2016/2017: Die Gruselsaison

Mit einem lausigen 1:1 beim Absteiger in Ingolstadt geht für Schalke 04 die Saison 2016/2017 nach langen 50 Pflichtspielen endlich zu Ende. Auf den großen Umbruch im Sommer mit neuem Manager, neuem Trainer und einer halben neuen Mannschaft folgte die erfolgloseste Saison der Schalker (Arena-)Neuzeit. Bemerkenswert war lediglich, wie ruhig es trotz dieses Misserfolgs um den Verein blieb.
 
 
Die schlechteste Saison der Schalker Neuzeit

Nüchtern betrachtet war Schalke in der gesamten Saison biederer Bundesligadurchschnitt. Nach den Einzelspielen fühlte sich das freilich immer wieder mal anders an. Da schürten Ergebnisse immer wieder mal Hoffnung, welche umgehend enttäuscht wurde.

Schalkes bester Tabellenplatz in dieser Saison war Rang 8. Am Ende kamen die Blauen auf 11 Siege. Seitdem Schalke in der Arena spielt hat man nie seltener gewonnen. In der Saison 2010/2011 verzeichnete man ebenfalls nur 11 Siege. Den 11 Siegen standen 13 Niederlagen gegenüber, bei 10 Unentschieden. Seitdem Schalke in der Arena spielt war dies die zweite negative Ergebnisbilanz. In der Saison 2010/2011 waren es 11 Siege, 16 Niederlagen und 7 Remis. Seit Schalke in der Arena spielt wurden die jetzigen 43 Punkte nur einmal unterboten. In der Saison 2010/2011 kam Schalke auf 40 Zähler.

Aber in der Saison 2010/2011 gewann Schalke 04 den DFB-Pokal und zog nach Siegen gegen Inter Mailand ins Champions League-Halbfinale ein. Von der Saison 2016/2017 wird nichts dauerhaft in Erinnerung bleiben.
 
 
Warum es in der kommenden Saison besser laufen wird

… muss Christian Heidel beantworten, ich kann es nicht. Natürlich war nicht alles schlecht. Zwischendurch hat Schalke auch gute Spiele abgeliefert. Manchmal hatte man den Eindruck, der Trainer konnte ein Offensivpressing etablieren. Manchmal sah es so aus, als versuche die Mannschaft das Spiel mit mehr Kontrolle und weniger langen Bällen aufzubauen. Nabil Bentaleb und Guido Burgstaller sind Neuzugänge, welche das Team weiterbringen. Thilo Kehrer hatte seinen Durchbruch und wird sicherlich auch weiterhin das Vertrauen des Trainers erhalten. Und natürlich kann man darauf verweisen, dass in dieser Saison wichtige, vermeintlich wichtige und hoffnungsvolle Spieler wie Naldo, Coke oder Embolo sehr lange ausfielen, dass das die Saison negativ bedingte, dass Schalke das nun mal nicht verkraften konnte.

Aber natürlich werden sich auch in der nächsten Saison wichtige Spieler verletzten. Das ist immer so und das ist auch keine Schalker Eigenheit. Es geht nicht darum darauf zu hoffen, dass mal alles perfekt läuft. Es geht um die Frage, weshalb die Leistung derjenige, die auf dem Platz stehen, immer wieder so großen Schwankungen unterliegt, dass man wirklich nie, nicht gegen den schwächsten Abstiegskandidaten, mit gesundem Selbstbewusstsein und halbwegs siegessicher in eine Partie gehen kann. Der Leistung fehlt jede Basis, das „Normal“ hat kein gesundes Niveau.
 
 
Also doch wieder den Trainer feuern?

Ein Trainer sollte nicht wegen schlechter Ergebnisse in den letzten Spielen gefeuert werden, sondern dann, wenn für die Zukunft kein Erfolg zu erwarten ist. Dies zu beurteilen ist Christian Heidels Job. Wie er den Club durch dieses Krisenjahr führte, war bemerkenswert. Keine Störfeuer aus dem Aufsichtsrat, keine vorab geleakten Transfers, keine öffentlichen Äußerungen, welche die Position des Trainers gegenüber den Medien geschwächt hätten. Nun ist es an ihm, Bilanz zu ziehen. Herauszufinden, was geändert werden muss, zu entscheiden, welches Personal dafür notwendig ist.

Ich trauere keinen Einzelspielern hinterher. Falls Leon Goretzka den Club verlassen will: Mir wäre wichtig, dass der Preis stimmt. Ich sehe immer wieder Teams, die guten Fußball spielen, mit Spielern deren Namen vor 12 Monaten noch niemand kannte. Vor 12 Monaten war Sead Kolasinac auch noch ein durchschnittlicher Bundesligakicker. Spieler kommen, gehen und entwickeln sich. Wichtig wäre aber, dass sich das Spiel der Gruppe entwickelt, und daran haperte es zuletzt. Mit Goretzka, mit Kolasinac und unter mehreren, sehr verschiedenen Trainern.

Immer wieder mit neuen Trainern bei Null anzufangen hat Schalke nicht weitergebracht. Letztlich geht es seit Jahren Abwärts mit Schalke 04, nicht erst seit dieser Saison. Wenn Christian Heidel entscheidet, dass Schalke mit Markus Weinzierl in die nächste Saison geht, wäre das erstmals tatsächlich Ausdruck von „Geduld“ und „Kontinuität“. Begriffe, die seit 10 Jahren auf Schalke immer wieder zu hören und zu lesen waren, die sich letztlich immer wieder als hohle Phrasen entpuppten, weil die Entscheider am Ende dem Druck nie standhielten.

Ma’kucken.



47 Kommentare zu “2016/2017: Die Gruselsaison”

  1. Zeitspieler sagt:

    Danke Torsten. Vielen lieben Dank an Dich für Deine Arbeit an Deinem Blog. Diese oft gruselige Saison ist für mich doch deutlich erträglicher geworden durch Dich und die Kommentatoren auf dieser Seite.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sommer, trotz der sehr ernsten Probleme.
    Kinder sind das Beste auf der Welt.

    Alles Gute!

  2. Detlef sagt:

    Danke für die Blogeinträge in dieser schwierige Saison. Das letzte Spiel hab ich gesundheitsbedingt nicht ganz verfolgen können, was aber wohl auch nicht so schlimm war hörte ich.

    Ich bin gespannt was analysiert wird und was daraus folgern wird.

    Karsten hat das schon gemacht. Hier zu lesen:
    http://www.halbfeldflanke.de/2.....bruch-ein/

    Ich selbst bin ziemlich hin- und her gerissen. Ich möchte auch Entwicklungen gesehen haben, aber die zu vielen schlechten Spiele verhindern das ein wenig.

  3. Eddi04 sagt:

    Christian Heidel hat in Mainz gesehen, wie gute Trainer wie Tuchel oder Klopp arbeiten und wie deren Ansprache zum Team (für mich ganz entscheidend) ist.

    Ich traue ihm zu beurteilen zu können, wie das Verhältnis von Weinzierl zum Team ist und welche Arbeit der Trainer qualitativ leistet.

