Personalie Weinzierl endlich offiziell


Kurz vor 19 Uhr gestern Abend war es dann endlich soweit. Schalke machte die Personalie Markus Weinzierl offiziell bekannt. Der in Straubing geborene, 41-Jährige Fußballlehrer wird damit der neunte Cheftrainer des FC Schalke 04 seit Beginn meiner Bloggertätigkeit im Jahr 2007, kurzfristige Interimslösungen nicht eingerechnet.

Tatsächlich war es allerdings bereits eine Stunde zuvor soweit. Um 17:51 Uhr meldete der offizielle Twitter-Account des FC Augsburg die Verpflichtung Dirk Schusters als neuem Cheftrainer und das Gehen Markus Weinzierls. In der dazugehörigen Meldung auf der Webseite des Clubs wurde Schalke 04 als das Ziel Weinzierls genannt. Damit wurde klar, dass das letztlich „lange Warten auf Weinzierl“ nicht etwa an einem irgendwie blockenden oder zu langsamen Schalker Aufsichtsrat lag, oder an irgendwelchen Juristen, welche zur Prüfung von Verträge länger als Gedacht gebraucht hätten. Der FC Augsburg wollte es schlicht so. Der FCA gab Markus Weinzierl die Freigabe nur unter der Bedingung, dass bereits sein Nachfolger feststeht, dass man diese Personalien von sich aus und Gleichzeitig verkünden würde.

Dass das die Schalker Seite genervt haben dürfte, liegt nah. Insbesondere Markus Weinzierl selbst hätte sich sicherlich einen vernünftigen Abschied aus Augsburg und eine zeitnahe Pressenkonferenz zu seiner Vorstellung auf Schalke gewünscht. Markus Weinzierl hatte Stefan Reuter seinen Wechselwunsch bereits im Januar mitgeteilt. Damit wurde der Trainer zur Verhandlungsmasse, und da Schalkes neuer Chefeinkäufer Christian Heidel selbst erst spät offiziell in sein Amt fand, konnte und wollte Augsburg lange so tun als wäre es möglich, dass man weiterhin auf des Trainers Dienste zur nächsten Saison pocht.

Faktisch war das ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr möglich. Und spätestens als man sich mit Schalke einig war, wäre es normal gewesen, Markus Weinzierl die Freigabe zu erteilen um ihm den ordentlichen Einstand beim neuen Club zu ermöglichen. Augsburg brauchte einen neuen Trainer, und man tat, als könne man das eigene Problem zum Problem des FC Schalke 04 und zu Markus Weinzierls Problem machen. Dadurch, und durch „drittklassige Öffentlichkeitsarbeit“ des FCA, misslang ein sauberer Wechsel des Trainers. Eben in diesem Kontext sind dessen Interviews in der Augsburger Allgemeinen und Sportbild zu sehen, in denen er sich schon vor der offiziellen Verkündung als Schalke-Trainer gab. Es wird ihm schlicht gestunken haben, als Spielball seines Ex-Clubs herhalten zu müssen.

Aber haken wir das hiermit ab.

Glückauf, Markus Weinzierl!



21 Kommentare zu “Personalie Weinzierl endlich offiziell”

  1. Michael sagt:

    Eeeeeeeeenlich, nun bin ich mal gespannt was sich nun im Spielerkader tut, es soll ja viel Wert auf Spieler mit sozialer Kompetenz gelegt werden… Ich freu mich, auch wenn ich hier in Oberbayern nicht so nah dran bin trotzdem auf meine 46 te königsblaue BL Saison.

    GLÜCKAUF

  2. Detlef sagt:

    Richtig, haken wir das Hick Hack schlicht ab. Ich hoffe Markus Weinzierl hat mehr Glück und auch mehr Geschick auf Schalke als einige seiner Vorgänger. Ich bin da optimistisch, vor allem weil es ja auch noch Christian Heidel gibt, der sicher das ein oder andere abfedern wird.

    Ich werde, wie auch schon bei Breitenreiter, zunächst sehr geduldig sein und bin gespannt, wie der Kader aussehen wird und vor allem, wie er sich in der neuen Saison präsentieren wird.

