Rehbergs „Offener Brief“: Ein unerhörter Vorgang

Der Wahlausschuss ist ein Gremium und damit Teil des Vereins, in der Satzung verankert, von den Mitgliedern ordentlich gewählt. Dieser entscheidet nach pflichtgemäßem Ermessen über die Zulassung der Kandidaten zur Wahl des Aufsichtsrats. Diese Entscheidung steht nun an.

Am 01.06. hat der Wahlausschuss einen Apell veröffentlicht. Seit Wochen würde versucht, auf die Entscheidung Einfluss zu nehmen, Druck auszuüben. Mitglieder des Wahlausschusses seien persönlich bedroht worden. Diese Vorgänge würden nicht nur dem Ansehen des FC Schalke 04 schaden, sondern allen beteiligten Personen.

Anstatt dass sich der Club schützend vor das eigene Gremium stellt, erhöht Gerd Rehberg per „Offenem Brief“ den Druck weiter. Ganz offiziell, kraft seines Amtes als Ehrenpräsident, auf der Webseite des Clubs. Er stellt Vorgänge im Aufsichtsrat dar, die der Geheimhaltung unterliegen. Er fordert vom Wahlausschuss die Entscheidung die ihm gefällt. Er gießt Öl ins Feuer der eh schon hoch lodernden Diskussionen. Ein unerhörter Vorgang.

„Diese Vorgänge schaden nicht nur dem Ansehen des FC Schalke 04, sondern allen beteiligten Personen“ schrieb der Wahlausschuss in seinem Apell. Der Wahlausschuss tagt in dieser Woche. Noch ist keine Entscheidung gefallen die diskutiert werden müsste. Noch hat der Wahlausschuss nichts getan, was dem Ansehen des Clubs schadet. Gerd Rehberg mit diesem Brief und der Verein als solcher, im Umgang mit dem eigenen Gremium Wahlausschuss, leider schon.



88 Kommentare zu “Rehbergs „Offener Brief“: Ein unerhörter Vorgang”

  1. Ney sagt:

    Gerd Rehberg im offenen Brief an die Mitglieder:

    Persönliche Animositäten von einigen Mitgliedern des Aufsichtsrats haben ein Ausmaß erreicht, in dem Handlungsunfähigkeit erzwungen wird. Abgestimmt wird teilweise nicht mehr nach Gesichtspunkten wie Sinnhaftigkeit oder Vereinswohl, sondern man ist dagegen, nur um dagegen zu sein. Eitelkeiten, Grabenkämpfe und persönliche Abneigungen bestimmen die Sitzungen.

    Vielleicht sollten’se kollektiv zurücktreten.

  2. leoluca sagt:

    Ich weiß nicht recht, was ich von Gerd Rehbergs offenen Brief halten soll.

    Rehberg ist für mich ein absolut integerer und respektabler Mann, dessen Sorgen um den Club man sehr ernst nehmen muss.

    Trotzdem kann ich nicht nachvollziehen, warum er eine Nichtnominierung von Clemens Tönnies durch den Wahlausschuss tatsächlich für möglich hält und davor warnt. Alle Infos, die man so als Normalo bekommt, sprechen bisher dagegen, dass es zu einem solchen Eklat kommen kann. Oder weiß Rehberg mehr?

    Was mir dagegen ordentlich zu denken gibt, ist diese Passage aus seinem Brief:

    „Als Ehrenpräsident bin ich bei den Sitzungen des Aufsichtsrats anwesend; als stiller Beobachter sehe ich die Folgen der Entscheidung des Wahlausschusses aus dem letzten Jahr sehr deutlich: Persönliche Animositäten von einigen Mitgliedern des Aufsichtsrats haben ein Ausmaß erreicht, in dem Handlungsunfähigkeit erzwungen wird. Abgestimmt wird teilweise nicht mehr nach Gesichtspunkten wie Sinnhaftigkeit oder Vereinswohl, sondern man ist dagegen, nur um dagegen zu sein. Eitelkeiten, Grabenkämpfe und persönliche Abneigungen bestimmen die Sitzungen.
    Es geht leider nicht mehr um die Sache und das Wohl des Vereins. Doch genau das sollte bei allen Überlegungen und jeglichem Handeln in den Gremien im Vordergrund stehen!“

  3. Ney sagt:

    Ich frage mich, auf wen sich das konkret bezieht. Sind ja fast alles Unternehmer, Geschäftsführer oder Leitende von irgendwas. Geht es nur um Hefer?

    http://www.schalke04.de/de/ver.....8211;.html

    Von der Mitgliederversammlung gewählt:
    Clemens Tönnies, Andreas Horn, Peter Lange, Armin Langhorst, Axel Hefer, Thomas Wiese

    Vom Sportbeirat (Abteilungen des FC Schalke 04) entsandt:
    Jens Buchta

    Vom Schalker Fan-Club Verband e.V. entsandt:
    Heiner Tümmers

    Vom Aufsichtsrat kooptiert:
    Ulrich Köllmann, Sergey Kupriyanov, Dirk Metz

  4. Alex sagt:

    Mal abgesehen von den beiden Appellen (Wahlausschuss und Rehberg), die ja beide auf der offiziellen S04-Webseite veröffentlich wurden, halte ich es für einen grundsätzlichen Fehler in unserer Satzung, dass der WA Mitglieder aus dem amtierenden AR de facto absetzen kann. Der WA macht durchaus Sinn beim Auswählen von neuen Kandidaten, auch das Prüfen der Kandidaten beim Kooptieren ist ok. Wenn jedoch ein Kandidat bereits den WA passiert hat und in den AR gewählt wurde, dann sollte auch nur die MV über dessen Wiederwahl oder Nichtwahl bestimmen dürfen. Der WA soll ja nur prüfen, ob ein Kandidat grundsätzlich geeignet ist und nicht darüber hinaus politisch eingreifen. Genau diese Möglichkeit bekommen jedoch die sieben Mitglieder des WA, wenn sie auch über amtierende ARs entscheiden dürfen.

    Das war schon vergangenes Jahr blöd gelaufen, wo zwei amtierende AR einfach nicht zugelassen wurden. Dieses Jahr polarisiert das ganze natürlich noch mehr, da der AR-Vorsitzende um seine Zulassung zur Wiederwahl in den AR bangen muss.

    Eigentlich müssten das doch alle demokratisch denkenden Menschen (ob nun CT-Kritiker oder -Freund) genauso sehen, oder?

  5. Torsten sagt:

    halte ich es für einen grundsätzlichen Fehler in unserer Satzung, dass der WA Mitglieder aus dem amtierenden AR de facto absetzen kann.

    Absolut, sehe ich auch so. Das war 2011 im Fall von Till Zech schon nicht gut. Allerdings hat es eben laut Satzung nur maximal 4 Kandidatenplätze für 2 Jobs, was auch wenig ist. Meines Erachtens sollten für 2 Jobs die Amtsinhaber automatisch, plus maximal 4 vom Wahlausschuss zugelassene Kandidaten kandidieren dürfen.

    Aber es ist unerheblich, was wir uns wünschen, solange wir es nicht als Satzungsänderungsantrag formulieren. Und zur aktuellen JHV lässt sich das auch nicht ändern.

  6. Tobias sagt:

    Warum sollte man etwas schützen, wenn es soviel Kritik auf sich zieht wie der Wahlausschuss? Rehberg hat völlig Recht, wenn er sich auch als moralische Instanz beschreibt und wenn die Arbeit im Aufsichtsrat wirklich so laufen sollte (was ich ihm glaube), ist es dringend notwendig, das öffentlich zu machen.

  7. Alex sagt:

    Torsten, ich stimme dir ebenfalls zu. 2 Amtsinhaber plus 4 Kandidaten halte ich für optimal. Ich sollte einen Satzungsänderungsantrag für 2017 vorbereiten. Hat das schon jemand versucht? (Also nicht die Satzung zu ändern, sondern genau diesen Punkt zu ändern)

  8. Matthes sagt:

    @Alex;
    Ja, hab ich so ähnlich versucht. Statt mindestens 3 und maximal 4 Kandidaten zuzulassen sollten mindestens 4 maximal 6 Kandidaten zugelassen werden. Müsste vor 3 Jahren gewesen sein. Habe den Antrag direkt gestellt als Zech nicht zugelassen wurde, für die Versammlung im Jahr darauf.
    Wurde nicht zugelassen. Es sei dann ja nicht sichergestellt ob man genügend qualifizierte Bewerber findet.

  9. Stollengewitter sagt:

    Man kann ja von Rehbergs Vorgehen halten was man will aber insbesondere was er zu den Aufsichtsratssitzungen schreibt bestätigt die Kritiker der neuen Aufsichtsräte und des Wahlausschusses. Ich finde es sehr besorgniserregend was da momentan abläuft.

  10. Ney sagt:

    Ich glaube Rehberg, dass er es so wahrnimmt. Was ich sonst so glauben soll von dem, was da steht, weiß ich nicht. Bzw. so richtig informativ ist es nicht.

  11. McP sagt:

    Es wäre im Grunde recht einfach. Der Wahlausschuss filtert jene Kandidaten raus, denen die persönliche oder formale Eignung fehlt. Falls dann zu viele übrig bleiben, wird die Liste per Briefwahl der Mitglieder vorab auf eine vernünftige Anzahl eingedampft.

    Stattdessen schuf man so ein programmiertes Politikum, hauptsächlich um dem Pöbel den Zugang zu den inneren Kreisen zu erschweren. Ich mag diese ganzen Entwicklungen nicht, den „Verein“ immer mehr seinen Mitgliedern zu entziehen. Das ist bei weitem keine schalketypische Sache, sondern anderswo noch viel fortgeschrittener.

  12. leoluca sagt:

    Natürlich schildert Rehberg seinen subjektiven Eindruck zur AR-Arbeit des vergangenen Jahres. Animositäten und Machtspiele kann man aber in der Regel ganz gut erkennen bei großer Lebenserfahrung.

  13. crisscross04 sagt:

    So langsam wird es wohl eng. Wenn erst Heldt, Jobst, Heidel und jetzt Rehberg offensichtlich und öffentlich eine Rückendeckung von Tönnies medial inszenieren und vor einer Nichtzulassung des Wahlausschusses von CT warnen, dann wird wohl an den Befürchtungen etwas dran sein.

    Jetzt haben wir auf der Manager- und Trainerposition erst einmal Ruhe und dann… Es bleibt spannend und typisch „schalkig“. Kein Wunder, wenn wir als „Chaosclub“ in der Liga betitelt werden. Wir tun auch alles, um diesem Image gerecht zu werden.

  14. leoluca sagt:

    Hier wird nicht das erste Mal über den Wahlausschuss gestritten und ich erinnere mich gut, dass es in den vergangenen Wochen einige starke Stimmen in diesem Blog gab, die dem WA durchaus den Affront durch Nichtnominierung von Tönnies zutrauten.

    Ich teile das Misstrauen zwar nicht, aber ich kann es verstehen. Es ist keineswegs völlig aus der Luft gegriffen.

    Dem WA fällt sein Vorgehen von vor einem Jahr auf die Füsse und das hat allein er zu verantworten. Ich war vor einem Jahr ziemlich irritiert, dass man mit Uwe Kemmer, der bis heute großen Anteil am Aufbau der Knappenschmiede hat, einen verdienstvollen AR nicht zuließ. Kemmers vermutlich einziger Fehler war die Nähe zu CT.

