Artikel im Mai 2017

Birne Helene und der S04-Wischiwaschi-Tweet

Helene Fischer wurde bei ihrem Auftritt in der Halbzeit des DFB-Pokalfinales ausgepfiffen. Das habe an einer Wette gelegen, meinte sie. Vor dem Spiel hatte die Frankfurter Fanszene die Pfiffe angekündigt und Wirte der Stadt versprachen Freibier, falls man die Schlagerinterpretin im Fernsehen nicht verstehen könne. Dass die Frankfurter Kurve ihr Vorhaben umsetzte, weil Helene Fischer früher auf einer Clubfeier der Borussia auftrat und sich im BVB-Outfit ablichten ließ, kommentierte die Sängerin wie oben zitiert – und bestätigte damit vor allem, dass sie mit Fußball nichts am Hut hat und vollkommen fehlbesetzt war.

Solch Wischiwaschi ist unerträglich. Sowas will kein Fußballfan hören. Womit die Überleitung zum Wischiwaschi-Tweet des offiziellen Schalke 04-Twitter-Accounts geschaffen ist. Zum Tweet, den es ebenso wenig gebraucht hätte wie den Auftritt der Fischer.

„Glückwunsch, @BVB“ stand da, nicht mehr und nicht weniger. Ein Tweet, der viele Schalker aufregte. So viele, dass es dem geschätzten Peter Müller sogar zu einem Text der Gegenempörung gereichte. Dabei holt er meines Erachtens aber zu weit aus. Er spürte Wut und Aggressivität, beschwor die früheren Zeiten, als der Ruhrpott angeblich im Gleichschritt ging. Dabei wehrten sich die Fans auf Twitter lediglich ebenso gegen das Wischiwaschi der Schalker Social Media-Abteilung wie die Fans im Stadion gegen Helene Fischer.

Glaubt tatsächlich jemand, bei Borussia Dortmund hätte man einen solchen Tweet vermisst, hätte es ihn nicht gegeben? Die Twitter-Accounts der Bundesligaclubs haben Fußballfans als Adressaten. Manchmal antworten sich die Accounts der verschiedenen Clubs gegenseitig, in der Regel soll dann ein witziger Dialog entstehen. Twitter-Accounts von Bundesligisten sind letztlich Werbekanäle für die Veranstaltungen der Clubs.

Wenn man sich also darüber im Klaren ist, dass die Protagonisten des Spiels nicht das Ziel eines Tweets sind, wenn man weiß, dass es den Fans der Borussia ziemlich am Arsch vorbei gehen wird, ob ein S04-Account was twittert oder nicht, und wenn man eigentlich ahnen können sollte, dass das Gros der Schalker dem BVB nicht unbedingt den Sieg gewünscht hat – wozu solch ein Tweet?

Wir alle, auch Peter Müller, sollten uns freuen, dass so viele Schalker empört auf diesen misslungenen Output der S04-Social Media-Abteilung reagiert haben. Denn diese Rivalitäten, diese Emotionen, sind das letzte Echte in der komplett initiierten Fußballshow. Der „Anstand“ des Tweets ist Pseudo-Anstand den niemand erst nimmt. So wie die Spannung um die Meisterschaft längst Pseudo-Spannung, und wie so viel „Stimmung“ in den Stadien längst Pseudo-Stimmung ist, dort wo Klatschpappen und von Agenturen kreierte Plastiktüten-Choreografien Geräusche und Bilder fürs Fernsehen erzeugen.

Nicht diese Emotionen müssen einem Sorgen bereiten, sondern dass es kaum noch „erlaubte“ Emotionen gibt.

