Das Ende der Breitenreiter-Saison

Im letzten Heimspiel der Saison fängt sich Schalke gegen den FC Augsburg kurz vor dem Abpfiff den 1:1 Ausgleichstreffer. Damit sicherte sich Augsburg den Klassenerhalt und Schalke verspielte die letzte Chance auf Platz vier. „Schade, aber eben auch nicht verdient“ kann als Merksatz für dieses Spiel, aber auch für die ganze Saison 2015/2016 gelten. Eine Saison, die nun ad acta gelegt werden kann. Eine Saison, deren Besonderheit eben darin bestand, dass André Breitenreiter Trainer war. Mehr leider nicht.

Nein, dieses Spiel riss einen nicht von den Sitzen. Schalke hatte den Ball, aber konnte sich nur wenige richtig gute Chancen erspielen. Wie so häufig eben. Aufregend war es nur am Ende, als Schalke zunächst selbst den Ball über die Linie duselte, nur um sich mit dem zweiten Augsburger Schuss aufs Tor den Sieg doch wieder nehmen zu lassen. Und während es mein Sohn neben mir schaffte, nur im Augenblick zu leben und richtig sauer über den verpassten Sieg zu sein, saß ich da und fragte mich, warum die Fans vor einem Jahr Zeter und Mordio schrien, diesmal aber freundlich applaudierten. Diese Saison war wie eine als hübsches Geschenk verpackte Schachtel, die sich nach dem Öffnen als leer erwies.

Breitenreiter konnte keinen Spielstil etablieren

Nach Roberto Di Matteo war André Breitenreiter ein Typ, der sich passend zum Club anfühlte. Er zeigte sich ehrgeizig, sagte die richtigen Dinge und ließ die Mannschaft offensiv spielen. Schalke gewann 3:0 in Bremen und zeigte gegen Mainz ein tolles Heimspiel. Dazwischen verlor man klar in Wolfsburg und kam trotz überlegenem Spiel gegen Darmstadt nicht über ein 1:1 hinaus. Schnell war klar: Schalke ist weiterhin fehlerhaft. Aber niemand hatte erwartet, dass sofort alles gut würde. Solange es doch nur in die richtige Richtung liefe, solange man hoffen konnte, dass sich die Mannschaft verbessert, und solange man Spaß mit einen offensiven Spielstil haben konnte, war alles okay.

Doch alles das verlor sich im Laufe der Saison. André Breitenreiter ärgerte sich über zu einfach zugelassene Gegentreffer, suchte nach „mehr Balance“, doch er fand sie bis heute nicht. Da spielte Schalke in Frankfurt vollkommen offensivbefreit, um sechs Tage später in Köln zu stürmen als gäbe es kein Morgen. Bis heute kann man nicht sagen, für welchen Spielstil der FC Schalke 04 unter André Breitenreiter steht.

Heldt und Breitenreiter als schlechtes Team

Auch abseits des Platzes war die gute Stimmung nicht von Dauer. Kaum vorstellbar, dass ein Manager und ein neuer Trainer schlechter harmonieren könnten als Horst Heldt und André Breitenreiter. André Breitenreiter erklärte mehrfach öffentlich, wie wichtig Julian Draxler für sein Spiel sei, dass er ihn unbedingt behalten wollte. André Breitenreiter erklärte öffentlich, dass der Kader unbedingt noch einen erfahrenen Defensivspieler brauche. Horst Heldt verkaufte Julian Draxler zum letztmöglichen Zeitpunkt, ohne einen Ersatz parat zu haben. Statt einen erfahrenen Defensivspieler zu verpflichten wurde Pierre-Emil Höjbjerg ausgeliehen, so jung und unerfahren wie der restliche Schalker Kader. Außer Höjberg verpflichtete Schalke zu dieser Saison Junior Caicara, Sascha Riether, Johannes Geis, Alessandro Schöpf, Franco Di Santo und Younes Belhanda. Riether war verletzt. Die fünf anderen saßen gegen Augsburg zu Beginn nur auf der Bank. Keine Verpflichtung wurde bislang zu einer festen Stütze der Mannschaft. Und während André Breitenreiter im Laufe der Saison die Qualität des Kaders infrage stellte, bemerkte Horst Heldt nach dem Spiel gegen Augsburg, dass man das Potenzial gehabt hätte, um die Plätze drei und vier mitzuspielen zu können.

Keine Steigerung zur vergangenen Saison

Was bleibt ist eine Saison, in der Schalke in 33 Spieltagen 49 Punkte zusammentragen konnte – einen mehr als in der als so katastrophal empfundenen letzten Spielzeit. André Breitenreiter war dabei so wenig in der Lage, der Mannschaft eine geeignete Spielweise beizubringen, wie Roberto Di Matteo zuvor. André Breitenreiter hatte letztlich aber den „Er hat’s zumindest versucht“-Bonus und er war dabei vielen Schalkern sympathisch, während man mit Roberto Di Matteo nie so recht warm wurde und sein Fußball vor allem als destruktiv erachtet wurde.

In einer Woche geht es gegen Hoffenheim nun noch darum, ob man als Siebter zwei Qualifikationsrunden zur Europa League spielen oder sich diese mit einer besseren Platzierung noch ersparen kann. Gefühlt ist die Saison aber schon vorbei. 2009 spielte Schalke am letzten Spieltag ebenfalls gegen Hoffenheim. Auch damals ging es für die Blauen um nichts mehr. Damals war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass Felix Magath als nächster Hoffnungsträger verpflichtet worden war. Und auch wenn es letztlich nicht gut ausging: Seit ich regelmäßig über die Blauen schreibe war die erste Saison unter Felix Magath die Spielzeit, mit der ich den meisten Spaß hatte.

Der nächste Hoffnungsträger heißt Christian Heidel, und welcher Trainer auch immer.



Foto: Thomas Rodenbücher



128 Kommentare zu “Das Ende der Breitenreiter-Saison”

  1. McP sagt:

    Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung ob Breitenreiter ein guter oder nicht so guter Trainer ist. Die Fakten sprechen gegen ihn. Ohne die ganzen glücklichen Siege und Punkte wäre Schalke irgendwo knapp über der Abstiegszone. Anfangs der Saison hatte ich Andreas Renner zitiert, der ihn als einen etwas paranoiden Typen beschrieb. Muss ja nicht schlecht sein, aber letztlich war er genau das und rieb sich in den Scharmützeln mit der Presse auf. Und der schwarze Peter lag hier nicht einfach bei den Medien.

    Sein größter Scharfrichter ist Thomas Tuchel. Der hat gezeigt, was man auch in kurzer Zeit aus einem talentierten Kader herausholen kann. Seien wir ehrlich, Tuchel hat ihn komplett zerstört. Schalke hätte Mainz und Tuchel mit Geld überschütten sollen, als es noch ein Chance gab, ihn zu holen. Ich hatte ihn schon bei Mainz immer bewundert. Er war dort x-mal erfolgreicher als Klopp und seine Qualität erstrahlt jetzt erst richtig.

    Was auch immer. Am Ende zeigen eh alle Finger auf Heldt. Als er kam, war Schalke fast Meister. Danach wollte er die Lücke auf Bayern schließen, danach sah er sich auf Augenhöhe mit Dortmund, am Ende hat er auf beide Vereine ca. 30-40 Punkte verloren. Stuttgart zahlt heute noch die Zeche für seine verheerenden Entscheidungen. Hoffentlich kann Schalke ein wenig schneller aufräumen. Die steigenden Fernsehgelder werden hier helfen.

    Das ist aber trotzdem nicht so einfach. Helds Makel ist ja nicht, dass er hauptsächlich schlechte Qualität eingekauft hat. Die Mängel sind eher auf der charakterlichen Seite und dass die Gehälter zu hoch sind. Schalke braucht einen Zauberer oder 2-3 Jahre Zeit, um das zu bereinigen.

    Ehrlich gesagt habe ich mich für Gladbach gefreut. Die machen den Eindruck, dass sie mit Geld vernünftig umgehen können. Davon profitiert der Fußball in Deutschland. Und ich denke auch, dass RB Leipzig wie ein heißes Messer durch die Butter geht. Die Bundesliga war abseits von Bayern und Dortmund und ein bisschen Leverkusen so schwach, dass RB nächste Saison locker zwischen 3-6 landen kann. Und wenn wenn Schalke noch mal so einen Mist wie dieses Jahr spielt, werde ich mich auch darüber freuen.

  2. Carsten sagt:

    moin

    Gott sei Dank ist es vorbei

    puhh… watten sch..ss

    Glück auf

  3. Christian sagt:

    Danke für den vorletzten Satz – ich traue mich nicht das so zu sagen.

  4. Altix sagt:

    Nun ist sie also (fast) am Ende, die Saison 2015/16. Meine Einschätzung vom Ende der vergangenen Saison hat sich leider als zutreffend herausgestellt: mit der Mannschaft ist mehr als ein einstelliger Tabellenplatz, wenn es gut geht EL, nicht drin. Für mich nahm das Elend nach überraschend gutem Saisonstart spätestens mit dem Geschwätz von den „Bonusspielen“ seinen Lauf. Alles, was danach kam, erinnerte mich fatal an die grausame Saison des Vorjahres. Gefühlt hat André Breitenreiter die Mannschaft keinen Schritt vorwärts gebracht. Ganz im Gegenteil. Noch nie wurden gegen die direkten Konkurrenten aus dem Oberhaus der Liga wie Bayern, Dortmund, Leverkusen, Gladbach, Mainz oder Wolfsburg so viele Punkte liegen gelassen, wie in dieser Saison. Noch nie hatte ich nach einem 0:1 durch die gegnerische Mannschaft ein so hoffnungsloses Gefühl, dass in dem Spiel nichts mehr zu holen sein würde. Dieser Mannschaft fehlt es eigentlich an allem. An Einsatzbereitschaft, an Kampf, am Willen, ein Spiel koste es was es wolle umzubiegen, kurz an Charakter und teilweise auch an individueller Klasse.

    Die Frage, die ich mir nun stelle, ist: Ist der Trainer der Hauptverantwortliche für die Misere und wird nach einem erneuten Wechsel alles gut? Genau an dem Punkt habe ich viele Fragezeichen im Gesicht. Ja, Breitenreiter hat der Mannschaft keinen Stempel aufgedrückt, hat kein Spielsystem erkennen lassen und hat meinetwegen auch taktische Fehler gemacht. Weiterhin ist sein Umgang mit den Medien einfach nur schlecht und unsouverän. Aber mal ganz ehrlich, war das nicht in gewissem Maße vorhersehbar? Der Mann war zuvor beim TSV Havelse und beim SC Paderborn tätig. Ansprüche und Umfeld sind Galaxien von Schalke entfernt, da sind Fehler doch vorprogrammiert. Weiterhin muss man Breitenreiter zu Gute halten, dass er seit etwa einem halben Jahr ohne wirklichen Vorgesetzten agieren muss, und das in einem latent hyperventilierenden Verein wie Schalke. Heldt konnte und wollte vielleicht auch nicht diese Vorgesetztenrolle ausfüllen, um Breitenreiter beispielsweise nach den unsäglichen Bonusspiel Äußerungen intern mal so richtig in den Senkel zu stellen. Heldt ist seit Monaten so lame wie eine Duck nur sein kann, niemand hätte seine Aussagen für voll genommen. Wenn sein Verhältnis zu Breitenreiter so schlecht war, wie Thorsten es beschreibt, wollte er vielleicht auch gar nicht.

    Festzustellen, dass Breientreiter nicht im gewünschten Maße funktioniert hat und deshalb gehen muss, ist aber das Eine. Das Andere ist die Frage, wer es in Zukunft denn besser machen soll. Ob ein Markus Weinzierl da die bessere Lösung ist, vermag ich nicht einzuschätzen. Letztlich hat auch er nur mehrjährige Erfahrung in unteren Tabellenregionen und irgendwie erschließt sich mir momentan nicht, warum unter Weinzierl alles besser werden soll. Sicher ist einzig die Tatsache, dass seine Verpflichtung ein sehr teures Vergnügen werden würde.

    Ich glaube unverändert, dass nicht der Trainer das Hauptproblem ist, sondern die Mannschaft selbst. Die Hinterlassenschaften und Transfersünden von Horst Heldt werden uns noch über Jahre begleiten und ein Vermögen kosten. Hier steht Heidel vor einer wahren Herkulesaufgabe. Grundsätzlich hätte ich ja kein Problem damit, in den kommenden Jahren „nur“ noch maximal EL zu spielen. Ein massives Problem habe ich allerdings, wenn dies dauerhaft mit einem Kader passiert, der Jahr für Jahr Personalkosten von 100 Mio Euro und mehr produziert. Das kann und wird wirtschaftlich niemals gut gehen. Sollte es in der kommenden Transferperiode nicht zu einem spektakulären Verkauf von z.B. Leroy Sané kommen, wird Schalke das laufende Geschäftsjahr mit einem Verlust in zweistelliger Millionenhöhe abschließen, so wie dies schon in diesem Jahr ohne den Verkauf von Julian Draxler der Fall gewesen wäre.

    Christian Heidel hat jetzt die Wahl zwischen Pest und Cholera. Er kann entweder wieder das Ziel CL ausgeben, dann wird er jedoch massiv Geld in die Hand nehmen müssen, um den Kader zu verstärken. Da zum Ende dieser Saison kaum Verträge auslaufen, Spieler wie Sam, Aogo oder Huntelaar kaum ohne Übernahme großer Teile ihrer fürstlichen Gehälter vermittelbar sein dürften, wird es kurzfristig kaum möglich sein, im bestehenden Kader nachhaltige Senkungen der Personalkosten zu erzielen. Am Ende würde diese Strategie zu einem Ritt auf der Rasierklinge und würde erhebliche Risiken für die finanzielle Gesundung der Vereinsfinanzen bedeuten. So wie Heidel bislang in Mainz agiert hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass er diesen Weg geht.

    Bleibt die Alternative, sich zukünftig primär auf die EL zu konzentrieren und die Kaderkosten in den kommenden 2-3 Jahren nachhaltig zu senken (mindestens um 30%, besser mehr). Schneller wird das unmöglich sein. In dem Fall kann und muss man sich mehr auf junge Nachwuchsspieler konzentrieren und vielleicht auch einmal den einen oder anderen unbekannten Spieler aus dem Ausland verpflichten. Dieser Weg klingt für mich viel mehr nach Heidel, setzt aber vermutlich voraus, dass alle im Verein und dem gesamten Umfeld die Zielsetzung CL ad acta legen (was nicht bedeutet, dass man die nicht mitnimmt, wenn sich die unverhoffte Gelegenheit bietet).

    Vor dem Hintergrund eines solchen EL-Szenarios (und da schließt sich der Kreis), stelle ich mir dann aber die Frage, ob ein Trainerwechsel wirklich unumgänglich ist. Die Verträge des Trainerstabs laufen eh nur noch eine Saison und die Einnahmen aus der EL dürften kaum kriegsentscheidend sein. Da frage ich mich dann, ob es wirklich sein muss, kolportierte 7 Mio. Euro in die Hand zu nehmen, nur um mit Weinzierl einen erneut ungewissen Wechsel auf die Zukunft zu lösen. Davon, dass es unmöglich ist, Breitenreiter bei entsprechender Führung durch den Vorgesetzten wieder in die Spur zu bringen, bin ich jedenfalls noch nicht überzeugt.

    Fragen über Fragen also. Es würde mich interessieren, ob Christian Heidel inzwischen gedämmert hat, welche Herkulesaufgabe er sich da in Wirklichkeit ans Bein gehängt hat. Tauschen möchte ich jedenfalls nicht mit ihm, für kein Geld der Welt.

  5. Carlito sagt:

    Bezogen auf dieses Spiel, aber eigentlich auch die ganze Saison, fehlt mir einfach die Geilheit der Mannschaft, dieses bzw. generell Spiele gewinnen zu wollen.

    Gefühlt war die Saison 2000/2001 die letzte Saison, in der man nach einer 1-0 Führung auf das zweite, dritte oder sogar vierte Tor gegangen ist.

    Für mich ganz klar eine Mentalitätsfrage. Aber wie soll die Mannschaft diese Geilheit aufs gewinnen wollen auch entwickeln, wenn der Trainer in dem Spiel, welches man unbedingt gewinnen will und muss, für eine eventuelle CL-Quali, mit einem IV ohne Offensivdrang und -Qualitäten als rechtem Verteidiger spielt? Und direkt nach der 1-0 Führung einen ballsicheren, offensiven Mittelfeldspieler gegen einen defensiven austauscht. Welche Signale sende ich denn damit an die Mannschaft? Doch nicht, dass ich um jeden Preis dieses Spiel gewinnen will!

    Wenn ich schon Höwedes Spielpraxis schenken will, damit dieser noch auf den Euro-Zug aufspringen kann, dann doch bitte schön in der Innenverteidigung! Mal ganz abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass Schalke in solch einer entscheidenden Phase der Saison was besseres zu tun haben sollte, als den (eventuellen) Spielern des Bundesschalträgers als Möglichkeit zur Sammlung von Spielpraxis zu dienen.

  6. Spook sagt:

    Danke für den gelungenen Saisonrückblick, Torsten. Ich bin froh, dass es vorbei ist und merke, dass mich das Hoffenheimspiel kaum mehr interessiert. Die Verlängerung mit der Russenmafia hat mir den Rest gegeben. Mit Blick auf die Zukunft schwanke ich – wie meist – zwischen Hoffen und Bangen. Der Managerwechsel macht mir Mut, da ich Heidel eine Menge zutraue, auch wenn er vor einer schweren Aufgabe steht. Zu einem echten Neustart würde wohl aber auch das Ende der Ära Tonnies gehören – und da fehlt mir der Einblick, um beurteilen zu können, ob es annähernd realistisch ist, darauf zu hoffen. Was meint ihr?

  7. BlauWeißesBlut sagt:

    Ich muss hier an der Stelle auch mal etwas loswerden

    Ich glaube nicht, dass Breitenreiter ein schlechter Trainer ist. In Paderborn hat er gezeigt was er kann. Paderborn ist aber nunmal leider nicht im Ansatz mit Schalke vergleichbar. Ich bin der Meinung, dass Schalke einen Trainer braucht, der weiß was ihn auf Schalke erwartet, den Kampf vorlebt und sich nicht von den Medien beeindrucken lässt. Einen wie Stevens (Ich weiß, dass er keine Mannschaft mehr trainieren wird. An dieser Stelle noch einmal gute Besserung an ihn.) oder einen Wilmots. Dies sind nur beispiele, es gibt bestimmt noch mehr.
    Man sollte sich vielleicht auch mal klar machen, dass in den vergangenen Jahren so viele Trainer (und auch Spieler) auf Schalke waren und es nie richtig geklappt hat. Die Mannschaft kann man nicht rauswerfen, den Trainer wechseln wir schon alle paar Monate.(während andere Jahre mit dem selben Trainer spielen ohne an ihm zu zweifeln), dann sollte man sich so wie ich finde auch mal über den Vorstand seine Gedanken machen.

    Einen weiteren Punkt möchte ich noch ansprechen. Verein wie Leverkusen, Mainz und im besonderen Gladbach zeigen doch, wie es geht. Gladbach hat vor ein paar Jahren immer gegen den Abstieg gespielt. Mittlerweile haben sie einen ausgeglichenen Kader und stehen in der Tabelle vor uns und das mit einem kleiner Budget als wir. Meiner Meinung nach sollte man sich Gladbach zum Vorbild nehmen, zumindest was den Umgang mit Geld angeht.

    Das war so das, was ich mal ansprechen wollte und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich der einzige bin der das so sieht.

    Liebe Grüße und Glück auf

  8. Detlef sagt:

    Ja Schalke hatte viel den Ball und machte zu wenig daraus, sprich Torchancen oder gr tore, aber was machte Augsburg? Eigentlich nichts. Und das wird mit einem Punkt und dem Nichtabstieg belohnt. Clever sagt man dazu. Oder lag es daran, dass Schalke viele Angriffe des Gegners schon schon im Ansatz zu Nichte machte?

    Am Besten passt aus meiner Sicht das Fazit vom @eakus1904:
    „Mit dem Arsch in 60 Sekunden umgehauen, was man sich in 81 Minuten aufgebaut hat. Fuck!!!!!!!“

    Es wurde nach dem Spiel applaudiert? Ich hab viele und laute, aus meiner Sicht für das Spiel nicht angemessene Pfiffe aus der Nordkurve ( Oberrang ) vernommen. Wenig Applaus.

    Breitenreiter konnte keinen Spielstil etablieren
    Ja. 1904 % Zustimmung. Man weiß nicht wofür Breitenreiter steht.

    Heldt und Breitenreiter als schlechtes Team
    Heldt hat Breitenreiter am Anfang Knüppel zwischen die Beine geschmissen, in dem er Draxler verkaufte ohne Ersatz. Und auch sonst war da kaum Harmonie zwischen den beiden.
    Von den neuzugängen spielte einzig Caicara regelmässig von Beginn, wenn auch nicht gegen Augsburg.

    @carlito
    Höwedes zu bringen sollte der rechten Abwehrseite Stabilität bringen, was ja auch gut klappte, allerdings muss aus meiner Sicht, wenn man denn das Spiel gewinnen will, früher ein Signal gesenet wird, nicht erst wie üblich nach 70 Minuten.
    Überhaupt der Thema Auswechslungen, ach ich mag mich nicht mehr drüber aufregen.

