Happy Weekend (8)

Gegen Hoffenheim. Das war vor fünf Jahren das Schlimmste überhaupt. Der Retortenclub auf der feuchten Wiese im Irgendwo, von den Millionen des Milliardärs in eine Höhe gepimpt, in die es dieser Club unter Marktbedingungen und unter Wahrung der Idee der 50+1-Regel nie geschafft hätte. Mittlerweile hat man sich ein wenig an die TSG gewöhnt, findet sie meist langweilig und nur noch halb so schlimm, da es Schlimmeres gibt. Nämlich den Retortenclub in Leipzig, von den Millionen eines Milliardärs in eine Höhe gepimpt, in die er es unter Marktbedingungen und unter Wahrung der Idee der 50+1-Regel nie geschafft hätte, und der zudem nicht mal mehr Fußballclub, sondern ein Marketingkonzern-Franchiseunternehmen ist.

Ich finde es schade, dass Clubs wie der VfB Stuttgart, wie Werder Bremen oder Eintracht Frankfurt der Liga verloren zu gehen drohen. Clubs, deren Abschneiden Millionen von Fußballfans berühren. Aber ich bin auch des Nöhlens müde.

Herr Hopp darf auf die 50+1-Idee pfeifen, das gab ihm die Liga schriftlich. Die Getränkefirma darf einen Club kaufen, sein Logo ändern und ihn in ein Kunstwort in Anlehnung an das Verkaufsprodukt umbenennen. Das hat die Liga so zugelassen. Was machbar ist, wird gemacht. Nicht das Tun ist falsch, sondern das System, welches das Tun ermöglicht.

Der nächste Investor wird kommen. Einer, der die bisherigen Schlupflöcher nutzt, oder einer, welcher der Liga mit einem Prozess vor einem ordentlichen Gericht droht. Vielleicht wird es wieder einen Kompromiss geben, ein Zugeständnis, um das Problem kleinzuhalten. Aber es wird der Punkt kommen, an dem sich das Wahren des Scheins für die Liga nicht mehr lohnt.

Es ist unromantisch und es wiederspricht meiner Wunschvorstellung, aber letztlich ist es weltfremd, sich gegen die Möglichkeit des Finanzzuflusses durch Investoren zu sträuben. Und vor allem ist es falsch, dass Ausnahmen zu unterschiedlichen Regelungen für die verschiedenen Clubs führen. Während in England Investoren ihr Geld in traditionsreiche Clubs stecken, deren Fans die Clubtradition feiern, egal wer gerade zahlt, sorgt die 50+1 Regel in Deutschland für Kunstprodukte. Das ist nicht gut für die Liga.

Und diese Feststellung ist meines Erachtens auch unabhängig davon, ob man will oder nicht, dass der eigene Club ein Verein bleibt. Oder ob man die Jugendarbeit in Hoffenheim achtet oder nicht. Oder ob man Leipzig Profifußball gönnt oder nicht.
 
 
Gegen die TSG, auf’m Platz

Die Ausgangslage ist klar. Schalke, Mainz 05 und Hertha BSC haben allesamt 49 Punkte. Einer dieser Clubs muss Siebter bleiben und sich über zwei Runden in vier Spielen für die Europa League Qualifizieren. Mainz und Hertha spielen gegeneinander. Eben deshalb hat es Schalke selbst in der Hand, mit einem Sieg gegen Hoffenheim auf jeden Fall diesen siebten Platz zu verhindern.

Leon Goretzka ist gelbgesperrt. Für ihn könnte Marco Höger in seinem letzten Spiel als Blauer in den Kader rücken. Dass er von Beginn an auf dem Platz steht ist unwahrscheinlich. Vermutlich wird Johannes Geis wieder in die Startelf rücken. Halbwegs spannend ist außerdem die Frage, ob Roman Neustädter für den genesenen Kapitän Benedikt Höwedes auf die Bank muss. Diese Partie könnte Roman Neustädters letztes Spiel für Schalke 04 sein. Sein Vertrag läuft in 48 Tagen aus. So cool wie Roman muss man erstmal sein; einer, der sehr offensichtlich gerne auf Schalke bleiben würde, der ob der Wirrungen und trotz kurzfristig endenden Vertrags noch nicht das Weite gesucht hat, sondern der Dinge harrt, um eventuell noch am richtigen Ort zu sein und zu bleiben.
 
 
Daten und Drumherum

Die TSG hat den Klassenerhalt bereits am letzten Spieltag gesichert. Nach dem Spiel soll es „um das Stadion herum“ 1000 Liter Freibier geben. Falls die mitreisenden Schalker nicht abgesperrt abtransportiert werden, sollten sie diese Menge locker schaffen.

Vor dem Spiel wird man im Stadion die scheidenden Protagonisten ehren – ebenso wie man es auf Schalke letzte Woche auch tat. Auch Huub Stevens sollte nochmal gebührend verabschiedet werden. Dieser ließ sich allerdings entschuldigen und wird nicht da sein, weil just am Samstag seine Tochter heiraten wird.

Schalke konnte gegen die TSG bislang noch kein Auswärtsspiel gewinnen. In sieben Versuchen kam man zu vier Unentschieden, dreimal verlor man.

Schiedsrichter der Partie wird Dr. Felix Brych aus München sein. Die letzten fünf Partien unter seiner Leitung konnten die Blauen allesamt nicht gewinnen.

Das Wetter in Sinsheim soll am Samstag überwiegend sonnig sein. Google geht derzeit von 16° C aus, es wird kein Niederschlag erwartet.

Morgen hat Gustavo Varela Geburtstag, er wird 38. Einer meiner Lieblingsspieler in dem Kader, der 2007, als ich mir dem Bloggen begann, fast Meister geworden wäre. Bis heute bin ich davon überzeugt, dass es geklappt hätte, hätten er und Peter Lövenkrands sich nicht verletzt. Am Sonntag haben außerdem noch Karl Barufka, Helmut Malinowski und Christian Mikolajczak Geburtstag.
 
