Die Arroganz des S04 gegenüber seinen Fans

… findet zur Zeit der Besinnlichkeit ein weiteres Beispiel. Statt eine Aktion seiner Fans und Mitglieder zu unterstützen organisiert der FC Schalke 04 eine Konkurrenzveranstaltung. Einmal mehr wird einem gewahr, dass sich der Club als ein profitorientiertes Unternehmen der Unterhaltungsindustrie versteht, dem das Tun und die Interessen seiner Fans und Mitglieder nur solange wichtig sind, wie diese zu Werbezwecken taugen.

Seit 2014 findet am 04. Advent in der Kampfbahn Glückauf ein von Fans und Mitgliedern des FC Schalke 04 organisiertes Adventssingen statt. Dabei ist der Eintritt kostenlos. Für Glühwein, Kerzen oder Weihnachtmützen werden Spenden gesammelt, die später lokalen Projekten zugutekommen. Auch in diesem Jahr wird das so sein, am 18. Dezember.

Eine schöne Aktion, lobenswert und der Unterstützung würdig. Doch statt dies zu tun, statt die aktive Fanszene zu loben und diese Aktion zu unterstützen, hat sich der FC Schalke 04 dazu entschlossen, an eben diesem 18. Dezember in der Arena eine Show mit dem Namen „Weihnachtssingen auf Schalke“ zu veranstalten. Ein Event mit Musikern und Chören auf großer Bühne, zu einem Eintrittspreis von 14 Euro.

Schalke hat Millionen Fans. Tausende kommen gerne ins Stadion, kaufen Fanartikel und mögen das Image des Arbeitervereins, des Bergmannclubs. Deutlich kleiner und weniger zahlungskräftig ist die aktive Fanszene. Doch gerade diese Fans und Mitglieder prägen diesen Verein. Sie haben über die letzten 35 Jahre die Identität dieses Vereins geschaffen, die von den heutigen Verantwortlichen so erfolgreich verkauft wird. Diese Fans und Mitglieder sorgen für die Kultur um diesen Club.

Die Arroganz, mit der die Verantwortlichen des FC Schalke 04 eine Aktion dieser Fans und Mitglieder torpedieren, macht mich wütend. Dieses Beispiel macht einmal mehr deutlich, wie sehr Fans lediglich als diejenigen erachtete werden, die dafür zuständig sind, im Stadion für die geeignete Geräuschkulissen zu sorgen, und ab und an hübsch angeordnete Papptafeln hochzuhalten, um prima zu vermarktende Bilder zu produzieren.
 



50 Kommentare zu “Die Arroganz des S04 gegenüber seinen Fans”

  1. eakus1904 sagt:

    Völlige Zustimmung, ein Unding sondergleichen. Hab meine Meinung dazu letzte Woche auch schon niedergeschrieben. http://www.web04.de/2016/10/07/oh-du-froehliche/

  2. rjonathan sagt:

    Hatte es auch schon im web04 gelesen. Ist schon heftig. Ich bin mir nicht sicher ob Arroganz das richtige Wort ist, Ignoranz passt vielleicht ein wenig besser.

    Die bestmögliche Hintergrund-Geschichte wie es dazu kam, ist, dass es von irgendeiner Marketing-Event-Abteilung geplant wurde, die schlicht nicht über die Fan-Aktion im Bilde war. Es wäre dann immernoch ziemlich traurig, dass man im Verein so schlecht über solche tollen Fan-Initiativen informiert ist, aber immerhin wäre es dann keine Absicht. Mal sehen was da als Reaktion kommt, die werden die Proteste ja schon langsam vernehmen.

  3. Roman sagt:

    Irgendwie kann ich kaum glauben, dass man im Verein bzw. im Arena-Management nicht von der Aktion in der GAK wusste. Diese Aktion hat bereits zweimal stattgefunden, jeweils am 4. Advent. Davon wusste sicher JEDER auf der Geschäftsstelle.

    Und ob Ignoranz oder Arroganz, so macht das jedenfalls keinen Spaß mehr.

    Eine Reaktion des Arena-Managements gab es ja auch bereits. Eine Twitter- (oder war’s Facebook?-)Meldung, dass der Supportersclub informiert gewesen wäre. Der Tweet ist inzwischen wieder gelöscht worden. Denn offenbar war es wirklich nur eine Information und keine Abstimmung wie sie sicher erforderlich gewesen wäre.

    Mich würde interessieren, wie der Verein (zu dem ich auch das Arena-Management zähle) zukünftig solche und ähnliche Maleurs (z.B. Ticketportal) vermeiden möchte. Das muss geanz einfach besser kommuniziert werden.

  4. Carlito sagt:

    Kann mich den Worten von Henning (eakus1904) und Torsten nur anschließen, ein Unding.

    Die bestmögliche Hintergrund-Geschichte wie es dazu kam, ist, dass es von irgendeiner Marketing-Event-Abteilung geplant wurde, die schlicht nicht über die Fan-Aktion im Bilde war. Es wäre dann immernoch ziemlich traurig, dass man im Verein so schlecht über solche tollen Fan-Initiativen informiert ist, aber immerhin wäre es dann keine Absicht.

    Das wären mildernde Umstände, würde aber trotzdem kein gutes Licht auf die Kommunikation im Verein bzw. zwischen Verein und Fans werfen.

    Mal sehen was da als Reaktion kommt, die werden die Proteste ja schon langsam vernehmen.

    Da bin ich jetzt auch mal mehr als gespannt, ob und was dazu ggf. vom Verein kommt.

  5. MickSchilling sagt:

    Perfekte Worte gefunden, Torsten!!!

    Der erste Absatz trifft den Nagel auf dem Kopf.
    (Soll nicht heißen, dass der Rest nicht zutreffend ist :-) )

  6. Christian sagt:

    Es wird aber auch Zeit, das wir uns von einigen Vorstellungen verabschieden.

    Der FC Schalke 04 ist etwas besonderes, aber nur wenn wir die Geschichte des
    Vereins und seine sehr aktive Fanlandschaft betrachten.
    Der Rest ist einfach nur ein mittelständisch agierendes Medienunternehmen mit
    angeschlossener Fußballabteilung.
    Das Trikot des Arbeiter- und Malocherclubs kostet mit Namen über 100 Euro.
    Was im Fußball nicht mehr so gelang, wurde bei den Kartenpreisen realisiert:
    dort liegt man preislich im CL Bereich der Liga.

    Der Fußball ist aus meiner Sicht generell auf einem schlechten Weg, es geht
    primär nur noch um Geld und Kommerz. Nein für viele dieser Entwicklungen kann
    der FC Schalke nichts, aber er mischt auch ordentlich mit.