    Keine Steigerung zur vergangenen Saison
    Ja und nein. Die Mannschaft hat sich, zumindest bei mir wieder Kredit zurück erspielt. und das trotz teilweise wirklich schlechter Darbietungen. Wirklich erklären kann ich das nicht. Ob es darn liegt, dass man in meinem Zielkorridor, zumindest platzierungstechnisch, liegt?
    An der Börse würde man wahrscheinlich analysieren, dass Schalke sich auf niedrigen Niveau konsolidiert.
    Jetzt ist die Frage wohin geht der Trend? Geht er weiter abwärts, wenn man die letzten 5 Jahre betrachtet, oder gibt es ( endlich ) eine Kehrtwende.

    Überhaupt 5 Jahre. Die Jahre des Horst Heldt. Fazit meinerseits. Mitgeholfen die Finanzen zu stabilisieren. 3 x CL Quali geschafft. Nie einer Trainer etablieren können. Da war der freundliche Applaus vor dem Spiel ganz angemessen.

  9. Altix sagt:

    @Spook: Ja, auch bei mir verfestigt sich die Ansicht, dass ein wirklicher Umbruch auch die Ablösung von Clemens Tönnies beinhalten sollte. Mein Problem ist aber auch hier, dass ich keinen Kandidaten im Hinterkopf habe, von dem ich überzeugt bin, dass er es wirklich besser machen könnte. Die ganzen übrigen AR-Mitglieder kann ich nicht einschätzen. Für meinen Geschmack geht Tönnies viel zu emotional zu Werke und mischt sich in eigentlich gut gemeinter Absicht in Dinge ein, von denen er nichts versteht und aus denen er sich besser raushalten sollte. Emotionales Denken sollte den Fans vorbehalten bleiben, im AR eines 200 Mio Euro Umsatz Unternehmens hat so etwas nichts verloren.

    Ich weiß, dass ich mich hier mit den folgenden Zeilen vermutlich knietief ins Fettnäpfchen stellen werde, aber die Situation um den AR ist mit einer der Gründe, warum ich die Ausgliederung der Profimannschaft aus dem Verein stark favorisiere. Natürlich bin ich nicht so naiv zu glauben, dass dadurch über Nacht alles gut ist und wir automatisch vor einer goldenen Zukunft stehen. Bei einer geschickten Auswahl der Investoren (und damit meine ich ganz sicher nicht unseren russischen Hauptsponsor) entsteht aber der Zwang, das Unternehmen Schalke04 professioneller zu führen, als dies jetzt der Fall ist. Was glaubt ihr wohl, was ein Klaus Engel als Vorstandsvorsitzender von Evonik und Hauptanteilseigner des BVB hinter den Kulissen veranstalten würde, wenn die Nachbarn derart ungeschickt geführt würden, wie dies bei uns seit Jahren der Fall ist? Dito würden die Chefs von Adidas, Audi und Allianz kaum tatenlos zusehen, falls Bayern München wie ein Dorfklub geführt würde. In dem Moment, in dem man geeignete Investoren ins Boot holt, ist auf der Führungsseite von Schalke04 Professionalität statt nostalgischer Gefühlsduselei gefordert, und dass ist meiner Ansicht nach nicht notwendigerweise negativ.

    Die Crux an der Sache ist nur, dass man so einen Schritt sinnigerweise dann geht, wenn der Verein erfolgreich ist und es damit gerade auf Schalke unmöglich sein dürfte, eine Ausgliederung voranzutreiben. Nur dann hat man die Chance, unter Investoren auswählen zu dürfen und einen guten Preis für die Anteile zu erzielen. Geht man den Schritt, wenn man kurz vor dem wirtschaftlichen Aus steht, muss man nehmen, was man in der Situation halt bekommt. Siehe HSV. Einen Investor Kühne möchte ich auf Schalke jedenfalls nie erleben müssen.

    Gerade das von BlauWeißesBlut angeführte Beispiel aus Mönchengladbach zeigt doch eindrucksvoll, dass man mit einer ausgegliederten Profiabteilung sehr wohl nachhaltigen Erfolg haben kann, ohne seine Identität oder was auch immer zu verlieren. Letztlich kommt es darauf an, dass ein Unternehmen von einer Handvoll fähiger Manager geführt wird. Bei einem e.V. ist diese Handvoll per Definition viel zu groß und es versuchen viel zu viele mitzureden, die von Unternehmensführung nicht einmal ansatzweise Ahnung haben. Ein 200 Mio. Euro Unternehmen vom Stammtisch aus zu führen (und an nichts anderes erinnern mich die JHVs zuweilen), ist ein Ding der Unmöglichkeit.

  10. Matthias sagt:

    Nur eine Korrektur / Ergänzung: Der „erfahrene Defensivspieler“ war doch Riether, der wird bei den Neuverpflichtungen gar nicht erwähnt.

  11. ReinerEdelmann sagt:

    Ein Spiel wie die gesamte Saison – mäßig. Die Platzierung entspricht genau dem mäßigen Leistungsvermögen vieler Spieler.

    Torstens Einschätzung „Keine Steigerung zur vergangenen Saison“ möchte ich aber ganz und gar nicht folgen.
    Punktemäßig hast Du Recht, di Matteo hat aber nicht nur nicht genügend Punkte holen können, sondern den unansehnlichsten Fußball aller Zeiten auf Schalke spielen lassen. Selbst Siege wie gegen Gladbach waren vergleichbar mit einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Die langsam verblassende Erinnerung zeichnet aber wohl alles weicher…

    Die Aufgaben, den Kader umzugestalten und einen neune Trainer zu installieren, werden mehr als schwierig werden.
    Zudem kotzen mich an:
    * Saisonende Mitte Mai, wo gerade das Wetter besser wird. Aber der LL-24 Teams-Sommerkirmespokal muss ja vorbereitet werden (LL = länger und langweiliger).
    * Die Euroleague-Qualifikation – dolle Spiele gegen attraktivste Gegner zu unmöglichen Anstoßzeiten, die uns zudem feine Sonntags- und ggf. ein Montagsspiel bescheren. Prima!
    * Die Gazprom-Verlängerung, natürlich von CT und Jobst vor der Jahreshauptversammlung durchgezogen. Was kümmert uns eine verbrecherische Firma – Hauptsache die Kohle fließt! (Immerhin spare ich mir so für weitere Jahre den Kauf eines Trikots…) Unfassbar!

  12. Melodie1904 sagt:

    Sollten wir einen neuen Trainer bekommen, sitzt dann Sven Hübscher wieder auf der Bank als Co? und wenn ja-wieso?

  13. Torsten sagt:

    @Matthias:

    Danke für den Hinweis. Den verletzten Riether hatte ich vergessen. Aber der geforderte erfahren Defensivspieler war er natürlich nicht. Dabei ging es um einen 6er/IV, der „sofort einsetzbar“ ist. Das sagte Breitenreiter so, als man um Inler buhlte.

    @Altix:

    Borussia Mönchengladbach hat zwar seine Rechtsform geändert. Der e.V. hält aber bislang 100% der Firma, man hat keine Investoren. Da die Strukturen bei S04 mit Aufsichtsrat / Vorstand eh nicht mehr e.V.-typisch sind, sehe ich keinen Unterschied zwischen Gladbach und Schalke, was die Struktur angeht.

    @ReinerEdelmann

    Torstens Einschätzung „Keine Steigerung zur vergangenen Saison“ möchte ich aber ganz und gar nicht folgen.
    Punktemäßig hast Du Recht, di Matteo hat aber nicht nur nicht genügend Punkte holen können, sondern den unansehnlichsten Fußball aller Zeiten auf Schalke spielen lassen. Selbst Siege wie gegen Gladbach waren vergleichbar mit einer Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Die langsam verblassende Erinnerung zeichnet aber wohl alles weicher…

    Ich empfinde das eher andersrum. Meines Erachtens wird die Saison 2014/2015 im Vergleich zur jetzigen zu sehr als kompett katastrophal abgetan. Als Di Matteo die Formation auf 3er/5er-Kette umstellte funktionierten plötzlich Christian Fuchs und Tranquillo Barnetta so gut wie nie zuvor auf Schalke. In dieser Phase dachte ich, dass der Trainer das System gut dem Personal angepasst hatte. Übrigens wurde mit Di Matteo auch 4:3 in Madrid gewonnen – es war eben nicht so, dass er überhaupt kein Offensivspiel spielen lassen konnte oder wollte.
    Ja, auch das Ding mit Di Matteo fiel am Ende „hintenüber“ und ja, ich war auch froh über einen Neuanfang. Aber für mich war eben in diesen beiden Jahren sehr ähnlich, dass ich in gewissen Phasen Hoffnung hatte und zum Schluss enttäuscht wurde.

  14. BlueNote sagt:

    Das war ein schwarzes Wochenende. Wieder bekommen wir eine Saison lang Gurkenspiele in der EL inkl. Sonntagskicks in der Liga, der Gazprom-Vertrag wurde vorzeitig verlängert (natürlich wird ausgiebigst in der Schalker Verlautbarung darauf hingewiesen, wie groß und unverzichtbar der Anteil des Schlachters an diesem Drecks-Deal ist) und außerdem stieg noch der Plastik-Brause-Club aus Leypzisch auf. Das größere Übel dieser drei Katastrophen darf sich jeder selbst aussuchen.

    Zum Spiel: Es war eines der besseren und auch stabileren in dieser Saison. Nicht wenige Torschüsse, die Mehrzahl der Zweikämpfe wurde gewonnen und die Einwechslung funktionierte wieder mal. Beim Tor wurde der Ball m.E. auch nicht über die Linie geduselt sondern nach guter und genauer Hereingabe wie in alten Zeiten vom Hunter vollstreckt.

    Was ich aber auch bemängele ist die fehlende Geilheit auf noch mehr Chancen und Abschlüsse respektive eine höhere Führung. Dafür war insbesondere in HZ2 das Tempo nicht hoch genug und über die Außen kam insgesamt zu wenig an gefährlichen Flanken. Jimmy hätte ich sein Abschiedstor von Herzen gegönnt. Leider verdaddelt.

    Das Gegentor war typisch für diese Saison. Kollektiver Tiefschlaf im defensiven Umschaltspiel, Räume nicht eng genug, mehrere Spieler schauen zu, wie der Puppenspieler die Pille ins Tor drischt. Da wird man wahnsinng als Fan.

    Die Chancen auf 5 oder 6 sind nun nicht soooo schlecht, die EL-Quali braucht nun wirklich kein Mensch. Ob die Mannschaft bereit ist, sich dafür noch einmal zu schinden, darf in der Tat bezweifelt werden. Es ist ein Kick um die goldene Ananas.

    Ein Aspekt, der mir bisher zu kurz kam in der Diskussion ist der Umstand, dass Schalke nun in der kommenden Saison kaum noch attraktiv sein dürfte für Spieler mit internationaler Klasse, die auf der Suche nach Veränderung und der Möglichkeit der CL-Teilnahme sind. Ein paar davon hätten wir dringend gebraucht zur Kaderoptimierung und Re-Investition der Draxler-Millionen. Ob unter diesen Umständen insbesondere ein Sane zu halten ist, darf auch bezweifelt werden.

    Die Blase ist geplatzt, von Titeln dürfte nun in näherer Zukunft keiner mehr träumen. Zurzeit ist Schalke einfach nur noch biederstes Liga-Mittelmaß. Die Mechanismen des Marktes wollen nun ein Bauernopfer. Ist ja auch einfacher, als mal ganz oben anzufangen und einen echten Umbruch einzuläuten. Bleibt der Oligarch, werden wir weitere Jahre so rumdümpeln und weitere Trainer zur Gaudi der Medien und gegnerischen Fans auf unwürdige Weise zum Schafott führen. Just my two cents.

  15. Flo Kno sagt:

    @ BlauWeissesBlut: ich weiss nicht, ob Breitenreiter ein guter Trainer ist. Ich habe mich erst vor ein paar Wochen mal damit beschaeftigt, wie Paderborn eigentlich unter ihm gespielt hat. Auffaellig dabei: Schon beim Aufstieg hatten sie ueberdurchschnittlich viele Gegentore bekommen, beim Wiederabstieg waren sie die Schiessbude der Liga.

    Dieser Trend scheint sich bei Schalke fortzusetzen. Der Kicker hat heute die ‚schoene‘ Statistik rausgekramt, dass Schalke zuletzt vor 30 Jahren in 10 Spielen in Folge nicht zu 0 spielen konnte. Das ist die Statistik, die von dieser Saison bleibt. Wir koennen uns dreimal beim Rest der Liga bedanken, dass wir mit einem negativen Torverhaeltnis bis zum vorletzten Spieltag um einen CL-Platz mitspielen durften. Die letzten Jahre ueber hatte der Tabellenvierte im Schnitt mehr als 20 Tore plus, ausser 12/13 (Schalke, +8 Tore).

    Ein schlechter Trainer ist Breitenreiter bestimmt nicht. Jens Keller auch nicht. Aber beide sind nicht erst auf Schalke den Beweis schuldig geblieben, dass sie einem Verein auf Bundesliganiveau ein spielerisches Profil geben koennen und das reicht dann einfach nicht, bei der Groesse des Vereins und dem finanziellen Aufwand, mit dem er die Sparte Herrenfussball betreibt.

  16. rjonathan sagt:

    Puh, das ist aber arg negativ.

    Zum Spiel:
    Ich fand das Spiel mal wieder deutlich besser. Vor allem die erste Halbzeit war richtig gut. Dass es gegen eine Augsburger Mannschaft, die 85 Minuten den Bus parkt nicht am Stück Großchancen gibt, fand ich okay.
    Nach der starken ersten Halbzeit war mir Angst und Bange vor der zweiten. Der Leistungsabfall war dann aber Gott sei Dank nicht so stark, dass man das Spiel komplett aus der Hand gab. Man war bemüht (und größtenteils erfolglos) nach vorne und weiterhin äußerst konzentriert nach hinten.
    Dass man dann doch noch ein Tor schoss war eigentlich unglaublich, dass man danach noch eins kassierte war die typische Episode – so verlaufen eben Spiele diese Saison.

    Zur Saison:
    Die Mannschaft war leider zu kaum einer Phase der Saison wirklich durhcgehend „souverän“. Insbesondere „Big Points“ hat sie regelmäßig und verlässlich liegen gelassen. Wenn ich an die Niederlagen gegen Mainz, Leverkusen, Bremen oder jetzt das Unentschieden gegen Augsburg denke (es gibt sicher noch ein paar mehr Beispiele) – die wichtigen Tore haben immer die anderen geschossen. Nur wenn man auf einen Gegner traf, der noch mehr mit sich selbst kämpfte, konnte man Punkte halbwegs sicher nach Hause bringen (in der Rückrunde Wolfsburg, Hamburg, Köln).

    Für mich ist die Frage offen, woran es liegt.
    1. Trainer
    Breitenreiter hat mehr Erfahrung für den Kader gefordert und nicht bekommen. Aber er hat auch selbst kein gutes Bild abgegeben und wirkte mitunter extrem angegriffen von der Presse – wenn der Chef mit Rückschlägen und Gegenwind nicht umgehen kann, wie sollen es dann die jungen Spieler lernen? In diesem Punkt ist Breitenreiter sozusagen das Gegenteil von Klopp. Letzterer schafft es seinen Mannschaften eben diese „Siegermentalität“ einzuimpfen und die entscheidenden Tore (wenigstens ab und an) zu schießen.
    2. Manager & Kader
    Dennoch kann ich Breitenreiter auch ein wenig in Schutz nehmen, denn es waren eben in unseren letzten erfolgreichen Phasen Raul und (in seiner anfänglich guten Phase) Boateng, die eine solche Mentalität auf dem Platz vorgelebt haben. Einen solchen Spieler haben wir derzeit nicht. Andere Mannschaften oben haben jeweils viel Geld für solche Spieler in die Hand genommen (Chicharito, Raffael, Luis Gustavo). Investitionen dieser Größenordnung sind auf Schalke ohne Champions League nicht mit dem Schuldenabbau vereinbar. Der Drahtseilakt für Heldt war deswegen nie einfach, leider hat er ihn zu selten gemeistert.
    3. Tönnies/Umfeld
    Das liegt nicht zuletzt auch an dem Phänomen, dass auf Schalke Spieler (angeblich) immer schlechter werden. Auch wenn ich diese Behauptung kritisch sehe, was mir auffällt: Eigentlich scheitern alle Trainer an einer gewissen Lagerbildung im Team. Stevens hatte das Problem (Stevens vs. Gisdol), Keller hatte das Problem (Boateng vs. Höwedes) und bei Breitenreiter schien es mir zuletzt auch so, dass es zunehmend Lager- und Cliquenbildung im Team gibt.
    Ich glaube nicht, dass man dafür die Trainer verantwortlich machen kann. Das Problem liegt meiner Meinung nach in der aktuellen politischen Gemengelage.
    Der Vereins spaltet sich zunehmend in Pro- und Contra-Tönnies-Lager und der Kampf zwischen diesen wird zunehmend aggressiv geführt. Das sorgt nicht nur für Unruhe in der Öffentlichkeit (der „Schlamann-Scoop“, Berichterstattung von WAZ), ich denke dass diese Unruhe (geäußert als Unzufriedenheit über die Führung im Verein) auch an die Mannschaft und/oder das direkte Betreuer-Umfeld herangetragen wird.

    Irgendwo in dem Gemisch dieser drei Baustellen liegt das Problem dieser Saison begraben. Ich halte das Wort von Horst Heldt zum Abschied für besonders wichtig für die Zukunft:

    Der Verein steckt mal wieder in einer schwierigen Situation. Mein Appell lautet: Der Klub braucht für die Zukunft einfach mal Ruhe. Man darf und muss kontrovers diskutieren, davon lebt Schalke 04. Aber wenn man Ruhe hat, ist es leichter erfolgreich zu sein. Umgekehrt wird es schwierig. Es wäre auch zu einfach, wenn man sagt: Schalke und Unruhe gehören grundsätzlich zusammen. Jeder sollte mithelfen, dass sich das ändert. Wenn das nicht gelingt, wird der Anschluss nach oben nicht gelingen.

  17. Torsten sagt:

    Ein Aspekt, der mir bisher zu kurz kam in der Diskussion ist der Umstand, dass Schalke nun in der kommenden Saison kaum noch attraktiv sein dürfte für Spieler mit internationaler Klasse, die auf der Suche nach Veränderung und der Möglichkeit der CL-Teilnahme sind. Ein paar davon hätten wir dringend gebraucht zur Kaderoptimierung und Re-Investition der Draxler-Millionen. Ob unter diesen Umständen insbesondere ein Sane zu halten ist, darf auch bezweifelt werden.

    Ja, in der Tat. Als CL-Club hat man nicht nur mehr Geld, sondern ist auch für Spieler attraktiver. Aber andererseits: Schalker reden so häufig davon, dass andere Clubs ein besseres Händchen bei der Auswahl von Neuverpflichtungen haben. Oft wurde da gerade Gladbach oder Mainz genannt, die relativ häufig Spieler „günstig“ kauften und zu besseren Spielern machten. Wünscht man sich eine Entwicklung dahin, sollte das Nichterreichen des CL kein Problem darstellen. Denn das sind ja gerade nicht die Spieler, die „nach Namen“ (oder nach Ausstiegsklausel …) gekauft werden.

    Ich sehe die Zukunft nicht so schwarz, eher im Gegenteil. Meines Erachtens ist das jetzt ein prima Zeitpunkt für einen Trainer, auf Schalke anzufangen. Heidel ist seriös und wird den Rücken freihalten. Sportlich waren es zwei ernüchternde Jahre in Folge, die Messlatte liegt also vergleichsweise niedrig. Im Kader gibt es einiges an Talent. Und die Finanzen ermöglichen doch einiges an Veränderungen, da zuletzt nicht mehr groß investiert wurde, da klar ist, dass Verpflichtungen nachgeholt werden müssen (zB IV) und da mit dem verbesserten Sponsorenvertrag – so scheiße ich Gazprom auch finde – eine gewisse „Grundsicherung“ erreicht wurde. Kurz: Es ist „Gestaltung“ möglich.

  18. Flo Kno sagt:

    @ Bluenote: Was den Brauseclub aus L anbetrifft: Nun, ich lebe mittlerweile seit mehr als 2 Jahren in Leipzig und muss sagen, dass ich den gar nicht mehr so kritisch sehe. Vor allem, weil klar ist, worum es geht: Sportlicher Erfolg mit modernem Fussball. Jugendarbeit und Scouting sind hervorragend, Sportwissenschaftler an der Uni bringen ihre Forschung ein usw usf.

    Klar, ich koennte mir niemals vorstellen, so einen Schal zu schwenken und irgendwelche RB-Lieder zu singen, aber den Leipzigern ist es herzlich egal: die freuen sich, dass sie endlich wieder einen Club in der eigenen Stadt haben, der hoeher als Oberliga spielt und eine goldene Zukunft verspricht. Bis vor wenigen Jahren waren hier alle nur Dortmund- und Bayernfans, weil es in der Region schlicht keine Vereine gibt, die oben mitwirken.

    Meine Schalkesozialisation stammt aus den 90ern, da war ich noch ein Kind und der Fussball von damals hatte mit dem von heute so viel zu tun wie das Parkstadion mit der Arena. Oder Rusi Assauer und Horst Heldt/Christian Heidel ^^.
    Jedenfalls ist der Unterschied zwischen Schalke heute und RB Leipzig doch viel kleiner, als der zwischen Schalke heute und dem von vor 20 Jahren.
    Fussball ist auch auf Schalke ein Business, und ich muss sagen: Ich haette Red Bull 1000 mal lieber als Sponsor als Gazprom. Dazu noch unseren Schlachter als Oligarchen und du wirst verstehen, warum ich hier niemandem in die RB-Suppe spucken mag.

  19. crisscross04 sagt:

    Warum sind wir bzw. alle Beteiligte eigentlich so emotionslos, obwohl wir am Samstag das wichtigste Spiel der Saison, ein 20-50 Millionenspiel, „verloren“ haben?!