Die 10-Jahres-Tabelle der Bundesliga

Die 10-Jahres-Tabelle der Bundesliga



Für den FC Schalke 04 stehen in dieser Zeit zu Buche:

  • 2007/2008: Qualifikation zur UCL-Qualifikationsrunde, UCL Viertelfinale
  • 2008/2009: –
  • 2009/2010: Vizemeister, UCL Qualifikation, DFB-Pokal Halbfinale
  • 2010/2011: UCL-Halbfinale, DFB-Pokalsieger
  • 2011/2012: UCL Qualifikation, UEL Viertelfinale
  • 2012/2013: Qualifikation zur UCL-Qualifikationsrunde, UCL Achtelfinale
  • 2013/2014: UCL Qualifikation, UCL Achtelfinale
  • 2014/2015: UEL Qualifikation, UCL Achtelfinale
  • 2015/2016: UEL Qualifikation
  • 2016/2017: UEL Viertelfinale



Hier geht’s zu den Versionen 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011

Die Weinzierl-Ziel-Zahl: Verfehlt

Nun habe ich mich gestern bereits über die abgeschlossene Saison ausgelassen. Das möchte ich wahrlich nicht endlos forttreiben. Aber noch ist die Zeit der Bilanzen, und es braucht noch den Abschluss zur Weinzierl-Ziel-Zahl.

Diese entstand aus dem anspruchsvollen Ziel Markus Weinzierls und mutierte schnell zum Running Gag. Nachdem Schalkes Mannschaft gegen Ende des Jahres 2016 endlich in die Spur fand und seine beste Saisonphase spielte, kommentierte Christian Heidel, dass man die fünf Auftaktniederlangen in Folge als Rucksack bis zu Saisonende mitschleppen würde. Vor dem 16. Spieltag bemerkte Markus Weinzierl, dass, betrachte man nur die Spiele nach den ersten fünf Spielen, sein Team gerade einen Punkteschnitt von 1,8 halten würde. Und dass dies, könne man diesen Schnitt bis Saisonende durchziehen, zu „mehr als 50 Punkten“ führen würde, dass Schalke 04 damit seine Ziele wahrscheinlich erreichen würde.

Der Punkteschnitt ab dem sechsten Spieltag sollte also 1,8 betragen, und die Abweichung von dieser Weinzierl-Ziel-Zahl stellte ich ab Januar in der Sidebar dieses Blogs dar. Diese Episode, von des Trainers Hoffnung vor dem 16. Spiel bis zum Verlassen des Pfades vier Spiele später, kann als Beispiel für die ganze Saison herhalten. Immer wieder setzte man sich Ziele oder machte sich Hoffnung, immer wieder scheiterten die Blauen. Noch vor dem 31. Spieltag hieß es, nun habe man vier Endspiele, gewänne man die, würde man bestimmt … aber man verlor schon das zweite und konnte auch Nummer 3 und 4 nicht mehr gewinnen.

Also folgten auf den katastrophalen Start mit fünf Niederlangen die Spieltage 6 bis 34 mit einem Schnitt von 1,48 statt 1,8 Punkten pro Spiel. Kein guter Schnitt, das Ziel verfehlt, jeglicher Hoffnung unterlegen.

Andererseits kann mit Blick auf die Zahlen eben doch weiterhin berechtigt bemerkt werden, dass der schlechte Saisonstart die gesamte Saison versaute. Denn hätte man auch in den ersten fünf Spiele zumindest diesen nicht besonders guten Schnitt eingefahren, hätte Schalke 04 die Saison mit 50 Punkten abgeschlossen, stünde auf Rang 5 und hätte eben doch die Europa League-Qualifikation erreicht.

2016/2017: Die Gruselsaison

Mit einem lausigen 1:1 beim Absteiger in Ingolstadt geht für Schalke 04 die Saison 2016/2017 nach langen 50 Pflichtspielen endlich zu Ende. Auf den großen Umbruch im Sommer mit neuem Manager, neuem Trainer und einer halben neuen Mannschaft folgte die erfolgloseste Saison der Schalker (Arena-)Neuzeit. Bemerkenswert war lediglich, wie ruhig es trotz dieses Misserfolgs um den Verein blieb.
 
 
Die schlechteste Saison der Schalker Neuzeit

Nüchtern betrachtet war Schalke in der gesamten Saison biederer Bundesligadurchschnitt. Nach den Einzelspielen fühlte sich das freilich immer wieder mal anders an. Da schürten Ergebnisse immer wieder mal Hoffnung, welche umgehend enttäuscht wurde.