    Zurück zum Weihnachtssingen, ist es Zufall oder schlechte Planung bzw. Kommunikation?
    Ja vielleicht, aber sehr wahrscheinlich ist das nicht. Es passt eben terminlich ganz gut,
    am Tag davor ist noch ein Heimspiel und bzgl. Deckungsbeitragsrechnung ist das
    Risiko klein. Nicht nur der Ball muss rollen, der Rubel auch.

  7. Roman sagt:

    „Nicht nur der Ball muss rollen, der Rubel auch.“

    @Christian: Schmeißt Du dafür fünf Rubel ins Phrasenschwein?

  8. Gummi sagt:

    Werde für immer und ewig Schalkefan bleiben aber was die letzten Jahre gerade zu diesem Thema abläuft ist doch nir noch abzocke!!!!

    Traurig aber wahr:-(((

  9. S04-Fan sagt:

    Wer nach nach Saloniki immer noch ernsthaft glaubt, Herr Peters würde sich um die Fans und Fanbelange kümmern, dem ist nicht mehr zu helfen.

    Gleiches gilt in Bezug auf die Topzuschläge, die Schalker Fans (inbes. die Allesfahrer!) überall auswärts zu zahlen haben. Auch das kümmert keinen Schalker Verantwortlichen.

    So eine Veranstaltung jetzt und nur die logische Konsequenz/Fortsetzung der bisherigen Politik gegenüber den aktiven und engagiertesten Fans.

  10. bea sagt:

    Ich kopier dann einfach mal mein Posting aus der letzten Woche mit hier hinein, hab mir auch so meine Gedanken gemacht und musste das einfach mal loswerden…die Richtung ist dieselbe:

    Es gibt da den Punkt 5 in unserem Leitbild…da ist von Respekt, Augenhöhe und offenem Dialog die Rede. Eigentlich sollte das dann auch Gültigkeit haben, wenn man nicht wie schon so oft das Leitbild anzweifeln müsste…
    Fans werden jedoch seitens der oberen Etage der GS nur solange mit Respekt behandelt, wie eben jene einen Nutzen daraus ziehen kann – z.B. werbewirksam in Interviews nach Spieltagen. Da vermarktet man dann eine Kumpel- und Malocher-Kollektion oder man rühmt sich der tollen Fanszene. Schade nur, dass es intern ganz, ganz anders aussieht.

    Dafür gibt es genügend Beispiele:

    PAOK – wir vergessen nie!

    China – individuell angereiste Fans werden in China ignoriert.

    Krasnodar – auch hier fällt man uns eher in den Rücken, als uns zu unterstützen.

    Mails werden neuerdings nicht mehr beantwortet

    Kartenbestellungen führen jedesmal zum Computerchaos und dazu, dass bestellwillige Mitglieder an den Möglichkeiten und am Willen des Vereins zweifeln müssen, während sie selbst Stunden wertvoller Arbeitszeit opfern

    Weihnachtssingen – hierzu ist wohl schon alles gesagt

    Noch ziehen Tausende Fans siegestrunken durch die Straßen und lassen ganz GE und Umfeld in blau und weiß erstrahlen, um den Sieg gegen BMG zu feiern – solange, bis ein Interview ausgestrahlt wird mit dem Inhalt, man sehe keinerlei Anlass, eine Prozession durch die Stadt zu machen und habe da so seine Zweifel…

    Da frage ich mich doch nur noch, WER denn da verstanden hat. Das sind doch nur wir, die Fans, die zahlenden Mitglieder, die Kuh, die man melken kann. Die da oben wohl eher nicht. Bei jeder Gelegenheit bekommt der treue Fan einen Schlag in die Fresse und einen weiteren Beleg dafür, dass man ihn nicht mehr zu brauchen glaubt.

    Ist das das neue Schalke? Die königsblaue Familie, die tausend Freunde? Ist DAS Kommunikation, offen und auf Augenhöhe? Wohl eher nicht.

    Erst wenn der letzte Fangesang verstummt, das letzte Banner eingerollt und der letzte Kumpel und Malocher gegangen ist, werdet ihr da oben erkennen, dass man wahre Liebe und Treue nicht kaufen kann.

  11. Wolfgang Rauber sagt:

    Kann mich allen Anschliesen.
    Ist schon Bedenklich.
    Genau diese Aktion mit der Tiketboerse.
    Schalke will eine Vereinseigene Tiketboerse.
    Nur wann?Bis dahin bleiben die DK Besitzer oder auch andere auf ihren Karten Sitzen wo da bin ich mir Sicher viele Gerne eine Karte Kaufen möchten.
    Zum Beispiel gegen Gladbach.Aber die Karten sind ja Bezahlt und dann solls dem Verein doch Egal sein wo die Fans die an jenem Spieltag nicht zur Arena kommen können ihr Geld auf Legale Art und Weise hergekommen.
    Es Lebe der Schwarzmarkt……

  12. Phipser sagt:

    Bin ich der Einzige der darin eine unglaubliche Chance sieht? Nichts würde eine deutlichere Botschaft senden als ein leeres Stadion und eine volle Kampfbahn!
    Und dem Verein würde nicht einmal ein großer Schaden entstehen, wenn S04 das nicht selbst veranstaltet. Die Miete ist sicherlich schon bezahlt…

    Über die missglückte Kommunikation kann man sich jetzt ärgern und der Verein sollte vielleicht etwas für den angerichteten emotionalen Schaden machen.
    Man muss aber auch einfach einsehen, dass das schlicht der beste Termin für so eine Veranstaltung ist.
    Am Tag nach dem letzten BuLi Spiel des Jahres? Obendrein am 04. Advent? Sign me up, Scotty! Oder so…

    Und eine relativ unbeteiligte dritte Veranstalterpartei kümmert die Quärälen um die Fanbelange sicherlich wenig. Ein kullantes Verhalten erwarte ich nicht. Dem Verein werden daher zumindest für dieses Jahr die Hände gebunden sein, wenn man nicht vom Vertrag zurücktreten und entsprechende Repressalien leiden will.

  13. Stollengewitter sagt:

    Es ist vom Verein natürlich ein sehr schwaches Bild was da abgegeben wird und das sollte auch schleunigst korrigiert werden. Trotzdem ist der FC Schalke 04 im Vergleich zu seinen Konkurrenten deutlich fannäher. Schaut mal zu den Nachbarn oder in den Süden. Das der Verein mit dem Weihnachtssingen das große Geld macht, kann ich mir nicht vorstellen…Dafür dann negative Schlagzeilen und Fangruppierungen vor den Kopf stoßen? Ich kann mir als Grund der Konkurrenzveranstaltung eigentlich nur fehlende Kommunikation vorstellen.