    Der WA ist halt nicht nur Opfer dunkler Machtspielchen …

  15. Authentisch sagt:

    Ich finde ja sehr erstaunlich, dass – wie Matthes sagt – bereits vor drei Jahren ein Antrag auf Satzungänderung gestellt wurde.
    Mich würde ja sehr interessieren, wer den Antrag damals nicht zugelassen hat.

  16. blues sagt:

    Schalke ist der Gemeinnützigkeit per Satzung verpflichtet. Ein Schalker Ehrenpräsident muss demnach der Satzung verpflichtet sein, muss sich schützend vor sie stellen oder sie in den Gremien mit verändern und zu Abstimmung bringen. Da gibt es rechtlich rein gar nichts zu deuteln. Auch nicht am Paragraphen mit dem Wahlausschuss. Das weiss Gerd Rehberg natürlich auch.

    Stattdesssen aber instrumentalisiert Rehberg plötzlich den Satzungpunkt „Wahlausschuss“ in dem er ihn problematisiert und nutzt die Situation und seine Position für eine ganz plump für eine Pro Tönnies Aussage.

    Dieser Wahlausschuss aber hat Clemens Tönnies bereits über 10 Mal zugelassen. Dass der Wahlausschuss erst zu einem Zeitpunkt von Rehberg problematisiert wird, an dem Tönnies in der Kritik steht und seine Zulassung als Aufsichtsrat durch den Wahlausschuss in Frage steht, zeigt deutlich, dass der Wahlausschuss lange Jahre als politisches Instrument der Machterhaltung für den Clan um den „Goldesel“ Tönnies nützlich war.

    Die Chance zu moderieren hat Gerd Rehberg mit diesem Statement leider völlig verpasst. Statt zu polarisieren, sollte Rehberg nun besser zurücktreten, denn in diesem Fall schützt auch Alter vor Torheit nicht.

  17. Marsper04 sagt:

    Wie werden denn die Mitglieder des WA ernannt? Werden die gewählt? Von wem? Welche Qualifikation muss ich als potentielles Mitglied des WA mitbringen.
    Reicht da z.B. S04-Fan und Buchautor zu sein?
    Kläre mich bitte mal jemand auf.
    Dankeschön und Glück auf!

  18. Chris sagt:

    Rehberg hätte durchaus auf die Problematik des Wahlausschusses hinweisen und diese thematisieren können, ohne Namen zu nennen. Gerade als Ehrenpräsident hätte er das tun sollen, auch um – wie hier schon richtig gesagt wurde – eine vermittelnde Rolle einnehmen zu können.

    In welchem Maße er – als stiller Beobachter – Interna aus dem AR in die Öffentlichkeit pustet, erstaunt mich. Da schützte Alter wohl tatsächlich nicht vor Torheit.

    Es ist ein Trauerspiel. Jetzt haben wir endlich mal einen Neustart mit halbwegs glaubhafter Konstanz-Ansage durch Heidel und Weinzierl und dann das.

  19. Torsten sagt:

    @Marsper04

    Das ist in der Satzung wie folgt geregelt:

    (6.3.1.3) Wahlen zum Wahlausschuss

    Der Wahlausschuss besteht aus sieben von der Mitgliederversammlung unmittelbar auf drei Jahre zu wählenden Mitgliedern. Die Kandidatur kann von jedem Mitglied, das dem Verein mindestens ein Jahr ununterbrochen angehört, beim Vorstand mindestens sechs Wochen vor der Mitgliederversammlung angemeldet werden.

    Es ist schriftlich abzustimmen. Jedes Mitglied hat so viele Stimmen, wie Ämter zu besetzen sind. Gewählt sind diejenigen Kandidaten, die die meisten Stimmen auf sich vereinen (relative Mehrheit).

    Scheidet ein Wahlausschussmitglied während der Amtszeit aus, rückt jeweils der Kandidat auf, der bei der letzten Wahl die nächsthöchste Stimmenzahl erreichte.

    Der Wahlausschuss wählt aus seiner Mitte einen Vorsitzenden. Er gibt sich eine Geschäftsordnung.

    Die Zugehörigkeit zu anderen Vereinsorganen oder die Kandidatur dazu ist mit dem Amt im Wahlausschuss unvereinbar.

  20. BlueStar sagt:

    Es wird fleißig gegen Tönnies aus dem Umfeld des WA getrommelt.

    Ist es da nicht gerechtfertigt dass auch aus dem Vereins heraus Meinungen geäußert werden ?

    Ich finde es ist nicht ungeheuerlich sondern ziemlich normal dass sich ein (besorgter) Ehrenpräsident zu Wort meldet – und wo sonst als auf der Homepage des Vereins hätte er es tun sollen ?

    Der WA ist im Zweifel allen stimmberechtigten Mitgliedern des Vereins Rechenschaft schuldig und nicht einer bestimmten Gruppierung innerhalb des Vereins, von daher gehe ich davon aus dass Kandidaten neutral bewertet werden. (Dieses Prinzip vergessen übrigens gerne die Mitglieder des Bundestags, auch wenn dieser Vergleich etwas hinkt)

    Gefordert wird ggf aktuelle AR-Mitglieder, unabhängig von den Neuzulassungen zur Wahl, zuzulassen. Eine durchaus sympathische Forderung. Hier könnten bspw auch Mitglieder des WA von sich aus tätig werden und dies als Änderungsantrag vorschlagen. Ob dies zeitlich noch machbar wäre kann ich nicht beurteilen.

    Jedoch würde dies in der aktuell hitzigen Situation bestimmt positiv rüber kommen.

  21. Marsper04 sagt:

    @Torsten
    Ich danke Dir.

    Glück auf!

  22. Gauß sagt:

    Also mir persönlich ist es vollkommen wurscht, wer ARV ist (ich sage das nur, um gleich mal meine Parteilichkeit oder Unparteilichkeit zu artikulieren), allerdings finde ich die Idee von Ney, dass der WA kollektiv zurücktreten sollte, als einen möglichen Königsweg. Der WA ist IMO ohnehin überflüssig.

    Klar – das geht nicht, weil dort mit der Mentalität von Kleingärtnern um jeden Posten gekämpft wird, aber die Idee scheint mir reizvoll.

    Kein Mensch, der irgendwas auf sich hält, lässt sich (angeblich) beschimpfen, bedrohen oder einschüchtern, ohne Konsequenzen daraus zu ziehen.

    Schalke 04 ist – und ich sage das, obwohl ich seit Geburt Schalker (ja – sogar im Stadtteil geboren und im Verein aktiv) ein Sportverein, also eine Gemeinschaft für eine der schönsten Nebensachen (!) der Welt. Mehr nicht.
    Alle Wichtigtuer sollten sich zurücknehmen, alle Amateure und Pöstchenjäger sollten nach Hause gehen und Profis machen lassen.

    Ich weiß nicht, ob CT geeignet ist oder nicht. Mir ist er nur allemal lieber, als die ganzen Vereinsmeier.

  23. Schönfärber sagt:

    Den offenen Brief halte ich überhaupt nicht für einen unerhörten Vorgang. Wenn sich Gerd Rehberg um unseren Verein sorgt, dann habe ich Angst.

    Das hier nun über den Wahlausschusses diskutiert wird, wie in anderen Foren und Netzwerken oder bei nem Bier teilweise auch gestritten wird, hat er sich selbst zuzuschreiben. Die Auswahl der AR-Kandidaten im vergangenen Jahr war gelinde gesagt unterirdisch. Nicht nur, dass die amtierenden Aufsichtsräte nicht mehr zugelassen wurden, sondern die, die sich zur Wahl stellen dürften waren nun wirklich nicht besonders.

    Gut, das Besondere war vielleicht eine kritische Haltung zu Clemens Tönnies zu haben.

  24. blues sagt:

    Kein Mensch, der irgendwas auf sich hält, lässt sich (angeblich) beschimpfen, bedrohen oder einschüchtern, ohne Konsequenzen daraus zu ziehen.

    @Gauß
    Die Fußballkultur wirkt in dieser Hinsicht allerdings eher wie ein Stahlbad. Beschimpft, bedroht und eingeschüchtert zu werden, ist dem aktuellen Fußball inhärent. Jedes Wochenende durchleben das tausende von Schiris von der Bundesliga bis runter zur Kreisliga der Juniorinnen in der B-Jugend.Die machen trotz Beschimpfungen und Bedrohungen weiter und halten die Einschüchterungen länger durch als du oben vermuten lässt.

  25. Torsten sagt:

    Es wird fleißig gegen Tönnies aus dem Umfeld des WA getrommelt. Ist es da nicht gerechtfertigt dass auch aus dem Vereins heraus Meinungen geäußert werden?

    Nein, meines Erachtens nicht. Vom Wahlausschuss selbst war bislang, abgesehen vom erwähnten Apell, nichts zu lesen oder zu hören. Der Wahlausschuss ist ein Gremium des Vereins, also auch „der Verein selbst“, so wie der Aufsichtsrat und der Ehrenpräsident. Deshalb ist es falsch, dass man unter „aus dem Verein heraus“ und „Wahlausschuss“ unterscheidet. Und deshalb ist es falsch, dass ein Amtsträger ganz offiziell als solcher das eigene Gremium unter Druck setzt.
    Das „Umfelder“ im Umfeld trommeln, dagegen habe ich nichts. Das im „Umfeld“ des Clubs auch diejenigen, die Gerd Rehbergs Ansichten teilen, laut trommeln, kann jeder mitbekommen, der auch nur hier aufmerksam mitließt.

    allerdings finde ich die Idee von Ney, dass der WA kollektiv zurücktreten sollte, als einen möglichen Königsweg. Der WA ist IMO ohnehin überflüssig.

    Ein Rücktritt führt zu Neuwahlen. Da rufen alle Juchu, denen die „Farbe“ des aktuellen Wahlausschusses nicht passt. Aber eben auch nur deshalb. Und es lässt sich nicht ernsthaft argumentieren, wieso das Votum der Mitgliederversammlung, die den aktuellen Wahlausschuss gewählt hat, weniger wert oder irgendwie „falscher“ sein sollte, als das der Mitgliederversammlung, die den nächsten Wahlausschuss wählt.

    Um den Wahlausschuss abzuschaffen braucht es eine Satzungsänderung, davor einen entsprechenden Antrag. Der Aufsichtsrat hat in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Satzungsänderungsanträgen abgelehnt, die den Wahlausschuss verändert und das Prozedere m.E. verbessert hätten. Das ist schade, aber lässt sich nunmal nicht zurückdrehen. Man kann sich leicht vorstellen, wie sehr dem einen oder anderen dies gerade sehr leid tut.

    Mit laut sein und starken Worten ist es jedenfalls nicht getan. Wie Rehberg schon sagt, diese Satzung und die damit einhergehenden Regeln sind dazu gemacht, den Club vor emotionsgeladenen Kurzschlussaktionen zu schützen. Das gilt eben auch dann, wenn einem der Weg gerade mal nicht passt.

