Artikel im Dezember 2016

Ein ganzes halbes Jahr

… Schalke, in je einem langen Satz pro Spiel

Das Jahr ist zu Ende, die laufende Saison hat zwar noch nicht ihre Mitte erreicht, wird nun aber von der Winterpause unterbrochen. Die natürliche Zeit der Resümees.

Um dabei die letzten, nahen Eindrücke nicht überproportional zu bewerten kann es hilfreich sein, sich nochmal die einzelnen Stationen dieser Saison bewusst zu machen. Zum Glück sind meine Bewertungen, Eure Kommentare, unsere Gefühle zu den einzelnen Spielen in diesem Blog jeweils nur einen Klick entfernt.


  • 20.08.2016: Beim Pokalspiel der ersten Runde in Freiburg, gegen Villingen, wurde Schalke seiner Favoritenrolle gerecht und gewann in einem recht langweiligen Spiel glanzlos mit 4:1.
  • 27.08.2016: Der Saisonauftakt missriet beim 0:1 in Frankfurt gewaltig, als Schalke nach fürchterlicher Startphase nie richtig in die Spur fand.
  • 09.09.2016: Beim Heimauftakt gegen Bayern München bot S04 ein tolles Spiel, lieferte eine starke Leistung, verlor letztlich aber doch, weil Bayern nachlegen konnte als Schalke mit den Kräften am Ende war.
  • 15.09.2016: Beim Europa League Auftakt in Nizza wartete Schalke mit ganz starkem Pressing auf und siegte sehr verdient, eigentlich zu knapp, mit 1:0.
  • 18.09.2016: Bei der 0:2 Niederlage in Berlin brachte Schalke sein Offensivspiel so wenig auf den Platz wie im ersten Spiel in Frankfurt und machte defensiv zwei Fehler zuviel.
  • 21.09.2016: Bei der 1:3 Heimniederlage gegen Köln offenbarte Schalke schlimme Abstimmungsprobleme in der Defensive und verlor verdient gegen klar bessere Kölner.
  • 25.09.2016: Beim 1:2 in Hoffenheim konnte Schalke wieder kaum Chancen erspielen, machte Schalke wieder defensiv zu leichte Fehler, und rief Christian Heidel nach Abpfiff den Abstiegskampf aus.
  • 29.09.2016: In der Europa League bot Schalke beim 3:1 gegen Salzburg eine souveräne Leistung.
  • 02.10.2016: Beim Heimspiel gegen Gladbach gab es für das Stadion nach einer grandiosen zweiten Halbzeit ein 4:0 und endlich den ersten Ligasieg zu feiern.
  • 15.10.2016: Beim 1:1 in Augsburg traf Schalke auf einen sehr defensiven Gegner, tat sich damit wieder sehr schwer und verdiente sich letztlich auch nicht mehr als dieses Remis.
  • 20.10.2016: Beim 1:0 Sieg in Kradnodar war Schalke zunächst die klar bessere Mannschaft, brauchte am Ende aber doch noch ein bisschen Glück, um die knappe Führung über die Zeit zu bringen.
  • 23.10.2016: Beim Heimspiel gegen Mainz installierte Trainer Markus Weinzierl die 3er-Kette, schuf damit neue Mittelfeldpositionen für die laufstarken Kolasinac und Schöpf und half seiner Mannschaft damit zu einem verdienten 3:0 Sieg.
  • 26.10.2016: Nach einem verdienten 3:2 Sieg beim Club in Nürnberg, dem am Ende ein wenig die Souveränität fehlte, zog Schalke ins Pokal-Achtelfinale ein.
  • 29.10.2016: Beim Derby in Dortmund waren die Blauen in der ersten und die Gelben in der zweiten Halbzeit besser, was zu einem letztlich gerechten 0:0 führte.
  • 03.11.2016: Das Heimspiel gegen Krasnodar gewann Schalke 2:0, weil zwar der Gegner zunächst die aktivere Mannschaft war, aber Schalke eben die Tore erzielte.
  • 06.11.2016: Der am Ende verdiente 3:1 Sieg, nach einem lange offenen Heimspiel gegen Bremen, war das 9. Pflichtspiel ohne Niederlage in Serie.
  • 19.11.2016: In Wolfsburg konnte Schalke den ersten Auswärtssieg verbuchen, nachdem man sich über 90 Minuten immer mehr steigerte und das lange insgesamt schwache Spiel doch noch verdient gewann.
  • 24.11.2016: Da Schalke bereits für die Europa League-Zwischenrunde qualifiziert war, wurde der 2:0 Heimsieg gegen Nizza vor allen zu einem Schaulaufen für vier Rookies, von dem sich Thilo Kehrer sehr gut und Bernard Tekpetey weniger gut anstellte.
  • 27.11.2016: Beim Heimspiel gegen Darmstadt 98 gerieten die Blauen früh in Rückstand, drehten die Begegnung aber zu einem 3:1 Sieg und rückten auf Tabellenplatz 8 vor, die bislang beste Platzierung.
  • 03.12.2016: Beim Tabellenführer in Leipzig wurde Schalke zunächst von Timo Werner betrogen, kam zurück, hatte bei einem Eigentor Pech und musste letztlich gegen einen starken Gegner eine 1:2 Niederlage hinnehmen.
  • 08.12.2016: Am 6. Europa League-Spieltag verlor Schalke 0:2 in Salzburg, als es für beide Clubs um nichts mehr ging und Trainer Weinzierl die halbe Stammelf schonte.
  • 11.12.2016: Gegen Leverkusen waren die Blauen, trotz Unterzahl ab der vierten Minuten, die bessere Mannschaft und verloren doch am Ende sehr unglücklich mit 0:1.
  • 17.12.2016: Beim letzten Heimspiel des Jahres zeigte Schalke gegen Freiburg eine ganz schwache Leistung, konnte gegen den defensive Gegner kein adäquates Offensivspiel etablieren und kam in der Folge nicht über ein 1:1 hinaus.
  • 20.12.2016: In einem ganz schwachen Fußballspiel war Schalke in Hamburg noch etwas schlechter als der HSV und verlor das letzte Spiel des Jahres 2016 verdient mit 1:2.



