Meine 7 Wünsche für Schalke 04

Nach der Saison ist vor der Saison und nach Horst Heldt folgt Christian Heidel. Noch bevor er richtig da war hat er André Breitenreiter mitgeteilt, dass er nicht länger Trainer des FC Schalke 04 sein wird. Am Mittag seines ersten offiziellen Arbeitstages wurde die Verpflichtung von Ronaldo Aparecido Rodrigues, genannt Naldo, bekanntgegeben. Schalkes neuer Sportvorstand legt ein ordentliches Tempo an den Tag. Es gibt aber auch wirklich genug zu tun, nicht nur für ihn, auch für den nächsten Trainer und für den ganzen Verein. Zusammengefasst komme ich auf 7 Punkte, die abzuarbeiten notwendig sind, um den FC Schalke 04 wieder in die Erfolgsspur zu führen.
 

  • Den Wunschtrainer verpflichten
  • Gradlinig handeln
  • Eigendarstellung verbessern
  • Selbstbewusst sein und handeln
  • Die Löcher im Kader stopfen
  • Einen Lieblingsspielstil und ein Standardspiel entwickeln
  • Demokratie leben

 
 
Aber der Reihe nach …
 
 
Den Wunschtrainer verpflichten

Alles steht und fällt mit dem Mann, der für die tägliche Arbeit mit der Mannschaft verantwortlich ist. André Breitenreiter und Horst Heldt haben nicht gut zusammengearbeitet. Der Manager meinte, mit dem Kader wäre mehr möglich gewesen. Der Trainer forderte Verstärkungen die er nicht bekam. Schon früh war zu erahnen, dass es sich bei Breitenreiter und Heldt um eine Zweckgemeinschaft handelte. Zuletzt ließ Heldt durchblicken, dass er einst Thomas Tuchel verpflichten wollte, dass er sich damit im Club aber nicht durchgesetzt habe.

Christian Heidel muss sich durchsetzen. Er muss einen Trainer aussuchen von dem er absolut überzeugt ist. Er muss seine Entscheidung den Schalker Gremien erklären, sie überzeugen. Schalke braucht ein gut harmonierendes Trainer/Manager-Duo, ein Tandem das sich gegenseitig wertschätzt, unterstützt und notfalls verteidigt. Gegenseitiges Vertrauen der handelnden Personen ist die Grundlage jeder erfolgreichen Arbeit.
 
 
Gradlinig handeln

Mal Hüh, mal Hotte lief es unter Horst Heldt. Egal was er sagte, man konnte sich nie sicher sein, ob er nicht vielleicht zwei Tage später das Gegenteil entschied. Mal gab er „bewusst kein Ziel“ aus, um später zu sagen dass man seiner Ansicht nach doch in die Champions League-Ränge kommen müsse. Mal gab er Ultimaten aus um später drauf zu pfeifen. Er polterte, warf Spieler raus, nur um sie später wieder reinzuholen. Er gab bekannt, Schalker Spieler würden in Zukunft unbedingt innerhalb eines gewissen Umkreises um Gelsenkirchen wohnen müssen, ohne das jemals umzusetzen oder auch nur selbst nach Gelsenkirchen zu ziehen.

Unter Horst Heldt wurden Spieler verpflichtet, die danach vom Trainer nie auf ihrer eigentlichen Position eingesetzt wurden. Man plante eine Saison mit dem damals wertvollsten Talent als Spielmacher, um nach drei Spieltagen die Planung über den Haufen zu werfen und für viel Geld einen (mehr als) fertigen Star zu verpflichten. Am Ende flüchtete das Talent und den Star schmiss man raus. Unter Horst Heldt agierte Schalke stets nur kurzfristig. Seine fehlende Linie brachte dem Club immer wieder Unruhe.

Christian Heidel legte in Mainz wiederholt eine gewisse Dickköpfigkeit an den Tag. Einer, dessen Wort gilt. Schalke braucht einen Sportvorstand, der sich zunächst überlegt was er will, es dann verkündet und in der Folge danach handelt. Egal ob es um die Zielsetzung, die Kaderplanung oder die Führung der Abteilung allgemein geht; das muss grundsätzlich so sein.
 