    Wenn erst Heldt, Jobst, Heidel und jetzt Rehberg offensichtlich und öffentlich eine Rückendeckung von Tönnies medial inszenieren und vor einer Nichtzulassung des Wahlausschusses von CT warnen

    Ich glaube das stimmt so nicht. Mag sein, dass ich was verpasst habe, da ließe ich mir gerne helfen. Aber ich wüsste nicht, wann Heidel eine Nichtzulassung durch den Wahlausschuss angesprochen hätte. Bei Heldt und Jobst kann ich mich auch nicht daran erinnern.

    Ich bin übrigens unbedingt dafür und gehe weiterhin fest davon aus, dass Clemens Tönnies bei der Mitgliederversammlung zur Wahl stehen wird. Nur dass das nochmal klar hier steht.

  26. Gauß sagt:

    @blues
    Beschimpfungen, Beleidigungen auf dem Platz sind etwas anderes, als Zuhause bedroht oder eingeschüchtert zu werden, was ja angeblich dem einen oder anderen WA-Mitglied widerfahren sein soll. Also ich persönlich als Kassenwart eines Taubenzüchtervereins würde da aussteigen, wenn es so weit geht.

    Letztendlich ist die Situation um den WA mehr als ärgerlich. Plötzlich merkt man, dass dort Vereinspolitik gemacht wurde/wird, was aber überhaupt nicht zur Bestimmung des WA gehört. Meiner Meinung nach so etwas wie Amtsmissbrauch. Aber wir sind eben leider auch immer noch ein Haufen von Provinzlern, die es nicht besser verdient haben.

  27. Torsten sagt:

    @Gauß

    Ich halte es gelinde gesagt für perfide, dass Du den Mitgliedern des Wahlausschusses einen Rücktritt zum Schutz von persönlichen Bedrohungen empfiehlst, weil Dir die politische Richtung nicht passt.

    Und dass im Wahlausschuss Politik gemacht wird, ist leider nicht neu. Das ist seit Erfindung des Wahlausschusses so.

  28. Nordlicht sagt:

    Ich mag mich dazu nicht mehr äussern. Persönlich empfinde ich diese Gehampel um die Wahl nur noch hochgradig peinlich.

    Sollte Clemens Tönnies nicht einmal zur Wahl zugelassen werden, machen wir uns in der gesamten Republik zum Gespött.

    Bin ich froh wenn alles vorbei und der mediale Spott vorüber ist.

  29. Gauß sagt:

    @Torsten
    Irgendwas hast du da nicht richtig verstanden.
    Mir ist die politische Richtung des Wahlausschusses vollkommen egal.
    Sie interessiert mich nicht. Mir ist auch egal, wer im AR sitzt oder dort den Vorsitzenden spielt, solange dort Leute sitzen, die nicht mit großen Mengen von Ahnungslosigkeit oder Kleingeistigkeit gesegnet sind.

    Ich finde es nur ungehörig, dass der WA überhaupt eine politische Richtung hat und sie in ihren Entscheidungen auslebt, wie du indirekt behauptest.
    Da ich in solcherlei Vereinsgremien nicht Zuhause bin und du dich da anscheinend bestens auskennst, nehme ich als Erkenntnis mal, dass die Politik im WA eine entscheidende Rolle spielt. Habe ich das so richtig verstanden?

    Falls ja – dann ist das eine Sauerei. Nicht mehr und nicht weniger.

  30. Torsten sagt:

    Da ich in solcherlei Vereinsgremien nicht Zuhause bin und du dich da anscheinend bestens auskennst, nehme ich als Erkenntnis mal, dass die Politik im WA eine entscheidende Rolle spielt. Habe ich das so richtig verstanden?

    Falls ja – dann ist das eine Sauerei. Nicht mehr und nicht weniger.

    Das ist absolut so. Der Wahlausschuss ist heiß umkämpft und politisch wichtig. Das war er, als er als „tönniesnah“ galt, den als kritisch geltenden Aufsichtsrat Till Zech nicht zur Wiederwahl zuließ und nichtmal die mögliche Zahl an Kandidaten bei einer Wahl mit CT zur Wahl stellte. Das war er, als zuletzt zwei Aufsichtsräte nicht zur Wiederwahl zugelassen wurden, um offensichtlich möglichst viele „tönnieskritische“ Kandidaten zur Wahl zu stellen.

    Der Wahlausschuss ist aber immerhin auch das einzige Gremium, dass von der Mitgliederversammlung ganz direkt und ohne vorherige Filter gewählt wird. Insofern ist genau hier die eigentliche Stellschraube der grundsätzlich demokratisch orientierten Satzung.

    Das als Sauerei oder als Mitgliedervotum zu empfinden kann natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

  31. Gauß sagt:

    @Torsten

    Vielen Dank für die offenen Worte, das ist das erste Mal, dass jemand, der sich mit Satzung oder Vereinsleben so gut auskennt, mir das so eindeutig bestätigt.
    Wenn es dir nicht zu langweilig wird, kannst du mich dann bitte noch einmal in einem anderen Punkt aufklären. Falls ich das richtig verstanden habe, wurde der WA irgendwann installiert, gewählt, vorgeschlagen oder was auch immer, um die Eignung der AR-Kandidaten zu prüfen, damit nicht jeder Helmut Kremers (oder wer auch immer) mit markigen Sprüchen die entweder bierseeligen oder(sorry) dummen Mitglieder auf seine Seite ziehen konnte.
    Dazu sollte er (falls ich da richtig liege) im Zweifelsfall dafür sorgen, dass nicht 500 Kandidaten für den AR die MV zu einem mehrwöchigen Symposium machen, damit jeder genug Redezeit hat.

    Ist das so weit richtig?

    Falls ja, dann stimmt es doch auch, dass der WA nicht den Auftrag hat, die politische Richtung des AR rsp. seiner Mitglieder durch Zulassung von Kandidaten zu beeinflussen. D.h. die Entscheidung über die ZUlassung eines AR-Kandidaten ist für den WA digital – soll heißen: ja = geeignet, nein = ungeeignet.

    Geeignet oder ungeeignet ist dann vollkommen unabhängig von Meinung oder Ausrichtung des Kandidaten. Er kann politisch braun oder grün sein, ein Mann oder eine Frau (oder sogar ein Zwitter), 20 Jahre alt sein oder 90, Tönnies heißen oder Wieland, seit 20 Jahren im AR sitzen oder neu sein oder oder oder.
    All das hat den WA gemäß seines Auftrags nicht zu interessieren. Sie prüfen die Eignung und reichen dann die Entscheidung an die Mitglieder weiter, die zur Wahl aufgefordert sind. Der WA ist keine Wahlversammlung, darf also nicht den AR wählen (nur als Mitglied natürlich schon).

    Wenn das alles so ist, dann verstehe ich die Aufregung nicht. Tönnies ist zweifellos geeignet (leitet erfolgreich ein Großunternehmen und hat Jahrzehnte Erfahrung in Aufsichtsräten), ob man ihn nun mag oder nicht, ob er ein Wichtigtuer ist oder nicht, ob er sich zu sehr einmischt oder nicht. Also muss der WA ihn zulassen, sonst wird im WA Amtsmissbrauch betrieben.
    Sehe ich das richtig?

  32. Alex sagt:

    @Torsten
    Deine letzte Ausführung ist sehr spannend. Ich habe zwar hier und da Einzelheiten mitbekommen, aber die Zusammenhänge sind mir so nicht bekannt gewesen. Der WA war also mal ein Schutzschild von Tönnies und nun ist er das Gegenteil. Ergo: Tönnies ist selbst schuld, denn es wurden ja scheinbar alle Satzungsänderungen zum WA vom AR nicht zugelassen.

    Dumm daran ist nur, dass es dem ganzen Verein schadet, wenn der WA nun seine Macht ausnutzt und Tönnies nicht zur Wahl zulässt. Das würde lange durch die Presse gehen und uns richtig lächerlich machen.

    Ich halte es wie @Nordlicht. Hoffentlich ist das ganze bald vorbei. Wir haben jetzt einen sehr guten Manager, hoffentlich einen guten Trainer, Elgert will weitermachen, Jobst macht sich gut und zum umstrittenen Peters kann ich nicht viel sagen, aber wir sind ja eigentlich auf dem richtigen finanziellen Weg. Wir sollten uns endlich wieder auf die wichtigen sportlichen Dinge und die Sanierung des Berger Felds konzentrieren.

  33. Ney sagt:

    @Gauß

    allerdings finde ich die Idee von Ney, dass der WA kollektiv zurücktreten sollte, als einen möglichen Königsweg.

    Wie kommst Du denn auf diese Interpretation? Zurücktreten sollte der Aufsichtsrat, wenn er denn so zerstritten ist und dem Verein schadet, wie Rehberg andeutet. Aber damit habe ich sein Geraune nur absichtlich ein wenig überspitzt.

  34. Tobias sagt:

    @Gauß

    Teilweise siehst du das richtig, denn der Wahlausschuss kann eben nicht alle geeigneten Bewerber zulassen, sondern höchstens doppelt so viele wie AR-Plätze neuzuwählen sind. Also könnten sie durchaus zu dem Ergebnis kommen, das Tönnies geeignet sei, vier weitere Bewerber aber noch viel geeigneter. Die Entscheidung des WA ist dazu nicht anfechtbar und muss nicht begründet werden – Es ist also viel Platz für Gemauschel.

    So geschehen letztes Jahr, als ausscheidende AR-Mitglieder nicht zur Wiederwahl zugelassen wurden. Dieses Vorgehen sorgt meiner Meinung nach auch heute noch für viel Druck, denn so hat sich der WA zum „mächtigsten“ Gremium aufgeschwungen. Die Kandidaten letztes Jahr hatten alle ein sehr ähnliches Meinungsspektrum und kaum Differenzen in ihren Ansichten – Die Politik des Aufsichtrates wurde also nicht auf der Mitgliederversammlung bestimmt, sondern vorher im Wahlausschuss. Es wurde nur darüber abgestimmt, wer seinen Hintern da platzieren darf, aber nicht darüber, wie gehandelt werden soll – das stand durch die Vorauswahl schon fest.

    Das führt heute aus meiner Sicht ebenfalls zu frühen Warnungen davor, Tönnies nicht zur Wahl zuzulassen. Der Wahlausschuss hat bewiesen, das er nicht genehme AR Mitglieder nicht unbedingt zur Wiederwahl stellt, und wer ist bei vielen der WA-Mitglieder schon unbeliebter als Tönnies…? So eine weitreichende Entscheidung wie die Abwahl des amtierende Aufsichtratsvorsitzenden bedarf aber meiner Meinung nach das Votum der ganzen Mitgliederversammlung. ICh hoffe der WA sieht das auch so.

  35. Gauß sagt:

    @Ney
    Sorry, Missverständnis.

    Wobei ich die Idee, dass auch der WA zurücktritt, sehr reizvoll finde.

    @Tobias
    Danke – da bin ich voll bei dir.

