Artikel im August 2016

S04 con Coke

 
Dieses schöne Video veröffentlichte die Medienabteilung des S04 am Samstag, anlässlich der üblen Verletzung von Schalkes Neuzugang Coke. Damit nahmen sie auf und brachten in eine gelungene Form, was zuvor schon zu spüren war; wie sehr Schalker überall sich darüber freuten, dass dieser Spieler nun zum Club gehört. Und dass das nun so ist, auch wenn der erste Auftritt gleich so unglücklich verlief.

Ich wollte drüber schreiben, doch der geschätzte Peter Müller kam mir zuvor:
„Darum kann Schalke-Neuzugang Coke Raúl jetzt verstehen“

Das Warten auf die Zwei

Keep calm and don’t care ’bout Testspiele. Das gilt auch wenn man gewonnen hat. Zwar ließ es sich ganz gut an, was man beim gestrigen 2:1 gegen Bologna unscharf beobachten konnte. Aber es war eben letztlich nur eine Trainingseinheit, bei der 22 Schalker zum Einsatz kamen und bei der vermutlich zu keinem Zeitpunkt eine Elf auf dem Platz stand, die auch in der Saison so aufgestellt werden wird.

Dies gilt nicht nur, aber auch, weil noch zwei Verstärkungen verpflichtet werden sollen. Auf diese wartet die Schalke Nation nun – naja, ich zumindest. Als Ersatz für Leroy Sané soll noch ein Außenbahnspieler kommen. Außerdem steht noch ein ballerobernder Sechser aus. Dass es einen solchen bräuchte, davon wird seit Christian Heidels Amtsantritt auf Schalke ständig gesprochen.

Ursprünglich hatte sich der Manager zum Ziel gesetzt, den Kader bis zum Trainingslager in Österreich komplett zu haben. Heute ist Freitag, bis Montag bleibt der Tross der Blauen in Mittersill. Die Neuzugänge werden wohl keine Alpenluft mehr schnuppern. In 15 Tagen steht im DFB-Pokal das erste Pflichtspiel an, in 22 Tagen geht es in Frankfurt um Bundesligapunkte. Wieviel Training die heute noch unbekannten Neu-Schalker bis dahin mitgemacht haben werden, wie gut Baba und Coke bis dahin integriert werden konnten? Ma’kucken.

Schalkes Rekordtransfer

Christian Heidel hat die Einigung mit Manchester City bezüglich des Wechsels Leroy Sanés bestätigt. Wie üblich wurden dabei keine Zahlen genannt, aber Leroy Sané dürfte mit diesem Wechsel zum bislang teuersten deutsche Kicker der Fußballgeschichte geworden sein. Ich drücke ihm die Daumen, dass er bei den Citizens einzuschlagen vermag. Gleichzeitig bin ich froh, dass das Risiko einer schwächeren Saison von ihm nun nicht mehr von Schalke 04 getragen werden muss.

Dass Leroy Sané diesen Wechsel wollte kann ich nachvollziehen. Die Premier League ist die größte Bühne überhaupt und Manchester City hat den besten Trainer. Ich denke, dass Leroy Sané das Selbstbewusstsein aus den Poren tropft, dass solche Jungs eben so werden, wenn sie sich von klein auf immer gegen die größeren Jungs durchgesetzt haben. Ich denke, dass er eine große Karriere plant, so wie es Mesut Özil einst tat.

Dass manch einer nun meint, Leroy Sané wäre noch nicht bereit, ein solcher Wechsel käme für ihn zu früh, kann ich ebenfalls nachvollziehen. Auch in der letzten Saison hatte er eine Schwächephase. Auf Schalke freute man sich über seine guten Spiele so sehr, dass man über die weniger guten gerne hinwegsah. In England werden die Erwartungen an das Wunderkind hoch sein, dort stehen für die Clubs deutlich mehr Pflichtspiele auf dem Terminkalender und er selbst startet verspätet in die Saisonvorbereitung.

Jegliche Form von Mitleid oder Anteilnahme ob dieser Probleme geht mir allerdings ab. Ich bin froh, dass der Wechsel jetzt zustande kam. Ich bin froh, dass mein Club von dem Hype um Leroy Sané profitieren konnte. Sein Talent ist ein Versprechen, dass er woanders einzulösen gedachte. Ob der Ausstiegsklausel hätte ihn eine weitere Saison für den Club nicht wertvoller machen können. Und um den Unterschied der Klausel zum nun kolportierten Preis auf dem Platz zu erspielen, hätte er Schalke quasi alleine in die Champions League schießen müssen. Ein solcher Spieler mag er mal werden, aktuell ist er der sicher noch nicht.

