Artikel im Februar 2017

Enttäuschender Auftritt gegen Hoffenheim

Schalke kommt gegen die TSG Hoffenheim nicht über ein 1:1 hinaus. In einer schwachen Partie war Schalke die schwächere Mannschaft und konnte sich letztlich glücklich schätzen, mit einem Punkt davon gekommen zu sein.

Schalke erzielte einen Treffer. Viel mehr Offensive boten die Blauen in diesem Spiel nicht.

Im weiteren Spiel ging es darum, dass die Schalker Defensive die Führung verteidigte. Das gelang in der zweiten Hälfte besser als in der ersten, in der die TSG zu einigen Chancen kam. Letztlich war der Ausgleich für Hoffenheim aber mehr als verdient.

Es war ein enttäuschender Abend. Schalke konnte sein Spiel nicht durchdrücken. Natürlich ist Hoffenheim ein starker Gegner, sie stehen vollkommen zu Recht auf Rang vier. Aber in diesem Spiel machten sie auch keinen guten Eindruck. Und so vergeht Spieltag um Spieltag und Schalke schafft es nicht, an die Europa League-Plätze heranzukommen.

Bis Platz 6 sind es weiterhin acht Punkte. Das von Markus Weinzierl ausgerufene Ziel, in der Berechnung des Punkteschnitts ab Spieltag 6 einen Wert von 1,8 zu erreichen, ist mit -0,21 so weit weg wie nie zuvor.

UEL Achtelfinale: Ich hätte gerne Ajax

Nicht spektakulär, aber letztlich souverän hat sich Schalke 04 für das Achtelfinale der diesjährigen Europa League-Saison qualifiziert. Nicht souverän, aber spektakulär, schaffte dies gestern Abend auch Borussia Mönchengladbach. Innerhalb einer Halbzeit drehten die Fohlen die ganze KO-Runde. US amerikanische Journalisten sprächen nun vom Momentum und höben Gladbach in die Favoritenrolle für diesen Cup-Wettbewerb. Jedenfalls können wir davon ausgehen, dass Gladbach nun richtig Lust bekommen hat, unseren Pokal zu gewinnen.

Heute wird in Nyon gelost. Die Kugeln zu den Achtelfinal-Begegnungen werden im alten Stil gezogen. Keine Setzung, keine Einschränkungen bezüglich der Herkunft der Clubs. Jeder Club ist als Gegner möglich. Nix gegen Gladbach, aber ich wünsche mir Ajax Amsterdam.

Ajax mochte ich schon immer. Amsterdam liebte ich schon immer, die coolste Stadt im Mal-eben-hinfahren-Radius Duisburgs. In einer anderen Zeit, in einer Zeit vor Frau Wieland, vor Kindern und auch vor Schalke 04, waren die Niederlande sehr präsent in meinem Leben; und dabei gings mir nichtmal ums Kiffen. In drei Stunden am Meer zu sein fand ich immer toll. In der Volkshochschule lernte ich die Sprache, erlebte mit dieser Gruppe tolle Abende und bekam von der muttersprachlichen Kursgeberin mehr als die Vokabeln, die Kultur, die Eigenheiten unserer Nachbarn beigebracht. Und da die Niederlande sich eben auch über Oranje definieren, über Fußball, und da Ajax nunmal der Club ist, war mir dieser eine Weile das, was mir heute die Tottenham Hotspurs sind. Ein Club, den ich häufiger schaue, den ich mag, den ich darüber besser kenne als andere, für den ich zwar nicht brenne, der mir aber auch nicht egal ist.

Tottenham enttäuschte gestern einmal mehr. Ajax sähe ich gerne auf Schalke.
Aber beim Losglück der Blauen werden es wieder Griechen; oder eben Gladbach.

Ma’kucken.



Mögliche Gegner des FC Schalke 04 im Achtelfinale der Europa League:
Ajax Amsterdam, APOEL Nikosia, AS Rom, Besiktas Istanbul, Borussia M’gladbach, Celta Vigo, FC Kopenhagen, FK Krasnodar, FK Rostow, KAA Gent, KRC Genk, Manchester United, Olympiakos Piräus, Olympique Lyon, RSC Anderlecht

Lahmer Kick gen Achtelfinale

Schalke 04 erreicht mit einem 1:1 gegen PAOK Saloniki das Achtelfinale der Europa League. Das ist gut. Das war aber so erhofft, erwartet worden.