  36. Torsten sagt:

    Dieser [der Wahlausschuss] entscheidet abschließend nach pflichtgemäßem Ermessen über die Zulassung der Kandidaten. Dazu sollen die Kandidaten vorab persönlich angehört werden. Die Entscheidungen des Wahlausschusses sind nicht zu begründen und unanfechtbar. Die Entscheidung soll sich alleine an der Eignung der Kandidaten zum Aufsichtsratsamt orientieren. Der Wahlausschuss soll mehr Kandidaten zulassen, als Aufsichtsratsämter zu besetzen sind, höchstens aber die doppelte Zahl. Der Wahlausschuss muss im Rahmen seiner Entscheidungen jeweils ein Mitglied vom Vorstand und Ehrenrat anhören.

    So steht es unter Punkt (6.3.1.1) Wahlen zum Aufsichtsrat der Satzung. Und wie so häufig bei „Gesetzen“ geht es um die Interpretation. Für die eine Seite bedeutet „Eignung der Kandidaten“ eine rein formelle Eignung, für die andere Seite geht es um die inhaltliche Eignung. Wenn beispielsweise für den gesamten Club mit allen vorhandenen Strömungen klar ist, dass die Rechtsform des FC Schalke 04 unantastbar ist, wäre es fahrlässig, einen Kandidaten zur Wahl zuzulassen, der erklärt sich für die Änderung der Rechtsform einzusetzen.

    Fahrlässig deshalb, weil die Anzahl der möglichen Kandidaten ein Knackpunkt ist. Denn …

    Der Wahlausschuss soll mehr Kandidaten zulassen, als Aufsichtsratsämter zu besetzen sind, höchstens aber die doppelte Zahl.

    Auch noch Punkt (6.3.1.1) Wahlen zum Aufsichtsrat. Eben deshalb kann der Wahlausschuss nicht jeden, der formell geeignet ist, zulassen, sondern muss in der Regel unter einer größeren Anzahl formell geeigneter Kandidaten auswählen. Da kommt man mit der „digitalen Entscheidung“ nicht mehr zurecht.

    dann verstehe ich die Aufregung nicht. Tönnies ist zweifellos geeignet (leitet erfolgreich ein Großunternehmen und hat Jahrzehnte Erfahrung in Aufsichtsräten), ob man ihn nun mag oder nicht, ob er ein Wichtigtuer ist oder nicht, ob er sich zu sehr einmischt oder nicht. Also muss der WA ihn zulassen

    Das sehe ich zu 100% genauso. Deshalb gehe ich weiterhin auch fest davon aus, dass Clemens Tönnies zur Wahl zugelassen wird, auch weil ich die Mitglieder des Wahlausschusses für vernünftige und verantwortungsbewusste Leute halte. Sollte es anders kommen hielte ich es für falsch und sehr schlecht, aber „Amtsmissbrauch“ wäre es sicherlich nicht, siehe oben.

    Mein Tipp für die Entscheidung des WA ist:
    Clemens Tönnies wird zugelassen, Peter Lange nicht.

  37. Gauß sagt:

    @Torsten

    Danke für deine Geduld. Ich glaube, dass ich mich der Erkenntnis annähere.

    Zwei Fragen bleiben dennoch:

    – Der Gesetzgeber hat es aufgegeben, dass seine Formulierungen eineindeutig (wie der Naturwissenschaftler sagt) sein müssen. Es geht um die Intention, die für einen großen Teil des Verkehrs (wie die Juristen mitunter sagen) erkennbar oder selbstverständlich ist.
    Ich denke – weiß es aber nicht – dass den Mitgliedern niemand gesagt hat „Ihr wählt jetzt den Wahlausschuss, der euch in Zukunft sagt, wer eure Meinung vertreten darf und wer nicht und wer den Verein führt und wer nicht.“

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Intention war, einen WA ins Leben zu rufen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das irgendeinem Mitglied recht wäre. Allerdings kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die meisten Besucher der MV nicht begreifen, dass sie mit dem WA das oberste Gremium des Vereins wählen.

    Welch eine Lachnummer.

    – In der Satzung steht also, dass der WA maximal die doppelte Menge der zu besetzenden AR-Posten als Kandidaten zulassen soll. Kapiert.
    Aber ist das nicht ziemlich blöd, weil es doch egal ist, ob für zwei freie Posten drei, vier oder sechs Kandidaten zugelassen werden, solange diese geeignet sind? Und ich bezweifele mal, dass man überhaupt sechs findet, die tatsächlich (und digital) geeignet wären. Verwaltungsangestellte aus Buer oder Meerbusch fallen dann in der Regel ebenso raus, wie Oberstudienräte oder Vorsitzende von Kleingartenvereinen oder … Auch wenn sie noch so nett sind und das Vereinslied textsicher vortragen können.

    Zumindest nach meinem Verständnis. Aber dazu könnte (müsste man das nicht sogar?) man ja ein Lastenheft erstellen, was eine digitale Entscheidung erleichtert.

  38. Tobias sagt:

    @Torsten

    Was sind denn deiner Meinung nach Gründe, Peter Lange nicht zuzulassen? Er hat wesentliche Teile des Leitbilds mitgestaltet (wo auch der e.v. festgeschrieben ist), ist Sozial tätigt (u.a. Schalke hilft!), hat langjährige Erfahrung, nicht nur im Schalker Aufsichtsrat und steht für einen Kurs vernünftiger finanzieller Konsolidierung.

    Wie man ihn nicht zulassen könnte, würde ich nicht verstehen.

    btw, ist irgendwo bekannt, wer sich noch so beworben hat? Hat das schon irgendwer veröffentlicht?

  39. Torsten sagt:

    Was die Intention bei der Einführung des Wahlausschusses war, darüber kann ich nur spekulieren. Dem Wahlausschuss wurde schon immer vorgeworfen, ein Instrument zur Steuerung des „Aufsichtsrats-Zufluss“ zu sein. Zunächst erschien es so, als müsse man möglichst „glatt“ sein, um zugelassen zu werden. Nun scheint es so, als müsse man möglichst „kritisch“ sein.

    Ich denke, dass die Wichtigkeit des Wahlausschusses jedermann klar sein sollte, der diesen bei der JHV wählt. Zur letzten Wahl des Aufsichtsrats hat sich der Verein gar bemüßigt gefühlt, eine Kampagne („Starkes Schalke“) zu starten, um einen Teil(!) der Kandidaten zu unterstützen. Dabei hatte man den finanziell vom Club abhängigen „Schalker Fan-Club Verband“ (SFCV) instrumentalisiert. Es gab also einen groß angelegten und „lauten“ Wahlkampf um den Wahlausschuss, und die Mitgliederversammlung hat eben so gewählt. Ich denke nicht, dass man nun sagen kann, „man hätte von nichts gewusst“.

    In der Satzung steht also, dass der WA maximal die doppelte Menge der zu besetzenden AR-Posten als Kandidaten zulassen soll. Kapiert. Aber ist das nicht ziemlich blöd, weil es doch egal ist, ob für zwei freie Posten drei, vier oder sechs Kandidaten zugelassen werden, solange diese geeignet sind?

    Sehr blöd, sehe ich auch so. Und sahen über die Jahre schon ganz viele aktive Schalker so. Wie schon gesagt, es gab etliche Satzungsänderungsanträge zum Wahlausschuss. Auch von Seiten als kritisch erachteter organisierten Fans. Es wurde vorgeschlagen, den Wahlausschuss zugunsten einer direkten AR-Wahl der Mitgliederversammlung abzuschaffen. Es wurde vorgeschlagen, dass die Mitgliederversammlung nach Entscheidung des Wahlausschusses mit einer entsprechenden Mehrheit die Kandidatur von einzelnen Kandidaten nachträglich zulassen kann.

    Alle diese Anträge wurden vom Aufsichtsrat(!) – der über die Zulassung von Satzungsänderungsanträgen bestimmt – abgelehnt. Stets wurde auf die satzungsgemäße Bestimmung des Wahlausschusses hingewiesen.

    So geht eben Politik. Damals mochten die Entscheider die Entscheidungen des Wahlausschusses und wollten entsprechend keine Veränderungen. Nun mögen sie sie nicht und stünden Änderungsanträgen wohlmöglich wohlwollender gegenüber. Daran ist wenig skandalös. So funktioniert Politik überall.

  40. andres sagt:

    schliesse mich Tobias‘ Frage an
    was spricht gegen Peter Lange?
    Mir persönlich sagt der Wenig. Misstrauisch bin ich nur wegen seiner Verbindung zur WAZ, da könnte sich ein Leck hinter verbergen (muss aber nicht)

  41. andres sagt:

    und noch eine Frage:
    warum wurde festgelegt, dass der WA seine Entscheidungen nicht begründen muss? Gerade das lässt dann im Nachhinein viel Interpretationsspielraum

  42. Torsten sagt:

    Was sind denn deiner Meinung nach Gründe, Peter Lange nicht zuzulassen?

    Zunächst mal klargestellt: Ich weiß dazu nichts. Ich stelle nur Vermutungen an.

    Peter Lange wurde bereits einmal von der Mitgliederversammlung nicht wiedergewählt. Er wurde vom damaligen Wahlausschuss zur JHV 2013 trotzdem wieder zur Wahl gestellt. Damals hatte der Wahlausschuss für 2 Plätze nur die vorherigen AR Tönnies und Lange plus einen(!) Kandidaten zugelassen. Das wurde von großen Teilen der aktiven Fanszene als Affront erachtet. Es wurde vermutet, dass hier vor allem Peter Langes Nähe zu Clemens Tönnies ausschlaggebend war, und es wurde als einigermaßen skandalös empfunden, dass sich der damalige Wahlausschuss offensichtlich nicht um die Entscheidung der Mitgliederversammlung scherte.

    ist irgendwo bekannt, wer sich noch so beworben hat? Hat das schon irgendwer veröffentlicht?

    Nein, dazu gibt es keine Veröffentlichungen. Die Frist zur Kandidatur läuft bis 6 Wochen vor der JHV, danach hat der Vorstand eine Woche Zeit, die Bewerbungen dem Wahlausschuss zu übergeben. Da natürlich alle Bewerber persönlich angehört werden, braucht es da eine geeignete Terminfindung. Deshalb zieht sich das auch alles so hin. Letztlich beschränkt sich der Job des Wahlausschusses auf drei oder vier Tage. Das findet wohl in dieser Woche statt. Für Ende dieser Woche wird die Bekanntgabe der zugelassenen Aufsichtsratskandidaten erwartet.

    Warum wurde festgelegt, dass der WA seine Entscheidungen nicht begründen muss?

    Das weiß ich leider auch nicht. Ich denke aber, dass jede Begründung eher zu noch mehr Diskussionen führen würde.

  43. Netsmurf sagt:

    Tobias sagt:

    Was sind denn deiner Meinung nach Gründe, Peter Lange nicht zuzulassen? Er hat wesentliche Teile des Leitbilds mitgestaltet

    Uwe Kemmer hat auch vieles für die Jugendarbeit geleistet und wurde letztes Jahr nicht wieder zugelassen. Seinen persönlichen Unmut hat Uwe Kemmer auch auf der JHV vorgetragen, das ging nicht geräuschlos ab.
    Stattdessen gab es dann solche Granaten wie den Ludger Wibbeke und Stefan Blaschak. Letzterer ist erst 2013 in den Hauptverein eingetreten. Man beachte die Rahmenbedingungen für eine AR-Kandidatur: Man muß mindestens 1 Jahr bereits Mitglied sein.
    Wieso einer der beiden Kandidaten jetzt geeigneter als Uwe Kemmer gewesen sein soll, verschließt sich nicht nur mir. Aber der WA muß sich laut Satzung nicht erklären, das haben wir so gewollt und damit müssen wir jetzt auch leben. Alles Satzungskonform!

