Ewald Lienens Meinung zur EM



22 Kommentare zu “Ewald Lienens Meinung zur EM”

  1. polarfuchs sagt:

    Bravo Ewald, Du sprichst mir aus der Seele. Alles ist gesagt!

  2. Chris sagt:

    Der Rubel muss rollen.

  3. Carsten sagt:

    Ich arbeite 50-60 Stunden die Woche… Mache 14 Tage Urlaub und gönne mir Weihnachten und Silvester einige freie Tage…. nehme Blutdrucktabletten und Betablocker…Ich kann mir auch nicht vorstellen wie es ist Millionen zu verdienen…..

    Ehrlich…. Die Jungs tun mir aber so richtig leid…

  4. Torsten sagt:

    Es geht nicht darum, Mitleid einzufordern. Es geht darum klarzumachen, dass es nicht funktioniert, das ganze Jahr über sportliche Höchstleistungen abzurufen.

  5. Grieche sagt:

    Danke Torsten für den Link. Eine tolle Stellungnahme, auch wenn Lienen nichts darüber sagt, wie genau das „Hochpushen“ funktioniert. Dazu empfehle ich das Buch von Thomas Kistner (Sportreporter der SZ): Schuss. Eine Dopinggeschichte des Fußballs.

    Und Mitleid ist natürlich fehl am Platz, niemand wird gezwungen, als Spieler an der EM teilzunehmen.

  6. leoluca sagt:

    Vielen Dank für diesen Link. Ewald Lienen spricht das aus, was sicher viele auch bei dieser EM wieder denken: viele der besten Jungs sind einfach und brutal überspielt.

    Die Kommerzmaschine selbst macht so auf Dauer das platt, was sie eigentlich bestmöglich vermarkten will. So geht das nicht mehr lange gut. Eigentlich geht es ja schon nicht mehr gut.

    Die Aussage von Ewald Lienen über Bastian Schweinsteiger ist so wahr wie deprimierend. Dass Portugal sich nur hinten rein stellt und Ronaldo beinahe jeden Sprint vermeidet, ist kaum noch zum Angucken. Lienens Einschätzung zu Mezut Özil trifft absolut den Punkt: einer der besten 10er der Welt, der eine Riesensaison bei Arsenal gespielt hat, läuft auf Reserve und wird dafür vom Boulevard wie gehabt kritisiert.

  7. SpeedGlas sagt:

    Sagt man nicht immer „the show must go on“? In Lienens Ausagen steckt viel Wahrheit. Leider. Die Vermarktungs -Walz rollt. Selbst Schalke ist auf PR Reise in China. Für die TV Rechte wird immer mehr bezahlt. Spieler werden immer jünger und gelten mit 27, 28 Jahren schon als alt. Ich würde Spieler erst mit 21 Jahren in der BuLi spielen lassen.

  8. Markus04 sagt:

    Ich denke da sollten wir uns an die eigene Nase packen.
    Wir machen da ja auch immer (ich selbst allerdings immer weniger) mit.
    Ich habe oft schon keine Lust mehr auf die EM und auch an der BuLi habe ich keine rechte Freude mehr seit die Bauern so aufgerüstet haben.
    Ich trainiere momentan lieber meine F- Jugend als mir ein Länderspiel anzuschauen.

  9. Manfred sagt:

    Alles olle Kamellen.
    Im Dezember 2000 sagte jemand:
    ‚Der UEFA-Pokal macht doch viel mehr Spaß. Er hat den Reiz des K.o-Systems, er hat attraktive Teilnehmer wie jetzt AS Rom oder Bordeaux. Es geht sofort um die Entscheidung, das will der Zuschauer sehen. Diese ellenlange Qualifikation für die Champions League, dann kommt auch der dort nach der ersten Gruppenphase ausgeschiedene Dritte noch in den UEFA-Cup rein, das kriegt doch gar keiner mehr mit, das wird doch alles in die Länge gezogen wie Kaugummi. Ich habe immer gesagt, wir brauchen den alten Modus wieder. Landesmeister, Pokalsieger, UEFA-Pokal.‘
    Und:
    ‚Wir haben vor Jahren bei der UEFA angefragt, ob es nicht möglich wäre, als Tabellenzweiter am UEFA-Pokal teilzunehmen und auf die Champions League zu verzichten. Das wurde uns aber nicht genehmigt. Hätten die uns das damals erlaubt und wären wir Zweiter geworden, hätten wir im UEFA-Pokal gespielt, nur um mal ein Zeichen zu setzen, dass es auch ohne geht.‘

    Quelle:
    http://www.abendblatt.de/archi.....-Gott.html

    Natürlich stimmt all das, was Lienen da sagt und es ist gut, dass er das sagt, aber ein großer Teil davon fand schon vor fast 16 Jahren meine uneingeschränkte Zustimmung.

    Aso, ja, @ Carsten: wer zwingt dich?

  10. Carsten sagt:

    Torsten… Das sehe ich etwas anders…

    Die Jungs werden super betreut, gewickelt und gepudert…. Es gibt ganz andere Sportler die in der Liga noch mehr Spiele absolvieren müssen!

