Option-Don nach Klausel-Hotte

Das Transferfenster steht nur noch auf Kipp, um 18 Uhr ist’s dann endgültig zu. Gestern wurde veröffentlicht, dass Schalke Evgen Konoplyanka vom FC Sevilla verpflichtet. Der 26-jährige ukrainische Nationalspieler wird zunächst für ein Jahr ausgeliehen, für danach hat Schalke 04 eine Kaufoption.

Konoplyanka ist die siebte Neuverpflichtung und dabei der dritte Spieler, der zunächst als ausgeliehen geführt wird. Auch Nabil Bentaleb und Baba wurden zunächst für ein Jahr geliehen. Medienberichten zufolge hat Schalke 04 auch für Nabil Bentaleb eine Kaufoption. Bei Baba sind sich die Medien bezüglich einer Option nicht einig, während die WAZ eine solche verneint schreiben die Ruhr Nachrichten eine solche Schalke 04 zu. In dieser Transferperiode kam mir das Wort „Option“ in etwa so häufig unter wie das Wort (Ausstiegs-)„Klausel“ zu Zeiten Horst Heldts.

Sowohl die Kaufoption, als auch die Ausstiegsklausel sind nicht per se gut oder schlecht. Wenn in einer Kaufoption der Kaufpreis bereits festgelegt ist, kann es später schwierig sein neu zu verhandeln, wenn der Spieler zwar noch interessant, aber auf Grund der Entwicklung der Preis nicht mehr angemessen erscheint. Eine Ausstiegsklausel kann ermöglichen, Spieler zu bekommen, die sich ansonsten nicht auf einen Vertrag mit längerer Laufzeit einlassen würden. Je nach Entwicklung kann sich eine Ausstiegsklausel aber nach ein oder zwei Jahren als zu niedrig erweisen. Eine Kaufoption fühlt sich zunächst mal gut an, weil der eigene Club damit „am Drücker“ sitzt. Gerade im Fall Nabil Bentalebs, der in den letzten beiden Spielzeiten mit schweren Verletzungen zu kämpfen hatte, erscheint ein „Testjahr“ vor einem endgültigen Kauf schlau.

Mit einer Ausleihe lässt sich das Zahlen eines hohen Betrags für eine teure Verpflichtung vor allem prima aufschieben. Ohne Details zu kennen vermute ich, dass sich Schalke ohne die Leihverfahren in dieser Saison keine sieben Neuzugänge hätte leisten können. So konnte der entsprechend große Umbruch sofort realisiert werden, für drei von sieben Spielern werden die Ablösesummen aber erst in der kommenden Saison fällig – oder eben auch nicht, falls die Saison total missrät und man sich gegen die Verpflichtungen entscheidet. Das klingt nach Risikominimierung. Wie es letztlich kommt … ma’kucken.



46 Kommentare zu “Option-Don nach Klausel-Hotte”

  1. Lucho sagt:

    Toller Spieler! Gutes Transferpaket. Ist mir im ersten EM-Spiel sehr positiv aufgefallen.
    Jetzt müssen wir aber noch 1-2 Spieler abgeben (ohne dass ich hier jetzt Namen nennen möchte).

  2. Altix sagt:

    Lt. Sport1 liegt für Max Meyer ein 45Mio. Angebot auf dem Tisch und CH wäre wohl grundsätzlich gesprächsbereit. Das wäre ein ziemlicher Hammer. Hoffen wir mal, dass dies nur das übliche Gestochere der Medien um diese Zeit ist.

  3. Torsten sagt:

    Sport1 gibt da eine Meldung aus Bild (Print) von heute wieder.

    Ich denke nicht, dass das über die Bühne geht, ich kann mir vorstellen, dass Bild auch ganz gut findet, da noch ein bisschen „Betrieb“ zu machen, nachdem sie zuletzt so wenig zu enthüllen hatten.

    Letztlich würde mich solch ein Deal aber auch nicht aus den Schuhen hauen, wenn er so käme. Eine Frage des Preises.

  4. Andreas sagt:

    Ich hoffe C.H. gelingt es noch ein paar Leute von der Gehaltsliste zu streichen.

  5. Roman sagt:

    Ich schrieb bereits an anderer Stelle: Den Wechsel von Max Meyer zu Tottenham glaube ich erst, wenn es sein Trikot nicht mehr im Online-Shop zu kaufen gibt.

  6. Altix sagt:

    @Thorsten: Ich sehe das in allen Punkten wie du. Ähnlich wie bei Draxler und Sané werden uns die Gerüchte um MM ab sofort begleiten, bis der Wechsel dann am Ende perfekt ist. Und dass der eher früher als später kommen wird, ist für mich gesetzt. Auf Dauer sehe ich nicht, dass Schalke angesichts der Gelder im Ausland Spieler der genannten Kategorie halten kann.