 
Eigendarstellung verbessern

Das Miteinander zwischen dem Trainer des FC Schalke 04 und den über Schalke berichtenden Medien war zuletzt schlecht, unter André Breitenreiter wie auch unter Jens Keller. Nun kann man sagen, daran seien die Medien schuld, und man kann Bespiele anführen, bei denen Journalisten tatsächlich über die Grenze des guten Geschmacks hinausschossen. Fakt ist jedoch: Man wird nicht zig Journalisten „irgendwie umpolen“ können und Geschmacklosigkeiten im Umgang mit Trainern sind auch kein schalkespezifisches Problem. Beeinflussen kann man nur, wie man sich selbst darstellt, wie sehr man was an sich heranlässt und welche Storys man den Medien anbietet.

Jens Keller und André Breitenreiter haben beide wahnsinnig viel über die Medien gesprochen. Beide brachten sich mit wiederholten Rechtfertigungen für irgendwas immer wieder selbst in die Defensive. Sie beschäftigen sich offensichtlich gründlich damit, wie und was über sie geschrieben wurde, ihnen war das wichtig. Das tat ihnen nicht gut.

Wurde Felix Magath in seiner Zeit auf Schalke in Pressekonferenzen auf etwas angesprochen, was sich auf Geschichten oder Gerüchte aus den Medien bezog, war seine Standardantwort, dass er keine Zeit hätte sowas zu lesen. Sich dies zum Beispiel zu nehmen sollte die unbedingte Empfehlung für Schalkes nächsten Trainer sein: Sei freundlich, sei verbindlich, erzähle und öffne Dich eben so viel, dass sie Geschichten zu schreiben haben. Aber lese diese Geschichten grundsätzlich nie! Und pfeife unbedingt drauf, wenn jemand sagt, was andere über Dich schreiben! Du hast dafür keine Zeit.
 
 
Selbstbewusst sein und handeln

Auch das hat zum Teil etwas mit Darstellung zu tun, letztlich aber auch mit der Sicht auf sich selbst und dem Gefühl, mit dem die Leute ins Stadion gehen. Es gilt, sich als großer Club mit gewissen Ansprüchen zu positionieren, ohne in übertriebene Großkotzigkeit zu verfallen.

Es scheint ein ewiges Thema zu sein: Auf Schalke seien die Ansprüche zu hoch. Um sich ja nicht an irgendwas messen zu lassen, um ja keine negativen Schlagzeilen erdulden zu müssen, gibt man keine Ziele aus und stellt sich selbst klein dar. Jeder nächste Gegner ist natürlich auch ganz toll, und wer das nicht sehe schaue nicht richtig hin. Dennoch wird Schalke in den einschlägigen Rankings seit Jahren unter den 20 wertvollsten Fußballclubs der Welt geführt.

Schalke erzielt höchste Einnahmen aus dem Sponsoring weltweit agierender Unternehmen, zeigt sich als Marke in den USA, im nahen wie im fernen Osten. Was Schalke 04 an Mitgliedsbeiträgen passiver Mitglieder kassiert ist mehr als die Hälfte der Bundesligaclub von ihren Trikotsponsoren erhalten! Der FC Bayern und Borussia Dortmund sind in den letzten Jahren sportlich wie wirtschaftlich enteilt. Dahinter ist alles offen. Es muss der Anspruch eines so potenten Clubs wie Schalke 04 sein, die dritte Kraft zu werden und zu bleiben. Dies muss man nicht unbedingt als offizielles Ziel ausrufen, aber man muss so agieren, es leben.
 