 
Mehr Schalke

Schalkes U19 hat sich mit einem Sieg in Münster den Einzug ins Finale um den Westfalenpokal gesichert. Gegner wird dabei der VfL Bochum sein, gegen den man im letzten Ligaspiel am vergangenen Wochenende überraschend hoch mit 1:4 verlor. Ein Termin für das Finale steht noch nicht fest.

Schalkes U17 hat sich mit einem Sieg gegen Eintracht Dortmund ebenfalls den Einzug ins Finale um den Westfalenpokal gesichert. Das Finale findet am 25. Mai statt. Gegner wird dabei Borussia Dortmund sein.

Schalkes Regionalliga-Team wird am Samstag um 14 Uhr im Jahnstadion zu Bottrop auf den SC Verl treffen.

Übrigens gab es gestern in den Publikationen der WAZ ein Interview mit Oliver Ruhnert, Direktor der Schalker Nachwuchsabteilung. Sehr klar, sehr lesenswert, das Gegenteil von oberflächlich, so wie eigentlich immer alles, was es von Oliver Ruhnert zu lesen oder zu hören gibt. Hier entlang: Klick
 
 
Und sonst?

Und dann war da noch die Schalker Pressekonferenz, gestern. Eine bemerkenswerte Ausgabe, mit unbedingter Empfehlung. Sowohl André Breitenreiter, als auch Horst Heldt wirkten, als seien sie über die Zwänge ihres Jobs hinweg.

André Breitenreiter zeigte sich recht verbittert. Unzählige Male erwähnte er das Wort „Eigenmotivation“, an der es in seinem Kader mangeln würde, zu der er nur „Hilfestellung“ hätte geben können. Irgendwie schicksalsergeben. Irgendwie so, als wolle er das nochmal klarstellen, dass das, was schieflief, an Charakter- oder eben Eigenmotivations-Schwächen der Spieler lag. Dass man da nichts machen kann. Und als er schon mal dabei war, offen zu sprechen, bekamen natürlich auch die Journalisten wieder einige Seitenhiebe. Für diese Form der Kontinuität hat er in seiner Zeit auf Schalke jedenfalls gesorgt.

Auf Horst Heldt hingegen wirkte sich das „über die Zwänge hinweg“-Sein sehr positiv aus. Er sprach tolle Sätze. Sätze, die jeder Fan unterschreiben kann. Sätze, in denen er als Schalker und für jedermann sympathisch rüberkam. Er wirkte freundlich und doch bestimmt. Zumindest jetzt, bei seinem letzten Auftritt, wirkte er geradeaus.
 

 
 
So. Schönet Wochenende, bis Montach.



43 Kommentare zu “Happy Weekend (8)”

  1. Carlito sagt:

    Wie immer sehr schöner und vor allem informativer Vorbericht! Happy Weekend, eine Rubrik, auf die ich mich vor jedem Spieltag sehr freue! Nicht zuletzt auch wegen der regelmäßigen Querverweise auf andere Artikel, Berichte etc.

    Wird mir in der Sommerpause fehlen. ;)

  2. mberghoefer sagt:

    Kurze Anmerkung: Die Saison der B-Jugend Bundesliga ist noch nicht beendet, Leverkusen und Schalke sind punktgleich auf Platz 2 und 3 und spielen noch gegeneinander. Und auch sonst hat S04 das schwierigere Restprogramm.
    Viele Grüsse!

  3. Manfred sagt:

    Oh, Mann: 44 Minuten Hänsel und Gretel, wie sie sich die abgelaufene Saison von der Seele kotzen (zumindest teilweise), das kann gar nicht gut sein.
    Und wo ich grad hier rumhäng: mein ‚Best of 2015/16′ ist, dass der Effenproll maximal noch beim VfL Osnabrück wird unterkommen können, die haben mit solch einem Prachtexemplar schon Erfahrungen sammeln dürfen.

  4. Torsten sagt:

    @mberghoefer:

    Hätte ich eigentlich wissen sollen. Aber nach dem Spruch von OR im Interview („Ich weiß gar nicht, ob mir das so wichtig ist wie unserem Trainer Frank Fahrenhorst (lacht).“) hatte ich das irgendwie als gebongt abgehakt. Danke, Matthias. Weißt Du, wo das B-Jugend Finale stattfinden wird?

  5. Atze1904 sagt:

    Wieder mal gut zu lesen, mit den richtigen Fußnoten wie ich finde. Also ein Bierchen am Samstagabend auf das erreichen des „Döner Cup“……?…..zurück lehnen, die Tore und Türen sind weit geöffnet für viele Sommergeschichten,Spekulationen um den geilsten Verein der Welt! !

    Glückauf

  6. DevonMiles sagt:

    Im Anschluss an die Pressekonferenz hat Horst Heldt Philipp Selldorf ein Interview in seinem Büro gegeben (volles Interview nur Print und SZplus, Zusammenfassung hier: http://sz.de/1.2992307). Das Interview ist lesenswert, weil Selldorf im Gegensatz zu den Journalisten bei der Pressekonferenz an den entscheidenden Stellen nachhakt. Außerdem findet sich darin eine Passage, die mich sehr aufgeregt hat. Für mich persönlich war es Heldts größter Fehler, es nicht geschafft zu haben, Thomas Tuchel zu verpflichten. Doch es stellt sich nun heraus, dass die Sache nicht so klar Horst Heldts Fehler war – oder eben doch: Auf der PK sagte Heldt, dass sein größtes Versäumnis „zu sehr Teamplayer gewesen zu sein“ sei, hier führt er es weiter aus:

    „Dass ich manchmal zu sehr Teamplayer war. Als es zum Beipiel darum ging, Thomas Tuchel zu holen, da habe ich dann doch zu sehr auf die Einwände gehört und die gemeinsame Entscheidung gesucht, anstatt es einfach durchzuziehen. Rudi Assauer oder Felix Magath hätten es wahrscheinlich anders gemacht. Die hätten gesagt: Scheißegal. Das machen wir jetzt so. Die Probleme lösen wir später.“

    Wir hätten also Tuchel haben können!
    Leider fragt Selldorf hier nicht genau nach, wer da jetzt was gegen hatte, er versucht es aber etwas später sogar direkt, indem er nach dem Einfluss „jene[r] einzelnen Person, die so oft als beschlussfassendes Gremium beschrieben wird“ fragt. Aber Heldt verhält sich loyal und wiederholt seine Aussagen von der PK.