Schalkes bester Tabellenplatz in dieser Saison war Rang 8. Am Ende kamen die Blauen auf 11 Siege. Seitdem Schalke in der Arena spielt hat man nie seltener gewonnen. In der Saison 2010/2011 verzeichnete man ebenfalls nur 11 Siege. Den 11 Siegen standen 13 Niederlagen gegenüber, bei 10 Unentschieden. Seitdem Schalke in der Arena spielt war dies die zweite negative Ergebnisbilanz. In der Saison 2010/2011 waren es 11 Siege, 16 Niederlagen und 7 Remis. Seit Schalke in der Arena spielt wurden die jetzigen 43 Punkte nur einmal unterboten. In der Saison 2010/2011 kam Schalke auf 40 Zähler.

Aber in der Saison 2010/2011 gewann Schalke 04 den DFB-Pokal und zog nach Siegen gegen Inter Mailand ins Champions League-Halbfinale ein. Von der Saison 2016/2017 wird nichts dauerhaft in Erinnerung bleiben.
 
 
Warum es in der kommenden Saison besser laufen wird

… muss Christian Heidel beantworten, ich kann es nicht. Natürlich war nicht alles schlecht. Zwischendurch hat Schalke auch gute Spiele abgeliefert. Manchmal hatte man den Eindruck, der Trainer konnte ein Offensivpressing etablieren. Manchmal sah es so aus, als versuche die Mannschaft das Spiel mit mehr Kontrolle und weniger langen Bällen aufzubauen. Nabil Bentaleb und Guido Burgstaller sind Neuzugänge, welche das Team weiterbringen. Thilo Kehrer hatte seinen Durchbruch und wird sicherlich auch weiterhin das Vertrauen des Trainers erhalten. Und natürlich kann man darauf verweisen, dass in dieser Saison wichtige, vermeintlich wichtige und hoffnungsvolle Spieler wie Naldo, Coke oder Embolo sehr lange ausfielen, dass das die Saison negativ bedingte, dass Schalke das nun mal nicht verkraften konnte.

Aber natürlich werden sich auch in der nächsten Saison wichtige Spieler verletzten. Das ist immer so und das ist auch keine Schalker Eigenheit. Es geht nicht darum darauf zu hoffen, dass mal alles perfekt läuft. Es geht um die Frage, weshalb die Leistung derjenige, die auf dem Platz stehen, immer wieder so großen Schwankungen unterliegt, dass man wirklich nie, nicht gegen den schwächsten Abstiegskandidaten, mit gesundem Selbstbewusstsein und halbwegs siegessicher in eine Partie gehen kann. Der Leistung fehlt jede Basis, das „Normal“ hat kein gesundes Niveau.
 
 
Also doch wieder den Trainer feuern?

Ein Trainer sollte nicht wegen schlechter Ergebnisse in den letzten Spielen gefeuert werden, sondern dann, wenn für die Zukunft kein Erfolg zu erwarten ist. Dies zu beurteilen ist Christian Heidels Job. Wie er den Club durch dieses Krisenjahr führte, war bemerkenswert. Keine Störfeuer aus dem Aufsichtsrat, keine vorab geleakten Transfers, keine öffentlichen Äußerungen, welche die Position des Trainers gegenüber den Medien geschwächt hätten. Nun ist es an ihm, Bilanz zu ziehen. Herauszufinden, was geändert werden muss, zu entscheiden, welches Personal dafür notwendig ist.

Ich trauere keinen Einzelspielern hinterher. Falls Leon Goretzka den Club verlassen will: Mir wäre wichtig, dass der Preis stimmt. Ich sehe immer wieder Teams, die guten Fußball spielen, mit Spielern deren Namen vor 12 Monaten noch niemand kannte. Vor 12 Monaten war Sead Kolasinac auch noch ein durchschnittlicher Bundesligakicker. Spieler kommen, gehen und entwickeln sich. Wichtig wäre aber, dass sich das Spiel der Gruppe entwickelt, und daran haperte es zuletzt. Mit Goretzka, mit Kolasinac und unter mehreren, sehr verschiedenen Trainern.

