Die Weinzierl-Ziel-Zahl: Verfehlt

Nun habe ich mich gestern bereits über die abgeschlossene Saison ausgelassen. Das möchte ich wahrlich nicht endlos forttreiben. Aber noch ist die Zeit der Bilanzen, und es braucht noch den Abschluss zur Weinzierl-Ziel-Zahl.

Diese entstand aus dem anspruchsvollen Ziel Markus Weinzierls und mutierte schnell zum Running Gag. Nachdem Schalkes Mannschaft gegen Ende des Jahres 2016 endlich in die Spur fand und seine beste Saisonphase spielte, kommentierte Christian Heidel, dass man die fünf Auftaktniederlangen in Folge als Rucksack bis zu Saisonende mitschleppen würde. Vor dem 16. Spieltag bemerkte Markus Weinzierl, dass, betrachte man nur die Spiele nach den ersten fünf Spielen, sein Team gerade einen Punkteschnitt von 1,8 halten würde. Und dass dies, könne man diesen Schnitt bis Saisonende durchziehen, zu „mehr als 50 Punkten“ führen würde, dass Schalke 04 damit seine Ziele wahrscheinlich erreichen würde.

Der Punkteschnitt ab dem sechsten Spieltag sollte also 1,8 betragen, und die Abweichung von dieser Weinzierl-Ziel-Zahl stellte ich ab Januar in der Sidebar dieses Blogs dar. Diese Episode, von des Trainers Hoffnung vor dem 16. Spiel bis zum Verlassen des Pfades vier Spiele später, kann als Beispiel für die ganze Saison herhalten. Immer wieder setzte man sich Ziele oder machte sich Hoffnung, immer wieder scheiterten die Blauen. Noch vor dem 31. Spieltag hieß es, nun habe man vier Endspiele, gewänne man die, würde man bestimmt … aber man verlor schon das zweite und konnte auch Nummer 3 und 4 nicht mehr gewinnen.

Also folgten auf den katastrophalen Start mit fünf Niederlangen die Spieltage 6 bis 34 mit einem Schnitt von 1,48 statt 1,8 Punkten pro Spiel. Kein guter Schnitt, das Ziel verfehlt, jeglicher Hoffnung unterlegen.

Andererseits kann mit Blick auf die Zahlen eben doch weiterhin berechtigt bemerkt werden, dass der schlechte Saisonstart die gesamte Saison versaute. Denn hätte man auch in den ersten fünf Spiele zumindest diesen nicht besonders guten Schnitt eingefahren, hätte Schalke 04 die Saison mit 50 Punkten abgeschlossen, stünde auf Rang 5 und hätte eben doch die Europa League-Qualifikation erreicht.



16 Kommentare zu “Die Weinzierl-Ziel-Zahl: Verfehlt”

  1. hoffedocS04 sagt:

    Hallo, Torsten, Du bist ja früh unterwegs. Guten Morgen!

    …wenn man aber sagt, 1,48 sei kein guter Schnitt, baut man schon wieder einen unguten Druck auf. Ich würde diese 50 Punkte mal als Ziel setzen für die nächste Saison.

    Wenn es dann besser läuft: Grund zur Freude!

  2. Detlef sagt:

    Hätte, hätte …
    Dummerweise zählen aber die tatsächlich erzielten Ergebnisse, nicht das, was man rechnerisch erreicht, wenn …

    … ja wenn vielleicht auch die ein, oder andere Schiedsrichterentscheidung aners ausgefallen wäre, oder der ein, oder andere Spieler nicht so lang verletzt gewesen wäre.

    Ist aber nicht. Alle Ziele, egal ob ausgesprochen oder nicht, sind verfehlt worden. Und zwar deutlich.

  3. CarstenS04 sagt:

    tja… hätte der Hund nicht in den Wald geschissen hätte er den Hasen noch gekriegt… er hätte ihn sogar gekriegt wenn er nicht nochmal umgedreht wäre um am Haufen zu schnüffeln!

    hier hat jemand ganz andere Gedanken zum Fußball…

    http://www.zeit.de/sport/2017-.....halke-1997

    oder

    https://www.derwesten.de/sport/fussball/s04/die-wuerden-mich-nach-14-tagen-rausschmeissen-schalke-legende-yves-eigenrauch-rechnet-mit-dem-profifussball-ab-id210647099.html

    interessanter Abschlusssatz…

    Als Lösung empfiehlt die Schalke-Legende den Fans: „Nicht mehr hingehen, nicht mehr gucken. Wenn in der Bundesliga zwei Jahre lang nur noch 2.000 Leute ins Stadion gehen, möchte ich mal sehen, was passiert.“

  4. Flo Kno sagt:

    Dass die 1,8 Punkte nicht erreicht wurden finde ich gar nicht so tragisch. Ein Team das 1,8 Punkt pro Spiel holt ist ein Kandidat für die Championsleague und dafür hätte wirklich alles perfekt laufen müssen.
    Was mich daran nervt sind diese Ziele, die immer wieder ausgegeben wurden, wie du, Torsten, ja auch richtig schreibst.

