Das Prinzip Show

 
Die andere Idee von Profisport in den USA
 

Am Sonntag fand in Houston, Texas, der Superbowl statt, das Endspiel der US-Football-Liga NFL. Mittlerweile ist dies ein Ereignis von weltweitem Interesse. Etwas, das jeder mitbekommt, ob er Football nun mag oder nicht. Wer hinschaut wird zustimmen, dass es sich um eine gigantische Show handelt. Auch die Endspiele der Fußball Weltmeisterschaft oder der europäischen Champions League sind große Shows. Und doch fühlt es sich noch anders an. Beim Fußball nimmt die Show dem Sport immer mehr von seiner Ursprünglichkeit. Beim Football gehört die Show dazu, mehr noch, das Spiel unterstützt diese. Dem Sport der großen US Profiligen, egal ob Football, Baseball, Basketball oder Hockey, liegt eine radikal andere Idee zugrunde. Eine Idee, welche ihren Ursprung vor bald 150 Jahren hatte. US Sport ist mit dem europäischen und vor allem mit dem deutschen Verständnis von Ligasport nicht zu vergleichen.
 

Fußball in Deutschland: Sich messen und konkurrieren

Als der Fußball nach Deutschland kam, traf er auf ein Land von Turnern. Turnen war körperliche Ertüchtigung zum Wohle seiner selbst. Man turnte gemeinsam. Turnen war gut. Fußball war wild. Fußball war ein Gegeneinander. Turner wollte mit Fußball nichts zu tun haben. Die unzähligen „Turn- und Sportvereine“ in Deutschland zeugen noch heute davon, dass man sich Turnen keinesfalls in der gleichen Kategorie wie Fußball und ähnlichem denken konnte.

In den 1880er Jahren entstanden in Deutschland die ersten Fußballvereine. Noch vor der Gründung des Deutschen Fußball Bundes gab es Spiele von deutschen gegen französische und englische Auswahlmannschaften. Ab 1903 gab es erste deutsche Meisterschaftsrunden. Damals wurde das Prinzip geschaffen, nachdem Fußball noch heute funktioniert. Die Sieger kommen weiter, spielen bis zum Triumph und werden für diesen belohnt. Die Verlierer bleiben zurück, steigen in untere Ligen ab, während andere, bessere Mannschaften ihren Platz einnehmen.
 

Die Cincinnati Red Stockings: Die Idee des Geldverdienens

In den USA war Baseball die erste Sportart, die sich zu organisieren begann. Schon Ende des 18. Jahrhunderts wurde Baseball gespielt, nach heutigem Wissen wurde 1845 der erste Verein gegründet, die New York Knickerbockers. Entscheidend für die Entwicklung zum heutigen System waren aber die Cincinnati Red Stockings (heute Cincinnati Reds), welche ab 1869 durch die Gegend zogen.

Durch die Gegend zogen? Genau. Den Red Stockings war nicht daran gelegen, einen Pokal in die Höhe zu stemmen. Sie waren eine Art Wanderzirkus. Sie spielten besser als alle anderen. Wohin sie auch kamen, es wurden Auswahlmannschaften zusammengestellt, um gegen sie anzutreten. Sie waren ein Ereignis. Die Leute wollten sie spielen sehen. In den ersten beiden Jahren bestritten sie über 130 Spiele und blieben dabei unbesiegt. Sie verdienten Geld damit.
 

Die US Profiligen als geschlossene Veranstaltungen

Die Idee des Geldverdienens durch Sportunterhaltung ist die Grundlage aller US Profisportligen. Dies zu wissen ist der Schlüssel, um amerikanischen Sport und dessen Unterschiede zum hiesigen System zu verstehen. Die Ligen sind große Unternehmen, die einzelnen Clubs Franchisenehmer. Die Clubs gehören Besitzern, die ihrerseits erfolgs- und damit auch gewinnorientiert handeln. Die Clubs setzen einen Commissioner ein, der die Interessen der Liga vertritt und als eine Art Schiedsrichter fungiert. Wichtige strategische Entscheidungen entscheiden aber die Clubs gemeinsam.

In diesen Ligen gibt es keinen Auf- oder Abstieg. Man versteht sich als das Premiumprodukt des entsprechenden Sports. Man nennt die Sieger „World Champions“ und die Liga „The Show“. Es kommt vor, dass Besitzer mit ihrem kompletten Club die Stadt wechseln möchten, zum Beispiel weil man seit Jahren unter einem abnehmenden Zuschauerzuspruch leidet und weil eine andere Stadt mit dem Neubau eines Stadions lockt. Dies wird von der Gemeinschaft aller Clubs erlaubt oder verhindert. Ebenso wie der Verkauf eines Clubs an einen neuen Besitzer, oder gar eine Erweiterung der Liga durch die Vergabe einer neuen Lizenz, welche dann kurzerhand zur Erfindung eines neuen Clubs führen kann.