    Tuchel. Ich ärgere mich immernoch.

  7. Torsten sagt:

    Wir hätten also Tuchel haben können!

    Wobei wir dann Christian Heidel nicht mehr hätten kriegen können.

    Wer von den beiden auf Schalke was bewirkt bzw. hätte bewirken können, werden wir im ersten Fall nie wissen und im zweiten erst noch sehen. Aber auf Grund der Position sollte sich Heidels Tun nachhaltiger auswirken, was ich im Vergleich letztlich für wichtiger für den Club halte.

    Im Übrigen hätte Schalke damals auch Klopp haben können … und holte Fred Rutten.

  8. DevonMiles sagt:

    Danke @Torsten, für diese Sichtweise. Damit relativiert sich mein Ärger direkt wieder ein Stück. Immer schön hier zu lesen. :)

  9. Ney sagt:

    Interessant Heldts Antwort im SZ-Interview auf die Frage
    „Zentraler Vorwurf an Tönnies: Er mischt sich, auch durch Indiskretionen, ins operative Geschäft ein. Stimmt das?“

    Heldt dazu:
    „Es geht gar nicht darum, ob es stimmt oder nicht. Sondern wie man es handhabt. Natürlich habe ich mich auch mal geärgert, aber ich wäre ein Feigling und könnte nicht mehr in den Spiegel schauen, wenn ich meine Verantwortung durch den Verweis auf Tönnies abfedere.“

  10. Thomas sagt:

    Der Abschied von Breitenreiter ist inzwischen besiegelt. Das ist klar. Es tut mir ein bisschen leid für ihn, weil ich ihn als Typ mag – auch wenn er zuletzt Kelleresque Züge hatte und ständig über die gemeinen Medien jammerte. Zu Beginn der Saison hatte ich noch den Eindruck, es könnte funktionieren. Aber irgendwann im Laufe der Rückrunde ist etwas schief gelaufen. Zudem fehlt es ihm vermutlich an der Kompetenz, Schalke weiter zu entwickeln.

    Breitenreiter wird sicherlich enttäuscht sein, denn er wirkt auf mich sehr ehrgeizig. Er wird seine Lehren aus dem Abenteuer Schalke ziehen und drüber hinwegkommen, vielleicht auch besser werden. Letztlich war das Brett S04 zu dick für ihn – wie für viele andere vorher auch.

  11. Ney sagt:

    Schließlich sind wir 14. auf der Forbes-Liste der wertvollsten Fußballvereine. http://www.derwesten.de/sport/.....19829.html

    Eigenartig, dass wir keine Aussicht haben, einen Trainer aus den europäischen Top 20 zu bekommen.

  12. leoluca sagt:

    @Ney.

    Die Antwort von Heldt im SZ-Interview, die bestimmte Einmischungen von Tönnies ins operative Geschäft zumindest nicht dementiert, geht aber weiter:

    „Ich weiß genau, was ich gemacht und nicht gemacht habe. Jeder hatte in der Zusammenarbeit seinen Raum, das war bewusst so gewählt. Sich darüber zu beschweren, das wäre billig, das wäre sogar lächerlich.“

    Von Selldorf danach gefragt, ob er eine „Wahlempfehlung“ abgeben wolle, sagt Horst Heldt:

    „Das ist nicht meine Aufgabe. Was ich sagen kann: Clemens Tönnies und ich haben sechs Jahre lang immer vertrauensvoll zusammengearbeitet. Ich habe aus nächster Nähe erlebt, wie viel Zeit und Herzblut er zum Wohle des Vereins investiert und wie viele Türen er für Schalke geöffnet hat.“

    Eine für Heldt überraschend klare Aussage, wie ich finde.

  13. mberghoefer sagt:

    @Torsten: Das B-Jugend Finale findet am 19.Juni statt, Austragungsort ist (wie immer, ebenso wie bei der A-Jugend) bei einem der beiden Finalisten. Wer diese Finalisten sein werden, das wird sich ja erst noch weisen müssen, insofern könnte es GE, DO, LEV, WOB, M oder S sein. (und mit Minimalwahrscheinlichkeit ginge sogar B)
    Im Halbfinale spielt der Zweite aus dem Westen (zuerst daheim) gegen den Sieger aus dem Norden (also zu 99% der VfL Wolfsburg)

  14. Altix sagt:

    „Wir hätten also Tuchel haben können!“

    Das mag sein, in dem (für mich lesbaren) Interview steht allerdings nur, dass HH das Ding nicht durchgezogen hat. Da hätten am Ende aber zwei dazu gehört, und ob Tuchel auch gewollt hätte, steht da nicht. Naja, ist Schnee von gestern und ich teile Thorstens Ansicht, dass die Verpflichtung von Heidel langfristig größere Potentiale mit sich bringt und beides wohl kaum gegangen wäre.