 
Die Löcher im Kader stopfen

André Breitenreiter hatte immer gesagt, ihm fehle ein erfahrener zentraler Defensivspieler im Kader. Er wollte auch Julian Draxler unbedingt halten. Horst Heldt hatte den unerfahrenen Pierre-Emile Höjbjerg vom FC Bayern und im Winter Younes Belhanda aus Kiew ausgeliehen. Er konnte Joel Matip nicht halten und sowohl Roman Neustädters, als auch Sascha Riethers Vertrag laufen in ein paar Tagen aus. Horst Heldt hat einen lückenhaften Kader hinterlassen, nicht zuletzt um einen prima Geschäftsbericht für das Jahr 2015 vorweisen zu können.

Positiv formuliert kann man aber auch sagen, er hat Christian Heidel einen gewissen Spielraum gelassen. Gerade weil Höjbjerg und Belhanda nur ausgeliehen sind, gerade weil man mit Roman Neustädter und Sascha Riether bislang keine Entscheidungen über die Zukunft fällte, lässt sich für das neue Manager / Trainer-Gespann was bewegen. Hinzu kommt, dass die Verträge von Eric Maxim Choupo-Moting, Klaas-Jan Huntelaar, Sead Kolasinac und Dennis Aogo nur noch ein Jahr laufen. Auch hier können nun Weichen gestellt werden. Mit der Verpflichtung Naldos ist ein erster Schritt gemacht. Viele weitere müssen folgen.
 
 
Einen Lieblingsspielstil und ein Standardspiel entwickeln

In der letzten Spielzeit agierte Schalke wahnsinnig wechselhaft. Noch am 23. Spieltag agierte Schalke beim Abstiegskandidaten in Frankfurt mit 6 Verteidigern in der Startaufstellung, ohne jegliches Offensivspiel. Nur um sechs Tage später beim 3:1 in Köln zu stürmen, als gäbe es kein Morgen mehr. Bis heute lässt sich nicht sagen, für welchen Fußball, für welchen Spielstil André Breitenreiter als Schalker Trainer stand.

Ebenso wenig hatte Schalke eine Spielweise parat, die man unbedingt beherrschte, auf die man sich in kritischen Situationen verlassen konnte. Wenn Schalke zu wackeln begann wackelte stets alles. Ein Spiel mal „runterspielen“ oder in einer kritischen Phase beruhigen konnte Schalke unter André Breitenreiter nicht.

Natürlich muss ein Trainer stets pragmatisch sein. Natürlich gibt es immer Umstände, die zu Abweichungen davon führen, was normal ist. Aber was normal ist, für welchen Fußball die Mannschaft des FC Schalke 04 steht, muss überhaupt erst noch definiert werden. Dies, und das Etablieren von Automatismen die Sicherheit bringen, wird die Aufgabe des nächsten Trainers sein.
 
 
Demokratie leben

Der letzte Punkt geht alle an. Aktuell tobt der Wahlkampf, auf Schalke. Bei der nächsten Jahreshauptversammlung steht Clemens Tönnies zur Wiederwahl. Der Aufsichtsratsvorsitzende, den einige Schalker für alles Schlechte verantwortlich machen, den andere Schalker für den letzten Retter gegen die Macht dubioser Fanorganisationen halten. Clemens Tönnies nutzt seinen Einfluss, um in diversen Medien seine Sorgen um den Club zum Ausdruck bringen zu können, ohne dabei je kritisch hinterfragt zu werden. Andererseits instrumentalisieren Gegner sogar den vor der Fankurve weinenden Horst Heldt, um gegen Clemens Tönnies Stimmung zu machen – Leute, die ziemlich genau vor einem Jahr Horst Heldt Gift und Galle entgegenspuckten.

Wie auch immer die Wahl ausgehen wird: Es ist unbedingt notwendig, dass Schalke danach wieder zusammenfindet. Jeder Wählende ist dies nur, weil Schalke ein grundsätzlich demokratischer Verein ist. Auch wenn die Wahl nicht so ausgeht, wie man es selbst gerne hätte, die Entscheidung der Mitgliederversammlung ist zu akzeptieren. So wichtig Vereinspolitik auch ist: In den Scharmützeln darum darf die Unterstützung des Clubs nicht geopfert werden.



