Manager Asa

Wenn Gerald Asamoah von dem Manager spricht, meint er damit Rudi Assauer. Eben den Mann der ob der längsten Zeit, als Gerald Asamoah noch über den Rasen wetzte, der Kopf und das Gesicht des FC Schalke 04 war, der Entscheider. Der heutige Entscheider des Clubs, Christian Heidel, hat entschieden, dass Schalke neben ihm einen weiteren Manager bräuchte, einen für die zweite Mannschaft; und dass Gerald Asamoah das nun ist.

Wenn Posten neu geschaffen werden kommt stets die Frage nach dem Wieso auf, häufig mit dem Einwand, dass es zuvor doch auch ohne lief. Doch einmal waren Christian Heidels Erläuterungen schnell einleuchtend. Er würde Schalkes zweite Mannschaft, die auch U23 genannt wird, gerne U21 nennen. Auch wenn Ausnahmetalente gleich von der U19 in die Bundesliga wechseln könnten, stelle diese Mannschaft die letzte Ausbildungsstufe vor dem Profikader des Clubs dar. Deshalb müsse diese Mannschaft aus dem Schattendasein raus, sie müsse professionell geführt werden und es sei für junge Spieler wichtig zu wissen, dass dort zu spielen keine Strafe darstelle.

Mit diesen Erläuterungen beschrieb Christian Heidel den Istzustand exakt so, wie ich ihn selbst schon lange fühle. Ich gehe gerne ab und an zu Spielen der Schalker U19. Norbert Elgerts Team ist in jeder Saison konkurrenzfähig. Der Fußball macht Spaß und man ahnt, dass man dabei den einen oder anderen zukünftigen Bundesligaspieler sieht. Die in der vierten Liga meist gegen den Abstieg kämpfende zweite Mannschaft hat mich dagegen noch nie so recht reizen können. Sie wirkte tatsächlich wie ein Auffangbecken für Spieler, die den Sprung in die Bundesliga nicht geschafft haben, die allenfalls noch auf einen Wechsel zu einem Proficlub der unteren Ligen hoffen können.

Es erscheint sinnvoll, dieses Team in sportlich anspruchsvollere Fahrwasser zu bringen, um damit junge Spieler besser auf den Sprung von Junioren zu Männer vorzubereiten. Es fühlt sich gut an, dass mit dieser Aufgabe ein Ur-Schalker betraut wird, dem es leicht fällt, sich mit dieser Aufgabe zu identifizieren. Wie gut das alles funktioniert, wohin das führt …

Ma’kucken.



Foto: Frank Schwichtenberg



12 Kommentare zu “Manager Asa”

  1. Roman sagt:

    Klingt alles erstmal prima. Asa wird ein wenig sein Image als – überspitzt gesagt – „Pausenclown“ ablegen müssen. Die abgeschlossene Trainerlizenz und das absolvierte Sportmanagementstudium werden ihm dabei helfen.

  2. Taisumi sagt:

    Zunächst fragte ich mich tatsächlich, wieso das denn, schließlich haben wir ja Oliver Ruhnert. Der die Aufgabe in den letzten Jahren erledigte. Die offizielle Position von Ruhnert nennt sich aber Leiter der Knappenschmiede. Heißt bei ihm laufen alle Fäden von den Minikickern bis zur U23 zusammen. Daher finde ich es sinnvoll eine gesonderte Position für die Zwote zu besetzen.

    Mal schauen in welchen Bereichen Asa etwas bewegen kann. Scouting, Kaderplanung,….

    Um mehr Zuschauer zu locken, muss endlich das neue Parkstadion (so soll die Schüssel bitteschön heißen) fertig werden. Das dauert mir alles viel zu lange. Die Zeit, die dafür getz schon verplempert wurde, meine Güte.