    Ich würde das auf die Spieler erweitern: Wie oft musste ich Bene Höwedes oder Ralle Fährman sagen hören, man müsse jetzt nur eine Serie starten und dann wäre man dran. Dieses hohle Gelaber von einer Serie, die man mal starten müsse, kommt mir zu den Ohren wieder raus, das bringen sie jetzt seit Jahren.

    Dass man diese Saison tatsächlich eine Serie hatte und fast den Vereinsrekord an Spielen ohne Niederlage eingestellt hätte passt ganz gut ins Bild. Man hätte auch fast das Halbfinale der Europaleague erreicht und fast gegen Dortmund und Hamburg gewonnen.

    Ich habe mir gestern ein paar Interviews mit Trainern angeschaut. Am beeindruckensten fand ich diesen Vortrag von Tuchel noch aus Mainzer Zeiten:
    https://youtu.be/pmKSmTMp-jQ

    Er sagt darin: Noch wichtiger als vergangene Niederlagen abzuhaken ist es, vergangene Erfolge zu vergessen und sich nicht immer daran zu messen. Wirklich sehr spannender Vortrag, wer ihn noch nicht kennt.

  5. crisscross04 sagt:

    @Flo Kno:
    Die Spieler sind doch in der angesprochenen Thematik die ärmsten Säue der Welt. Was sollen sie denn vor den Mikros, direkt nach dem Spiel, sagen?! Wenn sie etwas anderes sagen würden, würden sie entweder Mitspieler in die Pfanne hauen oder Trainer bzw. Manager diskreditieren. Beides ist nicht wirklich die bessere Alternative.
    Es ist auch erstaunlich, dass Du Ralle und Bene rauspickst, denn diese beiden gehörten zu den wenigen Spielern, die Konstanz in ihren Leistungen zeigten. Diese beiden zeigen eben auch den Mumm, sich vor die Mikros zu stellen. Heidel ist ja gegen Ende der Saison den Mikros häufiger entflohen…

    Nein, die Ziele wurden vom Trainer und Manager vorgegeben und diese beiden tragen auch die Verantwortung, dass diese Ziele eben nicht erreicht wurden.

    Aber sich der Verantwortung stellen bzw. auch einmal Fehler zuzugeben bedarf Größe. Diese sehen ich weder bei Heidel noch bei Weinzierl. Der Rest wurde schon zur Genüge in dieser Saison rauf und runter diskutiert.

  6. Flo Kno sagt:

    @crisscross:
    Ich kritisiere Ralle und Hoewedes ja nicht fuer ihre fussballerische Leistung. Ich finde nur diese Durchhalteparolen schrecklich und im Zweifel waere mir lieber wenn die auch mal kommentarlos abziehen oder Unmut aeussern anstatt Woche fuer Woche die gleichen zwangsoptimistischen Durchhalteparolen abzusondern.

    Dass sich Heidel und Weinzierl der Verantwortung entziehen kann ich so noch nicht sehen. Heidels Aussage, er habe diese Saison kein System erkennen koennen und es gelte herauszufinden warum das so ist, ist die schlauste Aussage eines Schalker Managers in diesem Jahrzent. Das haette ich mir bei Horst Heldt schon vor Jahren gewuenscht.

  7. S04_Jens sagt:

    laut wahretabelle.de kämen wir ohne Fehlentscheidungen auf 52 Punkte. Das Portal ist natürlich recht unsinnig, aber es zeigt schon auch, dass es neben den vielen Langzeit-Verletzungen auch von der Seite ziemlich gegen uns lief in dieser Saison.

    Ich kenne hierzu keine Statistik und habe keine Zeit es zu überprüfen, aber gefühlt sind wir doch vermutlich auch die Mannschaft, die nach eigener Führung am wenigsten Punkte geholt hat, oder?
    Das müsste man auch mal hinterfragen, warum es so ist. Hier muss Weinzierl für die nächste Saison auch die richtigen Antworten und Maßnahmen finden.

  8. Niklas sagt:

    S04_Jens: Eine Steigerung zu Breitenreiter ist dieses Jahr aber, dass wir ein Spiel nach einer Führung nicht verloren haben. Köln und Hoffe konnten in der Rückrunde ausgleichen, aber ein Debakel wie gegen Leverkusen vor ziemlich genau einem Jahr als wir nach 2:0 Führung in der Arena noch 2:3 verloren haben, gab es Gott sei dank nicht. Das ist für mich bis heute die dämlichste Niederlage der letzten Jahre.