    Anderes Thema: Ich konnte meinen akuten Brechreiz noch so gerade eben unterdrücken: http://www.derwesten.de/sport/.....21540.html Auch wenn sich die Überschrift in wenigen Stunden/Tagen vermutlich als zutreffend erweisen wird, so geht mir der Schmierenjournalismus von Redemann und Kumpanen inzwischen so richtig auf den Sack. In meinen Augen sind die Schmierereien einfach Menschen verachtend… Würde die Kündigung des Abos nicht eine mittlere Ehekrise auslösen (bei uns in Heiligenhaus wäre die RP die einzige Alternative), ich hätte das Drecksblatt längst gekündigt. Aber das wird mir nach über dreißig Ehejahren zu teuer ;)

  15. polarfuchs sagt:

    Torsten und Altix.
    Das habt ihr beiden meiner Meinung nach völlig richtig erkannt und formuliert.
    Bei der Gartenarbeit komme ich richtig entspannt zum Nachdenken. Gestern ging mir folgendes durch den Kopf.
    Momentan wird ja viel, vor allem medial, über M. Weinzierl spekuliert, fabuliert. In vielen Foren wird Weinzierl auf´s übelste niedergemacht. Den Kommentatoren stösst vor allem bitter auf das Heldt und Weinzierl vor Saisonbeginn miteinander gesprochen haben. Weinzierl hat dann wohl nein gesagt.
    Jetzt soll er angeblich Interesse haben aber eine empfindlich hohe Ablöseforderung steht im Raum. Könnte das Interesse plötzlich da sein weil wir einen anderen Manager haben?

  16. Altix sagt:

    @Polarfuchs: Es kann viele Gründe geben, warum MW jetzt zu Schalke tendiert. Der andere Manager könnte ein Grund sein. Ein anderer könnte sein, dass er sich den Augsburgern emotional so verbunden gefühlt hat, dass er zunächst verlängerte, damit der FCA anschließend eine ordentliche Ablöse fordern kann. Noch ein anderer Grund könnte die Erkenntnis sein, dass im Rahmen der Augsburger Möglichkeiten die EL-Qualifikation im vergangenen Jahr das Maximum des in Augsburg Erreichbaren darstellt und er zukünftig mehr verlieren als gewinnen kann (was sich ja in diesem Jahr denn auch gezeigt hat). Ich denke, da kann es viele Gründe geben, von denen wir ziemlich sicher keinen erfahren werden. Deshalb sind die Spekulationen müßig und die Hetzereien gegen MW wegen seiner letztjährigen Absage überflüssig.

  17. BlueNote sagt:

    Sehr feine Wochenendbeilage, Torsten. Für mich die bisher beste aus Deiner Serie.

    Die PK habe ich mir gestern in Ruhe und voller Länge reingezogen. Es gab viele Stellen, die mich nachdenklich stimmten und beide Protagonisten haben mehr als nur ihr Gesicht gewahrt. Breitenreiter wirkte in der Tat so, als hätte man ihm bereits mitgeteilt, dass ab Sonntag Schluss sei. Ich hoffe, dass das nicht so eintritt, aber das soll hier garnicht das Thema sein.

    Da hier ja auch die WAZ, respektive Funke-Gruppe, und deren Schreiber immer wieder erwähnt wurden: Breitenreites Einlassung zu Elmar „Ichschreibdichkrankenhaus“ Redemanns Frage war ein Bonmot der geilsten Sorte. „Gratulation zum Schützenkönig!“. Ich habe mich minutenlang gekringelt vor Lachen. Magath hätte das nicht besser hinbekommen. Dass der frisch gebackene Schützenkönig heute zum wiederholten Male nachtreten würde, war klar. Drecks-Boulevard halt. Berichte werden hemmungslos mit klick-heischender Meinungsmache durchzogen, ohne dass sie als „Kommentar“ gekennzeichnet sind. Headlines verdrehen Tatsachen auf das Absurdeste, wie z.B. beim Artikel über den Überfall auf die fränkischen Schalke-Fans durch schwachgelbe Kriminelle auf der Autobahn. Der Funke-Sportchef hat sein Handwerk bei Blöd halt gut gelernt.

    Ich ziehe daher meinen Hut vor jedem Prominenten, der sich fortgesetzt solchen Irren ausgesetzt sieht und dabei leidlich die Contenance halten kann in der Öffentlichkeit und/oder auf Pressekonferenzen. Ich könnte es definitiv nicht.

  18. Torsten sagt:

    Dass Breitenreiter abgelöst wird, ist ja schon eine Weile ziemlich offensichtlich. Daran finde ich auch nichts falsch. Ich finde Breitenreiter keinesfalls irgendwie komplett falsch, unfähig oder sonstwie doof, aber wirklich überzeugt hat er mich eben auch nicht, und dass ein neuer Manager „seinen Trainer“ verpflichten möchte, halte ich für nachvollziehbar. Aber das hatten wir ja auch schon hier thematisiert.

    Was mich an solchen Texten wie dem von Elmar Redemann als einziges wirklich stört ist, dass der Vorgang als „unwürdiges Schauspiel“ dargestellt wird. Denn das wurde es erst dadurch, dass er und seine Kollegen Breitenreiter immer wieder mit irgendwelchen Gerüchten und halbgaren Infos konfrontiert haben, um ihn aus der Reserve zu locken. Leider ließ er sich auch allzu leicht locken – genauer formuliert: Am Nasenring durch die Arena ziehen.

    @polarfuchs

    André Weinzierl hatte letzte Saison ja gerade erst seinen Vertrag verlängert. Eine Zusage zu haben, dass der Club einen ziehen lässt wenn „ein großer Club“ kommt, ist das eine. Eine solche aber schon in Anspruch zu nehmen, bevor auch nur eine weitere halbe Saison gespielt ist, wäre schon irgendwie „unwürdig“ seinem Club gegenüber. Sollte es nun so kommen, wird er Reuter früh genug in Kenntnis gesetzt haben. Jetzt hätte der FCA genug Zeit, bis zu Beginn der Vorbereitung auf die nächste Saison einen neuen Trainer zu verpflichten.