  14. Ney sagt:

    @bea
    Wenn ich mir Deine Liste durchlese, regt sich bei mir leider keine Empörung. Was mit „Paok“ gemeint ist, weiß ich nicht. Das mit dem Flieger mit Krasnodar ist ärgerlich und sollte ersnthaft diskutiert werden mit den Verantwortlichen. Beim Weihnachtssingen unterstelle ich zunächst mal eine Panne, aus der man hoffentlicht lernt. Meine eigenen (kritischen) mails werden in der Regel binnen 24 Stunden beantwortet. Wegen der Verzögerungen bei online-Bestellungen am Großkampftag stampfe ärgere ich mich, aber ich bin zu wenig technisch versiert um das einschätzen zu können und nehme das nicht persönlich.

    Dass Heidel mahnt, die Mannschaft und der Verein sollten jetzt nicht ausflippen wegen gerade mal 1 Sieg nach 5 verlorenen Spielen, halte ich für nachvollziehbar; dass er damit den Fans das feiern vermiesen wollte, auf den Gedanken wäre ich im Leben nicht gekommen. Aber jeder Jeck ist anders, und das ist auch gut so.

    Die Quintessenz „Bei jeder Gelegenheit bekommt der treue Fan einen Schlag in die Fresse und einen weiteren Beleg dafür, dass man ihn nicht mehr zu brauchen glaubt.“ finde ich total überzogen und nicht fair den Verantwortlichen gegenüber. Zumal wie gesagt das Sündenregister mir wenig geeignet erscheint, das in so extremer Form zu belegen.

  15. eakus1904 sagt:

    @Phipser: Nein, bist du nicht. Ich hoffe auf genau das gleiche Ergebnis. Leeres Stadion, gut besuchte GAK.

    Ich glaube aber, den externen Veranstalter juckt es ganz sicher. Der wird nicht wollen, dass sein „Produkt“ nun als Gegenveranstaltung wahrgenommen wird sondern hätte sicher auch gerne das Alleinstellungsmerkmal an diesem 4. Advent. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Veranstalter nicht gerade begeistert ist.

  16. Roman sagt:

    @Ney: „Was mit „Paok“ gemeint ist, weiß ich nicht.“

    Damit ist der Polizeieinsatz beim Spiel gegen PAOK Saloniki gemeint, der m.E. auch immer noch nicht richtig aufgearbeitet worden ist. Für viele ein alter Hut, für die Betroffenen aber eben nicht. Zumal viele vom Opfer zum Täter (per Gegenanzeige der Polizei) gemacht wurden und sich im Stich gelassen fühlen. Es gibt Schalker, die sind dazu bis in den Landtag gegangen und haben Gespräche mit allen Fraktionen geführt. Leider mit wenig Erfolg. Unterstützung von Seiten des Vereins: keine.

    „Beim Weihnachtssingen unterstelle ich zunächst mal eine Panne, aus der man hoffentlicht lernt.“

    Diese Panne war m.E. keine, siehe oben. Es mangelt an Kommunikation und der Bereitschaft dazu. Ob man daraus lernt, wird sich zeigen. Ich hoffe es stark.

    Dass Dir Deine Mails beantwortet werden, ist gut und richtig. Dass Mails von anderen Personen (Mitgliedern!) nicht mehr beantwortet werden, ist schlecht und falsch.

    So sehe ich das.

    Und jetzt wünsche ich mir am vierten Advent eine volle Hütte in der GAK. Ich werde da sein und würde mich freuen, möglichst viele von Euch dort zu treffen.

  17. polarfuchs sagt:

    Zur Ticketbörse. Da ich keine Dauerkarte habe versuche ich Karten über die Ticketbörse zu bekommen oder rufe im Ticketcenter an. Dort ist man immer sehr bemüht, locker und freundlich. Ne Karte bekomme ich in der Regel immer. Da habe ich nur positive Erfahrungen gemacht.
    Zum Kommerz. Das sich da der Wind gewaltig dreht und noch viel, viel heftiger werden wird dürfte jedem klar und bekannt sein der mit offenen Augen durch`s ( Fussball ) Leben geht. All die aberwitzigen Vorstellungen, Pläne seitens der FIFA, UEFA, aber auch der “ großmächtigen “ Vereine lassen das schlimmste befürchten. Wie hat Rudi Assauer einmal, allerdings in einem anderen Zusammenhang gesagt : da wird fetten Gänsen noch der Arsch geschmiert. Wo er recht hat hat er recht. In diesem Zusammenhang wäre vielleicht mal ein KOMPLETTER Spieltag mit leeren Stadien nicht das schlechteste Zeichen. Die Monetengenerierung wird immer perverser.
    Fasst wäre ich versucht gewesen noch zu schreiben : Frohe Weihnachten!

  18. rjonathan sagt:

    @PAOK
    Die Nummer war natürlich eine Sauerei, ich weiß aber auch nicht, was der Verein anderes machen soll. Er ist ja nun nicht Regierung oder Gesetzgeber in diesem Lande. Nach meinem Infostand korrigiert mich, ihr seid da näher dran – hat der Verein sich doch im Anschluss auch über das Polizei-Verhalten beschwert und die Polizei daraufhin beleidigt gesagt, man werde nur noch um das Stadion rum und nicht mehr im Stadion für Sicherheit sorgen, oder?

    Die schlechte Lobby von Fußballfans als „Chaoten“ und „Randalierer“ zu verändern, sehe ich jedenfalls nicht in der Verantwortung des Vereins sondern in der Verantwortung der Presse, die das Spiel der Sicherheitspolitiker immer all zu willfährig mitspielt.

  19. Birgit Prigan sagt:

    Hallo Torsten, hab gerade deinen Beitrag gelesen und möchte wissen, wann es denn am 18.12. in derGAK losgeht. Wir würden nämlich gerne teilnehmen.

  20. Roman sagt:

    @rjonathan: Hier waren am besagten Tag weder Hools, Chaoten noch Randalierer am Werk – jedenfalls nicht auf Seiten der Fans. Wer live in der Arena-Nordkurve war, wird die Bilder noch vor Augen haben.

    Und, ja, der Verein, hat sich einen Tag lang auf die Seite der Fans/Opfer geschlagen, um dann … aber lies selbst:

    http://www.schalkermarkt.de/?p=288
    http://ultras-ge.de/freie-mein.....erwunscht/

    Der Verein hätte hier selbstverständlich auch mal Partei für seine Fans und Mitglieder ergreifen können … gerne auch für länger als 24 Stunden, zumal einige Fans eben aufgrund ihrer Anzeigen gegen den Polizeieinsatz prompt Gegenanzeigen erhielten.