Entscheidend ist, dass jede Liga einen mehr oder weniger konkurrenzlosen Kosmos darstellt, in dem Regeln für alle gelten, zu denen es keine Alternative gibt. Unterschreibt ein Baseball-Talent einen Vertrag bei den New York Yankees, unterschreibt er einen Vertrag der Major League Baseball. Wollen die Yankees das Talent nicht mehr, schicken sie es mit vielleicht zwei weiteren Talenten zu den Cleveland Indians, und bekommen einen gestanden Profi dafür zurück – dann spielt das Talent eben bei den Indians. Nachgefragt wird dafür nicht. Erst mit einem gewissen Star-Status haben Spieler die Chance, sich eine „No-Trade“-Klausel in den Vertrag schreiben zu lassen. Die Clubs mögen das nicht, weil es ihre Handlungsfähigkeit einschränkt. Sie bezahlen hohe Gehälter und erhalten dafür einen Gegenwert, die Leistung des Spielers oder dessen Tauschwert. Für sie ist es normal, darüber frei zu verfügen.
 

Das Bestreben nach Ausgleich

„The Show“ soll nicht langweilig werden. Alle Besitzer wollen Geld verdienen. Die US Profiligen sind der Überzeugung, dass es insgesamt weniger profitabel ist, wenn stets nur eine Handvoll Clubs die Chance hat, Champion zu werden. Deshalb erfand die NFL das Draft System, welches später von allen US Profiligen übernommen wurde.

Dabei teilen die Clubs die Rechte zur Verpflichtung von noch nicht für die Proficlubs spielenden Talenten untereinander auf. Der Clou ist, dass dabei der in der vergangenen Saison schwächste Club zuerst und der Champion zuletzt auswählen darf. Ein Talent, welches von einem Club „gedraftet“ wurde, darf nur bei diesem einen Profivertrag unterschreiben. Will er das partout nicht, spielt er nicht in der Liga.

Ein weiteres Instrument, um Ungleichheiten zwischen den Clubs auszugleichen, ist die „Salary Cap“. Eine von der Liga festgelegte Obergrenze, welche die Clubs an Ausgaben für Spielergehälter nicht überschreiten dürfen. Nun ist es so, dass einige Clubs solche exorbitanten Einnahmen aus TV-Rechten beziehen, dass sie Strafzahlungen von bis zu 40 Millionen Dollar pro Jahr hinnehmen, um eben doch den Kader ihrer Wünsche zusammenzustellen. Vollendes lässt sich der Unterschied in den Märkten zwischen Clubs aus New York oder Los Angeles gegenüber Clubs in eher ländlichen Gebieten eben nicht ausgleichen. Dennoch ist die „Salary Cap“ ein Ansatz, um dem vollkommen zügellosen Wirtschaften im Profisport zu begegnen.
 

Die US Profiligen, das bessere System?

Auch in der NFL gibt es Clubs, die sich über einen längeren Zeitraum an der Spitze halten können. Trotzdem erreichen regelmäßig Teams den Superbowl, die seit Jahren oder gar noch nie große Erfolge feiern konnten; wie zuletzt die Carolina Panthers, oder in diesem Jahr die Atlanta Falcons. Im Baseball gewann im vorletzten Jahr ein Club die Endspielserie, der zuletzt vor 30 Jahren triumphierte. In der letzten Saison siegten gar die Chicago Cubs, der seit 108 Jahren auf einen Titel warteten! Beispiele dafür, dass das System funktioniert. Dass es für Abwechslung sorgt, und dass es in den amerikanischen Ligen möglich ist, einen Club zu „rebuilden“; über den Draft einige Jahre Talente zu sammeln, so Werte zu schaffen und über geschicktes Management auch in einem „Verliererclub“ ein konkurrenzfähiges Team zusammenzustellen.

Entwicklungen, die im europäischen Fußball unmöglich erscheinen, wo sich Verhältnisse fast ausschließlich über den Geldfluss von Investoren verschieben lassen. Dennoch braucht man sich die Frage nach einem besser oder schlechter nicht stellen. Das US System ist vor allem anders, und es lässt sich unmöglich nach Europa übertragen.

Die Fußballclubs in Deutschland sehen sich nicht als Gemeinschaft. Die „Solidarität“ in Sachen TV-Vermarktung ist ein Feigenblatt. Bayern München konkurriert mit Real Madrid und Chelsea, die Zweitgrößten haben Bedenken von den Drittgrößten eingeholt zu werden. Überall ein Gegeneinander, alles in Konkurrenz, so wie Fußball in Europa groß geworden ist. Niemand kann akzeptieren, zu Gunsten eines großen Ganzen zurückzustecken. Das ist nicht unter einen Hut zu bekommen. Insbesondere auch, weil sich hier die Vorteile des abgeschotteten Systems einer US Liga nicht erreichen lassen, weil Fußballclubs in einem weltweiten Markt agieren. Ein Draft-System ist hier undenkbar. Wenn einem Fußballspieler vorgeschrieben werden soll, für welchen Club er zu spielen hat, sucht er sich eben ein anderes Land.

