Energieleistung gegen den Tabellenzweiten

Am 30. Spieltag kam der Tabellenzweite, seines Zeichens Werbeabteilung eines Brauseunternehmens, in die Veltins Arena. Das erklärte Ziel sollte es sein, die bisher relativ erfolgreich verlaufene Kaltakquise-Tournee in der Bundesliga mit einem Sieg gegen den Krisenclub Schalke 04, den Europapokal-Halbfinalisten der Herzen, fortzusetzen. Die Voraussetzungen dafür konnten gar nicht besser sein: RB reiste ausgeruht und mit voller Kapelle nach einem 4:0-Heimsieg gegen den Europacup-Aspiranten Freiburg an. Schalke hatte, wir erinnern uns, 120 intensive Minuten gegen Ajax Amsterdam in den Beinen. Von Darmstadt sprechen wir lieber gar nicht, und von einem einzigen Verletzen im Lazarett und der „Qual der Wahl bei der Aufstellung“ (Hasenhüttl) bekäme Markus Weinzierl wohl feuchte Träume.

Schalke legte erstmal so los wie zu befürchten war: Oft einen Schritt zu langsam, fast alle Aktionen einfach zu unpräzise. Durchaus so, als hätte man sich am Donnerstag noch 120 Minuten lang „zerrissen“, was ja das neue Modewort im deutschen Fußballsprech zu sein scheint. Ab Minute 10 wurde der ein oder andere Pass an den Mann gebracht, Schalke schien sich langsam den Muskelkater rauszulaufen und Guido Burgstaller verzeichnete sogar einen ersten Abschluss. Kopfballduelle konnten jedoch weiterhin keine gewonnen werden. Vielleicht war dieses Faktum kurz darauf Benedikt Höwedes‘ Motivation gegen Publikumsliebling Timo Werner, ein solches erst gar nicht zu führen und stattdessen nur zu klammern. Vielleicht wollte er stattdessen aber auch dem „Die Mannschaft“-Kollegen Timo endlich mal zu einem verdienten Elfer verhelfen und Ralf Fährmann die Gelegenheit, sich ein weiteres Mal als Elfmeterkiller auszuzeichnen – wir werden es wohl nie erfahren. So oder so ging Leipzig mit diesem verloren Duell in Führung.

Kurz danach hätte Leipzig gar auf 2:0 erhöhen können, aber Emil Forsberg war wohl selbst überrascht, dass er nicht im Abseits stand. Wohl in Gedanken bei der Frage, ob der mitgelaufene Timo Werner sich nun im passiven oder im aktiven Abseits befand, und um sich und uns allen die Diskussion darum zu ersparen, entschied er sich für die einzig richtige Möglichkeit: Er setzte einfach den Ball neben das Tor und entschuldigte sich brav.

Auch danach war RB das bessere Fußballteam, Schalke ließ aber nicht wirklich was anbrennen. Erwähnenswert vielleicht noch Minute 36, in der man kurz denken konnte, Ralf Fährmann wär in der Zwischenzeit gegen Manuel Neuer ausgewechselt worden, als er ungefähr auf Höhe des gegnerischen Strafraums den Ball vor dem freien RB-Mann weggrätscht. Wenig später, während ich noch grübelte ob Neuer sich nicht kürzlich den Fuß gebrochen hat und sowieso sein Brot inzwischen ganz woanders verdient (ebenfalls Werbebranche), bereinigte Fährmann die Verwirrung höchst selbst, indem er einen Abstoß ins Aus schlug, fast als wolle er damit sagen: „He, ich bin‘s noch, der Ralf!“

In der zweiten Hälfte dann der Auftritt des Hunters. Klaas-Jan Huntelaar bewies, dass er es immer noch kann, wie damals, 2011: Mutterseelenallein, aus 7 Metern mit dem Kopf. Es war wohl Abseits, aber den Videobeweis, den sich auch Markus Weinzierl kürzlich noch gewünscht hatte, gibt es ja zum Glück noch nicht. Schalke zeigte sich fortan verbessert, durchaus auch mit Chancen, ohne sich jedoch absolute Hochkaräter zu erspielen. Die hochgelobte RB-Offensive hatte Schalke nun weitestgehend gut im Griff und die ganz gut getimte Abseitsfalle verhinderte Schlimmeres. So blieb es am Ende bei einem leistungsgerechten Remis.
 
 
Nur solide, aber in Summe ebenbürtig

An sich war es ein in keinerlei Hinsicht besonderes Fußballspiel. Eine bessere Leipziger Mannschaft in Durchgang eins, verbesserte Schalker in der zweiten Hälfte. Solides Handwerk von beiden Teams, einige vernünftige Spielzüge, insgesamt aber zu wenig Torraumszenen um den unbeteiligten Zuschauer mitzureißen. Letzteres übrigens nur eine Vermutung meinerseits, da ich nicht gerade unbeteiligt war und unbedingt auf Satisfaktion für das Hinspiel gehofft hatte.

Nein, besonders wurde es eher durch die eingangs genannten Umstände. Dass Schalke drei Tage nach dem bitteren Viertelfinal-Aus Leipzig in Summe absolut ebenbürtig begegnet, in der Laufstatistik sogar ein leichtes Plus erlief, ist keinesfalls selbstverständlich und verdient Anerkennung.

Auch spielerisch sah es nicht nur nach Stückwerk aus. Nabil Bentaleb gefällt mir in der Rolle als Chef im tiefen Mittelfeld einfach extrem gut, mit Coke hat man endlich wieder einen Rechtsverteidiger der mehr als eine solide Notlösung ist, Sead Kolasinac vermisse ich jetzt schon und für Klaas-Jan Huntelaar freut mich, dass er endlich wieder traf – vielleicht zum letzten Mal für S04?

Lobend erwähnen könnte ich jetzt noch Benjamin Stambouli und Ralf Fährmann. Den Witz oben konnte ich mir nicht verkneifen, seine langen Bälle sind immer noch schwach. Aber geschenkt, denn wie er mittlerweile ins tiefe Kombinationsspiel eingebunden ist und auch in brenzligen Situationen spielerische Lösungen findet, verdient absolute Hochachtung. Ich denke das hätten ihm in dieser Form die wenigsten von uns zu Beginn der Saison zugetraut.

Für den Rest der Saison wünsche ich mir jetzt noch ein paar gute Spiele und dann sollen alle Beteiligten erstmal ordentlich Urlaub machen.

Habt eine gute Woche und vertragt euch,
Florian



62 Kommentare zu “Energieleistung gegen den Tabellenzweiten”

  1. Teotor sagt:

    Schöner Beitrag! Vom Ton her mal anders (ich musste das ein oder andere mal grinsen), aber auf gewohnt hohem Niveau. Da dürfen gerne weitere Gastkommentatoren zu Wort kommen. Das Spiel löste am Ende eine gewisse Zufriedenheit bei mir aus. Dass sich die Blauen so reinhauen, besonders nach dem frühen und mal wieder zum haareraufenden Abwehrverhalten von Herrn Höwedes, hätte ich nicht erwartet. Unterm Strich geht das Ergebnis in Ordnung. 1 Punkt: Es geht nicht vor, die von hinten kommen nicht näher, es kann noch viel passieren.

  2. Zeitspieler sagt:

    @ Torsten

    Spiegel Online hat sich wohl von Deiner Überschrift „Ein Duell wie eine Saison“ inspirieren lassen.

    @ Flokno Vielen Dank! Gut gemacht!