    Aber wir kommen jetzt vom Adventssingen zu unverhältnismäßigen Polizeieinsätzen: Im Kern aber wünscht man sich doch einfach nur eine bessere Kommunikation und hier und da Unterstützung – ist das alles zuviel verlangt?

  21. Roman sagt:

    @Birgit:

    Beginn am 18.12. ist um 17:04 Uhr.

  22. crisscross04 sagt:

    Wollen wir doch mal die Kirche im Dorf lassen, oder?!

    Ja, die Sache mit dem Weihnachtssingen ist sehr unschön gelaufen. Dass gerade die Initiatoren des Adventssingens mächtig gefrustet sind, kann ich wirklich mehr als nachvollziehen. Aber wie hier schon einige User richtig geschrieben haben: Es liegt an jedem Einzelnen, welche Veranstaltung er besucht! Deshalb kann man es auch als Chance ansehen.

    Daraus jetzt eine „Die-da-oben-verstehen-uns-Fans-einfach-nicht-mehr-Diskussion“ ins Leben zu rufen und damit ins gleiche, sehr en Vogue zu scheinende Horn zu blasen wie z.B. die „Pegida“, „AfD“ oder „Stuttgart21″ Sympathisanten, geht mehr als nur einen Schritt zu weit. Und leider nimmt das Diskussionsniveau in dem Maße ab wie die Bewegungen Zulauf erhalten.

    Ehrlich? Ich kann es einfach nicht mehr hören, gar ertragen! Glaubt ihr wirklich, „die da oben“ haben nichts Besseres zu tun als den Verein weiter zu „entfanalisieren“. Wie sagte schon Uli Hoeneß in seiner Brandrede leider richtig: Die „Säcke“ in den VIP Boxen bezahlen die Stehplätze mit. Und ebenso verhält es sich mit den ganzen Vermarktungsprozessen rund um einen Verein. Ohne das Geld, dass aus dem Marketing heraus erwirtschaftet wird, ist kein Verein mehr konkurrenzfähig.

    Es ist vollkommen richtig, dass sich der eigentliche Fußball immer weiter vom Tagesgeschäft entfernt. Vermarktung um jeden Preis darf es natürlich nicht geben und ich würde auch unseren Hauptsponsor liebend gern schon gestern als irgendwann in ferner Zukunft austauschen. Und natürlich muss man die Führung in seinem Handeln kontinuierlich kritisch hinterfragen.

    Aber: Ein Fußballverein ist ein Industrieunternehmen, auf Schalke sogar mehr als in den anderen Städten, weil S04 zu den größten Arbeitgebern in Gelsenkirchen gehört. Das heißt, die ganze Führungsetage hat auch eine große Verantwortung für über 600 Angestellte. Die wichtigsten Ziele des Vereins sind in meinen Augen: Schalke 04 als erfolgreiches Unternehmen im oberen Bereich der Bundesliga langfristig zu etablieren und gleichzeitig Gewinne zu erwirtschaften. Nur wenn der Verein finanziell erfolgreich wirtschaftet, wird das erst genannte Ziel erreicht werden können.
    Es wird immer wieder einzelne Projekte bzw. Maßnahmen geben, die die breite Masse an Fans nicht begeistern werden. Aber daraus eine Grundsatzdiskussion abzuleiten, dass der Verein die Fans nicht mehr ernst nimmt, ist in meinen Augen völliger Blödsinn.
    (Und ob das immer gut ist, wenn die Fans zu sehr eingebunden werden, stelle ich mal ganz vorsichtig infrage. Hier in Stuttgart sieht man sehr gut, wohin es einen Verein bringen kann, wenn man zu sehr auf seine „Hardcore“ Fans hört – nämlich steil nach unten!)

    Und deshalb kann ich die recht provokative Überschrift von Torsten auch nicht gutheißen, weil sie den handelnden Personen etwas unterstellt, das einerseits nicht bewiesen werden kann – nämlich das ein Vorsatz dahintersteckt und weil die Headline unter die Gürtellinie geht. Das ist im groben Maße „Bildzeitungsniveau“, was ich hier in dieser Art und Weise nicht lesen möchte!

    Meine Meinung!

    Glück auf!

  23. rjonathan sagt:

    @Roman

    Danke für die Info. Verstehe den Hintergrund.

    Die „Chaoten“ und „Randalierer“ hatte ich bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Ist mir schon klar, dass die Polizei da wahllos ganz normale Fans wegrandaliert hat, um eine lächerliche Fahnen-Provokation zu unterbinden. Nur: In der Öffentlichkeit bleibt leider immer nur ein Bild hängen. Dass Fußballfans (zumindest in der Kurve) per se „Chaoten“ sind. Das ist die Story, die alle größeren Medien immer wieder spielen und in der dann jedes Bengalo skandalisiert wird wie eine Handgranate …

    So lange das aber nun mal die Meinung der breiten Öffentlickeit ist, werden sich Politiker nicht drum kümmern. Daran können sie sich nur die Finger verbrennen. „Sigmar Gabriel unterstützt Hooligans“ ist genau die Schlagzeile, auf die Bild und andere warten.

  24. Torsten sagt:

    @crisscross:

    Daraus jetzt eine „Die-da-oben-verstehen-uns-Fans-einfach-nicht-mehr-Diskussion“ ins Leben zu rufen und damit ins gleiche, sehr en Vogue zu scheinende Horn zu blasen wie z.B. die „Pegida“, „AfD“ oder „Stuttgart21″ Sympathisanten, geht mehr als nur einen Schritt zu weit. Und leider nimmt das Diskussionsniveau in dem Maße ab wie die Bewegungen Zulauf erhalten.

    Den Vergleich finde ich ziemlich daneben und auch den Vorwurf, die Diskussionskultur nähme dabei ab, kann ich nicht nachvollziehen. Die Kommentare über Dir haben sich jedenfalls allesamt an eine geeignete Form gehalten.

    Vermarktung um jeden Preis darf es natürlich nicht geben

    Und welcher Preis ist zu bezahlen, welcher wäre zu hoch?

  25. derwahrebaresi sagt:

    @crisscross04
    Über die Headline kann man evtl. streiten, aber Torsten „Blödzeitungsniveau“ zu unterstellen ist m.E.
    grober Unfug!

  26. crisscross04 sagt:

    @derwahrebaresi
    Ich brauche nichts zu unterstellen. Die Headline steht da Schwarz auf Weiß. Hier wird von „Arroganz des S04″ geredet. Das ist in meinen Augen sehr reißerisch und provokativ! Im nachfolgenden Text wird diese Behauptung nicht einmal aufgeklärt, wer hier wirklich den „Bock“ geschossen hat, sondern im Gegenteil, es werden weiter abenteuerliche und reißerische Thesen aufgestellt, dass der Verein seine Fans nur für wichtig ansieht, wenn sie zu Werbezwecken herhalten. Auch diese These wird natürlich nicht mit Argumenten untermauert bzw. an bestimmten Personen festgemacht, sondern es wird lediglich immer vom „Verein“ gesprochen. Das ist in meinen Augen das Niveau der Boulevardpresse, die auch Headlines und Thesen raushaut ohne diese mit Beweisen zu untermauern.
    Ich frage mich wer hier die Unterstellungen macht!?!

