No to racism – Außer ’nem Bisschen


Nein zu Rassismus. Die UEFA fährt eine große Kampagne zu diesem Thema. Videos in Werbeblöcken, Bandenwerbung, Banner. Sucht man bei Google nach entsprechenden Keywords, plöppen gleich mehrere aussagekräftige UEFA-Seiten auf:

Parallel dazu veröffentlichte Ultras GE vor drei Tagen eine Stellungnahme zum anstehenden Europa League-Spiel gegen PAOK Saloniki, in welcher von einem Aussondern nach Nationalität die Rede ist.

Am 06. Februar 2017 gab es ein durch unsere Fanabteilung einberufenes Treffen, zu welchem Vertreter der bekannten Fanorganisationen (Supporters Club, Fan-Ini, SFCV, Schalker Fanprojekt und Ultras GE) geladen waren. Hier wurden unter Anwesenheit unserer Sicherheitsbeauftragten und dem Pressesprecher unseres Vereins, die wichtigsten Informationen zum anstehenden Auswärtsspiel in Saloniki mitgeteilt. Neben organisatorischen Punkten, wie dem vorgegebenen Treffpunkt und dem Transport zum Stadion, wurde aber auch eine Vorgabe der Verantwortlichen aus Saloniki übermittelt: Fans mit mazedonischer Staatsangehörigkeit sollen keinen Zugang zum Stadion erhalten, um unseren FC Schalke 04 wie bei etlichen anderen internationalen Auswärtsspielen zu unterstützen. Des Weiteren sind jegliche Fanutensilien mit Bezug zum Verein Vardar Skopje oder zu Mazedonien strikt verboten. Durch mehrfache Ausweis- und Kartenkontrollen soll dieses Verbot durchgesetzt werden.

Ein handfester Skandal. Eine Vorverurteilung nach trumpscher Manier, eine Sortierung von Menschen nach Klassen, entsprechend ihrer Herkunft.

Aber es gibt keinen Aufschrei. Schalke 04 protestiert nicht öffentlich. Keine Zeitung, kein TV-Sender thematisiert das.

Bemerkenswert.



Hattip: Astrid Erlebach



53 Kommentare zu “No to racism – Außer ’nem Bisschen”

  1. Netsmurf sagt:

    Als die Zecken da waren, durften keine griechischen Staatsbürger in den Gästeblock, diesmal sind es eben keine makedonische Volksangehörige. Wo war damals der Aufschrei wegen Rassismus?

    Das ist alles nicht schön, aber die Stadionsicherheit geht vor. Jeder Kneiper besitzt ein Hausrecht und kann nach Nasenfaktor die Besucherliste entscheiden.
    Hier wird das prophylaktisch gemacht, damit es zu keinen unschönen Szenen kommt.
    Auch bei uns werden Kontingente gekürzt, Anfahrten vorgeschrieben, …..Das an der Nationalität fest zu machen, hat seine eigene Qualität, aber letztendlich ist das nichts anderes als das Hausrecht ausüben.

    Und weil wir hier in „D“ leben, können oder wollen einige es nicht verstehen, das Makedonen und Griechen genauso verfeindet wie Israelis und Palästinenser sind. Da ist ein Spiel gegen die Zecken noch Kindergarten!

    Wir sollten alle bei dem Thema etwas entspannter werden, das geht hier nicht nur um Rassismus! Kann man so sehen, aber dann blendet man auch bewußt etwas aus.

  2. Chris sagt:

    Das ist heftig. Übel, was so alles gerade wider in Mode kommt.

    Vielleicht startet der “ Aufschrei“ jetzt. Unsere Fans Teilung sieht sich da nicht berufen und ich bezweifle, dass es über die an dem Treffen Beteiligten hinaus überhaupt bekannt ist.

    Vielen Dank, dass du solche Sachen immer wieder ausgräbst und öffentlich machst!

  3. Chris sagt:

    @Netsmurf
    Es ist eine Sache bestimmte Fangruppen auszuschließen. Aber alle Bürger eines Staates pauschal unter Verdacht zu stellen und proaktiv zu strafen – das hat eine ganz andere Qualität. Das ist die dunkle Seite der Macht. So einfach darf man sich Stadionsicherheit nicht machen.

  4. Steffen sagt:

    @netsmurf
    Doch genau darum geht es, es ist Rassismus. Nicht in Springerstiefeln, nicht pöbelnd aber genau so schlimm. Das muss einem klar sein und es wiedert mich an wie verharmlosend damit umgegangen wird.
    Auch ein Kneipenbesitzer und Türsteher darf nicht anhand der Hautfarbe selektieren (und ja ich weiss die Praxis sieht anders aus).

  5. Anonymous sagt:

    […] […]

  6. derwahrebaresi sagt:

    Ich bin auf die Stellungnahme im Rahmen der Pressekonferenz zum Spiel gespannt, sofern ein Reporter den Arsch in der Hose hat, eine solche Frage zu stellen.
    Na ja, vielleicht sind ja hierzu keine Fragen erlaubt …

  7. Carlito sagt:

    Aber es gibt keinen Aufschrei. Schalke 04 protestiert nicht öffentlich. Keine Zeitung, kein TV-Sender thematisiert das.

