Schalkes Rekordtransfer

Christian Heidel hat die Einigung mit Manchester City bezüglich des Wechsels Leroy Sanés bestätigt. Wie üblich wurden dabei keine Zahlen genannt, aber Leroy Sané dürfte mit diesem Wechsel zum bislang teuersten deutsche Kicker der Fußballgeschichte geworden sein. Ich drücke ihm die Daumen, dass er bei den Citizens einzuschlagen vermag. Gleichzeitig bin ich froh, dass das Risiko einer schwächeren Saison von ihm nun nicht mehr von Schalke 04 getragen werden muss.

Dass Leroy Sané diesen Wechsel wollte kann ich nachvollziehen. Die Premier League ist die größte Bühne überhaupt und Manchester City hat den besten Trainer. Ich denke, dass Leroy Sané das Selbstbewusstsein aus den Poren tropft, dass solche Jungs eben so werden, wenn sie sich von klein auf immer gegen die größeren Jungs durchgesetzt haben. Ich denke, dass er eine große Karriere plant, so wie es Mesut Özil einst tat.

Dass manch einer nun meint, Leroy Sané wäre noch nicht bereit, ein solcher Wechsel käme für ihn zu früh, kann ich ebenfalls nachvollziehen. Auch in der letzten Saison hatte er eine Schwächephase. Auf Schalke freute man sich über seine guten Spiele so sehr, dass man über die weniger guten gerne hinwegsah. In England werden die Erwartungen an das Wunderkind hoch sein, dort stehen für die Clubs deutlich mehr Pflichtspiele auf dem Terminkalender und er selbst startet verspätet in die Saisonvorbereitung.

Jegliche Form von Mitleid oder Anteilnahme ob dieser Probleme geht mir allerdings ab. Ich bin froh, dass der Wechsel jetzt zustande kam. Ich bin froh, dass mein Club von dem Hype um Leroy Sané profitieren konnte. Sein Talent ist ein Versprechen, dass er woanders einzulösen gedachte. Ob der Ausstiegsklausel hätte ihn eine weitere Saison für den Club nicht wertvoller machen können. Und um den Unterschied der Klausel zum nun kolportierten Preis auf dem Platz zu erspielen, hätte er Schalke quasi alleine in die Champions League schießen müssen. Ein solcher Spieler mag er mal werden, aktuell ist er der sicher noch nicht.

Leroys Sanés Spiel konnte spektakulär sein, nun ist es seine Ablösesumme. So wie er seine Karriere plant muss Schalke 04 seinen Kader und seine Finanzen planen. Dieses Geld sorgt dabei für ungeahnten Spielraum. Meines Erachtens ist dieser Transfer ein Grund zur Freude.



78 Kommentare zu “Schalkes Rekordtransfer”

  1. Grieche sagt:

    Ich denke, Sané hat sich seinen Wechsel gut überlegt. Wenn einer der besten Trainer der Welt so offensiv um einen Spieler wirbt, kann man davon ausgehen, dass er genau weiß, wo und wie er diesen Spieler einzusetzen hat (und was für Schwächen er hat). Das unterscheidet Sané von Götze: Der wollte vor drei Jahren zwar zu Guardiola, Guardiola wollte aber nicht Götze, sondern hätte lieber Neymar verpflichtet.

    Und um kurz nochmal Heldt zu seinem Recht kommen zu lassen: Vor einem Jahr hatte Schalke ein Angebot von Tottenham für Sané über ca. 15 Millionen. Das war vor der Draxler-Ablöse. Da hätte man als Manager eines hochverschuldeten Clubs ohne Champions League-Teilnahme schon auch schwach werden können.

  2. Schorsch sagt:

    Überaschend war Leroys Abgang ja nun wirklich nicht mehr, aber irgendwie nervt es trotzdem. Und natürlich war es für den Verein die richtige Entscheidung, ich hätte ihn aber gerne noch wenigstens eine Saison in königsblau spielen sehen. Der einzige Trost ist, dass er nicht innerhalb der BL gewechselt ist.

  3. blues sagt:

    Mit den nach und nach eingehenden Zahlungen von Manchester City für Leroy Sané in Höhe von rund 50 Millionnen Euro,summieren sich die erzielten Einnahmen aus Spielerverkäufen für Manuel Neuer, Julian Draxler und Leroy Sane auf insgesamt 120 Millionen Euro. Damit dürfte nun die Hälfte des Schuldenberges der unter dem langjährigen obersten Kontrolleur des Vereins, Clemens Tönnies, angehäuft wurde, wieder abgetragen sein. Weder Tönnies noch Heidel sollten sich dafür auf die Schulter klopfen.

    Für Schalke und mich als Zuschauer finde ich den permanenten Aderlass an spierlerischer Substanz, denn keiner dieser Abgänge wurde auch nur annähernd ersetzt, trotzdem schmerzlich.

    Mit der Höhe der Ablöse habe ich kein Problem. Ich teile nicht die Doppelmoral der Herren Rummenigge und Tuchel und einem Teil der Sportpresse. Denn die Preise für Spieler scheinen für Tuchel und Rummenigge erst in dem Moment „unmoralisch“ zu werden, wo ihre Vereine nicht mehr in der Lage sind, die aktuell aufgerufenen Beträge zuzahlen.

  4. Carlito sagt:

    Gut auf den Punkt gebracht. Ich bin gespannt, ob und wie er sich in England durchsetzt.

  5. rjonathan sagt:

    Im Prinzip sehe ich es genau so. Guardiola ist der Hauptgrund für den Wechsel nicht die Millionen. Und Sanés Lockerheit und Flair passen eben auch perfekt zu dessen Stil. Man darf gespannt sein, was das wird.

    Was uns von Dortmund derzeit noch unterscheidet: Sie verlieren Spieler wie Hummels, Lewandowski und Gündogan, die zum Zeitpunkt ihres Wechsels schon konstante, internationale Stars sind. Bei uns gehen die Spieler derzeit immer noch einen Schritt früher. Neuer, Draxler und Özil wurden jeweils kurz nach ihren Wechseln zu Stammkräften in der Nationalmannschaft. Bei Sané wird es möglicherweise ähnlich laufen. Wenn ich mir für die Zukunft etwas wünschen würde: Dass wir demnächst z.B. einen Embolo auch mal eine oder zwei Saisons länger halten können, denn das sind dann die Saisons, in denen man die Chance hat ganz oben anzugreifen.

    @blues
    Das mit Rummenigge und Tuchel hast du prima auf den Punkt gebracht. :-D
    Was unseren Schuldenberg angeht – nach meinem Wissen wurde er doch vor allem durch den Stadionbau angehäuft, oder ist er danach noch mal signifikant angewachsen?

  6. Blauweißdachau sagt:

    Fast alle Schulden sind vom Stadionbau. Lass uns erstmal das Stadion abbezahlen. Dann können wir einmal richtig oben angreifen. Dann fließt das Geld in neue Spieler und nicht ins Stadion. Herr Heidel kann ein Glücksfall für unseren Verein werden. Man sieht das daran wie er arbeitet und Transfer nicht vorher offen diskutiert werden.

  7. Jones sagt:

    Hallo Torsten,

    erst mal ein großes Danke für deine stets qualitativ hochwertigen Posts und auf eine neue Saison im Königsblog!

    Was Sané angeht muss ich sagen: Alles richtig gemacht – Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer… Angedeutet hat er sein enormes Potenzial zweifelsfrei, aber es war seine erste Saison in der er sich so präsentieren konnte. Der spektakuläre Antritt, die wahnsinnige Ballbehandlung und die Hingucker-Tore die einen mit der Zunge schnalzen lassen werden fehlen, aber sein Stellenwert für die Mannschaft war nicht so groß, als dass das jetzige Kollektiv seinen Abgang nicht kompensieren könnte.

    Zum Transfer an sich muss ich sagen, dass Heidel wieder mal seine ganze Cleverness unter Beweis gestellt hat – wie schon zu Mainzer Zeiten kann man hier davon ausgehen, dass er definitiv erfolgsabhängige Mannschafts- oder Spielerboni vereinbart hat und ggf. sogar eine Beteiligung im Falle des Weiterverkaufs ausgehandelt hat – ein echtes Schlitzohr der Heidel.

    Auch vor dem Coke-Transfer ziehe ich meinen Hut – gerade weil Heidel hier darauf geschaut hat Spieler zu finden, die charakterlich gut reinpassen. Endlich mal wieder einen Spieler auf Schalke zu sehen, der nach Ballverlusten nicht stehenbleibt und lamentiert sondern direkt ins Gegenpressing geht, darauf freue ich mich.

    In diesem Sinne,
    Glück auf!