  3. Torsten sagt:

    Spiegel Online hat sich wohl von Deiner Überschrift „Ein Duell wie eine Saison“ inspirieren lassen

    Ja, hatte ich schon gesehen. Kurioserweise zu unterschiedlichen spielen. Während ich das Ajax-Spiel so überschrieb, wählte Christian Helms diese Formulierung für das Leipzig-Spiel. Vielleicht ist die so genial, dass die zu jedem S04-Spiel funktioniert ;-)

  4. Rjonathan sagt:

    @FloKno
    Sehr schöner Text! Ich fand das Spiel von Stambouli und Bentaleb auch herausragend. Ich glaube Stambouli hat ein wenig das „Matip-Problem“ auf Schalke. Da er weniger mit unglaublichen Grätschen und langen Schnittstellenpässen und mehr mit Stellungsspiel, Antizipation und klugen spiellenkenden Kurzpässen agiert, wird er deutlich schlechter gesehen, als er tatsächlich spielt.

    @Zeitspieler @Torsten
    Lustig: Als ich heute morgen über das Spiel nachdachte, habe ich mir auch gedacht: Irgendwie passt die Überschrift von Donnerstag auch ganz gut auf dieses Spiel. War ja auch irgendwie ein ähnlicher Verlauf gegen einen ähnlichen Gegner, nur der KO-Schlag hat Gott sei dank gefehlt.

  5. derwahrebaresi sagt:

    In den ersten 45 Minuten sah ich überwiegend Slapstick von unserer Truppe und geht man dann mit einem 0-2 in die Pause, dürfte es sich
    schon erledigt haben.
    Mit den schnellen Ausgleich nach Wiederbeginn war die Mannschaft dann im Spiel.

    Die Dosen m. E. dennoch spielerisch um mindestens eine Länge besser,
    unabhängig von Mehrfachbelastung o.ä..

    Die haben augenscheinlich ein vernünftiges Konzept …

  6. CarstenS04 sagt:

    Danke Flo für den Beitrag…

    In der nächsten Saison haben wir dann ja wahrscheinlich die 15 Spiele weniger in den Beinen…

  7. Detlef sagt:

    Schöner Text über das Fussballspiel, das ja die Hauptsache sein sollte.

    Mir ging während des gesamten Spiels der Ultra „Gesang“ auf den Keks. Nicht nur das man wie fast gewohnt nicht Spiel orientiert supportet, sondern man „kümmerte“ sich eigentlich mehr um den Gegener, als das man die eigene Mannschaft unterstützte.

    @derwahrebaresi
    Slapstick? Man versuchte irgendwie dem Druck von Leipzig zu entkommen, was kaum gelang. Stattdessen wurde der Ball meist von Ralle lang nach vorne geschlagen. Gut sah das in der Tat nicht aus.

    Interessant war für mich, dass der Gegener am Ende nachliess, warum kann ich nicht sagen. Fast konnte man den Eindruck haben, dass nicht Wir, sondern Die 120 Minuten am Donnerstag spielen mussten.

  8. ReinerEdelmann sagt:

    Ich bin mit dem Punkt zufrieden.

    Spielerisch konnten bei uns nur Bentaleb und Coke ab und an Akzente setzen; Kola brachte dann und wann seine Energie ein.
    Leipzig wusste in der ersten Hälfte zu gefallen, hat nach dem Gegentor aber stark abgebaut.

    Insgesamt ein unterdurchschnittliches Spiel, von vielen kleinen Unterbrechungen „zerhackt“.

  9. crisscross04 sagt:

    @Rjonathan:
    „Ich fand das Spiel von Stambouli und Bentaleb auch herausragend.“

    Da fehlen mir echt die Worte angesichts dieser Lobeshymnen…

    Unser Aufbauspiel war zu 98% durch weite Abschläge von Fährmann geprägt. Wir haben kaum gefährliche Chancen generiert – meistens nur durch Einzelaktionen von Meyer und Kola und Du sprichst von einer „herausragenden“ Leistung von Stambouli und Bentaleb? Ähmm… nun gut.

    In der ersten Halbzeit wurden wir von Leipzig vorgeführt. In der zweiten Halbzeit haben wir den Laden hinten dicht bekommen und der Einsatz hat gestimmt. So gesehen ist das Ergebnis von 1:1 auch in Ordnung. Aber ansonsten war es doch weite Strecken wieder ein Grottenkick unserer Mannschaft, in dem die Fans mal wieder die Ideelosigkeit und viel zu wenig Tempo in den Aktionen nach vorne gesehen haben.

    Für mich wäre eine herausragende Leistungen gewesen, wenn z.B. Bentaleb mind. 5-6 Pässe in die Tiefe gespielt hätte, diese auch beim eigenen Spieler angekommen wären und dadurch hochkarätige Chancen generiert worden wären. Aber irgendwie sah die Realität doch anders aus, oder?! Seine Pässe waren vielleicht gut gemeint, aber schlecht ausgeführt. Außerdem geht mir sein südländisches Temperament mittlerweile ganz schön auf den Keks. Der ist gefühlt 89 min nur am meckern, was mMn in erster Linie seiner eigenen Leistung geschuldet ist. Ja, Bentaleb hat ein paar Dribblings geführt und gewonnen und auch Einsatz gezeigt. Aber dass dadurch seine Leistung schon als „herausragend“ beurteilt wird?! Wie tief sind wir gesunken?!

    Die Analyse dieses Spiel spricht für mich schon Bände:
    Wir sind nicht nur im unteren Mittelmaß der Liga angekommen, sondern es gibt genügend Fans, die damit auch schon mehr als zufrieden sind.

    Und noch ein Wort zu Leipzig:
    Ich finde, dort wird eine sehr gute, gar „herausragende“, Arbeit geleistet! Hier passt irgendwie das Adjektiv. Dieses, in Mode gekommene, „Bashing“ von RB Leipzig finde ich persönlich völlig daneben. In vielen Kommentaren spricht häufig nur der Neid.
    Ehrlich gesagt, wäre mir ein Brausepulver Sponsor auch wesentlich lieber als ein von einem russischen Diktator unterstützendes Gazprom. Also einfach mal den Ball flach halten, oder?!

  10. P.Howard sagt:

    Nein. Ich bin überhaupt nicht zufrieden!
    Worüber sollte ich zufrieden sein? Weil wir in einen ach so heroischen Kampf dem angehenden Vizemeister einen Punkt abgetrotzt haben? Oder weil sich der Abstand zu den Abstiegsplätzen nicht weiter verringert hat? So weit sind wir also schon.
    Und das Schlimmste ist, ich sehe absolut keinen Grund, weshalb es mit diesem Abrutsch in das untere Mittelmaß nicht so weiter geht. Auch im Hinblick auf die weitere Kaderverschlechterung durch Abgänge.
    Und ich bin auch nicht zufrieden, dass in Kürze die Trainerfrage wieder die Schlagzeilen beherrschen wird und danach alles wieder von vorn losgeht. Hoffnung ade!

  11. Frank sagt:

    Hallo, sehr gut geschrieben, allerdings habe ich das ein wenig anders gesehen.

    Bentaleb gefällt mir persönlich als erste Anspielstation nicht. Er geht unnötig in die Dribblings oder spielt dann die Bälle zurück. Durch den weiten Weg zum gegenerischen Strafraum ist er in den Möglichkeiten beschnitten um etwas für das Offensivspiel zu machen.

    Das Tor vom Hunter war kein Abseits, da Bernhardo näher zum Tor stand als Klaas.

    Stambouli mit Matip zu vergleichen sehe ich genauso. Die Fans werden den auch schon vergraulen.

    Standards von Meyer sind einfach schlecht geschossen. Ich hätte mir mal gewünscht,das Coke einen Freistoß schießen darf. Das er Flanken kann hat er ja bewiesen.

    Wir müssen uns aber auch im Klaren sein, wenn Forsberg das 2:0 macht wird es schlecht für uns ausgehen.