Die Punkteausbeute in der Liga war übel, so schwach wie seit der Saison 1998/1999 nicht mehr. In seiner Europa League-Gruppe war Schalke die beste Mannschaft und setzte sich souverän durch. Im DFB-Pokal erfüllte man die Erwartungen, indem man sich gegen einen Amateurclub und den Club aus Nürnberg als Zweitligisten behauptete.

In den 24 Pflichtspielen dieser Saison habe ich Schalke in sechs Spielen ganz schwach gesehen – in den vier Partien gegen Frankfurt, Berlin, Köln und Hoffenheim zu Saisonbeginn, und zuletzt gegen Freiburg und Hamburg. Die Spiele gegen Bayern München, Leipzig und Leverkusen wurden verloren, obwohl Schalke dabei gute Leistungen ablieferte.

Das Spiel gegen Bayern München zähle ich zu meinen persönlichen Highlights dieser Halbserie, trotz des falschen Ergebnisses. Die Stimmung und das Zusammengehörigkeitsgefühl im Stadion waren grandios. Andere Highlights waren das 4:0 gegen Gladbach, mit „dem Tor“ von Breel Embolo, und der sehr verdiente Sieg gegen Mainz 05, bei dem Trainer Markus Weinzierl erstmals die 3er-Kette formierte, was die Spielweise dieser Mannschaft nachhaltig prägte. Ich persönlich fand auch das Derby gut, ein Spiel, das neutrale Zuschauer als schlecht erachtet haben, das aber für mich in jeder Sekunde spannend war und bei dem sich Schalke einen Punkt verdiente.

Zusammengefasst hatte Schalke einen fürchterlichen Start, fand sich und spielte einen guten Mittelteil seines Hinrundenprogramms, hatte dann gegen Leipzig und Leverkusen sehr viel Pech und brach gegen Freiburg und Hamburg wieder ein, was zumindest zu einem gewissen Teil mit den vielen Ausfällen von Stürmern und Innenverteidigern erklärt werden kann.

Jegliche Vorhersagen für die zweite Saisonhälfte halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für unseriös. Schließlich ist nicht mal klar, wie der Kader dabei aussehen wird, welche Spieler wann wieder zur Verfügung stehen, oder ob Schalke noch auf dem Transfermarkt aktiv wird. Ma’abwarten. Dass jetzt Pause ist, ist gut. Trotzdem freue ich mich schon jetzt auf das 17. Spiel und die Rückrunde.