    Ich habe einige Jahre medizinisch den IEC (Iserlohner Roosters) begleitet.

    Ich empfinde das als Jammern auf hohen Niveau

  11. rjonathan sagt:

    @Carsten
    Das ist doch einfach nicht Lienen’s Aussage, dass das arme Jungs sind. Er sagt nur, die Forderungen der Öffentlichkeit an so ein Turnier sind angesichts des Jahres-Spielplans überhöht. Außerdem geht es ihm nicht um die Physis und das Pempern sondern den Spaß am Spiel, den es für eine gute Show braucht. Man bekommt ja nicht mehr Spaß an seinem Job, weil man einen Sportwagen fährt und erste Klasse fliegt. Das sind doch alles lächerliche „Perks“, die über Unangenehmes wegtrösten sollen.

    Und dazu, dass es im deutschen Eishockey krasser ist als für einen N11-Spieler: Wie lange ist da die Sommerpause noch gleich?

  12. ReinerEdelmann sagt:

    Den IEC? Herrlichst…

    Sicher, im Vergleich zum Hockey haben es die Fußballer leichter. Ich könnte es mir nicht ansatzweise vorstellen, mir zwischen Mitte September und Anfang März 52 Spiele reinzukloppen, anschließend eventuell in die Playoffs zu gehen.

    Dennoch vergleichst Du Äpfel mit Birnen – im Unterschied zu Hockeyspielern sind die Fußballer ständig auf dem Platz, ohne Pausen.

    Außerdem wird die Einschätzung von Ewald nicht weniger wahr, wenn man „totale Überanstrengung“ gegen „völligst totale Überanstrengung“ abwägt.

    Auch im Hockey wird ja nicht wegen der hohen Qualität so häufig gespielt, sondern um größere Einnahmen zu generieren.
    Dies ist wohl die zentrale Aussage – dass zu viel getan wird, der Spaß und die Qualität arg leiden.

    PlayoffsNURmitIserlohn!

  13. Carsten sagt:

    Ich habe Lienens Message schon verstanden und ich sage das es meiner Meinung nach nicht zuviel Belastung ist… Das man von diesen Jungs die auf diesem Niveau spielen das so erwarten darf… Was ist daran nicht zu verstehen?

    Im Eishockey startet die Saison am 16.9 und läuft bis zum 52. Spieltag 26.2.17

    Ann die Play offs ausserdem die Tuniere und natürlich die jährliche Weltmeisterschaft

  14. Carsten sagt:

    Hockey is ja auch nur ein Beispiel…. Die Handballer haben auch ne harte Saison…..

    Reiner,
    Bin schon als kleiner Bengel immer zum ECD gelaufen…. Habe alles mitgemacht… Auch die Zeit mit dem grünen Buch^^

  15. Steffen sagt:

    Die Belastungen in untetschiedlichen Sportarten miteinander zu vergleichen funktioniert nicht. Äpfel und Birnen halt. Genau so sinnbefreit – aber polemisch immer wieder gerne praktiziert – ist es die eigene berufliche Arbeitsbelastung vergleichend auf die Fussballer bzw. Sportler zu übertragen.

    Sportler in Ausdauersportarten (ich hab relativ viel Ahnung von Radsport) sind in der Lage ihre Form (physische Form) für einen kurzen Zeitraum von wenigen Wochen (z.B. Eine grosse Rundfahrt) auf ein Spitzenniveau zu bringen. Dieses Niveau lässt sich aber nur kurze Zeit halten da Wettkampfbelastung den Körper ermüdet und die Form verloren geht. Es ist entsprechend quasi ein Fakt, dass ein Fussballer vermutlich in der Lage ist über einen gewissen längeren Zeitraum eine gute jedoch keine Spitzenform zu haben. Da nützt auch keine noch so gute Betreuung und kein Millioneneinkommen.

  16. Gauß sagt:

    IMO hat Lienen vom ersten bis zum letzten Wort recht.

    Nur sollte man auch die Ursachen berücksichtigen. Wenn Durchschnittsspieler (durch ihre Berater) schon 2, 3 oder mehr Millionen pro Jahr an Gehalt haben wollen, dann müssen die Vereine und Verbände auch die Möglichkeiten haben, diese Kohle einzunehmen.

    Und für eine Übertragung von der Regeneration von Schweinsteiger oder Özil – selbst wenn sie noch so sinnvoll sein sollte – wird selbst von den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten nicht genug bezahlt. Richtig Kohle gibt es eben nur für die Spiele selbst. Also für 70 pro Saison mehr als für 50.

    Dazu kommt, dass IMO manche Menschen in sozialen Berufen mehr arbeiten und einer viel größeren Anspannung und Verantwortung ausgesetzt sind, als Kicker. Darüber sollten wir uns mal eher beklagen, finde ich. Und irgendwann als 34. Berufsgruppe kann man ja die Profikicker bemitleiden.