    Bemerkenswert.

    Für mich eher beschämend. Zumindest ein Hinterfragen könnte man doch erwarten. Aber vermutlich werden dadurch nicht genug Klicks generiert. Da ist ein Sperren der Südtribüne bei den Zecken halt publikumswirksamer.

    Sad but true.

  8. Detlef sagt:

    Natürlich gibt es keine Berichterstattung darüber. Es würde das Produkt Fussball beschädigen. Wer kann das schon wollen? Zu allerletzt die UEFA.

    So eine Sauerei von den PAOK gehört eigentlich mit sofortigem Ausschluss bestraft. Vor allem wenn man denn die bunten Werbefilmchen zum Maßstab nimmt.

    Ich hab jedenfalls gekotzt als isch die Meldung gelesen habe.

  9. Tobias sagt:

    Der Fanclub Emspower Rheine hat am Samstag einen Offenen Brief an die UEFA geschrieben. (www.emspower.de) Ich habe das im Schalkeweb thematisiert. Bisher nur ein paar griechische Kommentare. Einer lautete: Das mit Mazedonien und Griechenland sei wie mit Bayern, das zu Österreich gehöre, und Schleswig-Holstein, das Dänemark gehöre. Interessante Argumentation.

  10. P.Howard sagt:

    Ich glaube diese Anordnung dient vor allem dem Schutz mazedonischer Staatsbürger. Die Griechen, vor allem die in der Gegend um Thessaloniki (Region Makedonia), reagieren total empfindlich und irrational auf dieses Thema. In meinen griechischen Freundeskreis sind Leute, die ich eher links verordnen würde und garantiert nicht rassistisch, die nehmen das Wort „Mazedonien“ nicht einmal in den Mund und sprechen höchstens von Skopje wenn sie dieses Land meinen. Deshalb kann ich mir sehr gut vorstellen was passiert, wenn man sich in diesen Stadion bei diesen Fans als Mazedonier zu erkennen gibt. Die Gefährlichkeit dieser Fans hat sich doch schon im letzten Spiel auf Schalke gezeigt, bei der Reaktion auf die mazedonische Staatsflagge in der Nordkuve. Die griechischen Verantwortlichen waren absolut überzeugt, dass die den Rasen gestürmt hätten und in Richtung Nordkurve marschiert wären. Und das wegen einer Fahne die irgendwo hängt…

  11. Roman sagt:

    Vielen Dank, Torsten.

    Und hier der Kommentar des SCHALKE UNSER, der in die gleiche Richtung zielt:

    http://schalke-unser.de/?p=1751

  12. Fan sagt:

    Hier wird deutlich wie ernst die UEFA ihre Hochglanz-Kampagnen gegen Rassismus und gegen Diskriminierung in der Praxis wirklich nimmt, wenn kein mediales Echo zu befürchten ist. Alles nur PR!

  13. michael sagt:

    Ich bin da ganz bei P.Howard, Sicherheit geht nun mal vor! Das ist „nur“ ein Fußballspiel, wenn auch hoch brisant und ich will tatsächlich in zwei Wochen auf Schalke auch ein friedlichen Spiel sehen ohne Provokationen.

    und @ Torsten: mir wäre lieber gewesen du hättest ein anderes skandalöses Thema in Blog thematisiert: nämlich dem Fanterror gegenüber RB Leibzig der in Dortmund zu Gewalttätigkeiten gegenüber Kindern ausgeufert ist und die Vereinsführung (in Namen: Herr Watzke) es noch nicht mal hinbekommt sich klar zu distanzieren und sich für seine diskriminierenden, öffentlichen Wort (Hauptversammlung) gegenüber RB zu entschuldigen.

  14. bernd sagt:

    Ich habe das auch schon vor ein paar Tagen gelesen und konnte es erst gar nicht glauben. Unglaublich wenn man sich vor Augen hält was da tatsächlich passiert. Menschen werden aufgrund ihrer Nationalität von einem Stadionbesuch ausgeschlossen. Dies ist mit nichts zu begründen oder zu rechtfertigen. Liebe Netsmurf, michael und P.Howard, wenn man solche Rechtfertigungsgedanken zulässt, ist das der Anfang vom Ende. Es ist dramatisch und da kann man nichts, aber rein gar nichts entspannt sehen. Eigentlich sollte dies ein Auftrag an alle Journalisten sein hier nachzuhaken und dies an die breite Öffentlichkeit zu bringen. Aber in der Verantwortung sehe ich auch unseren Verein, der sich hier klar positionieren muss.

  15. leoluca sagt:

    @P.Howard
    Mazedonien, früher jugoslawisch, ist seit 1991 eine freie und eigenständige Republik und die Verwendung des Begriffs „Skopje“ für die Republik Mazedonien durch viele Griechen ist eindeutig herabwürdigend gemeint. Da ist mir ziemlich schnuppe, ob sich die sich so nationalistisch äußernden Griechen links, rechts oder mittig nennen.