    Wenn Torsten von „Arroganz“ spricht unterstellt er den handelnden Personen Vorsatz. Gleichzeitig werden diese handelnden Personen als „Verein“ gleichgesetzt. Als wenn alle Mitarbeiter im Verein diese Maßnahme gutheißen?!
    Diese Art von Journalismus ist für mich einfach nicht seriös und auch moralisch sehr fragwürdig! Man darf doch nicht einfach die Mitarbeiter verallgemeinert als arrogant an den Pranger stellen?! Wer versteckt sich denn hinter diesen Vorwürfen? Die Eventmanagerin in der Veranstaltungsabteilung, der Abteilungsleiter, der Herr Peters oder gar der gute Herr Tönnies?!?
    Nein, es ist ja viel einfacher, den Verein als Ganzes medien- und publikumswirksam in den Dreck zu ziehen. Denn was anderes wird hier nicht gemacht. Das ist einfach nicht mehr eine seriöse Berichterstattung!

    @Torsten:
    Ich persönlich finde den Vergleich gar nicht so weit entfernt. Denn auch hier wird in meinen Augen ohne Argumente dafür aber mit unter die Gürtellinie gehenden Worten wie arrogant das „Regime“ kritisiert. Aber vielleicht habe ich diese Meinung auch exklusiv.
    Der Vergleich mit der Diskussionskultur war nicht unbedingt auf Dich oder dem Forum hier gemünzt, sondern als allgemeiner gesellschaftlicher Trend gemeint. Sorry, da habe ich mich nicht präzise genug ausgedrückt. Obwohl die Unterstellung von Arroganz meiner Meinung nach schon in die Richtung geht.

  27. Torsten sagt:

    Offensichtlich bist Du mit der journalistischen Form des Kommentars nicht vertraut. Im Text oben wird weder berichtet noch enthüllt, ich stelle auch keine These auf. Ich umreiße einen aktuellen Vorgang und nehme Stellung dazu, stelle meine Meinung dar. Dies wird auch durch die Präsentation im Blog deutlich, in dem für jedermann die schreibende Person durch Name und Bild oben rechts sofort ersichtlich ist. Der von Dir angeführte Boulevardjournalismus hat den Hang, eben nicht zwischen Berichten und Meinung zu trennen.

    Das Prinzip dieses Blogs habe ich auch auf der Über-Seite erklärt.

    Außerdem ist es gerade richtig und wichtig, keine bestimmte Person an den Pranger zu stellen. Deshalb setze ich die Entscheidungen der handelnden Personen dem Tun des Vereins gleich. Ich habe sogar einen Kommentar editiert, in dem Mitarbeiter des Clubs konkret angegangen wurden. Denn es geht nicht um das Anklagen des Einzelnen, sondern um die Bewertung der Richtung, in die sich der Club durch diese Entscheidungen bewegt.

    Dass die Verantwortlichen eine Veranstaltung wie dieses Adventsingen nicht als eine „zum Club gehörende Veranstaltung“ erachten, ist offensichtlich. Diese Sichtweise in der Kombination damit, dieser Veranstaltung eine Konkurrenz mit ähnlichem Thema gegenüberzustellen, halte ich mit dem Adjektiv „arrogant“ für zurückhaltend umschrieben.

  28. Roman sagt:

    @crisscross04: „es werden weiter abenteuerliche und reißerische Thesen aufgestellt, dass der Verein seine Fans nur für wichtig ansieht, wenn sie zu Werbezwecken herhalten. Auch diese These wird natürlich nicht mit Argumenten untermauert …“

    Doch, wird sie. Und das ist auch nicht verboten. Es ist das Wesen eines Kommentars, dass man dort auch schreibt, „was man denkt“. Das kann man solange tun, wie man niemanden z.B. beleidigt.

    Es ist doch klar, dass bei den dargestellten Punkten auch der Eindruck entstehen kann, dass die Fans nicht mehr den Stellenwert haben, den sie vielleicht einmal hatten. Siehe die aktuelle Debatte um das Adventssingen. Da kann man eine Absicht hinter vermuten (selbst das darf man journalistisch sehr wohl artikulieren), oder auch keine Absicht sondern z.B. Ignoranz.

    Man kann auch einfach sagen: „Ja, das ist die Entwicklung. Die ist nicht schön, aber kannste nix gegen machen.“

    Das sehe ich dann allerdings wieder anders. Und darf das zum Glück auch.

  29. blues sagt:

    Schön zu lesen, wie eine gezogene rote Linie aus „Pegida“, „AfD“, „Stuttgart21″, „Bildzeitung“ und „Königsblog“ hier arguemtativ zum Verschwinden gebracht wird.

  30. crisscross04 sagt:

    Es geht mir darum, dass es aktuell in der Gesellschaft eine Verrohung der Umgangsformen gibt. Und wenn Torsten Mitarbeiter im Verein als arrogant betitelt, dann geht das für mich in die gleiche Richtung.
    Das ist für mich eine eindeutige Beleidigung. Oder möchte irgendjemand hier als arrogant betitelt werden?
    Und mir geht es eben auch nicht nur um die Beleidigung an sich, sondern auch um die zitierte Richtung des „Kommentars“. Und diese missfällt mir. Und der Stil eben auch. Und das ist eben MEINE Meinung.

    Wenn aktuell „jeder“ seine Meinung in einer beleidigen Art und Weise artikulieren kann und sich dann auf seine Meinungsfreiheit beruft, ist das in meinen Augen eben nicht in Ordnung, weil man öffentlich Personen beleidigt. Und wenn „Arroganz“ als noch zurückhaltend umschrieben betitelt wird, möchte ich gar nicht erst erfahren, wie das wahre Gedankengut ist.

    Und ich werde erst recht nicht meinen Mund halten, wenn Personen und Institutionen öffentlich beleidigt werden – auch wenn sich der Autor auf seine Kommentar- und Meinungsfreiheit beruft, weil ich eben ein anderes Verständnis vom korrekten Umgang mit Menschen habe. Natürlich kann das jeder anders sehen. Aber auch das muss ich nicht gutheißen.

  31. leoluca sagt:

    Der entscheidenden Aussage von Torsten kann man doch nur zustimmen, ich wüsste nicht, warum es hier zwei Meinungen geben sollte.