Wer, wie ich, keine Lust auf die politischen Begleiterscheinungen dieser Partie hatte, wer weder wem was zeigen mochte, wer nicht nach Rache gierte, nach Genugtuung, wer dieses Fußballspiel auch nicht als Gelegenheit zum Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit erachtete, für den war es einfach nur ein lahmer Kick. Mochten Manager Heidel und Trainer Weinzierl vor dem Spiel auch noch so oft davon sprechen, dass man sich ordentlich anstrengen wolle. Die Spieler wollten gerne mit weniger Anstrengung in die nächste Runde einziehen.

Kurz vor Schalkes Führung hätte es durchaus Strafstoß für PAOK geben können. Benni Höwedes stellte sich ungeschickt an, ließ das Bein stehen, der Gegner fiel etwas zu theatralisch. Wie es weitergegangen wäre, wären die Griechen so früh in Führung gegangen; man weiß es nicht. So aber erzielten beide Teams ihr Tor, das Spiel beruhigte sich und plätscherte dem Ende entgegen.

Aufgeregt hat mich eigentlich nur Max Meyer, einmal mehr. Sicher hatten auch andere keinen tollen Tag. Aber Max Meyer ist ein so unglaublich talentierter Spieler, dass ich stets geneigt bin, bei ihm höhere Maßstäbe anzusetzen. Er hat so wahnsinnig viel Potenzial. Da tut es doppelt weh, zu sehen mit wie wenig Selbstvertrauen er agiert!
Mittlerweile ist es „typisch Meyer“, den Ball zu stoppen, eine Halbdrehung zu vollziehen und nach hinten zu spielen. Selbst in Kontersituationen, nachdem von Fährmann aus drei schnelle Pässe in die Tiefe folgten, macht er seinen kleinen Kreisel und bricht den Vorstoß ab. Er, der eigentlich alles kann, der es sich aber offensichtlich häufig selbst nicht zutraut, ist dann eine Bremse in Schalkes Offensivspiel. Gegen PAOK auch. Ein Jammer.

Schwer zu bewertender Kick in Köln

 

 
Schalke spielt in Köln 1:1. Oben mein Tweet zur Halbzeit, darunter mein Tweet nach Abpfiff. Und viel mehr habe ich dazu eigentlich gar nicht mehr zu sagen.

Mein Tweet zur Halbzeit hatte vor allem bei einigen Kölner Twitterern für Unmut gesorgt. Sie fanden ihr Team offensichtlich ganz passabel, oder Schalke so schlecht wie ihrs. Meines Erachtens war Schalke in der ersten Hälfte die deutlich reifere Mannschaft. Es fehlte letztlich an Konsequenz im Umschalten nach Ballgewinn, aber selbst so hatte man noch zwei sehr hochkarätige Chancen um den Spielstand zu erhöhen. So aber fing man sich durch den einzigen richtigen Kölner Angriff das Gegentor. Unglücklich.

Im insgesamt besseren Spiel der zweiten Hälfte hatte Schalke auch mehr und die besseren Chancen. Ja, auch Köln hatte nun seine Gelegenheiten. Schalke war nicht dominant und die Blauen haben schon bessere Leistungen abgeliefert. Trotzdem wäre aus meiner Sicht ein 2:1 für Schalke das richtige Ergebnis zu diesem Spielverlauf gewesen.

Nicht richtig toll, aber sicher auch nicht schlecht. Immerhin ein Punkt in Köln, aber eben auch nur einer. Nicht unzufrieden, aber auch nicht zufrieden. Irgendwie unbefriedigend, nicht so richtig zu bewerten, dieses komische Spiel.

Nüchterner Auswärtssieg

Schalke lässt bei PAOK den Dampf aus dem Kessel und fertigt das Heimteam mit 3:0 ab.

In der Nacht zuvor hatten sich Schalker in Thessaloniki übel benommen. Vor dem Spiel wurden Schalker schikaniert. Während des Spiels wurden Schalker per Banner und in großen Lettern als Nazis verunglimpft. Aber auf dem Platz ist jede Hitze nach 20 Minuten verpufft.

Nur Anfangs konnte PAOK Druck auf das Tor von Ralf Fährmann erzeugen. Danach war es ein ausgeglichenes Spiel auf niedrigem Niveau, in dem Schalke meist den Ball hatte, wenig damit anzufangen wusste, aber seine Chancen nutzte. Eigentlich ein eher schwaches Spiel der Blauen. Vielen Fehlpässe. Wenig strukturiertes Offensivspiel. Aber für PAOK reichte es dreimal. Und wenn man nicht so gut spielt, und dennoch 3:0 gewinnt, ist man in der Europa League ganz ordentlich unterwegs.