Es wird so bleiben, dass sich die zu großen Abstände in den Umsätzen der Fußballclubs nicht sportlich überwinden lassen. Es wird so bleiben, dass viele Fußballfans es als falsch empfinden, dass ein deutscher Milliardär seinen Dorfclub in die Bundesliga bringt. Dass zum Teil die gleichen Leute aber dennoch nachts den New England Patriots zujubeln, die einem Milliardär und Besitzer einer Unternehmensgruppe der Papier- und Verpackungsindustrie in den USA gehören. Die Bundesliga und ihre einzelnen Clubs sind längst Unternehmen im Unterhaltungsbusiness, sie verkaufen den Fußball als leicht konsumierbares Produkt. Nur darf das niemand sagen. Fans wollen das nicht hören. Sie wollen anders sein, purer, echter, ehrbarer. Fast ein bisschen so wie deutsche Turner im 19. Jahrhundert.



Foto: US Air Force



30 Kommentare zu “Das Prinzip Show”

  1. Anonymous sagt:

    […] Das Prinzip Show […]

  2. DeepBlue sagt:

    Ein sehr schöner Artikel, der auch ein wenig nachdenklich macht. Der heilige Fussball als Show, als Unterhaltung, als Geschäftsmodell ist für viele sicher eine Vorstellung, die sie rundweg ablehnen.
    Dennoch ist es so. Fans gelten in erster Linie als Kunden für Merchandise-Artikel. Reisen in fremde Länder dienen nicht unbedingt dazu, den Fussball als Sport vorzustellen, sondern um „neue Kundengruppen zu erschließen“.

    Es will halt kaum einer wahrhaben, daß die Produktion von Fussballspielen und Fussballspielern gerade bei den sogenannten „großen“ Vereinen ein ähnliches Ziel verfolgt wie woanders die Herstellung von Autos.

    Herstellen – emotional aufladen – verkaufen – verdienen – investieren – mehr verkaufen – mehr verdienen ….

    Die vielbeschworene „Tradition“, die so gern genutzt wird, um sich von „kommerziellen Geschäftsmodellen“ abzugrenzen, dient dabei in erster Linie dazu, dem Produkt einen emotionalen Anstrich zu verpassen, um es dem Fan/Kunden besser verkaufen zu können.

    Was unterscheidet denn einen Verein mit einem grossen Mäzen, der konsequent seinen Weg verfolgt, von einem Verein mit einem grossen Hauptsponsor, einem „Verein“, der als AG organisiert ist oder einem Verein, dessen Anteile sich in den Händen weniger Unternehmen der Bereiche Sport, Telekommunikation und Versicherung befinden?

    Nichts – außer dem Verkaufsargument, man sei halt schon länger „am Markt“ und hätte damit eine „Tradition“.

    Ich könnte damit leben – wenn denn der Unterhaltungswert regelmäßig stimmen würde. Doch rumpelige Spiele anschauen und dabei die Pflicht zu haben, lustlose Spieler unterstützen zu müssen – da muss man die Produkteigenschaft „Tradition“ schon sehr mögen.

    Insofern finde ich den amerikanischen Ansatz ehrlicher: Come and pay for the show! Let us entertain you!

    Blauweisse Grüsse!
    DeepBlue

  3. Detlef sagt:

    Sehr schöner Text der Gelegenheit zum Nachdenken gibt.

    Der Kern steckt für mich in diesen Sätzen:
    „Das US System ist vor allem anders, und es lässt sich unmöglich nach Europa übertragen.

    Die Fußballclubs in Deutschland sehen sich nicht als Gemeinschaft. Die „Solidarität“ in Sachen TV-Vermarktung ist ein Feigenblatt. Bayern München konkurriert mit Real Madrid und Chelsea, die Zweitgrößten haben Bedenken von den Drittgrößten eingeholt zu werden. Überall ein Gegeneinander, alles in Konkurrenz, so wie Fußball in Europa groß geworden ist. Niemand kann akzeptieren, zu Gunsten eines großen Ganzen zurückzustecken.“

    Das muss man nicht gut finden, aber einen Ausweg sehe ich nicht, eher werden die Abstände durch das derzeitige System in Europa noch größer.

    @deepblue
    „Insofern finde ich den amerikanischen Ansatz ehrlicher: Come and pay for the show! Let us entertain you!“
    Ich mag das Entertainment dort ja auch, also zumindest das was ich durch TV mitkriege, aber eine hüpfende Fankurve und ein ganzes Stadion im Wechselgesang hat etwas für mich was mit Entertainment nichts zu tun hat.
    Das ist nie planbar, das passiert einfach so, manchmal aus nichtigem Anlass.