  8. schalkoholiker sagt:

    @Torsten
    Ja – die Ablöse für Leroy ist spektakulär. Zumindest für unsere (deutschen) Verhältnisse und zumindest für den jetzigen Zeitpunkt. Ich gehe davon aus, dass sich die Preisspirale noch einzweidrei Transferperioden weiter auf diese drastische Weise nach oben schraubt und dann werden wir vermutlich zurückschauen und uns fragen, ob die 50 Mio tatsächlich „ausreichend“ und gut verhandelt waren. So wie es immer ist, wenn man später besser weiß, was früher gut gewesen wäre. Um nicht missverstanden zu werden: Das jetzige Mitnehmen des Geldes ist aus wirtschaftlicher Sicht auf jeden Fall vernünftig. Das Transfergeschehen an sich ist es, was mich irritiert.

    Mich erinnert das aktuelle Transfergeschehen (und auch die Diskussionen drumherum) immer mehr an Aktienhandel. Und das ist schade. Naldo und Coke als risikoarme BlueChips, Embolo als Investition mit der Hoffnung auf ein wenig Rendite und ertragreichen Wiederverkauf. Das entfernt sich immer weiter von der eigentlichen Idee, Fußball zu SPIELEN. Und da ist Schalke ja noch nicht einmal ein besonders hervorstechendes Beispiel. Mal sehen, worauf das hinausläuft.

    Ich versuche das auszublenden und freue mich (wie jeden August) auf hoffentlich gute und erfolgreiche Spiele unserer Jungs.

  9. meinzu sagt:

    Gut geschrieben, danke.
    Denke auch das es unmöglich ist als Schalkeverantwortlicher sich einen solchen Transfer zu verwehren. Nur mein Sohn findet Geld ist nicht alles. :-)

  10. Roman sagt:

    Ich habe noch keinen Spieler auf Schalke erlebt, der so schnell war wie Leroy Sané. Irre schnell. Und leichtfüßig. Selbst Emile Mpenza war nicht so schnell. Und daher schade, dass wir seine Entwicklung nun nur noch aus der Ferne anschauen können.

    Ich kann dennoch nachvollziehen, dass man den Transfer auf Schalker Seite sogar „feiert“. Wenn man das Geld nun sinnvoll einsetzt, den Kader an den richtigen Stellen verstärkt und auch zur Tilgung der Schulden und zum Aufbau der Infrastruktur einsetzt, dann hat dieser Transfer für alle Seiten etwas Gutes.

  11. michael sagt:

    Heute ist erst mal für mich kein Festtag. Ich will das bewusst auch nicht rational sehen. Ein Spieler mit diesen besondere Qualitäten hätte uns auch mit etwaigen Leistungsschwankungen gut zu Gesicht gestanden. Schade.

    Vielleicht wird sein Bruder Sidi Sané (13) auch mal so gut und so schnell. Spielt in der Schalker Jugend Mittelstürmer.

  12. rjonathan sagt:

    @michael
    Könnte gut sein, dass der jetzt auch nach England geht. Irgendwo habe ich etwas von Umzug der Familie gelesen.

  13. CarstenS04 sagt:

    moinsen

    unterschreibe ich so….

    weiter geht’s… bei uns siehts doch mal richtig gut aus…. freue mich drauf

  14. michael sagt:

    @ rjonathan

    war auch nicht so wirklich ernst gemeint ;-)… 6+ Jahre sind ne lange zeit. Ich freue mich dann, wenn die Neuen funken und wir erfolgreichen und attraktiven Fussball spielen – und den Bayern und dem BvB eine einschenken können.

    Glück auf

  15. Oskar Zirngiebl sagt:

    Was mich ja am Wechsel irritiert ist, dass einige englische Medien (ich suche noch mal die Quellen) schreiben, dass er für 37M engl. Pfund an ManCity verkauft wurde. Das sind aber rd. 43,5M Pfund (wobei – nebenbei bemerkt – man von den Wechselkursschwankungen bei der Transfersumme schon wieder richtige gute Bundesligaspieler bekommt, was ein Wahnsinn).

    Wer weiß Genaueres?

  16. Oskar Zirngiebl sagt:
  17. ebbe04 sagt:

    Finde es auch schade , dass Leroy geht . Aber so ist halt das Business.
    ( 3€ ins Phrasenschwein ) . Viel erstaunlicher finde ich , dass es
    C.Heidel schafft einen Mann wie Coke , immerhin Kapitän und
    Leader des amtierenden Euroleague Champions, für 3-5
    Mios. zu holen . Ich bin begeistert. Auch auf Baba freue ich mich.
    Endlich scheint man erkannt zu haben , dass wir auf den
    Außenverteidigerpositionen zu schwach besetzt waren.
    Freue mich auf die neue Saison.

  18. Detlef sagt:

    Einerseits finde ich es schade, dass Leroy geht, aber zu halten wäre er wohl eh kaum gewesen. Andererseits werden mir seine Läufe schon fehlen.
    Aber Strich drunter und eine Zahl mit vielen Nullen verbuchen.

    Überhaupt diese großen Zahlen machen die nur mir ein komisches Gefühl in der Magengegend? ca 50 Mio für einen Spieler, der grad mal 1 volle Saison gespielt in der höchsten Liga gespielt hat. Wahnsinn.

    Wie lange ist noch bis Saisonanfang? Kribbeln fängt an.

  19. Roman sagt:

    Es ist in der Tat erstaunlich, dass der Kapitän und Rechtsverteidiger des dreifachen EL-Siegers für – in der Relation – „schlappe“ 3-5 Mio. Euro zu haben ist. Es ist so erstaunlich, dass man sich quasi fragen muss, wo der Haken ist. Ich hab keinen gefunden, vielleicht gibt’s auch gar keinen. Jedenfalls soll Coke nun ein stark aufgebessertes Gehalt bei uns erhalten, so war zu lesen.

    Bei Baba gehe ich davon aus, dass wir sein komplettes (wahrscheinlich auch recht üppiges) Gehalt von Chelsea übernehmen werden. Anhand der kolportierten Leihsumme von 500.000 Euro ist das wohl in der Gesamtsicht trotzdem ein ganz guter Deal. Ob alles zusammenpasst sehen wir aber sowieso erst nach den ersten Buli-Spielen.

  20. Lutt sagt:

    Ich glaube, jeder Schalker hätte Leroy noch gerne 2-3 Jahre auf Schalke gedeihen und wachsen sehen.

    Trotzdem müssen wir als Schalker Sane irgendwie dankbar sein, denn diese verfluchte Ausstiegsklausel hätte uns schlichtweg fast 20 Mios gekostet, wäre er denn noch ein Jahr geblieben.
    Sorry, Hotte, hier geht der Schwarze Peter an Dich – nicht an Sane und auch nicht an Heidel.

    Ich bin mir übrigens fast sicher, dass ein Spieler mit Anlagen wie Sane (ihm wurden ja durchaus Anmut und Fußballtalent in die Wiege gelegt) sich in der Weltspitze durchsetzt und irgendwann auch 100 Mios wert ist. Davon hätten en wir Schalker nicht mehr viel. Egal wie – spätestens nächste Saison wäre er für 36 Mios weg.

  21. michael sagt:

    @ Lutt

    ….warum müssen wir Sane dankbar sein? Verstehe ich nicht. Er wurde bei uns ausgebildet und macht jetzt den Abgang. Dankbar wäre ich erst, wenn er seinen Vertrag verlängerte (weil er Bock auf Schalke hat) und erst in 2-3 Jahren für 100 Mio wechselt. Denn das dürfte er in 3 Jahren Wert sein.

  22. dergrafschafter sagt:

    @blues
    der abgang von Sane ist einerseits schade, weil wir ihn nicht mehr in unseren farben sehen und anderereits gut, weil er uns geld bringt.ja.
    was tuchel angeht, so sehe ich da keine doppelmoral sondern echte sorge, ob dieser teils absurden , fast schon obszönen geldbeträge. ganz unabhängig von der person Sane. Tuchel sah die entfremdung von den fans, die oft richtig sparen müssen, um eine dauerkarte zu erstehen. oder die manchmal mit dem fahrrad fahren müssen, während mir ein bild von der EM in erinnerung ist, wo sich Rakitic mit frau in seinem „privatjet“ ablichten läßt.welch krasse diskrepanz. das kann auf die dauer nicht gut gehn.siehe hier auch die allgemeine lage bei fifa , dfb und ioc ,die sich durch ihr tun schon jetzt weit von der bevölkerung entfernt haben.
    wer hat eine lösung?

  23. Matthias sagt:

    @ rjonathan:

    Was hat bitte Özil in deiner Liste zu suchen? Da haben WIR entschieden, den Vertrag nicht mehr zu verlängern und ihn nicht mehr für Schalke spielen zu lassen, weil die Situation mit seinem Vater einfach komplett unhaltbar geworden war.