  7. polarfuchs sagt:

    Moin,
    nach den ganzen Neuzugängen wäre es schon gut einige Spieler aus dem Kader abzugeben, von der Gehaltsliste zu streichen. So allmählich wird der Kader etwas groß was meiner Meinung nach ein konstruktives Arbeiten nicht ganz einfach macht. Allerdings zeigt z.B. ein Aogo das das nicht einfach wird. Er will sich „durchsetzen“. Wieviel Zeit hatte er dafür schon. Da ist schon gschmäckle bei, beschleicht einen der Verdacht das da jemand nicht im Traum daran denkt seinen gut dotierten Vertrag aufzugeben. Allerdings ist es sein gutes Recht. An anderer Stelle hatte ich mich zu dieser Problematik schon geäussert.
    Den Fantalk bei Sport1 habe ich nicht live gesehen, nur heute morgen den Bericht dazu gelesen. Ehrlich gesagt fliegt mir der Draht aus der Mütze wenn man hören/lesen muß was diese „Experten“ da absondern. Fast durch die Bank gescheiterte Existenzen die für Dummlabern noch bezahlt werden.
    Da war die Gesprächsrunde bei Eurosport wesentlich angenehmer, konnten die Teilnehmer auch ausreden.

  8. Altix sagt:

    Wenn ich schon in der Überschrift lese, dass Peter der Große sich wieder zu Wort gemeldet hat, scrolle ich sofort weiter. Dieser dummschwätzende “Experte“ ist einfach unerträglich.

  9. michael sagt:

    @polarfuchs

    Weinzierl solls wie Mourinho machen: aussortieren und ab in die zweite Mannschaft. Einem Sam will ich in der Arena eigentlich nicht mehr sehen.

    @fantalk

    selbst schuld, wenn man da rein zappt.

  10. polarfuchs sagt:

    @ michael
    Wenn es denn so einfach wäre. Man hat es ja auch bei Hoffenheim gesehen mit der so genannten Trainingsgruppe II. Man hat das z. B. bei Wiese gesehen. Hat den das gejuckt? Nicht die Bohne, Gehalt wird trotzdem gezahlt. Dazu hatte ich ja schon geschrieben das wohl einige ablösefreie Abgänge auf uns zukommen. Gezahlte Ablöse futsch, üppiges Gehalt wird weiter kassiert. Wer will, bzw. kann denn einen Aogo, Sam und einige andere verpflichten? Diesen bitteren Kelch werden wir bis zur Neige leeren müssen.

  11. Ney sagt:

    Simmer ja seit Jahren so gewohnt. Im Vergleich zu Streit und Jurado fast schon Peanuts.

  12. Nordlicht sagt:

    Nun, in dieser sogenannten „Expertenrunde“ sitzen für mich nur Dampfplauderer und Klugscheisser.
    Wenn man nicht in verantwortlichen Positionen sitzt, kann man leicht erzählen, was man machen würde.

    Hier kam ja auch schon Kritik betreffend der Transfers von CH auf. Gerade weil für die € 100 Mio. kein Ersatz für Draxler, Matip und Sane geholt worden ist. Tja, wenn ich dann bedenke, das man heute auf dem Transfermarkt für „Schürrle/ Sane Position und Mustafi / Joel Matip“ dann 71 Mio. Euro hinlegen müsste, bin ich froh über dezeitigen Neuzugänge und da ich sie nicht kenne, habe ich keine grosse Erwartungshaltung

  13. McP sagt:

    Ein heutiger Transfer zu Tottenham wäre schon reichlich seltsam. Die verhandeln doch nicht tage- oder wochenlang wegen Bentaleb und danach fällt ihnen ein, dass sie noch mal mit Schalke verhandeln wollen.

  14. Blauhai sagt:

    @ Max Meyer, in der Tat eine Sache des Preises, und wenn dieser stimmt, habe ich für die Jammerspezies null Verständnis.

    @Fantalk, in der Tat gescheiterte Fussballexistenzen. P.N. = Thekenverein-Niveau.