  4. Flo Kno sagt:

    Ich zähle hier ja bekanntermaßen zu den Zwangsoptimisten und ich habe nicht alle Spiele live oder in HD gesehen. Über die letzten Saisonergebnisse bin ich natürlich ebenso enttäuscht wie alle. Das letzte Saisonspiel war für mich das gegen Darmstadt, die Story ist bekannt, danach war endgültig die Luft raus.

    Ich kann zustimmen, dass es eine Gruselsaison war. Dass es nochmal schlechter geworden sei als in den beiden vorangegangen Saison kann ich allerdings nicht sehen und die Argumente dazu sind wohl alle ausgetauscht.

    Warum es nächste Saison besser wird? Ich denke, der Umbruch den Schalke diese Saison erlebt hat passiert in dieser Form nur selten, wenn er nicht sogar ohne Beispiel in der Bundesligageschichte ist.
    Mit diesem radikalen Bruch – neuer Manager, neuer Trainer mit dem er noch nicht zusammengearbeitet hat, viele neue Spieler – ist man ein enormes Risiko eingegangen. Es hätte komplett ins Auge gehen können und wir könnten heute wie Wolfsburg dastehen. Dass es dazu nicht gekommen ist und Schalke als einziger Club seiner Genossen im Bunde, Gladbach, Leverkusen, Wolfsburg, nie wirklich im Abstiegskampf steckte, wenn man mal den völlig verkorksten Saisonstart ausblendet, spricht denke ich für die trotz allem vorhandene Stärke des Vereins.

    Dass dieser radikale Bruch überhaupt notwendig war ist das eigentliche Dilemma des S04. Sowohl dem Manager als auch dem Trainer hat doch Ende letzter Saison niemand wirklich hinterhergeweint und mein Eindruck war, dass eher zu wenig Spieler ausgetauscht wurden als zu viele, wenn ich mich an die vielen eisernen Besen zurück erinnere, die sich damals gewünscht wurden.

    So eine Krise, die auch mal aus den europäischen Rängen rausführen kann, war längst überfällig bei uns. Und gemessen daran sind wir noch mit einem königsblauen Auge davon gekommen, siehe Leverkusen, Wolfsburg.

    Deswegen blicke ich vorsichtig zuversichtlich in die neue Saison. Voraussetzung dafür ist, dass Heidel und Weinzierl aus den vielen Fehlern, die hier allesamt aufgezählt wurden, gelernt haben, aber da habe ich erstmal Vertrauen.
    Was die sonstigen Rahmenbedingungen angeht: an absoluten Leistungsträgern verlässt uns Stand heute nur Seo. Dazu kommt das Jahr ohne Doppelbelastung, welches Trainingszeit in neuem Ausmaß ermöglicht und hoffentlich dazu führt, dass Spieler wie unser Käptn nicht 43 von 50 Spielen unter Schmerzmitteln spielen müssen. Ich bin gespannt, wie das ‚neue Schalke‘ dann wirklich aussehen wird und freue mich insbesondere auf Donis Avdijaj und Breel Embolo.

    Torsten, dir insbesondere Dank für die Pflege und Moderation des Blogs, würde mich freuen wenn du auch in der Sommerpause von Zeit zu Zeit was schreibst!

    p.s.: Ich habe letztens in einer Antwort auf crisscross geschrieben, Marcelo Bordon würde für RB Leipzig scouten. Scheinbar ist das falsch:
    http://www.reviersport.de/3526.....hland.html

    Würde mich freuen, wenn man ihn in Zukunft in irgendeiner Funktion nochmal auf Schalke sehen würde.

  5. Schüpman58GE sagt:

    Ich schließe mich Deiner Meinung an! Trotzdem, wenn es erlaubt ist, möchte ich auch die wirtschaftliche Seite erwähnen! Und da mache ich mir große Sorgen, denn hier stellt sich eigentlich die wichtigste Frage: „Geduld in allen Ehren“, haben alle die, die den Verein wirtschaftlich unterstützen auch die gewünschte Geduld? Die Basis eines Clubs ist immer der zahlende Zuschauer, der Fan, der sein letztes Hemd opfert, um dabei zu sein! Gemeint ist auch nicht die Nordkurve sondern diejenigen, die Freude am Fußball empfangen wollen, denn „Das“ sind die „MEISTEN“.

    Die Fakten

    Offene Kassen vor dem Spiel
    DK werden gekündigt, weil sie nicht verkäuflich sind
    Inhaber von DK bleiben kommentarlos weg
    Starke Umsatzeinbußen bei Bier und Wurst
    Partner u. Sponsoren überdenken Ihr Marketing

    Meine Sorge

    Reicht das wirtschaftliche Ergebnis jetzt noch für einen Neuaufbau/Umbruch aus? Da habe ich schwere Bedenken! Denn, das Mentalitätsproblem der Mannschaft zum jetzigen Zeitpunkt ist so groß, das genau „DAS“ passiert, was keiner will: Die Zuschauer bleiben zu Hause! Glück Auf!

  6. Frank aus Rheinhessen sagt:

    Vielen Dank für die Saison beim Königsblog, Torsten! Immer lesenswert, aus der Diskussion habe ich mich weitgehend ausgeklinkt, da ich keine Ahnung hatte was ich bei der „Entwicklung“ unseres S04 schreiben sollte.

    Wünsche dir familiär alles Gute, keine einfache Sache, die ihr durchleben müsst.

    Viele Grüße aus Rheinhessen
    Frank

  7. Guido sagt:

    Hallo Torsten,
    erst eimal vielen Dank für deinen tollen Blog.

    Immer ein Genuß diesen zu Lesen.

    Natürlich stehen die Spieler auf dem Platz und sollten es richten, aber hier ist es genau so wie beim normalen Arbeiter. Man muss sich gut vorbereiten.
    Nach jeder Niederlage die gleichen Durchhalteparolen in die Sky Kameras um dann beim nächsten Spiel noch schlechter aufzutreten.

    Als Trainer muss ich Feuer in die Manschaft bringen und auch mal Rückgrat haben und eine unbequeme Entscheidung treffen.

    Nur ein Beispiel:
    Graupe Aogo spielt Linksverteidiger und Badstuber sitzt auf der Bank. Da geht man hin und lässt Höwedes Linksverteidiger spielen (der Mann ist auf dieser Position Weltmeister geworden) und Badstuber mit Nastasic Innen.

    Aber Mann (hier Trainer) hat keine Ideen.
    Noch nie hatte ein Trainer die letzten Jahre soviel Rückendeckung und Ruhe zum arbeiten!
    Die anderen Trainer waren trotzdem besser!
    Weinzierl ist ein Gentlemen Trainer ohne Biss!
    Schalke braucht Malocher vom Schlage Klopp oder Tuchel an der Seitenlinie!

    Wenn wir mit Weinzierl weiter machen und kommende Saison läuft es nicht von Anfang an rund, dann ist es mit der Ruhe sofort vorbei und der Baum brennt Lichterloh.
    Und dann ………

    Einen schönen Sommer an alle!