    Müller hatte einfach die Suppe auf vom Wortbruch (Vertrag per Handschlag verlängert, dann auf Betreiben des Vaters die Zusage wieder kassiert) und davon, die kompletten Vertragsangebote in der BILD abgedruckt zu sehen und das kann ich sehr gut nachvollziehen.

  24. CarstenS04 sagt:

    Nicht vergessen… Heidel hätte ihn nicht verkauft wenn er nicht ausdrücklich wechseln wollte….und er wollte zu Pep… Er wollte Schalke den Rücken kehren weil er überzeugt wurde das das der nächste richtige Schritt für ihn sei…

    Wir sind alle traurig aber… Auch er wird nochmal auf Schalke spielen und hoffentlich sein blaues Wunder erleben! ^^

  25. Torsten sagt:

    Bezüglich „bald 100 Mio wert“ vs. „Ausstiegsklausel für 37 Mio“:

    Horst Heldt hatte zuletzt in einem Interview gesagt, dass es die Möglichkeit gegeben hätte, Sané die Klausel abzukaufen, dass es aber klar gewesen sei, dass Sané jetzt schon wechseln wollte, dass das Abkaufen quasi rausgeschmissenes Geld gewesen wäre und man sich daher dagegen entschieden habe.

    Mit den nach und nach eingehenden Zahlungen von Manchester City für Leroy Sané in Höhe von rund 50 Millionnen Euro,summieren sich die erzielten Einnahmen aus Spielerverkäufen für Manuel Neuer, Julian Draxler und Leroy Sane auf insgesamt 120 Millionen Euro. Damit dürfte nun die Hälfte des Schuldenberges der unter dem langjährigen obersten Kontrolleur des Vereins, Clemens Tönnies, angehäuft wurde, wieder abgetragen sein. Weder Tönnies noch Heidel sollten sich dafür auf die Schulter klopfen.

    Ich finde schon, dass sich die Verantwortlichen dafür auf die Schultern klopfen dürfen. Die Jugendarbeit beim FC Schalke war schon immer gut, aber vor einigen Jahren wurde die Durchlässigkeit zu den Profis verbessert und zum Konzept erklärt. Erst diese Durchlässigkeit hat das „Schaufenster“ geschaffen, welches das Begehren der Käufer weckt. Außerderm fußt die Verbesserung der Finanzlage auch nicht nur auf den Ablösesummen sondern auch auf den Werten die dadurch entstehen, dass selbst ausgebildete Spieler Kader-Planstellen besetzen.

  26. rjonathan sagt:

    @Roman
    Ich glaube die Erklärung ist, dass Coke in der letzten Saison seinen Stammplatz verloren hat und man ihm aus freundschaftlicher Verbundenheit einen Wechsel ermöglichen wollte. Deswegen wechselt er zum „echten“ Marktwert und nicht zum „eigentlich wollen wir den Spieler nicht verkaufen, aber wenn ihr so bescheuert sein und mit Geld um euch schmeißen wollt“-Marktwert. So habe ich es zumindest verstanden.

    @Matthias
    Özil gehört für mich in die Liste, weil ich ihn gerne länger bei uns gesehen hätte. Ist mir eigentlich egal, warum nicht. ;-)

  27. Didi sagt:

    Toller Kommentar, der das Thema von allen Seiten beleuchtet. Es fehlt mir nur eine Kleinigkeit, nämlich, dass diverse Medien, und ich meine nicht nur die vielgescholtene Bild, bereits in der Winterpause angedeutet haben, Sane´ sei sich mit ManCity einig. Was hieße, er hat Schalke 04 lange im Unklaren gelassen. Ist aber nichts, was ich ihm ankreide. Ich wünsche ihm alles Gute! Nochmals, richtig guter Kommentar!

  28. crisscross04 sagt:

    „Ein Grund der Freude“. Meine …, da fällt mir auch echt nichts mehr zu ein. Millionen hin oder her.

    Klar, man kann auch ohne Emotionen durchs Leben oder ins Stadion gehen – immer ohne Risiko verletzt zu werden. Aber hat man dann gelebt?

    Ja, es schmerzt mich erneut, dass uns ein Juwel verlassen hat. Wenn ich mich an so etwas gewöhnen würde, wäre ich wohl schon vor der Holzkiste innerlich gestorben.

    Und Beflockungen lasse ich dann demnächst. :-D

    Also, dann freuen wir uns alle miteinander, dass wir jetzt ein paar Millionen mehr in der Kasse haben. Ehrlich?!: Ich könnte k…

    Glück auf!

  29. Torsten sagt:

    „Meine Fresse“ darf man hier ruhig schreiben, selbst wenn man vom anderen Ende des Schalke Universums stammt :-)

  30. blues sagt:

    @dergrafschafter
    Dass Tuchel,Klopp und Rummenigge den Fußball vor dem sich in Anlagenotstand befindlichen Finanzkapitalismus retten wollen, ist reine Heuchelei. Allein Klopp und Tuchel haben aktuell für Neueinkäufe von Spielern zusammen fast 200 Mill. Euro ausgegeben. Die Mediensportler Tuchel und Klopp sind der Virtualität im eSport zwischenzeitlich näher als dem Amateurfußball. Da erwarte ich nichts mehr.

    @Torsten
    Die Durchlässigkeit haben wir in dieser Form seit Langem. Neuer, Höwedes und Özil waren dazu vor 10 Jahren schon ein Ausnahmejahrgang. Der Erfolg dieses Modells hat sicher viele Väter, doch über diese lange Zeit ist er doch eher Norbert Elgert und Oliver Ruhnert geschuldet.

  31. SpeedGlas sagt:

    Ich hatte nach dem Kurzeinsatz bei der EM noch ein wenig Hoffnung, dass Sané bleibt. Im Grunde sollte man auch sehr zufrieden mit der Summe an Geld sein, die man bekommt. Trotzdem bedaure ich den Abgang. Ich finde es schade, dass uns Spieler wie Neuer, Özil oder Draxler verlassen. Spieler mit einem solchen Talent sind in der Lage Spiele zu entscheiden – durch eine Vorlage oder einem Tor, im Falle von Neuer durch Paraden. In gewisser Weise sehe ich sie auch als einzige Möglichkeit, sich im oberen Drittel der BuLi und in den internationalen Wettbewerben zu etablierten. Bei den gezahlten Ablösesummen für Spieler die ähnlich stark sind, kann Schalke nicht mitbieten. Unterm Strich bleibt für mich leider die Befürchtung, dass Bayern München wohl auch in den nächsten Jahren ohne große Schwierigkeiten Meister wird und wir von großen Erfolg sprechen können, wenn wir in der EL oder der CL mal das Halbfinale erreichen.

  32. CarstenS04 sagt:

    Moin, Draxlers Aussage bei den Wölfen weg zu wollen und das es abgesprochen sei das der Vfl nur ein Sprungbrett sein sollte sagt viel aus… Auch sein denken von ihm oder seinen Beratern über Schalke!!!!
    Der Schuss ging aber ordentlich nach hinten los

  33. Roman sagt:

    Ich dachte eigentlich auch, dass die Zeit der Bierdeckelverträge und mündlichen Verabredungen vorbei sei. Vor allen Dingen verstehe ich nicht, warum sich Draxler ein so wichtiges „Detail“ seiner Karriereplanung nicht schriftlich fixieren lässt.

  34. Zeitspieler sagt:

    Der Draxler macht jede Saison ein gutes Spiel. Ich bin froh, dass der weg ist und Wolfsburg sich mit dem rumquälen kann. Wenn Goretzka und Meyer bleiben wird alles gut. Lieber 11x Kolasinac als solche Spieler wie Draxler.

  35. Speed Glas sagt:

    Draxler wird mit seinen Leistungen bei der EM Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt haben, die anders als der VFL WOB in der kommenden Saison international spielen. Ich glaube bei dem Transfer von Schalke nach WOB ging es hauptsächlich um das Geld, dass sich der Berater von Draxler in die Taschen stecken konnte. Seine Karriere war wohl zweitrangig. Wobei Allofs und auch Löw der Meinung sind, dass Schalke Draxlers Entwicklung in Wege stünde, da man ihm ja zu viel Verantwortung auferlege. Viele haben damals gesagt, dass sie dankbar das Geld aus WOB für Draxler nehmen, obwohl keiner so wirklich verstehen konnte, warum er ausgerechnet dort hin wechselt. Nun muss Draxler mit den Konsequenzen leben. Sein Vertrag ist bis 2020 gültig und WOB hat ein Recht darauf, die Vertragserfüllung von ihm zu verlangen. In gewisser Weise zieht Draxler doch jetzt ein ähnliches Spiel ab, wie bei seinem Wechsel von Schalke nach WOB. Ich bin schon auf die ganzen „Experten“ gespannt, die in TV und Zeitung ihre Meinung zum besten geben und wahrscheinlich sagen werden, dass WOB der Entwicklung von Draxler im Wege steht und er jetzt zu einem europäischen Top-Club wechseln muss, damit aus ihm ein großer Star des Weltfußballs wird.