Immer wieder mit neuen Trainern bei Null anzufangen hat Schalke nicht weitergebracht. Letztlich geht es seit Jahren Abwärts mit Schalke 04, nicht erst seit dieser Saison. Wenn Christian Heidel entscheidet, dass Schalke mit Markus Weinzierl in die nächste Saison geht, wäre das erstmals tatsächlich Ausdruck von „Geduld“ und „Kontinuität“. Begriffe, die seit 10 Jahren auf Schalke immer wieder zu hören und zu lesen waren, die sich letztlich immer wieder als hohle Phrasen entpuppten, weil die Entscheider am Ende dem Druck nie standhielten.

Ma’kucken.

Gefeiertes Gestern, trostloses Heute

Im letzten Heimspiel der Saison trennt sich Schalke 04 vom Hamburger SV unentschieden, 1:1. Eine weitere mühselige Partie ohne guten Ausgang. Davor und danach tat Schalke einmal mehr das, was es am besten kann: Es feierte seine Vergangenheit. So emotional, wie Schalke es mag, und wie es neben der tristen Gegenwart weh tat.

Zum Spiel braucht es nicht viele Worte. Zu häufig haben wir solche Spiele in dieser Saison schon gesehen. Schalke fehlte es an Tempo, um den Gegner spielerisch zu bezwingen. Kämpferisch war der Gegner überlegen. Man könnte als Entschuldigung anführen, dass für Schalke in dieser Saison die Luft raus war, dass es für den HSV um den Klassenerhalt ging. Aber Schalke lieferte solche Spiele eben auch schon ab, als die Blauen noch fast alles hätten gewinnen können.

Dass Schalke die Führung nicht halten konnte, dass Schalke in der letzten Spielsituation noch einen Treffer erzielt, der einigermaßen fragwürdig zurückgepfiffen wurde; das alles war typisch für diese Saison. Und als hätte sich das Stadion davon nicht auch noch den letzten Heimspieltermin versauen lassen wollen, feierte es davor die Europapokal-Helden von einst und danach den letzten Star aus Champions League-Zeiten.

Die Choreographie zum UEFA-Cup-Sieg 1997 war beeindruckend, und es war toll, auch als Südkurven-Schalker Teil des Ganzen zu sein. Noch mehr Gefühl gab es aber nach dem Abpfiff, als Klaas-Jan Huntelaar verabschiedet wurde.

Nicht nur, dass Klaas-Jan Huntelaar in seinen sieben Jahren für die Blauen 126 Tore erzielt hat. Nicht nur, dass er stets Führungsspieler war, ehrgeizig, mit absolut professioneller Einstellung. Nicht nur, dass sich der sonst so coole Mann beim Abschied emotional gab. Es war vor allem die Wehmut, die aufkam, als auf dem Videowürfel des Stürmers Wegbegleiter wie Raúl oder Farfán sprachen. Als man an die Jahre erinnert wurde, da Schalke 04 ein Champions League-Club war, nicht weil man sich einmal dafür qualifiziert hätte, sondern weil man dazugehörte. Es war als verabschiede man mit Klaas-Jan Huntelaar auch die erfolgreichen Jahre. Zurück bleibt ein Club, der immer weiter an Boden verliert. Der sich zuletzt mit Ach und Krach, und in dieser Saison nicht mal mehr für die Europa League qualifiziert hat. Ein Club, der sportlich im Mittelmaß angekommen ist. Ein Club, der sich gerne groß sieht, dessen Fans an Tagen wie diesen aber das mulmige Gefühl in sich tragen, dass er die beste Zeit bereits hinter sich haben könnte.



Foto: Tomek Bo

Schalkxit in Freiburg

Schalke 04 verliert beim SC Freiburg 2:0. Das kam nicht überraschend, nur vier Clubs sind auswärts schwächer als die Blauen. Das Wie enttäuschte dennoch einmal mehr, in einem Spiel, in dem es für Schalke ohne Wenn und Aber um den Sieg ging.

Was unterscheidet das Profiteam des FC Schalke 04 vom französischen Volk?
Die Franzosen haben noch Bock auf Europa.

Wie sich Schalke 04 in Freiburg präsentierte ist nur mit Begriffen wie lustlos und blutleer zu beschreiben. Keine Frage, der SC Freiburg spielt eine tolle Saison. Freiburg ist ein starker Gegner. Um darzustellen, dass Schalke keine Ahnung hatte, wie man gegen die Freiburger Defensive zu Chancen kommen konnte, sind Adjektive wie ideenlos oder uninspiriert zu gebrauchen. Doch wenn es spielerisch nicht geht, wenn nur ein Sieg zählt, und wenn man nach 22 Minuten bereits zurückliegt, dann ist ein Mehr an Einsatz und Aggressivität das Mindeste. Schalkes Profis glaubten, es müsse auch anders gehen.