  12. malte sagt:

    Ich habe eigentlich eine recht deutliche Niederlage erwartet. Von daher bin ich mit dem Punkt und nach der zweiten Halbzeit auch mit der Art und Weise wie dieser zustande gekommen ist, zufrieden.

    Wie kann man denn ernsthaft erwarten, dass unter den aktuellen Voraussetzungen ein Spiel gegen Leipzig auf Augenhöhe gestaltet werden kann? Klar, hätten wir alle gerne eine andere Ausgangslage und grundsätzliche Kritik ist ja auch durchaus berechtigt. Aber die Situation ist nun mal aktuell so wie sie ist: Die Mannschaft geht komplett auf dem Zahnfleisch. Da ist doch kaum noch ein Spieler auf dem Platz, der schmerzfrei laufen kann. Und Leipzig hat aktuell genau 1 Verletzten, ist nicht ganz unverdient Tabellenzweiter, hat nach kurzem Formtief gerade wieder einen Lauf, konnte sich die volle Woche auf das Spiel vorbereiten und hatte keine 120 Minuten von vor drei Tagen in den Knochen.

  13. Torsten sagt:

    Ehrlich gesagt, wäre mir ein Brausepulver Sponsor auch wesentlich lieber als ein von einem russischen Diktator unterstützendes Gazprom.

    Mir auch. In Leipzig ist Red Bull allerdings nicht Sponsor, sondern Besitzer, und man unterstützt keinen Club, sondern hat einen neu erfunden, um für ein Produkt zu werben. Das ist kein Sponsoring und kein Mäzenatentum, sondern Marketing.

    Das man das in 2017 immer noch erklären muss, wundert mich. Aber vermutlich ist auch das einfach nur der Erfolg Red Bulls, der eben darauf setzt, dass den Leuten alles scheißegal ist, dass sie sich schon daran gewöhnen.

  14. Presse 24.04.2017 | rotebrauseblogger sagt:

    […] [Königsblog] Energieleistung gegen den Tabellenzweiten: http://koenigsblog.net/2017/04.....enzweiten/ […]

  15. max sagt:

    insgesamt, finde ich, war es ein gerechtes ergebnis in einem eher langatmigen spiel. die dosen waren in hz1 klar besser, schalke hat sich das unentschieden erkämpft. wobei ich von rb etwas überrascht war, weil ich sie schon recht schwach empfand, va nach dem seitenwechsel. viele unsauberkeiten im spiel und auch nicht immer zielstrebig. schließ mich den überschriften an…
    vllt interessiert jemand folgendes: https://twitter.com/11tegen11/status/856200539893370880
    bei aller kritik an fährmanns fußballerischen fähigkeiten, entwickelt er sich konstant seit 2,3 jahren weiter, wenn natürlich nicht in riesigen sprüngen oder gar auf ein neuer-niveau. das sollte auch mal honoriert werden.
    die aussage „schalke habe kaum noch fitte spieler“ finde ich quatsch. selten gab es einen so großen und erfahrenen kader. auch und trotz der verletzten, gab es kaum ein spiel, in dem weinzierl nicht noch mit gestandenen spielern nachlegen konnte. da gab es in der vergangenheit ganz andere situationen. ob und inwieweit die spieler für ein bestimmtes system 100% passen, ist natürlich ne andere sache. aber bspw einen aogo oder kono kann man doch nicht ernsthaft ihre bl-tauglichkeit absprechen. da wird mir ein bisschen zuviel drauf rumgeritten.
    bei der kritik am vermarktungsverein schließe ich mich der meinung von torsten und den meisten anderen an. sollte wirklich mittlerweile bekannt sein. auch der verweis auf gazprom ist nur die halbe wahrheit. keine frage, ich finde den sponsor auch ganz und gar nicht toll, aber welcher sponsor oder teilhaber ist korrekt? mercedes, wiesenhofer, vw? da gibt es nicht viele, selbst bei oberflächlicher betrachtung dieses themas.

  16. Detlef sagt:

    @crisscross04
    Das in Leipzig gut gearbeitet wird bestreitet niemand ernsthaft. Aber wie ist dieser „Verein“ entstanden, wie hat er von den Verbänden durchgewunken werden können, das ist das vielen sauer aufstößt.
    Man hat eine weitere Ausnahme zu 50+1 zugelassen. Eine ziemlich weitreichende Ausnahme.

  17. Ney sagt:

    Dieses, in Mode gekommene, „Bashing“ von RB Leipzig finde ich persönlich völlig daneben. In vielen Kommentaren spricht häufig nur der Neid.

    Was daran neu und modisch sein soll, müsstest Du mal erklären. Gegenüber dem RB-Modell besteht eine weit verbreitete Abneigung bereits seit Regionalliga-Zeiten (oder man frage die Anhänger des früheren österreichischen Bundesligisten Austria Salzburg). Was tatsächlich eine Mode ist: aufgrund des sportlichen Erfolges der Franchise mit Lob und Schmeichelei nicht mehr zu sparen und Kritiker niederzumachen.

    Der letzte Ballesterer ist da ganz interessant, dort analysieren sie ganz ohne Schaum vor dem Mund, wie die Liebedienerei gegenüber der kickenden Marketingabteilung des Getränkeherstellers die ganze Leipziger Presse & Politik erfasst hat. Muss man hier nicht nach- oder mitmachen.

  18. Flo Kno sagt:

    @ Frank: Bei der Beurteilung von Bentaleb vergleiche ihn vor allem mit Geis, der eine sehr ähnliche Rolle in der letzten Saison gespielt hat. Und im Vergleich finde ich Bentaleb einfach in allen Belangen deutlich überlegen, außer vielleicht bei direkten Freistößen. Insofern ein echter Qualitätssprung.

    Zum Thema Mittelmaß:
    Wenn ein gerechtes 1:1 gegen RB unteres Mittelmaß bedeutet, dann ist Hoffenheim wohl ein Abstiegskandidat? Leipzig hatte gestern nach der Chance von Forsberg keinen einzigen nennenswerten Abschluss mehr und das war ca. 20. Minute: pic.twitter.com/EUWnzU8sVa

    Auch das Hinspiel habe ich deutlich brenzliger in Erinnerung.

    @ crisscross: Was RB angeht, ich denke mal du meintest nicht mich mit dem Bashing. Prinzipiell stimme ich dir absolut zu, dass ich lieber sowas wie RB als Sponsor hätte als Gazprom. Das Projekt RB können wir auch gerne diskutieren. Wie man der Infobox entnehmen kann habe ich ein paar Jahre in Leipzig gelebt und kenne daher einige Dauerkarten-Inhaber und Fanclub-Mitglieder. Der Trainer meines Fußballteams dort war bzw ist immer noch Scout für RB und kennt daher die ganzen Leute auch ganz gut.
    Um eine lange Geschichte kurz zu machen: wenn man Fußball als Produkt der Unterhaltungsindustrie begreift, dann ist absolut nichts an RB auszusetzen. Wenn man dagegen die Entwicklung des Fußballs in diese Richtung an sich kritisieren möchte, dann eignet sich RB dafür ganz gut als Extrembeispiel, weil RB halt aus nichts anderem besteht. Dass es entsprechende Tendenzen auch beim BVB und natürlich auch auf Schalke gibt ändert nichts daran.

    Neidisch bin ich auf jeden Fall nicht, wenn ich an RB denke. Im Gegenteil, ich empfinde eher Mitleid für die Leipziger: Dass es RB überhaupt gibt liegt vor allem daran, dass alle Leipziger Traditionsvereine, und es gab derer viele, man darf nicht vergessen dass der DFB nicht zufällig in Leipzig gegründet wurde, nach der Wende in der sportlichen Bedeutungslosigkeit verschwunden sind und heute einige davon eine Anhängerschaft haben, nun, man kann sie wohl ‚braun‘ nennen. Dafür haben sie jetzt einen Klub der sich zwar nicht wirklich für die Region interessiert aber ahnsehnlich Fußball spielen lässt. Fair enough.

