Artikel im Januar 2017

Wörtlich: Jupp Heynckes

Schalke enttäuscht weiter

Schalke 04 verliert zum zweiten Mal in dieser Saison gegen Eintracht Frankfurt mit 0:1. Zum zweiten Mal erzielt Alex Meier für Frankfurt den Siegtreffer. Zum wiederholten Mal kassiert Schalke einen Gegentreffer, den der Schiedsrichter nicht hätte anerkennen dürfen. Aber vor allem zeigte Schalke 04 zum zigsten Mal in den letzten Jahren Fußball zum Abgewöhnen.

Wieder kam Schalke gegen einen ordentlich defensiv agierenden Gegner zu keinem geeigneten Offensivspiel. Wieder reichte es einem Gegner, ein Irgendwie-Tor zu erzielen und dann Fußball zu verhindern. Wieder kam Schalke dagegen nicht an, kam Schalke kaum zu Chancen. Wieder musste das Stadion 90 Minuten Verzweiflung ertragen.

Das alles gab es in dem letzten Jahren so wieder und wieder. Ich mag gar nicht mehr detailliert auf das Spiel eingehen, viel zu häufig habe ich solche Texte schon geschrieben. Das Spiel gegen Ingolstadt war ja kaum besser, auch wenn es mehr oder weniger zufällig ein glückliches Ende nahm. Auch unter André Breitenreiter, Roberto Di Matteo und Jens Keller mussten wir immer wieder solch schlechten Fußball ertragen. Nichts, was einen ins Stadion zöge, außer fragwürdige Hoffnung auf Besserung oder das Treffen von Freunden und Bekannten, die mittlerweile auch keine rechte Lust mehr haben und ihrerseits eben auch nur noch wegen ihrer Freunde und Bekannte kommen.

Noch ein bisschen mehr als das schlechte Spiel der Blauen nerven mich nur die immer gleichen Beißreflexe bei Zuschauern, Fans und Medien. Trainer Markus Weinzierl konnte die Frage nach dem fehlenden Spielerischen seiner Mannschaft sachlich beantworten. Nein, man habe nicht mit langen Bällen operieren wollen. Das sei anders besprochen worden. Aber die Mannschaft habe nicht den Mut und die Geduld gehabt, nach Rückstand und auf dem schweren Platz flach zu spielen, habe zu viel und zu schnell lange Bälle vorne reingespielt. Doch wenn der Erfolg fehlt, wird Sachlichkeit nicht mehr geschätzt. Dann werden die Plattitüden von dem die Mannschaft nicht mehr erreichenden Trainer rausgeholt. Dann wird unsachlich reagiert. Dann wird alles, was man halbwegs negativ sehen und kritisieren kann, offen oder auch nur mit Ironie und Zynismus, zusammengekehrt, durchgerührt und wieder ausgeschüttet. Dann war alles das, was früher den gleichen Tullus hervorrief, in den Augen vieler auf ganz zauberhafte Weise plötzlich doch viel besser.

Stets derselbe Mist. Auf dem Platz und drum herum.



Foto: Gerd Altmann

Danke für 10 Jahre Mitmachen!

Ich versuche es ab sofort auch mal mit ’nem Weblog zum Lieblingsthema. Nachdem ich in meinem bisherigen Internetleben allzu oft diverse Foren oder eben andere Blogs unaufgefordert mit meinen Kommentaren beglückt habe, mache ich mich nun selbst mal breit. Ma’kucken ob Fleiß und Kreativität ausreichen.