    Wie oben gesagt, hat Lienen in der Beziehung natürlich vollkommen recht, dass wir von so einem Turnier nun wirklich nicht mehr erwarten dürfen, als dort geboten wird. Und natürlich haben die Nationalspieler in der Regel zu viele Spiele pro Saison und zu wenig Regeneration übers Jahr. Die Alternative wäre: Gehalt halbieren und weniger spielen. Müssen ja nicht vier deutsche Mannschaften in die CL einziehen. Muss ja nicht 12 Millionen pro Jahr kassieren, der Herr Nationalspieler. Zurück zum Landesmeister-Pokal. Und vielleicht noch zum Europapokal der Pokalsieger. Oder nicht?

  17. ReinerEdelmann sagt:

    @Carsten,

    Offtopic – Jau, zu der Zeit war ich auch bereits da – hatte dann aber wegen Umzug und diversen anderen Gründen eine laaange Auszeit…erst seit einigen Jahren schaue ich wieder live.

  18. schalkoholiker sagt:

    Immer wieder witzig, in welche Richtung sich die Diskussion um einen Blogeintrag entwickelt.

    Ich finde die Worte von Ewald Lienen erfrischend. Ein wenig OldSchool zwar, aber das passt.

    Im Kern geht es ja um die Kommerzialisierung des Fußballs und seine Auswirkungen. Hier hat bestimmt jeder seine eigene Schmerzgrenze. Ich fand diese Entwicklung zu Anfang des Jahrtausends gut und überfällig. Mittlerweile ist das Pendel für meinen Geschmack zu weit ausgeschlagen und ich kann das ganz konkret auch daran festmachen, wie sehr (oder eben auch nicht) ich mich noch emotional reinhänge. Insofern passt der Lienen-Kommentar mit meiner persönlichen Wahrnehmung recht gut zusammen.

  19. leoluca sagt:

    @schalkoholiker.

    Auch mein Eindruck: ich kann mich für dieses Turnier einfach nicht so begeistern wie noch vor 2 Jahren für die WM in Brasilien oder die letzten EMen 2012 und 2008. Zu viele Spiele dieser EM waren ideen- und inspirationslos und daher stinklangweilig.

    Auch fällt auf, dass die besten Mannschaften bisher keine neuen Spielideen, keine neuen Konzepte zeigen wie es sonst eigentlich immer bei diesen internationalen Turnieren üblich war. Verglichen damit war diesmal schon Löws geschickte Defensiv-Taktik gegen Italien beinahe sensationell.

    Und dann scheidet die Mannschaft mit dem bis dahin schönsten und spektakulärsten Fußball auch noch früh aus: Kroatien. Und warum? Weil das Super-Mittelfeld gegen die Catenaccio-Portugiesen körperlich und mental platt war.

  20. Rjonathan sagt:

    @leoluca @schalkoholiker
    Ja, geht mir auch so. Vielleicht ist das aber auch eine Sättigung nach dem deutschen Turniersieg in Brasilien. Damit hat der deutsche Fußball seine seit 2006 verdiente Belohnung bekommen, die Spanier wurden auch schon belohnt und jetzt wartet man auf den neuen Impuls. Ich bin in dem Turnier die ganze Zeit auf der Suche nach einem Team, dem ich den Titel gönnen würde. Kroatien war am nächsten dran. Gegen Portugal sind sie aber verdient raus. Für mich sind die Deutschen und die Italiener am besten (gewesen). Jetzt gönne ich Löw den nächsten Titel, aber es schmeckt ein wenig fad.
    Neu ist dieses Phänomen aber nicht. Die WM 2002 ist mir ähnlich in Erinnerung.

  21. Steffen sagt:

    @Gauß

    Man kann die Problematik auch umgekehrt sehen. Durch steigende Einnahmen haben die Vereine mehr Geld zur Verfügung um die Spieler entsprechend zu bezahlen (Gehälter, Ablösesummen). Das Geld steht zur Verfügung und wird rausgehauen, die Rechteinhaber wollen für ihre Investitionen ein attraktives Paket (Splittung der Anstosszeiten u.ä.) hier die Spieler in vorderste Front zu stellen halte ich für falsch.

    Angebot und Nachfrage bestimmen das Gehalt, so lange Menschen die Unterhaltungsmaschine Sport am Leben erhalten, so lange werden in den entsprechenden Sportarten die Menschen fürstlich verdienen. Nur in wenigen Lebensbereichen wird entsprechend nach Verantwortung, Risiko und sozialer Bedeutung des Berufes bezahlt. Als Angestellter Arzt in einer großen Klinik mit regelmässiger Arbeitszeit von 60+ Stunden/Woche hab ich noch nie Neid u.ä. gegenüber Fussballern verspührt. Leistung, Motivation, Regeneration, Fitness sind zu sensible multifaktorielle und komplexe Geschehen als das ein plumper Verweis auf die Millionen alles vom Tisch wischen kann.

  22. leoluca sagt:

    Ein treffender Kommentar zum EM-Aus in Frankreich: Wo bleibt die deutsche Selbstkritik?

    http://www.faz.net/aktuell/spo.....31308.html

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