  19. Rjonathan sagt:

    @crisscross
    Ok, „herausragend“ ist vielleicht ein wenig hoch gegriffen. Passender wäre „hervorhebenswert“ gewesen.

    Zu deiner Kritik an Bentaleb: In HZ 1 hatte Bentaleb kaum gute Aktionen, das hatte aber wohl eher taktische Gründe. Das Konzept, ihn bei Ballbesitz zwischen die IV zu ziehen, ist überhaupt nicht aufgegangen, da keine Anspielpartner im Mittelfeld vorhanden waren. Deswegen auch der viele lange Hafer. In HZ 2 wurde das dann verändert und hat meines Erachtens sehr viel Anteil daran, dass es dann besser lief. Weil er durch seine Ballkontrolle den Ball auch mal im Mittelfeld halten konnte. Der Anspruch an einen 6er kann für mich nicht sein, dass er in Serie Chancen einleitet. Dass er das dennoch ab und an probiert und es manchmal sogar klappt ist eher ein plus. Aber Hauptaufgabe im Ballbesitz ist für mich, das gegnerische Pressing zu umspielen. Und das haben er und Stambouli in HZ 2 immer wieder sehr gut und häufig wenig prätentiös mit Pässen auf Meyer und die Außenbahnen gemacht. Der Rest liegt dann in der Hand der Offensive.

    Den Spruch mit dem „südländischen Temperament“ empfinde ich (als halber Südländer) als rassistisch. Die gesamte Mannschaft hat Teile dieses Spiels mehr mit Meckern als mit Spielen zugebracht. Höwedes tut sich da seit einigen Spielen auch ganz besonders hervor. Aber beim „Südländer“ ist das natürlich nervig und „Temperament“.

  20. leoluca sagt:

    „Wir haben 15 englische Wochen mehr hinter uns als Red Bull Leipzig,“ dieser Satz von Weinzierl stimmt genauso wie die Rechnung, dass im Spiel gegen Leipzig das Verhältnis der personellen Ausfälle ein 7:1 für Schalke ergibt.

    Beides ist natürlich eine Erklärung dafür, dass Schalke nur eine Halbzeit mit einem einigermaßen soliden Kick die etwas bessere Mannschaft und am Ende näher an einem 2:1 dran war als der Gegner. Florians Text bringt das gut auf den Punkt: „Solides Handwerk von beiden Teams, einige vernünftige Spielzüge, insgesamt aber zu wenig Torraumszenen.“

    Torraumszenen – Schalke schafft es einfach nicht, seine Chancen wirklich gut auszuspielen. Das war in Darmstadt eklatant. Gegen Ajax hätte man aus seiner Überlegenheit nach dem 2:0 viel mehr machen müssen. Und auch gegen Leipzig gab es in der zweiten Halbzeit zahlreiche gut eröffnete Angriffe, die den gegnerischen Strafraum leider nicht erreichten.

    Hier schließe ich mich übrigens dem Lob für Bentaleb an, der auch ohne Goretzka mehr und mehr Dominanz im Mittelfeld erreichte. Natürlich in Kombination mit Stambouli, der mir in der Balleroberung, in der Raumdeckung und im schnellen Umschalten durch Kurzpässe von Mal zu Mal besser gefällt.

    Dass uns vorne der verletzte Embolo fehlt, ist für mich nur ein Grund für die fehlenden Torraumszenen und Tore. Ich halte diesen Kader auch dann, wenn ich die Verletzten dazu zähle, in der zweiten Reihe für zu schwach besetzt. Weinzierl hat so gut wie nicht rotiert in dieser Rückrunde, obwohl immer noch genug Spieler auf der Bank saßen. Offenbar fehlt hier die Qualität.

    Gerade gegen Leipzig – nach dem schweren Amsterdam-Spiel – hätte eine Auffrischung zur 60. Minute mit gleichwertigen Spielern zum Sieg führen können.

  21. Nordlicht sagt:

    Vielen Dank FloKno für deinen Gastbeitrag. Ich finde ihn sehr gelungen. Wenn man betrachtet, dass Du es nicht jede Woche machst…Chapeau!!

    Für mich war das Spiel völlig ok. Keine Ahnung mit welchen Erwartungen manche sich die Spiele der Schalker ansehen. Nach 3/4 der Saison weiss man doch in etwas was einen erwartet.

    RB ist ja nun wahrlich keine Kirmestruppe und somit haben somit haben wir uns doch ( auch in Anbetracht des Donnerstagsspiel ) sehr gut aus der Affäre gezogen.

    Warten wir doch mal ab wie sich das Kunstprodukt entwickelt wenn erst der Altag eingetreten ist. Wenn Bundesligafussball normal geworden ist und es evtl auch schlechte Phasen gibt. Auf einer Erfolgswelle zu reiten, ist immer einfach

    Ja man sieht einen fussballerischen Plan bei Leizpig. Aber den verfolgen sie ja auch schon seit ihrer Gründung bzw seit Rangnick dort das Zepter schwingt. In Ruhe aufbauend, ohne Dreifachbelastung, von der Oberliga an. Aufbauend ohne finanzieller Nöte oder Druck und immer finanziell aller Konkurrenten weit überlegen.

  22. CarstenS04 sagt:

    Im Fussball gehören dazu…
    2005 RB Salzburg
    2006 NY Red Bulls und Red Bull Ghana
    2007 Red Bull Brasil
    2009 RB Leipzig

    außerdem unterhält Red Bull noch einige unterklassige Teams die als Farmteams dienen.

    Im Motorsport gönnt sich RED BULL in erster Linie seit 2005
    RED BULL RACING

    ebenso in den unteren Klassen ist Red Bull vertreten

    Im Eishockey
    amtierender Deutscher Meister ist EHC Red Bull München
    in Österreich EC Red Bull Salzburg

    zusätzlich sponsert das Unternehmen eine Vielzahl an Sportlern auf der ganzen Welt

    nur so lassen sich 2016 6 Mrd Dosen Weltweit verkaufen und viele viel Menschen glücklich machen….

    nur im Fussball gibt es einige die damit nicht glücklich sind^^

  23. Ney sagt:

    Gegen die aktuellen ersten 6 der Tabelle (München, Österreich, Dortmund, Hopp, Berlin, Freiburg) haben wir bei den letzten Aufeinandertreffen 5x 1:1 gespielt (4x nach Rückstand!) und einmal 1:0 gewonnen. Ist das Glas damit gegen die „besseren“ Teams halbvoll oder halbleer. Ok, 5 der 6 Spiele waren Heimspiele.

  24. leoluca sagt:

    Vermutlich werden wir mit jetzt 38 Punkten nur noch dann Platz 6 erreichen können, wenn wir alle vier Spiele gewinnen. Freiburg (6.) hat derzeit 44 Punkte, Hertha(5.) 46 Punkte und Bremen auf Platz 7 hat 42 Punkte.

    Gewinnen wir nächsten Samstag in Leverkusen, halte ich eine Siegesserie für möglich. Dann wäre das Glas halbvoll. Andernfalls wäre es für mich halbleer.

  25. Nordlicht sagt:

    @leoluca

    also wenn ich eines in dieser Saison nicht mehr mache, ist es und verschwenden einen Gedanken mit „Was wäre wenn „das“ passiert“

    Bisher gingen alle Rechenkünste immer in die Büx :o)

  26. leoluca sagt:

    Das stimmt wohl.
    Aaaber: Nach dem Gesetz der Inconstantia müsste es jetzt eigentlich mal wieder nach oben gehen.