  8. mika sagt:

    @Torsten:
    Tolle Zusammenfassung, alles gesagt – vielen Dank für Deine Arbeit und was ich auch noch sehr positiiv finde ist die Tatsache, daß trotz aller vielfältigen Meinungen im Blog der Respekt und die Achtung untereinander gewahrt werden. Das ist beileibe kein Selbstverständlichkeit mehr in der heutigen Zeit.
    Dir persönlich wünsche ich das Beste und hoffe, daß sich bei Dir die privaten Dinge in Zukunft auch zum Positiven entwickeln, wie vielleicht auch die Zukunft für Schalke…….Wie heißt es doch, bevor es gut wird, wird es meistens noch einmal richtig miserabel bzw. schlimmer – das haben wir ja jetzt hoffentlich hinter uns gelassen… ;o) ….Schöne Sommerpause für alle…!

  9. Nigbur 48 sagt:

    In einer Beziehung, und Schalke ist ja so etwas wie eine Beziehung, wäre das wohl der Zeitpunkt, an dem man sagen würde „Ich glaube wir sollten uns mal eine Zeit nicht sehen“. Darum bin ich extrem froh, dass die Sommerpause nun da ist.

    Erträglich wurde die Saison oft nur durch diesen Blog, die treffenden Analysen und die angeregten Diskussionen, die mir halfen, auch mal über den Tellerrand zu schauen. Hab vielen Dank für deine Texte und die sicher nicht immer leichte Moderation, Torsten. Würde mich freuen, wenn du auch in den „In Between Days“ Zeit und Lust fändest, hier etwas zu schreiben.

  10. Flo Kno sagt:

    @ Guido: ‚Malocher vom Schlage Klopp oder Tuchel‘

    Beide extrem unterschiedliche Typen, die eigentlich nur eines gemeinsam haben: Sie arbeiten erfolgreich. Interessant: Unter Tuchel hat Dortmund die geringste Laufleistung pro Spiel aller BL-Teams. (http://www.halbfeldflanke.de/s.....tt-11.html ich weiß aber nicht wo Karsten die Daten her hat)

    Wenn unter Weinzierl wieder mehr Spiele gewonen werden, ist er dann auch automatisch ein Malocher?

  11. crisscross04 sagt:

    Danke Torsten! Für Deinen unermüdlichen Einsatz trotz vieler widriger Umstände.

    Ehrlich gesagt, bin ich froh, dass diese Saison vorbei ist. Erneut. Ein scheinbar alljährlich wiederkehrendes Déjà-vu. Mit diesem Gefühl bin ich wohl nicht ganz allein. Und wieder kommt wohl der nächste Umbruch, auch wenn die Verantwortlichen dies nicht so sehen oder benennen. Aber wenn auch Seo, Meyer und Görre neben Hunter, Aogo, Riether, Neumann, Wellenreuther und Badstuber uns verlassen sollten, ist das schon wieder fast 1/3 des Kaders und leider befänden sich darunter erneut einige Leistungsträger. Also gefühlt wieder auf 0.

    Viele Fans waren im letzten Sommer sehr euphorisch, weil Heidel Schalke den unangenehmen Spiegel vorgehalten hat und gleichzeitig eine Aufbruchstimmung verbreitet hat. Es kam anders. Schon gleich zu Beginn. Vieles ist in dieser Saison gegen uns gelaufen. Aber wie lautet eine Weisheit fürs Phrasenschwein: Man muss sein Glück auch erzwingen und das wurde eben auch zu häufig nicht gemacht.

    Was sind also die Lehren aus dieser Saison: Heidel/Weinzierl haben es eben nicht besser gemacht als deren Vorgänger.
    Und deshalb sind viele Fans auch so enttäuscht, weil ihnen erneut vor der Saison etwas versprochen wurde, was Trainer, Manager und Mannschaft nicht halten konnten.

    Und genau darin liegt für mich die größte Gefahr, dass Schalke dabei ist, seine treusten Fans zu vergraulen. Schaut man zu anderen Vereinen, ist fast überall eine zufriedene gar teilweise euphorische Fangemeinde zu sehen. Die Ausnahmen bilden eigentlich nur Wolfsburg, Leverkusen und wir eben. Bei uns herrscht Tristesse und Ratlosigkeit aufgrund einer erneut enttäuschenden Saisonleistung trotz eines breiten, talentierten Kaders.

    Wenn hier Flo Kno und einige andere hier nach wie vor Hoffnung auf eine bessere Zukunft mit Heidel/Weinzierl haben, so ist das in erster Linie aller Ehren wert. Denn für dieser Art von Hoffnung sehe ich persönlich einfach zu wenig Gründe. Aber da gehen eben die Meinungen auseinander.

    Es bleibt eben nur Prinzip Hoffnung. Hoffnung auf eine bessere Saison. Aber das haben sie in Hamburg eben auch. Die Realität sieht auch dort anders aus…

  12. Christian sagt:

    @Schüpman58GE
    Ich schließe mich deiner Argumentation an.
    Nicht nur die sportliche Seite wird in der nächsten Saison herausfordernd,
    sondern auch die wirtschaftliche sprich Einnahmeseite.

    Der @Roman hat das Thema Sponsoring ja auch schon mal thematisiert.
    Huawei weg, Hisense weg -da wird es dünner.
    Jetzt wurde ein neuer Ärmelsponsor gefunden, der angeblich 5 Mill p.a.
    zahlen soll, ich glaube aber nicht das diese Summe Geld einfach so fix
    fließen wird. Dieses Sponsoring inkl. payment im Stadion ist absolutes
    Neuland und da werden viele „wenn dann“ Bedingungen im Vertrag stehen.

    Ich habe den Verdacht, dass die e.V. Geschichte bald wieder auf der Agenda stehen wird.
    Eines scheint leider Fakt zu sein, trotz vieler Umbrüche im Personalbereich kommen die
    Kosten für die Profimannschaft nicht so schnell herunter, wie viele hofften. Zuletzt
    kosteten die Profis 85 Mill. Ok ein Gutverdiener wie Huntelaar geht, aber die Aogos, Riether
    und auch Kolasinac waren nur 1-3 Mill Verdiener. Selbst wenn sich die Kosten auf 70 Mill.
    p.a. reduzieren ist das immer noch sehr viel Geld für eine Bundesliga Mannschaft ohne
    internationale Spiele.
    Die gute Laune vieler hier, teile ich da nicht. Selbst unter optimalen Bedingungen (Goretzka bleibt)
    wird von Anfang an viel Druck da sein. Mal eben so den DFB Pokal abschenken, weil der erste
    Gegner dann doch motivierter war, das wird nicht mehr gehen. Die Mannschaft muss von
    Anfang an in der Spur laufen, sonst droht ein großer Winterschlussverkauf um noch die
    letzten Euros aus den dann auslaufenden Verträgen zu ziehen.
    Und dann können wir von königsblau auf königsgrau umlackieren.

  13. BlueNote sagt:

    Ich schrieb schon vor Monaten, dass Heidels größte und wichtigste Aufgabe nicht der schnelle sportliche Erfolg sein wird, sondern ein nachhaltiges Konzept, wie Schalke wieder für Fans und Spieler dauerhaft „der geilste Club der Welt“ wird. Dies wird er sicherlich nicht allein durch kurzfristige sportliche Erfolge wie EL oder CL-Qualifikationen oder einen Pokalsieg.