Der SC Freiburg war in allen Belangen das bessere Team. Freiburg agierte defensiv souverän und war offensiv immer gefährlich. Freiburg hätte auch verdient 4:0 gewinnen können, alleine Ralf Fährmann konnte dies verhindern.

Dass Schalke 04 in solch einem wichtigen Spiel die ganze erste Halbzeit ohne Torchance blieb, ist ein Armutszeugnis. Was muss in der Vorbereitung alles falsch gelaufen sein, dass man so wenig Gutes auf den Platz bringen konnte? Wie unklar muss den Spielern die tabellarische Situation gewesen sein, dass diese nicht Ansporn genug für was anders als dieser biedere Auftritt gewesen ist?

Nein, ein Jahr ohne Europa League ist für den Club nicht gut. Schalke braucht das Geld. Schalke zahlt die Gehälter eines Kaders, der in seiner Größe der Aufgabe von drei Wettbewerben entspricht.

Aber Schalke hat’s einfach nicht verdient. Es ist schon peinlich für die Liga, dass es mit 41 Punkten nach 32 Spieltagen theoretisch immer noch möglich ist, in der Folgesaison europäisch zu spielen. Ich hoffe inständig, dass Köln, Werder und Gladbach in den verbleibenden Spielen die nötigen Punkte holen, um vor Schalke zu bleiben. Dass sich die Blauen nach dieser Scheißsaison noch ein akzeptables Finale erduseln, würde meinen Gerechtigkeitssinn zu sehr erschüttern.

Schalke 04 schafft das Stehplatz-Tagesticket ab

Gestern war der 04. Mai 2017. Gemäß der offiziellen Festschreibung war dies der 113. Geburtstag des FC Schalke 04; ich schrieb drüber. Der 04. Mai 2017 war auch der Tag, an dem der FC Schalke 04 Stehplatz-Tageskarten abgeschafft hat. Darüber schrieb der Club, hier.

Mit der neuen „Saisonkarte“ schafft der Club eine Dauerkarte zweiter Klasse, denn die Käufer erhalten weder einen Rabatt gegenüber dem Einzelkartenverkauf, noch dürfen sie davon ausgehen, ihr „Abo“ in der nächsten Saison zu behalten. Außerdem erhöht der Club mit dieser Änderung den Preis für das günstigste Tagesticket drastisch. Statt sich um 15,50 Euro-Stehplatztickets streiten zu dürfen, werden einem im Vorverkauf zukünftig Sitzplätze zu 26 Euro als günstigste Möglichkeit angeboten.

Der FC Schalke 04 ist als Kumpel- und Malocher-Club entstanden. Daher ermöglicht unser Verein im Rahmen seiner wirtschaftlichen Verhältnisse seinen Anhängern aus allen gesellschaftlichen Schichten die Teilnahme am Vereinsleben und den Besuch der Spiele.

Diese Sätze sind unter Punkt 4 des Schalker „Leitbildes“ zu lesen. Meines Erachtens verbieten sie eine Preispolitik, die ein 26 Euro-Ticket als billigste Eintrittsmöglichkeit zufolge hat. Gegen sein Leitbild drängt der Club Schalker mit geringen finanziellen Mitteln aus dem Stadion.
 
 
Update

Schalke 04 hat seine Entscheidung zurückgezogen. In der entsprechenden Meldung „Stehplatz-Tageskarten auch 2017/2018 erhältlich“ heißt es:

Die Meldung „Umwandlung: Saisonkarten im Stehplatzbereich“ hat für Irritationen und Unverständnis gesorgt. Das bedauern wir und korrigieren unsere falsche Entscheidung: Es wird keine Saisonkarten für die Nordkurve geben. Die Ticketpreise bleiben in der kommenden Saison wie angekündigt unverändert. Für die überwiegend konstruktive Kritik bedanken wir uns.

Das ist gut.