    Verstehe ich dich aber nun richtig, dass Staat, UEFA und Verein in Saloniki die mazedonischen Staatsbürger deshalb nicht ins Stadion lassen wollen, um sie vor den Angriffen griechischer Nationalisten zu schützen?

    Das wäre dann vergleichbar mit der kruden Begründung des Polizeieinsatzes beim Spiel Schalke-PAOK vor ein paar Jahren in der Schalker Nordkurve, als die Polizei mit dem Argument stürmte, die nationalistischen PAOK-Hools hätten wegen des Zeigens der Mazedonien-Flagge in der Nordkurve mit Gewalttaten gedroht.

    In beiden Fällen geht man nicht gegen die Nationalisten vor, sondern gibt ihnen nach, einfach deshalb, weil sie mit Gewalt drohen, und man geht gegen die vor, denen Gewalt angedroht wird. So findet nicht nur eine Trumpsche Sortierung nach Herkunft statt, sondern der Rechtsstaat knickt gegen nationalistische Gewalttäter ein.

    Das ist wirklich ein handfester Skandal.

  16. P.Howard sagt:

    Lieber Bernd,
    das hat m.E. überhaupt nichts mit „Rechtfertigungsgedanken“ zu tun sondern mit der Überforderung der griechischen Polizei, die -ohnehin gebeutelt und schlecht motiviert durch die restriktiven Einsparmassnahmen der letzten Jahre- hier einfach die notwendige Sicherheit nicht gewährleisten kann und somit den einfachsten Weg geht.

  17. Carlito sagt:

    @leoluca: Danke! Treffend auf den Punkt gebracht!

  18. Nordlicht sagt:

    @ michael

    Du hast wirklich seit der Zulosung von PAOK daran geglaubt, das Spiel in der Arena könnte friedlich werden??

    @ leoluca

    dem ist nichts mehr hinzuzufügen…vielen Dank

    @ P.Howard

    Das hat aber nichts damit zu tun, dass es stillschweigend von der UEFA und auch – scheinbar – von unserem Verein akzeptiert wird. In solchen Fällen muss man halt mal Stellung beziehen. Ansonsten ist dem gewaltätigem Mob Tür und Tor geöffnet.

  19. Ein Lichtblick | WEB 0.4 sagt:

    […] „Mazedonier müssen draußen bleiben!“ Rassismus aller erster Güte. Torsten Wieland im Königsblog sowie das Schalke Unser haben sich schon ausführlich mit diesem Thema beschäftigt. Die UEFA sagt […]

  20. Christoph sagt:

    Danke Torsten, wieder mal eine Nachricht, die ich ohne das Königsblog nicht erfahren hätte.
    Von der Presse erwarte ich das nicht, dafür ist die Relevanz bei vielleicht einem Dutzend ausgeschlossener mazedonischer Schalker wohl nicht gegeben. Aber vom Verein Schalke sollte zumindest eine Stellungnahme kommen, und sei es im Rahmen der „News“ auf der Homepage:„Alle sind fit, wir spielen auf Sieg, übrigens unsere Haltung zum Ausschluss von Fans auf Grund ihrer Nationalität ist…“ Man kann darauf verweisen, wenn es zu Nachfragen oder – hoffentlich nicht – Vorfällen kommt und führt einmal nicht den Diskurs aus der Defensive. Vor allem sehe ich keinen Nachteil sich zu positionieren, leider anders als wenn man sich zum Polizeieinsatz äußert. Und hej, sogar die UEFA ist gegen Rassismus, solange es keine Konsequenzen hat und ablenkt.

  21. BlueNote sagt:

    Die Medien beginnen zu berichten: http://www.wp.de/sport/fussbal.....07631.html

  22. Rjonathan sagt:

    Der Rassismus – bzw in diesem Falle Nationalismus – ist ja nun ein Problem in der Region. Da passt der Vergleich Israel/Palästina ganz gut – auch wenn es Gott sei Dank im Allgemeinen nicht so blutig zugeht wie im Nahen Osten. Aber man kann nun doch wohl weder von der UEFA noch von dem Veranstalter PAOK verlangen, dass er das Nationalismus-Problem dort löst. Wie soll das denn funktionieren?

    Nach der Fahnenprovokation und der rabiaten Aktion der Polizei in GE kann man in dieser Sache als Veranstalter eigentlich nur verlieren. Ich verstehe die Angst, dass weitere „Mazedonien“-Provokationen aus dem Schalke-Block zu erwarten sind, und dass das sicherlich eine Gefahr für die Sicherheit im Stadion wäre.

    Ein trumpscher „travel ban“ ist da aber wohl eher kontraproduktiv, heizt er die Stimmung jetzt doch noch zusätzlich an.

  23. Netsmurf sagt:

    Die Auflage von PAOK, nicht der UEFA und auch nicht von Schalke, mag hier nationalitisch gewertet werden, das es nicht so ist, kann man auch final nicht ausschließen, aber der Fokus dreht sich hier um die Sicherheit im Stadion.

    Lest bitte einmal die Auswärtsinfo der Abteilung Fanbelange durch. Das ist kein Problem, was nur im Stadion anzutreffen ist.
    Warum wird das nur auf das Stadion und PAOK reduziert?