    Hat uns Breitenreiter schon so weichgekocht, dass es uns allen egal ist, ob wir so ein, für die Zukunft entscheidendes, Spiel nicht gewinnen konnten?!
    „Ja, so ist Fußball“(Zitat Breitenreiter vom Samstag) – selten so eine gequirlte Sch… gehört. Dieses Spiel war symptomatisch für die ganze Saison: Der letzte Wille und der Glauben hat gefehlt. Und noch einmal: Es war das bisher wichtigste Spiel der Saison, in dem man unbedingt gewinnen musste.

    Auch die Medien haben mittlerweile begriffen, dass es bei uns nichts zu berichten gibt. Auf der Sky-Konferenz waren wir wohl mit dem Hamburg-Spiel das Spiel, mit den wenigsten Übertragungsminuten. Noch besser: Unser Spiel lief vor der Halbzeit noch, aber in der Sky-Konferenz gingen sie bereits in die Werbung. Noch Fragen?! ;-) Bei allen anderen Sendern lief unser Spielbericht als letzter oder vorletzter.

    Na klar, warum sollten sich die Verantwortlichen auch über das vergeigte Spiel aufregen.
    – CT: Er hat nur seine Wiederwahl im Kopp und freut sich über seinen angeblichen Megadeal mit Gazprom. Ehrlich?! Mir wird ganz schlecht, dass wir noch 5 weitere Jahre Geschäfte mit Putin machen…
    – HH: Seit er abserviert wurde, interessiert ihn die Zukunft von S04 doch nur noch nen Koffer…
    – AB: Seit er scheinbar von allen Seiten nur noch missverstanden wird (also seit der Aussage mit den „Bonusspielen“) habe ich nicht den Eindruck, dass er Schalke verinnerlicht hat und dass ihm die Arbeit Spaß macht. Da auch er seit geraumer Zeit öffentlich in Frage gestellt wird oder bereits medial abgesägt wurde, ist es ihm scheinbar auch egal, wo wir nächstes Jahr international spielen. „Ja, so ist Fußball.“
    Bei so einer perspektivlosen Führung erwarten wir von der Mannschaft, dass sie an sich glaubt und den letzten Einsatzwillen zeigen. Sorry, dass kann so nicht funktionieren. Der Fisch stinkt halt… den Rest kennt ihr.

    Trotzdem finde ich es bemerkenswert, wie wenig Aufregung es über dieses „Versagen“ aller Verantwortlichen gibt. Und das macht mir schon ein wenig Angst. Ich habe die Anfänge schon vor Jahren hier vor Ort beim VfB bemerkt und jetzt sind sie so gut wie in der 2. Liga. Ich will hier keine Horrorszenarien aufmalen, aber gewisse Parallelen sind nicht von der Hand zu weisen.

    Eigentlich bin ich überzeugt davon, dass AB nicht das aus der Mannschaft herausgeholt hat, was in ihr steckt. Und mir fehlt der Glaube, dass er das noch schaffen kann. Oder anders herum gesagt: Breitenreiters Position im Verein, in der Mannschaft und in den Medien ist bereits so geschwächt, dass selbst wenn er in der nächsten Saison noch auf der Trainerbank sitzen würde, dass das nur ein Posten auf Zeit wäre, weil beim allerersten „Versagen“ er entlassen würde. Irgendwie erinnert mich das Ganze an Keller und täglich grüßt das Murmeltier.

    Daher wird AB wohl gehen müssen, denn Heidel wird dieses Szenario nicht länger zulassen. Wer ihn ersetzen wird, wird sich zeigen. Ich glaube auch, dass Weinzierl nicht der richtige Kandidat ist. Er hat diese Saison bewiesen, dass er in Grenzsituationen auch nicht souverän agiert. Also was sollen wir mit ihm, denn auf Schalke sind Grenzsituationen an der Tagesordnung.

    Ich hoffe, dass Heidel einen Kandidaten aus dem Hut zaubert, der uns positiv überraschen wird – also wie in Mainz. OK, ich gebe zu, dass ist sehr optimistisch gedacht und geht ein wenig in die Richtung à la „Retter aus dem Morgenland“. ;-) Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Und diese Gleichgültigkeit gepaart mit Mittelmaß frustet mich so dermaßen, das kann ich gar nicht in Worte fassen. Daher kann ich auch die Aussagen von AB nicht mehr ertragen und bin wohl doch eher froh, wenn er weg ist. Auch wenn das wieder einen Neuanfang beinhaltet. Aber ich sehe gerade keine vernünftige Alternative.

    Glück auf!

  20. leoluca sagt:

    So ärgerlich der zunehmend aggressive Wahlkampfton zwischen dem Pro- und Contra-Tönnies-Lager ist, nach der MV wird das erst mal vorbei sein. Eine Alternative zum durchaus umstrittenen AR-Vorsitzenden ist weit und breit nicht in Sicht, und außer einem kindischen Pfeifkonzert von einigen Hunderten in der Nordkurve – kann man schön im Schutz der Masse die Sau raus lassen – kommt die sogenannte Opposition ja auch nicht aus der Deckung.

    Für Heidel ist die Ausgangsposition denkbar günstig. Man redet sich auf Schalke die Dinge weder schön, wie noch zu Kellers Zeiten, noch bricht die offene Panik aus, wie vor einem Jahr. Gleichzeitig hat die übermäßig starke Figur CT nach vielfach gezielter Kritik keineswegs mehr das alte Standing in breiten Fankreisen und ist offenbar zu größerer Zurückhaltung bereit. Anders wird Heidel seinen Job auch nicht machen wollen, das kann man sicher annehmen.

    Der neue Trainer von Heidels Vertrauen wird also deutlich bessere Voraussetzungen innerhalb des Vereins vorfinden als seine Vorgänger. Und was die Qualität des Mannschaftskaders angeht, sind die offenen Baustellen längst klar benannt und es besteht in der Tat der nötige Spielraum für Maßnahmen, die Horst Heldt versäumt hat.

    Das richtig dicke Brett, das auf Schalke gebohrt werden muss, ist die bedenklich schnell um sich greifende Resignation, das Abfinden mit der Abwärtsspirale der letzten Jahre. Das kratzt direkt an unserer größten Stärke: an unserer Leidenschaft für den Club, für die Mannschaft.

  21. hellwach sagt:

    @ReinerEdelmann
    Wenn der Sieg gegen MG in der letzten Saison einer Wurzelbehandlung glich, dann war der diesjährige einer ohne Betäubung.

  22. BlueNote sagt:

    @FloKno: Der Brausehersteller bzw. die Brause als Solches ist in der Tat harmlos. Sein extremes Marketinggebaren ist allerdings nicht frei von dunklen Seiten, spielt aber sicherlich in einer anderen Correctness-Liga als der Putin-Konzern oder Wiesenhoff. Für die Region in Sachsen ist das alles prima. Auch die Rückkehr von Dynamo Dresden und der Kumpels aus Aue in die 2. Liga finde ich übrigens gut.

    Leider ist Leipzig aber ein Beispiel dafür, wie innerhalb von 7 Jahren nach Vereinsgründung (!) mit Abermillionen ein Retorten-Erstligaclub gestaltet werden konnte. Das geht mit meinem, tradionell geprägten, Verständnis von Fußball einfach nicht zusammen. Egal wie toll dort die Nachwuchsarbeit ist oder das Einbringen der Uni-Forschung.
    Die Anzahl der Clubs, die eher über ihren Sponsor bekannt sind als über sportlichen Erfolge oder die sportliche Identität, nimmt drastisch zu im Profifußball. Das macht mir Sorge. Jetzt gehen noch 2-3 alte Traditionsvereine (z.T. selbstverschuldet und z.T. auch mit nem Oligarchen an der Spitze) in die 2. Liga und dieser krasse Wandel lässt mich schaudernd zurück.

    Aber Du hast Recht, angesichts des greulichen Namens auf unserer Trikot-Vorderseite müssten wir eigentlich den Ball ganz flach halten bei Kritik an anderen Clubs.

  23. derwahrebaresi sagt:

    @* Die Euroleague-Qualifikation – dolle Spiele gegen attraktivste Gegner zu unmöglichen Anstoßzeiten, die uns zudem feine Sonntags- und ggf. ein Montagsspiel bescheren. Prima!

    ich hoffe sie erreichen KEINEN direkten startplatz und verkacken die qualifikation.
    bleibt die frage, wann wird der spielplan für die kommende saison erstellt und inwieweit beeinflusst die quali zur el die gestaltung?

  24. Faxendick sagt:

    Ist doch prima. Als Saison-Benefit gibt’s dann im Hochsommer mit neuem Sportvorstand und Trainer EL-Quali-Runden hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen oder für die Jungspunde am Zuckerhut ein Olympia-Turnier – so lernt man sich bestens kennen und hat eine perfekte Vorbereitung. Darauf ein frisches Veltins.

    Und ich muss mich wiederholen; die derangierte Hertha hat aus den letzten 6 Spielen nur 1 (!) Punkt geholt, und liegt immer noch vor Schalke. Das sagt wirklich alles.

  25. Flo Kno sagt:

    @BlueNote:

    also ich sehe das eher als Ansporn fuer eben Vereine wie Schalke! Bei allen Brausemillionen: Der Kader von RBL ist laut transfermarkt ein Fuenftel des Schalker Kaders wert und liegt in der BL auf Platz 17 (198 Mio zu 39 Mio.). Schalke spielt auch finanziell noch auf Jahre hinaus in ganz anderen Sphaeren.

    RBL zeigt lediglich, dass Fussball im 21. Jahrhundert kein Hexenwerk ist, sondern man am Erfolg arbeiten kann, wenn man die Rahmenbedingungen schafft. Aehnliches ist uebrigens in Dortmund zu besichtigen.

    Ein Freund von mir arbeitet als Scout fuer RB und fuer den ist die Sache klar: Schalke spielt Fussball aus dem Museum. Kein Pressing, starre Formationen, ein paar gute Spieler die auf Grund ihrer Klasse immer mal ein Tor schiessen oder vorbereiten koennen muessen es dann richten.
    Auf Schalke wird viel von ‚Fussball arbeiten‘ geredet – siehe PK vor dem letzten Spiel, als Breitenreiter ernsthaft gesagt hat, auf Taktik kaeme es im Saisonendspurt nicht mehr so an, wichtig waere es, alle Koerner rauszuhauen. Ich reg mich doch schon ueber meinen Kreisklassetrainer auf, wenn er in der Ansprache so eine Scheisse erzaehlt.

    Teams wie Dortmund und eben RB spielen anders, da geht es viel um Statistik: Wo fallen die Tore, in welchen Zonen muss man pressen, in welchen nicht, wie sind die Ablaeufe beim Konter, situative Raumaufteilung usw.

    Mein Kumpel ist sich sicher: Mit dem jungen und talentierten Kader von Schalke und einem Trainer, der einen echten Plan von modernem Pressingfussball hat, koennen die einiges reissen. Er geht davon aus, dass Heidel definitiv versuchen wird so einen zu holen, in Mainz ist es ihm ja schon mehrfach gelungen. Und darauf freue ich mich, denn dieser Fussball ist doch alles andere als unattraktiv.

    Wenn Schalke es auch mit Heidel nicht schafft und RBL mittelfristig rankommen laesst, dann ist es jedenfalls nicht die Schuld von Red Bull und ihrer Marketingabteilung sondern allein der Bloedheit der Schalker Vereinsleitung zuzuschreiben.

  26. rlsn sagt:

    Eine sehr, sehr komische Saison in meinen Augen. Ich bin mir richtig im Unklaren darüber was ich über diese Saison denken soll. In Anbetracht der Voraussetzungen vor dieser Saison (neuer, unerfahrener Trainer, junge Truppe, Draxler-Abgang ohne Ersatz), hätte ich einen EL-Platz sofort unterschrieben. Ich hab mit einer schweren Saison gerechnet, nicht unbedingt viel erwartet aber bin trotzdem irgendwie enttäuscht.

    Mit Breitenreiter bin ich nie so richtig warm geworden. Richtig begründen kann ich das aber auch nicht. Er hat zum Amtsantritt quasi nur die richtigen Dinge gesagt und angesprochen aber irgendwie wollte der Funke nicht überspringen. Irgendwie erschien er mir in seiner Art immer so, als wolle er sich selbst verkaufen und sich selbst in ein möglichst gutes Licht rücken. Er war quasi permanent im Rechtfertigungsmodus, selbst nach gewonnen Spielen und guten Leistungen. Nichtsdestotrotz war ich während der Saison durchaus bereit über einiges hinweg zu sehen. Die fehlende Entwicklung in jeglicher Hinsicht, die zum Ende der Saison unübersehbar würde, ließ mich dann erst richtig zweifeln, ob er geeignet ist auch in Zukunft unser Trainer zu sein.

    Genauso wenig wie ich weiß, was ich mit dieser Saison anfangen soll, weiß ich, was ich mit der Zukunft anfangen soll. Solangsam empfinde ich es schon fast als egal wer hier der nächste Trainer wird. Weinzierl fände ich ein wenig komisch, da er sich in meinen Augen auch nicht so wirklich von Breitenreiter abgrenzt / unterscheidet. Mal schaun.

  27. schalker16 sagt:

    @Flo Kno
    Es kommt nicht alles auf Pressing/Taktik an. Ich weiss nicht ob sie Sebastian Kerk kennen, der von Freiburg an Nürnberg ausgeliehen ist. Beide spielen erfolgreichen Fussball, Freiburg hat den etwas besseren Kader steht auch weiter oben. Auf jeden Fall sagte ein Kumpel von mir der Kerk persönlich kennt zu mir dass dieser ihm erzählte dass Christian Streich nach dem Training noch 2Stunden Taktikanalyse macht ,Rene Weiler dagegen ein ganz einfaches Training macht aber besser motiviere. Kerk liegt Weiler besser aber das kommt auf den Spielertyp an. Trotzdem sollte man den Trainer den Spielern anpassen.

    Ich hoffe dass heidel ein paar erfolgreiche Transfer tätigt. Einen Trainer holt der zu Schalke passt und man nächstes Jahr eine ruhige Saison spielt. Aber das ist alles nur Wunschdenken

  28. Altix sagt:

    „Wenn der Sieg gegen MG in der letzten Saison einer Wurzelbehandlung glich, dann war der diesjährige einer ohne Betäubung.“

    Der war gut, das gleiche ging mir auch durch den Kopf :)

    Bezüglich RBL kann ich Flo Kno nur zustimmen. Für die Region ist der Verein eine tolle Sache, auch wenn er noch so polarisiert. Ich bin regelmäßig bei meiner Tochter in Leipzig und ab und zu schaue ich mir auch ein Spiel an. Die Stimmung im Stadion ist toll und entspannt, und selbst zu Zweitligazeiten war da mehr los als bei manchem Bundesligaverein. Für mich ist die ganze Hetze gegen den Verein und seine Fans ein Stück weit der Neid der Besitzlosen. Viele Vereine und deren Fans würden die Kohle garantiert nicht ausschlagen, bekämen sie denn ein entsprechendes Angebot. Wir Schalker sollten das am besten beurteilen können…

    Wenn es einem Verein gelingt, in besagten sieben Jahren bis in die Bundesliga durchzumarschieren, dann hat dieser Verein ganz offensichtlich vieles richtig gemacht. Über die Kohle zu verfügen ist eine Sache, sie sinnvoll zu verwenden eine andere. Es gibt genügend Beispiele, wo Vereine gerade an der sinnvollen Verwendung (fast) gescheitert sind. Frage an die Traditionalisten: Wie viele Jahre muss denn ein Verein vor sich hin dilettieren und rummurksen, bis er denn genug Stallgeruch hat, damit er in den Club der arrivierten Fußballvereine aufgenommen werden kann? Ich persönlich freue mich auf den frischen Wind aus Leipzig und weine H96 oder dem VfB Stuttgart keine Träne nach.

  29. polarfuchs sagt:

    Gefühlt ist die Saison beendet, vieles wurde hier schon dazu gesagt, Dinge mit denen ich mich identifizieren kann oder auch nicht.
    Das Abschneiden auf einem EL-Platz ist ok, mehr hatte ich nicht erwartet, eher weniger. Aber mit diesem Kader, neuem Trainer der frischen Wind ins Stadion bringen sollte, vor allem die Fans zurückgewinnen, war nicht mehr drin.
    Warum? Der Kader war von Anfang an in der Breite, vor allem aber in der Spitze zu dünn. Zudem haben wir meiner Meinung nach zu viele Spieler unter Vetrag die es charakterlich einfach nicht schaffen. Namen nenne ich keine, jeder der unsere Spiele verfolgt hat wird wissen wen ich meine.
    Damit wären wir beim Trainer. Ist es wirklich Aufgabe des Trainers den Charakter eines Spielers zu verändern? Wer Grundtugenden wie Einsatz- und Leistungsbereitschaft nicht mitbringt hat in keinem Bundesligateam etwas verloren. Denkt mal an Albert Streit. Davon haben wir mittlerweile nicht nur einen. Ist das dem Trainer geschuldet?
    Was Leistungsbereitschaft, Teamgeist vermögen haben A. Madrid und Leicester C. doch wohl eindrucksvoll vorgeführt. Die haben auch keine “ Superstars “ in ihren Reihen, ok Griezmann. Einer alleine ist aber keine Mannschaft. Die letzte Mannschaft die diese Tugenden hatte war die unter Magath. Aber das will ja auch kaum jemand wahrhaben. Alles schreit nach Veränderung, Erneuerung. Magath wollte das, mit bekanntem Ergebnis.
    Er war es auch der eine fitte Mannschaft auf den Platz gestellt hat. Schaue ich mir unsere Spiele heute an kommen mir Zweifel ob diese Mannschaft fit, austrainiert, ist. Damit wende ich mich sehr wohl an A. Breitenreiter.
    Aber das war gestern, Chance verpasst.
    Nächster Punkt. Haben wir jetzt auch einen Scheich an der Angel. Kolportiertes Wechselgerücht Weinzierl. Ärgerlich sich zu diesem Mediengetue äussern zu müssen. Viel Geld für Ablöse, Abfindung etc. Dann, nach einigen Monaten, falsche Entscheidung, Kommando zurück. Aber die Knete ist weg. Sind denn alle bescheuert so einem Humbug hinterher zu laufen? Begreift doch endlich das eine gewisse Spezies von Medien einfach nur Stunk macht. Den C. Heidel setzen sie damit auch schon unter Druck. Ich sag`s mal wie ich denke : pissen ihm jetzt schon an`s Bein.
    Da wären wir beim nächsten Punkt. Wir sollten froh sein das es C. Tönnies gelungen ist einen der fähigsten Köpfe der Branche für uns zu gewinnen. Wenn ich allerdings etliche Kommentare, leider auch hier lese, könnte ich verstehen wenn er sagen würde : macht euren Scheiß doch selber. Es gibt Foren die sind einfach wiederwärtig, nicht dieses hier. Heidel wird mit Sicherheit nicht der Büttel von Tönnies sein, da seid euch mal sicher.
    Was ein absoluter Witz ist sind die hasserfüllten Äusserungen über unseren Hauptsponsor. Da kommt sie auch deutlich zum Vorschein die Traumwelt in der viele, zu viele, leben. Russenmafia? Welcher potente Geldgeber steht denn bereit uns auch nur einen Bruchteil dieser Summen zu zahlen? Welcher Grosskonzern ist nicht mehr als anrüchig? Die Deutsche Bank?
    Alles kann ich hier gar nicht ansprechen, deshalb eine kleine Anregung vielleicht für Torsten. Wie wär`s, könnte man vielleicht so einen G 8, oder G 12 Gipfel in`s Leben rufen. So gemütlich bei nem Bierchen.
    Zu letzt immer wieder Dank an Torsten für diesen wunderbaren, niveauvollen Blog. Glück auf!

  30. Alex sagt:

    @Flo Kno: sehr guter Kommentar und treffende Analyse, was die Schalker-Trainer der Vergangenheit alles nicht konnten!

  31. Rjonathan sagt:

    Übrigens, wo ich gerade den kicker-Artikel gelesen habe, in welchem Tuchel seine eigene Taktik kritisiert: was ich schon bei Keller und nun auch bei Breitenreiter vermisse, ist ein Trainer, der auch mal offen über die eigenen Schwächen und Fehler spricht. Das gehört meiner Meinung nach zu einer gewissen charakterlichen Größe und Reife dazu, die ich von der sportlichen Leitung erwarte.

  32. Torsten sagt:

    @Rjonathan:

    Ich hatte irgendwann im Laufe der Saison das Gefühl, dass Breitenreiter seine Öffentlichkeitsarbeit änderte. Von dem, der offen sprach, zu dem, der für sich warb und sich gegen „Angriffe der Presse“ verteidigte. In meinem Empfinden nahm es fast Kellersche Züge an. Er fühlte Druck, ihm fehlte die Gelassenheit, Dinge, die er nicht ändern kann, nicht an sich heranzulassen.

  33. Netsmurf sagt:

    Wieder einmal war das Wetter ausschlaggebend für einen gelungenen Ausflug in die Donnerhalle. Wenn das über Pfingsten genauso schön bleibt, dann ist der Heidelbergausflug mit dem 90min Ausflug zum Hopp schon gerettet.
    Mich ärgert lediglich das verlorene Jahr, die Platzierung ist ja innerhalb meines prognostizierten Bereichs.

    Ich bin etwas erschrocken, das für einige das nicht erreichen der CL eine Enttäuschung hervor gerufen hat. Das war weder zu erwarten und auch der Umstand, das die Mitbewerber nicht besser sind, sollten keinen berechtigten Anspruch ableiten lassen. Unsere Leistung war nicht CL-tauglich – Punkt!
    Umbruch war offiziell ausgerufen, nicht mehr und nicht weniger.