No to racism – Außer ’nem Bisschen


Nein zu Rassismus. Die UEFA fährt eine große Kampagne zu diesem Thema. Videos in Werbeblöcken, Bandenwerbung, Banner. Sucht man bei Google nach entsprechenden Keywords, plöppen gleich mehrere aussagekräftige UEFA-Seiten auf:

Parallel dazu veröffentlichte Ultras GE vor drei Tagen eine Stellungnahme zum anstehenden Europa League-Spiel gegen PAOK Saloniki, in welcher von einem Aussondern nach Nationalität die Rede ist.

Am 06. Februar 2017 gab es ein durch unsere Fanabteilung einberufenes Treffen, zu welchem Vertreter der bekannten Fanorganisationen (Supporters Club, Fan-Ini, SFCV, Schalker Fanprojekt und Ultras GE) geladen waren. Hier wurden unter Anwesenheit unserer Sicherheitsbeauftragten und dem Pressesprecher unseres Vereins, die wichtigsten Informationen zum anstehenden Auswärtsspiel in Saloniki mitgeteilt. Neben organisatorischen Punkten, wie dem vorgegebenen Treffpunkt und dem Transport zum Stadion, wurde aber auch eine Vorgabe der Verantwortlichen aus Saloniki übermittelt: Fans mit mazedonischer Staatsangehörigkeit sollen keinen Zugang zum Stadion erhalten, um unseren FC Schalke 04 wie bei etlichen anderen internationalen Auswärtsspielen zu unterstützen. Des Weiteren sind jegliche Fanutensilien mit Bezug zum Verein Vardar Skopje oder zu Mazedonien strikt verboten. Durch mehrfache Ausweis- und Kartenkontrollen soll dieses Verbot durchgesetzt werden.

Ein handfester Skandal. Eine Vorverurteilung nach trumpscher Manier, eine Sortierung von Menschen nach Klassen, entsprechend ihrer Herkunft.

Aber es gibt keinen Aufschrei. Schalke 04 protestiert nicht öffentlich. Keine Zeitung, kein TV-Sender thematisiert das.

Bemerkenswert.



Hattip: Astrid Erlebach

Schalke im Kurzpassmodus: Plötzlich richtig gut

Schalke 04 schlägt Hertha BSC 2:0 und zeigt, dass es Fußball spielen kann. In der Tabelle ist Hertha den Blauen um einiges voraus. Trotzdem war Schalke über die ganze Spielzeit die bessere Mannschaft, ein sehr verdienter Sieg. Das fühlte sich gut an.

Hertha agierte sehr passiv. Zu einigen sehr guten Torchancen kamen sie trotzdem. Solch ein Spiel kann dann auch dumm laufen. Tat es diesmal aber nicht. Diesmal lief es so, wie es die Verteilung auf dem Platz hergab. Und da ließ Schalke keine Zweifel aufkommen.

Leon Goretzka war wohl der Spieler des Spiels. Auch Nabil Bentaleb zeigte im Zentrum eine starke Leistung. Und doch war diesmal Anderes wichtiger. Schalke hatte nicht nur einen oder zwei Topspieler, welche ein Spiel entscheiden können. Schalke hatte eine ganze Reihe sehr ballsicherer Spieler auf dem Platz. Auch unter Druck spielten die Blauen die Kugel schnell von Mann zu Mann. Schalkes Niveau war insgesamt höher als das Herthas.

Dabei fielen die Winterneuzugänge durchweg positiv auf. Guido Burgstaller ist wahnsinnig viel gelaufen und kam immer wieder zu Abschlüssen. Daniel Caligiuri brachte Spielwitz und Tempo auf den Platz. Holger Badstuber agierte mit großartiger Übersicht und führte seine Nebenleute, indem er sie immer wieder anwies, aufzurücken, die Lücke zum defensiven Mittelfeld zu schließen. Hinzu kam noch Benjamin Stambouli, der immer anspielbar war.

Das war mehr Qualität, als Schalke vor der Winterpause auf dem Platz zu bringen vermochte. Das ermöglichte ein flottes Kurzpasspiel, dem zuzuschauen viel Spaß machte, weil das Tempo geeignet und der der Zug zum Tor gegeben war. Das machte Hoffnung für die nächsten Spiele.