    Die Griechen sagen heute auch noch Konstaninopel! Auch das hat nichts mit der UEFA oder einem Fußballverein zutun. So ticken die Griechen nun mal. Das Wort Geschichtsbewältigung hat offenbar keinen griechischen Ursprung, wer weiß ob es das im griechischen überhaupt gibt.

    Und das aufhängen des Skopje-Banner in 2013 hat nicht dazu beigetragen, das unsere Fans den Ouzo „für unsere Freunde“ eingeschenkt bekommen.
    Es macht auch keinen Sinn, jetzt nachträglich über die Schuldfrage zu diskutieren. Die Situation ist in in 2017 leider so, auch wenn es zu Unrecht ist.

    Die Sicherheit im Stadion steht über den Befindlichkeiten einiger weniger!

  24. Christoph sagt:

    @Netsmurf
    Ich kann verstehen, dass PAOK bestimmte Symbole nicht im Stadion haben will (ich weiß gar nicht, wie das bei uns z.B. mit der Reichskriegsflagge ist, auch wenn man das nicht vergleichen kann). Aber bestimmte Menschen? Mal abgesehen davon, wie die schiere Anwesenheit eines Mazedonen sich negativ auswirken oder von den griechischen Fans überhaupt erkannt werden sollte, wo soll das enden? History is a bitch, Mazedonien war vor hundert Jahren ideell Teil von Großgriechenland, Großserbien, Großbulgarien… Wie du richtig anmerkst, hat gerade PAOK eine schwierige Vergangenheit mit der Türkei, warum nicht gleich alle Türken aussperren?

  25. Jan sagt:

    Netsmurf, wenn man Personen wegen ihrer Rasse, Herkunft, Religion usw. ausschließen will, dann ist das Rassismus. Egal, aus welchen für gut erachteten Gründen man das tun mag. Für den Betroffenen macht die Begründung keinen Unterschied.

    Und ob das andere auch tun oder getan haben: das Fehlverhalten des einen kann doch nicht das Fehlverhalten des anderen legitimieren.

  26. leoluca sagt:

    @Netsmurf.
    Wenn es den Verantwortlichen in Saloniki prioritär um die Sicherheit des Publikums geht, warum verweigern sie dann nicht denen den Stadionzutritt, die offen Gewaltanwendung ankündigen. Angst vor den eigenen Gewaltfans?

    Hätten PAOK und örtliche Polizei lediglich das Aufhängen der umstrittenen Flagge verboten (die im übrigen ebenso nationalistisch ist, weil mit Gebietsansprüchen an Nordgriechenland verbunden), dann wäre das – weil in Griechenland – durchaus nachvollziehbar. So kann in Deutschland das Aufziehen der alten deutschnationalen Reichskriegsflagge, obwohl nicht grundsätzlich verboten, immer dann untersagt werden, wenn sie an einem bestimmten Ort zu Gewaltauseinandersetzungen führen kann bzw. die friedliche Zusammenkunft stört.

    Aber hier wird nicht irgendeine Flagge im Stadion verboten, hier wird ganz gezielt Menschen einer bestimmten nationalen Herkunft der Stadionzugang verwehrt. Wenn das nicht nationalistisch und kein Skandal sein soll, dann gute Nacht Freedom and Democracy.

  27. Daniela sagt:

    Die Scheinheiligkeit ist zum kotzen. Die Menschen, die den Schutz im Stadion genießen sollten werden einfach mal von vornherein ausgeschlossen. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man lieber „die Krawallmacher“ im Stadion hat als die Menschen, die dem Rassismus ausgesetzt sind. Das ist ein Konzept welches oft benutzt wird. Die Menschen, die den Schutz bedürfen werden ausgeschlossen, mit der fadenscheinigen Begründung der Sicherheit.
    Was mich allerdings auch beschäftigt ist die Frage, warum die anderen Schalke Fans nicht aus Solidarität Zuhause bleiben. Wäre das nicht ein eindeutiges Zeichen dafür, dass man mit dem Verhalten nicht einverstanden ist?
    Das Selbe ging mir im Bezug auf das BVB-RBL Spiel durch den Kopf. Wir reden über die Menschen die das Plakat „Burnout Ralle häng dich auf“ hochgehalten haben, nicht aber über die Leute die schweigend dabei standen. Die durch ihr schweigen den Eindruck geben, sie seinen alle doch irgendwie damit einverstanden.
    Es ist nur ein Gedanke der mich seit langer Zeit beschäftigt, keine Verurteilung der Menschen die nun zu dem Spiel fahren.