  27. Ney sagt:

    Fast wichtiger ist das andere Spiel gegen Leverkusen. Die U19 muss Sonntag daheim gegen die gewinnen, sonst ist die Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde flöten. Kommet zuhauf nach Ückendorf!

  28. Flo Kno sagt:

    Auf spielverlagerung.de erschien heute eine Analyse die beleuchtet, warum die Bundesliga eigentlich so unkonstant geworden ist. Ein Phänomen, das ja nicht nur Schalke betrifft.
    Vor allem Eines wurde als Grund ausgemacht: Die Anzahl der Trainer, die schon längere Zeit bei einem Verein ist, steht auf einem historischen Tiefstand. Auf längere Beschäftigungsdauern kommen lediglich Streich bei Freiburg und Stöger bei Köln, dann kommt glaube ich schon Tuchel bei Dortmund und es ist dort auch erst seine zweite Saison. War durchaus interessant zu lesen:
    http://spielverlagerung.de/201.....undesliga/

  29. Niklas sagt:

    Der viel interessantere Aspekt in der SV-Analyse ist, dass Bayern, Leipzig, Dortmund und Hoffenheim (Top 4) die Teams sind, die am meisten etwas mit dem Ball anfangen können und in der Regel ihre Spiele mit mehr Ballbesitzanteil als der Gegner auch gewinnen. Mit anderen Worten wissen diese Teams wie sie sich ihren Gegner zurechtlegen und nicht die Kugel plan- und ideenlos hin- und herschieben (hintenrum spielen). Dieses Phlegma pflegen die Unseren ja leider viel zu gerne. Wir haben diese Saison außerdem bereits mehrere Spiele nach einer Führung aus der Hand gegeben. Machen die Top 4 ebenfalls weniger als die große graue Masse.

  30. libuda.67 sagt:

    Bei Leipzig muss man anerkennen, dass man für geringere Investitionen bessere Spieler verpflichtet hat. In der der Spielanlage rangieren die eine Etage über Schalke.
    Auf Schalke ist man inzwischen zufrieden mit einer akzeptablen Halbzeit bei der am Ende nichts zählbares raus springt. Als Alibi werden dann wieder Mehrbelastung und Verletzungspech genannt. Nach 30 Spieltagen ist kein Spielsystem erkennbar. Vor des Gegners Tor umständlich, unpräzise, harmlos, hinten stets gefährdet. Aber es gibt ja zum Glück genug, die damit zufrieden sind. Glückauf

  31. Flo Kno sagt:

    @ Niklas:
    Man kann die Statistik so lesen. Man allerdings auch daraus lesen, dass Schalke den viertmeisten Ballbesitz hat und ähnlich viele Siege daraus generiert wie z.B. Hoffenheim. Schaffst du es, knappe Spiele nicht zu verlieren sondern Remis zu halten spielst du also vorne mit.

    Insgesamt lese ich aus den ganzen Statistiken raus, dass Schalke diese Saison eigentlich als einziges Team krass unterperformt, angefangen beim Torverhältnis. Nimmt man diese Daten zusammen MUSS Schalke eigentlich unter den Top 6 stehen und mit 7-10 Punkten aus den ersten 5 Spielen stehste ja auch auf Platz 5 oder 6.

    Einzig die ersten 4 sind in allen Bereichen ein Stück voraus, da stimme ich zu. Das war die letzten beiden Saisons aber auch schon so.

  32. Simon sagt:

    @ Flo Kno:
    Danke für deinen sehr lesenswerten Beitrag zum Spiel und für den Link zur Spielverlagerung!

    Es ist mein Eindruck, dass viele Teams – auch die, die ein paar mehr Punkte als wir eingesammelt haben, nicht sonderlich bemerkenswert spielen und dass viele Spiele letztlich recht zufällig entschieden werden. Vielleicht wird nächste Saison da insgesamt ein wenig strukturierter.

    Dass unsere Mannschaft nach dem Spiel vom Donnerstag in der zweiten Halbzeit hinten gegen die ach so flinke Wundertruppe aus Leipzig quasi nichts mehr zugelassen hat, fand ich – wie andere – immerhin beachtlich.

  33. lassi04 sagt:

    Die Kritik an der gesamten Offensivabteilung ist ja, auf die gesamte Saison gesehen, grundsätzlich berechtigt, aber ich frage mich ernsthaft:
    Wenn ihr die Spiele der letzten Wochen gesehen habt, habt ihr echt erwartet, dass das ausgerechnet gegen RB besser wird? Dass die Mannschaft in weniger als drei Tagen! ein ordentliches Offensivkonzept einstudiert, einübt und auch noch umsetzt? Oder wollt ihr nur alle daran erinnern, dass der Trainerstuhl immernoch wackelt?

    Ich habe gegen RB nicht wirklich viel erwartet und ja, ich bin zufrieden mit dem Punkt, auch wenn er nicht viel bringt. Das heißt aber nicht, und ich denke, dass ich da für alle spreche, dass ich mit der Gesamtsituation zufrieden bin.

    Übrigens, erwarte ich auch nicht, dass wir Leverkusen an die Wand nageln, sondern in etwa so ein Spiel wie gegen RB mit hoffentlich 3 Punkten. Erst in Freiburg darf es doch gern etwas mehr und vor allem schöner sein. Dürfte aber erfahrungsgemäß gewaltig in die Hose gehen…

  34. Rjonathan sagt:

    Interessant ist es auch, wenn man sich in der Heim- und Auswärtstabelle die Tore anschaut. Zu Hause sind wir die sechstbeste Mannschaft, haben die fünftmeisten Tore geschossen und die fünftwenigsten (mit einigen anderen zusammen) kassiert. Auswärts sind wir nur fünfzehnter. Die 21 kassierten Tore sind aber der viertbeste Wert der Liga. Das Problem sind lächerliche 11 Auswärts-Tore. Nur Frankfurt und Darmstadt haben weniger (wobei wir auch eine Auswärts-Partie weniger als alle anderen haben, aber ich gehe mal davon aus, dass wir die nicht 10-0 gewinnen). Ich frage mich da, ob es Auswärts nicht auch ein Taktik-Problem gibt.

    Darüber hinaus halte ich die berechtigte Kritik an der Offensivabteilung vor allem für ein Kader-Problem. von den Neuzugängen dort hat sich Embolo früh verletzt, Kono ist gefloppt, Caliguri okayes oberes Mittelmaß und Burgstaller eine tolle Verstärkung aber nicht alleine die Rettung. Die Vor- und Nachteile des alteingesessenen Stamm-Personals (Huntelaar, Meyer, Chuopo) kennen wir ja aus vergangenen Saisons schon zu genüge. Letzte Saison galt ja quasi: Entweder Sané erwischt einen guten Tag, oder nach vorne geht gar nichts. Diese Saison kam über weite Strecken die größte Offensivpower ja von den Flügeln (Kola 6 Vorlagen, Schöpf 5 Tore).

    @lassi04
    Wieso ausgerechnet gegen Freiburg? Das ist doch die stärkste Mannschaft von unseren vier übrigen Gegnern!

  35. leoluca sagt:

    @Rjonathan
    Freiburg hat vor 10 Tagen in Leipzig 0:4 verloren.