  15. CarstenS04 sagt:

    Punkt jetzt würde ich es mit MM nicht für unmöglich halten….
    45000000 +x wäre ne schöne Hausnummer

    aber die Glaskugel zeigt nur Nebel^^

  16. idioteque sagt:

    Max Meyer dürfte auf die Schnelle kaum adäquat ersetzbar sein, es sei denn, man hätte noch einen starken Achter an der Angel und würde dann konsequent 4-3-3 spielen. Weinzierl hält vermutlich auch große Stücke auf ihn, schließlich hat er ihn Samstag von Anfang an gebracht, obwohl er eindeutig noch nicht auf der Höhe war.
    Zu Tottenhams ballbesitzlastigen Spiel würde er allerdings extrem gut passen, deswegen kann ich das Interesse schon verstehen.
    Ich hoffe trotzdem, dass da nichts dran ist. Von der Spielweise dürfte er mein Lieblingsspieler im Kader sein.

  17. Andreas sagt:

    Das Karusell dreht sich:

    Di Santo vor Wechsel nach England?

    Nach „Kicker“-Informationen könnte Franco Di Santo Schalke 04 noch gen England verlassen. Ein Verein wurde nicht genannt. Der 27-Jährige spielte auf der Insel bereits für Chelsea, Blackburn und Wigan.
    http://www.transfermarkt.de/ak.....arktticker

  18. Chris sagt:

    Muss zugeben, dass ich nicht der Überfan von Max bin. Ich finde, er macht das Spiel oft langsam. Schöpf hat mehr Drive und Zug meines Erachtens. Wäre schade, wieder jemanden aus der Schmiede zu verlieren. Aber bei 45 Millionen… Ich würde Ja sagen.

  19. Torsten sagt:

    Kaan Ayhan spielt foran für Fortuna Düsseldorf. Schade, dass er’s nicht gepackt hat.

  20. Blauhai sagt:

    Tja schade, Ayhan, habe ihn in seiner Anfangszeit gerne gesehen.Aber wenn du als Profi so faul bist, bleibst du halt nur unterer Durchschnitt.Ehrlich, der hat es dann auch nicht verdient. Wobei verdienen wird er trotzdem noch genug.

  21. Di Ospeo sagt:

    Also ich bin mit der Transferperiode zufrieden – hätte nicht gedacht, dass der „Umbruch“ mit der Anzahl an Neuverpflichtungen, von denen ich eigentlich keinen als Ergänzungsspieler sehe, doch so groß ausfällt. Auf der Abgangsseite habe ich mir auch mehr erhofft, insbesondere Sam, Aogo und Di Santo würde ich mir woanders wünschen. Die nehmen unserer Jugend den Platz im Kader weg – bzw. das hat MW ja in der Hand…

  22. Simon sagt:

    Eben das hat MW in der Hand. Es zwingt ihn ja niemand Di Santo oder Sam einzusetzen.

    Sam ist ein krasser Fall. Ich vermute, dass Rudi Völler das schon damals wusste, als er Sam zu uns hat gehen lassen. Vermutlich hat er noch den ganzen Sommer über gelacht.

    Bei Aogo und Di Santo habe ich den Eindruck, dass das irgendwie nette Typen sind, die aber inzwischen (?) einfach zu langsam für ihre Positionen auf diesem Niveau sind. Vielleicht wäre da ein Wechsel Richtung Düsseldorf % Co vielleicht ja auch das Beste vom Leistungslevel her. Aber die dürften die Gehälter kaum bezahlen können.

    Wieso Ayhan in seiner Entwicklung so stehengeblieben ist, ist mir angesichts seiner starken Anfangszeit ein Rätsel. Vielleicht wirklich nicht genug gemacht? Ich weiß es nicht.

    Insgesamt denke ich, dass die Transferphase für uns soweit gut gelaufen ist. Es ist allerdings sehr bedauerlich, dass der Kader erst nach dem ersten Spieltag komplett ist. Ich sehe großes Potential, vermute aber, dass wir einen großen Teil der Hinrunde noch brauchen werden, um uns einzuspielen. Das könnte leider eine Reihe von eher mäßigen Spielen bedeuten. Da Heidel – siehe die drei Leihen mit Kaufoption – mit VERGLEICHSWEISE geringen Mitteln handeln musste, war es vielleicht kaum anders möglich.

    Ich muss zugeben, dass ich die meisten Neuzugänge noch nie richtig habe spielen sehen. Eben deswegen bin ich aber sehr gespannt. Mal was anderes als die Leute von anderen BL-Vereinen.

  23. Ney sagt:

    Je nun, Ayhan, der steckengeblieben ist/es nicht gepackt hat, dem mag ich erstmal zustimmen, andererseits haben wir exorbitant teure Gurken im Kader – Aogo, Geis, Caicara mal zu nennen – da hätte man alternativ einem Ayhan das Vertrauen schenken können, wär auch nicht schlechter gelaufen, aber um Millionen billiger.

