Artikel im Dezember 2016

Schalke verliert auch in Salzburg

Nach der Niederlage in Leipzig verliert Schalke 04 in Salzburg auch gegen die andere Fußballfiliale eines österreichischen Getränkeherstellers. Ein Spiel, das von den beiden Teams überraschend engagiert geführt wurde, wenn man bedenkt, dass es für beide Clubs um nichts mehr ging.

Schalke war das Ergebnis nicht egal. Die Mannschaft hängte sich in der zweiten Halbzeit rein, warf alles nach vorne, wollte den Ausgleich. Deshalb war das Spiel nicht langweilig, obwohl die Konstellation zuvor Langeweile vermuten ließ. Das war, neben der Einwechslung Atsuto Uchidas fürs Gefühl, das Positive an diesem Abend.

Guten Fußball spielte Schalke gestern nicht. Das Anrennen in der zweiten Hälfte war recht wild. Die Qualität der Chancen war nicht allzu hoch, viele Abschlüsse hatte man aus der Distanz, was nun mal vergleichsweise selten zum Erfolg führt.
In der ersten Hälfte agierte Schalke viel zu lässig, zeitweise fast arrogant. Zwischendurch schien es, als sei man vom Pressing Salzburgs genervt. Immer wieder wurde man unter Druck gesetzt und war wiederholt nicht in der Lage, sich dem zu entziehen.

Salzburg hat sich diesen Sieg verdient. Über 90 Minuten haben sie mehr dafür getan als Schalke. Aus Schalker Sicht gilt es, in der Bewertung die Balance zu finden. Zwar war das Ergebnis unwichtig und Trainer Weinzierl setzte eine „B-Elf“ ein. Andererseits standen mit Reese, Kehrer und Avdijaj nur drei unerfahrene Spieler für die Blauen auf dem Platz, alle anderen waren gestandene Profis, Spieler mit dem Anspruch, in Schalkes Stammformation auflaufen zu können.

Zwei Niederlagen in Folge, drei Spiele hintereinander, in denen Schalke in Rückstand geriet. Gegen Leverkusen muss Schalke wieder die Kurve in die richtige Richtung finden.

Adventstreffen mit Mike Büskens

Die Einladung hatte ich an dieser Stelle bereits veröffentlicht. Jetzt ist auch klar, wer der Stargast ist: Mike „Buyo“ Büskens wird dabei sein, wenn wir am kommenden Freitag um 19:04 Uhr im Anno 1904 in Gelsenkirchen unseren Adventsabend verbringen werden.

Sei dabei!

Ein Programmpunkt wird ein Livepodcast sein, den Herr Pepo und ich mit Mike Büskens aufnehmen werden. Aber mehr noch geht es um das Zusammensein, um das Reden miteinander zwischen denen, die sich sonst nur schreiben. Mittlerweile schreibe ich seit 10 Jahren in diesem Blog und seinem Vorgänger. Schon lange hatte ich den Wunsch, die Leser, Dich mal zu treffen, so ganz in echt. Dass das nun gemeinsam mit den Lesern des Web04, den Hörern unseres Schalke Podcasts und Mike Büskens stattfinden kann, finde ich großartig!

Weil diese nächste Podcastfolge natürlich gleich wieder recht speziell wird, und weil unsere letzte Podcastfolge schon länger als geplant zurückliegt, hatten Pepo und ich die spontane Idee, ‘nen Kurzen zwischenzuschieben.
Pepo zog von Düsseldorf in die Hauptstadt, ich bleibe im Revier. Unser Podcast muss sich deshalb verändern. Wie wir uns das vorstellen ist ein Thema dieser 18. Folge. Das Adventstreffen ist natürlich ein weiteres. Aber ansonsten geht es selbstverständlich um das Spiel der Blauen in Leipzig. Weiß Gott nicht nur um den Betrug Werners, auch um die Emotionen generell und darum, dass einer das Projekt dort aus professioneller Sicht durchaus beachtlich findet. Vor der Entrüstung sollte das Hören stehen.

30 Minuten Blauer Salon mir viel Inhalt. Nächster Stop: Live in GE mit Mike Büskens und hoffentlich auch Dir.



Foto: xtranews

Betuppt, unglücklich & doch verdient verloren

Schalke verliert beim Tabellenführer in Leipzig 2:1. Ein falscher Elfmeter überschattete das Spiel, das über weite Strecken zerfahren und nicht gut war, dessen Ergebnis am Ende aber den Leistungen der Teams entsprach.