    Wir leiden inzwischen massiv unter der Spalterei, den verschiedenen Fronten und Grüppchen. Ob im AR, Vorstand oder Fanlager, da sind alle unisono zerstritten und uneins.
    CT hat nicht mehr das Standing etwas alleine durchzuziehen zu wollen, sein neuer starker Mann ist noch nicht da und unser Vorstand Sport und Kommunikation trägt nur noch die Lohntüte nach Hause.
    Peters agitiert mit der UGE, die drei gewählten AR-Kandidaten des Wahlausschuß wollen den AR nur noch schlecht aussehen lassen und AB scheint nicht der geeignete Kandidat für einen Verein zu sein, der für sich eine Taubenzüchtermentalität beansprucht.
    Wir zerlegen uns langsam selbst! Auf den Spuren eines HSV und eines VfB.
    Das macht mir mehr Angst als ein verlorenes Jahr mit vielen Bonusspielen.

    Und statt uns zusammen zuraufen und auf die Stärken zu konzentrieren, stören wir uns nur über den Aufstieg von erfolgreich arbeitenden Vereinen. Selbstreflexion scheint genauso selten wie Zechen geworden zu sein.
    RB Leipzig hat übrigens den meißten Zuschauerschnitt in der zweiten Liga. Da hat man vieles richtig gemacht, also willkommen in der höchsten deutschen Spielklasse.
    Was unterscheidet eigentlich den Mateschitz von einem Hopp, VW, Telekom, Kühne, Bayer, Gazprom, Wiesenhof, Evonik….? Haben wir da jetzt so eine Moralmaßband, bei dem ein Mateschitz das Mindestmaß nicht erreicht hat? Das sind allesamt keine barmherzigen Samariter oder überzeugte Menschenrechtler! Hier geht es knallhart nur um Business! Unser Folkloreverein ist nur der Traktor um die Werbung aufs Feld zu ziehen.

    Vielelicht sollten sich die Traditionsvereine langsam mal die Frage stellen, wieso solche Emporkömmlinge, ium übrigen ohne gespaltene Strukturen im Vereinsleben, nur 7 Jahre benötigen, um die Dino´s mit Ihrem irrwitzig langen Vorsprung von über 100 Jahren zu überholen..
    Google, Apple, Facebook und Co. werden für so eine Leistung übrigens bewundert.

    Ich freue mich auf die Flussfahrt auf dem Neckar am nächsten Wochenende, auf mehr habe ich alleine keinen Einfluß.

    Altix sagt:
    Wie viele Jahre muss denn ein Verein vor sich hin dilettieren und rummurksen, bis er denn genug Stallgeruch hat, damit er in den Club der arrivierten Fußballvereine aufgenommen werden kann?
    Komisch das diese Frage nur im Fußball so emtionalisiert. Im Eishockey, Basketball, Handball… scheint das „normal“ zu sein.

  34. ReinerEdelmann sagt:

    Tja, die Erinnerung macht eben alles weicher!

    Der Fußball in dieser Saison war, wie gesagt, „mäßig“. Es gab Höhen und Tiefen, was genau der Leistungsfähigkeit des auf Schlüsselpositionen bestenfalls durchschnittlich besetzten Kaders entspricht.

    Unter di Matteo gab es den positiven Ausrutscher in Madrid, der aber nichts brachte, da er im Hinspiel bereits auf Destruktion gesetzt hatte.
    Ansonsten waren selbst die Siege zum Schreien und Weglaufen. War nicht das frühe 1:0 gegen Gladbach gefühlt auch der letzte Torschuss im gesamten Spiel?

    Die Masse der Zuschauer will einfach den Sieg, egal wie der aussieht – dies ist absolut legitim. Das macht den Satz „Keine Steigerung zur vergangenen Saison“ aber nicht richtiger.

  35. Torsten sagt:

    Die Masse der Zuschauer will einfach den Sieg, egal wie der aussieht – dies ist absolut legitim. Das macht den Satz „Keine Steigerung zur vergangenen Saison“ aber nicht richtiger.

    Ich schreibe ja stets nur von meiner Meinung und meinem Gefühl. Dass das „richtig“ ist behaupte ich gar nicht. Wir haben das nunmal unterschiedlich empfunden. Und auch bzgl der Aussage „den Sieg, egal wie“ bin ich anderer Meinung. Ich glaube, dass die Leute tatsächlich gut unterhalten werden und eine gewisse Aussicht auf eine ordentliche Zukunft haben möchten.
    Aber das ist wieder eine andere Diskussion.

    @netsmurf:

    Bezüglich des Boheis gegen Leipzig bin ich recht nah bei Dir. Aber diese Selbstwahrnehmung „Auf den Spuren eines HSV und eines VfB“ kann ich nicht verstehen.

    Bei S04 enden als übel empfundene Spielzeiten mit der Europa League-Qualifikation. Schalke ist nach wie vor eine große Marke, verkauft Zeitungsartikel und hat höchste Sponsoringerträge. Schalke hat m.E. nichts, aber auch überhaupt nichts mit dem HSV oder dem VfB gemein. Und ich wäre sehr dafür, dass sich Schalke weiter professionalisiert und denjenigen, der den Club immer wieder nach Gutsherrenart und im 70er-Jahre Stil führt, endlich abwählt. Auf dass man auch auf Schalke endlich sowenig von einem Aufsichtsrat mitbekommt wie in Gladbach, Dortmund oder mittlerweile sogar Köln. Den Club hat der Vorstand zu führen, und die können das.

  36. schoschi sagt:

    Vielleicht sollten sich alle Spieler nen Fuchs aufs Schußbein tätowieren lassen damit sich alle regelmäßig daran erinnern was möglich ist. Der Titelgewinn in England zeigt es doch! Dies ist für mich die größte Überraschung der letzten Zeit! Und gegen Leipzig und Bayern muß halt gewonnen werden. Fertig! Egal wer da wo das Sagen hat! Den Namen Weinzierl habe ich jetzt schon wieder so oft gelesen, daß ich ebenso erwarte, daß einer kommt den man nicht auf dem Schirm hatte. und bald ist EM! wünsche uns allen einen fantastischen Sommer!!! GlückAuf

  37. Torsten sagt:

    Bisschen offtopic, aber auch nicht so richtig:

    Gerade wurde auf der Gladbach-Page ein Text veröffentlicht, in dem Max Eberl sagt, dass Schubert kommende Saison Trainer der Borussia sein wird.
    http://is.gd/schubertbmg

  38. Exildynamo sagt:

    @Torsten:

    dass sich Schalke weiter professionalisiert und denjenigen, der den Club immer wieder nach Gutsherrenart und im 70er-Jahre Stil führt, endlich abwählt

    Mal ganz blöd gefragt:
    haben wir einfachen Mitglieder am 26. Juni überhaupt eine Chance, darauf Einfluss zu nehmen? Wenn der AR-Vorsitzende vom AR gewählt wird, ist doch eh‘ schon alles vergeblich, oder?

  39. Grieche sagt:

    Als Küchen-Psychologe würde ich sagen, dass die Siegesserie im Herbst Gift für Breitenreiter und die weitere Saison war. Der Katastrophe vom Mai schien im Handumdrehen repariert und Breitenreiter auf Anhieb der Richtige zu sein. (Und die Ankündigung, Heldts Vertrag nicht zu verlängern, rief allerseits Verwunderung hervor.) Der neue Trainer, der – wie wir inzwischen wissen – große Stücke auf sich selber hält und für den es bis dahin steil bergauf ging, fand sich danach selber wohl noch etwas geiler. Kann ihm auch keiner verdenken. In der Öffentlichkeit wurde der plötzliche Erfolg (der „beste Saisonstart usw.“) samt Stimmungsumschwung ja auch vor allem ihm zugeschrieben. Da kann man schon mal die Bodenhaftung verlieren. Dumm nur, wenn man sie nicht wiederfindet, wenn der Erfolg ausbleibt. Wer das nicht gewöhnt ist, kann damit (und der damit verbundenen Kritik) wohl auch nicht so gut umgehen.

    Im Aktuellen Sportstudio wurde Breitenreiter im Oktober gefragt, wie er denn gerne genannt werden würde: als Lucky One, Nice One oder Right One. Er zögerte, seine Frau entschied (auf Drängen von Kathrin Müller-Usedom) für „The Nice One“. Wahrscheinlich geht er jedoch als The Unlucky One oder The Overstimated One in die Schalke-Annalen ein.

    PS: Hier noch ein paar Aussagen von Torsten aus einem Beitrag Ende August, als die Saison noch schön zu werden versprach. Ziel war, sich angesichts der damaligen Ruhe ein bißchen vorsorglich aufzuregen, um nachher nicht zu allzu enttäuscht zu sein, wenn die Aufregung von selber losgeht:

    „Sollten wir nicht vielleicht schon mal ein wenig Ärger vorweg nehmen?
    … Tja, dieser Tuchel ist ein Top-Trainer, aber da hat Hotte ja versagt! … Und überhaupt, ohne einen echten Leader wird der junge Haufen da mit keiner Spielweise irgendwas angerichtet haben können! Alles falsch geplant. … Breitenreiter ist eben doch abgestiegen, zuletzt, und hat noch nie eine Truppe mit Dauerbelastung durch Liga, Pokal und Europapokal geführt. Jefferson Farfán fehlt und wird nicht ersetzt worden sein, da ist Choupo-Moting kein adäquater Ersatz. … Da geht einem doch der Hut hoch ob der erneuten Fehlentwicklungen! So wird das doch wieder nichts, so bleibt doch alles wie immer!“
    (http://koenigsblog.net/2015/08/20/extreme-ruhe/)

  40. anakin sagt:

    Hallo Thorsten,

    Kompliment lese Deinen Blog taeglich, aber das „GAZPROM Bashing “ von einigen Usern hier, kann ich nicht so ganz verstehen.
    Frage: Sind deutsche Konzerne vom “ Image “ her so viel besser ?
    Und wenn ja die nächste Frage, welcher “ Grosskonzern “ in Deutschland,
    wollte unseren Verein zu diesen Konditionen in der Vergangenheit bis heute “ sponsern “ ?

  41. Netsmurf sagt:

    Torsten sagt:

    @netsmurf:

    Bezüglich des Boheis gegen Leipzig bin ich recht nah bei Dir. Aber diese Selbstwahrnehmung „Auf den Spuren eines HSV und eines VfB“ kann ich nicht verstehen.

    Bei S04 enden als übel empfundene Spielzeiten mit der Europa League-Qualifikation. Schalke ist nach wie vor eine große Marke, verkauft Zeitungsartikel und hat höchste Sponsoringerträge. Schalke hat m.E. nichts, aber auch überhaupt nichts mit dem HSV oder dem VfB gemein.

    Stuttgart war 2007 noch Meister, Hamburg ist nach wie vor eine große Marke. Das alleine ist kein Garant für eine erfolgreiche Zukunft.
    Solange wir uns mehr mit uns selbst beschäftigen, und vielleicht auch nur durchschnittliches Personal in wichtigen Bereichen leisten, werden uns immer mehr Vereine enteilen oder überholen. Selbstbewußtsein, nicht Selbstüberschätzung benötigen wir.

    Baustein Nr. 1 ist Heidel, ich hoffe er kann die Büchse der Pandorra geschlossen halten.
    Baustein Nr. 2 ist der Trainer, da hat AB wohl sein Pulver verschossen.
    Baustein Nr. 3 wäre für mich P. Peters – ein Opportunist wie er im Buche steht und steter Quell für interne Unruhe
    Baustein Nr. 4 wäre dann erst der AR, der sich momentan auch intern zu zerfleischen scheint. Und damit meine ich alle, die Ihre Partikularinteressen in den Fokus stellen.

  42. BlueNote sagt:

    Weil ja einige hier den RasenBallsport Leipzig e. V. so geil finden, sollte man mal hinter die Kulissen schauen und hier nicht die Neid- und Traditions-Diskussion der Stammtische führen:

    Dieser Club hat 17 Mitglieder. Siebzehn! Er hält eine einprozentige Beteiligung an der Rasenball Sport Leipzig GmbH, welche zu 99% von RedBull gehalten wird. In diese von RedBull kontrollierte Rasenball Sport Leipzig GmbH ist die Lizenzspielerabteilung ausgegliedert worden. Sinn und Zweck der 50+1-Regelung wird durch die RedBull Mehrheitsbeteiligung dabei aufs schändlichste hintergangen. Sie ist nur deswegen nach DFL-Statuten legal, weil der Verein noch die Mehrheit der Stimmen hat in diesem Konstrukt. Trotz des nur 1%-igen kommerziellen Anteils. Kann man geil finden, muss man aber nicht. Zudem wurde dieser Verein ausschließlich mit der Absicht gegründet, den Absatz eines Brausegetränks zu fördern. Der Sport ist dort nur Mittel zum Zweck, natürlich wird das den Fans in Leipzig ganz anders verkauft. Das ist das Raffinierte an der RB-Marketing-Strategie.
    Dass dort rein sportlich ein guter Job gemacht wurde, ist doch unbestritten, macht das Gesamtkonstrukt aber nicht besser.
    Dass der Aufstieg nur erstaunliche 7 Jahre dauerte, ist außerdem dem Umstand geduldet, dass man eine Oberligalizenz eines anderen Clubs erwarb. RB Leipzig hat sich nämlich nicht ehrenvoll in mühevoller Kleinarbeit aus den Niederungen der Kreisliga hochgespielt. Man startete dank der RB-Milliönchen gleich in der Oberliga.
    Summasummarum ist das ein gänzlich anderes Konstrukt als in den traditionellen Clubs der Liga und sehr wohl zu kritisieren. Das hat nix mit Neid und nix mit verschwurbelter Romantik- und Traditions-Verliebtheit zu tun. Fakt ist aber auch, dass auch andere Clubs, darunter auch Bundesliga-Dauerbrenner, trotz Minderheitenbeteiligung an der Lizenzspielerabteilung mindestens 51% der Stimmen halten. Ist legal, m.E. aber große Kacke. 50+1 ist so nur die Tinte wert, auf die es geschrieben wurde.

    Gleichfalls geht mir das Bejubeln der Gazprom-Millionen auf den Sack. Das Totschlag-Argument „andere Sponsoren sind doch nicht besser“ ist bescheuert. Und das moralische Unrecht anderer rechtfertigt dann, dass ich das genauso machen darf oder muss? Was für ein ethikferner Käse.

    Last but not least zurück zum AR-Vorsitzenden. Ich lese auch hier in den Kommentaren immer wieder mal: „Erstmal müsste man einen finden, der es besser kann.“ Wozu bitte? Satzungsgemäß haben wir einen dreiköpfigen Vorstand, der laut Satzung vom AR, aber eben nicht vom AR-Vorsitz kontrolliert werden soll. Dieses Amt wird derart überbewertet, dass es mir zum Halse raushängt. Der AR-Vorsitzende ist ein Grüßaugust, jemand der die Sitzungen leitet und auf der Weihnachtsfeier die Rede hält. Punkt. Ansonsten wil ich den nicht hören und nicht sehen. Schon garnicht, wenn er sein Amt dazu ausnutzt, dass die von ihm selbst produzierte Wurst im Stadion verkauft wird und andere seiner Produkte (z.B. Pressfleisch in Toastscheiben) exzessiv beworben werden. Das ist Bananenrepublik in Reinkulur.

    Dass weite Teile der Mitglieder und Fans immer wieder auf dieses Blendwerk reinfallen, ist der Grund, warum der Fisch so stark stinkt am Kopfe. Erschreckend, dass die Sehnsucht nach einem starken, allmächtigen Mann an der Spitze auch 2016 noch so tief in vielen Seelen verankert zu sein scheint. Dieser Verein muss seine Schwarm-Intelligenz endlich mal einbringen. Hinter den 140.000 steckt eine Kreativität und eine demokratische Kraft, die derzeit hinter der eines einzigen Selbstdarstellers zurückstehen muss, weil der sich ein Reich geschaffen hat im Verein, wie es selbst der Sonnenkönig nicht geschafft hat.

    Das ist Massenhypnose der übelsten Art, von den Springer- und Funke-Medien immer wieder bedient und unterstützt aus ganz eigennützigen Motiven und von Tönnies meisterhaft ausgenutzt.

    Professionalisieren, so wie Torsten es schon geschrieben hat, bedeutet, diesem Treiben ein Ende zu machen, sich auf die vorhandenen demokratischen Strukturen und Satzungen zurückzubesinnen, ihnen zu vertrauen und den Vorstand und den Trainer seine Arbeit in Ruhe machen zu lassen. Das ist erstrebenswert. Davor muss niemand Angst haben. Schalke wird auch morgen nicht pleite sein oder in die Amateurliga absteigen, nur weil ein anderer Mensch mit weniger Privatvermögen dem AR vorsteht. Aber genau das will uns der Schlachter immer wieder glauben lassen. Sich devot duckende und vom großen, reichen Onkel willenlos am Ring durch die Manege geführte Ahnungslose, die ihm kritiklos huldigen. Das ist Tönnies‘ Schalke. Seid umschlungen Millionen! Scheiß drauf wo sie herkommen, scheiß auf Anstand und Moral. Scheiß auf kritische Fans. Scheiß auf Demokratie, auf Satzung, Regeln. Ist das euer Schalke, auf das ihr stolz seid? Dann ist es nicht mehr mein Verein!

    @Exildynamo: Klar habe die einfachen Mitglieder diesen Einfluss. In der JHV wird dieses Jahr abgestimmt, ob Tönnies überhaupt eine weitere Periode im AR sitzen darf. Ob er bei Wiederwahl dann auch vom AR zum Vorsitzenden bestimmt wird, ist dann nur noch Sache des AR.

  43. ReinerEdelmann sagt:

    @anakin

    1. Großkonzerne sind per se keine Wohltäter und haben oftmals „Dreck am Stecken“ – dies dürfte bekannt sein. Ebenso dürfte aber bekannt sein, dass Gazprom kein „normaler Großkonzern“ ist. Wenn dem wider Erwarten nicht so ist, empfehle ich Dir die einschlägige Literatur oder auch die Online-Recherche.
    Zu Deiner Frage: Ja. Der beschissenste dt. Großkonzern ist 100x besser als Gazprom.

    2. Es kommt nicht nur aufs Geld an. Ein Club wie Schalke wird einen sehr potenten Hauptsponsor finden – zumal der Vertrag auch erst 2017 ausläuft.
    Schalke hat auch bei Bezahlung eines kleineren Betrages kein Einnahmen-, sondern ein Ausgaben-Problem.

  44. Nordlicht sagt:

    @anakin -> vielen Dank! Ich sehe es mit unserem Hauptsponsor ganz genauso.

  45. Erle72 sagt:

    @BlueNote

    Dank aus Endenich! Bei dem Thema darf ruhig mal Tacheles geredet werden. Und wenn unser AR im neuesten Schalkemagazin verlauten lässt, er könne Ungerechtigkeiten nicht ertragen, dann denke ich automatisch an die vielen osteuropäischen Malocher, die für unter 1000 Euro ihre 60+ Stundenwoche für den Dienst am Schwein bei uns verrichten. (Quelle: Zeit, FAZ, Süddeutsche…). Schalke sollte nicht den „claim“ des Weißwaschmittels für miese Geschäfte(macher) anstreben.

  46. michael sagt:

    Brauchen wir jetzt schon diesen Nebenkriegsschauplatz RB Leibzig? Ich finde nicht. Wir sollten tatsächlich vor der eigenen Türe kehren! Meiner Meinung nach hat das was unserer Mannschaft seit nunmehr 2 Jahren spielt, mit modernem Fußball nicht viel zu tun. Die letzten Spiele haben dies wieder bestätigt. Wir haben nur durch individuelle Klasse die meisten Spiele gewonnen, aber einen Spielplan haben wir nicht. Da bin ich ganz bei dir lieber Flo Kno: Schalke spielt Fussball aus dem Museum. Kein Pressing, starre Formationen, ein paar gute Spieler die auf Grund ihrer Klasse immer mal ein Tor schiessen oder vorbereiten koennen muessen es dann richten.

    Und ich bin auch bei crisscross04, wenn er die mangelnde Emotion und Leidenschaft anprangert. Wie schon gesagt wurde, Breitenreiter ist ein nice guy und das ist nicht das was dieser Verein brauchte.

    Wir brauchen einen Trainer, der echten modernen Fußball spielen lässt, der einen Plan hat und ein echtes „Standing“. Ich will mich nicht wiederholen, aber Willmots und Tuchel wären diese Trainer gewesen. Ich war mir damals so sicher, dass wir Tuchel bekommen. Aber das hat HH vergeigt.

    Ich möchte Stand heute an das Händchen von Heidel glauben, dass er den Richtigen für S04 holt…..

  47. Zeitspieler sagt:

    @anakin Danke! Gazprom ist sicher kein moralisch schlechterer Konzern als die amerikanischen, englischen und niederländischen Ölkonzerne.
    @ erle72 Natürlich hast Du Recht! Aber wir Verbraucher sind doch selbst Schuld, das wir nur das billigste Fleisch kaufen und dann die Arbeiter keine anständigen Löhne mehr bekommen.
    @ Fußball
    Mein größtes Problem mit Breitenreiter ist, dass er es nicht geschafft hat die Nachwuchsspieler zu integrieren. Sanè wurde schon von diMatteo eingesetzt. Ich setze jetzt mal ganz auf Heidel, vielleicht findet der einen überdurchschnittlichen Trainer. Held hat immer nur Trainer eingestellt, denen er in die Mannschaftsaufstellung reden konnte. Der letzte, der sich gegen Heldt durchsetzen konnte war Steevens.