    Ein erkennbarer Unterschied zwischen den zugelassenen und nicht zugelassenen Kandidaten war die Einstellung/Nähe zu Tönnies. Ich will das nicht mit der Aussage unterstellen, aber das hat nicht nur bei mir den Eindruck eines Geschmäckle hinterlassen.
    Gepaart mit den Aufrufen fast aller Funktionsträger und den sehr mahnenden Worten eines Rehberg ist jetzt ordentlich Druck im Kessel.

    Nominiert der WA wieder solche Helden anstelle der aktuellen Amtsträger, dann unterstelle ich denen, das sie sich nicht mehr um das Wohl des Hauptvereins scheren. Dann werden wir richtig Spaß auf der JHV haben. Back to 80er

  44. Torsten sagt:

    Alles Satzungskonform!

    Das ist der Punkt. Es wird Zeit, dass der Aufsichtsrat mal Satzungsänderungsanträge zum Thema Wahlausschuss zulässt, damit die Mitgliederversammlung auch was daran verändern kann.

    Mir wäre es sehr recht, wenn die Mitgliederversammlung durch einen „eingefangenen“ WA tatsächlich direkten Einfluss auf die Besetzung des Aufsichtsrats hätte. Vielleicht sollten wir uns mal zusammensetzten und einen entsprechenden Antrag für die JHV 2017 formulieren …

  45. dreiköpfiger Affe sagt:

    Eine maximale Bewerbermenge halte ich in einem, vielleicht etwas großzügigeren, Rahmen für durchaus sinnvoll.
    Es gilt zu verhindern das Kandidat A mit 6,7%, vor Kandidat B mit 6,4%, […] Kandidat Z mit 1,2% gewinnt.
    Bei so einer Abstimmung ist auch keinem geholfen. Wieviel Anwesende informieren sich wohl vorher über die Kandidaten? 20%? Vielleicht lesen noch weitere 20% die kurzen Infos auf der Schalker Homepage.
    Aber wenn da 10, 12 Kandidaten stehen, machen die das auch nicht mehr…

    Kann ich mich mit meinen drei Köpfen eigentlich nur auf einen Platz im AR bewerben oder direkt auf drei?

    dreiköpfiger Affe

  46. Netsmurf sagt:

    Torsten sagt:
    Vielleicht sollten wir uns mal zusammensetzten und einen entsprechenden Antrag für die JHV 2017 formulieren …

    Gerne, wenn hier mit Augenmaß eine Anpassung vorgenommen wird, sehe ich nach den letzten Jahren auch eine realistische Chance den auch durchzubekommen.

  47. derGrafschafter sagt:

    es ist Rebergs gutes Recht, sich sorgend um die Vorgänge im WA einzuschalten.
    Er ist absolut integer und Schalker durch und durch.
    Wenn ein Mann mit soviel (Lebens)-Erfahrung sich auf die Seite von Clemens Tönnies stellt, muß es ja wohl sehr gute Gründe geben.
    Wer sonst als Clemens Tönnies soll unseren Verein führen? Seine Verdienste sind unumstritten, die Angriffe gegen ihn ehrabschneidend und unverschämt.
    Aber, klar jeder Jeck tickt anders….

  48. Torsten sagt:

    Wer sonst als Clemens Tönnies soll unseren Verein führen?

    Der Vorstand.

  49. Ney sagt:

    es ist Rebergs gutes Recht, sich sorgend um die Vorgänge im WA einzuschalten.

    Ob es sein gutes Recht ist, weiß ich nicht, ich kenne die Rechte und Pflichten eines Ehrenpräsidenten nicht. Aber die „Vorgänge im Wahlausschuss“ sind nicht so recht nachzuvollziehen. Hat der sich denn schon getroffen und Rehberg weiß da was?

    Er ist absolut integer und Schalker durch und durch.

    Das sind viele und doch unterschiedlicher Meinung.

    Wenn ein Mann mit soviel (Lebens)-Erfahrung sich auf die Seite von Clemens Tönnies stellt, muß es ja wohl sehr gute Gründe geben.

    Nur wissen wir die nicht.

    Wer sonst als Clemens Tönnies soll unseren Verein führen?

    Der Vereinsvorstand. Clemens Tönnies ist Aufsichtsratsvorsitzender. Er soll nicht führen, sondern kontrollieren. Wer sonst noch so im AR sitzt, für den unwahrscheinlichen Fall, dass Tönnies nicht mehr dabei wäre, ist auf http://www.schalke04.de/de/ver.....8211;.html nachzulesen. Die alternativen Kandidaten für die beiden Posten, die jetzt auslaufen, kennen wir allerdings noch nicht.

    Seine Verdienste sind unumstritten,

    Das nun wirklich nicht.

    die Angriffe gegen ihn ehrabschneidend und unverschämt.

    Wie meinst Du das – alle? Oder nur ganz bestimmte?

  50. Blauhai sagt:

    Nun mir sind die Ausführungen eines Herrn Rehberg gehaltvoller und gewichter als die ganzen Oppositionsschreihälse im Stadion und ausserhalb, zb im Frikadellenqueenforum westline. Da geht es nicht um die Sache, das Wohl vom Verein, nein es geht um Personenabschuss und Diffarmierung ohne Rücksicht auf Verluste. Das ist eine Personenklientel die müssen in regelmäßigen Abständen eine Sau durchs Dorf jagen. Mein Tipp, Herr Heidel wird bei denen und der Frikadelle auch noch dran kommen.
    @Thorsten, ich finde es nicht unerhört, sondern wichtig, dass Herr Rehberg sich äussert. Nur manchen passt der Inhalt nicht!
    Köstlich finde ich auch die Gutgläubigkeit(haben ja noch nichts gemacht, doch haben sehr wohl schon was gemacht, dies nicht positiv)in sachen WA, alles zum Wohle des Vereins handelnde Menschen.Das sind sie mit nichten, wenn ich mir deren Gesinnung ansehe. Ja die sind gewählt, weiss ich, es sind schon viele unpassende Personen irgendwo in der Welt gewählt worden. Nein diese Klientel passt nicht zu einem professionellen Proficlub (Wirtschaftsunternehmen und kein Theken und Frikadellenclub) in 2016.

  51. Ney sagt:

    Frikadellenclub passt nicht, dann schon eher Schnitzel- und Mettzwergeclub http://www.tillmans.de/produkte.html

    Da geht es nicht um die Sache, das Wohl vom Verein, nein es geht um Personenabschuss und Diffarmierung ohne Rücksicht auf Verluste.

    Das klingt etwas überraschend, wenn gleichzeitig gegen andere Schalker als „Oppositionsschreihälse“, „Frikadelle“ oder „Frikadellenqueen“ geledert wird.

    (NB, Torsten Wieland schreibt sich ohne „h“)

  52. T. Fischer sagt:

    Liebe Leute,
    mir wird es in den letzten Artikeln etwas zu politisch im Koenigsblog.net

    Ich hoffe, dass die EM es schafft, dass wir wieder n bisschen mehr Fußball „auf dem Schirm haben“.

    Aber vor den „Wahlen“ wird das wohl nichts werden.

    Abgesehen davon meine ich, dass die Rechte des WA zu weitreichend sind. Und daher begrenzt werden müssen, zumindest bei der übernächsten JHV. Also, wenn sich wegen deines Artikels Torsten daraus eine entsprechende Initiative entwickelt, dann fände ich das wiederum großartig.
    Glück auf

  53. Netsmurf sagt:

    Der Passus mit dem Wahlausschuss muß ja nur angepaßt werden.
    Das Konstrukt als solches ist sinnvoll, aber man hat, wie bei vielen anderen Sachen ja auch der Fall, den Handlungsauftrag nicht sehr detalliert bzw. vollumfänglich ausgeführt.
    Es muß eine Ergänzung erfolgen, das einmal zugelassene und von der JHV gewählte AR-Mitglieder gesetzt sind. Damit hätte man den Großteil der Diskussionen vom Tisch.
    Das rollierende Wahlsystem macht auch Sinn, damit der WA nicht mehr so anfällig auf Trends reagiert.
    Ausformulieren, einreichen und ab dafür ;-)

  54. idioteque sagt:

    Statt einer automatischen Zulassung von gewählten und amtierenden AR-Mitgliedern wäre vielleicht eine bevorzugte Zulassung sinnvoller, also dass sie zur Wahl zugelassen werden, solange sich an ihrer Eignung nichts elementar geändert hat. Am besten mit dem Zusatz, dass der WA dann eine Ablehnung schriftlich begründen müsste und der abgelehnte AR eine Möglichkeit zur Anfechtung bekommt. Wie die allerdings speziell aussehen soll, wüsste ich auf die Schnelle auch nicht.

  55. BlueNote sagt:

    Liest man sich die Satzung durch, kann man nie und nimmer begreifen, dass diese ganze Diskussion überhaupt geführt werden muss. Warum tun wir es dennoch? Weil das Amt des AR-Vorsitzenden dank des aktuellen Amtsinhabers in einer Art und Weise über Jahre von allen Seiten künstlich aufgeblasen wurde, dass man es nicht wiedererkennen kann. Es ist völlig schizophren. Dieser Position wird eine fast schon überirdische Macht und Notwendigkeit angedichtet, dass ich es nicht fassen kann. Legendenbildung sagt man wohl dazu. Das grenzt schon an Gruppenhysterie und -hypnose. Der Mythos im Mythos quasi. Als Ergebnis fragen allen Ernstes immer wieder Fans und Mitglieder, wer den Verein denn sonst führen soll. Die Antwort gab der Fleischfabrikant, über Nacht spontangeläutert, doch selbst auf der Heidel-Einführungs-PK: Der Vorstand. Niemand sonst leitet die Geschicke dieses Clubs. Aber es will einfach nicht in die Hirne von einigen Unverbesserlichen. Phänomenal? Schalkig? Ne, total Banane!

    Rehbergs Brief ist zu kritisieren, weil er diese Legende stützt, Interna preisgibt und wüsten Spekulationen Vortrieb leistet. Den Brief und seine Intention gut zu finden und im gleichen Atemzuge Ruhe im Verein zu fordern ist auch ein unglaubliches Paradoxon, dem man immer wieder begegnet in diesen Tagen.

    Die Idee, einer in der Breite diskutierten und dann nächstes Jahr in die MV eingebrachten Satzungänderung zum Wahlausschuss ist gut und überfällig und wichtig, hilft aber in 2016 niemandem mehr.
    Dann sollte man aber auch konsequenterweise eine nachhaltigere Satzungsbefolgung in Bezug auf den Ausschluss unehrenhaft handelnder Mitglieder einfordern, die sich in der Öffentlichkeit vereinsschädigend verhalten haben. Dies konsequent zu Ende gedacht und durchgeführt, hätte nach meinem ethischen Verständnis längst zu einem Ausschluss des AR-Vorsitzenden führen müssen und es wäre wirklich Ruhe im Verein. Solange eine breite Masse aber nachgewiesene Preisabsprachen im Fleischmarkt nicht als unehrenhaft ansieht und die Augen verschließt vor solch einem widerwärtigen Verhalten, bleibt alles auf Schalke eben wie es ist. Ethik? Putin? Medienmanipulation? Ist mir doch Wurst, Hauptsache der Rubel rollt, oder was? Darüber sollte viel mehr diskutiert werden als über das in Wahrheit doch so völlig unwichtige Amt des Grußkönigs im AR an sich. Bäh.