 
Frohe Weihnachten & einen guten Rutsch nach 2017

Mit diesem Beitrag, der noch mal einen weiten Bogen spannt, möchte ich das Jahr 2016 des königsblog abschließen. Wie immer wird es hier zwischen den Jahren keine neuen Beiträge geben.

Im Januar werde ich beim U19 Hallenturnier in Sindelfingen dabei sein, wie schon in den beiden letzten Jahren. Sport1 wird das Turnier live übertragen, ich werde es über meine social media-Kanäle bei Instagram, Twitter und Facebook begleiten. Am 9. Januar wird es hier im Blog den nächsten Beitrag geben.

Bis dahin wünsche ich allen Teilnehmern des königsblogs, egal ob stille Leser, Viel- oder Ab und zu-Kommentatoren, ein gesegnetes Weihnachtsfest, einen angenehmen Silvestertag und alles Gute fürs kommende Jahr!

Danke fürs Mitmachen, erst durch Euch wird diese Seite zu dem was sie ist.
Auf dass das alles auch in 2017 so bleiben möge: Glückauf ⚒


Achte Niederlage beim Gruselkick in Hamburg

Schalke verliert sogar in Hamburg und schickt seine Fans mit der nächsten Enttäuschung in die Winterpause. In einer Partie auf niedrigstem Bundesliganiveau war Schalke noch ein bisschen schlechter als der HSV und verlor das Spiel verdient mit 2:1.

Welch ein Gerutsche. Welch ein Gestochere. Welch ein Gepöhle. Es war ein Spiel wie auf Schnee, nur ohne Schnee. Die Passquoten beider Teams waren katastrophal, Spielzüge gab es nicht im Ansatz. Der Ball flipperte über den Platz und beide Teams versuchten, ihn wie auch immer in die richtige Richtung zu bugsieren.

Bei der Verkündung der Startaufstellung war ich froh, dass Geis im Mittelfeld aufgestellt wurde. Gegen Freiburg spielte er in der Innenverteidigung und fehlte als Absicherung hinter Bentaleb und Goretzka. In meiner Theorie sollte er als absichernder 6er dem Duo Bentaleb/Goretzka mehr offensive Spielgestaltung ermöglichen. Allein es funktionierte nicht.

Niemals in diesen 90 Minuten gelang es Schalke, wirklich ein Spiel aufzuziehen. Immer war alles Stückwerk, und immer wieder führten Stockfehler zu Ballverlusten. Spannend war es nur, weil Hamburg auch nicht wirklich besser war. Letztlich machte aber Schalke mehr Fehler in der Rückwärtsbewegung, die dann vom HSV genutzt wurden.

Dies war die achte Niederlage der laufenden Saison. Schalke 04 hat tatsächlich die Hälfte seiner bisherigen Bundesligaspiele verloren. Nach 16 Spieltagen hat man lediglich 18 Punkte auf dem Konto. Man muss schon weit zurückblicken, um das zu unterbieten. Im Dezember 1998 standen für das Team der Blauen unter Huub Stevens lediglich 17 Punkte zu Buche. Fürchterlich schlecht. Und trotzdem hege ich kein Zweifel an Trainer Markus Weinzierl.

Nach dem missratenen Saisonstart haben wir eine Weile ziemlich guten Fußball sehen können. Es war zu erkennen, wie sich dieses Team entwickelt, wie es sich mehr und mehr aneinander gewöhnte und an Sicherheit gewann. Die Begegnung in Leipzig wurde ob des Tabellenplatzes Leipzigs und ob der Serie Schalkes als Spitzenspiel deklariert, was niemand wirklich als falsch empfand – das ist gerade 18 Tage her.

Dass Schalke nun mit zwei schwachen Leistungen in die Winterpausen schlitterte ist bitter. Andererseits gibt es wohl nicht viele Clubs in der Liga, welche den Ausfall von allen etablierten Stürmern und zwei Stamm-Innenverteidigern mit zwei Siegen hätten beantworten können. Die Pause kommt gerade recht. Im Januar gibt es den Neustart und der Marathon „Bundesligasaison“ ist noch nicht mal zur Hälfte gelaufen.