    Hätte der Club diese Saison Platz 5 oder 6 erreicht, wäre die Situation doch gefühlt keinen Deut besser. Bei vielen Fans ging in den letzten Grottenjahren die Identifikation nicht nur wegen des sportlichen Niedergangs verloren. Von den jungen Spielern aus der Region, die z.T. sogar die Knappenschmiede in großen Teilen durchliefen, will ich schon gar nicht mehr sprechen. Dass diese mittlerweile zu Hauf nach kurzer Profizeit schon wieder den Verein verlassen, tut besonders weh. Ja, auch die internationale Kommerzialisierungsproblematik trägt daran mit Schuld, doch eben nicht alleine.

    Schüpmann hat schon wahrnehmbare und mögliche Folgen oben beschrieben, Roman in einem anderen Beitrag, der mich sehr nachdenklich stimmte, gestern auch (http://koenigsblog.net/2017/05.....ment-89575)
    Für mich beginnt auch eine Cäsur. Erstmals seit über 10 Jahren werde ich ohne ein Sky-Abo in eine Saison gehen. Im Stadion war ich zuletzt bei Asas Abschiedsspiel.
    Yves stößt ins gleiche Horn. https://www.waz.de/sport/fussball/s04/eigenrauch-rechnet-mit-profifussball-und-eurofighter-spiel-ab-id210646957.html

    Die Fronten bröckeln, das Gerüst beginnt zu wackeln. Der Diskussion über Identifikation, Sinnstiftung und Motivation muss auch seitens des Vorstandes ein viel größerer Raum gegeben werden, anstatt nur über Zielmärkte und europäische Wettbewerbe zu schwadronieren oder den richtigen Trainer. Der Club aber auch die Verbände, müssen endlich Antworten finden, auf die Frage, warum sich immer mehr echte Fans gruselnd abwenden und das setzt eine schonungslose interne Analyse voraus und den Willen, die Scheiße unter dem geschmolzenen Schnee auch finden zu wollen. Genau das sehe ich aber derzeit nicht. Man macht wie gewohnt weiter im Hamsterrad und reduziert die ganze Diskussion auf den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Beide sind natürliche wichtige Faktoren, aber das ist dennoch zu kurz gedacht. Das ganze perfide System droht zu kollabieren, es ist überdreht, steht in meinen Augen kurz vorm Crash. Und die Verantwortlichen spüren das zwar auch, schauen aber geflissentlich weg. Aber vielleicht muss tatsächlich erst der GAU eintreten, damit sich etwas dreht?! Ich weiß es auch nicht. Gut anfühlen tut es sich schon lange nicht mehr.

    @Trainerdiskussion: Ich bin auch fürs Weitermachen mit Weinzierl, sehe ihn (noch) nicht als gescheitert an. Vor der nächsten Winterpause mag ich da noch nicht den Daumen senken. Wie der mannschaftliche Umbau gelingen wird, steht eh noch in den Sternen. Kola, Goretzka, ich vermute auch Meyer dürften weg sein, Geis eventuell auch, Stambouli und Benataleb sowie Konoplyanka müssen endlich konstant liefern, die Langzeit-Verletzten sich noch akklimatisieren, Neuzugänge werden kommen und müssen integriert werden. Riecht alles nicht nach schnellem sportlichen Erfolg, sondern immer größer werdenden Herausforderungen, mit denen wir alle besser leben könnten, wenn die Truppe wieder dauerhaft das Feuer auf die Tribünen transportieren könnte. Womit gleich schon die nächste große Baustelle identifiziert ist. Wenn eh schon alles gefühlt den Bach runtergeht im internationalen Fußball, brauchst du als Fan eine größtenteils seelenlose Saison wie die letzte so sehr wie Zahnschmerzen.

    @Torsten: Auch von mir ein herzliches Dankeschön für Deine erstklassigen Beiträge und dafür, dass Du uns allen hier ein Forum bietest zur Meinungsbekundung!

  14. Karl Heinz sagt:

    Besser kann man die Schalker Saison nicht auf den Punkt bringen.

    Die Abwärtsbewegung hat sich ja nun über Jahre verfestigt und man wird sehen, ob ein gestandener Profi wie Heidel (Klopp und Tuchel) das langsam abschmelzende Potential noch retten kann.

    Die Lücke nach oben (zu den Bösen organisierten „Vereinen“) ist doch schon erheblich.

  15. schalkoholiker sagt:

    Euch allen eine schöne und erholsame Sommerpause. Dir Torsten ein Dank für diesen Blog, der mir immer wieder zeigt, dass ich mit meinem oft unbegründeten Optimismus, mit meinen realitätsgestützten Enttäuschungen und allen sonstigen, schalkigen Emotionen nicht alleine bin. Gut so.

    Komische Saison. Nicht nur für uns. Ich versuche, die Enttäuschung nicht zu nahe an mich heran zu lassen und hab mein Sky-Abo gekündigt, weil ich die Nase voll habe von gurkigem Herumgekicke. Aber ich kenne mich auch gut genug, um zu wissen, dass im August immer wieder diese „Dies-wird-unsere-Saison-Euphorie“ bei mir einkehren wird. Bis dahin – Glückauf.

  16. ReinerEdelmann sagt:

    Torsten, auch von mir vielen Dank und „Kopp hoch!“

    Merkwürdig ist, dass ich mich momentan mehr auf „September is coming“ (Hockeysaison, IEC) als auf „August is coming“ (Fußball, Schalke) freue.

    BlueNotes Beitrag fasst die Stímmungslage gut zusammen; ebenso der darin zitierte Beitrag von Roman.

  17. Lutt sagt:

    Torsten: vielen Dank für dieses Blog. Der Meinungsaustausch zu Schalke – mit etwas abgekühlten Köpfen und auf einer sachlich-emotionalen Ebene – macht mir sehr viel Spaß (lesend und schreibend).

    Generell ist die Stimmungslage um und auf Schalke relativ schlecht. Der Titel „Gruselsaison“ passt genauso oder besser auf Wolfsburg, Hamburg, teilweise Leverkusen, Gladbach – wir befinden uns also zumindest in guter Gesellschaft ;-) Hamburg hat am WE seinen Nichtabstieg gefeiert. Clever. Die schließen die Saison wenigstens mit einem guten Gefühl ab. Auch dank uns.