  28. BlueNote sagt:

    @ Netsmurf: „Die Griechen ticken nun mal so“. Das mag in Teilen der Bevölkerung so sein, dennoch haben auch sie sich an rechtstaatliche Grundsätze der EU und in den Stadien auch an die Statuten der UEFA zu halten. Aus diesem Grunde ist ein pauschales Ausschließen aufgrund der Staatsangehörigkeit oder Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe aus meiner Sicht justiziabel und auch aus ethischer/menschlicher Sicht ein No Go. Dem Gedanken der Sicherheit dürfen diese Grundsätze nicht geopfert werden. Das darf nicht die Lösung sein.
    Ich glaube auch, dass durch solche Anordnungen die kriminellen Hools überflüssigerweise darin bestärkt werden, dass sie mit ihrer menschenverachtenden Gewalt auf der richtigen Seite stünden.
    Zum Thema Zivilcourage im Stadion: Ob ich in einer Ultra-Kurve den Mumm hätte, alleine gegen solche Plakate vorzugehen, weiß ich auch nicht. Kommt sicherlich auf den Moment an und den augenscheinlichen Alkpegel der „Täter“. Es war eine derartige Vielzahl von unerträglichen Bannern, dass das nun jeder für sich selbst beantworten muss, wie mutig er da gewesen wäre. Bei einem einzelnen Plakat auf der Gegengerade im Oberrang würde ich vermutlich eher reagieren und einschreiten.
    Gut ist aber doch, dass diese Dikussion jetzt überhaupt geführt wird. Ich bin auch zuversichtlich, dass man eine deratig perfide und leider perfekt organisierte Hetze nie wieder in einem deutschen Stadion erleben wird. All die Spacken, die sich daran beteiligt haben, sehen nun immerhin, dass ihr Verhalten von der großen Mehrheit der Fußballfans rigoros abgelehnt wird. Das Ächten und nachhaltige Ausmerzen solcher Exzesse bedarf aber mehr als unserer Ablehnung und Zivilcourage. Es ist ein weiteres Indiz für das Ausfransen unserer Gesellschaft, vergleichbar mit dem Phänomen der anonymen Hasskommentare in den sozialen Medien. Deren Ursachen zu bekämpfen, ist ein extrem komplexer und langer und beschwerlicher Weg, der gerade erst beginnt.

  29. Ney sagt:

    Sehr verspätet frage ich mich, was eigentlich damals der Sinn davon sein sollte, dass die Ultras-Bekanntschaften aus Skopje bei einem Heimspiel in der Schalker Nordkurve ihren Landeslappen aufhängen. Was Mazedonien und Griechenland miteinander auszukaspern haben, geht den allermeisten Schalkern, wage ich zu vermuten, sonstwo vorbei.

  30. Netsmurf sagt:

    Ihr habt doch alle in großen Teilen Recht, aber das ändert doch nichts daran, wie es dort ist. Den Fans brauchst Du nicht mit Recht und Rassismus kommen. Wenn die ein fremdes Wappen sehen, dann fällt bei denen eine Blutklappe in der Birne.

    Laut den ersten Rückmeldungen aus Saloniki gab es bereits die ersten Gastgeschenke an unsere Glaubensbrüder in blau-weiß.
    Das widerspricht den rechtsstaatlichen Grundsätzen der EU, und trotzdem hat es angeklopft.

    Ich will die Griechen nicht verteidigen, aber wer nach den eindringlichen Warnungen, egal ob von Kirsche, Schalke oder sonst wem in Saloniki blau-weisses Lametta anzieht, der ist suizidgefährdet, ein Ignorant oder dämlich.
    Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Erinnert mich an mein Kind, pack die Fingers nicht auffem Herd, der ist heiß…..

  31. Roman sagt:

    Selbst schuld?

    Bitte macht nicht Opfer zu Tätern. Die Schalke-Fans sind nicht selbst schuld, wenn sie aufgrund der blau-weißen Farben zusammen geprügelt werden. Schuld sind immer die Täter, nicht die Opfer. Und wenn man das Argument der „Provokation“ bringt, macht es das nicht besser.

    Immer, wenn es in Diskussionen um Gewalt geht, dann gibt es nicht wenige Leute, die behaupten, dass die betroffenen Personen „es ja provoziert hätten“. Das stellt im Grunde genommen nichts anderes dar, als eine Rechtfertigung für Gewalt.

    Völlig klar, dass man trotzdem vorsichtig sein soll.

  32. Torsten sagt:

    Vielleicht reden wir hier auch aneinander vorbei.

    Ich will nicht, dass irgendjemand sich oder andere in Gefahr bringt, um ein Recht gegen ignorante Arschlöcher durchzusetzen. Und dass ich zum Rückspiel von Schalkern ein „jetzt erst recht“ und Provokationen erwarte, nervt mich schon seit der Auslosung.

    Mir geht es um was anderes. Die UEFA tut so, als sei ihr die Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung wichtig. Schalke 04 ist meines Erachtens ein besonderer Club, zumindest wenn es um die Leute geht, die diesen Club ausmachen. In unserer Satzung steht in Paragraf 2:

    Der Verein […] tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen sowie diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen gegenüber anderen Menschen, insbesondere auf Grund ihrer Nationalität, ethnischen Zugehörigkeit, Religion, Geschlecht, sexuellen Orientierung oder Behinderung, aktiv entgegen.

    Tritt Bestrebungen aktiv entgegen!

    Ich erwarte, dass die UEFA, dass aber auch die Vertreter dieses unseres Clubs eben genau dann, wenn ihnen Rassismus und Diskriminierung direkt begegnet, auch mal den Arsch in der Hose haben und den Mund aufmachen, dass dieser Verein öffentlich Stellung bezieht und solche Umstände anprangert.