  56. blues sagt:

    @T. Fischer

    „Liebe Leute, mir wird es in den letzten Artikeln etwas zu politisch im Koenigsblog.net“

    Offene Debatten,Wahlen und Abstimmungen sind die demokratischen Mittel, die entscheidenden Gremien eines Vereins zu besetzen. So läuft demokratische Steuerung. Das ist ganz normale Vereinspolitik.

    Ein paar verteilte Kumpelkisten und das Ausschiessen der Aufsichtsräte an der Torwand, reichen sicher nicht aus, um einen gemeinützigen Verein zu legitimieren. Wer Satzung und Besetzung der Gremien nicht debattieren und die Diskussion beenden möchte, träumt in Wirklichkeit von einem „e.V. light“. Ich für meinen Teil möchte nicht, dass Schalke zu einem Wurst-Leipzig wird und von der Legitimation her auf Augenhöhe mit dem Brauseclub agieren muss.

  57. Tobias sagt:

    Hui, erst den Brief kritisieren mit dem Verweis auf Ruhe im Verein und dann direkt wieder gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden schießen… na wenn das nicht Paradox ist ;)

  58. Gauß sagt:

    BlueNote schreibt: „Solange eine breite Masse aber nachgewiesene Preisabsprachen im Fleischmarkt nicht als unehrenhaft ansieht und die Augen verschließt vor solch einem widerwärtigen Verhalten, bleibt alles auf Schalke eben wie es ist. Ethik? Putin? Medienmanipulation? “

    Danke BlueNote (tolles Label übrigens), endlich kommt hier ein wenig Spaß in die Diskussion.
    (Obwohl ich bei dem Rest deines Postings überwiegend bei dir bin.)

    Mich würde jetzt tatsächlich interessieren, was du studierst oder seit wann du als Sozialpädagoge unterwegs bist.
    Solch weltfremde Beurteilungen liest man ja mittlerweile nicht mehr bei den Linken. Klasse.
    Preisabsprachen im Fleischmarkt? Tatsächlich? Donnerwetter, wo hast du die Geheiminformationen her?
    Wo gibt es denn keine Preisabsprachen? Selbst bei den Beamten für Dienstleistungen der Stadt oder Bußgeldern oder was auch immer gibt es die. Mag man bedauern, ist aber logisch und vollkommen in Ordnung.
    Wenn dir das nicht gefällt, boykottiere doch den Fleischmarkt, den Automarkt, den Rohstoffmarkt, den Energiemarkt, den …

    Und was hat das jetzt alles mit Schalke zu tun?

  59. Authentisch sagt:

    Auch wenn keiner direkt auf meine Frage geantwortet hat, habe ich der Diskussion entnommen, dass der AR dafür verantwortlich war, dass die Satzung in Hinblick auf den WA nicht geändert wurde.

    Ich bin auch dafür, dass der WA nur über neue Kandidaten entscheiden soll. Die amtierenden AR-Mitglieder wurden ja bereits geprüft.
    Dass es in unserer Satzung anders steht, halte ich für einen Geburtsfehler des Wahlausschusses. Aber jeder Verantwortliche hätte seit 1995 einen entsprechenden Antrag einreichen können, insbesondere die AR-Mitglieder selber.

    Wie ich hier gelesen habe, wurde der WA in der Vergangenheit zur Vereinspolitik genutzt, nur eben mit anderen Vorzeichen als jetzt. Und somit fällt dem AR nun seine eigene Politik auf die Füße.
    Wenn jemand mit Weitblick und einem größeren Demokratie-Verständnis den Verein geleitet hätte, hätte man die Satzung schon längst ändern können. So oder so ist Clemens Tönnies selbst für die Lage verantwortlich, in der er sich jetzt befindet.

    Den Brief von Rehberg sehe ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits gibt er jedem Schalker einen Einblick in die Schwierigkeiten bei der Arbeit im AR. Andererseits sollte er gewährleisten, dass der WA ohne Druck von außen seiner Aufgabe nachkommen kann. Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass das nicht so öffentlichkeitswirksam geschieht.

  60. idioteque sagt:

    @Gauß:
    Nö, geheime Preisabsprachen sind illegal, dementsprechend sind auch Firmen der Tönnies-Gruppe zu Strafgeldern verurteilt worden. Und darüber, ob illegales Handeln zuungunsten der Verbraucher mit dem Ziel der Gewinnmaximierung unehrenhaft ist, müssen wir hier nicht diskutieren. Allerdings ist CT persönlich kein Fehlverhalten oder Mitwisserschaft nachgewiesen worden (soweit ich weiß), also gibt es keine rechtliche Grundlage, um ihn wegen Unehrenhaftigkeit auszuschließen.

    Der von bluenote geforderte Ausschluss unehrenhafter AR-Mitglieder ist aus meiner Sicht trotzdem problematisch, weil „unehrenhaftes Verhalten“ ein sehr schwammiger Begriff ist und vor allem, weil die Mitglieder des Vereins entscheiden sollten, wie viel Unehrenhaftigkeit sie in den Vereinsgremien dulden, solange der Verein nicht direkt beschädigt worden ist.

  61. Gauß sagt:

    Natürlich sind Preisabsprachen überwiegend illegal.
    Sie bestimmen trotzdem unsere „freie Marktwirtschaft“.

    (wie so Einiges übrigens, was illegal ist)

  62. blues sagt:

    @idioteque

    Allerdings ist CT persönlich kein Fehlverhalten oder Mitwisserschaft nachgewiesen worden (soweit ich weiß), also gibt es keine rechtliche Grundlage, um ihn wegen Unehrenhaftigkeit auszuschließen.

    Dein Tip ins Blaue ist falsch, die betroffenen sündigen Firmen waren laut Wirtschaftswoche, sogar im Privatbesitz von Herrn Tönnies:

    „Mundt kann rund 70 Millionen Euro bei Böklunder und rund 50 Millionen Euro bei Könecke nicht mehr eintreiben.Grund ist eine tief greifende Umstrukturierung beim größten deutschen Wurstkonzern Zur Mühlen, der dem Fleischtycoon und Schalke-04-Boss Clemens Tönnies privat gehört.“

    http://www.wiwo.de/unternehmen.....0-all.html

    @idioteque im Rahmen deiner Argumentation, dürfte Tönnies vor diesem Hintergrund nun tatsächlich nicht mehr zur Wahl zugelassen werden.

  63. Ney sagt:

    Nebenbei, Dank an Torsten für den Link zum Gutachten der URA Rating Agentur.

    (…) Fazit: Obwohl die Mutter des Konzerns Schalke 04 als eingetragener Verein organisiert ist, ist das Management professionell. Auch beim Verfehlen der Champions League und unabhängig von Spielerverkäufen werden stabile Umsätze erzielt, über 50 Prozent durch Sponsoring und mediale Verwertung. Wir teilen nicht die kritische Sicht von Creditreform Rating zum negativen Eigen­kapital – die Westfalen rechnen sich ärmer, als sie sind. Das Geschäftsmodell ist profitabel.

    http://www.finanzen.net/nachri.....iv-4917817
    Wird nicht der Weisheit letzter Schluss sein, aber interessante Einschätzung.

  64. Rjonathan sagt:

    War ein paar Tage raus und habe jetzt mal die Diskussion durchgearbeitet. Zunächst, als vielen Dank Torsten, dass du hier so intensiv moderierst und viele Dinge aus der Vergangenheit erklärst, die mir auch nicht bekannt waren.

    Ich würde die Sache so zusammenfassen: der „satzungskonforme Missbrauch“ des Wahlausschuss ist ein historisch gewachsenes Instrument unserer Vereinspolitik. Zunächst durch den AR selbst, nun durch Tönnies-Gegner. Ich fände da eine Änderung der Satzung auch gut. Zahl der Kandidaten leicht erhöhen und Sonderrechte für amtierende AR wären wohl zwei Stellschrauben. Vielleicht aber auch größere Änderungen?

    An der aktuellen Situation ist das beschämende aber nicht dieser Missbrauch. Das Problem ist der politische Stil der an den Tag gelegt wird. Deswegen bin ich für Rehbergs Worte dankbar, weil sie zumindest meine schlimmsten Befürchtungen bestätigen: es geht nur um Eitelkeiten und gekränkte Egos. Ich wette, jede Seite könnte 10 Geschichten erzählen, wo die andere Seite böse und unfair gehandelt hat. Und wahrscheinlich haben die anderen angefangen. Das was da abläuft ist einfach keine professionelle Politik, sondern Provinz-kindergarten. Traurig.

  65. idioteque sagt:

    @blues: Okay, danke für den Link. Das hatte ich gar nicht so genau mitbekommen. Ich hatte gedacht, dass bei Tönnies alle Firmen immer so aufgebaut sind, dass er hinterher sagen kann, dass er von nichts gewusst hätte. Wobei juristisch die Frage ist, in wie weit er persönlich verantwortlich ist. Im Firmenrecht kenne ich mich da nicht sonderlich gut aus. Aber falls er es ist, wäre das aus meiner Sicht Grund genug, um ihn auszuschließen. Wobei man auch hier wieder drüber diskutieren kann, ob der Wahlausschuss das auch wirklich muss. Es hat schon einen schalen Beigeschmack, wenn ein gewähltes AR-Mitglied durch ein Gremium abserviert wird. Andererseits würde sich wahrscheinlich niemand über einen Ausschluss bei einem AR-Mitglied aufregen, das juristisch auffällig geworden ist, wenn es sich nicht um Tönnies handeln würde.

    Auch clever, dass er dann die Firmen so umbaut, dass er die Strafe nicht zahlen muss. Ist CT eigentlich mit Donald Trump befreundet? Von der Seriösität, die sie ausstrahlen, würden sie super zusammenpassen.

  66. Gauß sagt:

    @idioteque

    Ich verstehe diese Debatte hier nicht.
    Soll jetzt der WA auch noch die Rolle der Staatsanwaltschaft und der Gerichte übernehmen und über CT oder wen auch immer urteilen? Das steht ihnen doch überhaupt nicht zu – wäre doch eine Unverschämtheit.
    Und selbst wenn irgendjemand schon einmal für irgendein Vergehen verurteilt worden ist, hat das andere auch nicht zu interessieren. Urteil gefällt und vollzogen von denen, die dafür zuständig sind. Im Zweifelsfall dann die Strafe gezahlt oder abgesessen und erledigt.

    Komischerweise ist der Branchenprimus da um Lichtjahre weiter. Werder KHR noch UH noch die Vergehen von anderen Vereinsmitgliedern und Amtsträgern interessieren irgendjemanden.

    Aber in Gelsenkirchen regiert die Kleingeistigkeit und Gestrigkeit, oder was? Wer will denn das entscheiden? Der Trinkhallenbesitzer aus Scholven vielleicht?
     