    Die Aussage lautet:
    „Dass die Verantwortlichen eine Veranstaltung wie dieses Adventsingen nicht als eine „zum Club gehörende Veranstaltung“ erachten, ist offensichtlich. Diese Sichtweise in der Kombination damit, dieser Veranstaltung eine Konkurrenz mit ähnlichem Thema gegenüberzustellen, halte ich mit dem Adjektiv „arrogant“ für zurückhaltend umschrieben.“

    Eine solche Kritik an der Schalker Vorstandsetage zu vergleichen mit rechtspopulistischen Demagogen, die im Namen eines imaginären „Volkswillens“ gegen die etablierte Demokratie und gegen Menschenrechte hetzen, sollte sich der Autor dieses Vergleichs noch mal in Ruhe überlegen. Dieser Vergleich ist einfach eine Unverschämtheit und eine ziemlich unpolitische dazu.

  32. Roman sagt:

    Auch wenn ich crisscross04 in seiner Argumentation nicht folgen kann, finde ich die Diskussion trotzdem wertvoll. Ich versuche meine Frage mal wie folgt zu formulieren:

    Wie lässt sich berechtigte Kritik in einem Kommentar äußern, ohne dass sie vom Adressaten als Meckerei oder gar als Beleidigung empfunden wird?

    Oder in diesem Kontext: Warum sollte man etwas nicht als arrogant bezeichnen, wenn man es auch als arrogant empfindet?

    Kritik soll ja auf Missstände hinweisen und beim Adressaten darauf hinwirken, es zukünftig „besser“ zu machen. Die Chance ist doch da, wobei sie allerdings aktuell vom Arena-Management nicht wirklich glücklich umgesetzt wird. Bereits gestern wurde dazu auf einige Kommentare unter der Veranstaltung „Weihnachtssingen auf Schalke“ auf Facebook von dem Arena-Management ein gleichlautender Kommentar eingefügt:

    „Damit wir uns in der Diskussion auf Fakten statt auf persönliche Beleidigungen konzentrieren können: Der Supporters Club wurde frühzeitig über die Veranstaltung informiert – zu einem Zeitpunkt, zu dem er selbst weder einen Termin für seine eigene Veranstaltung kommuniziert hatte noch eine städtische Genehmigung für diese vorlag.“

    Ich habe mir jetzt wirklich mal die Mühe gemacht und mir die Kommentare dort alle zu Gemüte geführt. Ich finde dort keine Beleidigungen, sondern vielmehr Kopfschütteln und Unverständnis sowie den Aufruf, doch in die GAK zu kommen.

    Dazu kommt, dass der Supportersclub nun auch eine offizielle Stellungnahme abgegeben hat. Auch hier keine Spur von Beleidigung, sondern eher ein Bedauern, dass man vor vollendete Tatsachen gestellt wurde und es keine Abstimmung gab, schließlich hätte man ja auch über eine gemeinsame Aktion reden können.

    Wie kann und sollte man Kritik äußern, dass sich da zukünftig Besserung einstellt?

  33. Blauhai sagt:

    Der Tatbestand (Gegenveranstaltung) an sich ist wirklich ganz schlechter Stil.

    Nur, das Profitum Fußball 2016 hat doch wirklich nichts mehr mit Fußballromantik früherer Tage zu tun. Wer sich, wie in dem Text geschehen, noch darüber aufregt, dass der Fan nicht ernst genommen und auch noch abgezockt wird, der ist nun mal auch nicht konsequent und sagt dem ganzen Wirtschaftsunternehmen Profifußball Auf Wiedersehen.

    Auch für mich gilt, wenn die Schraube noch weiter gedreht wird, werde ich mich verabschieden. Hierzu gibt es einige Eckpunkte die das sofort auslösen würden.

    Auf der anderen Seite kann ich die ewig Gestrigen auch nicht verstehen, wollen Romantik der 60er und 70er Jahre, einen Verein auf kleiner Flamme aber dann das „Maul“ aufreißen wenn der Verein nicht 1. Liga und CL spielt.

  34. leoluca sagt:

    Ich finde, man kann das Ganze bei aller berechtigten Kritik am schlechten Stil der Schalker Verantwortlichen auch etwas weniger fundamentalistisch sehen.

    Wenn hier im Zusammenhang mit dem kommerzialisierten Fußball der große Ausverkauf der Traditionen und eine grundlegende Entfremdung zwischen Verein und Fans beklagt wird, so schmeckt mir daran nicht diese seltsame Glorifizierung der Vergangenheit, in der das Geld angeblich noch keine Rolle spielte. So einfach war’s doch nicht. Und wieso sollte die Kommerzialisierung generell von Übel sein, wenn heute die Stadien – unseres sowieso – voll sind wie nie in der Ligageschichte und die Einschaltquoten der komplett übertragenen Spiele hoch?

    Zwischen den Polen Kommerz und Sentiment, Geld und Gefühl verläuft in den großen Fußballclubs und besonders auf Schalke eine komplizierte Linie und die ist ständig umkämpft: wie viel Geschäft darf sein, wie viel Platz ist für die Leidenschaft.

    Ich bin sicher, das alles ist auch unserer Vorstandsetage absolut klar, nämlich dass Schalke viel mehr ist als bloße Produktionsstätte für Erfolge. Es gibt nach meiner Ansicht dort in der Chefetage ein großes Verständnis für Sentimentalitäten und das Imaginäre des Fußballs.

  35. Ney sagt:

    wer sich, wie in dem Text geschehen, noch darüber aufregt, dass der Fan nicht ernst genommen und auch noch abgezockt wird, der ist nun mal auch nicht konsequent und sagt dem ganzen Wirtschaftsunternehmen Profifußball Auf Wiedersehen.

    Pardon, aber das liest sich ein bißchen naiv. Jeder Wirtschaftler, der sich im Bereich Profisport tummelt, weiß, dass es sich hier um eine ganz spezielle Art von Unternehmen mit einer speziellen Art von Kunden und Beziehung zum Kunden handelt. So wie Apple seine Technik-Aficionados und tunlichst als solche ernst nimmt, wie überhaupt alle seine Kunden, muss ein Profifussballunternehmen wie Schalke seine Fans als solche ernst nehmen.

    Dass wir es hier mit einem e.V. zu tun haben und die Fans in dem Gesamtkunstwerk aus Verein und Wirtschaftsunternehmen eine ganz besondere Rolle bei Schalke spielen, kommt noch hinzu.

    Auf der anderen Seite kann ich die ewig Gestrigen auch nicht verstehen, wollen Romantik der 60er und 70er Jahre, einen Verein auf kleiner Flamme aber dann das „Maul“ aufreißen wenn der Verein nicht 1. Liga und CL spielt.