  4. Ney sagt:

    Vielleicht kann man die Champions League mit ihrem immer gleichen Dutzend Achtelfinalisten endgültig zu einem geschlossenen System umbauen, der Rest aus den Ligen wird dann zu Farmteams.

  5. blub sagt:

    Der Profisport in den USA funktioniert auch nur, weil er auf dem absolut perversen System College-Sport aufbaut.

    Ohne College-sport (oder eine vergleichbare, nicht assoziierte Unter- und Ausbildungsebene) ist der ein Draft-system undenkbar genauso wie eine Salarycap ohne uneingeschränkte sportliche Dominanz auf dem weltweiten Markt sofort in sich zusammenfällt.

  6. Torsten sagt:

    Ja. Es braucht den Unterbau. Im Baseball sind es die Minor Leagues, die in sich funktionieren und deren Clubs Verträge mit Major League Franchises haben. Was ist Deiner Meinung nach daran „pervers“?

  7. Rjonathan sagt:

    Toller Text, vielen Dank!

    Das US System ist vor allem anders, und es lässt sich unmöglich nach Europa übertragen.

    Die Frage, die ich mir Stelle, ist, inwiefern sich zumindest einzelne Elemente nach Europa übertragen lassen. Denn einige Institutionen (vor allem UEFA CL, die Premier League und die Vertretung der europäischen Topklubs) vertreten durchaus den Show-Gedanken und sehen ihre Veranstaltungen extrem als Produkt. Das hat zwar die Entfremdung der alten Fans zur Folge, aber – wie man so schön im Marketing sagt – die Erschließung neuer Zielgruppen gleicht das in vielen Fällen aus.

    Ich persönlich bin inzwischen sehr dafür, dass die UEFA eine eigene Europa-Liga einführt – mit oder ohne Aufstiegs-System in die nationalen Ligen. Die CL bzw EL wird dann zu einem europäischen Pokalwettbewerb, in dem – genau wie im DFB-Pokal – die „kleinen“ hoffen können gegen einen Europaligisten zu spielen. Der große Vorteil der Europa-Liga wäre nicht nur, dass man dann alle Weltstars in einer Liga hätte, sondern auch, dass man in dieser Liga gewisse Regeln (vor allem Salary Cap!) einführen könnte, die verbindlich und länderübergreifend eine gewisse Ausgeglichenheit und Spannung herstellen (ein Draft-System ist wohl unrealistisch).

    Das Problem an so einer Europa-Liga: Die einzelnen Länder müssten ihre Marketing-Filet-Stücke (Bayern, Real, ManUnited, Juventus, …) an die UEFA abgeben. Da hat natürlich niemand Bock drauf, weil die einzelnen Ligen dann tasächlich jede international Relevanz verlieren.

    ABER: Das ist zu kurz gedacht. Denn durch das Internet und die Möglichkeit
    weltweit tief in jeden Sport einzusteigen (früher musste man immer in den Zeitungskiosk am Bahnhof um irgendwas aus Amerika lesen zu können), ist die Konkurrenz für den europäischen Fußball auch zunehmend der amerikanische Sport. Und (ich denke hier jetzt rein marketingtechnisch) die einzige und beste Art sich gegen diese Konkurrenz zu wehren, ist, ein eigenes Premium-Produkt zu installieren. Im Grunde ist das der Gedanke der Europäischen Wirtschaft Union auf den Sport übertragen.

    Außerdem glaube ich, hätte das ganze große Vorteile für den „alten Fan“. Die nationalen Ligen wären ein wenig abgespeckt, dei ganz große Glamour-Aufmerksamkeit läge in der Europaliga, und ehrlicher Fan-Fußball hätte sein zu Hause mit ein wenig Sicherheitsabstand zur 100%-Kommerzialisierung.

    So neu wäre eine solche Entwicklung für Europa eigentlich auch nicht. Im Grunde ist all das in England und Deutschland schon durch die Entwicklung des Profi-Fußballs und die Ausgliederung der Top-Ligen aus dem Verband erprobt. Und gerade in England erfreuen sich die Ligen unterhalb des Profi-Bereichs größter Beliebtheit.

  8. Ney sagt:

    Super Bowl habe ich mir dieses Jahr gespart. Ich versteh nicht ganz, wer da am Ende tatsächlich gewonnen hat bzw. wem man applaudieren muss. Eigentlich finden 2 Spiele unabhängig voneinander statt? Die Angriffs- und Verteidigungsformation einer Franchise haben ja nichts miteinander zu tun, wenn ich es recht verstehe, außer dass die einen vielleicht ausbaden bzw. genießen, was die anderen verbockt bzw. gut gemacht haben. Und der Buschschmann schreit immer so (ok, dafür könnense in den USA wohl nix).