Mit diesem kurzen Statement fing alles an. Genau heute vor 10 Jahren. Das hier ist nun mein zweitausendeinhundertdreiunddreißigster „Blogeintrag“. Ihr habt das Projekt in dieser Zeit mit 37.408 Kommentare unterstütz und damit diese Webseite zu dem gemacht, was sie heute ist. Nicht riesig groß, nicht allumfassend, aber eben doch eine beständige Ecke im World Wide Web, in der man ganz gut seine Meinung zu den Dingen um den FC Schalke 04 vertreten kann, in der man sich mit Schalkern anderer Meinung austauschen kann. Auch wenn überall – auch hier ab und an – ein Niveau-Verfall im Umgang miteinander bei emotionalen Themen beklagt wird, blühen hier doch immer wieder tolle Diskussionen auf, schreiben Kommentatoren immer wieder hervorragende Texte, meinungsstark, klarer und länger als mancher Ausgangsbeitrag von mir. Dass das so funktioniert, dass hier Kommunikation entsteht, war immer und ist weiterhin mein eigentliches Ziel, zu dem alle „Mitschreiber“ und Leser ihren Teil beitragen. Wir alle sind das königsblog, mein Tun ist nur ein Teil davon. Danke für 10 Jahre Mitmachen!

So, das war der Teil mit dem Gefühl. Tatsächlich fing das Schreiben nicht gleich hier an, sondern auf der Blogplattform twoday.net, unter dem Titel „Drei Ecken, ein Elfer“. Eine einfache Einstiegsmöglichkeit, einfach losschreiben, ohne sich lange mit der Gestaltung der Seite auseinandersetzen zu müssen. Die Blogszene war übersichtlich. Auf diese Plattform gab es zu recht vielen Bundesligaclubs Blogs, in deren Kommentaren gute Diskussionen geführt wurden. Diskussionen, die ich damals schon als angenehmer als Foren-Threads empfand. Twitter spielte zu dieser Zeit noch keine Rolle. In Blogs landeten deshalb auch solch kurze und unausgegorene Gedanken, die man heute in 140 Zeichen darstellt oder bei Facebook teilt.

Im August 2008 verließ ich twoday.net und richtete mir mein eigenes, auf WordPress basierendes Blog ein, das königsblog. Der Name enthielt damals bewusst „nicht zu viel“ Schalke. Ich wollte über „König Fußball im Allgemeinen und Schalke 04 im Besonderen“ schreiben. Dies sollte ein Fußballblog mit Schalke-Präferenz werden. Letztlich wurde es aber doch ein Schalke-Blog. Weil ich selbst auch immer weiter eintauchte, in diesen Club, weil mir immer mehr die Zeit und die Lust fehlte, über den Tellerrand hinauszuschauen, weil mir der Teller dieses Clubs vollkommen reichte.

Er reicht mir bis heute. Und bis heute habe ich Spaß an Schalke 04 und an diesem Projekt. Meine Seite, die mir vor allen social network-Aktivitäten und vor allen Veröffentlichungen in Zeitungen oder auf Webportalen das Wichtigste ist, mein Ding, ohne das es alles andere nie gegeben hätte. Ich kann mir vorstellen, dass ich auch in 10 Jahren noch schreibe. Ich kann mir allerdings genauso gut vorstellen, dass es von heute auf morgen aufhört.

Das habe ich in den 10 Jahren gelernt, in denen viel passiert ist – natürlich, denn in jedem Leben passiert in einem solch langen Zeitraum viel. Immer wieder gibt es Wichtigeres. Immer wieder macht einem mal was anderes mehr Spaß. Dann aber tut es doch wieder gut, sich auf was so „einfaches“ wie die Geschehnisse eines Fußballclubs zurückziehen zu können. Dies als Vehikel zu nutzen, sich auszudrücken, ab und an sogar mal kreativ zu sein. Das ist mir viel wert, das hat mich gehalten, seit 10 Jahren. Und so geht es zunächst auch weiter. Ma’kucken, was die Zukunft so bringt.

Wörtlich: Christian Heidel

Wir können niemandem die Meisterschaft versprechen. Aber wir stellen heute die Weichen dafür, dass Schalke in drei, vier Jahren die Möglichkeit hat, dauerhaft in der Bundesliga-Spitze mitzuspielen. Wenn wir das mit der großen emotionalen Kraft bündeln können, über die dieser Club verfügt, bin ich überzeugt, dass uns das auch gelingen wird. Damit aber kein falscher Eindruck entsteht: Das darf nicht bedeuten, dass wir in den nächsten drei Jahren immer nur Elfter werden – nein, das geht nicht!