  36. max sagt:

    @FloKno

    das argument mit den ersten 5 spielen zieht aber nur bedingt. wie auch spielverlagerung aufzeigt, haben viele teams probleme konstant zu punkten, warum soll dann ausgerechnet bei schalke 5 spiele aus der rechnung genommen werden? auch für andere teams würden sich bestimmt genug gründe finden, warum bei ihnen soundso viele spiele ausgeklammert werden sollten. wenn ich dazu noch folgendes vergleich:

    tabelle 1.-13. spieltag:
    http://www.transfermarkt.de/1-.....038;max=13

    tabelle 18.-30. spieltag:
    http://www.transfermarkt.de/1-.....038;max=30

    schalke scheint erstaunlich konstant zu sein: gleiche punkzahl, gleiche trefferzahl, nur in der rückrunde ein gegentor mehr bekommen.
    zusätzlich sind von den letzten 4 spielen noch drei auswärts. ich glaube nicht, dass (torstens) „weinzierls ziehl zahl“ noch kräftig steigt.

    eine kleine „spielerei“ zu den verletzungen:
    http://fussballverletzungen.co.....#more-1908
    (ganz unten gibts noch die tabellen der vorherigen spielzeiten)
    auch wenn bei dieser aufzählung keine gewichtung von der wichtigkeit einzelner spieler fürs team stattfinden oder auch die lange ungeklärte problematik eines götzes keine komplette berücksichtigung findet, ist dies trotzdem ma ganz interessant (bspw.: hoffenheim ist immer unter den top3; schalkes werte haben sich sogar verbessert).

  37. Flo Kno sagt:

    @ Max: Mit unterperformen meine ich, dass, gemessen an den Statistiken wie Anzahl an Torschüssen, Ballbesitz, Torverhältnis usw., Schalke eigentlich mehr Punkte eingefahren haben müsste als bis dato der Fall, wenn man das mal mit den anderen Teams vergleicht. Mir ist völlig klar, dass man sich dafür am Ende nichts kaufen kann und einen das nicht in die Europaleague bringt.

    Ich grübele, warum das so ist. Meine Theorie ist, dass Schalke diese Saison schon auf einem relativ hohen Niveau spielt, das aber noch recht schlecht umsetzt, statt auf niedrigerem Niveau pragmatisch praktisch gut.
    Und ich erhoffe mir, dass nächste Saison auf hohem Niveau gut gespielt wird und hoffentlich nicht auf niedrigem schlecht ;).

  38. Nordlicht sagt:

    Immer noch auf diesen verkorskten Saisonstart rumzureiten, finde ich nach 3/4 der Saison ziemlich unangebracht.

    Das waren die ersten 5 Spiele. Seitdem haben wir das doppelte an Spielen selbst verbockt. Da interessiert mich mehr wieso wir gegen Frankfurt versagen, Hoffenheim aus der Hand geben, uns in Bremen und Darmstadt blamieren und kurz vor Weihnachten in Hamburg ne Minusleistung abgeben.

    Das solche Spiele keine Bedeutung finden, wundert mich doch sehr.

  39. Flo Kno sagt:

    Ich reite nicht auf den 5 Spielen rum, sondern stelle lediglich nüchtern fest, dass die Punkte die dort nicht eingefahren wurden ziemlich exakt die sind, die uns heute von den europäischen Plätzen trennen (6-8 Punkte) und dass es versäumt wurde diese Lücke in 25 Spieltagen zu schließen, obwohl sich durchaus Gelegenheiten boten.

    Mich interessieren weniger die 6-8 Punkte, die man in der einen Saison mal geschenkt kriegt und in der anderen nicht, sondern die Frage, ob wir nächste Saison vielleicht mal endlich wieder ein stabiles Team stellen und 10-20 Punkte mehr einfahren können. Denn letzten Endes sind vereinzelte Spiele wie die gegen Werder dann verschmerzlich. Siehe RB, da wird nach der Saison kein Hahn wegen der 3:0-Niederlage gegen Werder am 25. Spieltag schreien.

  40. max sagt:

    @FloKno
    das underperformen habe ich verstanden und sehe es wie du. wäre ja auch nicht das erste mal, nur diesmal (va punktemäßig) deutlicher.
    ich meinte explizit dieses 5-spiele-argument, weil es so oft erwähnung findet. nach einem 3/4 jahr ist es langsam aufgebraucht, ebenso ist es beim direkten vergleich der jeweils ersten 13 spielen punkte- und toretechnisch nicht besser geworden. generell hinkt das argument aber eh enorm.
    das hohe spielerische niveau konnte ich bisher nicht allzu oft erkennen, was nicht bedeuten soll, dass ich alles katastrophal oder schlecht finde (gruppentaktisches verhalten in der defensive und pressingverhalten sind ztw gut, an einstellung und einsatz gibt es meist nix zu meckern etc). seh aber weiterhin nicht ganz genau wo die reise hingehen soll und/oder ich habe mir zuviel versprochen/was anderes vorgestellt. bin aber generell auch eher ein freund vom spielstil ala ajax & co, weiß daher nicht, ob ich wirklich richtig glücklich mit den blauen in den nächsten jahren werde…
    gibt wahrscheinlich viele gründe, warum es nicht gut läuft. abgesehen von den genannten punkten ist einer auf jeden fall die vorgabe des trainerteams und dessen umsetzung auf dem platz. hierzu gibt es allein mehr als genügend aussagen von verantwortlichen und spielern. die standardschwäche (offensiv) gehört auch ganz klar dazu, wie auch das erspielen von torchancen in gefährlicheren zonen, wobei mir da wahrscheinlich einige widersprechen werden. was zb mit einem kono ist, kann man sich auch fragen.
    keine ahnung, ma schaun, hoffe einfach ma mit dir :)
    …und nicht mehr jedes mal hören muss: „das soll keine entschuldigung sein, aber…“

  41. Flo Kno sagt:

    Also vom Spilstil ala Ajax sind wir wohl alle Fan, wahrscheinlich auch Weinzierl. Der Stil ist dort nur eben schon seit 30 Jahren angesagt und wird von kleinauf gelehrt. Schalke vor 30 Jahren… nun ja ich hab ja letztens das Video vom Spiel gegen Darmstadt anno ’87 gepostet^^.

    Bis auf weiteres ist und bleibt Schalke halt die Überraschungstüte für den Herren:
    https://youtu.be/i4obkamiVmE?t=1m34s

  42. Nordlicht sagt:

    Nun ich bin kein Freund von irgendwelchen Statistiken. So etwas hat für mich nicht wirklich eine Aussagekraft. Es ist doch eher eine Spielerei.

    Wie oben schon erwähnt, sind für mich die 5 ersten Spieltage nicht mehr relevant. Dafür wurden uns die Möglichkeiten des Aufschliessens zu den EL-Plätzen zu oft auf dem Silbertablett serviert und jedes Mal von uns leichtfertig mit Minusleistungen verspielt.

    Das ist für mich der Knackpunkt. Das die Mannschaft Fussball spielen kann, haben sie ja bewiesen. Aber warum versagen sie jedes Mal, wenn es darauf ankommt?? Jedes Mal, wenn es wirklich wichtig wird, geht gar nichts. Nicht in der Bundesliga, nicht im DFB Pokal ( siehe das 0-3 gegen Bayern ) und siehe in der EL das Hinspiel gegen Amsterdam.

    Es ist ja nicht so, dass wir immer unglücklich verlieren. Nein, es ist so, dass wir in diesen „wichtigen“ Spielen Minusleistungen zeigen und teilweise vorgeführt werden, weil GAR NICHTS geht.

  43. Torsten sagt:

    Nun ich bin kein Freund von irgendwelchen Statistiken. So etwas hat für mich nicht wirklich eine Aussagekraft. Es ist doch eher eine Spielerei.
    […]
    Aber warum versagen sie jedes Mal, wenn es darauf ankommt?? Jedes Mal, wenn es wirklich wichtig wird, geht gar nichts.

    Wieso siehst Du die eine Seite so nüchtern, und die andere so emotional?