     
    [TW: Der farbige Teil wurde von mir editiert.]

  67. andres sagt:

    und ich verstehe nicht, warum fragwürdiges Verhalten seiner Mitglieder und Funktionäre einen Verein nicht interessieren sollte, nur weil das ‚branchenüblich‘ oder Sache der Justiz ist, oder es anderswo auch nicht besser läuft…
    (und das Torsten jetzt schon zum zweiten Mal in wenigen Wochen Texte editieren muss, bereitet mir auch Bauchweh. ich hoffe, es ging hier nur um eine Änderung im Sinne der Verständlichkeit)

  68. Ney sagt:

    Komischerweise ist der Branchenprimus da um Lichtjahre weiter. Weder KHR noch UH noch die Vergehen von anderen Vereinsmitgliedern und Amtsträgern interessieren irgendjemanden.

    Uli Hoeness hat allerdings sein Vereinsamt verloren aufgrund seiner Straffälligkeit.

  69. Gauß sagt:

    @Ney

    Ich wusste jetzt nicht, dass CT straffällig geworden ist oder gar verurteilt wurde zu einer Gefängnisstrafe.
    Erzähl mal.

  70. andres sagt:

    wenn ich mich recht entsinne, ist Hoeness zurückgetreten
    und gerüchteweise liebäugelt er ja mit einer Rückkehr. sein Nachfolger hat ja schon signalisiert, deass er dann den Posten räumen würde

  71. Torsten sagt:

    und das Torsten jetzt schon zum zweiten Mal in wenigen Wochen Texte editieren muss, bereitet mir auch Bauchweh.

    Alles gut :-)
    Die Themen Wahlausschuss, Tönnies, Vereinspolitik generell kochen woanders so häufig über, dass ich aktuell vielleicht auch ein bisschen pingeliger bin als sonst zu anderen Themen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden damit, wie die Diskussionen hier verlaufen.

    Danke an alle dafür!

  72. ich sagt:

    hmmm so wie ich das hier lese(siehe unten) wurde die Strafe 2014 verhängt davor fünf Jahre ermittelt wäre ich bei 2009, die Übernahme von der Zur-Mühlen-Gruppe beginnt aber erst ab 2011, denke mal das der CT da nicht mit im Kartell war sondern nur der Peter zur Mühlen nur die Strafe dafür wurde in der Zeit von CT „vermieden“ oder auch nicht weil das geht ja noch vor Gericht um zu schauen ob die Nachbesserung von Gesetztgeber ausreichend war oder nicht.
    „Wie stolz Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt auf seine Behörde und wie sicher er sich seiner Sache ist, offenbarte er kurz nach der Verhängung der drakonischen Bestrafung des Wurstkartells im Juli 2014: „Wir haben fünf Jahre ermittelt, sehr akribisch, nicht anders als eine Staatsanwaltschaft.
    2011 veröffentlicht zur Mühlen ein kurzes Statement. Darin kündigt er an, er wolle in drei Jahren die Weichen für ein auch in der Zukunft erfolgreiches und im Sinne der Kunden starkes Unternehmen gestellt haben. „Mit dem weiteren Engagement von Clemens Tönnies sehe ich die Unabhängigkeit meines Unternehmens gesichert.“ Mittlerweile hat Tönnies die Zur-Mühlen-Gruppe komplett übernommen, Peter zur Mühlen ist Geschäftsführer.“

  73. idioteque sagt:

    @Gauß: (bezieht sich auf deine Antwort an mich)
    Nein, das entscheidet dann ein gewählter Ausschuss, der auch jetzt schon dafür zuständig ist, die Eignung potenzieller AR-Kandidaten festzustellen. Die Idee, die ich hier vorgeschlagen habe, ist doch schon Tönnies-freundlicher als das aktuelle System. Aktuell kann der WA ihn auch ohne Begründung ausschließen. Ich bin nur dagegen, dass Amtsträger automatisch zugelassen werden, auch wenn es Vorkommnisse gab, die begründete Zweifel daran zulassen, dass sie immer noch geeignet sind.

    Dass dann ein damit beauftragter Ausschuss einen potenziellen Kandidaten für ein Amt ungeeignet befindet, in dem auch in finanziellen Belangen (und auch solchen, die nah am Firmensrecht liegen) Aufsicht geführt wird, weil er auf dem Feld strafrechtlich auffällig geworden ist, ist aus meiner Sicht kein Skandal.
    Oder ein aus der Luft gegriffenes Beispiel: Gegen einen AR laufen mehrere Prozesse wegen Betrugs, er weigert sich aber, zurückzutreten und will sogar neu kandidieren. Da wäre es aus meiner Sicht legitim, wenn der WA ihn als Kandidaten ablehnt, weil er das Amt beschädigt.

    Durch das aktuelle System kann der WA unliebsame ARs ohne Begründung abservieren, bei dem was ich vorschlage, müsste der WA eine negative Entscheidung bei amtierenden AR begründen, und der abgelehnte Kandidat könnte immer noch dagegen vorgehen (z.B. wenn er zur JHV genügend Unterschriften sammelt, oder auf der JHV per Mitgliedervotum zugelassen wird, oder man lässt ein Schiedsgericht entscheiden, usw.; wie genau das aussehen soll, müsste man sich noch überlegen).

    Ich habe nicht gesagt, dass CT ausgeschlossen werden soll oder muss, sondern dass seine Handlungen einen Ausschluss begründen könnten.

    Außerdem finde ich es interessant, dass du anderen Kleingeistigkeit vorwirfst, aber dann die WA-Mitglieder offensichtlich diffamierend gemeint als „Trinkhallenbesitzer aus Scholven“ hinstellst.

  74. Nordlicht sagt:

    Ich hab da mal ne Frage. Vielleicht wurde diese hier schon einmal beantwortet. Aber bei 73 Kommentaren wiess ich es nicht mehr.

    Das der WA die Kandidaten bestimmt oder ablehnen ist mir klar. Aber kann er Kandidaten einfach ohne Begründung ablehnen?? Kann es wirklich sein, dass wir als MV ( sollte es wirklich passieren ) nie erfahren werden weshalb CT oder Herr Lange nicht zur Wahl dürfen??

  75. Torsten sagt:

    @Nordlicht:

    Wir werden keinerlei Begründungen erhalten, egal wer zugelassen wird oder nicht. So ist es von der Satzung vorgegeben.

    Die Entscheidungen des Wahlausschusses sind nicht zu begründen und unanfechtbar.

    Quelle: Satzung, Punkt (6.3.1.1): „Wahlen zum Aufsichtsrat“

  76. Gauß sagt:

    @idioteque
    Mir geht es ausschließlich darum, dass CT weder von dir oder von mir oder von einem Trinkhallenbesitzer aus Scholven oder von mir aus auch von einem Hochschulprofessor aus Heidelberg strafrechtlich bewertet wird.
    Wir sind Laien, denen das nicht zusteht.
    Darüber gibt es meines Erachtens auch gar nichts zu diskutieren.

    Ansonsten kann ich mit den hier vorgeschlagenen Veränderungen zum WA und zum AR der Zukunft wunderbar leben. Es wurden von einigen hier beste Vorschläge gemacht.

    PS: Ich habe weder etwas gegen Trinkhallenbesitzer noch gegen Blumenzüchter, Hochschulprofessoren oder Laien jedweder Art. Ich wollte damit niemanden diffamieren, sondern nur die Eignung von Laien bezüglich der Rechtsprechung deutlich machen.

    Vielleicht zur Sicherheit auch nochmal das: Ich brauche CT nicht im AR oder als ARV. Das ist mir vollkommen egal.
    Ich möchte nur nicht, dass hier irgendjemand zu Unrecht beschuldigt wird.
    Mich stört es ja schon beinahe, dass ich hier hin und wieder CT verteidigen muss, ohne es wirklich zu wollen oder zu wissen.

  77. Nordlicht sagt:

    ok…danke Torsten.

  78. Ney sagt:

    @Gauss http://koenigsblog.net/2016/06.....ment-75279
    Wer hat geschrieben, dass CT bereits zu irgendwas verurteilt wurde? Es ging um die Behauptung

    Weder KHR noch UH noch die Vergehen von anderen Vereinsmitgliedern und Amtsträgern interessieren irgendjemanden.

    @andres

    wenn ich mich recht entsinne, ist Hoeness zurückgetreten
    und gerüchteweise liebäugelt er ja mit einer Rückkehr. sein Nachfolger hat ja schon signalisiert, dass er dann den Posten räumen würde

    Hoeness ist zurückgetreten, weil’s eben die Leute interessiert hat, was er da getrieben hatte. Nach verbüßter Strafe nimmt ihn der Verein wieder auf, ist doch eine schöne Sache.

  79. idioteque sagt:

    @Gauß:
    Ok, damit kann ich leben. Da hab ich mich bei dem Versuch, dich darauf hinzuweisen, dass du dich in der Wortwahl vergriffen hast, in der Wortwahl vergriffen.

    Es geht mir ja auch nicht darum, dass der WA Bewerber schuldig sprechen soll (das steht ihm natürlich in keiner Weise zu). Aber ich denke, dass ein Ausschuss, der die Eignung der Kandidaten feststellt, auch bei vermeintlich gesetzten Kandidaten, die Möglichkeit bekommt, ihnen den Platz bei der Wahl zu entziehen, falls sie die (begründete) Sorge haben, dass dies den Verein oder sein Ansehen beschädigen könnte. Man könnte dafür aber bewusst hohe Hürden stellen, z.B. dass mindestens fünf der sieben der WA-Mitglieder für eine Nichtzulassung sein müssen, und der Beschluss selbst dann noch anfechtbar ist.

  80. Netsmurf sagt:

    idioteque sagt:
    9. Juni 2016,
    Oder ein aus der Luft gegriffenes Beispiel: Gegen einen AR laufen mehrere Prozesse wegen Betrugs, er weigert sich aber, zurückzutreten und will sogar neu kandidieren. Da wäre es aus meiner Sicht legitim, wenn der WA ihn als Kandidaten ablehnt, weil er das Amt beschädigt.

    Wo soll das anfangen, und wo soll das aufhören?

    Gestalten wir das Szenario mal anders: Es werden alle Karteninhaber des I-Blocks ausgesperrt, weil in dem Block Pyro´s gezündet und der Ruf des Vereins beschädigt worden ist.
    Verurteilen wir jetzt den Hefer auch, weil er bei einer Heuschrecke gearbeitet hat… und das gar nicht dem Image eines Kumpel & Malocherclubs zuträglich ist.
    Und wenn wir schon dabei sind auch gleich den Wiese, weil Aluhütten Dreckschleudern par excellence sind?
    Wer legt die Grenzen fest?

    Der WA hat „nur“ den Auftrag die Eignung einer Person für das Amt des AR auf Schalke feststellen, nicht das Leben und Wirken im Kindergarten, in der Schule oder im Beruf.
    Die Mitgliederversammlung entscheidet hier als souverän, nicht der WA!
    Und das ist das Kernelement eines Vereins, die Mitgliederversammlung!

    Mal ganz abgesehen davon, das wir in Deutschland noch immer eine Unschuldsvermutung haben. Erst wenn ein Richter das Vergehen geahndet hat, sollten wir die Person auch dieser Straftat bezichtigen.