    Es gab Aufs und Abs in dieser Saison. Nach dem wirklich gruseligen Start eine gute Serie, danach immer irgendwie durchwachsen. Und immer, wenn man dachte „jau, genauso wird’s klappen“, kam im nächsten Spiel der dicke Dämpfer. Das muss der Trainer in den Griff kriegen.
    Aber an den Trainer hätte ich halt auch noch ein paar Wünsche, die mir letztes Jahr wirklich zu kurz gekommen sind.
    1. Unsere Jungs aus der Knappenschmiede sind m.E. viel zu kurz gekommen. Kehrer hat sich vielleicht etwas festgespielt, aber auch nur aufgrund einer Verletzungsmisere. Ich verstehe z.B. einfach nicht, wie man Leute wie Kono oder di Santo immer wieder einem Tekpetey oder Avdijai vorziehen kann.
    2. Rotation. Die fehlte völlig. Quatsch, es gab Rotation, aber nur aufgrund von Verletzungen oder Schlechtleistungen. Bei der Masse an Spielen hätte man dem Einen oder Anderen mal eine Pause gönnen können. Vor allem, weil das Schalker Spiel sehr auf Kampf und Laufleistung ausgelegt ist.
    3. Perfektion. Ich schaue mir gerne Berichte an, wie andere Vereine arbeiten. Bei RB zum Beispiel wird bei jedem Spieler wöchentlich irgendwas aus dem Ohrläppchen abgezapft, mit dem Übermüdung festgestellt wird. Falls Spieler übermüdet waren, gingen sie auf die Bank. Bei der TSG wird mit speziellen Gerätschäften und Trainingsanlagen sowas wie „peripheres Sehen“, Ballverarbeitung oder Reaktionsgeschwindigkeit trainiert.
    Watt machen wir? Nur malochen?
    4. Konstanz. Das brauche ich nicht weiter auszuführen, denke ich.

    Wenn diese Punkte verbessert werden, gerne weiter mit Herrn Weinzierl.

    Auf den Manager hingegen möchte ich nichts kommen lassen. Gut, Kono war ein Fehleinkauf, der Rest mal hopp, mal top. Aber er ist der erste Manager seit langem, bei dem ich das Gefühl habe, dass er den Laden im Griff hat. Jedem anderen wäre Schalke in dieser Saison spät. nach dem 5. Spieltag um die Ohren geflogen.

    Was mich etwas stört ist das klassische Schalker Geheule. Wenn man die Bundesliga mit dem zehnten Platz abschließt, ist das für Schalke schlecht, keine Frage. Aber deswegen dem Verein den Rücken kehren? Schwarzmalerei für die Zukunft („dann ist das Stadion leer“)… das halten ich für überzogen.

    Uns alle stört der Kommerz im Fußball. Die Reichen werden reicher, die Schere wird größer. Jeder Spieler, der eine halbwegs unfallfreie Saison gespielt hat, MUSS sofort wechseln, um seiner Karriere nicht zu schaden. Selbst unser Bundes-Jogi geht mir auf den Nerv, weil er irgendwie jedem Jung-Nationalspieler ans Herz legt, zum FCB zu gehen.
    Die Meisterschaft ist nach 5 Bayerntiteln in Folge langweilig geworden. Heuer würde ich nicht darauf tippen, wer Meister wird, sondern eher, am wievielten Spieltag die Bauern es klarmachen. Das Problem gibt es auch in anderen großen Ligen, bei uns ist es aber extrem. Und trotzdem geht die UEFA hin und erlässt eine Regel, die den etablierten CL Teilnehmern NOCH mehr Geld zuspielt.

    Da kann Schalke ja nix dafür. Und jeden, der sagt, das ist nicht mehr mein Fußball, kann ich verstehen.

    Was ich damit sagen will ist, dass diese Schalke-Saison nicht gut war. Aber wir sind in einer Phase, wo der Profifussball sich stark verändert und haben’s schlichtweg nicht besser gemacht als viele andere. Nicht mehr und nicht weniger.

    Nächste Saison wird alles besser!

  18. Nostradamus sagt:

    Du sagst Gruselsaison. Man kann auch sagen Platz 10 ist nicht so schlecht. denn wenn dort niemand mehr ist in unserem schönen Verein der die Reisleine ziehen kann ….dann warte mal ab was nächste Saison passieren wird – dann würden wir sehr Dankbar sein für Platz 10. Am anfang habe ich mich noch über Heidel gefreut nun nicht mehr fast alle Transfers machen keinen Sinn bis auf Burgstaller das war ein Top Transfer. Ansonsten macht Heidel dort weiter wo Horst Heldt aufgehört hat. Wenn man nun hört das als Goretzka Ersatz Gustavo kommen soll – und die Verhandlungen sollen kurz vorm Abschluss stehen – dann sollte man wissen wohin die Reise hingeht = ABSTIEGSKAMPF PUR !

  19. Voice sagt:

    Oh man, jetzt reden einige schon den endgültigen Abgesang herbei. Abstiegskampf usw, das sind mMn nur Unkenrufe, die der schlechten Stimmung zuzurechnen sind. Aus meiner Sicht gibt es für solchen Untergangsszenarien keinerlei Hinweise.

  20. Flo Kno sagt:

    @ Lutt: ‚Auf den Manager hingegen möchte ich nichts kommen lassen.‘

    Ich verstehe nicht so ganz, warum Markus Weinzierl die alleinige Chance für die Saison tragen soll. Der Saisonstart wurde doch auch von Heidel damit erklärt, dass die versprochenen Spieler zu spät kamen und dadurch die Vorbereitung verpasst haben.
    Im Winter das gleiche Spiel, da war z.B. Caicara mit im Trainingslager und Burgstaller kam erst danach.

    Es mag letzten Sommer ja Gründe für die späten Transfers gegeben haben (Sané), aber diesen Sommer muss das zwingend anders laufen.

  21. Simson sagt:

    @Nostradamus
    du hättest „Reisleine“ (sic!) noch in Capslock schreiben sollen.. um die Dringlichkeit der Situation noch besser zu verdeutlichen. Alternativ könntest du auch einfach konkret werden, dann würde man auch darauf eingehen können.

  22. Rjonathan sagt:

    @Lutt

    Ich finde deine Zusammenfassung der Probleme ganz gut. In einem Punkt würde ich einschränken: Avdijaj hat eigentlich immer vor Kono und DiSanto gestanden, wenn er fit war. Leider hat er sich irgendwann im November oder Dezember verletzt und musste sich dann nach ein paar Monaten erstmal wieder ranrobben.

    Von Tekpetey hätte ich auch gerne mal mehr gesehen. Aber Weinzierls Risikobereitschaft angesichts des konstanten Drucks hinterherrennen zu müssen ging gleich null. Ähnliches gilt wohl auch für das Thema Rotation. Da hat Weinzierl sich möglicherweise zu viel von Sicherheitsdenken und Sachzwängen leiten lassen.

  23. papajoe04 sagt:

    @Rjonathan

    die Vokabel ranrobben möchte ich hier in diesem schönen Blog nicht lessen müssen ;-)

  24. leoluca sagt:

    Torstens nüchterne Analyse teile ich, weil sie nicht nur die großen Schattenseiten der Saison benennt, sondern auch die vielen Hoffnungsschimmer, die man auch ohne rosarote Brille erkennen kann.

    Dass es so schlecht kommen würde, hatte ich nicht erwartet. Dass Trainer und Mannschaft wissen, wie man guten Fußball spielt, das konnte man in manchen großen Spielen deutlich sehen. Aber diese achterbahnartige Formkurve hat mich bekloppt gemacht. Auf die Feinanalyse der Chefetage bin ich daher sehr gespannt.

    Ich meine, jetzt erst wissen wir ziemlich genau, wie schlimm es um Schalke vor dem Umbruch vor einem Jahr gestanden haben muss und wie schlimm es derzeit um Schalke steht. Es droht der Abstieg ins Mittelmaß für einen der größten deutschen Clubs.