    Aber egal ob Gazprom, Katar oder jetzt sowas: Wenn es nah kommt, wenn es um eine Beziehung in irgendeiner Form geht, wenn man wohlmöglich Geld damit verdient, wird der Paragraf 2 als nicht mehr ganz so wichtig erachtet und solange weggelegt, bis er sich wieder zur positiven Öffentlichkeitsarbeit eignet.

  33. P.Howard sagt:

    Ich möchte nach wie vor den griechischen Verantwortlichen, als Grund ihrer Entscheidung keinen Rassismus unterstellen, sondern den Sicherheitsaspekt. Im Ergebnis ist das natürlich Diskriminierung.

    Für heute Abend hoffe ich inständig, dass alle Schalker inThessaloniki unversehrt bleiben. Vor allem, weil ich bezweifle, dass von der griechischen Polizei effektiver Schutz gewährleistet wird.

  34. derwahrebaresi sagt:

    Wurde/n diesbezüglich kritische Fragen auf der Pressekonferenz gestellt?
    Gab es Reporter die den Arsch in der Hose hatten?

  35. Simson sagt:

    Nein, es wurde nur eine Frage bezüglich der allgmeinen Sicherheit gestellt und wie die Mannschaft damit umginge. Standart Antwort: Kein Thema in der Mannschaft, man fühle sich sicher… etc. pp.

  36. Rjonathan sagt:

    @Torsten
    Ich verstehe nicht was du erwartest. Ein offizielles Statement – sei es noch so differenzert – von Schalke fände ich höchstgefährlich. Das würde die Stimmung ja wohl enorm anheizen und man würde den Fans vor Ort und der Mannschaft damit wohl einen Bärendienst erweisen. In solch aufgeheizten Konflikten sollte man vorsichtig sein, als neutraler Teilnehmer voreilig Zeichen zu setzen. Wenn Schalke jetzt gegen eine israelischen Verein spielen würde, müssten sie dann auch Stellung im nahost-konflikt beziehen und darauf bestehen, dass palästinensische und iranische Scahlke-Fans mitkommen dürfen? Ich meine: Schön wäre es, wenn das dann was bringen würde, aber das ist doch vollkommen irrealistisch. Ich verstehe die Satzung als Bekenntnis, vor der eigenen Haustüre und im eigenen Laden konsequent zu sein. Wieso hat Schalke in deinen Augen einen internationalen diplomatischen Auftrag?

  37. Torsten sagt:

    Ich verstehe die Satzung als Bekenntnis, vor der eigenen Haustüre und im eigenen Laden konsequent zu sein.

    Ich auch. Meines Erachtens ist eine Anweisung, welche den Zugang zum Schalker Fanblock bei einem Auswärtsspiel und damit die eigenen Fans betrifft, eben „vor der eigenen Haustüre“.

  38. Roman sagt:

    @rjonathan: Ich mische mich da nochmal kurz ein. Zunächst einmal ist es die Verantwortung der UEFA (und nicht von Schalke 04), hier einzugreifen, wenn hier tatsächlich – mal salopp gesagt – pauschal nach dem Pass entschieden wird, wer ins Stadion kommt und wer nicht (das gilt auch für Israel in europäischen Wettbewerben). Dies ist in allen von Torsten im Eingangspost zitierten Quellen klare und selbst auferlegte Verantwortung der UEFA, so etwas nicht zuzulassen bzw. zu sanktionieren.

    Wenn Schalke 04 aber davon in bilateralen Gesprächen Kenntnis erlangt, dass dies so von den Griechen (PAOK respektive griechische Polizei) angeordnet wird (das war meines Wissens der Fall), dann finde ich auch, dass man das zur Sprache bringen sollte.

    Ich verstehe das Dilemma, in dem Schalke 04 steckt. Vielleicht würde man das schon anprangern, aber man möchte die Stimmung auch nicht noch mehr anheizen. Naja. Ich hätte mir schon vorstellen können, dass man dieses Thema anpackt (vielleicht weich in der Formulierung), aber zumindest mal auf die Richtlinien der UEFA hinweist. Wenn man selbst eine klare Haltung hat, dann kann und sollte man die m.E. auch zeigen.

    Ich finde, dass es sich hier um eine absolute Grundsatzfrage handelt, bei der die UEFA nicht einknicken darf. Macht man hier eine Ausnahme, dann wird man auch in Zukunft Probleme bekommen, die eigene Haltung aufrecht zu erhalten. Wenn die UEFA von Null-Toleranz-Politik spricht, dann muss es eben auch genau das heißen, dass man eine solche Vorgehensweise nicht toleriert.

    Es gab nun anscheinend (auf Westline) eine Journalistenanfrage bei der UEFA. Dort antwortete man, dass PAOK eine solche Anordnung (nach Pässen zu unterscheiden) nicht gegeben hätte. Wie das zu deuten ist, wird man sehen. Möglicherweise rudert PAOK da grad etwas zurück, weil ihnen natürlich auch klar ist, dass ihnen Sanktionen der UEFA drohen, wenn sie das so machen.