    Das in der Branche nicht alles mit rechten Dingen zu geht, will ich gerne glauben. Aber das alleine reicht nicht! Ich glaube an so viele Sachen…..und meißtens in der Kirche ;-)

  81. idioteque sagt:

    @netsmurf:
    Wo habe ich denn gesagt, dass Leute ausgeschlossen werden sollen, weil sie bei irgendeiner Firma arbeiten oder in einem Block stehen, wo irgendjemand Pyros zündet? Nach den Kriterien müsste man Tönnies wahrscheinlich auch von vornherein ausschließen, aber genau das soll ja eben mMn nicht passieren. Es geht nicht darum, irgendein Weltbild im Aufsichtsrat zu installieren, sondern das möglichst objektive Kriterien festgelegt werden, nach denen der WA die Möglichkeit bekommt, den Platz auf der Kandidatenliste anderweitig zu besetzen eben mit jemandem, der besser geeignet ist. Ein neuer Kandidat wird es auch nie auf die Liste schaffen, wenn gegen ihn ein Strafprozess läuft. Warum sollten dann amtierende AR-Mitglieder einen Freifahrtschein bekommen?

    Und nochmal: Ich bin dafür, dass amtierende AR zunächst gesetzt sind und ihre Eignung vorausgesetzt wird. Allerdings sollte mMn der WA die Möglichkeit haben, diese Eignung zu widerrufen, wenn Tatsachen bekannt werden, die eine Änderung der Beurteilung an der fachlichen und menschlichen Eignung hervorrufen könnten. Und da gehören laufende Strafprozesse dazu, zumindest bei einem Amt, bei dem man zu einem gewissen Grad auch den Verein repräsentiert.

    Und ich weiß nicht, inwiefern dadurch die Mitglieder entmächtigt würde (besonders im Vergleich zum Status Quo), vor allem nicht, wenn, wie von mir vorgeschlagen, das Aufsichtsratsmitglied noch Möglichkeiten bekommt, um den Beschluss anzufechten, meinetwegen auch auf der JHV.

  82. Ney sagt:

    Du bist sicher ein ganz prachtvoller Mensch und ein Schalker, wie es einen Bewundernswerteren kaum geben wird, Blauhai. Bloß Deine Beiträge erreichen nicht ganz das Niveau. Sie sind mit ihrer stetigen Anhäufung von Beleidigungen und Verleumdungen keine Zierde für diesen Blog, leider. Ich bin sehr froh, dass dieser Diskussionsstil ansonsten hier extrem selten gepflegt wird.

  83. crisscross04 sagt:

    Meine Güte, die Diskussion driftet ja ganz schön ab…

    Ich persönlich finde die ganze, aktuelle Situation inkl. der politischen Ränkespielchen, der Verleumdungen und der damit einhergehenden Diskussionen sehr frustrierend und ermüdend. Zeigt es mir doch, warum ich bisher in meinem Leben um solch einer Vereinsmeierei einen großen Bogen gemacht habe.

    In Wahrheit geht es nur um Macht, Rechthaberei, Stolz und Wichtigtuerei. Bei allen Beteiligten.

    Nur wenige Beteiligte liegt der S04 wirklich am Herzen. Leider.

    Natürlich kann man ausgiebig und emotional über die aktuelle Situation im Vorfeld der JHV diskutieren. Aber diese Diskussion rutscht sehr schnell ins Reich der Vermutungen, Unterstellungen, etc. ab. Gleichzeitig werden Themen miteinbezogen, die in der eigentlichen Diskussion nichts verloren haben. Fehlt nur noch, dass wir eine Grundsatzdiskussion zwischen Vegetarier und Fleischessern bekommen, weil ein fleischverarbeitender ARV unter Berücksichtigung der Massentierhaltung mal überhaupt nicht geht. (Ironie off)

    Für mich persönlich gibt es 2 Dinge, die mich an CT stören und die auch nachweislich wahr sind:
    1. Die öffentlichen Auftritte von CT, wenn er sich als „Schalke Boss“ positioniert und profiliert. Das ist im letzten Jahr zum Glück sehr viel weniger geworden. Ob das in Zukunft auch so bleibt, kann keiner garantieren. Schon gar nicht er selber. ;-)
    2. Unser Hauptsponsor einhergehend mit den Pressebildern von Putin und CT. Zu dem Thema ist auch hier alles gesagt worden. Mich stört es und ich finde es nicht tragbar. Trotzdem würde sich wohl bei einer Abwahl von CT beim Thema Hauptsponsor nichts ändern.

    Der Rest ist meistens aus dem Reich Spekulationen und Vermutungen. Wer nun wen angerufen und was bestimmt hat, kann keiner wirklich mit Gewissheit sagen.
    Wie CT seine Firma führt und ob es da illegale Machenschaften gab, ist bis jetzt alles nicht bewiesen und sind daher auch nur Vermutungen.
    Daher spielt es für mich auch keine Rolle, da ich keinen Einblick habe, was wahr ist und was nur von seinen Gegnern ins Feld geführt wird, um CT zu schaden.
    Ich weiß nur, dass die ganzen Machtspiele inkl. Diskussion mal wieder dem Ansehen des Vereins schaden. Und das finde ich sehr erschreckend!

    Aber wenn sich die ganzen Vorwürfe als wahr herausstellen, dann ist CT sicherlich nicht haltbar. Aber so lange keine Beweise oder gar Urteile vorliegen, sollten sich alle Beteiligte hüten, CT an die Wand zu stellen, denn dabei kann es nur einen Verlierer geben: S04!

  84. BlueNote sagt:

    @Crisscross04

    Du hast vorstehend behauptet: „Wie CT seine Firma führt und ob es da illegale Machenschaften gab, ist bis jetzt alles nicht bewiesen und sind daher auch nur Vermutungen.“

    Genau das Gegenteil ist der Fall. Es ist sehr wohl bewiesen, und nein, es sind eben keine Vermutungen!

    Warum, glaubst Du, hat das Kartellamt zwei seiner Firmen 2014 wegen illegaler Preisabsprachen zu ingesamt 140 Mio. Geldstrafe verdonnert? 70 Millionen Euro wurden der Böklunder Plumrose GmbH & Co. KG in Böklund auferlegt, 50 Millionen Euro sollte die Könecke Fleischwarenfabrik GmbH & Co. KG in Bremen zahlen. Beide Unternehmen waren Teil der Zur-Mühlen-Gruppe, die wiederum der Privatperson Clemens Tönnies, nicht jedoch dem Tönnies-Konzern, gehörte.

  85. crisscross04 sagt:

    @BlueNote:
    OK, Preisabsprachen ist kein Bagatelldelikt. Er ist verurteilt worden. Ob er dadurch nicht mehr als ARV haltbar ist, kann jeder für sich beurteilen. Er steht ja jetzt zur Wahl.

    Aber: Das Ganze ist 2014 passiert! Muss ich noch mehr sagen?! Nein. Und sind die restlichen Vorwürfe, die in den Raum geworfen werden, auch alle „wahr und bewiesen“?! Ich glaube nicht.

    Ich bin weit davon entfernt, CT heilig zu sprechen und/oder seine Vorgehens- und Arbeitsweise schön zu reden. Ich sehe ihn sehr kritisch. Ich bilde mir im Vorfeld der Wahl meine Meinung und nutze mein Stimmrecht. Aber ich halte meinen Mund, versuche keine Menschen zu beeinflussen und vor allem verbreite ich keine Vermutungen (oder wie man es auch immer nennen mag), die aus zweifelhaften Quellen kommen.

    Und nur weil ein Satz in meinem Post nicht korrekt war, ändert es nichts an meiner Grundhaltung: Ich empfinde das ganze (Schmieren-)Theater rund um die Wahl nur noch erbärmlich und abstoßend.

    Hoffentlich wird die EM ein Fußballfest, ohne terroristische Anschläge. Das sind die Themen rund um den Fußball, die mich gerade beschäftigen. Und ja, auch Sascha Lewandowski. RIP! Ich weiß, es ist Offtopic. Aber es zeigt mir, wie unwichtig es für mich persönlich ist, wer ARV wird oder bleibt.

  86. blues sagt:

    „OK, Preisabsprache ist kein Bagatelldelikt.“

    Nein, da sind Wirtschaftskriminelle am Werk. Die stehlen den Verbrauchern viele, viele Millionen, stehen aber mit ihren weißen Hemdkrägen immer noch irgenwie sauber da. Wenn aber ein anderer ein paar Mal beim Stehlen (z.B. eines Glases mit Böklunder oder einer Packung Toasties) erwischt worden wäre, würde der Wahlausschuss einem solchen Bewerber doch nicht die Kontrolle des Vorstandes eines Unternehmens mit einer viertel Milliarde Euro überlassen. Und schon gar nicht als Aufsichtsratschef, oder?

  87. Gauß sagt:

    @blues

    Schon okay, das mit den Wirtschaftskriminellen.

    Mich würde nur tatsächlich mal dein Erfahrungshorizont mit den Praktiken der deutschen Unternehmen interessieren.
    Und die Erfahrungen all jener, die hier über Urteile des Kartellamtes mit unserer Rechtsprechung im Allgemeinen interessieren. Ich möchte aus eigener Erfahrung dazu nur sagen, dass da Leute unterwegs sind, die zum gleichen Prozentsatz komplette Idioten sind, wie in allen anderen Kreisen.
    Das könnte ich (und auch viele andere, die häufiger damit zu tun haben) jederzeit belegen. Der Rückschluss, dass jemand angeklagt wurde und deshalb gegen irgendwelche Gesetze verstoßen hat, ist absolut unzulässig.
    Selbst Verurteilungen sagen nicht allzu viel aus, selbst wenn die Trefferquote da natürlich etwas höher ist als bei den Klagen selbst.

    Aber davon ab: Der WA (und auch wir hier) sollte sich mit Wertungen da absolut zurückhalten. Dort sind ausschließlich Unkundige unterwegs, die auch gar nicht die Möglichkeit haben, solche Vorwürfe umfassend zu bewerten.

    Zu guter Letzt: Preisabsprachen gibt es an jeder Ecke. Mit der grundsätzlichen Bewertung „Kriminelle“ wäre ich in diesem Zusammenhang extrem vorsichtig. Dein Arbeitgeber oder der deines Nachbarn ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch an Preisabsprachen beteiligt. Und wenn es keine Absprache ist, so doch eine gemeinschaftliche Orientierung als Folge von dem Streben nach Gewinn-Maximierung. Und Gewinne sind nicht weniger als der Treibstoff des Lebens in unserer Gesellschaft.

  88. leoluca sagt:

    So so, das Profitstreben soll also der „Treibstoff des Lebens“ sein. Jeder gegen jeden, der Stärkere gewinnt, Geld regiert die Welt …

    Bei diesem Weltbild wundert es nicht, dass derjenige, der es hat, die Kritik an einer Verquickung von Geschäfts- und Vereinsinteressen genausowenig versteht wie die Ablehnung eines Sponsorings durch einen der reichsten Staatskonzerne, der zentral für die russische Autokratie und Oligarchie ist, die sowohl die Menschenrechte seiner Bürger missachtet als auch die Friedens- und Sicherheitsinteressen seiner Nachbarn.

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