  36. Steffen sagt:

    @Zeitspieler
    Mit elf Spielern wie Kolasinac gehen wir unter. Ich differenziere deine Aussage und vermute du meinst die Einstellung und den Schaum vorm Mund der die zumindest entwicklungsbedürftigen Fähigkeiten von Kolasinac am Ball überblendet.
    Mit Gras fressen alleine ist es nicht getan und ein Draxler würde einem großen Teil der Mannschaften – inkl. Schalke – aufgrund seiner Fähigkeiten sehr gut zu Gesicht stehen. Ja, er dominiert nicht viele Spiele aber ich glaube auch bei Draxler ist weiterhin eine Entwicklung zu erkennen. Man muss berücksichtigen, dass nicht immer alles auf anhieb und sofort klappt. Ein Vereinswechsel will und muss auch erst bewältigt werden.
    Der Umgang mit Verträgen nimmt absurde Züge an, ist aber auch nur bedingt einem einzelnen anzukreiden sondern eher Symptom einer unverbindlichen Gesellschaft.

    Sané kann ich seinen Wechsel nich verübeln, auch sportlich nicht. Er geht Risiko aber wenn man auf einer steilgehenden Rakete sitzt und einer der besten Trainer der Welt einen für seine Starensemble haben will und vermutlich sehr überzeugend argumentiert und darlegen kann was er mit einem vorhat, sorry da kann man niemandem verübeln diesen Schritt jetzt schon zu machen. Es soll nicht unser Schaden sein.

  37. JS sagt:

    Also ich wünsche Leroy viel Erfolg und möge er mit City Titel gewinnen :-D

    Zum Thema Draxler kann ich nur sagen, dass Dummheit bestraft werden muss, aber vielleicht gibt es dort ja auch noch ein Umdenken und sie lassen ihn, für viel Geld, ins Ausland ziehen, was uns auch wieder gut zu Gesicht stehen würde

  38. crisscross04 sagt:

    @Torsten:
    Woher weißt Du denn, woher ich „stamme“? Glaubst Du beurteilen zu können, nur weil ich hier nicht so abgeklärt schreibe und fühle, mich in eine Ecke zu platzieren zu können/wollen/müssen?! Oh je…

    Mich ödet dieser ganze Transferwahnsinn nur noch an. Ich bin bei weitem nicht so blauäugig, dass ich nicht weiß, dass das der Realität entspricht und der Verein, der da nicht mitmacht oder -hält, hat sowieso verloren. Aber ein „Grund zur Freude“ zu empfinden, wenn uns talentierte Spieler verlassen, halte ich für absolute doppelmoralisch.

    Ja, wir können stolz sein auf unsere Jugendarbeit. Aber das nur als „Gelddruckmaschine“ anzusehen. Wir werden so auf Dauer unseren Mythos verlieren.

    Das Verhalten von Spielern und Beratern spiegelt doch nur unsere Gesellschaft wider. „Maximalen Output bei minimalen Input“, „Egoismus und Ellenbogenverhalten“, „keine emotionale Bindungen eingehen“ oder „zu etwas wirklich stehen“ sind nur einige wenige Themen, die unsere Gesellschaft zurzeit prägen.

    Ich weiß, dass ich hier gegen den Mainstream „oldschool“ denke, aber freuen über diese Entwicklung werde ich mich bestimmt nicht!

  39. Manfred sagt:

    Das Platzen dieser Blase kommt noch, keine Sorge.
    Bis dahin wird Heidel versuchen, den Verein auf ein Niveau zu heben, welches den Verbleib solcher Spieler wahrscheinlicher macht. Die Frage ist: was passiert zuerst?

  40. Torsten sagt:

    Ich dachte eigentlich auch, dass die Zeit der Bierdeckelverträge und mündlichen Verabredungen vorbei sei. Vor allen Dingen verstehe ich nicht, warum sich Draxler ein so wichtiges „Detail“ seiner Karriereplanung nicht schriftlich fixieren lässt.

    Draxler wird von Rogon/Wittmann vertreten. Wir können davon ausgehen, dass dort keine Vertragsdetails „vergessen“ wurden. Dass es außerhalb des Vertragswerks „Absprachen“ gibt, hört man immer wieder. Nur auf Grund einer solchen konnte Schalke Markus Weinzierl verpflichten. Ich kenne mich in solchen Vertragsangelegenheiten nicht aus, aber alleine dass das immer wieder vorkommt bringt mich dazu zu glauben, dass es wohl gute Gründe für nicht schriftlich fixierte Absprachen gibt.

  41. leoluca sagt:

    Die Bemerkung von blues über Rummenigges und Tuchels Erregungsanfall, die beim Sané-Transfer plötzlich ihr Unverständnis für die große Geldmaschine entdeckt haben, gefällt mir gut.

    Was mich mit Sanés Wechsel etwas versöhnt: dass er die Bayern überhaupt nicht glücklich macht. Sie hatten sich das so nett vorstellen können, dass Leroy noch ein Jahr auf Schalke spielt, um dann für ein Schnäppchen von 35 Millionen nach München zu wechseln. Die Süddeutsche zitiert die Bayern, dass der Spieler leider „zum falschen Zeitpunkt“ auf dem Markt gewesen sei.

    Sané wollte den Wechsel jetzt. Und so wenig ich das aus Schalker Sicht akzeptieren kann, so sehr beeindruckt mich sein Mut zu diesem Weg. Guardiola ist ein zwar fantastischer Stratege, aber eben ein absoluter Kontrollfreak, den Leroy mit seinem spontaneistischen, teils auch abenteuerlichen Spiel erstmal überzeugen muss. Allerdings ist es England, Manchester: zwei, drei Großaktionen von Sané und das Stadion liegt ihm zu Füßen.

  42. schalkoholiker sagt:

    Tja der Jule. Komisches Thema. Der Prototyp des „einzulösenden Versprechens“. Mit genialen Momenten, manchmal auch ganzen Spielen. Hat aber meine Emotionen nie wecken können. Anders als Sané, der bei Ballnähe meinen Puls immer nach oben getrieben hat.

    Vor einiger Zeit stand mal ein ausführlicher Text im Spiegel zu Draxler. Guter Text. Aber: Wenn davon nur die Hälfte stimmt, dann ist er eigentlich eine arme Wurst. Ich verlinke hier mal auf einen Blog, weil der Artikel im Original kostenpflichtig ist:

    https://www.schalker-block5.de/index.php?thread/40736-draxler-bei-den-w%C3%B6lfen/&pageNo=116

  43. Andreas sagt:

    Sane jetzt nicht zu verkaufen wäre wirtschaftlicher Wahnsinn gewesen.
    Von daher gratuliere ich H.Heidel und unserem (ehemaligen) Rohdiamanten zu dieser Entscheidung.

    Zu Jule:
    Ich hoffe er kann sich von Wolfsburg loseisen und wechselt noch diesen Monat ins Ausland.
    Zum einen schädigt es den hier (ich wohne in Golfsburg) ansässigen, finanzstarken Konkurenten erheblich
    und zum anderen, bekommt der S04 noch einen nicht unerheblichen, monetären Nachschlag, wenn Julian gewinnbringend weiter verhökert wird.

  44. Matthias sagt:

    Ich glaube, was in dem Spiegel-Artikel steht, ist für heutige Jungprofis einfach sehr normal. Wenn einem schon von den Jugendmannschaften an der A**** nachgetragen wird und man sich um nichts kümmern muss, kommt eben sowas dabei heraus. Und der Durchschnittsprofi mit eher geringer Schulbildung (die in den letzten Jahren häufig schon im Schatten des Sports steht) entwickelt dann eben auch keine großartigen Interessen, die über Autos, Reisen und ein paar teure Spielzeuge hinausgehen.

    Das war aber auch früher schon so. Leute wie Yyyyyyves, für die Fußball nur einen kleinen Teil ihrer Interessen ausmachte, waren schon immer die Ausnahme von der Regel.