So formulierte Schalkes Manager Christian Heidel die Ziele in einem Interview bei bundesliga.de, welches hier nachzulesen ist: Teil 1, Teil 2

Schalke masselbesiegt die Schanzer

Schalke 04 gewinnt das erste Spiel des neuen Jahres, 1:0 gegen den FC Ingolstadt. Neuzugang Guido Burgstaller gab den Torjäger und erlöste die Blauen in der Nachspielzeit. Das Stadion bebte, ein Jubel, wie er lauter nicht hätte sein können. Der Ausbruch aufgestauter Emotionen, nachdem man zuvor ein gruseliges Spiel ertragen musste.

Die Anfangsphase ließ sich noch ganz okay an. Ich bildete mir ein, erkannt zu haben, wie das Offensivspiel hätte funktionieren sollen. Mit einem Max Meyer, der die Anspielnähe zu Stürmer Eric Maxim Choupo-Moting suchte. Mit einem Leon Goretka, der hinter diesen beiden für die Zuspiele zuständig war. Mit dem passsicheren Dennis Aogo, als Verbindung zwischen der mit Johannes Geis beginnenden Defensive und den besagten Offensivspielern. Mit Sead Kolasinac und Alessandro Schöpf auf den Flügeln, die in der Hinrunde so oft überzeugen konnten.

Aber es funktionierte nicht. Nach 15 Minuten hatte sich die Schanzer auf das Spiel der Blauen eingestellt und jeden Spielfluss gelähmt. Man erlebte ein ausgeglichenes Spiel auf niedrigem Niveau, in dem Ingolstadt sicherlich mit einem Zähler zufrieden gewesen wäre, und in dem Schalke ob des Nichtgelingens von fast allem von Minute zu Minute unsicherer wurde.

Mir erschien es, als hätte den Blauen mit fortlaufender Spielzeit immer mehr der Mut gefehlt, so weit aufzurücken, wie es nötig gewesen wäre, Ingolstadt wirklich unter Druck zu setzen und zu Fehlern zu zwingen. Das eigentlich spielerische Zentrum um Choupo-Moting, Max Meyer und Leon Goretzka funktionierte nicht. Die Abstände waren zu groß, die Pässe zu schlecht, das Tempo zu niedrig. Dennis Aogo war nicht halb so passsicher wie er sein kann und er war regelmäßig „irgendwie zu weit weg“. Hinzu kam, dass Ingolstadt es gut hinbekam, Schalkes Außen taktisch zu isolieren. So mancher Vorstoß eines Sead Kolasinac endete damit, dass er letztlich hilflos von drei Ingolstädtern umzingelt war, ohne Anspielmöglichkeit weit und breit.

Es tat fast körperlich weh, den spielerisch immer wieder scheiternden Blauen zuzuschauen. Dieses Spiel war ein Anknüpfen an die Ideenlosigkeit aus dem Spiel gegen Freiburg. Zu Hause, gegen den Tabellenvorletzten war Schalke keinen Deut besser als dieser und hätte sich mit etwas Pech auch den einen oder anderen Gegentreffer fangen können. Und sowas nach einer maximal langen Vorbereitungszeit über die Winterpause. Mit den wiedergenesenen Stützen Benni Höwedes und Matija Nastasic in der Startaufstellung. Sehr ernüchternde 90 Minuten.