  24. Roman sagt:

    @blauhai: <<Tja schade, Ayhan, habe ihn in seiner Anfangszeit gerne gesehen.Aber wenn du als Profi so faul bist, bleibst du halt nur unterer Durchschnitt.Ehrlich, der hat es dann auch nicht verdient. Wobei verdienen wird er trotzdem noch genug.<<

    Welche Informationen fehlen mir, die Du anscheinend hast, dass Du Kaan Ayhan als faulen Profi bezeichnen kannst und Dich in der Form von ihm verabschiedest?

  25. Altix sagt:

    @Ney: „…wär auch nicht schlechter gelaufen, aber um Millionen billiger.“

    Kannst du mir das bitte mal vorrechnen? Wir wissen doch nur zu gut, dass Aogo, Caicara, di Santo & Co. nicht müde werden zu betonen, dass sie sich voll reinhängen werden und sich in jedem Fall durchbeißen wollen. Auf gut deutsch: sie wollen ihre Verträge in bester Streit-Manier aussitzen. Die Ablösen sind gezahlt, die Gehälter sind über die Vertragslaufzeit geregelt. Wo willst du da Millionen einsparen, wenn der Spieler den Verein nicht verlassen will? Allenfalls bei Geis vielleicht, aber da dürften die Abschreibungen auf den Wert bzw. die Differenz aus gezahlter und erlöster Ablösesumme siebenstellig ausfallen, allerdings mit einem roten Minus davor (davon ab bin ich für meinen Teil noch weit davon entfernt, Geis komplett abzuschreiben, wenngleich ich von seinen Leistungen alles andere als begeistert bin).

    In so einer Situation KA zu verkaufen, wenn man ihm den Durchbruch nicht zutraut, macht doch Sinn. Ablösesumme kassiert und Gehalt eingespart. Da kann ich einen positiven Effekt für die Kasse erkennen.

  26. Ney sagt:

    @Altix
    Stimmt allerdings, da hätte man im Falle Aogo und Geis eine Glaskugel gebraucht.

  27. Blauhai sagt:

    @Roman, also Ayhan habe ich im Training,wenn er denn mal da war,sehr oft gesehen. Nun, da kam er mehrmals sehr lustlos rüber.Dies habe ich auch von einem Verwandten aus Frankfut gehört, der fast jedes Training der Eintracht sieht. Wieso hat er denn bei all den letzten Trainern keine Rolle mehr gespielt?
    Im übrigen zu Frankfurt, habe letzte Woche schon einen Anruf bekommen aus Frankfurt, der Kovac hat die Truppe so gallig gemacht zum ersten HS, Schalke wird mit einer durchschnittlichen Einstellung keine Chance haben.
    Nun war die Leistung nicht durchschnittlich, sondern unterirdisch,arrogant und FAUL. Wobei Spieler wie Aogo und Caicara kein Bundesligaformat haben.
    Geis nehme ich aus der Grundsatzkritik raus, klar ist der von der Rolle, vielleicht bekommt MW den wieder hin. Ich habe keinen mehr nach Jara und Möller gesehen, der so einen tollen langen Pass schlagen kann.

    Di Santo hat mitgeteilt, Angebot aus England abgelehnt,klar bei dem Vertrag hier, lebt er wie die Made im Speck.

  28. Roman sagt:

    Vielen Dank für diese Einblicke, blauhai.

    Dann hoffen wir doch mal, dass die neuen Verträge so gestaltet sind, dass diese „Faulheit“ bei den neu verpflichteten Spielern gar nicht erst eintritt.

    Dass Kovac es hinbekommt, seine (nicht mit so viel Ambitionen ausgestattete) Truppe „so gallig“ zu machen, Weinzierl das aber bei unserer Truppe nicht hinbekommt, wirft natürlich Fragen auf.

  29. Torsten sagt:

    Ich finde es ziemlich daneben, Spielern wie Aogo, Caicara oder Di Santo vorzuwerfen, sie würden ihre Verträge in „Streit-Manier“ aussitzen.

    Meines Erachtens kann man ihnen nichts vorwerfen. Sie fallen weder dadurch auf, dass sie sich weniger anstrengen (oder gar auf dem Platz weniger laufen) als ihre Teamkollegen, noch fallen sie durch irgendwelche Quertreibereien auf.

    Ziemliche Unart von Fans, Spieler irgendwie „wegradieren“ zu wollen, wenn der Club sich dazu entschieden hat es nach einem Jahr mal flott mit sieben anderen ausprobieren zu wollen.