  45. idioteque sagt:

    Mündliche Vereinbarungen haben für beide Seiten Vorteile.
    Der Verein hat bei einem Wechselwunsch des Spielers immer noch die Möglichkeit, die Bedingungen eines Transfers zu bestimmen, was bei einer vertraglich festgeschriebenen Ablöse nicht der Fall wäre. Wenn Draxlers fixe Ablöse z.B. bei 50 Mio. gelegen hätte, würden WOB bei den jetzt kursierenden 60 Mio. eine Menge Geld durch die Lappen gehen.
    Und für der Spieler hat die vermeintliche Gewissheit, dass er bei einem guten Angebot wechseln darf (und wenn nicht, hat er das Druckmittel, an die Presse zu gehen). Außerdem wird die Ausstiegsklausel keine direkte Verhandlungsmasse, was sich möglicherweise positiv auf Gehalt und Prämien auswirkt.
    Ich schätze einfach, dass die Wolfsburger Vereinsführung zum Zeitpunkt der Absprache nicht damit gerechnet hat, dass man sportlich so abstürzt und im Anschluss so viele Leistungsträger verliert. Jetzt steckt man in dem Dilemma, dass man auf der einen Seite diese Saison alle Spieler, die nicht zu 100% mitziehen, aussortieren wollte, auf der anderen Seite aber sportlich auf Draxler angewiesen ist, weil man sonst alle offensiven Leistungsträger der Vorsaison verlieren würde.

    Zu Sané:
    Natürlich ist das schade, wenn die Riesentalente aus der Knappenschmiede den Verein verlassen. Aber so zu tun, als ob Schalke nun zum Selbstbedienungsladen der ganz Großen wird, ist doch etwas übertrieben. Die Quote an selbstausgebildeten Spielern im Kader ist immer noch sehr hoch im Vergleich zum Rest der Liga. Dass dann diejenigen, die zu höherem berufen sind, als bei der aktuellen Nr. 4 oder 5 in Deutschland (zumindest sportlich) zu spielen, dann die Möglichkeit ergreifen, das auch zu tun, finde ich nicht so tragisch. Sich über so etwas zu beschweren, aber dann auf der anderen Seite die Verpflichtung von Goretzka oder Embolo zu feiern, finde ich dann etwas seltsam, auch wenn ich Sané natürlich gerne noch ein oder zwei Jahre auf Schalke sehen würde.
    Von einem Fußballspieler darf man meiner Meinung nach nicht viel mehr Loyalität gegenüber seinem Arbeitgeber zu verlangen als bei anderen Arbeitnehmern. Der Spieler kann ja nichts dafür, dass Fans da ein romantischeres Bild des Sports haben, es sei denn, er hat das vorher irgendwie selbst nach außen getragen. Und Sané hat ja nie irgendwelche Wappenküsserei betrieben oder so getan, als ob er sein Leben lang auf Schalke bleiben wolle.

  46. dergrafschafter sagt:

    @crisscross04
    ich seh das genauso. aber das ist der „moderne“ fussball.
    meilenweit von den fans entfernt leben die spieler, berater,trainer längst
    in einer anderen galaxie. im kapitalismus wird alles zur ware, was sich irgendwie vermarkten lässt. alte werte, traditionen etc. gehören nicht dazu.schade, man kann sie nur selbst leben.und es gibt hoffnungsfrohe ausnahmen wie Benedikt Höwedes und, natürlich, unsere geschichte als kumpel-und malocherclub.und es gibt ja auch vereine wie sv babelsberg 03
    oder pauli, aber klar, dann geht wohl kein erstligafussball mehr…
    und was soll man machen,wenn das herz an schalke nun mal verloren ist…

  47. crisscross04 sagt:

    Ich finde, wenn kein Spieler mehr aus bestehenden Verträgen aussteigen könnte, wäre das sicherlich ein Fortschritt, weil nicht jedes Halbjahr diese Transferorgie in den Köpfen der Spieler, Berater, Manager, Trainer, Fans inkl. Medien erneut ausbrechen würde. Die Vereine hätten auf alle Fälle mehr Planungssicherheit und es würde die Fußballszene deutlich beruhigen. Es kann doch trotzdem über Ablöse- und Gehältersummen verhandelt werden. Aber daran sind die Medien und Berater wohl eher weniger interessiert.

    Wir haben in jeder Liga in Europa längst ein 2-3 Klassensystem und die extreme Zunahme an Geldinvestitionen wird das noch verstärken. Bleibt abzuwarten, wie lange dieses System noch attraktiv genug ist für den Zuschauer. Die Blase wird irgendwann platzen und es wird in erster Linie die „Kleinen“ treffen.

    Ich feiere auch keine Neuverpflichtung (Ausnahme Raúl, aber der wurde ja auch von RM abserviert). Natürlich freue ich mich, wenn gute Spieler kommen, wenn sie der Meinung sind, dass Schalke der richtige Verein für sie ist. Im Gegenteil, ich würde mich freuen, wenn sich Schalke von solchen Verpflichtungen wie Franco Di Santo, der kurz vorher noch einen Treueschwur bei Bremen abgelegt hatte, verabschieden würde. Und am meisten würde ich mich freuen, wenn die Liga wieder ausgeglichener wäre – das heißt, dass auch mal wieder ein Außenseiter die Chance hat, Meister zu werden. Aber so naiv bin selbst ich nicht, dass ich daran noch glaube. ;-) (Bitte jetzt keine Statistik, dass die BuLi viel ausgeglichener ist als in Italien, Spanien oder sonst wo.)

    Ich finde das Konzept von Darmstadt sehr gut. Die haben in der Vergangenheit in erster Linie Spieler geholt, die bei anderen Vereinen „gescheitert“ sind. Klar, das haben sie in erster Linie gemacht, weil sie keine anderen finanziellen Alternativen hatten. Aber der Erfolg gibt ihnen recht. Leider danken es die Spieler dem Verein nicht – Beispiel: Sandro Wagner. Wobei wir wieder bei der Moral wären.

    Ansonsten fällt mir zu der Moraldiskussion nur folgende Geschichte ein:

    Ein alter Indianer sitzt mit seiner Enkelin am Lagerfeuer und erzählt ihr folgende Geschichte:

    „In jedem von uns tobt ein Kampf zwischen 2 Wölfen. Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst.

    Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.“

    Das kleine Mädchen schaut eine Zeit lang ins Feuer, dann fragt es: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“

    Der alte Indianer schweigt. Nach einer ganzen Weile antwortet er:
    „Der, den du fütterst.“

    Quelle unbekannt

    Wir können jeden Tag aufs Neue entscheiden, welchen Wolf in uns wir füttern …

  48. michael sagt:

    @ crisscross04

    ich finde deine Geschichte sehr schön. Aber die Moral als Ganzes geht leider am Stock. Ich finde Identifikation, Begeisterung und Hingabe sind die Werte die Schalke verkörpert und die will ich in der Mannschaft sehen.

    Zum anderen ist zu sagen, dass Heidel ja ganz einfach hätte sagen können, dass Sane einen gültigen Vertrag hat
    und erst nächste Jahr wechseln kann, natürlich mit dem wirtschaftlichen Verlust. Mich befremdet hier, dass Schalkefans es okay finden, dass Sane verkauft wurde, weil es wirtschaftlich „keine Alternative“ gibt.
    Für mich persönlich zählt der sportliche Erfolg deutlich mehr. Ich will tolle Spiele sehen, ein Schalke das erfolgreich ist, mit Spielern die alles geben für diesen Verein und diese Mannschaft. Das ist alles.

    Im übrigen wären die Stimmen zu dem Sane Verkauf sicher anders, wenn nicht Heidel und Weinzierl das Ruder in der Hand hätten. Wir alle hier hoffen doch auf eine bessere Saison als die letzen beiden. Auch das ist übrigens eine Wette auf die Zukunft.

  49. michael sagt:

    @ crisscross04

    übrigens: wohnst du nicht auch stuttgart?

  50. crisscross04 sagt:

    @michael: ;-) Ich weiß, dass das Zitat hinkt. Es war auch eher auf die Einstellung zum Geld und zu den wahren Werten gemünzt. ;-)

    Ansonsten bin ich bei allen Argumenten bei dir. Ich habe mich lediglich daran „gestoßen“, dass es jetzt schon ein Grund der Freude sein soll, wenn uns talentierte Spieler für viel Geld verlassen.

    Ja, Stuttgart stimmt. Und? Bin aber nicht wegen Bosch, Daimler oder Porsche hier, sondern aufgrund einer Herzensangelenheit! Nein, es ist nicht der VfB… :-D

  51. michael sagt:

    @ crisscross04:

    ich auch, müssen mal ein Bierchen oder so zusammen trinken…..

  52. crisscross04 sagt:

    Gerne. ;-)

  53. Torsten sagt:

    Ich finde, wenn kein Spieler mehr aus bestehenden Verträgen aussteigen könnte, wäre das sicherlich ein Fortschritt, weil nicht jedes Halbjahr diese Transferorgie in den Köpfen der Spieler, Berater, Manager, Trainer, Fans inkl. Medien erneut ausbrechen würde. Die Vereine hätten auf alle Fälle mehr Planungssicherheit und es würde die Fußballszene deutlich beruhigen. Es kann doch trotzdem über Ablöse- und Gehältersummen verhandelt werden. Aber daran sind die Medien und Berater wohl eher weniger interessiert.