    Zur nüchternen Aussage „Statistik = Spielerei“ würde m.E. auch die nüchterne Aussage „Alle Punkte sind immer gleich viel wert“ passen.

    Es ist nämlich tatsächlich vollkommen wurscht, an welchem Spieltag und in welcher „Tabellensituation“ die Punkte eingefahren werden.

    Schalke fehlen zu einem akzeptablen Tabellenplatz 7 Punkte. Die fahren sie in der Regel locker in 5 Spielen ein (siehe Schnitt ab Spieltag 6, oben: 1,52). Und damit sind wir doch wieder beim Katastrophenstart als außergewöhnlichem Merkmal dieser Saison ;-)

  44. Pukki1904 sagt:

    Lesetipp :
    Zur Frage, welchen Fussball Weinzierl eigentlich spielen lassen will und warum dies nicht umgesetzt wird, gibt es unter dem unteren Link eine aus meiner Sicht ziemlich gute taktische Analyse. Diese bietet zumindest mal eine nachvollziehbare Erklärung für die seit vielen Jahren bestehenden Probleme im Schalker Aufbauspiel.

    http://www.halbfeldflanke.de/2.....#more-2440

  45. Rjonathan sagt:

    @Nordlicht
    „Schalke versagt jedes Mal wenn es drauf ankommt“ ist übrigens auch eine Statistik. ;-)

    Aber im Ernst: Es kam ja seit dem sechsten Spieltag in fast jedem Spiel drauf an. Ausgenommen sind eigentlich nur das letzte EL-Gruppenspiel in Salzburg und das Rückspiel gegen PAOK in der Zwischenrunde. Ansonsten ging es immer um die ganz große Wurst. Und deswegen hinterlässt auch jede einzelne Niederlage dieses Gefühl.

  46. max sagt:

    @Torsten

    …und wenn man die ersten 13 spiele der hin- und rückrunde vergleicht, kommt die unglaubliche differenz von 0 pkt, 0 tore und +1 gegentor bei rum. :)

    ist immer so ne sache mit den statistiken

    aber im ernst: bin auch dafür, dass wir vor der nächsten saison abstimmen, welche partien nicht in die wertung eingehen, vllt auch welche mit doppelwertung, in denen die spieler besonders ehrgeizig das gesicht verzogen haben oder sonderpunkte für den höchsten bingo-wert der liga?!? pah, dann hat selbst die „wahre tabelle“ ausgesorgt!

  47. Rjonathan sagt:

    Passt nicht so ganz zu den vorigen Kommentaren, ich finde das aber einen sehr interessanten Kommentar von Stambouli, der aufzeigt, wie schwer das mit der vorschnellen Bewertung von Neuzugängen so sein kann:

    Nach Eingewöhnungsproblemen auf Schalke fasst der zweimalige französische Meister immer besser Fuß, sagt er. Er sieht sein Potenzial aktuell zwar „erst zu 70 bis 75 Prozent“ ausgeschöpft, dennoch zählte er zuletzt häufig zur Startelf. Einer der Gründe für seine Fortschritte: „Ich habe immer besser verstanden, was unser Trainer von einem Sechser wie mir verlangt.“

    (Quelle: kicker online)

  48. leoluca sagt:

    Ultras von RB Leipzig kritisieren den Boss.

    http://www.mz-web.de/sport/fus.....Xzd0INuHfQ

  49. Simon sagt:

    Von kicker.de:
    Eine Aussage von Heidel in Hinblick auf die Planungen für die kommende Saison:

    „Eine Situation wie vor Beginn der laufenden Saison mit dem Sané-Wechsel werde Schalke aber nicht passieren können, versprach Heidel. Damals sorgte der späte Transfer des Ausnahmetalents zu Manchester City dafür, dass S04 das Transferkarussell mit den Verpflichtungen von Bentaleb, Stambouli und Konoplyanka spät, aber heftig zum Drehen brachte. „Wir werden die Planung so schnell vorantreiben, dass der Trainer eine nahezu komplette Mannschaft in den Saisonstart mitnehmen kann“, erklärte Heidel.“

    Diesen letzten Satz – das Verspechen mit „nahezu“ kompletter Mannschaft in einen Saisonstart zu gehen, kommt mir irgendwie bekannt vor. Das war auch immer das Ziel von Heldt sowie von Heidel in der Winterpause. So richtig geklappt hat es meistens nicht, was meiner Ansicht nach durchaus als (Teil-)Erklärung für jeweils mäßig gelungene (Halb-)Serien gesehen werden kann. Wäre in der Tat schön, wenn es diesmal anders käme.

  50. Flo Kno sagt:

    @ Leoluca:
    Muss man bei RB eigentlich Gebühr entrichten um sich RB-Ultra© nennen zu dürfen?

  51. Rjonathan sagt:

    @Simon
    Ich habe auch ein wenig gezuckt. Heidel wollte ja auch den Sané-Transfer viel schneller über die Bühne bringen. Und wurde aufgehalten. Mit solchen Versprechen tut er sich keinen Gefallen. Dafür sind solche Planungen zu sehr von anderen Parteien (Spieler, Berater, Vereine) abhängig…

  52. leoluca sagt:

    @FloKno
    Ich weiß, passt nicht ins Schalker Weltbild, dass es selbst beim verachteten Brauseclub eine radikale Fankultur geben soll. Google mal „Werner Seelenbinder“, nach dem das Fanmagazin benannt ist. Interessanter Hintergrund, der den RB-Bossen nicht ganz zufällig nicht gefällt.

  53. Flo Kno sagt:

    Ich verachte RB keineswegs. Ich stelle mir nur die Frage wie und wann sich die Ultra-Szene von RB entwickelt hat. Ist ja noch ein recht junger Verein, ich denke das kann man so sagen.
    Haben die Leute die Choreos vorbereiten usw. wohl von Anfang an selbstorganisiert gehandelt oder wurde da am Anfang von Vereins- bzw. Konzernseite auch etwas nachgeholfen? Ich kann mir durchaus beides vorstellen. Ich recherchiere das mal.

  54. leoluca sagt:

    Verachtung hatte ich bei dir wirklich nicht angenommen. Gibt da aber paar Experten unter uns und anderswo, die das anders sehen.

    Ich habe zum Beispiel das hier gefunden, schon 7 Jahre alt:
    https://ultrasrbl.wordpress.com/

  55. Flo Kno sagt:

    Ein interessanter Artikel. Aber es handelt sich dort doch um eine Satire-Aktion und der Artikel schließt mit der Frage:
    „Sind das nicht Gründe, die »Ultras Red Bull« tatsächlich ins Leben zu rufen und nicht nur als Fake?

    Kanitz: Das wären Gründe dafür, privat und unorganisiert ins Stadion zu gehen, ganz ohne schwarze Kapuzenjacken, Jugendorganisationen, Capos und Banner mit Gruppennamen – und ohne die Angst, von anderen Ultragruppen überfallen und ausgeraubt zu werden.“

    Wir reden ja hier glaube ich über die „Red Aces“. Wie ich ihr Credo verstehe (http://www.red-aces.de/credo-red-aces/) finden sie Fußball und Leipzig toll, sehen RB als Sponsor aber kritisch. Sie wollen dem Verein daher ein Gesicht abseits des Sponsors geben. Mit anderen Worten: Sie wollen das richtige Fansein im falschen.

    RB bedankt sich derweil für die Choreos und Fans die versuchen politische Statements ins Stadion zu schmuggeln müssen Hausverbote fürchten.

    Was muss man denn als Schalker-Ultra so anstellen um Hausverbot zu bekommen?

  56. Ney sagt:

    „Sponsor“ ist echt der Brüller. Als wäre VW der „Sponsor“ von Volkswagen.