  3. Vjeko sagt:

    Habe Asa bisher, zumindest im Mainstream, nicht als „Fußball-Manager“ wahrgenommen. Glaube er hat mit seinen Aktivitäten fernab des Platzes, siehe Aus-/Weiterbildung, durchaus bewiesen, dass er motiviert ist solch eine Aufgabe wahrzunehmen. Viel zu verlieren gibt es meines Erachtens nicht, weder für Heidel/Schalke noch für Asa selbst…

  4. Thomas sagt:

    Grundsätzlich finde ich die Entscheidung, die U23 auszuwerten auch richtig. Ob Asa der richtige dafür ist und ob er die notwendigen Managementqualitäten besitzt, wird sich zeigen. In jedem Fall wird er in die Rolle reinwachsen müssen. Ich drücke ihm die Daumen. Glück auf.

  5. Carlito sagt:

    Kann man Asa ehrlich gesagt schwierig als „ernsthaften“ Manager vorstellen. Aber bzgl der Identifikation mit dem Verein und die Bedeutung dessen und des Vereins gegenüber jüngeren Spielern zu vermitteln, kann ich mir aktuell kaum einen besseren vorstellen.

    Und das mit dem managen, dass kann man lernen und da kann man rein wachsen. Ich bin auf alle Fälle gespannt!

  6. leoluca sagt:

    Gut kommentiert. Ich gehöre ebenfalls zu denen, die sich die U19 immer mal wieder gerne anschauen, aber sich für die bisherige U23 kaum interessieren.

    Dass die Wahl auf Gerald Asamoah gefallen ist, leuchtet ein. Er ist für die Jungen eine Lichtgestalt: als guter Fußballer und leidenschaftlicher Schalker, der seine sportliche und soziale Intelligenz schon oft bewiesen hat.

    Ich bin stolz auf unseren Club, dass eines seiner sympathischsten Gesichter afrikanische Wurzeln hat und für den Traum von einer multi-kulturellen Gesellschaft steht. In diesen bösen Zeiten.

  7. Nordlicht sagt:

    @ leoluca: Sehr schön geschrieben!!

    Schade das der Verein es bei einem Marcelo Bordon nicht geschafft hat und dieser jetzt ( lt. Blöd ) nun für RB das Südamerika-Scouting übernimmt.

  8. RJonathan sagt:

    Ja, danke leoluca. Ich war ein wenig verwundert wie viele Asa als reine Spaßkanone wahrnehmen. Ich habe ihn auch als einen Menschen mit hoher sozialer Intelligenz und hervorragendem moralischen Kompass in Erinnerung. Das ist für die jungen Fußballer sicher Gold wert.

    Ob er darüber hinaus managen kann? Das wird sich wohl zeigen, aber mit Heidel hat er definitiv einen guten Lehrer. Und wer weiß – vielleicht bilder wir in der Jungen nun nicht nur zukünftige Spieler und zukünftige Trainer (wie Heidel anfang der Saison hervorhob) aus, sondern auch zukünftige Manager.

  9. Christoph sagt:

    Der Kader der U23 ist durchschnittlich 21,2 Jahre alt, Median von 20. Ich glaube kaum, dass sich der noch groß verjüngen lässt, insbesondere wenn man mittelfristig aufsteigen will. Hab diese Saison auch nur ein Spiel gesehen, da waren die Jungs aber technisch schon sehr stark, auch Phil auf IV.

  10. Ney sagt:

    Gerald Asamoah managed doch seine Stiftung? Ist zwar was anderes als eine Mannschaft, aber es zeigt, dass die fröhliche Seite eben eine Facette von mehreren ist.

    @Nordlicht
    Das ist aber ärgerlich. Vielleicht können wir Bordon der Franchise ja einmal abwerben.

  11. Nordlicht sagt:

    @ Ney, ich meine sogar mal gelesen zu haben, daß Bordon sich uns mal „angeboten “ hat und erwähnte das er gerne was für Schalke machen würde. C’est la vie.
    Jetzt freu ich mich das Asa die Chance bekommt. Man wächst mit seinen Aufgaben und irgendwie muss man mal anfangen. Deshalb finde ich die Einstellung von Heidel gut.
    Richtig interessant wird die U23 trotzdem wohl erst mit dem Amateurstadion…befürchte ich

  12. Ney sagt:

    Das mit Bordon und der Getränkefirma scheint auf dem zu beruhen, dass Rangnick sein früherer Förderer war. http://www.naumburger-tageblat.....g-23279366

Schreibe einen Kommentar