  39. DevonMiles sagt:

    bissi off-topic, aber dennoch:
    Zum Thema „Haltung“ mal wieder ein bemerkenswertes Interview mit unserer Nummer 4..

    Wie twitterte Torsten mal: Oh captain my captain.

  40. derwahrebaresi sagt:

    Lt. griechischen Medien haben kurz nach Mitternacht 200 Schalker Fans im Zentrum von Saloniki eine Gruppe von Polizisten mit Glasflaschen und Steinen beworfen…

  41. Ney sagt:

    Womöglich dürfen wir in den nächsten Stunden noch weitere, zweifelsohne völlig glaubwürdige Polizeimeldungen, gefiltert durch die wahrhaftigen griechischen Medien und interpretiert und ausschnittsweise wiedergegeben durch die kompetenten und zuverlässigen deutschen Online- und sonstigen Heimatmedien konsumieren.

  42. Ney sagt:

    …dass viele Schalker es restlos satt haben, dass ihnen in Saloniki quasi nur das Atmen erlaubt sein soll, während die Befindlichkeiten der PAOK-Fans sowohl in Gelsenkirchen als auch der Heimat – bloooooooß nicht provozieren – als naturgegeben akzeptiert werden. Befindlichkeiten, so viel nur am Rande, die im wesentlichen auf politischen Konflikten beruhen, für die Schalker herzlich wenig können.

    Aktuell vor Ort: Susanne Hein-Reipen http://www.westline.de/fussbal.....olz?ref=tw

  43. Ney sagt:

    Soll jetzt kein Twitter-Ersatz hier werden, aber war eventuell das hier gemeint: https://twitter.com/Haber7_Spor/status/832205787959328768/photo/1 ?
    Leider ist mein Türkisch ein bißchen eingerostet…

  44. Rjonathan sagt:

    @Torsten
    Ich finde, da machst du es dir recht einfach. In diesem Fall ist da politische Brisanz im Spiel. Es geht nicht „nur“ um Zugang zum Stadion, sondern der Zugang zum Stadion hat eine politische Symbolkraft. Und die kann man nicht einfach wegignorieren und wie der Elefant im Porzellanladen rumpoltern. Das ist kein Argument für „einfach laufen lassen“. Aber ich finde es schon besser, wenn man da vorsichtig und zurückhaltend agiert.

    @Roman
    Das mit der UEFA sehe ich genau so und habe ich nicht angesprochen.

    Aber Torsten wirft in seinem Kommentar (http://koenigsblog.net/2017/02.....ment-83915) diese PAOK-Geschichte mit Qatar und Gazprom in einen Topf. Das finde ich überhaupt nicht in Ordnung, weil da so viel dran anders ist. Man hat sich den Gegner nicht ausgesucht, die politische Situation vor Ort nicht und man kann ihm auch nicht das Gastrecht absprechen, die Regeln – seien sie auch noch so bescheuert – im eigenen Stadion zu machen.

    Das Problem mit „Haltung zeigen“ habe ich oben bereits versucht anzudeuten. Ich weiß nicht, inwiefern man als Fußballverein laut in politische Konflikten Partei beziehen sollte, die seit vielen Jahren nicht von Politikern geklärt werden können. Ich halte das für zu viel verlangt und ich verstehe den Begriff „Rassismus“ dann auch ein bisschen intentionaler. Schließlich steckt hinter der Aktion ja nicht die Idee, dass Mazedonier Menschen zweiter Klasse sind oder sonstwie eine Abwertung. Es geht hier um die Sicherheit in einem akuten Konflikt. Dass die Regelung dennoch so nicht in Ordnung ist, da sie in der Wirkung ein seltsamer Mix aus Nationalismus und Gruppenhaft ist – geschenkt. Und offensichtlich hat die UEFA ja wenigstens mal angefragt bei PAOK. Wer hätte das gedacht? :-)

  45. derwahrebaresi sagt:

    @Ney

    Mit o.a. Post hatte ich keinesfalls vor irgendwas zu „bewerten“.
    Ich bezog mich auf die Aussage eines griechischen Freundes,
    der ebenso wie ich sehr „kritisch“ mit solchen „Meldungen“
    umgehen kann.
    Ich könnte ein paar Links hier ablegen, aber wer kann hier schon
    so gut griechisch sprechen/lesen. ;-)

    Verifizieren können wir es ja ohnehin nicht.

  46. Nordlicht sagt:

    @ Rjonathan

    Ich finde schon das man alles in einen Topf werfen kann. So wie ich den Text von Torsten verstanden habe, kritisiert Torsten die scheinheilige Doppelmoral unserer heutigen Zeit.

    So wie es öffentlich gerade am Besten passt, so wird sich dann verhalten.

    Es geht doch gar nicht darum das von Seiten des FC Schalke 04 irgendwas gemacht werden soll. Aber verdammt noch mal, soll man doch ruhig etwas ansprechen und kritiseren dürfen.

    Entweder trete ich für irgendwelche Werte ein oder ich lass es sein und mache daraus keine medienwirksame Veranstaltung.