  48. Jan sagt:

    Zitat BlueNote: „Gleichfalls geht mir das Bejubeln der Gazprom-Millionen auf den Sack. Das Totschlag-Argument „andere Sponsoren sind doch nicht besser“ ist bescheuert. Und das moralische Unrecht anderer rechtfertigt dann, dass ich das genauso machen darf oder muss? Was für ein ethikferner Käse.“

    Ein scheußliches Charakteristikum zeitgenössischer Diskussions- und Rechtfertigungskultur auf den Punkt gebracht. Chapeau!

  49. crisscross04 sagt:

    @BlueNote
    DANKE!!!!

  50. ReinerEdelmann sagt:

    @michael,

    Ich bin in einigen Punkten bei Dir. Aber: Für „echten, modernen“ Fußball (was auch immer das ist), braucht es nicht nur einen Trainer, sondern auch Spieler, die den spielen können.

    Wie willst Du defensiv erfolgreich sein ohne zumindest passable Außenverteidiger? Wie ein Spiel eröffnen mit nur einem spielstarken Innenverteidiger im gesamten Kader?. Wer soll auf der 6 ein Spiel beruhigen, Geis, Hjöberg, Aogo??? Wer spielt den „tödlichen Pass“ und hat auf der 10 wenigstens einen Hauch von Dynamik, Marin, Belhanda?

    Simple solutions for simple people – noch fein von der Presse befeuert. Für Erfolg und Misserfolg ist nicht nur der Coach verantwortlich – aber natürlich auch.

  51. michael sagt:

    @ ReinerEdelmann
    #
    natürlich ich nicht nur der Trainer schuld. Die gesamte Einstellung, die Ansprache an die Spieler im Kader durch den Trainer und das Management sind wichtig und vieles mehr. Unter modernem Fußball verstehe ich tatsächlich, dass eine Mannschaft zielführend Pressing (d.h. dass jeder Spieler seine Aufgabe kennt und weiß wann und wo er zu pressen hat) spielen und bei Balleroberung schnell umschalten kann.

    Du willst mir aber doch nicht erzählen, dass Mainz oder die Herta einen besseren Kader haben als wir.

  52. ReinerEdelmann sagt:

    @michael,

    Auch wenn es aus Schalker Selbsteinschätzung schmerzt, haben Berlin und Mainz in der Tat in Teilen einen besseren und sicherlich, und dies messe ich nicht nur am Lebensalter, reiferen Kader.

    Damit spielt man auf selbem Niveau wie Schalke. Für wesentlich geringere Kosten.

    Schalkig ist eben, aus viel wenig zu machen. Kann nicht jeder!

  53. polarfuchs sagt:

    Ach all ihr lieben Gutmenschen die ihr an die armen Osteuropäischen Malocher denkt und die armen asiatischen Malocher vergesst die von den guten im Westen bis auf`s Blut gequält werden. Denken hilft, glaube ich. Aber lassen wir diesen Blog das bleiben was er ist, ein Sportforum. Nichts für ungut.

  54. anakin sagt:

    @ReinerEdelmann
    Ja. Der beschissenste dt. Großkonzern ist 100x besser als Gazprom.
    @ReinerEdelmann dann kläre mich bitte einmal auf.
    Ein Club wie Schalke wird einen sehr potenten Hauptsponsor finden.
    Wirklich ?
    @Nordlicht
    @Zeitspieler
    Danke..
    @BlueNote
    Gleichfalls geht mir das Bejubeln der Gazprom-Millionen auf den Sack. Das Totschlag-Argument „andere Sponsoren sind doch nicht besser“ ist bescheuert
    Warum ist das bescheuert ?
    Und wo werden hier die Gazprom Millionen bejubelt ?
    Vielleicht sollte man man mit dem “ Russland Bashing “ im Allgemeinen,
    aufhoeren…

  55. Rjonathan sagt:

    @Gazprom-Diskussion
    Schon krass, wie man glauben kann, der Westen (und Deutschland) sei jawohl grundsätzlich dem Russen moralisch überlegen. In meinen Augen ist allein dieser Gedanke (Hochmut) moralisch nicht ganz sauber. Moral ist ein kulturelles Gut. Wenn man seine eigene Moral nimmt in in fremde Länder trägt, werden sie IMMER schlechter abschneiden. Das alles macht Gazprom nicht zu einem geilen Laden. Aber man sollte dem kulturellen Standpunkt seiner Kritik vielleicht auch mal hinterfragen.

    @Aufsichtsrat
    Egal wie wichtig oder unwichtig der AR-Vorsitz ist. Als ich das letzte mal geschaut habe, wurden da Leute gewählt und nicht abgewählt. Es gilt also auch für einen unwichtigen Aufsichtsrat, das man erstmal Alternativen aufzeigen sollte.

    Das Problem mit der Führung zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ist der fehlende Vorstandsvorsitzende oder Präsident. Ich glaube den gibt es sonst überall nur auf Schalke nicht. Und das ist ein Problem, denn drei Vorstände brauchen eben einen Chef. Diese Rolle füllt Tönnies gerade aus. Und ich halte es für einen Fehler in der Satzung, dass ein Vorstand ohne Vorsitz möglich ist.

    Aber nur ein solcher Präsident oder VV könnte ja tatsächlich strategische Entscheidungen (Schuldenabbau – wie schnell und zu welchem sportlichen Preis? Sportliche Ziele? Gewichtung Jugendarbeit? Ethik im Marketing?) treffen und den operativen Vorständen als Leitplanken mitgeben.

  56. leoluca sagt:

    @rjonathan.

    Der Staatskonzern Gazprom ist Teil des russischen Oligarchen-Systems, das die universellen Menschenrechte in vielfacher Hinsicht missachtet. Das sollte man nicht als kulturelle Eigenart des Ostens verharmlosen, die wir im Westen zu achten haben.

    Zum Thema Präses auf Schalke ist mein Eindruck eher der, dass Schalke wieder eine Persönlichkeit benötigt, die möglichst wenig mit dem operativen Geschäft zu tun hat. Weniger ein Entscheider, sondern eher eine allseits anerkannte, charismatische Persönlichkeit, die vor allem über den Partikularinteressen und Tageskämpfen steht und für die Versöhnung konträrer Positionen sorgt. Rehberg war so einer.

  57. Exildynamo sagt:

    @BlueNote

    In der JHV wird dieses Jahr abgestimmt, ob Tönnies überhaupt eine weitere Periode im AR sitzen darf.

    Danke. Jetzt verstehe ich das.
    Ich erinnere mich noch an die letzte JHV. Da wurden zwei (offenbar widerspenstige) AR-Mitglieder einfach nicht zur Wiederwahl zugelassen und ich hatte mich damals gefragt, wie man aus diesem Teufelskreis herauskommen könnte, wenn man einfach unliebsame AR’s nicht zur Wahl zulässt.
    Wer könnte denn den Antrag stellen, CT gar nicht erst zuzulassen?

    Da bin ich ja nun doppelt gespannt auf den 26.6.

    Noch ein Wort zu RB. Ich mag das ganze Konstrukt auch nicht, aber wenigstens muss man ihnen zu Gute halten, dass sie nicht versuchen, eine Tradition zu konstruieren (so wie Hoffenheim). Die stehen zu ihrem Gründungsjahr 09 (oje!) und sagen sich, dass in 100 Jahren kein Hahn mehr danach kräht…

  58. mika sagt:

    Hoffentlich. Nicht einen Millimeter Fortschritt unter Breitenreiter zu erkennen….
    Allein sein Kommentar nach dem Spiel: „So ist Fussball…“ – damit distanziert er sich wieder von seiner Verantwortung als Trainer und stellt sich wieder als Opfer dar…
    Als ob die gesamte schlechte Saison in einem Augenblick durch eine Verkettung von unglueclichen Umstaenden entschieden worden ist.
    Ich bin froh, wenn er weg ist.
    Ich wuensche ihm alles Gute….

  59. detlef sagt:

    @Torsten
    „Und ich wäre sehr dafür, dass sich Schalke weiter professionalisiert und denjenigen, der den Club immer wieder nach Gutsherrenart und im 70er-Jahre Stil führt, endlich abwählt. Auf dass man auch auf Schalke endlich sowenig von einem Aufsichtsrat mitbekommt wie in Gladbach, Dortmund oder mittlerweile sogar Köln. Den Club hat der Vorstand zu führen, und die können das.“

    Word.

    Und genau das soll offensichtlich unter anderem durch die abgelehnten Satzungsänderungen erschwert, wenn nicht sogar verhindert werden.

    Im „Sprachrohr“ wird das sogar noch gut geheissen.

  60. leoluca sagt:

    Alexander Jobst und Clemens Tönnies:

    http://www.derwesten.de/staedt.....10482.html

  61. BlueNote sagt:

    @Exildynamo: Du findest die Antwort in der Satzung (s.u.). Das Maßgebliche steht weiter unten im 2. Absatz. Der Wahlausschuss hat demnach eine erheblichen Einfluss auf die mögliche Zusammensetzung des AR und muss seine Entscheidungen auch nicht begründen. Guckst Du hier:

    „Stimmberechtigte Mitglieder können Kandidaten für die in der Mitgliederversammlung zu wählenden Aufsichtsratsmitglieder schriftlich dem Vorstand vorschlagen. Der Vorschlag für einen Kandidaten muss mindestens von drei stimmberechtigten Mitgliedern schriftlich erfolgen und kann nur mit der schriftlichen Einverständniserklärung des Vorgeschlagenen eingereicht werden. Der Vorschlag ist mindestens sechs Wochen vor der Mitgliederversammlung einzureichen. Später eingehende Vorschläge bleiben unberücksichtigt. Der von der Mitgliederversammlung zu wählende Kandidat muss dem Verein zum Ende der Vorschlagsfrist mindestens ein Jahr lang ununterbrochen angehören.

    Der Vorstand hat die Vorschläge innerhalb einer Woche nach Ablauf der Vorschlagsfrist dem Wahlausschuss zu übergeben. Dieser entscheidet abschließend nach pflichtgemäßem Ermessen über die Zulassung der Kandidaten. Dazu sollen die Kandidaten vorab persönlich angehört werden. Die Entscheidungen des Wahlausschusses sind nicht zu begründen und unanfechtbar. Die Entscheidung soll sich alleine an der Eignung der Kandidaten zum Aufsichtsratsamt orientieren. Der Wahlausschuss soll mehr Kandidaten zulassen, als Aufsichtsratsämter zu besetzen sind, höchstens aber die doppelte Zahl. Der Wahlausschuss muss im Rahmen seiner Entscheidungen jeweils ein Mitglied vom Vorstand und Ehrenrat anhören.“

  62. BlueNote sagt:

    @leoluca: Die letzten beiden Veröffentlichungen der Funke-Gruppe zu den Pfiffen gegen Tönnies beim letzten Spiel sind ein Paradebeispiel für das perfekte Zusammenspiel mit dem Werbe-Großkunden Tönnies-Gruppe. Es wird simplifiziert und durch geschicktes Weglassen von Informationen so dargestellt, als ob nur die Ultras, die ja eh keine Lobby haben, gegen Tönnies Wiederwahl wären. Dazu führt man ein Interview mit A. Jobst, der natürlich loyal ist und CTs Verdienst um die Gazprom-Millionen nochmal in den schönsten Farben darstellen darf und suggeriert dadurch, dass nur eine Wiederwahl CTs dem Verein eine goldene Zukunft garantieren kann. Und ich fürchte, dass die Mehrheit der Leser der Funke- und Springer-Medien auch so sieht. Der Boulevard funktioniert aufgrund seiner Reichweite und der hohen Relevanz in bestimmten Bevölkerungsschichten. Die fehlende Medienkonkurrenz im Lande tut ihr Übriges. Außerdem kommt es immer mehr aus der Mode, kritisch zu sein, Turbo-Konsum zu hinterfragen, Moral und Ethik zu diskutieren. Das ist was für die aussterbende Art idealistischer Spinner wie uns hier ;-).

    Jedenfalls werden wir es in diesem Leben wohl nicht mehr erleben, dass CT-Kritiker ebenfalls ein derart ausführliches Interview erhalten bei der Funke-Gruppe.

  63. ReinerEdelmann sagt:

    @BlueNote,

    „Außerdem kommt es immer mehr aus der Mode, kritisch zu sein, Turbo-Konsum zu hinterfragen, Moral und Ethik zu diskutieren…Jedenfalls werden wir es in diesem Leben wohl nicht mehr erleben, dass CT-Kritiker ebenfalls ein derart ausführliches Interview erhalten bei der Funke-Gruppe.“

    Ab-so-lut.

    @anakin,

    Nöö, kein Bock – klär´ Dich selber auf.

  64. leoluca sagt:

    @BlueNote
    Ja, die Macht der von dir genannten Mediengiganten ist beängstigend und die Verquickung mit ihren Großwerbekunden auch.

    Trotzdem gibt es m. E. gerade im Sport- und Fußballjournalismus einen lebendigen Wettbewerb. Die guten Fußballredaktionen sitzen sowohl in der FAZ als auch bei der Süddeutschen, die Fußballseite der ZEIT ist auch nicht schlecht, und solche Blätter wie „11 Freunde“ und die vielen kritischen Blogs darf man nicht vergessen. In all diesen Medien sind teils äußerst kritische Kommentare zur Schalker Vereinsführung zu lesen.

    Mir ist es ein Rätsel, warum die Akteure von „SchalkeVereint“ dort nicht ein Forum für ihre kritischen Ansichten suchen und finden. Kann mir einfach nicht vorstellen, dass man überall vor die Wand läuft. Mir gefällt es nicht, dass man, wie auch am Samstag in der Arena wieder, der Grobrhetorik der Ultras das Feld überlässt.

  65. Ney sagt:

    Trotzdem gibt es m. E. gerade im Sport- und Fußballjournalismus einen lebendigen Wettbewerb

    Na eben. Im kicker wird Tönnies‘ durchsichtige Wahlkapftaktik der Verquickung von Heldt-Verabschiedung und Verkündigung des Putinarschkriech-Vertrages durchaus so unangenehm dargestellt, wie es sein muss.

    Mal nebenbei, sowas sollte doch sowieso das zuständige Vorstandmitglied verkünden, nicht der Aufsichtsrat?

  66. Pukki1904 sagt:

    @leoluca- genau das ist m.E. das Problem. Ich glaube nämlich dass es immer nach hinten los geht, wenn eine Opposition nicht deutlich macht, was konkret sie verändern will und mit welchen Mitteln. Eine Strategie der Tönnies Gegner gibt es entweder nicht oder sie ist nicht ersichtlich. Das einzige was die Leute mitkriegen sind Toennies- Raus Rufe und Stimmungsmache über Plakate. Wenn ich dann noch mitkriege, dass der AR ebenfalls zerstritten ist und dort gegeneinander mit unlauteren Mitteln gekämpft wird, dann ist mein Vertrauen in den gesamten AR doch total gestört. Was sind denn das für Personen die da im letzten Jahr gewählt wurden und offensichtlich ihr eigenes Machtding betreiben?
    ( Herr Hefer- Herr Horn etc…)? Wollen die nur Unruhe stiften und ihre eigenen Interessen durchsetzen oder haben die eine Strategie? Wenn ja, dann müssten sie diese schon auch mal etwas deutlicher machen. Ansonsten wird nämlich das Misstrauen gegen die Anti CT- Kräfte weiter gestärkt. Das habe ich am Samstag in der Arena sehr gut mitbekommen. Je lauter die Anti- Toennies Rufe wurden, umso größer der Ärger darüber bei vielen anderen. Ganz ehrlich,auch mir geht es mittlerweile so, obwohl ich sehr weit weg war davon CT zu wählen. Aber was und wer ist denn die Alternative? Auch wenn der AR nicht ins operative Geschäft eingreifen soll, so hat er doch einen Einfluss darauf, was mit einem Verein passiert und wo es strategisch hingeht. AR- Mitglieder in Vereinen haben immer einen Einfluss auch wenn sie nicht ständig ins Tagesgeschäft eingreifen. Die Einzelnen im AR haben das Mandat, verantwortungsvoll und zielgerichtet für den Verein zu handeln. Sie müssen einen Plan haben wohin es mit Schalke gehen soll, denn sonst können sie ihrer Aufgabe der Steuerung nicht gerecht werden. Das gilt für alle AR- Mitglieder aber insbesondere für den Vorsitzenden. Vor allem in Konflikt- und Krisensituationen wird es darauf ankommen, ob dieser integrierende Fähigkeiten hat oder eher spaltet. Ob Konflikte moderiert oder erstickt werden. Ob im Sinne des gesamten Vereins gehandelt wird oder nur Einzelinteressen vertreten werden. Aber sicher auch, welche Beziehungen zu Wirtschaft und potentiellen Sponsoren bestehen. Das alles geht weit über die Funktion eines Grüßaugusts hinaus.
    Also, wer CT abwählen will muss auch sagen, was er anstelle will. Solange ich keine Ahnung habe, was irgendwelche Vielfahrer und Hardcore- Traditionalisten nun wirklich besser machen wollen und wie, wähle ich lieber das Altbekannte, bevor ich den Verein in die Hände von Leuten gebe, von denen ich nicht im Ansatz einschätzen kann, wie sie mit dieser Verantwortung umgehen werden.

  67. Ney sagt:

    Eine Alternative zum durchaus umstrittenen AR-Vorsitzenden ist weit und breit nicht in Sicht

    Aber was und wer ist denn die Alternative?

    Die Alternative(n) zu Tönnies werden sich doch zur Wahl stellen, was soll denn diese dauernde Frage? Die werden auch vorher ausführlich vorgestellt. Dann kann man entscheiden, ob man denen das zutraut oder lieber so weiter machen will wie bisher. Den ekligsten Sponsor der deutschen Liga haben wir jetzt noch 7 Jahre am Hals, mal sehen was sonst noch geht.

  68. Klopenner sagt:

    Den ekligsten Sponsor der deutschen Liga haben wir jetzt noch 7 Jahre am Hals, mal sehen was sonst noch geht.

    Nun mal‘ mal nicht gleich den Teufel an die Wand. Sind nur 6 Jahre. 2022 endet die Laufzeit ;-)

  69. Pukki1904 sagt:

    @ney:

    „Die Alternative(n) zu Tönnies werden sich doch zur Wahl stellen, was soll denn diese dauernde Frage? “

    Das ist nun mal die wichtigste Frage beim Wählen. Auch wenn dir das so klar ist, reicht das vielen anderen nicht.Natürlich werden die Kandidaten ausführlich vorgestellt. Das reicht aber doch nicht, wenn man so einen mächtigen Mann wie CT mehrheitlich abwählen will. Eine Kampagne beinhaltet, dass man vorher schon inhaltlich wirbt, die Leute aufklärt und Werbung macht für die eigenen Ziele. Das läuft in der Politik übrigens nicht anders und nennt sich Strategie.

    „Den ekligsten Sponsor der deutschen Liga haben wir jetzt noch 7 Jahre am Hals, mal sehen was sonst noch geht.“

    Ja es ist ein sehr ekliger Sponsor und für mich ein Grund kein Trikot mit diesem Namen zu kaufen. Aber was soll Schalke ohne das Geld machen? Die Fans wollen doch das der Verein oben mitspielt. Selbst die EL reicht vielen schon nicht mehr. Dabei soll aber die Vereinsform bestehen bleiben. Wo soll denn das Geld herkommen, wenn nicht von ekligen Sponsoren? Welche anderen weniger ekligen Großkonzerne sind denn bereit soviel Geld zu zahlen? Da muss man sich schon mal entscheiden was man will. Entweder Vereinsform und Tradition bewahren und mit Sponsoren die Schulden abbezahlen, oder ausgründen und den Verein verkaufen- oder sich mit dem Mittelmaß abfinden und in zwei Jahren in der 2. Liga spielen.

  70. ReinerEdelmann sagt:

    @Pukki1904,

    „Ja es ist ein sehr ekliger Sponsor und für mich ein Grund kein Trikot mit diesem Namen zu kaufen. Aber was soll Schalke ohne das Geld machen?“

    Dies ist ja das Perfide an der Sache, dass Jobst und CT dies im besten Merkelschen Sinne als alternativlos für Schalke bezeichnen.

    Schalke hatte lange Zeit und hat noch ein Jahr, bis 2017, Zeit, einen Ersatz zu finden. Ich denke, die Einnahmen würden etwas sinken; aber es kann doch niemand glauben, dass Schalke keinen potenten Hauptsponsor findet!

    Mit etwaigen Einnahmeverlusten kann man zudem kalkulieren, zumal die Mannschaft in typisch schalkiger Art und Weise sowieso restlos überteuert ist.

    Und: Lass´Dir auch kein „entweder/oder“ suggerieren – Schalke mit 140.000 Mitgliedern kann sowohl e.V. bleiben, auf halbstaatliche Unternehmen aus Autokratien verzichten und sportlichen Erfolg erzielen.

  71. Ney sagt:

    Auch wenn dir das so klar ist, reicht das vielen anderen nicht.

    Ganz praktisch und faktisch gibt es die Wahl zwischen Tönnies und den anderen antretenden Kandidaten. Was anderes gibt es auf der JHV nicht zu entscheiden.

    Aber was soll Schalke ohne das Geld machen?

    Es gibt andere Sponsoren. Man redet also nur über die Differenz zwischen dem, was Schalke mit der Beschädigung seines Rufes durch Gazprom erzielt und dem, was ein alternativer Sponsor zahlt.

    Und Du willst mir doch nicht ernsthaft so eine Scheinalternative einreden wollen, entweder Gazprom (ich rede exakt über Gazprom, nicht über Sponsoring allgemein – wenn ein anderer konkreter Sponsor kommt, kann ich den zu gegebener Zeit für mich einschätzen) oder 2. Liga. Nebenbei, mit dem e.V. hat das ja nun herzlich wenig zu tun.