29 Kommentare zu “Meine 7 Wünsche für Schalke 04”

  1. Nedfuller sagt:

    Der letzte Punkt wird schwierig.
    Es fehlt ein Vermittler, der von beiden „Lagern“ als solcher akzeptiert wird

    Gibt es so einen bei euch?

  2. Carlito sagt:

    Gestern schon bei Westline gelesen. Unterschreibe ich alles, sofort. Schließe mich aber Nedfuller an, insbesondere der letzte Punkt wird schwierig bis unmöglich, fürchte ich.

  3. Eigenart sagt:

    Moin Torsten, bei jedem einzelnen Punkt stimme ich 100% zu.
    Und was den letzten Punkt angeht: nein, es wird wohl keinen Vermittler geben, der von allen akzeptiert wird. Aber vielleicht würde es schon helfen, wenn die elenden Unterstellungen unterlassen werden, die allenthalben zu hören sind: dass nämlich denjenigen, die eine andere Meinung vertreten, grundsätzlich der Verein nicht wirklich am Herzen liegt, und sie wahlweise a) nur ihre eigene Eitelkeit befriedigen wollen, b) wirtschaftliche Interessen verfolgen oder c) dem Verein schaden wollen. Etwas mehr Goodwill wäre angebracht, damit der Verein sich nicht selbst zerlegt.

  4. Jones sagt:

    Passend zur heutigen Pressekonferenz und der Vorstellung unseres neuen Managers Christian Heidel empfehle ich euch noch wärmstens ein letztes Interview als „Meenzer“, dass die FAZ mit ihm geführt hat:

    http://www.faz.net/aktuell/spo.....76-p1.html

  5. Ney sagt:

    @Vermittler
    Es wird nach der JHV in erster Linie an Tönnies‘ Verhalten bzw. an dem seines Nachfolgers liegen, ob die Spaltung bestehen bleibt.

    @Wunschtrainer
    Der anscheinend Auserwählte überzeugt mich zwar nicht so arg, aber vielleicht ist Standfestigkeit in der Kandidatenfrage erstmal wichtiger als ein Kandidat mit herausragender Brillianz, Charisma oder Kreativität. Selbst mit den bekannten und benannten Problemen hat es in der abgelaufenen Saison für Platz 5 gereicht, da wäre also noch einiges mehr drin.

    @Kader
    Die offenen Planstellen bei vorhandenen Mitteln aus dem Draxler-Transfer halte auch ich eher für Spielraum.

  6. Pukki1904 sagt:

    Danke Thorsten,den Artikel habe ich gestern bereits gelesen und finde Du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht.
    Bleiben werden diejenigen, die immer wieder mit UNterstellungen arbeiten als m.M. nach destruktive Kraft im Verein, der man nur schwer etwas entgegen setzen kann. Ihre Argumentationen werden genutzt wie ein geschlossenens System, so wie es in jeder Verschwörungstheorie funktioniert. Alle Argumente gegen die eigene Meinung werden als Beweis für die Richtigkeit der eigenen Aussagen herangeführt.Ist jemand bspw. nicht gegen CT oder hat er mglw. sachliche Argumente eines Für und Wieders, so ist das schon der Beweis der Zugehörigkeit zum anderen System- des „feindlichen Systems“.Klares und eibfaches Weltbild, wir die Guten, ihr die Bösen.
    Wenn es aber wirklich gelingt, wie Christian Heidel es ja im FAZ Interview erwähnte, dass eine größerer Einigkeit, ein tiefergehendes WIR- Gefühl im Verein entstehen kann, dann könnte auch diese Fraktion der sog.“zertsörerischen Meinungsmacher“ kleiner werden und vielleicht irgendwann ganz verschwinden. Das ist zumindest meine Hoffnnung.

  7. polarfuchs sagt:

    Moin zusammen.
    Zum wieder einmal sehr sachlichen Artikel von Torsten passt das von Jones angesprochene Interview mit C. Heidel bei FAZ Sport von heute. Das wird, denke ich, vielen weiterhelfen.
    Bin gespannt auf die Vorstellung und das Antritts-Interview heute.