  30. crisscross04 sagt:

    Bin da voll und ganz bei Torsten. Nach einem Spiel gleich von „Made im Speck“ zu sprechen, ist völlig übertrieben und entbehrt auch jeder Grundlage. Auch die anderen, genannten Spieler hatten in Frankfurt einen gebrauchten Tag und es fehlte ihnen an der richtigen Einstellung. Warum das so war und es den Anschein hatte, dass wir wieder in altbekannte Zeiten zurückgefallen sind, wird die Zukunft zeigen. Trotzdem sollte man keine einzelnen Spieler nach nur einem Spieltag an den Pranger stellen. Selbst auf Schalke nicht. ;-)

  31. Nordlicht sagt:

    Bin kein Freund von allen drei Spielern. Aber warum man sich immer irgendwelche Spieler rauspicken muss, ist mir ein Rätsel. In Frankfurt sind 10 Mann schlecht gewesen und ich finde nicht das sich gerade die drei hängen lassen. Sie können es vermutlich nicht besser.

    Das Spieler nicht unbedingt zu jedem erstbesten Vereine gehen der sie haben möchte, leuchtet mir ein. Würde ich auch nicht wollen.

    Niemand hier weiss doch wie solche Gespräche/ Verhandlungen verlaufen Niemand ist bei irgendwelchen Gesprächen dabei und weiss warum sie scheitern.

  32. Andreas sagt:

    Grundsätzlich würde ich diese Charaktereigenschaft bei Spielern des Profikaders aber auch nicht ausschliessen wollen, da viele Spieler ja schon länger bei uns sind.

    Grundlagen dieser(zugegeben frechen)Behauptung, ziehe ich subjektiv aus den sportlichen Entwicklungen und der erkennbaren (nicht)Leistungsbereitschaft einiger weniger handelnden Personen.

  33. Roman sagt:

    Für mich ist das auch alles eine Frage der Identifikation mit dem Verein. Identifikation ist in nahezu allen Branchen ein (auch wissenschaftlich erwiesen) starker Treiber für den Erfolg.

    Unseren Jugendspielern, die es bis in den Profikader geschafft haben, würde ich eine solche Identifikation – jedenfalls in den überwiegenden Fällen – attestieren wollen.

    Identifikation kommt allerdings selten von allein. Identifikation lässt sich auch nicht allein erkaufen. Sie entsteht durch gute Führung.

    Ich habe in meinem Büro einen Spruch hängen von Reinhard Sprenger (ein Autor von Management-Büchern): „Die Leitlinie für richtiges Führen ist einfach: Finde die richtigen, vertrau ihnen, fordere sie heraus, rede oft mit ihnen, bezahle sie fair und mach dann das Wichtigste von allem: Geh aus dem Weg.“

    Auch dieses Credo lässt sich in Summe auf Profifußballer übertragen. Natürlich gehört zu einem Profifußballer auch – vermutlich mehr als in anderen Jobs – ein herausragendes Talent.

    Wir können und sollten nicht erwarten, dass sich Konoplyanka (richtig geschrieben?) u.a. bereits heute mit dem Verein identifizieren kann. So etwas braucht Zeit, eine gute Führung braucht auch Zeit zum Wirken.

    Wir haben mit Baba, Konoplyanka, Bentaleb drei Leihspieler verpflichtet. Für alle drei sind relativ hohe Ablösesummen fällig, wenn die Optionen greifen. Christian Heidel attestiert man dabei wirtschaftliche Weitsicht. Wenn ein Spieler einschlägt, dann kann man die Option ziehen, schlägt er nicht ein, verzichtet man. Klingt erst einmal gut.

    Ich gebe aber zu bedenken, dass solche Leihgeschäfte auch kritisch zu hinterfragen sind, was die Bildung einer Identifikation angeht. Kann ja mal jeder drüber nachdenken.

    Sehr häufig werden Leihspieler daher „Opfer“. Um solche Ablösesummen zu rechtfertigen, müssen (!) sie überdurchschnittliche Leistungen abliefern und sind zudem noch von der weiteren Geschäftspolitik des Vereins abhängig. Liefern sie nicht überdurchschnittliche Leistungen ab, haben sie ein echtes Problem.

    Ich denke, dass Heidel derzeit diese Leihgeschäfte forciert, um den für ihn wohl notwendigen Umbruch in der Mannschaft lieber früher als später zu bewerkstelligen. Ich befürchte, dass dies zu Lasten der Identifikation der Spieler gehen wird.

    Wenn Heidel und Weinzierl ihre Spieler allerdings gut führen, kann auch Identifikation entstehen. Beide sollten daher m.E. starkes Augenmerk auf eine gute Führung legen, so wie in dem o.g. Zitat von Sprenger.