    Kommerzalternative: Den österreichischen Getränkehersteller habe ich mir gegen die KGaA erstmals angesehen (2. HZ). Spielen die immer so? Attacke auf den ballführenden Gegner, Steilpass, Rennerei, Attacke auf den ballführenden Gegner, Steilpass, Rennerei, Attacke auf den ballführenden Gegner, Steilpass… passt wohl zur Gameboy-Generation bzw. zu Leuten, die dieses Cola-Kaugummi-Konzentrat runterkriegen. Demnächst in der CL.

  9. rlsn sagt:

    schön geschrieben. Ich sehe es ähnlich, dass das System in Amerika in erster Linie anders ist aber nicht zwangsläufig besser oder schlechter. Seit Jahren kann man in Diskussionen im Internet beobachten, dass in Amerika durchaus etwas neidisch auf ‚unser‘ System geblickt wird. Ich verfolge in erster Linie die NBA und dort gibt es eigentlich regelmäßig Diskussionen darüber den Salary Cap aufzulösen oder das Draftsystem zu ändern während im Umkehrschluss ‚hier‘ sich durchaus einige Leute sowas wie einen Salary Cap wünschen.

    Was mich am System in den USA stört ist, dass es quasi einen Anreiz gibt zu verlieren. Kein Team möchte im Mittelfeld stehen. Entweder man spielt um die jeweilige Championship mit oder man möchte so schlecht sein wie möglich damit man im nächsten Jahr einen hohen Draftpick bekommt um seine langfristigen Chancen auf einen Titel zu steigern. Das kann zu Konstellationen führen, wo Teams auf gewisse Art und Weise absichtlich verlieren, was in meinen Augen nicht im Sinne des Sports sein kann.

  10. Karl Heinz sagt:

    Schöne Recherche.

    „Fans wollen das nicht hören…“. aber Kumpelnostalgie mit Gazprom oder als AG.

    Ein Verein sein mit Anspruch zum mitmachen. Es wird immer enger und scheint irgendwie unüberbrückbar.

    Hoffe nur, dass wir uns nicht auch so erbärmlich über RB stellen wie die Watzke Unschuldstruppe.

  11. leoluca sagt:

    Wenn die Idee des Geldverdienens durch Sportunterhaltung die Grundlage aller US Profisportligen ist, so sehe ich die Bundesliga und ihre einzelnen Clubs zwar längst als Unternehmen und Teil einer großen Kommerzmaschine an, aber nicht als bloße Verkäufer eines leicht konsumierbaren Produkts.

    Der Kern des europäischen Fußballs ist m. E. auch heute noch der sportliche Erfolg, die hohe sportliche Qualität, die jeder Fan will, die aber eben ohne Kommerz nicht zu haben sind. Als Unternehmen sind alle Anstrengungen eines Vereins darauf ausgerichtet, möglichst viel Geld einzunehmen, aber nicht um der Profitmaximierung willen, sondern um damit eine möglichst gute Mannschaft ins Spiel schicken zu können.

    Hier geht es m. E. um mehr als um Unterhaltung.

    Dieses Streben nach sportlicher Qualität und nach Erfolg ist mit Leidenschaft, Vereinstreue, Heimatgefühl, Sentiment verbunden. Immer noch. Diese Werte sind bis heute für jeden Club wichtig. Wenn heute die Stadien voll sind wie nie in der Ligageschichte und die Stars der Mannschaften heute von ihren Anhängern hochgejubelt werden, dass es manchmal sogar weh tut – dann liegt das meiner Ansicht nach nicht hauptsächlich daran, dass der Fußball ein reines Unterhaltungsprodukt geworden ist und die Vereine bloße Produktionsstätten für ein kommerzielles Produkt.

    Es liegt für mich stark an den besonderen Sentimentalitäten eines Fußballclubs und vor allem daran, dass der Fußball etwas Imaginäres hat. Bis hinauf in die Chefetagen der großen Clubs ist dafür das Verständnis groß. Zwischen den Polen Kommerz und Sentiment, Geld und Gefühl verläuft bis heute eine komplizierte Linie, die ständig umkämpft ist: wie viel Geschäft darf sein, wie viel Platz ist für die Leidenschaft, für die Imagination?

  12. Ney sagt:

    Dieses Streben nach sportlicher Qualität und nach Erfolg ist mit Leidenschaft, Vereinstreue, Heimatgefühl, Sentiment verbunden. Immer noch

    Gibt es in den USA auch (?).