Aber dann war da eben doch noch die 92. Minute. Und dieser Guido Burgstaller, der zuvor schon mit einem Kopfball knapp scheiterte, der zuvor schon einmal Choupo-Moting und einmal Donis Avdijaj in geeignete Abschlusspositionen freispielte; der damit in einer Halbzeit mehr Torgefahr kreierte, als Eric Maxim Choupo-Moting in 04 Spielen.
Dass ihm der Ball vom Gegner vor die Füße rollte, und dass er mit dieser einen Berührung den Ball am Torhüter vorbei, und nicht gegen dessen ausgefahrenes Bein bugsierte, dazu gehörte viel Glück. Aber um in solche Situationen zu kommen braucht es auch einen echten Torjäger. Klaas-Jan Huntelaar stand da jahrelang, nun aber eben schon lange nicht mehr. Guido Burgstaller macht den Eindruck, der richtige Typ dafür zu sein.

Nein, es ist nicht völlig egal, wie die Blauen spielen, wenn sie doch nur gewinnen. Nur mit Massel kommt man nicht weit, im Fußball gilt es, das Glück zu erzwingen. Aber er ist immer besser, ein scheiß Spiel zu gewinnen, als ein scheiß Spiel zu verlieren.

Die Weinzierl-Ziel-Zahl liegt bei 1,75 Punkten; 0,05 unter dem Ziel.
Nächster Test: Eintracht Frankfurt am Freitag.

Preiserhöhung: 4,20 Euro für den Becher Veltins

Schalke erhöht den Bierpreis. Wie die WAZ heute meldete, wird der auf Schalke übliche 0,5-Liter-Becher Veltins Pilsener ab morgen 4,20 Euro kosten. Zuvor kostete er 3,90 Euro.

Erst vor 2 Monaten hatte das Manager Magazin die Bierpreise der Bundesliga zusammengetragen. Mit einem Literpreis von 7,80 Euro lag Schalke da noch auf dem 16. Rang, Schalkes Bierpreis war also der drittgünstigste. Mit der jetzigen Erhöhung setzt sich unser Kumpel-, Malocher- und Biertrinker-Club auf Platz 3 des Rankings. Nur in Frankfurt und in Bremen müssen die Fans für einen Liter Bier mehr zahlen (8,60 Euro).

Die Weinzierl-Ziel-Zahl

„Diese fünf Niederlagen zu Beginn werden wir nicht mehr aus unserem Rucksack bekommen.“
Christian Heidel

„Wenn wir die ersten fünf Spiele ausklammern, haben wir einen Punkteschnitt von 1,8. Wenn wir das bis zum Ende durchziehen könnten, hätten wir mehr als 50 Punkte und unser Ziel wahrscheinlich erreicht.“
Markus Weinzierl

Diese Aussagen stammen von der S04-Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den HSV.

Tatsächlich käme man sogar auf 52 Punkte, wenn Schalke am Saisonende für die Spieltage 6 bis 34 einen Schnitt von 1,8 Punkten pro Spiel aufweisen könnte. Mit 52 Punkten landete man in den beiden letzten Spielzeiten jeweils auf Rang 5.

Dummerweise hat Schalke gleich das erste Spiel nach diesen Aussagen verloren, beim Gruselkick in Hamburg, und ist bezüglich dieses Ziels ins Hintertreffen geraten. Entsprechend liegt der aktuelle Schnitt ab dem 6. Spieltag nun bei 1,64 statt bei 1,91, wohin man mit einem Sieg gegen den HSV hätte kommen können.

Ich mag solch Zahlengekasper. Ich mag nachvollziehbare Ziele. Dieses ist sehr anspruchsvoll und es ist auch keineswegs sicher, dass 52 Punkte auch in dieser Saison für die Teilnahme an der Europa League reichen werden. Aber ich mag mutige Aussagen und positives Denken. Also werde ich ihn ab sofort und bis Saisonende in der Sidebar meines Blogs darstellen, den Stand der Weinzierl-Ziel-Zahl: Den Unterschied des aktuellen Punkteschnitts ab dem 6. Spieltag zum Ziel von 1,8. Wir beginnen mit -0,16.

Ma’kucken, wohin uns die Reise führt.