    Heidel ist nicht die Ursache für den schlechten sportlichen Zustand der Mannschaft. Er ist der personelle Antwortversuch auf eine Schalker Krise, die sich von Jahr zu Jahr steigerte.

    Ich halte das Wort von der „Krise“ für angemessen. Normal wird das Wort meistens benutzt, um die Zuspitzung eines Problems zu verdeutlichen. Doch dass eine Krise notwendig zur Veränderung ist und große Entwicklungschancen enthält, wird leicht unterschätzt.

    Das Wort Krise stammt von dem lateinischen Wort „crisis“ und bedeutet Scheidung, Streit, Entscheidung, Urteil und kann in unserem Sprachgebrauch auch als Höhe- und Wendepunkt oder als Veränderung in Form von Zuspitzung verstanden werden. Im Chinesischen bedeutet das Wort Krise gleichzeitig auch Chance.

  25. Ney sagt:

    Der Himmel hat den Schalkern als Gegengewicht zu den vielen Mühseligkeiten drei Dinge gegeben: Die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.

    (Immanuel Kantersieg)

  26. blues sagt:

    Es ist erstaunlich wie schnell sich doch immer wieder die Meinung verändert und um eine neue Einsicht herum verdichtet. Hoffnung macht, wieviele zum Saisonende aufwachen und zu deutlich anderer Einsicht finden, als über die vorhergehenden 33 Spieltage. Der Paradigmenwechsel in Hinsicht der Bewertung der vergangenen Leistung ist faszinierend.

    „Ich möchte, dass die Mannschaft ein klares Konzept auf dem Platz zeigt“, sagte der Manager bei einem Pressegespräch am Montag: „Ich habe es nicht erkannt.“ (Christian Heidel)

    Der Lacher im Sinne von „I. Kantersieg“ ist wohl, dass die Heidelschen Spielertransfers selbst, in dieser, seiner Analyse, nicht ebenfalls direkt in den Blick genommen werden. Heidel scheint also noch Hoffnung zu haben, definiert aber gleichzeitig die Höhe des Stöckchen über das sein Drei-Millionen-Mann demnächst springen muss.

  27. blues sagt:

    @Torsten

    Deine Wohnungsanzeige ist weg. Darf man dich bzw. euch zu einer erfolgreichen Wohnungsvermittlung beglückwünschen?

    Danke für den Blog. Weiß es gerade in diesen schwierigen Zeiten zu schätzen.

  28. Torsten sagt:

    Ja, in der Tat .. Danke, blues :-)
    Dieses Blog kommt demnächst tatsächlich aus GE, aus Resse.

  29. crisscross04 sagt:

    Super. Glückwunsch, Torsten! Wenigstens in diesem Sinne ein versöhnlicher Saisonabschluss. ;-)

  30. el_emka sagt:

    So selten ich hier aus meinem Loch krieche, zum Saisonende muss es mal sein…

    Als einer, der in der verbotenen Stadt lebt und arbeitet, hatte man es diese Spielzeit nicht leicht. Nichtsdestoweniger waren die montäglichen Einwürfe vom anderen Ende des Ruhrgebiets immer wohltuend sachlich und für die hiesige Kaffeepausendiskussion auch immer hilfreich. Die an den sonstigen Wochentagen natürlich auch. Leider gilt das nicht unbedingt für die Kommentarspalte, die ich zuletzt meist nur überlesen habe, weil die Schwarzweißmalerei zwischenzeitlich doch Überhand nahm. Lest euch euren Beitrag vor dem Abschicken nochmal in Ruhe durch, hier muss es nicht immer so emotional sein, wie in der Nordkurve.

    Apropos Nordkurve: ich muss auch zugeben, dass der Reiz, dem Fußballzirkus persönlich beizuwohnen, bei mir massiv gelitten hat. Und das ist vollkommen unabhängig von der unbestritten enttäuschenden Schalker Saison. Die fortschreitende Kommerzialisierung lässt mich immer ratloser zurück. Durch meine weitgehend fehlfarbenen Kollegen, die teilweise allen möglichen schwarzgelben Blödsinn kaufen, bekomme ich eine eher nüchterne Sicht von außen, da ich mir sicher bin, dass es auf blauweißer Seite sicherlich in vielen Fällen ebenso aussieht. Ich stehe dann da, und frage mich, wo es schlussendlich hinführen soll und ob ich den Weg mitgehen möchte. Den zweiten Teil der Frage habe ich mir schon vor einiger Zeit beantwortet, und das nicht zur Freude unseres Marketingvorstands.

    Ich werde das UEFA-Cup-Finale für 11 Mark in der Nordkurve sicherlich nie vergessen, auf der anderen Seite wird es leider mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mein einziges persönlich besuchtes Europapokalfinale sein. Sei es, weil die Vereinsstruktur es im überhitzten Markt nicht zulässt, dass Schalke an einem solchen teilnimmt oder sei es, dass ein wie auch immer gepimptes Schalke auf finanziellen Steroiden teilnimmt. Unabhängig davon, dass es zur Steigerung der Exklusivität und der UEFA-Einnahmen jährlich an eine andere Stadt Europas (oder vielleicht zukünftig zur Erschließung neuer Märkte in Asien oder Amerika) vergeben wird.

    Da ich das kommende Winterhalbjahr aller Wahrscheinlichkeit nach am anderen Ende der Welt in Australien verbringen werde, wird das Königsblog voraussichtlich meine einzige Verbindung zum königsblauen Kosmos sein, also gibt es trotz alledem einen „Herzlichen Dank und weiter so“ an Torsten. Und an die Schwarzweißmaler: atmet vor dem Kommentar doch nochmal kurz in die Brötchentüte. Trotz der miesen Saison fühlt es sich gut an, kein Anhänger der Evonik-Puma KGaA oder der Audi-Allianz-Adidas AG zu sein. Am Ende ist es zum Glück doch nur Fußball.

    Glück auf!

  31. Die Weinzierl-Ziel-Zahl: Verfehlt sagt:

    […] habe ich mich gestern bereits über die abgeschlossene Saison ausgelassen. Das möchte ich wahrlich nicht endlos forttreiben. Aber noch ist die Zeit der […]

  32. Atze sagt:

    Erstmal, Danke Torsten und privat alles erdenklich Gute!

    Es ist alles gesagt (geschrieben) zur Saison.Enttäuschung ist glaube ich,das richtige Wort, welches ich benutzen würde. Welche Entscheidungen jetzt auch getroffen werden (ob mit MW oder ohne) sie müssen greifen,nochmal in dieser Art starke Auftritte (Zecken,Bauern,Vizekusen,Ajax ua.) um dann kollektiv Big Points zu versemmeln und uns kläglich auf diesen Tabellenplatz zu führen ist nicht drin.
    Wenn mit MW dann ohne wenn und aber ….(erste Spiele abwarten ist völliger Quatsch und nimmt gemachte Unruhe mit in die neue Saison)
    Wir Fans haben uns an Umbruch, Ruhe und „hinter der Mannschaft“ stehen gehalten (Danke NORD groasartig! ) jetzt müssen die ran ,die Kohle mit dem Verein verdienen und zwar nicht zu knapp.
    Her Heidel, Herr Weinzierl, Benny und CO, übernehmen! ! Glückauf
    Atze und Sohni

  33. Nordlicht sagt:

    Moin Moin Zusammen

    Dir Torsten vorab vielen Dank für diese Plattform und die wöchentlichen Berichte zu den Spielen. Desweitern Dir und deiner Familie ein schnelles Eingewöhnen in GE-Resse und euch dort alles Gute!!