    Das ist nicht das aktuelle Thema.

  36. Blauhai sagt:

    aber eine Folge zum Thema

  37. Torsten sagt:

    Auch für mich gilt, wenn die Schraube noch weiter gedreht wird, werde ich mich verabschieden. Hierzu gibt es einige Eckpunkte die das sofort auslösen würden.

    Welche denn?
     
     
    @crisscross:

    Vermarktung um jeden Preis darf es natürlich nicht geben

    Und welcher Preis ist zu bezahlen, welcher wäre zu hoch?

  38. BlueNote sagt:

    Danke für die klare Kante, Torsten! Bei der Terminfindung ging dem Verein in der Tat jede Menge Fingerspitzengefühl und Fannähe ab. Der GAK-Termin hätte dort bekannt sein MÜSSEN, so dass die Conclusio der Arroganz oder zumindest Ignoranz mehr als nahe liegt.

    Die Spirale der straffen und rücksichtslosen Durchkommerzialisierung dreht sich auch im e.V. immer schneller. Und immer mehr Fans dreht sich der Magen im gleichen Maße um. Die oben in einem Kommentar eines Users aufgeführte Idee, an einem Spieltag bundesweit mit den Füßen abzustimmen und mit leeren Tribünen auf die zunehmenden Missstände hinzuweisen, ist gut und würde eine Menge Aufmerksamkeit nach sich ziehen. Diese Themen werden auch in anderen Clubs heiß diskutiert, wir kritischen Blau-Weißen sind nicht allein im Fußballuniversum mit unserem Frust.

    Dass damit bei Vielen eine verklärte Rückbesinnung auf die „gute alte Zeit“ einher geht, von der wir alle bei klarem Verstand wissen, dass dort weiß Gott nicht alles besser war, aber in der sich die meisten Fans ohne Frage besser verstanden gefühlt haben als heute, ist menschlich gut nachvollziehbar. Und bei aller Aufgeklärtheit, bin ich auch fest davon überzeugt, dass in Rudis Ägide so ein Lapsus nicht passiert wäre. Aber das ist nur meine persönliche gefühlte Realität bzw. Erinnerung.

    Gab es aus dem Verein heraus eigentlich schon irgendeine Reaktion auf Deinen Kommentar, Torsten?

  39. polarfuchs sagt:

    @BlueNote
    Du hast Dich da auf meinen Kommentar bezogen. Nur um nicht missverständlich zu erscheinen. Es geht mir nicht um die gute, alte Zeit. War zwar schön, ist aber vorbei.
    Was mich umtreibt ist die wohl nicht unberechtigte Sorge das unser geliebter und innig gelebter Fussball in absehbarer Zeit voll gegen die Wand gefahren wird.
    Aber wie Ney an anderer Stelle schon geagt hat ist das nicht so sehr das Thema jetzt. Habe das auch nur in Zusammenhang mit der immer perverseren Kommerzialisierung geschrieben.
    Der aktuelle Streß ist wohl der Tatsache geschuldet das der Verein auf Teufel komm raus Gelder ranschaffen muß. Da, und da liegt Torsten richtig, bleibt der Fan schon mal auf der Strecke. Aber der Krug geht nur so lange zum Wasser bis er bricht.

  40. Rjonathan sagt:

    Also ich kann Crisscross ein Stück weit schon verstehen. Ich selbst habe – wenn auch mit weniger auffälligen Worten ja die Formulierung „Arroganz“ ganz oben kritisiert. In dem Wort steckt eben – wie Crisscross schon sagte – eine Unterstellung. Nämlich dass die Ignoranz aus einer bestimmten Haltung heraus erfolgt: dass man sich für was besseres hält, dass man den anderen für minderwertig hält. Die Unterstellung, die hier gegenüber dem “ Verein“ gemacht wird, ist also nicht nur, sich zu wenig für die aktive Fan-Szene zu interessieren, sondern auch, dass dieses Desinteresse aus einem Gefühl der größeren oder kleineren Verachtung für die Fans erwächst. Und das ist – wenn man es mal so Klartext formuliert – in meinen Augen unwahrscheinlich.

    Auch Aufzählungen im Stile Beas untermauern in meinen Augen diese These nicht. Denn: der Verein ist ja tatsächlich nicht der/das gleiche wie die Fanszene. Er hat andere Ziele, Sorgen und Aufgaben. Da muss es an einigen Punkten (zb Kommunikation mit der Politik) zu Clashs kommen. Ein Adventssingen gehört allerdings auf keinen Fall dazu. Und deswegen sind die Unterstellungen der Entfremdung und der Überkommerzialisierung ja nicht vollkommen aus der Luft gegriffen.

    Dennoch – und hier möchte ich gerne auf einer allgemeineren Ebene wie sie von Roman angesprochen wurde weiterdenken – wenn Dinge ungut laufen, gibt es verschiedene Möglichkeiten darauf zu reagieren. In mehr oder weniger hartem Ton schimpfen ist eine davon und ich finde sie ist ein Stück weit legitim. Wenn man sich ärgert, dann ärgert man sich und dann lässt man das eben mal raus. Deswegen ging meine Kritik an Thorsten auch längst nicht so weit wie von Crisscross.

    Aber ich finde es schon wichtig, dass man irgendwann auch den Punkt findet, an dem man aus seinem Ärger wieder rausgesucht kann und sagen kann: okay, jetzt ist gut, ich bin jetzt wieder offen für eine nüchterne Betrachtung der Dinge. Und die zeichnet sich für mein Verständnis dadurch aus, dass man Fragen stellt, anstatt Leerstellen in der eigenen Info-Lage durch Behauptungen/Unterstellungen aufzufüllen. Das wäre meine Antwort auf Romans Frage, wie man Kritik üben kann. Zu Fragen, wie es zu dieser Terminkollision gekommen ist. Wer das entschieden hat. Und ob er denn wohl nichts von dem Fansingen gewusst hat.

    My 50 Cents.

  41. crisscross04 sagt:

    @Rjonathan:
    Danke. Du hast es rhetorisch und inhaltlich eindeutig besser getroffen als ich. ;-)

    Und ja, der Vergleich zu Pegida & Konsorten war vielleicht zu heftig und wenn ich Torsten damit zu Nahe getreten bin, entschuldige ich mich hiermit.

    Aber warten wir doch einfach einmal ab. Evtl. kommen durch den ganzen Medienrummel sogar mehr Menschen zum Adventssingen als in den letzten Jahren. Und was dann? War dann diese heftige Kritik und die Unterstellung, dass durch die zunehmende Kommerzialisierung die Fanbelange auf der Strecke bleiben, gerechtfertigt? Meiner Meinung nach nicht!