Ach ja: Als Schalke damals, 1998, mit Huub Stevens, nur auf 17 Punkte in 16 Spielen kam, spielte die Blauen zwei Jahre später ihre beste Bundesligasaison seit 1972, mit eben dem gleichen Trainer.

Schalke schenkt die Auszeit

Heute Abend spielt Schalke in Hamburg. Manch einer mag das Team begleiten und fährt in diese tolle Stadt. Ich werde mich gemeinsam mit meinem Sohn vor den Bildschirm setzten. Spätestens eine halbe Stunde vor Anpfiff werden wir ein paar Chips parat haben und die Aufstellung diskutieren.

An Abenden wie dem gestrigen aktualisiere ich meine Twitter-Timeline so häufig wie sonst nie. Zwischen viel Unnützem liefert Twitter Nachrichten schneller und individueller als andere Medien. Getrieben vom menschlichen Drang, wissen zu wollen was passiert ist, gibt man sich selbst, gab ich mir jedenfalls, den Unglück-Overflow. Und auch heute begleiten uns die Nachrichten aus Berlin durch den Tag.

Doch welch schlechte Gedanken die Mitfahrenden vielleicht begleiten, wenn sie durch diese zweite deutsche Weltstadt schlendern, und welch schlechte Gedanke ich bei laufendem Radio im Büro heute noch haben möge: Das Spiel der Blauen heute Abend liefert uns ein Stück liebgewonnene Routine, in die wir uns zurückziehen können. Terrain, auf dem wir uns auskennen, nichts falsch machen können. Eine Auszeit vom Alltag, die immer dann besonders schön ist, wenn sich der Alltag übel darstellt.

Schwache Schalker lassen auch gegen Freiburg Punkte liegen

Schalke 04 kommt gegen des SC Freiburg nicht über ein 1:1 hinaus. Beim letzten Heimspiel des Jahres boten die Blauen eine ganz schwache Vorstellung. In dieser Verfassung droht auch in Hamburg eine Niederlage.

Die von Schiedsrichter Manuel Gräfe gewährten 5 Minuten Nachspielzeit erschienen mir als überraschend viel. Doch noch etwas Zeit, vielleicht doch noch eine Chance – das schienen auch die Blauen zu denken und holten die Brechstange raus. Jetzt gab es doch noch Druck, noch drei Eckbälle, nun flog der Ball von links nach rechts und zurück durch den Freiburger Strafraum. Als es dann nicht reichte, als Gräfe die Partie abpfiff, hatte sicher nicht nur ich den „Hätten sie mal eher damit angefangen“-Gedanken.

Ja, es ist die Fansicht der Dinge. Natürlich darf man den SC Freiburg nicht unterschätzen. Natürlich sind die Argumente nicht von der Hand zu weisen, die nun angeführt werden um dieses Spiel zu erklären: Zwei fehlende Innenverteidiger, die verletzten Stürmer, mit Fabian Reese und Thilo Kehrer zwei unerfahrene Spieler auf dem Platz. Und trotzdem war es schon bitter, wie wenig Fußball Schalke in diesem Spiel auf den Platz bekommen hat.

Die echten Torchancen konnte man an einer Hand abzählen. Für die Schüsse, die Schalke wirklich auf des Gegners Tor brachte, reichten zwei(!) Finger. Mich wunderte, dass Evgen Konoplyanka so tief agierte. Ich hätte ihn im Sturm erwartet, wie in den Europa League-Heimspielen gegen Krasnodar und Nizza. Gemeinsam mit Max Meyer gelang es ihm nicht, vor der Abwehr ein geeignetes Kombinationsspiel aufzuziehen. Dafür fehlte er vor dem Tor als Anspielstation, wo der junge Fabian Reese alleine gegen eine Vielfachdeckung nicht ankam. Für mich wirkte gerade Konoplyanka in diesem Spiel mit seiner Position überfordert.

Auf den Außenbahnen, konnten Sead Kolasinac und Alessandro Schöpf in diesem Spiel keine Akzente setzen, die während der „Soundso-oft-nicht-verloren“-Serie so offensivstark waren und dieses Team immer wieder antrieben. Im Mittelfeld strahlte Nabil Bentaleb längst nicht die Torgefahr aus, die ihn während der besagten Serie so auszeichnete. Thilo Kehrer machte fast ein ganz tolles Spiel, war aber eben doch für das Gegentor verantwortlich. Selbst Ralf Fährmann segelte zwischendurch an einer Freiburger Flanke vorbei. Wohin man auch schaute, so richtig funktioniert hat auf Schalker Seite eigentlich überhaupt nichts.