    Aber das ist alles schon 1000mal durchgekaut. Und leider jetzt auch müßig. CT et al. haben uns vor vollendete Tatsachen gestellt und für weitere 5 Jahre ab 2017 ins Gesäß von Putin gestopft. Weiß gar nicht, ob die Partnerschaft mit Dikaturen noch vom Leitbild gedeckt ist.
    Vielleicht kriegen wir ja den St. Petersburger Trainer dafür, soll nicht schlecht sein.

  72. Klopenner sagt:

    Natürlich ist Gazprom nicht alternativlos. Aber sie zahlen eben überdurchschnittlich. Bei Derwesten gibt es noch ein Interview mit Jobst parallel zum hier verlinkten Bericht.

    Der Durchschnitt in der Buli für Trikotwerbung und damit für den Hauptsponsor liegt laut Jobst bei 6-7 Mio pro Jahr. Wir hatten bisher kolportierte 15-17 Mio pro Jahr fix (WAZ: 15, Handelsblatt spricht von 17 Mio). Diese Summe wurde erhöht, trotz der schlechteren EL Platzierungen in dieser und der letzten Saison. Ich würde mal schätzen, dass wir jetzt bei 20-22 Mio Basissumme liegen.

    Das Handelsblatt hat vergangenes Jahr eine Übersicht herausgebracht (http://www.handelsblatt.com/sp.....11634.html)
    wonach tatsächlich zwischen Schalke auf Platz 4 und Hamburg/Gladbach auf Platz 6 (jeweils ca 7,5 Mio) fast 10 Millionen jährlich liegen.

    Nur Dortmund (Evonik mit 20), Wolfsburg (VW mit 30) und Bayern (Telekom mit 30) liegen über uns.
    Und daher wage ich tatsächlich zu bezweifeln, dass es hier in Deutschland noch Sponsoren gibt die annähernd eine solche Summe zahlen würde, damit Schalke das auf die Trikots druckt.

    10 Mio jährlich weniger und ab 2017 dann eher 15 Mio jährlich weniger (bezogen auf den Ligaschnitt) sind eben eine sehr stolze Summe die gerade in „nur EL“ Zeiten gleich doppelt schwer wiegt.

    Ich bin auch nicht glücklich mit Gazprom und werde auch weiterhin kein neues Trikot beziehen, aber die Zahlen sprechen eben eine sehr deutliche Sprache.

  73. ReinerEdelmann sagt:

    @Klopenner,

    „10 Mio jährlich weniger und ab 2017 dann eher 15 Mio jährlich weniger (bezogen auf den Ligaschnitt) sind eben eine sehr stolze Summe die gerade in „nur EL“ Zeiten gleich doppelt schwer wiegt.“

    Schalke ist nicht Ligaschnitt in Bezug auf Wertigkeit bei Sponsoren! Insofern zweifel ich diese Rechnung stärkstens an, zumal Schalke so viel Zeit hatte, nach der besten Alternative zu schauen.

    Außerdem berücksichtigst Du nicht, dass die Mannschaft restlos überteuert ist und dort Einsparpotential vorhanden ist. Schalke spielt EL, die Spieler kassieren aber wie CL.
    Geld schießt schon Tore, aber eben nicht überall – sondern nur dort, wo damit sinnvoll umgegangen wird.

    Merke: Gladbach spielt voraussichtlich kommende Saison mit den von Dir genannten Mindereinnahmen in der CL. Wo waren wir noch gleich?

  74. Klopenner sagt:

    @ReinerEdelmann

    Das stimmt, den Kader habe ich nicht berücksichtigt. Das ist auch nicht so einfach den einen oder anderen Spieler loszuwerden, bzw. adäquaten Ersatz für weniger Geld zu bekommen. Den Vertrag mit Gazprom kann man auslaufen lassen zu 2017. Den mit Spielern die Verträge bis 2019 haben eben nicht bis 2017.

    Dass Schalke generell kein Einnahmeproblem, sondern ein Ausgabenproblem hat, ist doch so gut wie allen klar. Aber mal angenommen man trennt sich jetzt doch von Breitenreiter, dann zahlen wir ihm auch noch sein Gehalt bis 2017. Ist auch nicht in meiner Berechnung drin. Ich wollte auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen und alle möglichen Kosten und Einnahmen gegenüberstellen, sondern mich lediglich auf die Hauptsponsoren konzentrieren.

    Natürlich ist Schalke in Bezug auf Wertigkeit höher als der Ligaschnitt, sonst würde Gazprom nicht soviel Geld in uns stecken.
    Ich habe spaßeshalber mal versucht alte Zahlen über Trikotsponsoren zu finden. Da das Internet noch nicht so alt ist, bin ich bei meiner – zugegeben – kurzen Recherche nur auf einen Artikel gestoßen in dem die Victoria Versicherung unser Hauptsponsor wurde. Das war 2001-2006. Damals gab es 12 Mio DM pro Jahr als Sockelbetrag. Was Pi mal Daumen 6 Mio Euro entspricht. Gemessen an heutigen Zahlen sogar unterdurchschnittlich. Aber das war eben auch vor 15 Jahren. Seitdem sind die Einnahmen durch den Hauptsponsor deutlich gestiegen nehme ich an. Allerdings bekam Bayern 2002 beim Wechsel von Opel zur Telekom bereits 15-20 Mio Euro. Entweder hat Assauer (oder wer dafür zuständig war) damals schlecht verhandelt, oder wir sind eben nicht so der super Werbeträger wie angenommen.

    Selbst wenn wir uns bei 10 Mio jährlich einfinden, was mehr als 30% über dem Ligaschnitt liegt, fehlen uns eben immer noch 7-10 Mio jährlich. Es ist ja offentlich kein Sponsor da, der diese Preise zahlen würde, sonst hätte Schalke diese Alternative gewählt. Aber so wie es Jobst in dem Interview auch sagt, sind die Preise die Schalke fordert von den meisten nicht zu akzeptieren. Gazprom hat ja gesagt. Also bleibt Gazprom seit 2007 eben unser Hauptsponsor.

    Wir können es uns einfach nicht leisten auf diese Summen zu verzichten. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Selbstverständlich besonders die Ausgabenseite die auch unser scheidender Manager zu verantworten hat, der jedem Spieler 4 Mio Jahresgehalt aufs Auge drückt, der zweimal erfolgreich einen Ball hochhalten kann und um sich selber zu brüsten gerne auch den Jugendspielern bei vorzeitigen Vertragsverlängerungen die dicken 7 stelligen Gehälter mitgibt.
    Solange da auf der Ausgabenseite aber nichts verändert werden kann, müssen wir mit der Einnahmenseite spielen. Die CL fällt flach, also muss es der Sponsor richten. Oder die Fans durch höhere Ticketpreise. So ist eben das Geschäft. Oder wie Breitenreiter es sagt: So ist Fußball

  75. ReinerEdelmann sagt:

    @Klopenner,

    Ich möchte mich an dieser Stelle ausklinken, da alles gesagt ist.

    Nur noch:
    „Wir können es uns einfach nicht leisten auf diese Summen zu verzichten.“

    Doch, es spricht alles dafür, Putinsches Gazprom-Geld auszuschlagen.

  76. Ney sagt:

    Jahr für Jahr 30 Punkte hinter der Spitze zu landen, das schaffen andere Vereine mit weit weniger Sponsorengeld.

  77. Flo Kno sagt:

    Ist mittlerweile fast schon off-topic, aber soeben wurde auf spielverlagerung.de eine Analyse zu meinem und BlueNotes (;-)) zweiten Lieblingsclub veroeffentlicht:
    http://spielverlagerung.de/201.....enprinzip/

    Mir geht’s ja nach wie vor um die sportliche Komponente: die langfristig angelegte Entwicklung einer Spielidee.

    Mit anderen Worten: Ein neuer Schalker Kreisel muss her!

  78. Netsmurf sagt:

    Ich sehe das auch so wie Klopenner.
    Welcher Sponsor, der einem moralischen Integritätstest bestehen würde, möchte einen Verein, wie den unseren, aktuell als Premium-Aushängeschild haben?

    Bei dem ganzen internen Theater, das seit Vianogo eine beständig zunehmende Entwicklung genommen hat, ist es verwunderlich, das noch kein Sponsor abgesprungen ist.
    Wann haben wir denn in den letzten 30 Monaten richtig gute und positive Schlagzeilen generiert? Das Produkt „Fussball“ ist da schon einmal komplett aussen vor, das ist weder attraktiv noch besonders erfolgreich.
    Die Größe und das Potential ist sicherlich noch einen guten 3. Platz in einem Ranking wert, aber auch da entwickeln wir uns zu langsam bis gar nicht.
    Gegen etwas zu sein, ist sehr einfach, wenn man kein Beweis antreten muß. Die Behauptung, das es andere potente Sponsoren gibt, die das Loch auffangen, ist auch schnell gesagt. Aber das Geld, was wir jetzt von Gazprom pro Jahr bekommen, zahlt uns m. M. n. aktuell kein anderer Sponsor.
    Einen deutschen Sponsor im zweistelligen Millionenbereich werden wir aktuell nicht finden. Bayer Leverkusen hatte auch Probleme, die Brust entsprechend zu vermarkten.

    Sollen wir wirklich auf zusätzlich kumulierte 50-75 Mio. €/5 Jahre verzichten, weil der Ethikanspruch gegen Gazprom ein anderer ist?
    Wären wir Alle bereit, uns unter Umständen auch mit Mittelmaß zufrieden zugeben?

    Für mich persönlich ist Gazprom nichts anderes wie Exxon, und Putin handelt nicht anders als ein Jinping. Guckt mal hinter die Fassade von Huawei und Hisense.
    Den moralischen Aspekt muß aber jeder für sich selber beantworten!
    Ich akzeptiere die Meinung andersdenkender, bitte aber auch darum, das man mir dieses auch zugesteht.

  79. Carsten sagt:

    Huhu,
    Wir kaufen auch alle bei Adidas obwohl wir doch wisssen wer oder wo das genäht wird, eure Frauen tragen Klamotten von Esprit und? Wer schufftet dafür? Wer von euch hat sich noch nicht Teufelskralle auf den Puckel geschmiert wenn es zwickt? Wie wird die Wurzel Geerntet!!!

    Schaut ihr nicht die WM in Katar, obwohl seit Jahren klar ist unter welchen Umständen dort gearbeitet wird???

    Erfreut ihr euch nicht seit 15 Jahren an einer gut gepflegten Arena?

  80. Alex sagt:

    zu Gazprom: ich bin auch nicht sonderlich glücklich mit diesem Hauptsponsor, freue mich aber trotzdem über die Erhöhung des Sponsorings, einfach weil wir dann mehr Geld bekommen! Ich mache mir dabei wie andere Diskutanten durchaus Sorgen um unseren Ruf, wobei es jetzt nach so vielen Jahren mit Gazprom auch schon wieder egal ist.

    Aber was genau an Gazprom jetzt so schlimm ist bleiben die Gazprom-Gegner schuldig. Klar, da gibt es irgendwelche Verflechtungen mit Putin (von dem ich wirklich kein Freund bin) und vielleicht werden auch andere Werte (es wird oben von Menschenrechten gesprochen) verletzt. Es wird sogar gesagt, dass Gazprom 100x schlimmer sei, als der schlimmste deutsche Großkonzern. Mich würde wirklich die Berechnungsgrundlage interessieren (ich meine das nicht sarkastisch). Mit was werden solche Aussagen belegt?

    Deutsche Klamottenfirmen, die Kinder in Asien für sich arbeiten lassen, sind also immer noch 100x besser als Gazprom? Deutsche Rohstoff-Firmen, die ganze Landstriche in Afrika oder Asien verschmutzen sind besser als Gazprom? Deutsche Tierquäler-Firmen wie Wiesenhof (nur ein Beispiel, weil zufällig Werder-Sponsor) sind viel besser? Was genau macht Gazprom, was so viel schlimmer als all diese Dinge ist? Es muss ja wirklich furchtbar sein.

    Und wo sind die Kritiker von Deals mit Airlines aus dem arabischen Raum (Emirates beim HSV oder Qatar Airways bei Barcelona, oder auch der Flughafen Qatar bei FC Bayern). Das sind doch auch böse Staatsunternehmen aus bedenklichen Ländern. Wir machen sogar einen Sponsor-Deal mit Turkish Airlines (wie auch der BVB schon vor uns), da spielt doch bestimmt der böse Erdogan auch eine Rolle.

    Man muss sich wirklich fragen, was wir Schalker denn nun wollen! Entweder Erfolg, dazu braucht es nunmal Geld (der Kader ist nicht überteuert, sondern er bringt nur nicht die Leistung, die er für diesen Preis bringen müsste!) oder Mittelmaß. Gazprom ist bestimmt nicht der ideale Sponsor (aber welche Firma wäre das schon). Aber Gazprom muss andererseits eigentlich nicht mal werben, denn sein Produkt, Gas, müssen wir in Europa sowieso kaufen, wir haben gar keine andere Wahl, so sehr uns auch die Politik des Staats hinter Gazprom aufregt!

  81. BlueNote sagt:

    @Flo Kno: Du hast Recht, zurück zum Sportlichen. Der Rest ist zu frustrierend ;-)

    Womit wieder die Henne/Ei-Diskussion beginnt: Ist der aktuelle Kader zumindest in wichtigen Teilen nicht geeignet für kreiselnde, sprich hoch pressende Spielsysteme oder konnte das Trainerteam die Methodik nicht gut genug vermitteln? Ich habe dazu noch kein klares Bild und würde gerne Breitenreiter noch die Zeit geben, gemeinsam mit Heidel den Umbruch richtig anzupacken.

    Bestimmt haben einige von Euch schon mal die Dokumentation „Trainer“ gesehen? Einen Trailer gibt es hier: https://www.youtube.com/watch?v=qLVX9-Rw0Ck

    Falls nein, unbedingt nachholen. Wenn ich mir dort anschaue, wie intensiv und nachhaltig den Aspiranten die moderne Trainings- und Taktikmethodik vom DFB eingetrichtert wird, dann kommt man eigentlich zu dem Ergebnis, dass die alle in etwa gleich gut sein müssten. Eigentlich. Denn der Faktor Motivationsfähigkeit und Psychologie-Talent ist dann natürlich bei allen individuell ausgeprägt und wir wissen, dass dies ein mitentscheidender Faktor sein kann. Viele meinen sogar, dass dieser Faktor viel entscheidender sei. Andererseits helfen 11 Leute auf Speed, die wie Brummkreisel den Platz umpflügen, leider aber an den falschen Stellen, meistens auch nur bei der Kartoffelernte weiter. Diese Waage zu finden ist jetzt die Aufgabe von Heidel. Ohne dass dem klar ist, wie genau der kommende Kader aussieht, ist die Trainerdiskussion eigentlich müßig. Der Vorturner muss schließlich zum Team passen.

    Der jetzige Kader ist zu teuer für Platz 5-9, gleichzeitig aber auch zu dünn. Er bedarf zunächst der finanziellen Gesundschrumpfung und muss außerdem punktuell auf neuralgisch unterdurchschnittlich besetzten Positionen verstärkt werden. Das ist eigentlich spannend ohne Ende, wenn damit nicht schon wieder der nächste Umbruch einher gehen würde. Jahr für Jahr sollen wir geduldig sein. Jahr für Jahr soll es ein anderer richten.

    Seit Neuestem fordern wir außerdem, Rangnick und der nachfolgenden Konzepttrainergeneration sei Dank, endlich eine sichtbare Spielidee auf Schalke. Ham‘ die andern doch schließlich auch, ey! Verrückt. Vor Rangnick gab’s Taktik garnicht! Da warst Du als Trainer mit dem Credo „Immer ‚ne Hütte mehr machen als die anderen“ oder „Flach spielen – hoch gewinnen!“ oder „Du gehs‘ mit dem 10er bis aufs Klo!“ aber sowas von vorne. Heute gehst Du als Fan inner Kneipe Fuppes gucken und schwadronierst nach 4 Veltins mit dem Nebenmann stilsicher über Dreierketten, Mannschaftsteilabstände, hohes Pressing und Spiel gegen den Ball(!). In der Kreisliga haben wir früher immer gegen den Gegner gespielt. Gegen den Ball haben seinerzeit allenfalls Leute wie Hans-Peter Briegel gespielt. Die mochten den Ball nicht. Dat war nämlich nich‘ ihr Freund. Vermutlich spielt man in ein paar Jahren sogar gegen den Pfosten. Wer weiß das schon?

    Wie auch immer, langsam wirds eng für Ü50er wie mich mit der Schale. Und je mehr ich http://www.spielverlagerung.de lese, umso weiter weg fühle ich mich von dem ganzen Zirkus. Aber die jungen Rüden werden das schon richten. Irgendwann.

  82. Flo Kno sagt:

    Zitat: „Der jetzige Kader […] bedarf zunächst der finanziellen Gesundschrumpfung“

    Das kenne ich irgendwoher. Soweit ich mich erinnere, war das mal der Auftrag eines gewissen Horst H. bei Amtsantritt vor 5 Jahren. Ein gewisser Felix M. hatte einen aufgeblähten und teuren, letztlich aber konkurrenzfähigen Kader mit namenhaften Spielern hinterlassen.
    Horst H. hinterlässt nun die wahrscheinlich teuerste U23 aller Zeiten ^^.

    Hat jemand mal Zahlen, wie sich die Kaderkosten seit Magath entwickelt haben?

  83. anakin sagt:

    @Flo Kno, da bin ich ganz Deiner Meinung.
    Bei aller Kritik an der Person Felix Magath, aber wo würde der FC Schalke 04 sportlich heute stehen, wenn man an Felix fest gehalten hätte…

  84. blues sagt:

    Tönnies WerksClub Schalke

    Schalke verkommt unter Clemens Tönnies zum Werksclub der Tönnies Lebensmittel GmbH & Co KG in der Varinate: vom Oligarchen selbst geführt. Die große emotionale Folkloreabteilung verdeckt dieses „Hier kocht der Chef selbst“ nur noch schwach. Die bunte politische Diskussion um Gazprom ist nur noch Teil dieser Folklore.

    Wer Politik, eigene wirtschaftliche Interessen und die Vereinsinteressen auf eine Art und Weise verknüpft wie Tönnies, darf meiner Meinung nicht mehr als Aufsichtsrat aufgestellt werden.

    http://img.morgenpost.de/img/f.....ennies.jpg

    Es gibt gute Gründe, dass trotzdem zu zulassen. Wird Tönnies dann gewählt, hat der Tönnies Werksclub Schalke den Oligarchen-Boss, der in diesem Zustand am besten zu ihm passt.

    Schalkefans verlieren bei einer erneuten Wahl von Tönnies jegliche moralische Legitimation über andere (Werks)vereine zu richten, ob sie nun aus Leipzig, Hoffenheim ,Wolfsburg oder Leverkusen kommen…

  85. Netsmurf sagt:

    blues sagt:

    Schalkefans verlieren bei einer erneuten Wahl von Tönnies jegliche moralische Legitimation über andere (Werks)vereine zu richten, ob sie nun aus Leipzig, Hoffenheim ,Wolfsburg oder Leverkusen kommen…

    Ich fand gestern auf Kicker TV den Einwand/Hinweis, das Schalke die Mutter aller Werksvereine ist, recht süffisant, paßt er doch zur aktuellen Diskussion.
    Die Zeche Consolidation hat damals die Kumpels von der Zeche, Küppersbusch und Co. ausgestattet und ein Gelände bereitgestellt. Nichts anderes macht in der Neuzeit ein Bayer und ein VW, in abgewandelter moderner Form eben auch.

    Ich habe schon vorher keine moralische Legitimation besessen, um anderen Vereinen und deren Ausgliederungen irgendetwas abzusprechen bzw. über Sie zu richten. Ich finde das auch befremdlich, das man sich als der moralisch Überlegene einordnet.
    Wir grenzen uns dadurch ab, das wir nach wie vor ein eingetragener Verein sind, und das wir für die sehr menschlichen Werte einer vergangenen Epoche einstehen. Die Kumpel- und Malochermentalität des Ruhrgebiet war etwas einmaliges, die aus Ehrlichkeit, Fleiß und Hilfsbereitschaft bestand. Nicht zu vergessen die Mundart, direkt und mit Ihren faszinierenden Wörtern. Mein Sohn heißt heute noch Köttel und muß inne Poofe gehen ;-)
    Das wir das bewahren und für uns geltend machen, das unterscheidet uns von anderen Vereinen. Wie heißt das doch noch immer so schön:
    Wir sollen nicht die Asche bewahren, sondern das Feuer weitergeben.
    Der Spagat ist schwierig, und wird auch nicht mehr einfacher, aber ich finde es das Schalke noch immer hinbekommt.

  86. Rjonathan sagt:

    Hach ist das schön hier, dieser Tage! :)

    @Werksclubs
    Ich glaube, dass Leipzig tatsächlich die Bundesliga bereichert, weil es ein Verein mit echtem Fan-Potenzial ist. Aber Wolfsburg und Hoffenheim machen in meinen Augen die Liga unattraktiver. 2 Meter vor der Stadt-Grenze interessieren diese Vereine keinen mehr. Und das ist schon bedenklich.

    @Tönnies-Kritik
    Ich finde das Niveau der Tönnies-Kritik auch wirklich grauenhaft. Es wird viel gemotzt und gemosert, aber strategische Konzepte, klare Ideen, geschweige denn Köpfe, die diese vertreten – das gibt es alles scheinbar nicht. Ich finde Dagegen-Heinis immer albern. Es ist leicht den Finger auf Führungspersonen zu zeigen. Es ist leicht. Menschen, die Verantwortung übernehmen hinterher zu erklären, dass sie Fehler gemacht haben. Aber es ist oft schwerer als man denkt, es besser zu machen. Wenn die Opposition schon jetzt keine vernünftige Kommunikation auf die Beine bekommt, wieso sollte das nach Abwahl besser sein? Und damit meine ich nicht die Bild. Damit meine ich wenigstens einen eigenen Blog, ein Interview auf Ruhrbaron oder koenigsblog oder westline. Oder was auch immer, Kanäle gibt es heute genug.