    Und lässt sich schnell herstellen, vgl. wiederum den österreichischen Getränkehersteller:
    a) gibt es Leute, die sich in Kommentarspalten nicht entblöden, Kritik an dem Konstrukt oder auch mal falsche Schiedsrichterentscheidungen als versuchte Ossi-(nicht: Ösi)Unterdrückung zu brandmarken, also schon ihre Heimat mit der RB-Marketingabteilung gedanklich verschmelzen,
    b) kamen laut Presse 8000 (!) Leute mit den Kickern des Getränkeherstellers nach Dortmund gezogen, was gemeinhin als gewisse Verbundenheit angesehen wird.

  13. dreiköpfiger Affe sagt:

    Sehr schöner Artikel, danke!
    Als Baseball Fan kann ich das nachvollziehen.

    Das System lässt sich tatsächlich nicht übertragen. Die Arbeitsverträge in den USA würden in Europa wohl gegen unzählige Arbeitnehmerrechte verstoßen.
    Ein Arbeitgeber wie VW sollte mal probieren einen Mitarbeiter während seiner laufenden Schicht von jetzt auf gleich aus Wolfsburg nach Chemnitz in ein anderes Werk zu versetzen. Arbeitet er halt jetzt da. Das wäre, zurecht, undenkbar. Ok, der VW Mitarbeiter verdient ein klein wenig weniger.

    Da sehe ich die Bilder wieder vor mir:
    Bei den Cubs wurde ein Spieler „verkauft“ und zwar während des laufenden Spiels. Der kommt zur Bank und sagt allen „Tschüss“. Am nächsten Tag spielte der halt für ein anderes Team…
    Wollen wir das?? Eher nein…

    Dazu kennt die USA keinen Breitensport. Da spielt kaum einer in seiner Freizeit organisiert Sport. Ambitioniertes Hobbyspiel wie z.B. Oberliga-/Landesligafussball gibt es einfach nicht.
    Da spielen die als Hobbyteam/Firmenteam im Park. Aber auch das passt vielleicht in dein Thema „Wettkampf und Siegen“, welches es hier eher gibt.

    Dinge wie Salary Cap sind dagegen vorstellbar.
    Und akzeptieren dass es um die „Show“ geht sollten wir mal. Aber das will niemand hören…

  14. Hatshart 04 sagt:

    Es ist ja nicht so dass in den USA jeder Spieler dauernd den Club/das Franchise wechselt. Ich kenne einige Spieler, die ihre gesamte Karriere bei einem Team verbringen. Natürlich auch meistens bei entsprechendem Erfolg. Für die Spieler mit denen die nächsten Jahre wirklich geplant wird kann der sogenannte“Franchise- Tag“ benutzt werden. Dieser verbietet es anderen Clubs mit diesen Spielern zu verhandeln.

    In der NFL z.B sind die Top quarterbacks mindestens 5-10 Jahre bei ihrem Team, auch wichtige Spieler auf anderen Positionen bleiben mehrere Jahre.

    Natürlich gibt es auch genügend Spieler (wahrscheinlich die meisten) die wenn sie den Durchbruch nicht schaffen, einfach ihr Glück beim nächsten Team versuchen.
    Was ich damit sagen will dass auch im US- Sport durchaus auch Verbindung, Treue und Leidenschaft für ein gekauftes Franchise entstehen kann. In manchen Städten sind die Fans wirklich begeistert von ihren Teams und stehen auch bei -10 Grad im Stadion und feuern ihr Team an. Auch Tradition entsteht dort mittlerweile, wenn Teams wie in Deutschland/ Europa schon seit über 60 Jahre bestehen. z.B im Football die Green Bay Packers oder die Pittsburgh Steelers.
    Es gibt halt auch teams bei denen wenige kommen, die kaum/ gar keine Tradition haben.

    in den Usa ist auch nicht alles gut, aber es ist einfach ein anderes System, welches meiner Meinung nach teilweise sehr gut funktioniert. Womit ich wirklich nicht sagen will dass das System des Fussballs in Europa schlecht ist. Im Gegenteil finde ich es auch gut, es ist halt wie Torsten schon sehr schön gesagt hat, anders.

    Übrigens danke von mir für diesen tollen Text

  15. leoluca sagt:

    @Ney
    Dass die Rote Brause sich die größte, jüngste und lebendigste Stadt im Osten ausgesucht hat, um mit Hilfe des Profifußballs ihr Produkt zu verkaufen – mir scheint, diese Rechnung geht auf. Nicht nur, dass unter Rangnick u. a. guter Fußball gespielt wird. Ich kenne alte Leipziger, die schon jetzt stolz von „ihrem“ Club sprechen. Sie wollen halt auch gerne das, das wir seit Jahrzehnten haben: hohe Fußballkunst, die sich mit Heimatgefühl und Vereinstreue mischt.

  16. blub sagt:

    Pervers am College system ist, dass die Spieler dort eine Pseudoausbildung erhalten und dafür 4 Jahre Profisport ohne Gehalt oder sonstige entschädigung spielen, bei vollem Verletzungsrisiko. (Das ist im Football besonders krass.)
    Das „Student“ in „Student-athlete“ wird von vllt. 5 Division I Unis ernst genommen. Unterhalb etwas häufiger, aber das ist dann vergleichsweise Landesliga niveau.