    Wenn Verträge stets bis zuletzt erfüllt werden müssten, gäbe es keine Ablösesummen, denn dann würden die Spieler ja erst wechseln wenn sie vertragslos sind. Die Clubs würden das furchtbar finden, noch schlimmer als das Bosman-Urteil damals, weil das Erwirtschaften von Gewinnen durch Spielerverkäufe dafür sorgt, dass kleine Clubs sich konkurrenzfähig machen können.

    „Nicht aus Verträge rauskommen“ erinnert mich ein bisschen an das US-System. Dort „gehört“ ein Spieler dem Club, wenn er einen Vertrag unterschrieben hat. Wenn ein Club einen Spieler transferieren möchte wird der Spieler nicht gefragt, er hat so zu wechseln wie sein Club sagt, solange sein Vertrag läuft. Erst wenn der Vertrag beendet ist, ist er „Free Agent“ und handelt frei mit einem anderen Club einen neuen Vertrag aus – an den er dann wiederum gebunden ist.
    Das führt allerdings zu deutlich mehr Wechselei als in unserem System. Außerdem ist es auch nur in einem „geschlossenen Kreis“ wie einer der US-Profiligen möglich, in denen der Spieler quasi bei der Liga und deren „Franchises“ (die Clubs) angestellt ist, und nicht bei dem einzelnen Club selbst. Sowas ist in dem internationalen Wettbewerb des europäischen Fußballbusiness nicht zu installieren.

    Mich befremdet hier, dass Schalkefans es okay finden, dass Sane verkauft wurde, weil es wirtschaftlich „keine Alternative“ gibt.
    Für mich persönlich zählt der sportliche Erfolg deutlich mehr. Ich will tolle Spiele sehen, ein Schalke das erfolgreich ist, mit Spielern die alles geben für diesen Verein und diese Mannschaft.

    Natürlich hat man immer die Alternative, den Spieler nicht zu verkaufen. So knapp ist es um die Kasse derzeit ja nicht bestellt, dass Schalke auf das Plus eines Verkaufs in dieser Saison zum Verkauf via Klausel in der nächsten nicht hätte verzichten können.

    Ich persönlich glaube aber, dass Schalke mit den 50 Mio in der Tasche seine Mannschaft so aufstellen kann, dass sie besser ist als ohne 50 Mio und mit Sané. Und Heidel ist ja schon dabei.

  54. Klopenner sagt:

    Ich sehe das wie Torsten gerade geschrieben hat.

    Ich persönlich glaube aber, dass Schalke mit den 50 Mio in der Tasche seine Mannschaft so aufstellen kann, dass sie besser ist als ohne 50 Mio und mit Sané. Und Heidel ist ja schon dabei.

    Natürlich tut mir der Transfer auch etwas weh. Auf jeden Fall mehr als bei Draxler, weil Sané seine Fähigkeiten deutlich häufiger gezeigt hat und sein Spiel auch spektakulärer ist.
    Was mich aber dazu bringt, mich über die 50 Mio zu freuen, ist die Tatsache, dass ein Spieler, der unbedingt wechseln möchte, bei uns nicht mehr seine volle Leistung abrufen würde. Das ist nur menschlich. Wenn man sich nicht mehr wohl fühlt, leidet die Leistungsfähigkeit. Und was aus so jungen Burschen werden kann, die seit quasi immer Puderzucker in den Allerwertesten geblasen bekommen, sieht man gerade an Draxler. Kaum eine Saison bei den Wölfen und auch nur eineinhalb gute EM Spiele später will er unbedingt wieder weg und geht den Weg über die Presse, obwohl er sich beschwert, dass vom Verein alles nur über die Medien gemacht wird. Seltsam doppelmoralisch.

    Zum Thema Vertragserfüllung: War es nicht mal von der FIFA so geregelt, dass Spieler mit einem Vertrag der noch länger als 6 Monate läuft gar nicht einfach so kontaktiert werden dürfen, sondern immer der aktuelle Verein vorab informiert werden muss? Demnach werden fast alle Transfers nur in Abstimmung mit dem abgebenden Verein eingefädelt, da dieser ja seine Zustimmung geben muss.

  55. blues sagt:

    @Draxler & und seine Transferkapriolen

    Vielleicht liefert Draxler dem Medienzirkus ein wenig Bohei, damit alle Beteiligten und besonders die Wolfsburger Verantwortlichen Allofs und Hecking, den wenigen eigenen Fans und den Medien seinen gesichtswahrenden Abschied nach London einigermaßen gut erklären können.

    Denn Wolfsburg steckt, wie es aussieht, mitten in massiven Deinvestitionen des Mutterkonzern ins Fußballgeschäft. Zum einen macht das aufgeflogene Motorendoping ganz neue Imagekampagnen mit neuen Gesichtern notwendig, zum andern steht dem Konzern finanziell das Wasser bis zum Hals.

    VW Wolfsburg ist heute nur noch ein häßliches Entlein. Das hat der Konzern in seiner Softwareschmiede ganz allein und ohne fremde Hilfe hinbekommen. Vor diesem Hintergrund kann man als junger und talentierter und dazu kluger Spieler wie Draxler, nur schnell und zielstrebig das Weite suchen.

  56. leoluca sagt:

    Und wo kam man den halbseidenen VW-Granden zuerst auf die Schliche? Im kapitalistischsten Land der Welt, wo sie es im Leben nicht erwartet hätten. Herrlich.

  57. Steffen sagt:

    Wolfsburg spielt nicht international, die kolpotierte Klausel von 75mil wird dann keiner Zahlen wollen für jemanden der evtl. nur in der Bundesliga auftrumpft. Also muss jetzt die Brechstange raus. Muss man nicht gut finden aber ist nachvollziehbar.

  58. Torsten sagt:

    Vielleicht liefert Draxler dem Medienzirkus ein wenig Bohei, damit alle Beteiligten und besonders die Wolfsburger Verantwortlichen Allofs und Hecking, den wenigen eigenen Fans und den Medien seinen gesichtswahrenden Abschied nach London einigermaßen gut erklären können.

    So ähnlich dachte ich auch zuerst. Geklapper wie so häufig, bis dann auch die Fans froh sind wenn der Spieler geht, und dann einen entsprechenden Deal eintüten. Nun hat der Club allerdings eine Erklärung veröffentlicht, die an Deutlichkeit keine Wünsche offen lässt.

    Der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH sehen sich nach den heute in der BILD veröffentlichten Interview-Aussagen von Julian Draxler dazu veranlasst, folgende Klarstellung vorzunehmen und kursierende Gerüchte, die hierauf Bezug nehmen, auszuräumen.

    Der VfL Wolfsburg macht deutlich, dass es seitens der Verantwortlichen zu keinem Zeitpunkt schriftliche oder mündliche Zusagen bezüglich eines Wechsels von Julian Draxler innerhalb der aktuellen, bis zum 31. August 2016 noch andauernden Transferperiode gegeben hat. Dies unterstreicht auch eine bei Vertragsschluss gemeinschaftlich mit Julian Draxler und seinem Management festgelegte Ausstiegsklausel, die erstmals im Sommer 2017 Wirksamkeit erlangen wird.

    Der VfL Wolfsburg wird Julian Draxler in der aktuellen Transferperiode nicht transferieren. In einem gemeinsamen Gespräch hat der VfL Wolfsburg Julian Draxler nochmals erklärt, seinem geäußerten Wechselwunsch nicht entsprechen zu können.

    Wir gehen davon aus, dass damit alle vermeintlichen Unklarheiten beseitigt sind und dass von allen Beteiligten zu einer professionellen, verantwortungsvollen Zusammenarbeit zum Wohle des VfL Wolfsburg und insbesondere auch unserer Fans zurückgekehrt werden kann.

    Damit ist das Thema für diese Transferperiode durch. Und wenn die Ausstiegsklausel für 2017 tatsächlich die kolportierte Höhe von 75 Mio haben sollte, muss der Jule eine überragende Saison spielen, um das nächsten Sommer wert zu sein. Eigentlich kaum vorstellbar.

  59. rjonathan sagt:

    @Wolfsburg
    Faszinierend zu sehen, wie fragil das Gebilde Wolfsburg ist. Sie haben nur „internationales Geschäft“ und Geld als Argumente. In dem Moment wo sie nicht international sind, bricht das ganze zusammen. Da hilft auch kein Allofs. Vielleicht liegt es aber auch an der Sonder-Situation mit diesen Wahnsinns-Summen aus England und es wäre auch jedem anderen so gegangen. In Dortmund gab es ja einen ähnlichen Sog – und das nach einer Saison, nach der man durchaus auf eine Meisterschaft im nächsten Jahr hätte hoffen können.