  42. BlueNote sagt:

    @polarfuchs: Ich hatte Deinen Post schon so verstanden, wie Du ihn gemeint hattest. Den verklärten Blick zurück hatte ich bei Dir in diesem Kontext auch garnich ausgemacht, weiß aber, dass viele andere, mich manchmal eingeschlossen, beide Themen emotional miteinander verknüpfen. Wie auch immer: Ein vorwärtsgewandtes Zeichen gegen die immer schnellere und rücksichtslosere Durchkommerzialisierung ist überfällig. Mich treibt die gleiche Sorge um, wie Dich!

  43. derwahrebaresi sagt:

    @In diesem Zusammenhang wäre vielleicht mal ein KOMPLETTER Spieltag mit leeren Stadien nicht das schlechteste Zeichen.

    Keine schlechte Idee, m. E. jedoch nicht realisierbar.

    2/3 der Tickets sind als Dauerkarten über den Ladentisch gegangen und der Rest im freien Vorverkauf. Dies gilt vermutlich auch für die anderen 17 Vereine.

    Wollte man ein „leeres“ Stadion „organisieren“ müsste jeder Karteninhaber am Spieltag X einmal auf sein bereits investiertes Geld verzichten. Ich hätte kein „Problem“ damit, glaube aber nicht, dass
    eine Mehrheit dazu bereit wäre.

  44. CarstenS04 sagt:

    Mmm…

    Wie kommt man darauf das der (unser) Verein bewusst eine Gegenveranstaltung
    Zum Fanprojekt plant.

    Jeder kann doch wohl selber entscheiden was er bevorzugt und wohin er gerne geht… Jedes Projekt wird seine Befürworter haben und wird entsprechend besucht.

    Wenn in einer Stadt mehrere Weihnachtsmärkte stattfinden ist ja auch der eine nicht als Konkurrenzveranstaltung zur anderen zu sehen!

    Hier handelt es sich doch um Planungen der Schalke 04 Arena Management GmbH… Die haben einen Termin frei und planen eine Veranstaltung um Geld zu verdienen!

    Seit einiger Zeit bemüht sich diese Tochtergesellschaft des S04 um die Vermarktung eines Stadions in Essen… Das macht die nicht um die Essener Fans zu ärgern sondern Kapazitäten auszuschöpfen und GELD zu verdienen.

    Den Fans in Essen ist das ein unerträglicher Gedanke! Wie alles was mit königsblau zutun hat.

    Zu den Veranstaltungen…. So oder so…
    Ich denke das jede Veranstaltung seine Besucher hat…

    Wenn ich lesen muss man müsste mal für ein leeres Stadion sorgen…. ALTER! Was los? Lasst mal die Kirche im Dorf…

  45. Ney sagt:

    Von den Diskutanten hier singt doch sowieso keiner mit, weder hier noch da, oder?

  46. BlueNote sagt:

    Deine Argumentation ist nicht schlüssig, Carsten. Die vom Verein ignoranterweise zeitgleich angesetzte Veranstaltung wird dem Singen in der Glückauf-Kampfbahn potenzielle Zuschauer und vor allem Aufmerksamkeit wegnehmen und damit viele Spendengelder. Hier wurde völlig unnötigerweise im direkten Fanumfeld eine Konkurrenzsituation geschaffen, die eine dem wohltätigen Zwecke gewidmete und somit honorige Veranstaltung aus rein kommerziellen Zwecken torpediert. Die Konkurrenz belebt hier ausschließlich die Umsatzzahlen der Schalke 04 Arena Management GmbH. Diese Veranstaltung wird dank der umfangreichen Möglichkeiten des Vereins mit allen möglichen Marketinginstrumenten überregional beworben, mit dem Ergebnis, dass in der Kampfbahn weniger Menschen singen werden, als ohne Konkurrenz. Ganz so trivial ist das nämlich nicht mit dem „jeder kann doch selbst entscheiden…“.

    Die Idee der leeren Stadien zielt auch nicht als Protest auf dieses Adventsingen ab, sondern vielmehr auf die immer brutalere Durchkommerzialisierung im Fußball im Allgemeinen, die längst Ausmaße angenommen hat, die vielen Fans zum Halse raushängt. Ein Zeichen des Protestes, z.B. ein Aktionstag in allen Stadien, ist meines Erachtens überfällig und auch vorstellbar, weil die Anzahl der frustrierten Fans, zumindestens für mich gefühlt, so langsam eine kritische Masse erreicht hat oder bald erreichen wird.

  47. libuda63 sagt:

    Der Fan wird solange geduldet,wie er brav sein Geld dorthin bringt. Ansonsten interessiert sich der S04(und die meisten anderen Bundesliga Vereine)einen Dreck für die Interessen der Fans. Das. Ist einer der Gründe weshalb ich nach 20 Jahren Dauerkarte nicht mehr hingehe. Zudem habe ich keine Lust mehr auf das niveaulose Gepöhle
    , das mir meist serviert wurde. Wirtschaftlich braucht man vielleicht die Fans nicht, aber wenn morgen keiner mehr die Bude betritt, ist der Verein für Sponsoren uninteressant.

  48. crisscross04 sagt:

    So!
    Die vierte Kerze ist nun auch abgebrannt und mich würde so kurz vorm alljährlichen Besinnlichkeitsfest nun „brennend“ interessieren, ob das traditionelle Adventssingen aufgrund der Gegenveranstaltung ein finanzielles Desaster war oder ob der blauweiße Baum doch ein wenig vorschnell gebrannt hat?
    Vielleicht kann mir jemand hier eine Antwort geben, der an der diesjährigen Veranstaltung teilgenommen hat und gleichzeitig einen Vergleich zu den Vorjahren hat?! Danke im Voraus!
    Glück auf & Frohes Fest!

  49. Roman sagt:

    @crisscross04: Ich wollte gestern eigentlich in die GAK, hab es aber zeitlich echt nicht hinbekommen.

    Ich las aber, dass die GAK mit 600 Teilnehmern voll war, mehr durften nicht rein.

    In der Arena waren wohl 20.000 Zuschauer, davon – so heißt es jedenfalls inoffiziell – waren allerdings 14.000 Freikarten. Und auch der Eintritt wurde ja zwischenzeitlich von 14 auf 7 Euro reduziert.

    Ich kann mir unter diesen Rahmenbedingungen kaum vorstellen, dass sich diese Veranstaltung gerechnet hat.

  50. crisscross04 sagt:

    OK, also war das Adventssingen in der GAK ein voller Erfolg. Es kamen mehr Besucher als in den letzten Jahren und es war sogar ausverkauft.

    Mehr muss man wohl dann auch nicht mehr zu diesem Blogbeitrag schreiben…

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