  34. Blauhai sagt:

    Dies mit der Identifikation ist absolut der Treffer und ein großes Problem (mittlerweile) im Profifußball.
    Ich denke, dass ist auch C.H. bekannt, deshalb auch die Maßnahme, dass sich Jugendspieler und Profis mehr über die Wege laufen sollen.

    Das Problem ist doch das System derzeit, wen und für wie viel holst du jemanden?
    Wenn du einen sehr guten Spieler (zumindest auf dem Papier) verpflichten willst, musst du tief in die Tasche greifen oder halt die Option, falls es die gibt, ausleihen. Aber dies macht auch nur Sinn (mögliche Identifikation) wenn eine Kaufoption besteht, nicht wahr Herr Heldt.

    Oder man geht den Weg der kleinen Preise und hat das Risiko (muss nicht, jedoch Tendenz hoch), dass man eine Mannschaft hat, die sich langfristig entwickeln muss und man im unteren Bereich erstmal mitspielt. Welches Umfeld gibt hier die Zeit und zeigt Geduld?

    Was die Kritik an dem einen oder anderen Spieler angeht, für mich ist dies nicht rausgepickt sondern zeigen die immer und immer wieder katastrophalen Leistungen dieser Spieler. Ein Caicara und ein Aogo sollten wirklich nichts mit einem Team in der ersten deutschen Spielklasse zu tun haben.

  35. michael sagt:

    da bin ich anderer Meinung. Erstens ist uns doch allen bewusst, dass wir eine „andere“ Mannschaft sehen wollen. Deshalb wurde ein neuer Manager und ein neuer Trainer verpflichtet.
    Wenn jetzt zwei Spieler an den „Pranger“ gestellt werden, dann sicher nicht aufgrund eines schlechten Spieles, sondern weil dieser Eindruck und diese Meinung über eine ganze Saison entstanden ist und insbesondere einem Spieler (Aogo) in Interviews die nötige Selbstkritik abgeht.
    Außerdem muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass die Spielidee von Weinzierl (Pressing und schnelles Umschalten) nur funktioniert, wenn alle, aber auch wirklich alle mitziehen. Sind nur zwei Spieler dabei, die das System nicht zu 100% umsetzten, funktioniert das nicht und die anderen Spieler verlieren die Motivation.

    Zweitens ist das Thema Identifikation mit dem Verein überbewertet. Eine Spieler ist dann gut und bringt Leistung, wenn er eine Perspektive, einer Weiterentwicklung erkennt und diese ihm persönlich die Befriedigung seiner persönlichen Interessen bringt. Dann bringt dieser Leistung. So funktioniert das auch in der Wirtschaft. Ein Spieler der keine Perspektive sieht oder nicht mehr sieht, wird in der Regel auch keine Leistung bringen und das hat mit der Identifikation mit dem Verein herzlich wenig zu tun. Deshalb muss dieser dann m.M. nach zur zweiten Mannschaft, weil er der „leistungsorientierten Gruppe“ nicht gut tut.

  36. Roman sagt:

    @michael: Wenn Du meinst, dass Identifikation mit dem Arbeitgeber überbewertet wird, dann ignorierst Du dabei etliche wissenschaftliche Untersuchungen zu dem Thema. Identifikation zählt häufig mehr als das gezahlte Gehalt. Und natürlich gehört auch „Perspektive liefern“ zur Führungsaufgabe.

    Vielleicht sind Profifußballer da etwas anders oder haben sich auch etwas anders entwickelt, aber so unterschiedlich können die gar nicht sein. Es sind auch Menschen und die Psychologie dürfte da nicht völlig anders ticken.

    Hier mal – wenn auch nicht wissenschaftlich – in Kurzform: http://www.sl-consult.de/files.....nehmen.pdf

  37. leoluca sagt:

    Wieso sollten so großartige Offensivspieler wie der Ukrainer Konoplyanka oder der Schweizer Embolo schlechter spielen, nur weil sie per Kauf oder Ausleihe über den europäischen und nicht vom Schalker Markt kommen?

    Ich mag diese Begriffe des Identitären nicht besonders. Denn sie verabsolutieren die Vereinstreue und das Heimatgefühl. Beides ist natürlich für unseren Club wichtig, aber eben auch nur der eine Pol der Angelegenheit. Der andere Pol ist der sportliche Erfolg durch die möglichst beste Mannschaft, der ohne Kommerz und ohne „fremde“ Spieler nicht zu haben ist. Ein Spieler kann sich mit einer Schalker Profi-Mannschaft auch dann gut identifizieren, wenn er mit ihr guten Fußball spielen will und kann.