    @crisscross & michael
    Wenn man schon über Herz und Mitgefühle schwadroniert, muss man meiner Meinung nach aber auch von der zwischenmenschlichen Verantwortung gegenüber jungen Menschen, den Spielern, sprechen. Wenn sich da einer einen Herzenswunsch erfüllen möchte, dann verstehe ich nicht, was das mit Leidenschaft zu tun hat, ihn dennoch zu verkaufen. Der Kapitalismus kommt dann ja erst im nächsten Schritt, wenn der Verein sagt: „Aber nur für Summe XY.“

  60. Lauthals die Fresse halten – WEB 0.4 sagt:

    […] der analytisch-rationale Vereinsblogger mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit der ganzen Nummer Worte der Freude. In unserem Hause äußerte man sich wehmütig-stolz wie der Papa, dessen Köttel gerade das erste […]

  61. crisscross04 sagt:

    @Torsten:
    Dein Argument, dass durch die Ablösesummen „kleine“ Clubs konkurrenzfähig werden können, zieht nicht. Siehe alle europäischen Ligen. Zeig mir einen ehemals „kleinen“ Verein, der durch Verkäufe von Spielern dauerhaft oben mitspielen konnte. Das Konzept à la „Freiburg“ scheitert auf die Dauer.
    Es gibt nur einen Weg, wie „kleine“ Clubs konkurrenzfähig werden können, und das ist durch einen finanzkräftigen Sponsor.

    @rjonathan:
    Ist klar. Herzenswunsch. Eines 20jährigen. Und Du redest von zwischenmenschlicher Verantwortung?

    Das Ganze kommt mir eher vor wie eine saubere, mit einem Management durchgeplante Karriereplanung. Ob da die Spieler noch Herzenswünsche äußern dürfen, stelle ich mal vorsichtig infrage. Fragt sich, wer hier über Herz und Mitgefühl schwadroniert?

    Das ganze Gerede um Herzenswunsch und Pep ist doch nur eine reine PR-Kampagne, um einen sauberen Abgang zu schaffen. Du glaubst doch nicht im ernst, dass Sané den Abschiedsbrief selbst geschrieben hat?!

    Wir reden immer noch von Man City, überspitzt gesagt, das Wolfsburg der englischen Liga. Man City ist für Sané auch nur eine Durchgangsstation. Entweder er setzt sich durch und dann geht es weiter oder er schafft es nicht und er wird aussortiert.
    Also Draxler reloaded.

  62. michael sagt:

    @ rjonathan

    ich verstehe deine Ausführung nicht wirklich. Unser Ausgangspunkt war ja folgender: es besteht ein Vertrag zwischen Spieler und Verein. Der wurde von beiden Seiten verhandelt und unterschrieben. In diesem Vertag steht ein Passus über die Möglichkeit vor Vertragende den Verein zu wechseln und unter welchen Bedingungen.
    Grundsätzlich erwarte ich von einem charakterfesten Spieler und von einem seriösen Verein das für beide Seiten bindend ist. und das beruht auf gegenseitigem Respekt und Verantwortung, sowie Loyalität.
    Ich und andere finden, dass das eine guter Weg wäre, um diesem Transferwahnsinn ein wenig zu entkommen.
    DAS andere, Leidenschaft und Herz, erwarte ich von jedem, der Schalke nahe steht oder für diesen Verein spielt.

  63. leoluca sagt:

    @crisscross04. Warum sollte es nicht denkbar sein, dass Leroy sich vom großen Pep und der Faszination der Premier League hat überzeugen lassen, diesen mutigen Schritt zu gehen? Ich jedenfalls werde seinen Weg in einer der fantastischsten Fußballstädte nicht nur mit großem Interesse, sondern auch mit Empathie verfolgen.

  64. crisscross04 sagt:

    @leoluca
    Grundsätzlich kann das natürlich sein. Allein der Glaube fehlt mir. Warum soll ausgerechnet Leroy eine Ausnahme darstellen?! Ja, der Draxler ist „geld- und karrieregeil“ und der Leroy nicht. Ach komm…

    Leroy ist 20. 20! In diesem Alter sind Jugendliche sehr leicht zu beeinflussen. Heute glauben sie das, morgen das. Deshalb werden diesen jungen Spieler in diesem Alter noch sehr stark von ihren Eltern beeinflusst. So viel zum Herzenswunsch. Aber meistens ist das ja gut so, dass die Eltern noch beratend beiseite stehen. Sein Vater kennt das Business mehr als andere Väter. Die (Familie Sané) sind dem Lockruf des Geldes gefolgt, was Man City mehr hat als andere Vereine. Sicherlich ist Pep on Top noch eine zusätzliche Motivation gewesen. Aber Man City hat jetzt nicht den megageilen Ruf als Traditionsklub, wo jeder kleine Bub schon immer hin will.

    Sorry, mir ist da zu viel Schalker Romantik Gedöns dabei. Es soll halt alles passen. Leroy bleibt der „Gute“ und Julian der „Böse“.

    Trotzdem wünsche ich beiden nur das Beste und maximalen Erfolg. Denn beide sind bei uns „groß“ geworden. ;-)

  65. leoluca sagt:

    Pardon, aber mit 20 ist man kein Jugendlicher mehr. Man ist erwachsen.

    In den meisten Kommunen Deutschlands hat man ab 16 ein aktives Wahlrecht – und das ist auch gut so.

  66. McP sagt:

    „Aber Man City hat jetzt nicht den megageilen Ruf als Traditionsklub, wo jeder kleine Bub schon immer hin will.“

    Wo will denn jeder kleine Bub hin? Als mein Neffe 7 Jahre alt war und ich ihn fragte, was sein Lieblingsclub sei, sagte er: Wolfsburg (gerade Meister geworden). Da war ich einigermaßen fassungslos. Ich habe ihn dann zu ein paar Auswärtsspielen „meiner“ Mannschaft mitgenonmmen. Fanblock, damit er die volle Dröhnung bekommt. Und ich kann bestätigen, junge Menschen sind leicht zu beeinflussen. Wir alle nutzen das bei unseren liebsten Nachkömmlingen schamlos aus. Aber die Jungen bauen sich eben auch eine andere Fußballwelt auf, als wir Älteren. Unsere jugendlichen Erfahrungen und Werte sind noch ganz anders zusammengesetzt.

    Seit Sane 13 ist, hat City ne ziemlich geile Mannschaft. Tradition, Rivalitäten, Geld und Pep gibt es obendrauf. City landet seitdem auch selten 31 Punkte hinter dem Meister. Mag sein, dass Sane eher von Barca oder Real geträumt hat. Aber vielleicht ist City auch nur sein Wolfsburg (siehe Draxler, nicht mein Neffe gemeint), wo er sich auf den nächsten Schritt vorbereitet.

    Wie auch immer, wir sollten junge Fußballer nicht nur an unseren eigenen Wertvorstellungen messen. Letztlich ist es eben auch ein Job und da zählt das Gesamtpaket (Ausbildung, Geld, Karriere, Wohlfühlfaktor).

    Wäre ich ein junger, talentierter Profi, würde ich bei einem Angebot aus der Premier League blind unterschreiben – ganz egal bei welchem Club. Was ein toller Wettbewerb. Eine Hand reicht nicht, um alle Meisterschaftskandidaten aufzuzählen. Woche für Woche spielt man auf der weltweit größten Bühne.

  67. Torsten sagt:

    Nicht nur, dass man Leidenschaft – am besten Liebe – für den eigenen Club verlangt, bei einem Wechsel möchte man auch noch besser wissen, was für den Spieler ein attraktiver Club zu sein hat, und dass er, wenn es nicht zum eigenen Geschmack passt, eben nur des Geldes wegen wechselt. Da ist es zum Judas-Gequatsche nicht weit. Ich denke crisscross repräsentiert hier ein Stück weit die Meinung eines nicht ganz so kleinen Teils der Fußballfans im Land.

    Da muss man quasi immer wieder enttäuscht werden. Einfach weil das Bild nicht zur realen Welt passt. Und das seit 50 Jahren.

  68. crisscross04 sagt:

    @Torsten:
    Dein Kommentar enthält mir ein klein wenig zu viel Schwarz-Weiß-Malerei… Und ich weiß nicht, was diese Tiefschläge à la: „Da muss man quasi immer wieder enttäuscht werden“ oder „und das seit 50 Jahren“ sollen!?

    Ich bin mit meiner Meinung und Haltung weit entfernt vom „Judas“ à la Götze oder Neuer und für mich kann natürlich auch Geld ein Faktor sein, der einen Wechsel „lohnenswert“ macht. Ich lebe ja nicht in einer Scheinwelt. Im Gegenteil, ich gönne es Leroy wirklich, weil ich ihn als Typ mag.