    Wenn das jetzt so kommt kann man nur sagen: Da hat Weinzierl alles richtig gemacht. Gemeinsam mit Heidel zu beginnen stünde für einen Neuanfang. Heidel wird ihn zu verteidigen wissen. Wäre er schon eine Saison da, die Gefahr wäre durchaus gegeben gewesen, dass er im Tullus um den Mangerwechsel auch „Schaden hätte nehmen können“.

    Die Diskussion um die Ablöse für einen Trainer finde ich sehr albern. Wenn es so ist, wie geschrieben wird, dass der FCA 5 Mio fordert und S04 1,5 Mio bietet, wird man sich irgendwo bei 2,5 plus Erfolgsprämie treffen. Wenn man bedenkt, wieviel Kohle dieser Club Spielern wie Obasi oder Sidney Sam hinterher geworfen hat, die dem Club nichts, aber auch überhaupt nichts an Leistung geliefert haben, sollte schnell klar werden, dass das für einen Club wie S04 keine nennenswerte Hürde darstellen sollte.

    An der Position des Trainers Geld sparen zu wollen halte ich für bekloppt.

  19. Altix sagt:

    @Thorsten: Dass AB abgelöst werden könnte und ob das OK und nachvollziehbar ist, sei mal dahin gestellt. Ich bin da im Wesentlichen bei dir, aber da kann man auch andere Meinungen zu haben. Schwamm drüber.

    Aber wie schon bei Jens Keller hat namentlich die Funke Gruppe wieder so lange auf André Breitenreiter eingeschlagen und ihn zum Gegenstand wüster Spekulationen gemacht, bis dann endlich in vermutlich wenigen Tagen Vollzug gemeldet werden kann. Ich empfinde es als schlicht ungehörig, „In Sinsheim ist Breitenreiter das letzte Mal Schalke-Trainer“ zu titeln, ohne dass es diesbezüglich eine offizielle Info seitens des Vereins dazu gab. Auch wenn es weniger wahrscheinlich als ein Sechser im Lotto ist, ich würde mir ein Loch in den Bauch freuen, wenn CH am Mittwoch auf seiner ersten PK verkündet, dass AB seinen Vertrag auf Schalke erfüllen wird und damit den ganzen Klugscheißern der WAZ das Maul gestopft würde. Die Art und Weise, wie diese Zeitungsgruppe einen Menschen vor sich hertreibt, empfinde ich nur noch als verabscheuungswürdig. Da ist die Redaktion der BILD ja inzwischen Kindergeburtstag dagegen. Aber vielleicht liegt das ja auch nur daran, dass ich als etwas älteres Semester noch andere Benimmregeln und gesellschaftliche Werte von meinen Eltern vermittelt bekommen habe, als die bei Redemann und Konsorten der Fall zu sein scheint.

  20. Thomas1904 sagt:

    @ Torsten
    Zum aktuellen Geschehen möcht ich überhaupt nichts sagen, irgendwie bin ich da total ratlos.
    Bei der Sache mit Varela und Lövenkrands hast du auf jeden Fall Recht, und die rote Karte von Lincoln nach dem Spiel gegen Leverkusen ärgert mich heute noch. Wegen dieser linken Aktion eines gewissen Bernd Sch. konnten wir noch keine Meisterschaft feiern.

  21. crisscross04 sagt:

    Auf der Nordkurve Facebookseite wird verkündet, dass AB nach dem Training verkündet hat, dass er geht. In den „offiziellen“ Medien ist noch nichts zu lesen. Man, was bin ich froh, wenn das ganze Theater ein Ende hat.
    Manchmal kommt mir die Berichterstattung wie eine Treibjagd zwischen WAZ und BILD vor: Wer bringt AB endlich zu Fall. Erbärmlich und verabscheuungswürdig!

    Und zu Horst Heldt: Ein wahrlich professioneller Abgang. So bleibt man positiv bei seinem „alten“ Arbeitgeber in Erinnerung und macht sich für neue interessant. Wäre super gewesen, wenn HH immer so professionell und gradlinig in puncto Kommunikation gewesen wäre. ;-) Hört sich trotzdem alles gut an und die Fans werden es ihm nachhaltig danken.

    Und zum letzten Spiel: Es ist mir egal. Ich werde es mir nicht mehr anschauen. Mir persönlich auch völlig wurscht, ob wir uns direkt qualifizieren oder in die Qualifikation müssen. Auch wenn das gewisse Auswirkungen auf die Vorbereitung hat. Ob positiv oder negativ kann man eh erst wieder im Nachhinein beurteilen. Also abwarten.

    Zur Aussage von Torsten, dass Heidel evtl. wichtiger bzw. nachhaltiger werden kann als es Tuchel evtl. gewesen wäre. Quod erat demonstrandum. Die Hoffnung stirbt zuletzt! In diesem Sinne.

    Glück auf!

    P.S.: Können wir bitte 2001 und 2007 endlich in Ruhe lassen. Es ist nur noch lächerlich, die Schuld immer bei den anderen zu suchen oder an irgendeinem Schicksal fest zu machen. Danke!