    Passt aber in die Strategie, dass der Getränkehersteller unter Mithilfe von örtlichen Presse und Politik – und sogar A***kriechern aus dem Leipziger Hochschulwesen – versucht, sich einen lokalen Bezug zu verschaffen. Da spielen diese Nulltras also fein mit, indem sie tatsächlich zwischen RB Leipzig und Red Bull zu trennen versuchen.

  57. Trainer Baade sagt:

    Schon einige Tage alt, gab es hier vielleicht schon mal, ist aber aufschlussreich. Jens Keller im Interview darüber, wie er seinen Job begreift, und sich selbst wohl auch.

  58. Schilzi sagt:

    0:4 ⚽️⚽️⚽️⚽️

  59. crisscross04 sagt:

    @Rjonathan:
    Nachdem ich ein paar Tage bei meinen „südländischen“ Freunden verbracht habe, nun mein Kommentar zu Deinem mMn völlig unangebrachten „Rassismus“-Vorwurf vom 24. April 12:23 Uhr:
    Was ist das für ein Kindergarten!?!
    Wenn man jetzt schon in die Rassismus-Ecke gestellt wird, wenn man Südländer und ihr zweifelsohne mehr vorhandenes Temperament in Verbindung bringt, dann fehlen mir echt die Worte. Das Ganze ist so lächerlich und auch ein so niedriges Diskussionsniveau – da kannst Du Dich noch so sehr auf Deine Wurzeln berufen, die mir nebenbei völlig gleichgültig sind – das ich eigentlich gar nicht gewillt bin, mich auf dem Niveau weiter zu unterhalten. Trotzdem kann und will ich diesen Vorwurf natürlich nicht unkommentiert stehen lassen!

    Was mich aber dann doch verwundert, dass es bei Dir am Wochenende keinen Aufschrei der Empörung hinsichtlich Markus Weinzierls Spielanalyse gab:

    Zitat Markus Weinzierl nach dem Spiel gegen Leverkusen zu Bentaleb:
    „Der erste Pass von Bentaleb nach der Pause sei unkonzentriert, überheblich bzw. völlig unnötig gewesen und so baust Du den Gegner auf.“
    Frage Didi Hamann: „Wie kriegst Du das aus Bentaleb raus.“
    Antwort Weinzierl: „Immer wieder sagen, immer wieder wiederholen, aber Bentaleb ist natürlich auch kein deutscher Spieler, der wirklich immer gewissenhaft und hoch konzentriert ist, sondern jedes Land hat seine eigene Mentalität und ein Französe oder Algerier ist anders zu führen.“

    Uuuaahhh… Ich werde dann Herrn Weinzierl in meiner kleinen, braunen Ecke begrüßen. ;-)

    Nein, das Ganze ist natürlich völliger Kindergarten und mit der „Rassismus-Keule“ hast Du Dich selber ins Aus gestellt.

    Noch etwas zu Bentaleb:
    Teilweise sehr gutes Spiel am Wochenende gegen Leverkusen, teilweise aber wieder sehr waghalsige Pässe, die, wenn es dumm läuft, das Spiel auch anders verlaufen lassen hätte können. Ich weiß, sehr viel Konjunktiv. Spielerisch hat er sicherlich Einiges drauf und wenn er seine Leistung vom Wochenende in der kommenden Saison häufiger zeigt, würde mich das sehr freuen, weil ich so ein kreatives Spiel à la Bentaleb besonders schätze.
    Aber sein Verhalten auf und neben dem Platz war leider erneut wieder nicht bundesligareif. Auch nicht teamorientiert. Wie Bentaleb reagiert hat, als er in der 84.! Minute ausgewechselt wurde, war das Verhalten eines Kleinkindes. Bentaleb hat so getan, als wenn Weinzierl ihn durch seine Auswechslung abgestraft hätte. Wohlgemerkt, es war in der 84. Minute und Bentaleb hätte es auch als „Lohn“ seiner Leistung durch den verdienten Szenen-Applaus der Fans empfinden können. Aber nein, er war mega angepisst.
    Außerdem ist mir aufgefallen, dass Bentaleb, als die Mannschaft nach dem Spiel geschlossen vor dem Schalke-Block die „La-Ola“Welle angestimmt hat, abseits stand und müde gegen seine Trinkflasche geklopft hat.
    Ich will hier nicht alles überbewerten, aber sein Verhalten auf und neben dem Platz zeigt mir eher, dass Bentaleb nicht wirklich gut mit Trainer und Mannschaft harmoniert. Aber vielleicht gehört das einfach zu seinem Charakter, den man akzeptieren muss. Ich mag so etwas auf alle Fälle nicht – egal ob seine Wurzeln in Algerien oder Wanne-Eickel liegen.

  60. leoluca sagt:

    Weinzierl: „Immer wieder sagen, immer wieder wiederholen, aber Bentaleb ist natürlich auch kein deutscher Spieler, der wirklich immer gewissenhaft und hoch konzentriert ist, sondern jedes Land hat seine eigene Mentalität und ein Französe oder Algerier ist anders zu führen.“

    Da kann er aber froh sein, dass er nicht solche „deutschen Spieler“ trainieren musste wie Reinhard Libuda, Jens Lehmann, Mezut Özil oder Leroy Sane.

  61. Rjonathan sagt:

    @Crisscross
    Danke für deine Antwort. Ich habe das nicht so böse gemeint, wies bei dir angekommen ist. Es ist ja ein gewaltiger Unterschied zwischen „du bist ein Rassist“ und „ich empfinde deine Aussage als rassistisch“. Ich selber habe auch sicherlich schon häufiger als mir lieb ist Dinge gesagt, die andere als rassistisch ansehen würden. Es liegt mir fern hier irgendwelche Hexenjagden zu veranstalten. Aber meine persönliche Empfindung wollte ich in diesem Fall schon äußern, da mich persönlich diese kleinen Alltagsrassismen im Fußball immer schon ein wenig annerven. Heribert Fassbinder lässt grüßen. Und in diesem Kontext – anders als vielleicht im Samba-Tanzkurs – ist „südländisches Temperament“ eine negative Zuschreibung.

    Zu Bentalebs Temperament: Tatsächlich hat beim Leipzig-Spiel ein Spieler, als er zur Auswechslung vom Feld lief, Bentaleb angerempelt um ihn zu provozieren. Er hat sich kurz aufgeregt und dann schnell auf die Bremse gedrückt und nichts gemacht. Die Szene war relativ groß von der Kamera eingefangen. Ich würde sagen: typisch deutsch, dass er da noch mal provozieren musste. Und typisch Südländer, dass er da die Ruhe bewahrt hat.

    Ob und wie gut er in die Mannschaft integriert ist, habe ich mich auch schon gefragt. Die Szenen, die du beschreibst habe ich verpasst.

  62. Rjonathan sagt:

    PS: Gestern Abend lief auf Sky noch Mal eine Wiederholung der Partie, ich habe mir das ab der 80. Minute noch mal angeschaut. Wie du auf die Idee kommst, dass Bentaleb „mega angepisst“ bei der Auswechslung war, ist mir ein Rätsel. Die Fernsehbilder haben das jedenfalls nicht gezeigt. Eine ganz normale Auswechslung. Er trottet extrem langsam vom Platz, bei dem Spielstand kümmert das aber keinen mehr. Er klatscht 3 Mitspieler auf dem weg raus ab. Er applaudiert und dreht sich in Richtung der Fans. Er klatscht Aogo ab. Er klatscht Weinzierl ab. Schnitt.

    Die Szene beim jubeln, die du beschreibst, habe ich auch nicht entdecken können, könnte aber sein, dass ich sie verpasst habe, ich war da ein wenig unaufmerksam.

Schreibe einen Kommentar