    Mir gefällt diese Ablehnung des kommerzialisierten Fußballs nicht, die eine Entfremdung zwischen Spielern und Fans/Club beklagt. Ich sehe darin eine seltsame Glorifizierung der Vergangenheit, in der das Geld angeblich noch keine Rolle spielte und es angeblich noch die „echten Typen“ mit „Vereinsidentität“ gab.

  38. Nordlicht sagt:

    Also ich finde sie sollen einfach Spass und Lust am Fussballspielen haben. Sie sollen sich wohl fühlen in der Mannschaft und die Mannschaft soll eine richtige Truppe werden.

    Dieses muss MW versuchen hinzubekommen.

    Ob sie sich dann mit unserem Verein identifizieren ( keine Ahnung was sich genau dahinter verbergen soll ) ist mir dann herzlich egal. Ich bin froh wenn die Spieler saugerne für uns spielen und es lieben in unsere Hütte zu kommen. Auch möchte ich das sie einfach ihren Worten auch Taten folgen lassen.

    und ich bin der Meinung diese Taten werden wir sehen wenn sie einfach nur richtig richtig Bock auf Fussball haben und nicht ob sie wissen woher früher die Kohle kam

  39. michael sagt:

    @ Roman

    hier muss zur Welt des Fußball etwas differenziert werden: das Gehalt spielt in der Regel nur bei der Verpflichtung des Spielers eine zentrale Rolle. Im Arbeitsprozess ist dann in der Regel die Performanz vor allem abhängig von der Sinnhaftigkeit der Arbeit.
    Wenn wir jetzt davon mal ausgehen, dass ein Spieler grundsätzlich Bock auf Fußballspielen hat, dann ist meiner Meinung nach bei einem Profifußballer eben die Leistungsperspektive der Mannschaft in Verbindung mit seiner eigene Perspektive und Weiterentwicklung in dieser Mannschaft von wesentlicher Bedeutung – und das ist zunächst mal vom Verein und seinen Werten unabhängig. Natürlich Spielen softe Faktoren wie Stadion, Fankultur, Vereinskulktur, etc. auch eine Rolle, aber sind im Profisport weniger wichtig, wie im echten Leben.

  40. Ney sagt:

    Ich weiß nicht, ob Identifikation mit dem Verein so herausragend wichtig ist. Aus der Sprengerschen Auflistung „Finde die richtigen, vertrau ihnen, fordere sie heraus, rede oft mit ihnen, bezahle sie fair und mach dann das Wichtigste von allem: Geh aus dem Weg.“ ergibt sich das nicht. Neben der Gestaltung des Verhältnisses zwischen Vorgesetztem (Trainer) und Mitarbeiter (Spieler) erscheint die Kooperation und Aufgabenteilung untereinander, der Teamgeist doch wichtiger als die Identifikation mit dem Arbeitgeber.

  41. Roman sagt:

    Kooperation, Aufgabenteilung und die Erzeugung von Teamgeist ist (auch) Führungsaufgabe. Sie zahlt auf die Identifikation mit dem Arbeitgeber ein.

  42. rjonathan sagt:

    @Identifikation & Leihspieler
    Also eine Identifikation mit dem Arbeitgeber halte ich nun auch für immens wichtig. Das ist zumindest überall sonst in der Arbeitspsychologie so. Das würde ich von dem „identitären“ „Eigene-Jugendspieler-Wunsch“ unterscheiden wollen.

    Im Fußball gibt es die Besonderheit, dass auch potenzielle zukünftige Arbeitgeber deine Arbeitsleistung sehen. Es würde sich also auch lohnen gut zu spielen, wenn ich mich eigentlich mit Bayern München identifiziere. Weil sie nur dann auf mich aufmerksam werden. Ich denke diese Aspekt schwächt das mit der Identifikation ein wenig ab. Sie sollte aber dennoch wichtig sein.

    Zeitverträge (im Fußball „Leihverträge“) sind bei der Identifikation auf jeden Fall nicht hilfreich und häufig schädlich. Wie schädlich, das kommt sehr auf die Kommunikation der Führungskräfte an. Wenn der Heidel denen sagt: „Eigentlich will ich kaufen, aber die Kohle habe ich erst nächstes Jahr, mach dir keine Sorgen!“, dann ist das sicherlich nicht besonders schädlich. Wenn er sagt: „Eigentlich bist du nicht der Richtige, aber vielleicht überraschst du uns ja, dann könnte es sein, dass wir zuschlagen“, dann kann er die Leihe auch gleich lassen.