  8. BlueNote sagt:

    Du hast alle Baustellen stringent auf den Punkt gebracht, Torsten.

    Bevor der neue Vorstand Sport und Kommunikation aber richtig angekommen ist, war der AR-Vorsitzende schon auf Wahlkampftour bei einem Fanclub, stellte die Saisonziele vor und macht auf diese Weise mit seinem unappetitlichen, fragwürdigen öffentlichen Auftritt ungeniert da weiter, wo er vor einigen Monaten aufgehört hatte. Die Funke-Gruppe liefert die Home-Story dazu und fertig ist die Laube.
    http://www.derwesten.de/sport/.....35367.html

    Ich bin fassungslos ob solcher „Butterfahrten“. Er greift hier nach meiner Auffassung der Satzung schon wieder in die Belange des Vorstandes ein. Ich bin gespannt, wie lange Heidel sich das anschaut. Da tickt eine Zeitbombe, die den Club früher oder später spalten wird. Auch wenn die Funke-Gruppe und Bild permanent versuchen, die Opposition als eine kleine Gruppe durchgeknallter Ultras darzustellen, wissen wir alle, dass sie real schon viel viel größer ist, dass auch Tausende gemäßigte Fans und Mitglieder die Schnauze von diesem Gebaren gestrichen voll haben. Ob das reichen wird, um einen echten Neuanfang bei der JHV zu gestalten, darf angesichts der nicht kleinen Anhängerschaft des Schlachters bezweifelt werden. Wie auch immer: Ja, ich bin bei Dir, wir alle müssen das demokratische Votum der JHV akzeptieren. Gut finden müssen wir es aber noch lange nicht. Zu einer lebendigen Demokratie gehört auch Kritik, notfalls auch Scharmützel mit welcher internen Opposition auch immer, inbesondere wenn Amtsmacht in solch drastischem Maße missbraucht wird oder sich jemand dreist und zur Durchsetzung persönlicher Interessen als „Boss“ inszeniert oder willfährig von abhängigen Medien inszenieren lässt.

    Ich bleibe dabei, solange diese Baustelle nicht behoben ist, wird kein Manager-Heilsbringer dieser Erde, kein Welt-Trainer dieses Planeten, Schalke in ruhige Fahrwasser bringen können.

  9. leoluca sagt:

    Zitat aus dem WAZ-Artikel:
    „Als gute Wahlkämpfer verkünden die beiden auch positive Nachrichten. Dass der Vertrag von Marketingvorstand Alexander Jobst um „vier oder fünf Jahre“, so Tönnies, verlängert werden soll etwa, oder dass Jugend-Trainer Norbert Elgert seine Wechselgedanken ad acta gelegt hat und die Kartenpreise unter ihrer Regie in der kommenden Saison nicht weiter erhöht werden sollen.“

    Ist die Info zu Elgert neu, oder habe ich gepennt die letzten Wochen?

  10. polarfuchs sagt:

    C. Tönnies auf Butterfahrt im Sauerland? Im Arikel stellt Tönnies vor wie er sich die Zukunft von Schalke vorstellt, er sich noch weiter zurücknehmen möchte weil man jetzt einen fähigen Mann in der Position Vorstand Sport hat. Was ist daran verwerflich ein Konzept, eine Vision für die zukünftige Ausrichtung vorzustellen? Tönnies macht Wahlkampf. Macht das nicht jeder Politiker, jeder Aspirant der sich für eine Wahl zur Verfügung stellt? Sei es als Abgeordneter, Betiebsrat oder sonst etwas.
    Übrigens heisst der Mann Clemens Tönnies und nicht Schlachter, glaube ich.
    Kritik ja, aber bitte auch differenzierte Sachlichkeit.

  11. leoluca sagt:

    Ehe ich’s vergesse: Torstens Kommentar ist, weil so wohltuend unaufgeregt unschalkig, nicht nur große Klasse, wie man dies von seinen Texten hier kennt. Der Text kommt aber auch im Westline-Forum, wo er zuerst erschien, außerordentlich gut an. Das freut mich besonders.