Timo Werner hat dem Spiel mindestens eine halbe Stunde und mir den Spaß daran gestohlen. Die ganze Diskussion darum, was er nach dem Pfiff dem Schiedsrichter gesagt hat und was nicht, was Schiedsrichter Dankert ihn gefragt hat und was nicht, ob er bei einer Frage hätte sagen müssen, dass er nicht gefoult worden sei oder ob man das „von einem Profi“ nicht erwarten könne: Diese ganze Diskussion ist mir zuwider und ist meines Erachtens „drüber“. Wer sich ohne gefoult zu werden derart fallen lässt, ist ein Betrüger. Das gilt es zu ächten, vollkommen egal welches Trikot der Spieler trägt, auch wenn sowas einer tut dem die eigenen Sympathien gehören, wie Bernard Tekpetey, dessen peinliche „Schwalbe“ vor anderthalb Wochen zu Recht mit Gelb bestraft wurde und zu einem späteren Platzverweis führte. Dass das von den Protagonisten der Liga nicht getan wird, dass einer wie Ralf Rangnick ohne rot zu werden in eine Kamera sagt, dass es keine „Schwalbe“, keine Absicht des Spielers gewesen sei, zementiert, dass solches von Profiseite weiterhin als „Kavaliersdelikt“ erachtet und praktiziert wird.

Man kann ein Spiel schon als „extrem dumm gelaufen“ kategorisieren, wenn man zunächst dieser Unfairness hinterherlaufen muss, und sich dann, nachdem man deren Auswirkungen egalisiert hat, mit einem Eigentor maximal unglücklich erneut ins Hintertreffen bringt. Trotzdem mag ich diese Niederlage nicht mit den Argumenten „Betrug“ und „Unglück“ abhaken. Für Schalke war mehr drin, in diesem Spiel. Letztlich hatte Schalke nicht seinen besten Tag und Leipzigs Offensive ließ erahnen, weshalb man die Bundesligatabelle anführt.

Leipzigs schnelles Umschalten nach Ballgewinnen war beeindruckend. Das Tempo, die Ballsicherheit, das Schnörkellose – eben so, wie sich jeder Fan Angriffe der eigenen Mannschaft auch wünschen würde. In der ersten Halbzeit konnte Schalke diese Gegenstöße noch einigermaßen gut verteidigen. In der zweiten Hälfte machte man sich das Leben selbst schwer.
Schalke wollte den zweiten Rückstand aufholen. Schalke wollte das Spiel in Leipzigs Hälfte verlagern. Schalke hatte richtig erkannt, dass Leipzigs Abwehr nicht ganz sattelfest anmutete, dass man über Druck auf diese zum Erfolg kommen kann. Das Problem war der Weg ins Angriffsdrittel.

Im Mittelfeld zerstörten beide Teams den Spielfluss des Gegners durch viele kleine Fouls. Sich durch dieses Gezerre zu kombinieren hätte mehr Tempo und Präzision gebraucht. Schalke versuchte es vermehrt mit langen Pässen aus der Abwehr, wollte schnell viel Raum überbrücken und hoffte auf “den zweiten Ball”. Diese langen Pässe landeten allerdings arg häufig direkt und spielbar in des Gegners Füße.

Ob nun Leipzig die Passwege besser zustellte als andere Gegner oder ob Matija Nastasic und Naldo zu oft hohe Risiken eingingen, vermag ich nicht zu beurteilen. Fakt ist, dass Schalke aus der Abwehr heraus viele Fehlpässe produzierte. Fehler, die Leipzig immer wieder sein schnelles Umschalten ermöglichte und Schalkes Defensive entblößt dastehen ließ. Diese ständige Gefahr sorgte meiner Meinung auch dafür, dass Schalke dann, wenn der Ball mal vorne war, nicht konsequent genug nachrückte. Als Ergebnis dessen kam Schalke in der zweiten Hälfte nie zu einem ordentlichen Offensivspiel. Einige wenige Chancen entstanden eher zufällig oder aus Standardsituationen, während Leipzigs Offensive stets gefährlich blieb.

Eine Niederlage, mit der Schalke leben kann. Weil eben jede Serie mal endet, weil Leipzig tatsächlich zurecht Tabellenführer ist, und auch, weil die geschürten Emotionen die eigenen Fans noch ein bisschen mehr hinter das Team brachten – das neue Wir-Gefühl ist durch dieses Spiel nicht verebbt, eher im Gegenteil. Gerade fürs Gefühl muss das nächste Spiel aber unbedingt gewonnen werden. Zu Hause, gegen Leverkusen, das mit 5 Siegen und 6 Niederlagen bei 2 Unentschieden exakt die gleiche durchschnittliche Bilanz aufzuweisen hat wie man selbst.