    Die Tönnies ist scheiße, weil er Großunternehmen ist und großes Ego hat-Fraktion kann sich dennoch entspannen. So lange keine Briefwahl eingeführt wird, wird er meine Stimme auf keinen Fall bekommen. Seine „unsichtbaren“ Gegner allerdings auch nicht.

  87. Ney sagt:

    Da fehlt bei all dem wohlfeilen Tönnieskritiker-bashing jetzt eigentlich nur mal 1 einziges Argument, warum Tönnies weiter Aufsichtsrat bleiben sollte. Die Leistungen der letzten Jahre waren nicht berühmt, die Aussichten, dass sich das bessert, sind unbekannt. Mal sehen, wie sich die alternativen Kandidaten vor und auf der JHV präsentieren.

  88. McP sagt:

    Apropos Gazprom: Die sind nur noch eine Vertragsverlängerung davon entfernt Schalke offiziell aufkaufen zu dürfen. Wer 20 Jahre lang einen Verein substantiell gefördert hat, darf das. Der Verein muss zustimmen, aber Geld und Demagogie gewinnen normalerweise. Gut, dass Mainz 05 selbst ein klassischer Verein ist. Aber falls wieder die Wünsche nach Ausgliederung der Profiabteilung aufkommen, sollte man sich bewusst sein, dass dann möglicherweise 2027 Schalke Gazprom gehören wird.

  89. blues sagt:

    @Netsmurf

    „Wir grenzen uns dadurch ab, (…) das wir für die sehr menschlichen Werte einer vergangenen Epoche einstehen. Die Kumpel- und Malochermentalität des Ruhrgebiet war etwas einmaliges, die aus Ehrlichkeit, Fleiß und Hilfsbereitschaft bestand.“

    Der durch seine Medienauftritte bekannte Schalker Boss Clemens Tönnies scheint mir diese Qualitäten aber leider nicht in dem nötigen Maße zu repräsentieren.

  90. Rjonathan sagt:

    @Ney
    Lustig, wie du schon wieder den Spieß umdrehst. Jetzt muss man also rechtfertigen, wieso der Aufsichtsratsvorsitzende nicht gewechselt gehört, als ob ein Wechsel der Default wäre. Zumal Schalke über weite Strecken seiner Amtszeit zweiterfolgreichster Verein der Liga war. Zuletzt ging es natürlich bergab. Ich persönlich hoffe ja, dass da schon Heidel genug Veränderung für einen Umschwung bringt. Wer dann im AR sitzt ist mir egal.

    In der Meinung, dass er bleiben soll, bin ich auch gar nicht so gefestigt. Mir fehlen nur die Argumente, wie man es besser machen soll. Aber so teuflisch schlecht macht er den Job nicht. Jobst nennt ja schon einige Argumente. Ein paar Dinge die ich persönlich gut fand:
    – Jobst eingestellt
    – Heidel eingestellt
    – auf Kritik reagiert und sich in Öffentlichkeit zurückgehalten

    Was ich an Kritik NICHT nachvollziehen kann:
    – Einmischung ins Tagesgeschäft, da sie Satzungsgemäß gewollt ist (was ich wichtiger fände zu ändern als den Kopf, aber darüber lässt sich nicht so populistisch diskutieren)

  91. polarfuchs sagt:

    Bei all der Kritik an C. Tönnies sollten die Kritiker einmal bedenken das die getroffenen Entscheidungen eben keine Alleingänge von ihm sind. Er entscheidet nicht alleine. Die getroffenen Entscheidungen sind Entscheidungen des Aufsichtsrates die in ihrer Mehrheit zustimmen.
    Was die sogenannte Einmischung ins Tagesgeschäft betrifft hat Rjonathan völlig recht. Die Satzung gibt das vor. Der Spielraum, in diesem Fall der Vorstand Sport, ist laut Satzung nun einmal begrenzt. Das will man aber auch nicht ändern. Hat dieser eine Idee muß der Aufsichtsrat gefragt werden der dann entscheidet, nicht Tönnies alleine. Ein sehr uncleveres Konstrukt. Folglich muß man dem gesamten Aufsichtsrat an die Wäsche, nicht nur der Person die den Aufsichtsrat nach aussen vertritt.

  92. polarfuchs sagt:

    @ McP
    Meine Empfehlung : Bevor man so etwas schreibt sollte mann sich mit der 50 + 1 Regel befassen. Solche Äusserungen sind nicht förderlich.

  93. Ney sagt:

    @Rjonathan
    Du prügeltest auf die Kritiker ein, die Tönnies aus allgemein bekannten Gründen abgelöst sehen möchten, da wollte ich schon gerne wissen, was eigentlich für die Wahl von Tönnies zum Aufsichtsrat bei der nächsten JHV spricht.

    Sollte Heidel tatsächlich eine gute Managerwahl gewesen sein, dann würde ich den Rückzug Tönnies‘ um so mehr begrüßen. Damit Heidel managen kann und der Aufsichtsrat beaufsichtigt. Dass Tönnies die Möglichkeiten der Satzung derart ausgereizt hat, sich zeitweilig zum quasi-Obermanager und quasi-Kommunikationsvorstand aufzuschwingen, dies laste ich ihm nicht nur an, sondern sehe bislang wenig Veranlassung zu glauben, dass dies sich in Zukunft grundlegend ändern wird. Daher bin ich interessiert, was die anderen Kandidaten anzubieten haben.

  94. Ney sagt:

    @Polarfuchs
    Was meinst Du denn konkret damit? Gazprom hat die 20 Jahre irgendwann voll und sitzt auch noch im Aufsichtsrat. 50+1 ist natürlich für Schalke als e.V. nicht relevant, aber vielleicht gliedern wir den Lizenzspielbetrieb einmal aus. In dem Fall gilt

    eine Ausnahme in der „50+1-Regel“ zum Schutz der Vereine vor der Übernahme durch Investoren erlaubt, dass Privatgesellschaften einen Fußballbundesligisten mehrheitlich übernehmen können, sobald sie diesen 20 Jahre lang „ununterbrochen und erheblich“ gefördert haben. (Der Spiegel)

    Wobei das missverständlich ausgedrückt ist, Anteile an Vereinen können ja nicht gekauft werden, nur die an den Profiabteilungen.

    Dass wir die Lizenzspieler jemals zu 100% an Gazprom oder Tönnies verkaufen würden, halte ich aber für unrealistisch.

  95. Alex sagt:

    @Ney/McP Fraglich ist auch, ob die ca. 20 Mio. (und bisher eher 15 Mio.) wirklich „erheblich“ genug sind. Wir haben ja rund 90 Mio. Einnahmen alleine im Marketing (laut Aussage von Jobst) und noch rund 150 Mio. andere Einnahmen.

    Erheblich ist das, was VW, Bayer und Hopp in ihre Vereine stecken (bzw. gesteckt haben). Das ist meines Erachtens viel mehr als die weit weniger als 10% der Einnahmen von S04.

    Ich glaube nicht, dass wir uns Sorgen machen müssen, dass Gazprom S04 übernimmt. Da sind neben der oben beschriebenen Hürde ja noch viele andere zu nehmen (z.B. Ausgliederung, etc.). Also bitte nicht heute schon den Teufel an die Wand malen, was 2027 sein könnte.

    Bis dahin sind wir doch bestimmt schon 3x Meister gewesen :-)

  96. DevonMiles sagt:

    @polarfuchs

    bedenken das die getroffenen Entscheidungen eben keine Alleingänge von ihm sind. Er entscheidet nicht alleine. Die getroffenen Entscheidungen sind Entscheidungen des Aufsichtsrates die in ihrer Mehrheit zustimmen.

    Stichwort: Eilausschuss. Tönnies und ein ihm genehmer Kumpane entscheiden sehr wohl allein. Davon steht nichts in der Satzung.
    In der Satzung steht jedoch ein Vorstandsvorsitzender. Dieser wird jedoch von Tönnies nicht gewollt (Sollte ja bei der letzten MV abgeschafft werden). Tönnies agglomeriert also Macht auf seiner Person, mehr als ihm mE nach zusteht.
    Recht hast Du (unter Schalkern duzt man sich, woll?) damit, dass die 300.000€-Regel die Wurzel des „Übels Tönnies“ (problematische Machtkonzentration und Überschreitung von Befugnissen) ist.

  97. Ruhrie sagt:

    Ehrlich gesagt kann ich hier kein Tönnies-Kritiker Bashing erkennen. Wohl aber ein „Tönnies-Bashing“.
    Mich würde interessieren, was die Tönnies-Kritiker denn tatsächlich gegen ihn vorzubringen haben? Außer die Allgemeinplätze, die ich hier zu lesen bekomme, wenn es um seine Person geht. Oder irgendwelchen alten Kamellen…?!
    @ BlueNote: Hast du persönlich ein Problem mit ihm? Beruflich vielleicht? Oder wurdest du von ihm persönlich angegangen oder nicht genug beachtet o. ä.? Den Eindruck bekomme ich hier allmählich. Warum regst du dich sonst immer derart über ihn auf?

    Mehrfach wurde hier auch nach Alternativen zu Tönnies gefragt. Aber leider wurde diese Frage vom Tisch gewischt („ist doch eh nur ein Grußaugust“) bzw. als „unwichtig“ erachtet. Also gibt es wohl keine nennbaren Kandidaten?!
    Sind BlueNote und Blues eigentlich(immer wieder mal) derselbe? Die vermeintlichen Argumente und Kommentare etc. hören sich zumindest alle gleich an.

    Übrigens gehören die Funke-Medien eigentlich nicht zur Boulevard-Presse.
    Die Kommentare in den Foren sind dort übrigens auch fast ausschließlich gegen CT.

    Und: Warum muss man sich hier fast entschuldigen, wenn man CT nicht so kritisch sieht oder ihn mancher vielleicht sogar gern als Aufsichtsratsvorsitzenden behalten möchte?
    Eine andere Meinung zum Thema scheint nicht gern gesehen zu werden.

  98. polarfuchs sagt:

    @ DevonMiles
    Richtig, diese unsägliche 3000.000 E Regelung ist längst nicht mehr zeitgemäß in Zeiten explodierender Preise. Meines Wissens ist schon Magath an dieser Regelung verzweifelt, gescheitert.
    Thema Vorstandsvorsitzender. Bitte korrigieren wenn ich falsch liege. Wollte Tönnies Heidel nicht zum Vorstandsvorsitzenden machen und der Aufsichtsrat hat sich quergestellt?
    Thema Eilausschuß. Wenn der Vorstand etwas zur raschen Entscheidung vorlegt kann man nicht ständig den gesamten Aufsichtsrat verfügbar haben. Dann muß ich diesen Ausschuß aber schon mit Leuten besetzen die “ miteinander können „. Stell dir vor ( das Du ist ja wohl selbstverständlich) du besetzt einen Ausschuß in Wirtschaftsfragen mit einem Kommunisten und einem Kapitalisten, was das wohl wird. Nichtsdestotrotz muß sich der Eilausschuß dann vor dem Aufsichtsrat rechtfertigen.
    Fazit. Wenn wir die Satzung so haben ( Vorstandsvorsitzender ) muß sie auch umgesetzt und mit größerer Machtfülle ausgestattet werden. Aber es kann doch nicht sein das Tönnies sich da alleine querstellt. Da ist doch eine größere Anzahl von Aufsichtsräten involviert. Wenn ich sehe wie heiß hier debattiert wird dauert die Jhv bestimmt drei Tage. Alles wird gut.

  99. Flo Kno sagt:

    Das Hauptargument gegen Toennies wurde doch schon mehrfach vorgetragen: Dass er sich eben nicht aus dem operativen Geschauft raushaelt und den Vorstand machen laesst, sondern in (un)schoener Regelmaessigkeit in Runden wie dem Audi-Star-Talk sitzt und durchblicken laesst, dass er sehr wohl mehr als indirekt in das Tagesgeschehen eingreift (‚ich habe Heldt eine SMS geschrieben, in der ich ihm gesagt habe, was ich machen würde. Aber auch: ,Du bist der Boss, greif durch‘ – und das hat er getan.‘)

    Die SMS ist schon ein starkes Stueck, die oeffentliche Blossstellung und Beschaedigung des Vorstands durch diese Auesserung umso mehr. Der Vorstand wird durch den Aufsichtsrat kontrolliert – ob das damit gemeint ist?

    Toennies ist mit diesem Gebahren nicht nur bei Schalkefans umstritten. Warum soll dieses Argument als Kritik an CT nicht ausreichen?

    Ich wuerde mir wie Bluenote einen Gruessaugust wuenschen, der, was das Tagesgeschaeft angeht, einfach die Klappe haelt. Und wenn er sich schon gelegentlich aussern muss, dann sollte er ein zumindest rudimentaeren Fussballsachverstand besitzen, das hat glaube ich noch keinem Verein geschadet.

    Welchen Job hat Olaf Thon eigentlich zur Zeit?

  100. polarfuchs sagt:

    Hab noch was vergessen. Unser Huub war neulich im Doppelpaß. Natürlich wurde er gefragt bezüglich der Einmischung von CT ins Tagesgeschäft. Er hat das total entrüstet zurückgewiesen und betont das die Zusammenarbeit immer konstruktiv, vertauensvoll war.

  101. Flo Kno sagt:

    Ging es denn um Einmischung ins Tagesgeschaeft im Allgemeinen oder konkret um die Einmischung in die Trainerarbeit? Letzteres waere ja nur der Gipfel.

  102. derwahrebaresi sagt:

    @Er hat das total entrüstet zurückgewiesen und betont das die Zusammenarbeit immer konstruktiv, vertauensvoll war.

    never fuck your company … ;-)

  103. Ney sagt:

    @Ruhri
    Das „bashing“ bezog sich auf abwertende Ausdrücke wie grauenhaftes Niveau, gemotzt und gemosert. Genauso unangebracht finde ich das abwertend gemeinte „Schlachter“ oder dergleichen für Tönnies. So kommen wir alle nicht vom Fleck.

    Was den Inhalt der Kritik angeht: wenn Du das für Allgemeinplätze und alte Kamellen hälst, dann sei Dir Deine Meinung gegönnt. Ich finde das häufig ausreichend konkret und für eine Zukunft mit Tönnies nicht unbedingt zuversichtlich stimmend.

    Die personellen Alternativen für den Aufsichtsrat, warum muss man die aufbauen als Kritiker, die stellen sich doch Wahl auf der JHV. Wenn die alle nix taugen, dann muss man eben wieder Tönnies wählen.

    Warum muss man sich hier fast entschuldigen, wenn man CT nicht so kritisch sieht oder ihn mancher vielleicht sogar gern als Aufsichtsratsvorsitzenden behalten möchte?

    Empfindest Du das so? Ich für meinen Teil erlebe eine angeregte Diskussion mit durchaus kontroversen Standpunkten. Dass die eigene Meinung manchmal auf wenig Gegenliebe stößt, müssen doch alle Beteiligten aushalten, gleich welchen Standpunkt sie verfechten.

  104. rjonathan sagt:

    Okay, also die „allgemein bekannten Gründe“ scheinen zu sein – bitte ergänzt gerne:

    – Eingriff ins Tagesgeschäft
    > Meine Antwort darauf: Das ist ein Problem der Satzung und nicht des Kopfes Tönnies. Zum einen die 300.000-Regel, die es erfordert, dass der AR sich bei jede Menge Alltag einmischt. Zum anderen der fehlende VV. Wie soll es denn ablaufen, wenn es mit Heidel nicht funktioniert? Sollen dann Peters und Jobst ihn entlassen? Der Vorstand wird – auch in AGs – vom AR bestellt. Und insofern ist der Vorstand gegenüber dem AR auch rechenschaftspflichtig.

    > Das Herausposaunen der SMS ist auf jeden Fall kommunikativ mist. Meiner Meinung nach ist die SMS als solche aber legitim. Der AR darf (sollte gar) durchaus eine Meinung haben und diese auch den Verantwortlichen sagen. Aber das Selbstdarstellungsproblem bleibt. Ich denke, Tönnies hatte in den letzten Jahren mit dem Rechtsstreit auch keine gute Zeit und seine Eitelkeit nahm Überhand und er hat in ähnlicher Weise einige Male daneben gegriffen. Das wurde ja schon letztes Jahr laut an ihn herangetragen und er hat Besserung gelobt und für mein Dafürhalten hat er sich diese Saison auch sehr zurückgezogen.

    > Komisch, dass sich Heldt, Jobst und Stevens positiv über die Zusammenarbeit äußern. Irgendwie sind es nur die Umstehenden, die die ganze Zeit Einmischungen sehen …

    – Eilausschuss
    > Da sind wir wieder bei der 300.000-Regelung. Wie soll das Tagesgeschäft ohne einen Eilausschuss funktionieren? Die Einberufung der AR-Sitzung zum Heidel Deal hat mehrere Monate gedauert. Wie soll man da irgendeinen kurzfristigen Deal abschließen? Dass der Eilausschuss nicht in der Satzung steht, ist glaube ich auch nicht ganz richtig (8.3). Er heißt nur nicht so.

    – Mediengeilheit
    Ja, die ist mitunter unerträglich. Und ich glaube auch, das Tönnies über diese Nummer viel kompensiert, was bei ihm sonst nicht so gut läuft. Und das ist falsch und schwierig und mitunter schädlich. Und deswegen würde ich Tönnies gerne gegen einen fähigen, etwas bescheideneren und im Hintergrund arbeitenden AR ersetzen. Aber den sehe ich leider gerade nicht.

    Und nochmal:
    Es gibt garantiert einen besseren AR-Vorsitzenden als Tönnies irgendwo. Aber er ist mir noch nicht untergekommen und die Oppsitionellen im AR glänzen *leider* derzeit nicht durch konstruktive Visionen sondern laufen in ihren Ideen dem vorherrschenden Populismus hinterher. Un scheitern dann an Formulierungen wie „AG-Gesetze“, weil der Mob AG-Allergie hat und selbst kleinste Teile von AG schon Hass-Reflexe auslösen.

  105. Ney sagt:

    Welchen Job hat Olaf Thon eigentlich zur Zeit?

    Unter anderem Mitglied im „Kicker Kolumnisten Kreis“, wo er am vergangenen Montag diplomatisch aber unverkennbar die kritische Überprüfung des Tönnies-Mandats gefordert hat.

    @rjonathan
    „Mob“?! Kleiner ham’wers nicht mehr?

  106. rjonathan sagt:

    @Ney
    Bei der Art und Weise, wie regelrechte Hass-Wellen durch den Verein treiben: leider nein.

  107. Torsten sagt:

    @rjonathan:

    Ich finde den ersten Teil Deines Kommentars wunderbar sachlich. Ich zweifle selbst immer wieder, ob das, was wir von Tönnies mitbekommen, seinem Job entspricht und nur durch schlechte Außendarstellung doof rüberkommt. Ich neige dazu, dass zu verneinen, zum Beispiel hat er offensichtlich ohne Mandat des AR mit Heidel verhandelt. Das ist ein Ding was nicht geht. Das ist Präsidententun der 70er Jahre. Das einer verhandelt ist prima. Aber das Mandat dazu muss von Gremium kommen.

    Den zweiten Teil Deines Kommentars finde ich dafür bemerkenswert oberflächlich. Woran machst Du fest, dass „die Opposition im AR nicht durch konstruktive Visionen glänzt“? Was weißt Du, was wissen wir, was wer im AR will, wo doch der Sprecher und Vorsitzende Mitglieder sogar verklagen – mindestens aber vor dem Ehrenrat ziehen will – sobald ein anderer als er selbst zu oder über etwas spricht?

  108. leoluca sagt:

    Man kann Clemens Tönnies mit gutem Recht eine Gutsherrenart vorwerfen, mit der er in den letzten Jahren intern wie extern seine Positionen und Interessen im Club durchsetzte. Oft, zu oft mit großer Unruhe und einer fehlenden Vereinsstrategie verbunden, die die Kontrahenten hätte versöhnen und auf den sportlichen Erfolg fokussieren können.

    So gesehen hat Tönnies zwar zur wirtschaftlichen Stabilisierung des Clubs maßgeblich beigetragen, aber das sportliche Ziel, in der Ligaspitze mitzumischen, wurde seit 2011/12 von Jahr zu Jahr deutlicher verfehlt.

    Man muss allerdings zur Kenntnis nehmen, dass viele derjenigen, die im vergangenen Jahr eng mit Tönnies zusammen gearbeitet haben, die Kooperation mit Tönnies ausdrücklich loben.

    Man muss auch zur Kenntnis nehmen, dass er seine öffentlichen Auftritte bzw. das Hineinregieren über den Umweg der Medien deutlich gemindert hat.

    Auch der leider vom AR abgelehnte Vorschlag von Tönnies, Christian Heidel zum Schalker Vorstandsvorsitzenden zu wählen, deutet an, dass Tönnies zur Machtteilung und zur klaren Führungsstruktur bereit ist.

    Das spricht alles nicht gegen einen Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates nach 15 Jahren, der aber in dieser labilen Vereinslage nur dann sinnvoll wäre, wenn die personelle Alternative wirklich bekannt und überzeugend wäre.

    Sollte es die geben, warum zeigt sie sich nicht? Warum greift die Opposition zu Tönnies nicht in den ohnehin schon öffentlich und damit auch transparent geführten Wahlkampf ein? Verstehe ich nicht.