  12. Torsten sagt:

    Ist die Info zu Elgert neu, oder habe ich gepennt die letzten Wochen?

    Sie ist eine Steigerung von zuvor bekannten Infos.

    Auf einer öffentlichen Verantstalnung vor ein paar Wochen sagte Elgert selbst, dass ihn die öffentliche Reaktion auf seine vorherige Aussage überrascht habe, dass er Schalker sei und sich natürlich auch vorstellen könne, doch zu bleiben.
    Als nächstens sagte Oliver Ruhnert in einem Interview (siehe Happy Weekend 8) „Er wird seinen Vertrag, der noch zwei Jahre bis 2018 läuft, sicher erfüllen und ich habe den Eindruck, dass er sich gut vorstellen kann, auch darüber hinaus hier zu arbeiten.“
    Und jetzt geht Tönnies eben einen Schritt weiter. So wie man es von ihm kennt.

    Würde mich nicht wundern, wenn er das auf der JHV thematisieren würde. Vertragsverlängerung (trotz noch laufendem Vertrag bis 2018) oder „Rentenvertrag“ oder irgend was anderes „lautes“. Wahlkampf eben.

  13. leoluca sagt:

    Schade eigentlich. Hätte mir für Norbert Elgert und natürlich für Schalke einen würdigeren Rahmen zur Bekanntgabe dieser wirklich guten Nachricht gewünscht.

  14. BlueNote sagt:

    @Jones: Danke für den Link. Das ist in der Tat lesenswert. Eine Aussage Heidels gefiel mir besonder gut: „Für mich muss Journalismus über das berichten, was wichtig ist und nicht das, was die meisten Leute interessiert.“ Das lässt hoffen, dass er die von Torsten genannte „Magath-Presse-Taktik“ aus dem FF beherrscht und dem zukünftigen Trainer diesbezüglich hilfreich zur Seite steht, sollte jener in dieser Hinsicht schwächeln.

    @polarfuchs: Die zukünftige Ausrichtung und Darstellung der Zielsetzung des Vereins in der Öffentlichkeit ist originär Sache des Vorstandes, nicht des AR! Kein anderer AR-Kandidat würde darüber hinaus von der Funke-Medien-Gruppe zwecks exklusiver Berichterstattung zu einer Tour nach Meschede begleitet, um exklusiv darüber zu berichten. Der Fleischfabrikant nutzt seine Wirtschaftsmacht wieder mal schamlos aus, um für seine Wiederwahl zu werben. Brauche ich das als aufgeklärter Fan? Nein!

    Hier die entsprechende Satzungspassage:

    (8.5) Aufgaben

    Der Vorstand entscheidet eigenverantwortlich über die ideellen, sportlichen, wirtschaftlichen und sonstigen Belange des Vereins, soweit diese Befugnisse nicht satzungsgemäß anderen Vereinsorganen vorbehalten sind. Ihm obliegt die Darstellung des Vereins in der Öffentlichkeit.
    Der 1. Vorsitzende koordiniert die Arbeit des Vorstandes und repräsentiert den Verein nach außen.

    Klarer geht’s doch eigentlich nicht, oder?

  15. Roman sagt:

    Heidel hat in der Tat viel zu tun. Mit Naldo hat er einen Routinier geholt, zwar schon etwas älter aber nicht verletzungsanfällig. Sportlich zwei Fliegen mit einer Klappe: Mehr Erfahrung in die Abwehr und Matip ersetzt.

    Dass Heidel aber solche Transfers schon seit längerer Zeit vorbereitet (zumindest sein Co Axel Schuster), das sollte auch klar sein. Niemand zaubert einen solchen Spieler innerhalb von einem Tag aus dem Hut.

    Beim Thema „Demokratie leben“ sehe ich jedoch weiterhin schwarz. Und ich wüsste auch nicht, wo ich die Hoffnung hernehmen sollte, dass das jetzt alles besser werden soll.

