Schalke schenkt die Auszeit

Heute Abend spielt Schalke in Hamburg. Manch einer mag das Team begleiten und fährt in diese tolle Stadt. Ich werde mich gemeinsam mit meinem Sohn vor den Bildschirm setzten. Spätestens eine halbe Stunde vor Anpfiff werden wir ein paar Chips parat haben und die Aufstellung diskutieren.

An Abenden wie dem gestrigen aktualisiere ich meine Twitter-Timeline so häufig wie sonst nie. Zwischen viel Unnützem liefert Twitter Nachrichten schneller und individueller als andere Medien. Getrieben vom menschlichen Drang, wissen zu wollen was passiert ist, gibt man sich selbst, gab ich mir jedenfalls, den Unglück-Overflow. Und auch heute begleiten uns die Nachrichten aus Berlin durch den Tag.

Doch welch schlechte Gedanken die Mitfahrenden vielleicht begleiten, wenn sie durch diese zweite deutsche Weltstadt schlendern, und welch schlechte Gedanke ich bei laufendem Radio im Büro heute noch haben möge: Das Spiel der Blauen heute Abend liefert uns ein Stück liebgewonnene Routine, in die wir uns zurückziehen können. Terrain, auf dem wir uns auskennen, nichts falsch machen können. Eine Auszeit vom Alltag, die immer dann besonders schön ist, wenn sich der Alltag übel darstellt.



4 Kommentare zu “Schalke schenkt die Auszeit”

  1. Marcel04 sagt:

    Wegen Kommentaren wie diesen lese ich deinen Blog. Vielen Dank!

  2. Schüpman58inGE sagt:

    Kurz – treffend – einmalig! Es gibt nichts hinzuzufügen! Glück auf!

  3. Detlef sagt:

    Danke für diesen Text. Ablenkungen brauchen wir und selbst, wenn es nur 90 Minuten sind.

  4. leoluca sagt:

    So ist es recht: Alle Liga-Spiele heute und morgen finden statt – auch das morgen in Berlin.

    „Neben der Trauer und der Anteilnahme wollen wir dokumentieren, dass wir nicht gewillt sind, vor den terroristischen Angriffen in die Knie zu gehen“, sagte Herthas Manager Michael Preetz, der anfügte. „Wir sind alle betroffen. Das passiert vor unserer Haustür, in unserer Stadt“. Der Klub werde auf die schreckliche Tragödie reagieren: „Es wird morgen im Stadion sichtbar sein, dass Hertha BSC Anteil nimmt.“

    Coach Pál Dárdai:“Ganz Berlin soll stark bleiben und zusammenhalten – wie immer. Es ist nicht so einfach. Aber Fußballer sind Fußballer. Und wenn der Ball rollt, kann man die Sachen vergessen.“

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