  22. polarfuchs sagt:

    Altix, crisscross 04.
    Wir liegen bei der Einschätzung der Berichterstattung ( Funke Gruppe, Blöd ) aber so was von beieinander!
    Dazu möchte ich folgendes ausführen. Auch ich bin älteren Datums, 61 Jahre. Dem FC Schalke hänge ich seit meinem 9. Lebensjahr an. Aber zum wesentlichen.
    Ich wohne etwas weiter weg im Bremer Umland, bin daher nicht so oft vor Ort. Meine Infos über 04 habe ich eine ganze Zeitlang eben durch besagte Funke Gruppe ( WAZ ) bezogen, online. Natürlich habe ich auch die Kommentare der User zu den Artikeln gelesen. Was ekelhafter ist, die Artikel oder der Grossteil der Kommentare, ich weiß es nicht. Zeitweise habe ich daran gedacht mich dort zu registrieren und meinem Missfallen Ausdruck zu geben. Dann habe ich eingesehen das es zwecklos ist. Sag einem Dummen zehnmal das er dumm ist, er wird dir nicht glauben. Das Zitat ist übrigens nicht von mir.
    Die Schreibweise in den angeführten Medien, und nicht nur dort, kann auch von mir nur als ekelhaft, abstossend bezeichnet werden. Ist das die moderne, junge Welt? Jedenfalls bin ich dann durch Zufall hier auf Torstens Blog gestossen, und hier fühle ich mich wohl, so wohl das ich mich hier auch mal äussern mag.
    Das eine oder andere Mal habe ich mich hier ja über die Einstellung von Teilen unseres kickenden Personals geäussert. Liegt vielleicht daran das ich als äteres Semester an den FC Schalke gekommen bin durch…?
    Gerd Neuser! Wer kennt ihn nicht? Ein eher schmächtiger Fussballer mit einem riesen Kämpferherzen. Meiner Meinung nach größer als aller momentan Beschäftigten Fussballer.
    Aber wie gesagt, bin schon etwas älter, ich kenne wie Altix und crisscross 04 noch andere Werte. Schöne Pfingsten

  23. Jan sagt:

    Schlagzeile von gestern Abend auf waz.de: „Heidel muss Schalke-Trainer André Breitenreiter entlassen“. Vom Niveau her noch einmal niederträchtiger als der von Altix bereits angesprochene Artikel.

    Unabhängig vom sportlichen bin ich gespannt, ob Christian Heidel die Außendarstellung/Kommunikation des Vereins in den Griff bekommt und dafür sorgt, dass Artikel dieser Art zukünftig nicht mehr in den Publikationen der Funke-Gruppe zu lesen ist. Das hat m.E. nichts mehr mit Journalismus zu tun; das ist nur noch ein geplantes, auf Dauer angelegtes Niedermachen von Menschen, um niedere Instinkte zu bedienen und Klicks zu generieren. (Wie schade, liebe Funke-Gruppe, dass ich euren Schweinekoben nur mit Werbeblocker besuche und ich euch somit keine Klicks generiere.)

  24. Altix sagt:

    @Jan: Jau, das ist mal wieder der typische WAZ-Dreck, bei dem durch geschickte Wortwahl Stimmung gemacht wird. Die Unruhe darf ja nicht zum Erliegen kommen…

    Wir alle kennen keine Details und können deshalb nur spekulieren, aber so wie es aussieht, möchte Heidel einen klaren Neuanfang und nicht mit AB weiterarbeiten. Wenn es anders wäre, hätte man das längst klar stellen können und wäre die Diskussion los. Ob das jetzt eine schlaue Entscheidung ist oder nicht, sei dahin gestellt. Der einzige, der diese Entscheidung treffen kann (und dafür auch gerade stehen muss!) ist C. Heidel. Dass er dann auch das entscheidende Gespräch führen wird, versteht sich von selbst und ist eigentlich keiner Erwähnung wert. Dies jetzt von H. Heldt oder gar C. Tönnies zu verlangen, wäre ziemlich albern. Da Heidel erst am Sonntag im Amt ist, kann er bis dahin keine rechtsgültigen Geschäfte unternehmen. So wie es aussieht, ist man seitens des Vereins peinlich genau darum bemüht, in dem Punkt juristisch sauber zu bleiben.

    Außerdem kann er mit A. Breitenreiter allenfalls über die Modalitäten einer Vertragsauflösung sprechen, eine Kündigung/Entlassung wäre arbeitsrechtlich niemals haltbar. Das Endergebnis ist zwar das gleiche, aber Entlassung ist natürlich spektakulärer als Freistellung oder Vertragsauflösung.

    Richtig hätte die Schlagzeile lauten müssen:

    „Heidel wird nach dem letzten Spieltag mit André Breitenreiter über eine Vertragsauflösung sprechen“,

    aber das ist natürlich viel weniger spektakulär als der jetzt veröffentlichte Titel. Dass der seinerseits inhaltlichen Unfug enthält, who cares…

  25. Torsten sagt:

    Heidel ist für die Kommunikation verantwortlich. Er wird allerdings nicht die „dafür sorgen können“, was von wem wann geschrieben wird. Und das ist letztlich auch gut so.

    Wichtig wäre, dass der nächste Trainer nicht auf die Berichterstattung eingeht, sie am besten gar nicht erst liest. Bei Jens Keller und André Breitenreiter hatte und hat man das Gefühl, dass sich 30% ihrer PKs mit Antworten und Rechtfertigungen auf Zeitungsstorys bestehen. Das ist schlecht. Da gilt es, von Magath zu lernen, der in seiner ganzen Amtszeit bei jeder Frage zu irgendwelchen Storys oder Gerüchten stets antwortete, dass er das alles nicht lesen würde und deshalb nichts dazu sagen könne. Das ist definitiv der bessere Weg.

  26. detlef sagt:

    Du sprichst mir sowas von aus der Seele Torsten, was die Sonderbehandlung einiger „Vereine“ betrifft. Und ja es ist an der Zeit, dass die verbände da endlich einen Riegel vorschieben, was sie aber nicht tun werden.

    Spiel gegen die TSG: Die Hoffenheimer sind aller Sorgen ledig, wird interessant wie sie es angehen werden. Schalke sollte möglichst noch auf Platz 6 kommen, um wenigstens die Plansicherheit wegen der Euro League Einnahmen zu haben. Bin gespannt. Hoffe und tippe auf einen Auswärtssieg.

    Hotte: Soche Aussagen, zumindest in der Art hätte man sich öfter mal von ihm gewünscht, so wie jetzt in der PK.

    Trainer: Das AB gehen muss, ist wohl klar. Was man seit Wochen mit ihm veranstaltet ist nicht schön, schon gar nicht fair. Schade das im Verein ihm keiner mal den Rücken stärkt, was aber wohl dem allgemeinen Vakuum geschuldet sein dürfte.

