watzke, Rummenigge, Bruchhagen) einen neuen Manager gesucht und dem Aufsichtsrat vorgeschlagen. Bei uns gibt es keine Person, die den suchen kann. Nichtsdestotrotz hätte Tönnies dem AR möglicherweise eine Kandidaten-Liste vorlegen können und diese Abnicken lassen. Aber das ist schon ein enorm komplizierter Prozess.

  17. StanLibuda sagt:

    Mahlzeit!

    Wenn es einen VV geben würde, dann wäre der Aufsichtsrat ja wirklich
    nur für die Kontrolle da. Und das im Grunde genommen nur für die Finanzen.
    Wieso soll Tönnies soviel Macht hergeben?

    Viel schlimmer als das wir keinen VV haben ist, daß die Veltinsplörre
    auch noch mit Pestiziden verseucht ist:

    http://www.spiegel.de/wirtscha.....79169.html

    Diese Biersorten sind betroffen

    Krombacher Pils (2,99 Mikrogramm (μg) pro Liter)
    Oettinger Pils (3,86 μg/l)
    Bitburger Pils (0,55 μg/l)

    Veltins Pilsener (5,78 μg/l)

    Beck‘s Pils (0,50 μg/l)
    Paulaner Weißbier (0,66 μg/l)
    Warsteiner Pils (20,73 μg/l)
    Hasseröder Pils (29,74 μg/l)
    Radeberger Pilsner (12,01 μg/l)
    Erdinger Weißbier (2,92 μg/l)
    Augustiner Helles (0,46 μg/l)
    Franziskaner Weißbier (0,49 μg/l)
    König Pilsener (3,35 μg/l)
    Jever Pils (23,04 μg/l)

    In diesem Sinne
    Glückauf

  18. Oskar Zirngiebl sagt:

    „Mit Pestiziden verseucht“. So, so bzw. kopfschüttel.
    Zitat aus dem Artikel:
    „Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher. Glyphosatrückstände in Bier seien aus wissenschaftlicher Sicht plausibel und grundsätzlich erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff sei. Selbst die höchsten Werte von rund 30 Mikrogramm pro Liter seien jedoch so niedrig, dass die rechnerisch resultierende Aufnahmemenge bei einem Erwachsenen mehr als 1000-fach niedriger liegen würde als die derzeit als unbedenklich geltenden Aufnahmemengen, teilte das BfR auf Anfrage mit. „Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken.““

  19. Klopenner sagt:

    „Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken.“

    Na eben. Also für Schalker durchaus bedenklich :-D

  20. Torsten sagt:

    @rjonathan:

    Es geht ja nicht um das Tun, sondern um den Beschluss, dass was zu tun ist.

    Es gab AR-Mitglieder, die nichts davon wussten, dass Tönnies Heldt tatsächlich ersetzen will, und das zu einem Zeitpunkt, da in der Zeitung über Heidel geschrieben wurde und Heldt kund tat, „eine Entscheidung getroffen“ zu haben.

  21. Carsten sagt:

    moinsen

    jedenfalls hat Heidel gleich einen ganzen Arsch voll Arbeit

    Thema… Uschida, Clemens, di Santo, Choupo

  22. derwahrebaresi sagt:

    @StanLibuda
    Gut, dass ich nur Uerige trinke. -:)

  23. Carsten sagt:

    hört auf….

    bekomme ja bock auf eine Runde D´dorf Altstadt

    erst ins Frankenheimer, dann ins Uerige und Zwiebel Abschluss im Eulenspiegel^^

    man kann auch gut im Mulligan´s einen pitshen

  24. leoluca sagt:

    Killepitsch. Im Kabüffke. Die reine Natur.

  25. StanLibuda sagt:

    Mahlzeit!

    Bei „Relativisten“ fällt mir immer ein Witz von Otto Waalkes ein:
    „Rauchen ist doch nicht ungesund!“ gez. Dr. Marlboro!
    Da kann ich nicht mal mehr mit dem Kopf schütteln.

    Und jetzt mal richtig offtopic und für ganz Blöde:
    Das Problem mit den Grenzwerten und den Inhaltstoffen ist nicht
    der einzelne Wert, sondern, daß jedes Lebensmittel einen eigenen hat.
    Will heißen: die Schadstoffe summieren sich. Einfache Addition.
    Noch einfacher: Wenn man z. B. drei Lebensmittel konsumiert hat,
    wobei die Schadstoffe in der Addition über den Grenzwerten liegt,
    dann steigt das Krebsrisiko sprunghaft an.

