Artikel im Januar 2017

Ma’ kurz

… auf die Situation geschaut.

Unter meinem gestrigen Beitrag hatten sich viele Kommentare versammelt, in denen die aktuelle Lage eingeschätzt wird. Dabei schauen viele Kommentatoren eher pessimistisch in die Zukunft.

Ich selbst sehe viel positiver nach vorne. Mein Eindruck ist, dass Schalke noch nie so viel Kompetenz im Vorstand hatte wie heute, und dass der Club trotz sportlicher Rückschläge noch nie so ruhig geradeaus geführt wurde wie jetzt. Mir ist vollkommen klar, dass es Schalker gibt, die sich nach starken Worten sehnen, die in solchen Zeiten nach den Sprüchen eines Rudi Assauers darben. Aber die Zeiten sind nicht mehr so. Schalke ist seriös geworden, seriöser als wir alle wahrhaben wollen.

Sportlich laufen wir aus meiner Sicht 6 Punkte hinterher. Die sind immer noch dem missglückten Start geschuldet. Mit 24 Punkten hätte man eine sehr gute Ausgangslage für die Rückrunde. So wird es schwer, nochmal die Europapokalplätze anzugreifen, alleine weil so viele Clubs dazwischen stehen, die alle erst mal Federn lassen müssen.

Das ist doof. Aber das ist nichts, was bei mir dazu führen würde, schon wieder alles infrage zu stellen. Das sind kurzfristige Misserfolge, die nicht „den Weg“ gefährden. Diese Mannschaft hat viel Talent, und Trainer Markus Weinzierl hat in der Hinrunde bereits gezeigt, dass er flexibel ist, dass er nicht nur einer einzigen Idee von Fußball nachhängt. Das alles macht mir viel Mut für die Zukunft. Namen einzelner Spieler sind mir dabei vollkommen egal. Es ist nicht wichtig, wer spielt, sondern wie wer spielt. Einzelnen Spieler nachzuhängen habe ich mir seit Manuel Neuer abgewöhnt.

Fünf Tage vor dem Neustart

 
Am Samstag, in fünf Tagen, um 15:30 Uhr, ist es endlich so weit. Die Rückrunde startet auch für die Blauen aus Gelsenkirchen. Erst Ende März, an dem Wochenende, an dem Deutschland wieder auf Sommerzeit umstellt, wird es die nächste Spielpause geben.

Vor den Testspielen habe ich mich erfolgreich gedrückt. Vor beiden. Ich habe nichts gesehen. Es ist schließlich immer dasselbe: Spielen sie gut, wischt man es als Test weg, spielen sie schlecht, beginnt man sich zu sorgen. Beides ist unnötig.



Sidney Sam & Fabian Giefer

Nebenbei verschlankt Schalke noch seinen Kader. Sidney Sam wurde für die aktuelle Rückrunde nach Darmstadt ausgeliehen, das wurde bereits offiziell bestätigt. Auf Schalke war er von Beginn an eine einzige Enttäuschung. Für die Blauen hat er kein einziges gutes Spiel auf den Platz gebracht.

Noch nicht bestätigt ist eine Ausleihe von Fabian Giefer zum englischen Zweitligisten Bristol City. Verschiedene Medien berichteten übereinstimmend von diesem Deal. Auch diese Leihe soll sich auf die Rückrunde beschränken.
Fabian Giefer kommt auf Schalke nicht an Ralf Fährmann vorbei. Er ist ein prima Torwart und mit dem Ball am Fuß wohl besser als Schalkes Nummer 1. Aber Ralf Fährmann ist eben nicht nur ein Torwart, der stets solide alle „Haltbaren“ hält. Er hat auch eine starke Präsenz, er ist ein Führungsspieler dieses Teams, ein Gesicht des Clubs. Das ist das gewisse Extra, dass ein anderer Torhüter mit überragenden Leistungen ausgleichen müsste. Für Fabian Giefer ist es deshalb sinnvoll, zunächst woanders zu seiner Bestleistung zu finden.



Und die Gerüchte

Ich kann die Seriosität nicht beurteilen, aber gestern Abend gab es auf türkischen Webseiten die Meldung, dass ein Wechsel Junior Caicaras zu Basaksehir Istanbul perfekt sei. Die Ablöse soll 3 Millionen Euro betragen.

Außerdem wird Sead Kolasinac durch die Gerüchteküche gejagt. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, bislang konnte Schalke mit ihm nicht verlängern. Juventus wolle ihn angeblich im Sommer ablösefrei verpflichten. Chelsea wolle ihn angeblich sofort haben. Arsenal sei auch noch in der Verlosung.

Ich las, dass Christian Heidel einen Wechsel im Winter ausgeschlossen hätte. Die eigentliche Aussage dazu hatte ich allerdings verpasst. Sollte er das so klar formuliert haben, würde ich mich darauf verlassen. Wenngleich ich das Interesse anderer Clubs durchaus nachvollziehen kann. Nach seiner starken Hinrunde ist Sead Kolasinac aktuell so wertvoll wie nie zuvor.