    Weinzierl wird also aus dem Vertrag herausgekauft. Ich sehe es ähnlich wie Torsten, man wird sich mit Augsburg einigen und beim Trainer zu sparen wäre der falsche Ansatz. Wobei ich immer noch im Hinterkopf habe, dass es eben nicht Weinzierl wird. Bauchgefühl.

  27. Nigbur 48 sagt:

    Torsten,
    zunächst einmal herzlichen Dank für deinen Blog. Ich lese hier schon seit geraumer Zeit mit und erfreue mich sowohl an deinen stets sachlich und gut informierten sowie reflektierten Texten, als auch an den Kommentaren, die durchgehend ein hohes Niveau aufweisen.
    Zumeist war es bisher so, dass bereits von anderen gesagt war, was zu sagen war.
    Das ist es nun eigentlich auch. Trotz allem möchte ich mich den Vorrednern anschließen, denn das, was besonders die Funke-Gruppe in den letzten Tagen auf die Spitze treibt, ist ein unsäglicher Schmierenjournalismus, der tatsächlich dem BILDungsblatt den Rang abgelaufen hat. Vermutlich geht es um die Klicks und um Werbung (die ich ebenfalls dank Blocker nicht sehen muss). Es scheint aber auch darum zu gehen, dass diese sogenannten Journalisten ihre privaten Wettbewerbe laufen haben, wer die „Entlassung“ als erster in die Welt geschrieen hat bzw. sich maßgeblichen Anteil „verdient“ hat, wenn diese sich selbst erfüllende Prophezeiung wahr wird. Widerlich, wie da gewissen Knöpfe gedrückt und niedere Instinkte bedient werden. Die Begriffe „wohl“ und „offenbar“ in den Überschriften kann ich nicht mehr sehen. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich da von Seiten des Vereins durch Heidel etwas ändern würde.
    Völlig egal, wie man zu AB und seiner Arbeit steht, habe ich mir vorgenommen, die Seiten der Funke-Gruppe (derwesten und reviersport) in Zukunft zu meiden.

  28. Altix sagt:

    @Nigbur 48: Kann es sein, dass ich dich unter einem anderen Nick von deinen (sehr guten) Beiträgen in den Kommentaren der WAZ-Gruppe kenne? Dein Schreibstil erinnert mich sehr stark an einen User, der unlängst schrieb, dass er sich von den Diskussionen dort zurückziehen will ;)

    Ich denke auch, dass ein Trainer auf Schalke wesentlich besser beraten ist, nicht wie vor allem AB auf den ganzen Medienquatsch einzugehen. AB hat diese Saison sicher zusätzlich noch das Pech, keinen Vorgesetzten zu haben, der, so wie Eberl vor ein paar Tagen, dem Trainer mal lautstark den Rücken stärkt. Das soll das teilweise ungeschickte Auftreten von AB nicht beschönigen, aber mit einem aktiven Vorgesetzten wäre es den Medien nicht ganz so leicht gemacht worden.

    Das Problem auch für einen CH ist, dass man nicht vernünftig arbeiten kann, wenn man permanent mit den Medien im Clich liegt. Das Produkt Bundesliga dient in erster Linie der Unterhaltung der Massen. Da sind Vereine und Medien in gewisser Weise aufeinander angewiesen. Am Ende kann jeder besser mit dem anderen, als ohne. Deshalb kann ein Verein wie Schalke auch nicht dauerhaft gegen die Funke Gruppe oder Sky arbeiten oder diese informationsmäßig am kleinen Finger verhungern lassen. Aus Rache würden die permanent für Unruhe sorgen, was sie ihrem eigenen Ziel (Quote Klicks etc.) zumindest näher bringen würde, ein ruhiges Arbeiten im Verein aber unmöglich machen würde. In dieser Sache gibt es kein schwarz oder weiß, sondern nur Grautöne. Meine Hoffnung ist, dass CH die Grautöne besser beherrscht als HH und vor allem, dass es ihm gelingt dafür zu sorgen, dass Interna auch intern bleiben. Ich an seiner STelle würde in jedem Fall eine freundlich/höfliche Distanz zu sämtlichen Vertretern der Funke-Gruppe wahren.

  29. Nigbur 48 sagt:

    @Altix: Nein, da habe ich noch nie gepostet. Das Niveau dort ist zumeist unterirdisch und wenn User den schlechten Journalismus berechtigterweise kommentieren, werden sie schnell gelöscht. Am Ende bleibt die erwünschte Meinungsmache über.
    Im Prinzip teile ich deine Meinung, dass man mißliebige Journalisten nicht völlig ausschließen kann. Andererseits frage ich mich, wie viel schlimmer die Stimmungs- und Meinungsmache im Vergleich zur aktuellen Situation noch werden kann, wenn man mit solchen Leuten nicht kooperiert.
    Grundsätzlich gehe ich aber davon aus, dass Heidel professioneller mit den Medien arbeiten wird, als HH. Bei ihm hatte ich den Eindruck, dass er zu oft alles getan hat, um sich bei denen beliebt zu machen. Ich muss immer noch daran denken, wie er damals mit einem Lächeln ausgeplaudert hat, dass (ich glaube, es war) Farfan sich nicht hinsetzen kann. Wer will / muss das wissen?

  30. Jan sagt:

    André Breitenreiter wird sich das, was sich die Funke-Mediengruppe unter „Journalismus“ vorstellt, zukünftig nicht mehr antun müssen (es sei ihm gegönnt), da die Trennung von ihm zum Saisonende nunmehr amtlich ist.

  31. Flo sagt:

    Die aus meiner Sicht richtige Entscheidung von Christian Heidel, André Breitenreiter freizustellen und damit von Anfang an einen Trainer zu installieren, der seinen Vorstellungen und Ansprüchen entspricht. Womit er die volle Verantwortung für den neuen Coach übernimmt bzw. guten Gewissens übernehmen kann.