    Im Baseball werden Spieler direkt aus der High School gedraftet und kommen dann erstmal für 4 Jahre in die Minor League und verdienen dort zum Großteil unterhalb der Armutsgrenze. Sehr geil.
    Schlechte Bezahlung im Fußball ist auch an der Tagesordnung, aber niemand tut so als sei das Profisport.

  17. paf sagt:

    „Dennoch braucht man sich die Frage nach einem besser oder schlechter nicht stellen. Das US System ist vor allem anders“

    Sehr wahrer Satz.

    Wer die schlechten Seiten des Systems sehen will, der frage mal in Oakland, St Louis oder in San Diego nach, wie „geil“ die das Franchise System gerade finden.

    Trotzdem sehr guter Artikel weil er genau die Unterschiede der Systeme aufzeigt.

    Und für die, welche Salary Cap, Nichtabsteig, Draft und ähnliches so toll finden. Auch das System hat genug Schwächen und wird Ausgenutzt usw. „Tanken“ nur als Stichwort.

    Der europäische Fussball hat den Abstieg. Damit z.B. 10mal mehr Spannung und Fairnis (gegenüber dem Zuschauer) als die US Sportarten.

    Ich mag beide Systeme und jeder soll doch das behalten welches ihn groß gemacht hat.

  18. Phipser sagt:

    Wer kommt denn auf die grandiose Idee, ein Überschreiten des Salary-Cap mit Geldstrafen zu belegen? Du fährst also 300 in der 30er Zone und dein Auto wird daraufhin als Strafe bei 250 abgeriegelt. Wow. Problem wirklich an der Wurzel gepackt und behoben…

    Sicherlich ist ein Lizenzentzug bzw Zwangsabstieg in diesem System als Strafe undenkbar und auch Punkteabzüge wäre wenig sinnvoll. Aber warum schließt man die entsprechenden Vereine nicht obendrein von Transferaktivitäten und vom Draft, oder zumindest von einzelnen Draftrunden, aus? Wer denkt, er müsse heute ein All-Star-Team regelwidrig zusammenstellen, der verkauft damit halt seine sportlich Zukunft.

  19. Ney sagt:

    @leoluca
    Leipzig war doch zufällig die einzige Stadt dieser Größe, in der es keinen konkurrenzfähigen Profifussball innerhalb der Mauern oder nebenan gibt? Peinlich für die Stadt, gut für die Österreicher.

    Was den guten Fußball angeht, bin ich seit Samstag etwas verwundert, aber vielleicht war diese Abart von Mittelstreckenlauf mit Ball auch den Rückstand geschuldet. Ist aber auch egal, „erfolgreich“ ist stets das Zauberwort, nicht „gut“.

    @Phipser
    Ist womöglich ein Deal, keine „Strafe“. Und 40 Millionen klingt selbst im US-System nicht sofort nach einer Kleinigkeit.

  20. Hendrik sagt:

    US-Sport ist halt Turbo-Kapitalismus. Einrichtungen wie Salary Caps oder der Draft wirken gegenüber dem europäischen Prinzip sozialistisch, aber auch nur beim Betrachten der Verhältnisse zwischen den Franchises. Wenn es um die Beziehung von Unternehmen und Arbeitnehmern geht, sind sie dazu da, den Anteil der letzteren am Umsatz zu reduzieren. Ich weiß, die Spieler haben den Tarifvertrag so ausgehandelt, aber fair ist trotzdem anders… besonders gegenüber jungen Spielern.

  21. Rjonathan sagt:

    Was den Heimat-Mythos angeht: Immerhin gibt es ganz aktuell diese wunderbare Geschichte von LeBron James. Der geht „zurück“ in seine Heimatstadt und holt den ersten Titel für die. Wie ist das denn eigentlich zustande gekommen? War er Free Agent?

    Toll ist auch die Geschichte von den Baltimore Colts. Habe ich mal einen Artikel drüber gelesen. Da ist die Franchise in der Nach aus der Stadt gezogen. Ohne Ankündigung, auf einmal war sie weg. Und die Fans sauer und erst vor ein paar Jahren haben sie mit den Ravens wieder eine NFL-Franchise bekommen. Aber football-verrückt und indianapolis-hassend sind sie immer geblieben.