    Eine Personalie ( Gerücht ? ) gibt schon. Roman Neustädter soll sich ZSKA anschliessen. Einige Schalker Fans werden sicher Beifall klatschen. Ich finde es schade, wenn es denn so ist.

  3. ReinerEdelmann sagt:

    Grundsätzlich war es nervig – hinter den Kulissen wird aber sicherlich bereits gearbeitet worden sein.

    Ich finde jedoch, hier wird etwas zu hart mit Augsburg umgegangen. „Augsburg brauchte einen neuen Trainer, und man tat, als könne man das eigene Problem zum Problem des FC Schalke 04 und zu Markus Weinzierls Problem machen.“

    Persönlich stinkt mir die mangelnde Vertragstreue von Spielern und Trainern gewaltig – und Weinzierl hatte noch einen Vertrag bis 2019.

    Schalke hat Ruhe bewahrt und richtig gehandelt; ich kann das Augsburger Verhalten aber auch verstehen.

  4. andres sagt:

    und jetzt heisst es im Kicker über MW und seinen Wechsel
    „für den die Schalker dem Vernehmen nach zwischen zwei bis drei Millionen Euro plus erfolgsabhängigen Bonuszahlungen nach Augsburg überweisen werden“
    Und was wurde vorher über die kolportierten 5 Mio hyperventiliert….

  5. bea sagt:

    Ich zitiere: „Es wird ihm schlicht gestunken haben, als Spielball seines Ex-Clubs herhalten zu müssen.“ Das ist sicher eine menschliche und nachvollziehbare Reaktion, die nun aber auch einen Hinweis darauf gibt, in welcher Stimmung man sich in Augsburg verabschiedet hat.

    Um so mehr sollte MW daher bestrebt sein, die Misstöne, die via diverser Medien hinsichtlich seiner Redseligkeit zu vernehmen waren, künftig nicht weiter zu befeuern. Immerhin war damit S 04 wieder einmal in aller Munde, allerdings nicht in der angestrebten positiven Weise…von Lächerlichkeit war da zu lesen und von „typisch“.

    Sportlich wünsche ich ihm und natürlich uns allen den bestmöglichen Erfolg…und Rhetorik kann man auch lernen. ;)

  6. Carsten sagt:

    das warten hat ein Ende… nun heißt es Ärmel hochkrempeln und ran an den Speck!
    ES GIBT VIEL ZUTUN

    Glück auf MW

  7. McP sagt:

    Vielleicht habe ich nicht alles mitbekommen, aber ehrlich gesagt sehe ich nichts Falsches im Verhalten der Augsburger. Warum sollten sie einen Trainer abgeben, bevor sie einen Nachfolger haben? Und vermutlich noch wichtiger: Warum sollten sie einen Trainer abgeben, bevor sie einen guten Preis ausgehandelt haben? Natürlich ist ein Angestellter mit laufendem Vertrag „Verhandlungsmasse“. Was denn sonst? Und seit wann ist eine Öffentlichkeitsarbeit drittklassig, wenn sie keine Wasserstandsmeldungen zu schwebenden Vorgängen abgibt?

    Niemand hat Weinzierl gezwungen schon als Quasi-Schalketrainer aufzutreten, bevor die Dinge eingetütet sind. Das empfand auch ich befremdlich. Wie auch immer. Diese Sachen sind jetzt abgehakt. Ich sehe der Zukunft hoffnungsfroh entgegen. Für die kommende Saison erwarte ich keine Wunderdinge. Wenn gut Dinge Weile braucht, soll Ding sie bekommen.

  8. Cello sagt:

    Nun ja zum Glück Schnee von gestern und kein Fehler seitens unserer sportlichen Leitung. Augsburg hat es uns unnötig schwer gemacht!

  9. Carsten sagt:

    und schon geht’s in der Transfergerüchteküche zur Sache!