  9. Flo Kno sagt:

    Ich stimme euch in soweit zu, als dass ich diese Saison weniger schlimm fand als die letzten beiden. Letztes Jahr hat man ein paar Punkte geschenkt bekommen (Stuttgart, Gladbach), dieses Jahr ein paar geklaut, dann hat man am Ende eben weniger Punkte.

    Der Anspruch sollte in Zukunft aber schon sein, dass man vom Rumpelfussball der letzten Jahre wieder wegkommt und sich nicht nur auf bescheidenem Niveau konsolidiert. Ich denke letzteres ist gelungen, mehr aber noch nicht und Heidel scheint das ja auch so zu sehen.

  10. Ulrich Meier sagt:

    Jetzt will man mit diesem Trainer in die neue Saison gehen . Er hat eine Saison gebraucht und der Fc Schalke spielt nicht in Europa!!!
    Er bringt es fertig und Schalke04 spielt um den Abstieg . Siehe HSV !!! Bei uns die gleichen Symptome aber von Europa und der Welt reden. Ich kann nur hoffen das Herr C.Tönnies und der Aufsichtsrat ein Einsehen hat!!! Denn so geht es nicht weiter!!! GLÜCK AUF

  11. blabla sagt:

    mich nervt ja ungemein diese doppelmoral von leuten, die alles schlecht reden, was die letzten jahre erreicht wurde, aber gleichzeitig alles im bezug auf weinzierl und heidel verteidigen und überhöhen.
    geil auch wegen den schiri-leistungen rumzuheulen, wie gegen hamburg, was für mich ein tiefpunkt in weinzierls aussendarstellung war. wird aber noch geiler, wenn dann son spiel wie gegen gladbach unterm tisch fallen gelassen wird.
    weiss grad auch nicht, was absolut überragend daran sein soll:„Im gesamten Verein hat eine Entwicklung stattgefunden, aber nicht auf dem Spielfeld. Ich habe kein taktisches Konzept erkannt“. stimmt, der total unfähige heldt hat nie seinen trainer so hart kritisiert…?!?
    aber es gibt ja noch die „wahre tabelle“, statistik xy und was-weiß-ich und wenn ich von hier und da etwas nehm, gepaart mit taktischen abläufen, die jede u-mannschaft beherrscht, tja dann war die saison doch gut, ausserdem ist das anspruchsdenken viel zu hoch und das in der ligageschichte einmalige umbruchprojekt brauch -natürlich- viel länger zeit….so 3-4jahre, brauchte klopp ja auch…
    so ein stuss! scheiss saison, bin aber gespannt wie die heidel- und weinzierl-fanboys auch die gestrigen aussagen wieder drehen und relativieren werden.
    naja, eigentlich eh alles unnütz, denn das immerwährende glück des letzten jahrzehnts ist nunmal aufgebraucht. muss sich nur mal vorstellen, was alles damit in dieser saison möglich gewesen wäre…

  12. Flo Kno sagt:

    Gott bewahre. Das letzte was Schalke braucht ist, dass Clemens Toennies mal wieder den Trainer entlassen laesst.

  13. crisscross04 sagt:

    @Flo Kno:
    Die Spieler dürfen sich nicht kommentarlos in die Kabinen verabschieden! Laut Vertrag mit Sky und den anderen Sendern, die die Zeche für die Übertragungen bezahlen, ist es den Vereinen sogar vorgeschrieben, dass bestimmte Spieler, die wohlgemerkt Sky bestimmt, sich den Interviews vor den Mikros stellen müssen. Sicherlich kann mal ein Spieler sagen: „Heute nicht!“ – aber eine Wahl haben die Spieler eigentlich nicht.
    Deshalb sind mir abgedroschene Durchhalteparolen zwar auch nicht wirklich recht, aber immer noch besser als die o.g. Alternativen.

    Zum Thema Trainer:
    Manchmal frage ich mich echt, ob CT (oder wer auch immer) Weinzierl nicht einfach rausschmeißen sollte. Nur weil die letzten Trainerentlassungen uns nicht nach vorne gebracht haben, heißt es doch nicht, dass es mit einem neuen Trainer schlechter wird als mit Weinzierl?! Oder warum sollte es mit Weinzierl auf einmal besser laufen?!
    Es ist doch eher die Frage wie die Alternative aussieht – sprich welche andere Trainer sich Schalke zutrauen und andersherum?!