    Was macht denn die UEFA sollte Saloniki mal auf Skopje treffen?? Wenn ich den Bericht von Susanne Hein-Reipen richtig lese, gibt es ja auch Menschen dort die sich freuen und freundlich sind.

    Für mich ist es nur ein Grund von irgendwelchen gewalttätigen Vollidioten sich provoziert zu fühlen. Wenn es politisch so ein riesen Thema ist, wundert es mich das die Regierungen noch nicht telefoniert haben.

  47. Ney sagt:

    @derwahrebaresi
    War nicht als Kritik an Dir gemeint. Nur um das klarzustellen.

    Berichterstattung über solche Ereignisse hat oft was von stiller Post, und manchmal ist schon die erste Beschreibung absichtlich verfälscht.

  48. Ney sagt:

    Übrigens, kleiner Exkurs: morgen wird der „Schwatte“ 80 Jahre alt.

  49. derwahrebaresi sagt:

    @Leider ist mein Türkisch ein bißchen eingerostet…

    ich habe soeben einen türkischen kollegen gefragt.
    hierbei handelt es sich nur um den hinweis, dass
    das heute das spiel stattfindet.

    das bild ist dann mal wieder nur „meinungsmache“ :-(

  50. Netsmurf sagt:

    Roman sagt:

    Selbst schuld?

    Bitte macht nicht Opfer zu Tätern. Die Schalke-Fans sind nicht selbst schuld, wenn sie aufgrund der blau-weißen Farben zusammen geprügelt werden. Schuld sind immer die Täter, nicht die Opfer. Und wenn man das Argument der „Provokation“ bringt, macht es das nicht besser.

    Wenn eine klare Ansage kommt, das man alle Fanartikel auslassen sollen, weil man sich selber in Gefahr begibt, dann sollte man die Handlungsempfehlung vielleicht auch hinterfragen.
    Halte ich mich nicht daran, handel ich wider besseres Wissen und nehme die Provokation mindestens billigend in Kauf.
    Bin ich dann der moralisch Sieger?

    Sorry, das ist für mich ein Verhalten wie ein kleines Kind, das mit den Füßen auf den Boden strampelt, weil es seinen Willen nicht bekommt.
    Das kannst und darfst Du gerne anders sehen!

    Schön wäre es, wenn es gar keine Repressionen und Gewalt beim Fußball geben würde!

    P.S.: Es gibt jetzt wohl doch keinen Nationalitätenausschluß beim Zugang ins Stadion!

  51. leoluca sagt:

    Die WAZ meldet heute Mittag in der Tat, dass mazedonische Fans heute Abend nun doch Einlass ins Toumba Stadion bekommen, und zieht eine Linie zu den Protesten aus Schalker Fankreisen gegen die ursprüngliche Absicht, mazedonischen Bürgern den Stadionbesuch zu untersagen. Paok Saloniki habe, so die WAZ, gegenüber der Uefa erklärt, dass es gegen Schalke „keine speziellen Kontrollen oder gar pauschale Einlassverweigerungen für Bürger der Republik Mazedonien gibt.“

    Was eine kleine Schalker Ultra-Gruppe heute Mittag allerdings nicht daran gehindert hat, ein griechisches Cafe in seine Einzelteile zu zerlegen. Darüber berichtet die WAZ ebenfalls, Westline, die auch vor Ort sind, allerdings nicht.

  52. derwahrebaresi sagt:

    @Übrigens, kleiner Exkurs: morgen wird der „Schwatte“ 80 Jahre alt.

    Ulf Kirsten ist schon so alt? ;-)

  53. leoluca sagt:

    Ich muss gestehen, dass mich das Arena-Verbot der alten mazedonischen Flagge heute Abend durch den Verein deutlich mehr beruhigt als dass es mich empört.

    Vor vier Jahren war das Zeigen dieser historisch längst überholten Flagge des Staates Mazedonien harmlos und der Polizeieinsatz gegen die Nordkurve eine ausgemachte Dummheit. Heute Abend wäre das Zeigen eine bewusste Provokation, die Verletzte mit in Kauf nehmen würde. Darauf hätten die Ultras am besten selber verzichtet, haben sie leider nicht.

    Ob es sich hier nun um die – im Sicherheitsinteresse – legitime Einschränkung von Meinungsfreiheit handelt oder nicht, muss natürlich jeder selbst wissen. Ich möchte zu bedenken geben, die Sache nicht zu hoch zu hängen. Denn welche Meinung von Schalke-Fans wird hier eigentlich unterdrückt?

    Diese Flagge galt von 1992 bis 1995 als die Nationalflagge des Staates Mazedonien. Wen es interessiert, warum die Fangruppe „Komiti Düsseldorf“ so großen Wert darauf legt, sie in der Arena zu zeigen, und welche Hintergründe diese Causa überhaupt so hat, dem sollte dieser Artikel vielleicht etwas zu denken geben.

    https://heloukon.wordpress.com/2013/08/22/ein-bisschen-feiern-mit-freunden-auf-schalke/

    Ich habe mich danach durchaus gefragt, warum die Ultras Gelsenkirchen sich mit diesen Leuten überhaupt solidarisieren.

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