Leroys Sanés Spiel konnte spektakulär sein, nun ist es seine Ablösesumme. So wie er seine Karriere plant muss Schalke 04 seinen Kader und seine Finanzen planen. Dieses Geld sorgt dabei für ungeahnten Spielraum. Meines Erachtens ist dieser Transfer ein Grund zur Freude.

Schalke legt los

Herzlich Willkommen zu einer weiteren Saison des FC Schalke 04 hier im königsblog, zur 54. Bundesligasaison überhaupt. Christian Heidel scheint diese Webseite zu mögen und hielt sich während unserer dreiwöchigen Pause mit Spielertransfers dezent zurück. Nun, sind wir wieder dabei, Weinzierls Team fährt ins Trainingslager und mehrere Transfers nehmen Formen an.

Um den Wechsel Leroy Sanés wurde arg gefeilscht, heute soll es nun soweit sein. Dass es dazu kommen würde war meines Erachtens lange klar. Manchester City wollte Leroy Sané haben, er selbst hat klar formuliert wechseln zu wollen und bei dem entsprechenden Erlös kann Schalke 04 auch prima damit leben. Ich persönlich auch.

Die Verpflichtung Jorge Andújar Morenos alias Coke wurde offiziell bestätigt. Der spanische Rechtsverteidiger rückte im letzten Europa League-Finale ins Rampenlicht, als er mit zwei Treffern entscheidenden Anteil am Triumph des FC Sevilla gegen Klopps FC Liverpool hatte.
Coke ist 29 Jahre alt. Deutsche Medien schreiben von einer Ablösesumme zwischen drei und vier Millionen Euro, in spanischen Medien sind es fünf Millionen. Angeblich erhält Coke auf Schalke einen Dreijahresvertrag, in der Meldung des S04 steht davon bemerkenswerterweise nichts. In einem lesenswerten Text interpretiert es Autor Javier Cáceres als einen Akt der Dankbarkeit des FC Sevilla dem Spieler gegenüber, dass man ihm nun diesen Wechsel ermöglichte. Coke galt in Sevilla als Führungsspieler, Integrationsfigur und Vertrauensmann seines Trainers Unai Emery, der gerade zu Paris St. Germain gewechselt war. Auf Schalke soll Cokes Gehalt die 1,5 Millionen Euro netto deutlich übersteigen, die er in Spanien für seine Dienste erhielt.

Dass Schalke 04 Abdul Rahman Baba für eine Saison vom FC Chelsea ausleiht steht zwar noch nicht auf der Club-Webseite, Christian Heidel hat den Deal aber bereits bestätigt. Der 22-Jährige Linksverteidiger wechselte vor einem Jahr aus Augsburg nach London und konnte sich dort nicht durchsetzen.
Wie gut es Baba nach solch einer unglücklichen Saison gelingt wieder in Tritt zu kommen, bleibt abzuwarten. Ein Top-Argument für diese Verpflichtung ist aber natürlich, dass Markus Weinzierl ihn kennt, dass er es war unter dem Baba so spielte, dass Chelsea bereit war für ihn über 20 Millionen Euro zu zahlen.

Mit diesen beiden Verpflichtungen, und mit der frühen Verpflichtung Naldos, hat Schalke nun kurzerhand drei Viertel der Abwehrkette neu besetzt. Naldo und Coke sind erfahren und gelten als Leader, auch als solche stehen sie dem nach wie vor jungen Kader gut zu Gesicht. Nahezu alle Deals gingen für die Öffentlichkeit „plötzlich“ vonstatten, wurden nicht zuvor wochenlang von Zeitungen durchgekaut. Ähnlich wars auch schon bei Embolo.

Wir werden sehen, was noch passiert. Das sachliche Wie Christian Heidels, der ohne ständige Wasserstandsmeldungen Fakten schafft, überzeugt und ist wohltuend anders gegenüber der letzten Jahre. Welche transferierten Spieler nachher später auf dem Platz einschlagen, ob all die schöne Planung auf dem Rasen funktioniert, weiß man immer erst hinterher. Aber eine Transferzeit schürt natürlich stets Hoffnungen. Und nachdem es eine Weile still war, rund ums Berger Feld, ist nun auch Schalke 04 gut dabei.