  109. Karl Heinz sagt:

    Es gibt im Schalker Mob KEINE Opposition. So können die Untertage-, Aschenplatz- und gegen alles motivierten Schalker so einfach meinungsbildend Stimmung machen.

    Die andauernde Abwärtsspirale und Strategielosigkeit stumpft doch emotional ab.

    Die Musik spielt ohnehin woanders. Die Leute werden Leipzig die Bude einrennen, viele haben es doch so satt in einer Bayernliga zu spielen. Oder dieser künstliche Aufbau eines Wettkampfs mit den Zecken. Und dann kommen wir um die Ecke mir einer Vereinsatzung wie ein Schützenverein.

    Unsere Potentiale verkleinern sich zusehends.

  110. Ney sagt:

    Die Vereine mit den modernen Satzungen wie Hannover, Bremen, Hamburg oder Frankfurt sind dagegen raketengleich abgegangen, jau.

    Langsam habe ich den Eindruck, dass das ständige Beleidigen von Schalkern als Mob (anderswo noch mehr als hier) eher die eigene Rat- und Hilflosigkeit ausstellt, vielleicht auch die Suche nach Sündenböcken. Für die einen ist es Tönnies, für die anderen eben die Mehrheit der aktiven Vereinsmitglieder. Eine Grundlage für vernünftigen Austausch ist das nicht.

  111. polarfuchs sagt:

    Ich komme nicht umhin einige Fragen zu stellen und wäre dankbar wenn jemand mir konkrete Antworten geben könnte.
    1. Habe nochmal die Satzung durchgeackert, konnte aber zu dieser 300.000 E Regelung nichts finden.
    2. Zum Eilausschuß. In § 8.3 ist das wohl geregelt, unter ausdrücklicher Betonung das der Vorsitzende des Aufsichtsrates diesem angehört.
    3. Nochmals, wie kann es sein das Herr Tönnies diesem Verein angeblich nach Gutsherrenart seinen eigenen Stempel aufdrückt? Der Aufsichtsrat besteht aus E L F Mitgliedern. Also muß doch die Mehrheit mit seinen Vorschlägen, Anregungen, Ideen, oder wie und was auch immer einverstanden sein. Dann kann man doch folgerichtig nicht ihm alleine für alles die Schuld geben.
    4. Stimmt mein Kenntnisstand bezüglich C. Heidel, das C. Tönnies ihn zum Vorstandsvorsitzenden ernennen wollte, der Aufsichtsrat aber wohl mehrheitlich dagegen war. Warum gibt man in dem Fall alleine Tönnies die Schuld?
    Leute, lasst uns ruhig, sachlich, aber auch durchaus kontrovers weiter diskutieren, so macht es Spaß!

  112. polarfuchs sagt:

    Nachtrag.
    Irgendwie ist mir da dunkel etwas im Hirn das es gar die Opposition im AR war die das verhindert hat? War es etwa so das sie ihre Zustimmung zu C. Heidel davon abhängig gemacht hat das auf diese Massnahme verzichtet wird?
    Wie gesagt das liegt bei mir irgendwo dunkel in der Ecke.

  113. Pukki1904 sagt:

    @polarfuchs
    ich habe das auch genau so im Kopf und bin mir sicher, dass es in der Presse genau so kolportiert wurde. Als ich es damals las war ich ebenfalls ziemlich erstaunt und habe das überhaupt nicht verstanden.
    Wenn es so war, dann hat er AR genau das verhindert, was zur Verbesserung der Strukturen beigetragen hätte und gleichzeitig CT entmachtet hätte.

  114. Torsten sagt:

    Zunächst war zu lesen, dass Heidel Vorstandsvorsitzender werden sollte. In der Pressemitteilung zu seiner Verpflichtung wurde darauf nicht mehr eingegangen. Warum das aus der Welt war, weiß ich nicht. Ich hatte es als Eingeständnis gegenüber Jobst und Peters verstanden, da die drei Vorstände bislang gleichgestellt waren und dadurch zurückgesetzt worden wären.

  115. leoluca sagt:

    Ein Beispiel dafür, wie man im Wahlkampf Stimmung macht, finde ich im Westline-Forum, wo man als Antwort auf das auch hier verlinkte WAZ-Interview mit Alexander Jobst, der in einigen Punkten der Kritik an Tönnies widerspricht, die suggestive Frage stellt:
    „Wer ist hier der Meinung, dass Jobst das Gegenteil hätte sagen können, ohne seinen Job zu gefährden?“

  116. eakus1904 sagt:

    polarfuchs sagt:

    11. Mai 2016, 14:06 Uhr #

    Ich komme nicht umhin einige Fragen zu stellen und wäre dankbar wenn jemand mir konkrete Antworten geben könnte.
    1. Habe nochmal die Satzung durchgeackert, konnte aber zu dieser 300.000 E Regelung nichts finden.

    Satzung, Abschnitt 7.5 Aufgaben:

    Der Vorstand bedarf stets der Zustimmung des Aufsichtsrates zu folgenden
    Geschäften:
    • Erwerb, Veräußerung und Belastung von Grundstücken und
    grundstücksgleichen Rechten;
    • Übernahme von Bürgschaften und Eingehung von Mitverpflichtungen
    für Verbindlichkeiten Dritter;
    • Abschluss von Darlehnsverträgen und Stundungsvereinbarungen
    sowie von Sicherungsgeschäften dazu;
    • Abschluss von sonstigen Rechtsgeschäften jeder Art, deren Laufzeit
    entweder zwei Jahre überschreitet oder die einen einmaligen oder
    jährlichen Gegenstandswert von mehr als € 300.000,- haben.

  117. leoluca sagt:

    Einige Tage vor der entscheidenden außerordentlichen AR-Sitzung im Februar, auf der Christian Heidel sein Konzept vorstellen und auf der über eine Verpflichtung entschieden werden sollte, hieß es, ím Falle einer Verpflichtung soll Heidel auf Vorschlag von Tönnies dann gleich zum Vorstandsvorsitzenden aufsteigen.

    Nachdem der elfköpfige Aufsichtsrat sich dann mit absoluter Mehrheit für den Wunschkandidaten von Clemens Tönnies entschieden hatte, war vom Vorstandsvorsitz nicht mehr die Rede.

    Es liegt durchaus nahe anzunehmen, dass der AR im Rahmen seiner Entscheidung für Heidel gleichzeitig den Posten eines Vorstandsvorsitzenden abgelehnt hat. Eine – oberflächlich betrachtet – Dummheit, denn andernfalls hätte man eine Menge mehr gegen das Machtvakuum auf Schalke tun können. Wollte man aber ganz offenbar nicht. Machtpoker eben.

  118. Flo Kno sagt:

    @eakus1904:
    sind das die besonderen Aufsichtspflichten die hier mehrfach zitiert wurden?
    Von Einmischung ins Tagesgeschäft les ich da nix.

  119. polarfuchs sagt:

    Danke für die Infos!

  120. Manfred sagt:

    Ist Mourinho noch frei?

  121. Henning sagt:

    Wo war seitens des Vereins jemals angekündigt, dass Heidel „Vorstandsvorsitzender“ werden sollte? Meines Wissens stammt das nur aus den Medien. Eine Grundlage für so eine Position gibt es in der Satzung des Vereins nicht. Die Geschäftsordnung des Vorstands ist m.E. nicht öffentlich, wenn es eine gibt.

    Was soll es eigentlich konkret bedeuten, CT habe den Verein „nach Gutsherrenart“ geführt? Bezieht sich das auf seine zeitweise Medienpräsenz? Ich finde den Begriff gefährlich unkonkret und populistisch. Werden CT konkrete Satzungsverstöße vorgeworfen? Meines Wissens nicht. Insoweit halt sich seine Amtsführung im Rahmen.

  122. leoluca sagt:
  123. eakus1904 sagt:

    @Flo Kno

    Das sind die Aufgaben des Aufsichtsrates aus unserer Satzung. Quelle: schalke04.de

    Ich denke schon, dass man bei Rechtsgeschäften von einmalig bzw. jährlichem Wert von 300.000 Euro durchaus von Tagesgeschäft sprechen kann. Das sind ja „nur“ 25.000 im Monat, schon bist du bei der Summe. Ich glaube nicht, dass man unter diesen Summen heutzutage noch talentierte Nachwuchsspieler an den Verein binden kann. Und selbst wenn, bindet man sie meist mehr als zwei Jahre und schon ist der AR auch wieder mit an Bord.

    Ich finde das grundsätzlich auch gar nicht schlimm, wenn beide Seiten konstruktiv und vernünftig zusammenarbeiten. Im Gegenteil, das ist sogar zwingend erforderlich. Aber man sollte die Hierarchien beachten: Den Hut hat am Anfang der Vorstand auf. Der AR hat eine KONTROLLfunktion. Und die wird meines Erachtens zumindest durch den AR-Vorsitzenden leider nicht so ausgeübt, wie es denn sein sollte.

  124. Flo Kno sagt:

    Ich hatte erst gedacht, Rechtsgeschäfte wären keine Verträge. Das war falsch, sorry.
    Trotzdem lese ich aus der Satzung erstmal nur, dass Heldt bei einem Transfer wie Boateng (Laufzeit > 2 Jahre, Gegenstandswert > 300.000E) die Zustimmung des Aufsichtsrats einholen muss und die Sache dann erledigt ist.

    Aus der Satzung:
    (8.5) Aufgaben des Vorstands

    Der Vorstand entscheidet eigenverantwortlich über die ideellen, sportlichen, wirtschaftlichen und sonstigen Belange des Vereins, soweit diese Befugnisse nicht satzungsgemäß anderen Vereinsorganen vorbehalten sind. Ihm obliegt die Darstellung des Vereins in der Öffentlichkeit.

    Damit ist alles gesagt. Der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand INTERN. Toennies kann Heldt/Heidel so viele SMS mit gut gemeinten Tips schicken, wie er will, mir egal. In der Aussendarstellung des Vereins hat er trotzdem den Gruessonkel zu spielen.

  125. rjonathan sagt:

    @Torsten @Ney
    Danke für euer kritisches Feedback zum letzten Absatz. Ich bin noch mal in mich gegangen und habe überlegt, was mich an der aktuellen Opposition so stört. Versuche das auch mal sachlich darzustellen. Da ich es sauber aufschreiben wollte, hat es etwas gedauert. Beispielhaft zunächt mal ein paar Einzelthemen:

    Roman Kolbe und Robin Lengelsen haben zum Beispiel einen Antrag gestellt, demzufolge Schalke eine Strategie erarbeiten solle. Gegen eine Strategie ist eigentlich nichts zu sagen, aber ich frage mich: Ist ein Antrag, der eine Strategie befiehlt ein sinnvoller Weg? Aus vielen Gründen nicht: Zum einen ist das Wort Strategie schon mal total unklar. Damit kann jeder was anderes meinen. Der Vorstand, Tönnies, die Antragssteller. Wenn man glaubt eine Strategie zu brauchen (ich glaube übrigens: ja!), dann muss man schon auch klar formulieren, welche strategische(n) Frage(n) in einer solchen Strategie geklärt werden sollen. Ansonsten ist „wir brauchen eine Strategie!“ eine leere, mitunter populistische Worthülse.
    Zum anderen ist eine Strategie erstmal nur ein Stapel Papier (bzw. eine ppt-Datei). Um eine Strategie zu implementieren und im Alltag zum Leben zu erwecken, muss sie von den handelnden Personen angenommen und mitgetragen werden. Ein Strategie per Zwangsbeglückung von außen aufoktruieren ist – sorry – der größte Quatsch, den ich mir vorstellen kann. Große Unternehmen scheitern mit ihren Strategien an widerspenstigen Abteilungen, und hier soll nun die Nicht-Willige Vereinsführung per Satzung von einer Strategie überzeugt werden?!

    Die Aufsichtsräte Hefer, Wiese, Horn haben einen Antrag gestellt, ein paar Regeln aus dem AG-Gesetz in der Satzung zu verankern, die den Aufsichtsrat in die Schranken weisen. Offensichtlich ein Schuss in Richtung Tönnies. Tönnies dagegen hat ja vor ein paar Monaten eine Selbstverpflichtung eine Strafe zu zahlen wenn etwas aus dem AR an die Presse durchsickert vorgeschlagen. Offensichtlich ein Schuss gegen seine Kritiker, die bestimmte Information, die Tönnies schaden, gezielt an die Presse gegeben haben (z.B. Heidel-Verhandlungen, Eilausschuss-Sitzungen). Bei beiden Aktionen stelle ich mir die Frage, was diese Leute eigentlich im Aufsichtsrat machen. Der Sinn und Zweck von AR-Sitzungen ist ja auch, dass man miteinander in einem Raum sitzt und redet. Reden ist, wenn man es gut anstellt, oft das ideale Mittel um Missverständnisse und Differenzen klarzustellen und ggf. sogar zu lösen. Das Bild, dass der AR dort aber momentan abgibt, ist Kindergarten. (Oder wie Heldt es so schön gesagt hat – man redet übereinander und nicht miteinander). Und daran sind in meinen Augen alle Beteiligten schuld. Anstatt Probleme anzusprechen und zu klären, werden Dinge über die Öffentlichkeit ausgetragen, Provokationen, Populismus, Machtspielchen, Antragsspielchen… Wenn ein „normales“ Mitglied“ einen solchen Antrag stellen würde, würde es mir gar nicht weiter auffallen. Aber dass drei AR in dieser Form (öffentlich, dialog-zerstörend) vorgehen – wenn das der Stil sein soll, mit dem ein neuer AR-Vorsitz seine Macht gewinnt und sichert, dann gute Nacht, Schalke!
    [Anmerkung zu deiner Bemerkung, Torsten: Tönnies wollte die Leute verklagen/vor den Ehrenrat ziehen, wenn sie ihre Schweigepflicht über AR-Sitzungen verletzen. Mir ist kein Fall bekannt, wo Tönnies das nachweislich gemacht hat. So viel und gerne er schwätzt, ich glaube er ist wirtschaftsjuritisch schlau genug (beraten), die Grenze einzuhalten.]

    Das nur zwei Beispiele, in dem „oberflächlichen Absatz“ in meinem letzten Kommentar ging mein Gedanke über dieses Kleinklein hinaus. Die Aktionen der Opposition – egal woher sie kommen – richten sich allesamt gegen einen (tatsächlichen oder gefühlten) Status Quo und die entsprechend handelnden Personen. Mit der Betonung auf *gegen*. Nun bin ich auch nicht nah genug dran, um die Beratungsresistenz eines Clemens Tönnies einschätzen zu können (Sport-Beirat, Medien-Zurückhaltung zeigen mMn zumindest, ganz auf seinem eigenen Planeten lebt er nicht), aber meiner Meinung nach ist dieserjenige eben auch ein Vereinsmitglied und sollte eben auch mitgenommen werden, wenn man Schalke „vereint“ sehen und „Vorwärts“ bringen möchte. Das schräge ist doch: Es ist Tönnies‘ ureigensten Interesse, dass der Verein vorwärts kommt. Wenn man gute Ideen hat und Menschen im Aufsichtsrat, dann müsste man ihn mit diesen auch erreichen können. Wenn man keine guten Ideen hat, dann sollte man auch nicht den Anspruch haben, die Führung besser übernehmen zu können. Denn das erweckt bei mir den Eindruck, dass es hier nur um Eitelkeiten und Macht geht, dass es hier nur um *gegen* geht und nicht um ein *für*, Denn dieses *für* wird ja nirgendwo beschrieben.

    Und damit komme ich zu der „Vision“ und der Frage was, ich mit Strategie meine, wenn ich oben sage, dass ich glaube Schalke braucht eine.

    Es gäbe nämlich durchaus ein *für* zu klären. Ich sehe da zum Beispiel das Dreieck Schuldenabbau – Traditionswahrung – Erfolg. Wo wollen wir uns da positionieren? Viele Schalker sind unzufrieden mit der Kommerzialisierung, wäre der Weg also möglicherweise, auf gewisse Erfolge in Zukunft zu verzichten zugunsten von Traditionswahrung? Oder möchte man lieber den Erfolg sichern, auch wenn das bedeutet, das ab und zu mal eine heilige Kuh geschlachtet wird (das scheint ja die aktuelle Strategie zu sein)?
    Dieser Konflikt trägt sich ja schon durch das Leitbild durch. Ich finde das man das aber mal konkreter klären könnte und realistisch auf Papier bringen könnte, was man mit Schalke in den nächsten 10 Jahren vorhat. Tönnies hat das in einer gewissen Weise gemacht, er hat ja die Meisterschaft versprochen und kämpft seitdem dafür. Die Ultras sind sich glaube ich auch weitestgehend einig, dass Erfolg weniger wichtig ist als Tradition. Aber wie sieht die Welt zwischen diesen beiden Polen aus? Ich finde da könnte man sich mal wirklich ernsthaft in die Augen schauen und das klären.

    Aber darüber traut sich eben keiner – kein Tönnies und keine Opposition – klar zu reden. Die versprechen lieber das Königsblaue vom Himmel. Das wäre nämlich schön blöd, die Wahrheit auszuprechen und zu sagen: Früher oder später müssen wir uns da entscheiden, wir sagen es euch besser schon mal. Das käme nicht gut an beim Wahlvolk. Tönnies (und der Vorstand) haben dabei den Nachteil dass er in Verantwortung steht und seine Taten eben dann doch manchmal die Wahrheit aussprechen. Kritiker können leicht behaupten, mit ihnen wird alles besser, die eigentlichen Konflikte im Alltag müssen sie ja nicht durch Entscheidungen lösen. Und deswegen gibt es dann bei jeder kleinen Veränderung diese Scheingefechte un viel Aufregung. Um Gazprom, um die Frage der Rechtsform (für mich das dümmste Scheingefecht von allem, weil eine Rechtsform kein Zweck in sich ist, sondern höchstens einem Zweck dienen kann), um die Frage kreativer Geldbeschaffung, um die Kaderplanung, die Jugendarbeit, undundund…

    @Henning
    Im Gegenteil (8.1):

    Der Vorstand besteht aus dem 1. Vorsitzenden und bis zu drei weiteren Vorstandsmitgliedern.

  126. leoluca sagt:

    Schalke braucht eine sportliche Strategie – ich denke auch, dagegen ist im Prinzip nichts zu sagen. Nur habe ich manchmal den Eindruck, damit will man die realen Widersprüche des Vereins, härter gesagt: die Paradoxien, endlich versöhnen und dadurch still kriegen. Eine Illusion.

    Vereinstreue Fans, Heimatgefühl, Sentiment – das ist natürlich besonders für Schalke wichtig. Aber das ist nur der eine Pol der Angelegenheit, der andere Pol ist der sportliche Erfolg, den jeder Fan will und der ohne Kommerz nicht zu haben ist. Als Unternehmen sind alle Anstrengungen von Schalke doch darauf ausgerichtet, möglichst viel Geld einzunehmen, aber nicht um der Profitmaximierung willen, sondern um damit eine möglichst gute Mannschaft ins Spiel schicken zu können.

    Die deutliche Ablehnung des modernen, kommerzialisierten Fußballs, wie die Ultras sie kultivieren, sie beklagt den Ausverkauf der Traditionen und eine Entfremdung zwischen Spielern und Fans. Ich sehe darin eine seltsame Glorifizierung der Vergangenheit, in der das Geld angeblich noch keine Rolle spielte und es noch die „echten Typen“ gab, die proletarischen Raubeine mit Volksnähe.

    Wieso aber ist dann die Arena immer voll besetzt und die Einschaltquoten der übertragenen Spiele hoch? Gerade die jungen Stars der Mannschaft werden von uns sofort hochgejubelt, sobald sie ihr Können zeigen. Sane, Meyer, Goretzka etc. Große Techniker, unkonventionelle, unangepasste und eigensinnige Spieler wurden auf Schalke immer und werden auch heute hoch geschätzt.

    Zwischen den Polen Kommerz und Sentiment, Geld und Gefühl verläuft gerade auf Schalke eine komplizierte Linie und die ist ständig umkämpft: wie viel Geschäft darf sein, wie viel Platz ist für die Leidenschaft? Daher braucht Schalke in seinen Chefetagen solche Führungspersönlichkeiten, die sich in diesem Widerspruch bewegen können und die ein großes Verständnis für Sentimentalitäten und das Imaginäre des Fußballs haben.

    Mein Eindruck ist, dass Schalke – Stand Juni 2016 – diese Persönlichkeiten von der Knappenschmiede bis zum Management hat. Daher sollte man die personellen Kontroversen im und um den Aufsichtsrat, auch wenn sie real da sind, nicht zu hoch hängen.

  127. Ney sagt:

    @rjonathan
    Besten Dank für die ausführliche Darstellung. Für mich informativ und durchaus nachvollziehbar.

    NB, „wir“ 9000 Abstimmenden auf der JHV werden ja kräftig umworben. Bild-Draxler bringt einen Angriff auf die Tönnies-Gegner (angeblich die Ultra-Gruppen, die den Verein übernehmen wollen) mittlerweile auch in einem Kommentar unter, der sich eigentlich um RB Leipzig & andere Retortenclubs dreht.

  128. 125 Tage Ohne sagt:

    […] Vor 125 Tagen war Markus Weinzierl noch als Trainer des FC Augsburg zu Gast. Es war der 33. Spieltag, der 7. Mai, ein Samstag, Anstoß um 15:30 Uhr. Das letzte Heimspiel André Breitenreiters als Schalke-Trainer endete 1:1. Nach dem Abpfiff gab es warmen Applaus von den Rängen. Wohltuend, nach dem Gezeter in der Saison zuvor, die mit dem Rauswurf Roberto Di Matteos endete. Aber irgendwie auch unverständlich, schließlich war die Saison einmal mehr derart, dass nach Abpfiff niemand wirklich traurig war, dass sie nun ende…. […]

Schreibe einen Kommentar