    Altstadt wär gut. Aber beim Uerige schmeckt das erst nach dem dritten
    Bier. Ich bevorzuge eher Schlüssel Alt oder Füchschen Alt.
    Könnte man alterniv in der Halle anbieten. Ich fürchte aber,
    daß die Hausbrauereien nicht mit der Lieferung nachkommen werden. :o)

    In diesem Sinne
    Glückauf

  26. Erle72 sagt:

    Für ganz Blöde? Hier gibts keine ganz Blöden!!
    Außerdem lässt sich die gemeine Mengenlehre nicht auf lebende Systeme anwenden (Mensch). Der Alkohol ist sicher belastender für den Körper als das Pestdings im Mübereich. Trotzdem sollte natürlich jeder selbst entscheiden können, welches Gift er zu sich nimmt. Deshalb heute Abend zum Spiel ein fränkisches Bier und eine gute Zigarre – Prost!

  27. rjonathan sagt:

    @Torsten
    Muss der Aufsichtsrat das denn? Ich glaube nein. Genau so wenig wie Tönnies sollte sich der übrige Aufsichtsrat in solche Dinge all zu sehr einmischen. Gäbe es einen VV, dann würde er das doch auch nicht zwangsläufig in einer AR-Sitzung absegnen lassen. Im Idealfall hat derjenige ein Gefühl für die Stimmung in den Gremien (was Tönnies in diesem Fall ja auch hatte, einen Protest gegen die Abberufung von Heldt habe ich noch nicht gehört) und kann dementsprechend ohne ein „Go“ handeln.

  28. polarfuchs sagt:

    @Torsten , @rjonathan
    Da haben wir uns ja so richtig verbissen. Finde ich aber toll, da man in diesem Forum sauber und fair miteinander umgeht.
    Der fehlende Vorstandsvorsitzende ist auch meiner Ansicht nach der
    Schwachpunkt in der Vereinsführung. Man hat drei gleichberechtigte Vorstände. Wer ist Ansprechpartner bzw. Schlichter bei Unstimmigkeiten? Im vorliegenden Fall dann ja wohl der Aufsichtsrat respektive dessen Vorsitzender.
    Sollte der Hinweiß der WAZ den rjonathan anspricht den Tatsachen entsprechen wäre das wirklich starker Tobak.
    Nur mal so ganz allgemein. Muß ein Aufsichtsrat unbedingt über ausgeprägten Fussball Sachverstand verfügen? Die Aufgaben eines Aufsichtsrates sind doch etwas anderer Natur. Sonst könnte er ja den Job des Geschäftsführers Sport ausüben.
    Kurzum die Bestellung eines Vorstandsvorsitzenden wäre nicht die schlechteste Idee, schon hätte man einen Puffer zum Aufsichtsrat.

  29. Torsten sagt:

    @rjonathan:

    Ja, muss er, und nein, es wäre nicht an einem Vorstandsvorsitzenden, einen neuen Vorstand auszusuchen. Auf Schalke ist der Aufsichtsrat dafür zuständig. So steht es unter „§ 7 Aufsichtsrat“ in der Satzung:

    (7.5) Aufgaben
    […]
    Der Aufsichtsrat bestellt den Vorstand und beruft ihn ab.

    Der Rat, wohlgemerkt. Nicht dessen Vorsitzender.

    @polarfuchs:

    Eigentlich braucht ein AR keinen Fußballsachverstand. Eigentlich sollte er den Vorstand das Geschäft ohne allzu große Einmischung führen lassen. Leider haben wir diese unsägliche 300.000 Euro-Klausel in der Satzung .. ebenfalls unter „§ 7 Aufsichtsrat“ …

    Der Vorstand bedarf stets der Zustimmung des Aufsichtsrates zu folgenden Geschäften:
    […]
    – Abschluss von sonstigen Rechtsgeschäften jeder Art, deren Laufzeit entweder zwei Jahre überschreitet oder die einen einmaligen oder jährlichen Gegenstandswert von mehr als € 300.000,- haben.

    300.000 Euro sind im heutigen Fußballbusiness eine lächerlich kleine Summe. De facto entscheidet der Aufsichtsrat also bei jedem Geschäft, dass der Vorstand einstielt, ob es letztlich genehm ist oder nicht.

  30. Rjonathan sagt:

    @Torsten
    Ich sehe einen Unterschied zwischen „suchen“ und „bestellen“. Das eine ist eine operative Tätigkeit. Kandidaten sondieren, ansprechen, nachfühlen, verhandeln. Erst wenn das durch ist, kann ein Gremium „bestellen“. Auf diesen Unterschied wollte ich hinaus. Am Ende muss einer operativ das Heft in die Hand nehmen.

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