    Wie Horst Held auf der Pressekonferenz am Donnerstag erklärte, war es rückblickend ein Fehler, bei manchen Entscheidungen (z. B. Tuchel) zu sehr auf Teamentscheidungen gesetzt zu haben anstatt in letzter Konsequenz eigene Vorstellungen durchzusetzen.

    Freut mich, dass mit Beginn der Amtszeit von Christian Heidel die Trainerposition klar geregelt sein wird.

    Schade für AB, für S04 aber bestimmt die bessere Lösung.

  32. leoluca sagt:

    Für Schalker Verhältnisse eine klare und einfache Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt. Schützt alle Beteiligten vor dem Boulevard, der statt von der Wahrheit von Kolportagen lebt.

  33. Manfred sagt:

    Mal ne Frage an die Bilanzbuchhalter hier: welche Spieler müßte Schalke eigentlich für wieviel Geld loswerden, um sich Zlatan und Mourinho 2 Jahre lang leisten zu können?
    Frei sind beide, insofern – ne?
    Ich mein das völlig ernst.

  34. JS sagt:

    @Manfred

    Wie heißt dat Zeuch, wat du da nimms ?

  35. Manfred sagt:

    Raul.
    Wer was besonders erreichen will, der muß auch was besonderes machen.
    Die Verpflichtung eines Trainers, der grade frisch mit seiner (Dorf)Mannschaft abgestiegen ist, mag meine Freundin Zynismaus da ebenfalls vororten, aber idR erfordern große Ziele auch entsprechende Lösungen, die imo sicher nicht Breitenreiter oder Weinzierl heißen.

  36. blues sagt:

    Der Beginn der Ära Heidel fällt offziell auf den 15. Mai 2016: Heidel macht klar Schiff und entlässt den bisherigen Trainer sogar schon vorher.

    Hat er in Mainz vor ein paar Jahren mit dem erfolgreichen Aufstiegstrainer Andersen schon so gemacht: „Andersen und Mainz, das hat von der Philosophie her nicht zusammengepasst.“ Das wird dieses Mal bei Breitenreiter ähnlich klingen, ist aber dann wieder nur die halbe Wahrheit, denn Schalke stinkt zur Hälfte vom Kopf her.

    Btw, Andersen trainiert neuerdings die nordkoreanische Nationalmannschaft, schreibt Wikipedia. Das illustriert vermutlich die „philosophischen“ Unterscheide sehr gut. Ich nehme an, das wird Breitenreiter nicht passieren, für ihn kam Schalke nur ein wenig zu früh. Weinzierl ist ihm vier oder fünf Jahre voraus.

  37. Rjonathan sagt:

    Ich habe auch gedacht, Schalke kam vielleicht etwas zu früh für Breitenreiter. Aber vielleicht ist das nur die halbe Wahrheit. Wenn man sich die Tabelle anschaut, dann sind auf den ersten sechs Plätzen fünf „Laptop -Trainer“. Breitenreiter ist ein toller Motivator und Kumpel -Typ – ich denke so in etwa „der neue Funkel“. Aber kein Taktik -Fuchs. Das ist nicht der Trainer -Typ an den Heidel glaubt. Und vielleicht ist das auch richtig so. Wenn man da oben was reißen will, braucht man einen Trainer moderner Prägung. Und das ist zum Beispiel Weinzierl.

  38. Torsten sagt:

    Erster Transfer ist durch, ohne zuvor durchsickernde Gerüchte:
    Naldo wechselt zu S04.
    http://www.schalke04.de/de/akt.....-213-.html

  39. blues sagt:

    @Rjonathan
    Ich hatte Weinzierl und Augsburg nicht verfolgt. Mir wurde im Zuge der Spekulationen um ihn erklärt, er habe Konzept und könne taktisch sehr flexibel regieren. Deine und die anderen Worte in des Fußball Gottes Ohr…

    @Torsten
    In Mainz waren die ja auch länger mit so einer Art Methusalem-IV erfolgreich. Hattest du Naldo noch auf dem Radar? Ich glaube mich erinnern zu können, dass du ihn vor längerer Zeit für überschätzt hieltest…

  40. Torsten sagt:

    Ich kann mich nicht daran erinnern, Naldo mal irgendwie bewertet zu haben. Aber ausschließen kann ich das nicht, dafür schreibe ich wohl zuviel.

  41. leoluca sagt:

    Zum Abschied stellt Horst Heldt klar, dass die Verpflichtung von Thomas Tuchel keineswegs an Clemens Tönnies gescheitert sei.

    Ab Minute 2:00:

    http://www.sky.de/programm-ent.....6834849001

  42. andres sagt:

    schade, dass die ‚Gründe‘ dann aber im Dunkeln bleiben…

  43. leoluca sagt:

    Ja, schade.

    Aber damit ist immerhin klar, dass es nicht nur die eine, sondern ein paar dunkle Mächte gibt, die da wirken.

    Wenn es die in der Causa Tuchel gegeben hat, dann kann man nur hoffen, dass es sie nicht auch bei Christian Heidel gibt.

    Die ersten Spitzen in diversen Fanblogs gegen ihn sind jedenfalls nicht zu übersehen („Von Tönnies mit Macht durchgedrückt“ etc.) Als ein Teil der sich selbst so definierenden Fanopposition in Hoffenheim den vor der Schalker Fankurve weinenden Horst Heldt instrumentalisierte, um gegen Clemens Tönnies Stimmung zu machen, und dabei einen denkwürdigen Verhaltenswandel von der großen Beschimpfung am Ende der letzten Saison zur aktuellen Liebeserklärung vollzog – da hatte ich schon die leichte Befürchtung, das richte sich vielleicht auch gegen Heidel.

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