    Zu dieser Saison ist mehr als genug geschrieben worden. Ich bin froh das es um ist, bin dankbar für die ironische Antwort der Ultras am Samstag und freue mich auf die Sommerpause.

    In diesem Sinne allen Schreiberlingen hier auch eine erholsame Sommerpause. Bis demnächst mal wieder

  34. blabla sagt:

    @ Flo Kno
    „Ich denke, der Umbruch den Schalke diese Saison erlebt hat passiert in dieser Form nur selten, wenn er nicht sogar ohne Beispiel in der Bundesligageschichte ist.
    Mit diesem radikalen Bruch – neuer Manager, neuer Trainer mit dem er noch nicht zusammengearbeitet hat, viele neue Spieler – ist man ein enormes Risiko eingegangen. Es hätte komplett ins Auge gehen können und wir könnten heute wie Wolfsburg dastehe“
    mal angenommen das ist wahr, dann wäre heidel längst geschichte auf schalke und würde nie wieder ein job im profisport bekommen. ist dir eigentlich klar, was du damit heidel und den anderen leuten aus dem vorstand damit unterstellst?

    was bisher selten zur sprache kam ist das mannschaftsklima. ich glaube, dass das gar nicht so toll ist. abgesehen vom buschfunk und manchen gerüchten, gab es immer wieder aussagen, wie vom hunter (einschleimen um in die mannschaft zu kommen), meyer oder zuletzt kono,naldo und dem athletiktrainer, sowie die nicht umsetzung der vorgaben, die ja auch massivst von heidel geäussert wurden. das wirft kein gutes licht ab. ich fand es anfangs auch schon befremdlich, dass weinzierl den mannschaftsrat beschlossen hat, wie auch so manche geschichte aus seiner vorherigen stationen. noch befremdlicher ist allerdings, dass er generell nicht viel mit den spielern spricht und wenn rein übers sportliche. symptomatisch, dass weder kno, noch trainerteam wussten, dass es kono nicht gut gehe.
    weiß jemand ,ob die spieler immernoch den trainer siezen müssen, wobei er nur duzt? würd mich ma interessieren…

  35. Ney sagt:

    gehsse nach buer, klaunse dir die uhr.
    gehsse nach erle, klaunse dir die perle.
    gehsse nach resse, kriss ein in die fresse.

    Ist aber erfahrungsgemäß eine weitgehend reimbedingte Behauptung.

  36. Simson sagt:

    @blablabla
    woher komme diese Infos? Also die, die nicht in Inteviews gesagt wurden?

    Man kann da nämlich auch andere Dinge lesen. Burgstaller, der mehrfach betont hat wie gut er aufgenommen wurde und wie glücklich er jetzt auf Schalke ist. Die Abschiedsparty von Kolasinac und Huntelaar auf die die Mannschaft geschlossen gegangen ist…

    Ich kann das aus der Ferne nicht wirklich beurteilen, daher interessiert mich wirklich woher die anderen Infos wie Siezen, fehlende Gespräche etc. kommen.

    Ich kann die Enscheidung, den Mannschaftsrat zu bestimmen, schon nachvollziehen. Der Trainer ist nun mal auch Chef und nicht nur „Kumpel“ – natürlich im Idealfall irgendwie beides… aber so kann er auch Spieler in die Pflicht nehmen. Und ich weiß nicht woher das kommt, aber ich habe schon das Gefühl, dass unsere Mannschaft stark geführt werden muss.

  37. Flo Kno sagt:

    @blabla: Ich verstehe deine Frage nicht ganz. Ich unterstelle niemandem was.

  38. hellwach sagt:

    In meinem Saisonfazit kommen vor:

    Ein Trainer, der einen schweren Rucksack mit in die Saison nimmt. Eine Woche
    vor dem ersten Spieltag fehlen ihm 6 eingespielte Kader-Mitglieder.
    Der Spielplan ist unter diesen Umständen höchst undankbar. Fünf Niederlagen
    füllen den Rucksack.
    Ein Trainer, der Auswege versucht und nach einigen Irrtümern die 3er/5er
    Lösung findet und damit eine gute Balance und vor allem Stabilität.
    Ein Trainer, der rotieren lässt. Immer Positionstreu. In der
    Ungeschlagen-Phase bis einschließlich Salzburg. Offenbar auf der Suche nach
    den besten Elf.
    Auch in Salzburg war noch erkennbar, dass die Mannschaft verstanden hat,
    wie die Positionen und Räume zu besetzen sind
    Danach -zeitgleich mit dem Ende der Roation- ist der Faden gerissen. Gründe
    unbekannt.
    Ein Trainer der ohne Offensive leben muss. Embolo, Huntelaar, Di Santo,
    Avdijai, zwischenzeitlich und zum Schluss auch noch Choupo Moting und
    Schöpf. Die Statistiker können sicher benennen, wie viele Wochen Ausfall
    das in Summe macht. Die Fehlzeiten von Bentaleb (Afrika-Cup, Sperren) sowie
    Meyer und Goretzka (Verletzung) sind wohl als normal hinzunehmen.

    Ein Trainer, der Meyer nicht besser macht.
    Ein Trainer, der Geis nicht Kadertauglich hinbekommt (auch nicht nach
    dessen bestem Spiel gegen die Werkself nach Naldo-Platzverweis)
    Ein Trainer, der Konoplyanka nicht Kadertauglich hinbekommt.

    Eine Mannschaft, die in der Hinrunde gegen die Mannschaften aus dem oberen
    Drittel nur einen Punkt geholt hat. In der Rückrunde immerhin mit acht
    Punkten ohne Niederlage blieb.

    Ein Manager, der für die schwach besetzten Außenverteidiger eingekauft hat.
    Ein Manager, der mit Coke, Naldo und Stambouli Erfahrung für die junge
    Mannschaft in den Kader geholt hat.
    Ein Manager, der mit Baba, Bentaleb und Embolo Spieler junge Spieler mit
    Potenzial geholt hat.
    Ein Manager, der in der Winterpause mit Glück und Geschick den Kader
    ergänzt und damit den Abstiegskampf vermieden hat (Caligiuri, Badstuber,
    Burgstaller)

    Ein Kader, der im letzten Saisondrittel nicht mehr jung war. Rund die
    Hälfte aller anderen Clubs haben zuletzt jüngere Teams auf den Rasen
    geschickt.
    Ein Kader (Manager) und eine Mannschaft (Trainer), die immer weniger
    Knappenschmiede enthalten.