Burgstaller & Badstuber

Tag Zwo nach meiner Blog-Winterpause. B-Day, sozusagen. Und schon plöppen die passenden Transfermeldungen auf. Stürmer Guido Burgstaller wird Schalke in Kürze verpflichten, das wurde schon offiziell bekanntgegeben. Eine bevorstehende Leihe von Innenverteidiger Holger Badstuber wurde immerhin von Bild vermeldet.

Guido Burgstaller ist Österreicher und kommt vom Club aus Nürnberg. So weit, so gewohnt. Doch anders als Alessandro Schöpf ist Burgstaller kein junges Talent mehr. Er ist ein 27-jähriger Stürmer, der es in seiner Karriere bislang bis zum Niveau von Rapid Wien und der 2. Bundesliga gebracht hat. Dort war er zuletzt freilich sehr erfolgreich. In 70 Pflichtspielen für den Club hat er 34 Treffer erzielt. Für ihn ist Schalke der nächste, vielleicht der letzte große Schritt.

Bei Holger Badstuber liegt der Fall quasi entgegengesetzt. Er ist von Beginn an in einem der besten Clubs der Welt groß geworden und galt stets als einer, dem alles zuzutrauen ist. Doch statt eine Karriere im Blitzlicht zu leben war er dauerhaft verletzt. In den viereinhalb Spielzeiten, von Sommer 2012 bis heute, kam er in 153 möglichen Bundesligaspielen auf lediglich 30 Einsätze.

Die Burgstaller-Verpflichtung mag ich. Für den Spieler ist es eine große Chance, für die Blauen ist es ein nur kleines Risiko. Burgstallers Vertrag in Nürnberg wäre im Sommer ausgelaufen. Ob dessen, und ob des Spielers Alter, wird Christian Heidel nicht allzu viel Geld an Nürnberg überweisen müssen. Und Schalke braucht sehr dringend einen halbwegs treffsicheren Stürmer.

Wenn stimmt, dass Holger Badstuber lediglich für die eine Rückrunde dieser Saison ausgeliehen werden soll, bestünde für Schalke 04 auch bei dieser Personalie kaum ein Risiko. Sollte sich der Spieler sofort wieder verletzten zahlt eh bald die Berufsgenossenschaft wieder sein Gehalt. Da Schalke nach der Umstellung auf 3er-Kette regelmäßig drei Innenverteidiger braucht, und da außerdem aktuell Matija Nastasic und Benedikt Höwedes angeschlagen sind, wäre die Verpflichtung eines Innenverteidigers absolut sinnvoll. Und doch fühlt es sich für mich nicht gut an. Auch die letzten Leihen von Bayern München, Jan Kirchhoff und Pierre-Emile Höjbjerg erschienen zunächst sinnvoll. Und doch haben beide nicht funktioniert. Beide bleiben als Spieler in Erinnerung, die nach dem Schritt vom FC Bayern zu den Blauen nicht in der Lage waren, Schalke als Chance anzunehmen, die hier absolut falsch waren. Aber vielleicht ist Badstuber ja anders.

Ma’kucken.

Foto: Steindy

Schalkes U19 beim JuniorCup in Sindelfingen

Beim Mercedes-Benz JuniorCup 2017 in Sindelfingen wurde Schalkes U19 in der Vorrunde zunächst Gruppensieger, landete am Ende aber doch nur auf dem 6. Platz. Blogger- und Podcast-Kumpel Karsten und ich hatten dennoch unseren Spaß.

Auf Einladung des Ausrichters Mercedes-Benz haben wir die Blauen bei diesem mit Stuttgart, Leipzig, Hoffenheim, der Südkoreanischen Nationalmannschaft, Leichester City, Rapid Wien, Rosenborg Trondheim und eben Schalke hochkarätig besetztem Turnier begleitet. Schalke gehört bei diesem Turnier praktisch zur Ausstattung. Neben dem „Heimteam“ des VfB Stuttgart hat Schalke in der Geschichte des JuniorCups die meisten Teilnahmen zu verzeichnen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Schalker auch dort für Stimmung sorgen. Die Blauen haben in der Halle eine halbe Kurve für sich und sind die einzige Fangruppierung, die von hiesigen Fanclubs organisiert als Block auftritt.

Auch beim jährlichen U19-Hallenturnier in Göttingen nimmt Schalke regelmäßig teil. Dieses fand in diesem Jahr parallel zum Turnier in Sindelfingen statt. Schalke teilte deshalb seinen Kader, eine U19 II fuhr nach Göttingen, der andere Teil wurde von Trainer Norbert Elgert nach Sindelfingen geführt.

Letztlich haben aber andere Mannschaften mehr Spaß gemacht. Allen voran die südkoreanische Nationalmannschaft, die am unorganisiertesten wirkte, aber durch unbedingten Willen zum Offensivspiel schnell das Publikum hinter sich bringen konnte. Sieger wurde am Ende die TSG Hoffenheim, die im letzten Jahr schon Zweiter wurde.

Karsten hat in seinem Blog Halbfeldflanke einen Blick auf das Geschehen als solches geworfen.




Fotos: Eins von Max-Jacob Ost, alle anderen von Karsten und mir