    Ich mag mich nur nicht freuen, über diesen Wechsel und über diese Entwicklung eines immer schneller drehenden Transferkarussells mit immer horrender werdenden Transfersummen. Im Gegenteil, es ist meinen Augen sogar sehr grotesk, sich darüber zu freuen. Ist das so schwer nachzuvollziehen?! Scheinbar!

    Ja, es entspricht der Realität, die sicherlich im Moment nicht zu ändern ist. Aber diese gefällt mir nicht. Und wenn wir jetzt glauben, mit solchen Transfers irgendwann im Konzert der Großen mitspielen zu können, dann werden diese „Gläubige“ auf einen noch härten Boden der Realität aufschlagen. Ich glaube, wir haben mit dem Abgang von Neuer, Draxler und jetzt Sané trotz der Millionen in erster Linie verloren. Und zwar nicht nur sportlich. Sportlich haben wir bei den ersten beiden schon keinen adäquaten Ersatz bekommen. Und das wird auch bei Sané so sein, weil wir uns einen adäquaten Ersatz schlichtweg nicht leisten können. Außerdem verlieren wir mit Sané wieder einen Publikumsmagneten, eine Identifikationsfigur und einen Werbeträger, der sehr viel Potential für Zukunft beinhaltet. Das ist erst recht nicht leicht zu ersetzen – egal wie viele Babas und Cokes noch kommen werden.

    Und ja, ich erkenne bei diesem Verhalten des Bäumchenwechseldichspiels im Profifußball gesellschaftliche Parallelen zu dem neu aufgekommenen Egoismus in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren. Und dabei fungieren Julian und Leroy sozusagen als Vorbild. Und ja, das gefällt mir genauso wenig! Daher auch die Metapher mit dem Wolf. Das sollte trotzdem mit einem Schmunzeln angesehen werden.

    Wem das zu weit hergeholt erscheint, ein kleines Beispiel aus meiner Realität. Ich führe und leite Mitarbeiter in einer kleinen Agentur in Stuttgart. Alle Mitarbeiter sind zwischen 20-30 Jahre alt. Wir sind mittlerweile ungewollt zu einem Ausbildungsbetrieb für die hiesige Großindustrie geworden, weil wir natürlich nicht die Gehälter zahlen können, die Großunternehmen sich leisten können. Das heißt, wir müssen regelmäßig gut ausgebildetes Personal ziehen lassen und in die Ausbildung junger Menschen neu investieren, ohne dass Nachhaltigkeit bei uns produziert wird. Wir sind leider nicht die Ausnahme, sondern die Regel, denn so ergeht mittlerweile sehr vielen Agenturen in Stuttgart. Das kann und wird auf Dauer nicht gut gehen können.

    Ich glaube schon, dass es im Fußball und in unserer Gesellschaft immer weniger Loyalität, Respekt und Verantwortung gibt und dass der Egoismus immer ausgeprägter wird, obwohl wir in einer Gesellschaft leben, die eigentlich einer Insel auf unserem Planeten entspricht, weil unser Wohlstand wohl eher die Ausnahme darstellt. Und sorry, ja, mich kotzt und widert diese Entwicklung an.

    Natürlich ist das jetzt die ganz große soziale „Keule“, die ich eigentlich gar nicht bemühen wollte.

    Aber warum soll ich mich freuen, wenn mir Potential genommen wird und ich kurzfristig ein paar Scheine mehr in der Hand halte?! Nein, WIR sind die Verlierer in diesem Spiel. Nur 50 Mil. Scheine sollen uns das Gegenteil vormachen.

    Aber klar, es lässt sich natürlich auch auf die These reduzieren, dass ich seit fast 50 Jahren blind durch die (Fußball-)Welt laufe und immer wieder enttäuscht werde. Oh man…

  69. michael sagt:

    @ crisscross04

    in allen Punkten richtig. Sehr gut und Dein Beispiel aus der realen Welt, trifft den Nagel auf den Kopf. Mir geht mit meiner Agentur für Design genauso ähnlich. Die ist übrigens auch eine Herzensangelegenheit und nicht nur ein Job zum Geld verdienen.

  70. michael sagt:

    noch was zum Thema. Das ist mein Mann:

    http://www.kicker.de/news/fuss.....8760-.html

  71. leoluca sagt:

    Du weißt aber schon, dass Goretzkas Heimat- und Ausbildungsclub nicht der FC Schalke 04 ist, oder?

  72. michael sagt:

    das hat ja nichts damit zu tun! Diese Aussage bringt es für mich auf den Punkt. Goretzka:…….Und ich finde, dem Verein noch nicht das wiedergegeben zu haben, was ich mir vorstelle und auch von mir erwarte“…….
    Und Sane hat das aus meiner Sicht auch nicht, nach einer Saison. Er hat sich mit 20 Jahren für Geld entschieden. Punkt. So, und für mich ist ab jetzt das Kapitel Sane geschlossen.

  73. idioteque sagt:

    Der Unterschied zwischen einer Firma in der normalen freien Wirtschaft und einem Fußballclub dürfte sein, dass der Fußballclub bei guter Ausbildung durch Ablösen ein vielfaches des investierten Geldes an Einnahmen generieren kann, die wiederum in Infrastruktur, Ausbildung und den Kader gesteckt werden kann. Wenn man das eingenommene Geld richtig reinvestiert, ist so auch nachhaltiges Wachstum möglich. Der BVB hat es geschafft, vom Fast-Absteiger zur unangefochtenen Nr.2 in Deutschland zu werden, und das, obwohl sie über Jahre immer mindestens einen Schlüsselspieler abgeben mussten. Mainz (also die, deren Manager wir jetzt haben) waren über Jahre hinweg der Ausbildungsclub für Schalke (und zum Teil für andere Clubs), musste regelmäßig seine Topspieler abgeben, und hat sich trotzdem fest in der oberen Tabellenhälfte etabliert. Die Frage ist immer, was man mit dem eingenommenen Geld anstellt. Das ist dann der Vorteil für Fußballvereine gegenüber normalen Firmen, dass Spieler zwar nur befristete Verträge unterschreiben, aber dafür keine einseitige Kündigungsmöglichkeit bekommen.

    @michael: Dafür hat er dem Club 50 Mio. Ablöse gegeben. Damit er das bei uns bleibend eingespielt hätte, hätte er uns zweimal nacheinander alleine in die CL schießen müssen.

  74. crisscross04 sagt:

    @idioteque:
    Natürlich kann man ein privates Unternehmen nicht mit einem Fußballverein vergleichen. Das war auch nicht meine Intention, sondern ich wollte lediglich parallel, rein subjektiv empfundene, gesellschaftliche Tendenzen aufzeigen.

    Der Vergleich mit den 50 Mil., BvB und 2x Champions League hinkt gewaltig.

    Unsere Nachbarn sind nicht durch Spielerverkäufe schuldenfrei & wertvoll geworden.

    Natürlich kann kein Spieler im Alter von 20 Jahren mit seinen Toren 50 Mil. erspielen – Ronaldo und Messi mal ausgenommen. ;-)
    Aber der Wert eines Spielers ergibt sich nicht nur aus Toren, Torvorbereitungen oder aus Verhindern von Toren, sondern auch durch seine Medienpräsenz, Ausstrahlung, daraus resultierende Trikotverkäufe, Zugewinn von neuen Vereinsmitgliedern, etc.
    Jetzt gehen wir einmal davon aus, dass Leroy genauso durchstartet, wie wir das alle für ihn hoffen.
    Sorry, dann verdient man allein durch Trikotverkäufe ein Vielfaches…
    So viel zu der These, dass uns Leroy für das Geld 2x in die CL schießen hätte müssen.
    Ich bleibe dabei, wir haben beim Transfer nur verloren!
    Aber Leroy wollte ja von sich aus gehen. Daher…

  75. derwahrebaresi sagt:

    Spieler kommen, Spieler gehen.
    So what?

  76. Steffen sagt:

    Was haben im Moment alle mit Trikotverkäufen? Als ob die Sané Trikots Millionen einbringen. Dazu muss man erstmal rausrechnen wieviel trotzdem ein Schalketrikot mit anderem Namen kaufen …

  77. Jan sagt:

    Zum Wochenende ein nicht ganz ernstgemeiner Beitrag über Julian Draxler: http://www.der-postillon.com/2.....axler.html

    Kär, ist dat schön, wenn die miesen Schlagzeilen mal woanders sind…

  78. Torsten sagt:

    Mir gefällt das Postillon-Ding überhaupt nicht. Ich halte es für geschmacklos, weil es an ein Mordopfer der RAF erinnert.

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