    Weinzierl scheint wohl nicht mehr mit dem Hunter zu planen! Kontakt zu Ajax soll forciert werden
    Neustätter hat gleich bei seinem ersten Auftritt für die Russen die Ansage bekommen „Männerdutt“ geht garnicht also ab und ZSKA Moskau wäre ein guter Verein für ihn! (sehe ich auch so)
    Aogo wird von West Brom umworben (da soll es eine Anfrage auf Schalke für geben)
    und Gott sei Dank ist der Pillendreher Kramer auf Schalke kein Thema!! 20Mio is jawohl auch mehr als ein Scherz

  10. Taisumi sagt:

    Ab wann übernimmt Weinzierl das Ruder und schlägt in GE auf? Wie sieht der Trainerstab in Zukunft aus?

  11. Steffen sagt:

    Zum Trainingsauftakt wird er dasein, alles weitere wird in der Vorstellung sicher bekannt gegeben.
    Ansonsten beschäftigt sich Weinzierl sicher schon länger mit dem S04.

  12. Torsten sagt:

    Ab wann übernimmt Weinzierl das Ruder und schlägt in GE auf? Wie sieht der Trainerstab in Zukunft aus?

    Berichten zufolge hatte sich Weinzierl ja bereits mit Heidel getroffen, um erste Planungen abzusprechen. Ich denke, dass er ab sofort für S04 tätig ist. Von wo aus er das tut, wann er „in GE aufschlägt“, weiß ich nicht.

    Bezüglich des Trainerstabs las ich irgendwo, dass die von Breitenreiter aus Paderborn mitgebrachten Co-Trainer Stock und Bulut auch gehen sollen und dass Fährmann mitentscheiden soll, wer Torwarttrainer bleibt oder wird.

  13. Carsten sagt:

    interessant wäre für mich die Frage was ist/wird mit „Hübscher“…

  14. DevonMiles sagt:

    Sven Hübscher macht wohl den Peter Peters. Der überlebt sie alle… ;)

  15. JS sagt:

    Torsten Wieland: „(…) der neunte Cheftrainer des FC Schalke 04 seit Beginn meiner Bloggertätigkeit im Jahr 2007 (…)“

    Aha, dann liegt es wohl auch an dir……. :-D

  16. Torsten sagt:

    Sven Hübscher war über 10 Jahre Trainer in der Knappenschmiede. In den letzten Jahren war er (auch) Bindeglied zwischen der Jugendabteilung und dem jeweiligen Trainerteam. Ich denke nicht, dass sich das ändern wird. Letztlich muss aber natürlich der neue Cheftrainer entscheiden, wie sein Co-/Assistenten-Team aussehen soll.

  17. ReinerEdelmann sagt:

    Co-Trainer Stock – der einzige Schalker Trainer, den ich ´mal trainiert habe.

    Ist aber normal, dass sich ein Trainer mit Vertrauten umgibt – so wird er gehen müssen.

  18. DevonMiles sagt:

    Und noch ne Runde.
    Aus’m Kicker:

    Ein deutliches Indiz für Verwerfungen zwischen den Parteien ist zudem die Tatsache, dass die Zukunft von Weinzierls Co-Trainern Wolfgang Beller, Tobias Zellner und Thomas Barth bislang nicht geklärt ist. Weinzierl möchte (und wird) seinen bewährten Stab mit nach Schalke nehmen, der FCA hat keinen Bedarf, da Schuster selbst zwei Assistenten aus Darmstadt mitbringt. Dennoch betont Reuter: „Die Co-Trainer stehen beim FCA unter Vertrag.“ Der Poker geht also in eine fragwürdige Verlängerung.

    http://www.kicker.de/news/fuss.....t-aus.html

  19. Carlito sagt:

    Sehr guter Kommentar, Torsten!

  20. Chris sagt:

    Macht einen angefressenen Eindruck der Herr Reuter.

  21. Wörtlich: Tobias Zellner sagt:

    […] mehr, da Dirk Schuster, der neue Cheftrainer des FCA, seine eigenes Team mitbringt. Nach der Posse um das Hinhalten Weinzierls hakt nun aber auch dieser in der Bundesliga sehr übliche Vorgang, da […]

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