    Ich verfolge das Vereinsgeschehen nun intensiv seit ca. 1990. Ich glaube, es hat noch nie eine solche Uneinigkeit im Verein gegeben. Und auch wenn mir das jetzt wieder als unzulässige Kritik an Clemens Tönnies angelastet wird, so bin ich der festen Überzeugung, dass es tatsächlich seine Person ist, die hier oftmals massiv in Wege steht. Ich könnte das sicherlich noch weiter ausführen, das würde aber lang werden …

  16. Exildynamo sagt:

    @aus dem o.g. FAZ-Artikel:

    Die Personen müssen austauschbar sein, der Weg ändert sich aber nicht.

    Wenn er das hinkriegen würde…

  17. Nordlicht sagt:

    Mich langweilen die stetigen Kommentare über jeden, angeblich von Clemens Tönnies, gesteuerten Zeitungsartikel.
    Clemens Tönnies dürfte sich nicht einmal mehr mit seinem Gärtner unterhalten, ohne das er mit negativen Kommentaren bedacht wird.

    Für jeden Job muss man erst einmal jemanden finden. Opposition ist immer einfach. Schön im Hintergrund alles mardig reden und kritisieren. Aber von irgendwelchen Konzepten oder Alternativen ihm gegenüber habe ich hier noch nie etwas gelesen.

    Wir benötigen keinen Vermittler. Der Vermittler hat ja nicht einmal bei Stuttgart 21 funktioniert. Die ewig Nörgelnden werden, egal wie die Wahl ausfällt, wieder was zu meckern haben. So wie man schon beim allerersten Transfer von unserem Neu-Manager etwas zu meckern findet und mit Zahlen um sich wirft, die ich zumindest bisher nirgendwo lesen konnte.

  18. ReinerEdelmann sagt:

    @Nordlicht,

    nun freu doch doch ob des Transfers, anstatt hier zu nörgeln.

    Finde ich langweilig!

  19. anakin sagt:

    @Nordlicht genau so ist !
    @polarfuchs immer gut Deine sachlichen und vernünftigen Kommentare lesen zu dürfen.
    Leute unser Verein braucht Ruhe und keinen Zwist !
    Glück Auf !

  20. anakin sagt:

    http://www.reviersport.de/3308.....chsel.html
    Wolfsburg
    Ärger über Naldo-Wechsel
    …erklärte VfL-Manager Klaus Allofs im Kicker und reagierte deutlich verärgert auf den ersten Transfer-Coup von Schalkes neuem Sportvorstand Christian Heidel.

    „Ich sag’s ganz ehrlich: Wir sind enttäuscht. Wir hatten schon gedacht, dass wir in den nächsten Jahren mit Naldo weiterarbeiten. Es gab ja auch schon Gedanken, wie es nach der Karriere weitergeht“, sagte Allofs. Er stellte in den Raum, dass Schalke den VfL mit seiner Offerte überboten hatte: „Wir haben einen Zweijahresvertrag zu guten Konditionen angeboten“, berichtete Allofs und fuhr fort: „Es gab einen Verein, der sicherlich ein besseres Angebot gemacht hat und bei der Vertragsdauer eine Option eingeräumt hat, der zudem international vertreten ist. Das muss man akzeptieren.“

  21. dergucker sagt:

    Danke Torsten!
    Aus der Seele gesprochen!(geschrieben wie immer).
    Letzter Wunsch ,C.T. ist mit Sicherheit kein Wunschkanditat,
    auch meiner nicht .Alternative ??????? Namen bitte,Namen!

  22. anakin sagt:

    @dergucker Du hast Dir doch Deine Frage schon selbst beantwortet…

  23. ReinerEdelmann sagt:

    @dergucker,

    die Suchmaschinen sind Dein Freund, such einfach danach.
    Zudem kannst Du auch hier schauen:
    http://www.schalke04.de/de/akt.....8211;.html

    Kurzvorstellung:
    http://www.schalke04.de/de/akt.....-213-.html

    Ein genaueres, persönliches Bild dann bei der Versammlung.