    Eine Arena, die nicht mehr voll wird.
    Eine Bundesliga, die nicht mehr spannend ist.
    Eine Weisheit, die nicht mehr stimmt (Der Erfolg ist sehr wohl von der
    Finanzkraft abhängig; auch in Hoffenheim und Leipzig, denn ohne großzügige
    Anschubfinanzierung hätte Rangnick sein Konzept nicht so voranbringen
    können)

  39. Flo Kno sagt:

    Vielleicht noch ein (verspäteter) Edit zum Namen ‚Gruselsaison‘. Zur Geschichte dieser Saison gehört, genau wie der verkackte Saisonstart und das Verpassen des europäischen Wettbewerbs, die Phase Mitte der Hinrunde, in der man seine Gegner Woche für Woche im Griff hatte. In abgeschwächter Form gab es das dann nochmal im Februar ohne Niederlage.

    Solche Phasen mit 12 bzw. 7 Pflichtspielen in Folge ohne Niederlage gab es in der Vorsaison noch nicht. Selbst beim ‚besten Saisonstart aller Zeiten‘ ist man nur auf 6 Spiele ohne Niederlage gekommen. Auch bei Jens Kellers ‚besten Rückrunde aller Zeiten‘ hat man es nicht geschafft 7 Spiele in Folge nicht zu verlieren. Ich weiß nicht genau, wie weit man in der Historie zurückgehen muss um solche Serien zu finden.

    Aus der Nahsicht, insbesondere mit den echt schlechten Spielen am Ende der Saison und dem Verpassen der EL, kann man die Saison eine Gruselsaison nennen. In der Gesamtsicht wird man der Saison damit aber nicht gerecht, wie ich finde, weil zumindest schonmal Phasen der Stabilität zu sehen waren, die es in den Vorjahren so nicht mal ansatzweise gab, selbst als man noch ein ‚Championsleague-Team‘ war. Sie sind das worauf ich meine Hoffnung für die kommende Saison baue.

  40. leoluca sagt:

    @FloKno.

    Es wird dich vermutlich nicht überraschen, dass ich deinen Saisonrückblick und deine Entdeckung der Hoffnungsschimmer teile.

    Allerdings habe ich nicht klar, warum der Saisonabschluss so schlecht war und warum es diese extremen Formschwankungen gab. Lag es wirklich am fehlenden Konzept des Trainers? So könnte man Heidels Aussagen zum Saisonabschluss interpretieren. Mir scheint das zu einfach gestrickt.

    Denn ein Spielkonzept, eine neue Strategie hat man in den guten Spielen im Herbst und Frühjahr durchaus gesehen, die Mannschaft hat nur dieses Niveau oft nicht halten können. Selbst in den schlechten und verlorenen Spielen schien es immer wieder mal durch. Schalkes Spiel sollte leidenschaftlich und kämpferisch sein, mit vielen Zweikämpfen, hartem Pressing und schnellen Kontern. Nicht in die Breite, sondern möglichst immer in die Länge und Spitze sollte der Ball gespielt werden.

    Nun ist ja schon oft und richtig darauf hingewiesen worden, dass manche Spiele, in denen das Konzept über weite Strecken aufging, erfolgreicher gewesen wären, wenn vorne durchgehend ein Knipser gestanden hätte. Vermutlich hat uns die Verpflichtung von Burgstaller immerhin den Abstiegskampf erspart.

    Aber Schalke war auch immer dann schlecht, wenn die Mannschaft nicht ins Pressing kam, also zu viele Zweikämpfe verlor, und immer dann, wenn die Gegner sich hinten rein stellten und Schalke dazu zwangen, Ballbesitz- bzw. Kombinationsfußball zu spielen, den die Mannschaft nicht konnte.

    Im ersten Fall hat es bestimmt nicht am Konzept, sondern am fehlenden Teamspirit und an der Einstellung einzelner Spieler wie Choupo oder Meyer gelegen. Im zweiten Falle allerdings glaube ich, dass es eine konzeptionelle Schwäche gibt. Weinzierl hat nicht bestimmte Spielideen und Spielweisen gemischt oder flexibel eingesetzt, er blieb in den Spielen und über viele Spiele hinweg eigentlich immer bei dem, was er jeweils von Anfang an vorgegeben hatte. Die Mannschaft, die mit guten Technikern vollgepackt ist, machte auf mich nicht den Eindruck, dass sie eine Idee, eine Vorstellung davon hatte, wie man sich geschickt nach vorne kombiniert. Es überwog das Hau-Ruck der überfallartigen Konter.

    Die Frage steht im Raum: Kann Weinzierl das der Mannschaft vermitteln? Ist er überhaupt selbst von einem solchen modernen Konzept überzeugt?

  41. Markus04 sagt:

    Sollte man jetzt nicht, da Tuchel frei ist und er sich mit Heidel wohl nicht überworfen hat, nicht versuchen Tuchel als Trainer zu bekommen?

  42. Ney sagt:

    Das wäre nach Stevens, Keller, die Matteo, Breitenreiter, Weinzierl mal was mit möglicherweise besonderer Qualität. Aber wird wohl nix. Oder erst nach dem Sommer, bei unwillkommen schlechtem Saisonverlauf.

    Zur früheren Tuchel-Diskussion http://koenigsblog.net/2014/09.....er-tuchel/

  43. derwahrebaresi sagt:

    Möge man uns mit Herrn Tuchel verschonen.

  44. Markus04 sagt:

    Von wann war nochmal diese Tucheldiskussion?
    Ist fast 3 Jahre alt? Gibt es seitdem keine neuen Erkenntnisse bzgl. Schalke, bzgl. Tuchel oder sind wir nicht in der Lage (oder Willens?) vor einer neuen Faktenlage Dinge neu und evtl. anders zu bewerten?
    Was hätte man zu verlieren, wenn man Tuchel holte?
    Haben wir Angst vor Erfolg, oder einfach nur vor Veränderung?
    Entweder will man sportlichen Erfolg dann brauchen wir Tuchel oder wollen kuscheln, dann brauchen wir Leute mit Stallgeruch.
    Will man von beidem ein bißchen, sollten wir alles so lassen und können uns wundern warum das lauwarme Badewasser immer kühler wird

  45. Rjonathan sagt:

    Stallgeruch hat der jetzige Trainer ja nun auch nicht. Die Hoffnung war natürlich, dass er den Erfolg bringt. Und er hatte ja auch respektable Ergebnisse vorzuweisen. Tuchel ist aber sicher ein Kaliber größer als Weinzierl. Ich fände den Traineraustausch zum jetzigen Zeitpunkt dennoch schwierig und falsch. Die ständigen Wechsel tun der Mannschaft auch nicht gut.

  46. Markus04 sagt:

    Nee Stallgeruch hat er nicht.
    Ist aber auch kein A-Promis wie Tuchel. Ich fand die anderen Trainerwechsel nicht so schlimm. Den letzten schon.
    Und nur weil der letzte Trainerwechsel richtig schlecht war, soll man an ihm festhalten?

  47. Offiziell: Weinzierl raus, Tedesco neuer S04-Trainer sagt:

    […] schrieb ich gleich nach der Saison. Eben dieser Meinung war er wohl, Schalkes Manager. Er war sich nicht […]

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