Dies einfach abzuhaken und mit den Ausfällen von vielen Stürmern zu erklären, von denen in der Regel eh immer nur einer auf dem Platz stand, bedeutet Resignation. Dann kann man sich die Tour nach Hamburg sparen. Trainer Markus Weinzierl muss sich was einfallen lassen. Sogar gegen den HSV muss man sich einen Sieg verdienen, dafür muss bei Schalke nicht nur vieles, sondern alles besser laufen als es gegen Freiburg der Fall war.

Mike Büskens im Blauen Salon

 
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Foto: Elmar Redemann

Schalke nochmal gegen PAOK

Gestern wurden in Nyon die Partien der Europa League Zwischenrunde ausgelost. Schalke 04 wird gegen PAOK Saloniki antreten. Meines Erachtens ein furchtbares Los.

Was vor drei Jahren in Gelsenkirchen gegen POAK Saloniki im Stadion geschah, und wie diese Ereignisse (nicht) aufgearbeitet wurden, wird zu Recht bis heute als schreiende Ungerechtigkeit empfunden. Das alles kocht nun wieder hoch. In der Vorberichterstattung zu den Spielen im Februar werden die Rückblicke auf diese Ereignisse das Sportliche überlagern. Als „Jetzt erst recht“-Aktion werden viele Schalker Fahnen mit der Mazedonischen Sonne ins Stadion mitbringen, das Symbol, um das sich damals der Streit entfachte. Im Gästeblock werden sich gewaltbereite Griechen davon provoziert fühlen. Ein großes Aufgebot an Polizei wird Präsenz zeigen und aus der Erfahrung mit ihrem damaligen Verhalten als feindlich beäugt werden.

Alles Mist, der mit Fußball nichts zu tun hat. Alles Dinge, die mir die Lust auf diese Spiele und den Stadionbesuch verderben.

Niederlage nach „Unlucky Punch“

Schalke verliert 0:1 gegen Leverkusen. Wie schon gegen Leipzig hieß es erneut: Schock am Anfang, keine Punkte und Diskussionen nach Abpfiff. Eine frustrierende Niederlage, war Schalke doch über fast die gesamte Spielzeit die eindeutig bessere und gefährlichere Mannschaft. Allein: Man war nicht in der Lage eine der zahlreichen guten Konterchancen in ein Tor umzumünzen.

Trotz Unterzahl ab der vierten Minute hatte Schalke das Spiel bis in die Schlussphase durchgängig fest im Griff. Dank einer erstaunlich sicheren Defensiv-Ordnung rund um die provisorische Innenverteidigung mit Thilo Kehrer, Johannes Geis und Sead Kolasinac – und dank pfeilschnellem und trickreichem Umschaltspiel von der gesamten Offensive. Immer wieder gelangen erstaunliche Kabinettstückchen und dynamische Tempoläufe. Ein großer Spaß für den Zuschauer. Jedoch war bei den meisten Kontern spätestens an der Strafraumkante Schluss. Der berühmte letzte Pass wollte mal wieder nicht gelingen.

In dieser Konstellation war es klar, dass das Spiel am Ende zum Kraftakt werden würde. Schalke investierte mehr als der Gegner und dementsprechend schlichen sich gegen Ende der Partie zunehmend Ungenauigkeiten und Nachlässigkeiten ein. Folgerichtig kassierte man dann trotz aller Überlegenheit eben doch noch den „Unlucky Punch“.

Nach dem Spiel regte sich Christian Heidel bei Sky über den Pfiff auf, der zum Freistoß und in der Folge zum Gegentor führte. Ob zu Recht oder nicht, darüber gibt es sicherlich unterschiedliche Meinungen. Aber anstatt schon wieder mit dem Schiedsrichter zu hadern, sollte man sich vielleicht mit einem anderen Thema auseinandersetzen: Wie schon gegen Leipzig verlor man das Spiel nicht durch eine Fehlentscheidung sondern durch einen indirekten Freistoß.