  24. ReinerEdelmann sagt:

    Sorry, hingucker – mein zweiter Link ist falsch – so ist es, wenn man zu doof ist! Mea culpa!

  25. ReinerEdelmann sagt:
  26. Christian Heidels Vorstellung auf Schalke sagt:

    […] noch viel mehr, aber tatsächlich muss ich konstatieren: Christian Heidel hat eigentlich alles eben so gesagt, wie ich es mir gewünscht habe. Nun bin ich leicht begeisterungsfähig – Schalker eben. Und ja, das Umsetzten ist […]

  27. leoluca sagt:

    @Roman.

    Du schreibst: „Beim Thema ‚Demokratie leben‘ sehe ich jedoch weiterhin schwarz. Und ich wüsste auch nicht, wo ich die Hoffnung hernehmen sollte, dass das jetzt alles besser werden soll. Ich verfolge das Vereinsgeschehen nun intensiv seit ca. 1990. Ich glaube, es hat noch nie eine solche Uneinigkeit im Verein gegeben. Und auch wenn mir das jetzt wieder als unzulässige Kritik an Clemens Tönnies angelastet wird, so bin ich der festen Überzeugung, dass es tatsächlich seine Person ist, die hier oftmals massiv in Wege steht.“

    Wenn Clemens Tönnies tatsächlich einem konstruktiven Streit der verschiedenen Meinungen im Club und einem Schalker Aufbruch im Wege stehen oder wenn er sogar aus machtpolitischem Kalkül Zwietracht sähen sollte – wer dieser Auffassung ist, der muss sich für seine Abwahl einsetzen.

    Diese demokratische Möglichkeit besteht auf der Mitgliederversammlung. Ich sehe hier keinen Grund, schwarz zu sehen.

    Mein Eindruck ist, dass eine weit überwiegende Mehrheit der Diskutanten in den diversen Blogs und Foren der Meinung ist, dass eine eventuelle Abwahl von CT durch die JHV erfolgen muss und nicht durch den Wahlausschuss. Diese Meinung teile ich.

    Nur: Bisher begünstigt die Geschäftsordnung des WA es durchaus, die Meinung einer Minderheit komplett auszuschliessen. Wenn nur vier Mitglieder des WA wollen, dass CT nicht mehr zur Wahl zuzulassen sei, so können sie das nach der Geschäftsordnung durchsetzen. Hier sehe ich in der Tat ein formales Demokratiedefizit, das man beseitigen könnte, wenn man wollte.

    Ich halte es allerdings für so gut wie ausgeschlossen, dass der Wahlausschuss CT nicht zulässt. Auch ihm wird in seiner Mehrheit klar sein, dass eine solche Entscheidung nur der JHV zusteht.

  28. leoluca sagt:

    Zur Entspannung zwischendurch und nur auf den ersten Blick o.t.

    Gradlinig handeln,selbstbewusst sein, Lieblingsspielstil entwickeln:

    Am Freitag ist das legendäre Panikorchester in der Halle und hier ist das Gespräch dazu mit dem unvergleichlichen Oberindianer
    http://www.schalke04.de/de/akt.....-213-.html

  29. Rjonathan sagt:

    @Roman
    Ganz ernsthafte Frage: Tönnies ist seit 15 Jahren AR-Vorsitzender. Wieso glaubst du, spaltet er den Verein erst jetzt?

    Ich glaube das Problem ist nicht Tönnies sondern die fortschreitende Kommerzialisierung des Fußballs. Tönnies Antwort ist, dass er da mithalten will. Die Spaltung entsteht, weil andere Gruppen eine romantischere Vorstellung haben (was legitim ist). Ob da aber nun die Person Tönnies oder eine andere mit dem Ziel „langfristig sportlichen Erfolg durch wirtschaftliche Professionalität sichern“ sitzt, macht doch keinen Unterschied.

Schreibe einen Kommentar