    @Weinzierl vs. Kovac
    Ich habe ja mit einem Stotterstart gerechnet. Weinzierl hatte den schon mehrmals mit Augsburg, und da hatte er nicht lauter Nationalspieler auf Reisen und Neuzugnge kurz vor Saisonstart. Kovac arbeitet mit der Mannschaft schon was länger zusammen. Und er zieht sicherlich mehr seiner Qualität aus der Motivation als es Weinzierl tut. Dafür liegen Weinzierls Stärken (hoffentlich) im langfristigen Geschäft, die Mannschaft taktisch weiterzubringen und die Spieler zu fördern. Mal sehen.

  43. idioteque sagt:

    Ich sehe aber nicht, dass Aogo, Di Santo oder Caicara (wenn man sich die beiden rauspickt) irgendwie der Wille oder die Motivation abgeht. Vor allem Caicara wirkt zumindest auf mich immer mit am motiviertesten, bei ihm sehe ich die Schwächen immer eher im Bereich Stellungsspiel und Treffen der richtigen Entscheidungen. Wenn man oft falsch steht, kommt man auch öfter zu spät. Und wenn man nicht nah genug am Gegner ist, wirkt das auf Zuschauer schnell unmotiviert.
    Aogo sehe ich persönlich gar nicht so schwach (auch wenn er in der letzten Rückrunde und gegen Frankfurt wenig konstant war). Dieses AV-typische Rauf- und Runterlaufen ist nicht unbedingt seine Stärke. Er ist eher der Typ, der balanciert und seinen Vorderleuten den Rücken freihält. Deswegen finde ich es gar nicht verkehrt von MW, ihn auf die Sechs zu stellen. Er ist halt nicht dafür zuständig, kreativ zu sein, sondern dafür, die Ballzirkulation aufrecht zu erhalten. Das ist eigentlich ziemlich wichtig, wenn aber die Spieler, die eigentlich den Ball dann in die gefährlichen Zonen bringen sollen, das auch nicht schaffen, bekommt Aogo andauernd den Ball. Und wenn Alle nur quer spielen, wirkt der am schlechtesten, der am häufigsten am Ball ist. Das er dazu nicht der große Ballgewinner ist und dann nicht in der Lage das auszubaden, was seine Vorderleute im Pressing verbockt haben, lässt ihn dann sehr lethargisch wirken. Ich würde es das Neustädter-Syndrom nennen.
    Di Santo konnte gegen Frankfurt auch wenig dafür, dass er eine Rolle spielen musste, die ihm nicht so liegt, auch wenn er vermutlich die Rolle auch Rechts eher als verkappte zweite Spitze und nicht als Flankengeber spielen sollte. Dass ihm die komplette letzte Saison die Form gefehlt hat, ist klar, allerdings sind er und Huntelaar sich mMn zu ähnlich, um eine gute Doppelspitze abzugeben.

  44. Das wird man ja wohl noch schreiben dürfen! | WEB 0.4 sagt:

    […] Vorgang und derzeit wohl die beste Lösung für alle Beteiligten. Und wer weiß, vielleicht hat „Option-Don“ (Vielen Dank an Torsten Wieland vom Königsblog für diese Wortschöpfung) ja auch eine Art […]

  45. fec23 sagt:

    „Die Leitlinie für richtiges Führen ist einfach: Finde die richtigen, vertrau ihnen, fordere sie heraus, rede oft mit ihnen, bezahle sie fair und mach dann das Wichtigste von allem: Geh aus dem Weg.“

    Ich glaube diese Leitlinie kann man nicht in eine Kabine hängen. Aber im Büro eines Aufsichtsrats Vorsitzenden würde sie sich gut machen.
    Ich glaube CH und MW sind durchaus die Richtigen, ich vertraue Ihnen, Herausforderung ist genug vorhanden und geredet wird im und um den Verein wohl auch genügend. Die Bezahlung, nehme ich an, ist fair.
    Bleibt nur eins : CT gehe Ihnen aus dem Weg!

  46. Trainer Baade sagt:

    Breel Embolo ist „bereits tief eingetaucht in den Ruhrpott-Kosmos. Und er hat am 1. Bundesliga-Spieltag mitbekommen, welche Schwingungen S04 auszulösen vermag. Der Verein mit 145’000 Mitgliedern und mehreren Millionen Sympathisanten in allen Landesteilen geht mit Niederlagen weniger pragmatisch um als die TSG Hoffenheim. Nach dem 0:1 in Frankfurt war die Aufregung beträchtlich, die Kritiker formierten sich bereits, die Verantwortlichen schäumten.“

    Mehr über ihn bei der NZZ.

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