Zahlenschnickschnack & ein Adventskalendertipp

Nach Schalkes Sieg gegen Wolfsburg wies ich darauf hin, dass die Blauen mit 4 Siegen, 2 Unentschieden und 5 Niederlagen immer noch eine negative Bilanz aufwiesen, noch „unter Pari“ seien, auch wenn die Serie von damals 10 ungeschlagen Pflichtspielen bereits ein gänzlich anders Gefühl vermittelte. Mittlerweile steht Schalke pari (5 Siege, 2 Unentschieden, 5 Niederlagen) und steht ganz nah am Äquator der Tabelle, auf Rang 8, mit 17 von 36 möglichen Punkten. Nur Mainz 05 ist noch ein bisschen mehr Mitte, mit einer Tordifferenz von 0. Schalke hat dort plus 4 vorzuweisen.

Noch mehr Ordnung sieht man, wenn man die Ergebnisse der Blauen den jeweiligen Gegnern in der Tabelle zuordnet, worauf mich Kommentator RJonathan hinwies. Tatsächlich lassen sich Schalkes Ergebnisse eindeutig auf Tabellendrittel aufteilen. Gegen die Clubs des unteren Tabellendrittels (Platz 13 bis 18) hat Schalke alle bisherigen Spiele gewonnen. Gegen die Clubs des oberen Tabellendrittels (Platz 1 bis 6) hat Schalke alle bisherigen Spiele verloren. Gegen die Clubs der Tabellenmitte (Platz 7 bis 12) spielte Schalke bislang dreimal. Ihr Heimspiel gewannen die Blauen, zwei Auswärtsspiele endeten beide Remis.

Das ist natürlich vollkommen unwichtig und egal. Und mir wäre es auch lieber, mein Verein würde mit zur Tabelle krumm angeordneten Ergebnisse auf Platz 1 stehen. Aber ich bin von Berufs wegen Excel-Mensch, Zahlenschnulli. Ich kann mich nicht dagegen wehren, dass mir solch ein Schnickschnack die Mundwinkel zumindest ganz leicht lupft.

Schalkes morgiger Gegner aus Leipzig hat übrigens seine zwei Partien gegen Teams aus dem oberen Drittel auch nicht gewonnen; beide gingen unentschieden aus.



Ein Adventskalendertipp

Im Advent (Adventus Domini) bereiten sich die Christen auf die Ankunft des Herrn vor, welche an Weihnachten gefeiert wird. Eigentlich eine Fastenzeit. Seit Herr Zeitgeist den Teufel als Gegenspieler zum Himmelsverein abgelöst hat ist es üblich, eben die christlichen Bräuche, die einem am besten gefallen, zu verweltlichen. Deshalb stehen heute in den Zimmern meiner Kinder „Drei Fragezeichen“- oder „Ninja Turtles“-Adventskalender. Ich selbst hatte im letzten Jahr noch einen Bier-Adventskalender. Saufen bis zur Ankunft des Herrn, Hallelujah!

Im Blog zum St. Pauli Fanzine „Übersteiger“ gibt es gerade einen Adventskalender Fußballlieder. Eine großartige Idee, geschenkt, das Fußballfangefühl anregend und ohne Dickwerden!

Dabei erscheint morgens um 7 Uhr ein kurzer Text, der ein Fußballlied beschreibt. Entsprechend dem Knibbeln an herkömmlichen Kalendern darf nun geraten werden, um welchen Song, vielleicht zu welchem Club, es sich handelt. Die Lösung gibt es an gleicher Stelle gegen Mittag. Der gestrige Rätseltext lautete …

Der heutige Vereinssong kommt von einem Verein, der vom NDR als “Nordklub” bezeichnet wird, sportlich aber schon bessere Zeiten gesehen hat. Wobei, aktuell ist es auch nicht ganz so dramatisch schlecht.
Der aktuelle Trainer hatte einst einen riesigen Stein im Brett der Braun-Weißen Fanszene, inzwischen aber will er für nur noch für die Fans in der Ostkurve kämpfen und schreien.
Wenn der Ball das Netz küsst, grüßt er sie in ihrer doch recht seltenen Trikotfarbe.

… und enthielt als Lösung das Lied „Wir sind alle ein Stück VfL Osnabrück“.

Der heutige Hinweis lautet …

Wir befinden uns im gleichen Bundesland wie gestern, ein leichter Techno-Beat wird eingangs mit fröhlichem Pfeifton unterstützt und die eigenen Farben werden besungen.
Auch dieser Verein (bzw. seine Vorgänger) hat schon bessere Tage gesehen, immerhin sind alle Gegner hier immer an der…
Nee, jetzt hätte ich es fast zu einfach gemacht.

Eine tolle Idee, ein schöner Spaß. Zum Miträtseln und Fußballlächeln bis zum heiligen Abend, hier entlang.