  22. Manfred sagt:

    Das hiesige System krankt seit Beginn der Saison 1992/93, als aus dem Europapokal der Landesmeister die UEFA Champions League wurde. Dann wurde mit Beginn der Saison 1999/2000 der EP der Pokalsieger abgeschafft und die jeweiligen Pokalsieger starteten im UEFA-Pokal. Und mit der Saison 2004/2005 wurde dort nach mehreren Qualirunden dann die Gruppenphase eingeführt. Die Umbenennung war dann nur noch ne Frage der Zeit und erfolgte mit Beginn der Saison 2009/10.
    Dass ich davon nichts halte dürfte klar sein.
    Ich bin nach wie vor ein Freund des ‚alle Lose in einen Topp‘-Wettbewerbs, weil auf die Art sowohl Überraschungen sehr wahrscheinlich sind – ich sach nur: Duckadam – als auch ein frühes Aufeinandertreffen zweier Spitzenklubs, sofern auf Setzlisten und ähnlichen Unsinn vezichtet wird. Einzig Begegnungen zweier Mannschaften aus einem Land sollten für die ersten Runden nicht möglich sein.
    So viel zu meinem Traum^^.

    Da meinerseits ein Interesse an Ballknüppeln, Korbball und Mädchenrugby nicht vorhanden ist, sondern nur ein gewisses Interesse an Eishockey besteht, interessiert mich das System, wie es in den VSA ist, herzlich gar nicht.
    Aber es steht für mich außer Frage, was sich die geldgeilen Säcke, die die europäischen Klubwettbewerbe ruiniert haben, zum Vorbild nahmen: geschlossene Gesellschaft. Wer hier rein will, braucht vor allem eines: so viel Geld wie möglich.
    Und diese Realität kotzt mich an.

  23. Carlito sagt:

    Sehr lesenswerter Artikel! Da hat sich das warten gelohnt, Torsten! ;)

  24. schalkoholiker sagt:

    Danke für den Blick über den Zaun Torsten.
    Ich war neulich in New York und habe mir ein Basketballspiel der Knicks angeschaut. Es wurde an jeder Ecke deutlich, dass die Gelddruckmaschine im Vordergrund steht – garniert mit Sport-Entertainment. Du hast Recht: Es stört sich kaum jemand daran; auch nicht an den zum Teil absurden Preisen. Was mich allerdings gestört hat: Es gibt seitens der Zuschauer (ich tue mich in diesem Zusammenhang schwer mit dem Fan-Begriff) kaum noch eigene Emotionalität. Die Menschen zahlen und es wird geliefert. Wobei die sportliche Leistung wirklich bemerkenswert ist. Mir persönlich fehlt allerdings dann doch die Leidenschaft von Menschen, die nicht nur konsumieren sondern aus anderen Beweggründen an dem Team hängen. Bin mir aber auch nicht sicher, ob und wie da Ursache und Wirkung miteinander einhergehen…

  25. Steffen sagt:

    Ein sehr schöner Artikel der die Seiten der Kommerzialisierung im Sport beleuchtet. Auch seht interessante Kommentare.

    @Thorsten
    Bzgl. der perversion des College-Systems darf ich auf dieses Youtubevideo aus der „Last Week Tonight Show“ mit John Oliver verweisen.
    Ein millionengeschäft wo für die Sportler nur die Chance auf den Draft bleibt.

    https://youtu.be/pX8BXH3SJn0

  26. Günner sagt:

    Danke für den sehr anregenden Artikel. Ich denke, du solltest ein Buch daraus machen, das die unterschiedliche Entwicklung und demzufolge die unterschiedliche Auffassung vom „schönen“ Spiel beschreibt, ohne sofort die Übertragbarkeit in den Vordergrund zu stellen.
    Erregend fand ich den Gedanken, daß die Fußballfans heute sich verhalten wie die Turner im 19.Jahrhundert.
    In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, ob es in den USA ähnliche Gewaltausbrüche gibt wie sie in der Nachbarstadt kürzlich zu beobachten waren.

  27. Johannes sagt:

    Apropos US-Sport: Hier der Link zu einem der Dauerbrenner im US-Eishockey sowie einen gleichalten deutschen Eishockey-Dauerbrenner: Jaromir Jagr und Jan Benda. Hatte ich nicht auf dem Schirm, dass Jagr immer noch NHL spielt. Und Schalke kommt auch drin vor. Bitte hier entlang:

    https://www.merkur.de/sport/eishockey/jaromir-jagr-und-jan-benda-eishockey-mit-45-7385217.html

  28. Ney sagt:

    na, der artikel ist ja mal gut. bedankt! der jagr spielt noch als profi auf hohem niveau?! und war einmal für die schalker haie aktiv?! nu gugge.

  29. Carlito sagt:

    Wirklich ein lesenswerter Artikel, Johannes! Danke für den Link! :)

  30. leoluca sagt:

    Zur Abwechslung mal ein etwas anderer, schräger Blick auf das Endspiel der US-Football-Liga NFL. Nicht nur der Superbowl ist heute von großem internationalem Interesse, alles, was derzeit in den USA passiert, scheint ungewöhnlich viele zu elektrisieren:

    http://jungle-world.com/artikel/2017/06/55725.html

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