    Weinzierl hat in einem Jahr praktisch, bis auf Ansätze in ein paar Spielen, nichts vorzuweisen: keine nachhaltige Strategie, kein spielerisches Konzept und auch kein extrem ausgeprägtes WIR Gefühl auf dem Platz.

    Es ist für mich in Ordnung, dass man Weinzierl noch mehr Zeit gibt. Aber seine Schonfrist ist definitiv jetzt aufgebraucht und damit wird auch der Druck in der kommenden Saison steigen. Auch bei Heidel. Man wird sehen, wie die Beiden damit umgehen werden.

    Ich befürchte jedoch, dass es eben nicht gut laufen wird und dann werden die üblichen Mechanismen der Medien anfangen zu arbeiten – am Ende steht dann meistens eine Entlassung an.
    Und jetzt ist die Frage, was besser ist:
    Jetzt in Ruhe einen neuen Trainer zu installieren oder während der Saison aus einer Notsituation heraus?!

    Natürlich kann auch alles gut laufen und Weinzierl wird uns mit seiner Mannschaft neuen, modernen und erfolgreichen Fußball präsentieren. Aber wer glaubt wirklich daran, dass Weinzierl diesen Turnaround nach so einer Saison schaffen wird?!
    Für mich ist es übrigens auch für die Bewertung von Weinzierls Arbeit unerheblich, ob Schalke auf Platz 10 oder wie nach der „wirklich wahren Tabelle“ auf Platz 5 steht.
    Ich habe eben auf dem Platz zu selten „Etwas“ gesehen, was mich auf eine nachhaltig bessere Zukunft hoffen lässt. Nur mit der EL wäre es für den Verein und für die Fans, finanziell und renométechnisch, leichter zu ertragen gewesen. ;-)

    Aber wie gesagt, ich lass mich gerne von allen überraschen! Oder wie Torsten so schön sagt: Ma’kucken ;-)

  14. libuda.67 sagt:

    Der Trainer war konzeptlos.Als Alibi zählten dann verkorkster Saisonstart und Verletztenmisere. Wenn ich ganz plum rechne was
    der Kader kostet und was damit erreicht wurde, sind wir letzter! Dann faselt der Herr Weinzierl etwas von schnelleren Spielern
    die er braucht. Die Neuen hat er aber fast alle mit ausgewählt. Aber typisch für Schalke wir verpflichten einen Trainer aus dem Niemandsland,
    in der Hoffnung es könnte ein zweiter Klopp sein. Wir holen Spieler für viel Geld bei denen man sich ernsthaft fragen muss, wer
    die gescoutet und wer die Verpflichtung abgesegnet hat?! Herr Heidel hat sich das schlechteste seiner letzten zehn Jahre für Schalke aufbewahrt.
    Aber nächste Saison wird sicher alles besser. Mir fällt es mit zunehmenden Alter immer schwerer sich damit noch zu identifizieren.
    Heutzutage machen welche zehn gute Spiele in der Saison, dann müssen die unbedingt nach England, das Vierfache verdienen
    und international spielen. Diejenigen haben aber bei uns rumgeheult, die Mehrfachbelastung sei viel zu hoch…

  15. blues sagt:

    Weil es im Beitrag um Zahlen geht. Hier auch welche von C. Heidel. Denn auch kicker.de findet nun, die Finanzierung des Konoplyanka Deals war gefaked. Unter anderem im Dezember 2016 schrieb ich hier im Blog:

    Heidel steuerte die Transfers im Sommer 2016 durch vorgeschaltete Leihverträge und Ratenverträge so, dass ein Teil der Kosten für seine Transfers erst in den Jahren 2017 und 2018 anfallen.

    http://koenigsblog.net/2016/12.....ment-80853

    kicker.de heute:

    Dahinter steckt ein seltsam anmutender Vertragsdeal mit dem FC Sevilla, bei dem die Schalker genau wussten, auf was sie sich einlassen. Die einjährige Ausleihe war in Wahrheit ein getarnter Kauf (Vertrag bis 2020), nach kicker-Informationen sollen steuerliche Gründe ursächlich sein.

    http://www.kicker.de/news/fuss.....kunft.html

    Sorry, der musste noch sein, da dem hier mehrmals heftig widersprochen wurde. Jetzt ist aber auch gut mit meinem persönlichen Saisonrückblick. ;-)

  16. Lennard Richter sagt:

    diese saison hätten (gefühlt) so wenig gute spiel wie lange nicht mehr fürs internationale geschäft gereicht. ich bin ehrlich gesagt froh dass es nicht geklappt hat und hoffe dass die mannschaft den schuss gehört hat! es muss sich was an der einstellung ändern! glück auf!

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