Offiziell: Weinzierl raus, Tedesco neuer S04-Trainer

Jetzt ist es offiziell: Schalke 04 hat Markus Weinzierl freigestellt. Domenico Tedesco wird neuer Trainer der Blauen.

Der neue ist so neu wie kaum ein Schalker Cheftrainer je war. Er ist 31-Jahre jung. Er stand lediglich für 11 Pflichtspiele als Cheftrainer im Herrenbereich am Spielfeldrand. Zuvor arbeitete er in den Jugendabteilungen des VfB Stuttgart und der TSG Hoffenheim. Nun hofft man darauf, dass er Schalke 04 rettet. Das ist schon krass.

Es gibt im Netz schöne Texte über Domenico Tedesco zu finden. Ein Taktikfuchs sei er. Ein guter Kommunikator. Modern. Bei der Zeit wurde sein Erfolg bei Erzgebirge Aue beleuchtet. Ein Text bei Talentkritiker ist umfassender, er erzählt auch, dass der einstige Kreisligaspieler Tedesco eigentlich Wirtschaftsingenieur werden wollte und nur nebenbei im Jugendbereich des VfB Stuttgart mitzumachen begann.

In der ganzen Liga werden die Trainer immer jünger. Julian Nagelsmann ist der aktuelle Überflieger. Mit ihm hat Domenico Tedesco zeitgleich in Hoffenheim gearbeitet, mit ihm zusammen hat er seinen Schein zum Fußballlehrer gemacht. Das werden wir in der nächsten Zeit noch häufig zu lesen bekommen. Egal wie neu, wie unbekannt er ist, Domenico Tedesco steckt jetzt schon in der Laptop-Trainer-Schublade. Die Medien sind gut darin, schöne Dinge zu schreiben, so lange sie noch keine Fehler entdeckt haben, über die dann genauso gerne referiert wird. Wir werden herausfinden, was Domenico Tedesco vielleicht nicht so gut kann. Wann er knöttert.

Ich bin gespannt. Schalke hatte alte und junge, erfahrene und unerfahrene Trainer, welche die schon Titel gewannen und eher unbeschriebene Blätter. Aus deren Engagements auf Schalke war keine Regel abzuleiten.

Ein Trainer sollte nicht wegen schlechter Ergebnisse in den letzten Spielen gefeuert werden, sondern dann, wenn für die Zukunft kein Erfolg zu erwarten ist. Dies zu beurteilen ist Christian Heidels Job.

schrieb ich gleich nach der Saison. Eben dieser Meinung war er wohl, Schalkes Manager. Er war sich nicht sicher, dass die nächste Saison besser laufen wird. Dann war es richtig, zu handeln. Dann ist es jetzt genau der richtige Zeitpunkt. Noch hat Schalke 04 keine Transfers finalisiert. Das wird nun in Absprache mit dem neuen Trainer passieren. Ihm obliegt die Vorbereitung der Mannschaft auf die neue Saison. Eine Saison ohne Europacupspiele. Das macht es einfacher.

Ma’kucken.



64 Kommentare zu “Offiziell: Weinzierl raus, Tedesco neuer S04-Trainer”

  1. Rattenjagd sagt:

    Glückauf ! Tedesco.

  2. crisscross04 sagt:

    So, jetzt ist es offiziell! Tedesco ist neuer Schalke Trainer.
    Irgendwie finde ich es cool, dass wir jetzt auf einen richtigen „Nobody“ unsere Hoffnungen setzen.
    Auch wenn das Risiko für Heidel sicherlich sehr hoch ist, beweist es trotzdem auch seinen Mut.
    Ist das jetzt einer neuer Umbruch? Ein Aufbruch wäre mir lieber. ;-)

    Und irgendwie freue ich mich nun auf die neue Saison. Schon komisch…
    Die Mannschaft inkl. Trainer gehen jetzt auf alle Fälle befreiter in die neue Saison. Jetzt ist es wahrscheinlich auch erst einmal besser, dass wir nicht international spielen, damit sich das Trainerteam „ruhiger“ (wenn es das auf Schalke überhaupt gibt) einarbeiten kann!
    Glück auf! Alles wird gut! ;-)

  3. Rjonathan sagt:

    @crisscross04
    Wer hätte gedacht, dass ich dass noch mal schreiben würde: Sehe ich genau so. :-D

  4. Ney sagt:

    Wat willze mit den alten Sack – schon 31! Der Nägelmann war ers‘ 29, der stand noch voll in‘ Saft!

  5. Äärnz sagt:

    Atemberaubende Entwicklung, aber letztlich verständlich. Hätte möglicherweise schon am letzten Spieltag stattfinden müssen, denn die grundsätzliche Lage hat sich, soweit von außen erkennbar, seither nicht deutlich verändert. Über den neuen Trainer kann man wahrscheinlich nach so wenigen Monaten im Profifußball nur begrenzt urteilen, aber er ist gewiss eine der interessantesten Trainer, die im weitesten Sinne auf dem Markt ​waren. Ich bin jedenfalls froh, dass es nicht Roger Schmidt geworden ist, auch wenn der ein Schalker ist. Und Tuchel hätte keiner Seite gutgetan. Aber klar ist auch, dass Heidel voll auf Risiko geht und kaum zu halten sein wird, wenn das schiefgeht. Und der Trainer ist ja nur die eine Seite, die andere ist der Kader. Da kann sich Heidel auch keinen Flop mehr leisten. Hoffe aber, dass die Stimmung sich nun so bessert, dass Goretzka bleibt und Meyer doch noch sein Potenzial ausschöpft. Dann hätte CH alles richtig gemacht.

  6. Phipser sagt:

    Einerseits: Wenn schon Trainerwechsel, dann jetzt in einer Saison ohne CL/EL wo unter der Woche taktisch weiter gearbeitet werden kann.
    Andererseits: Die echte Herausforderung (an der auch Weinzierl gescheitert ist) kommt dann erst in einem Jahr, wenn wir wieder Dreifachbelastung haben – hoffentlich.
    Heidel sollte doch endlich mal Kontinuität bringen. Nun geht das Trainerverschleißen weiter. Und der Neue muss wieder einmal den Kader neu evaluieren.
    Auch wenn die angestoßene Neuentwicklung nicht (auf Anhieb) die erwünschten Früchte trägt, ohne Kontinuität geht der Weg auf Dauer eben auch nur bergab…

    Zumindest ist uns wegen ausbleibender EL jetzt ein Trainerverbleib über die erste Saison hinaus fast sicher.

  7. crisscross04 sagt:

    @ Rjonathan:
    Waren wir eigentlich nicht immer ziemlich gleicher Meinung?! ;-)
    Ach, der Fußball generell und Schalke im Speziellen lässt einen sehr schnell vergesslich werden oder heißt es verkalken?! ;-) Gibt es zu dem Thema nicht so ein Spuch auf Schalke…?

  8. joha sagt:

    Die Begründung „wie viele andere Vereine setzen auch wir auf junge und innovative Trainer“ ist ziemlich schwach, bin gespannt, was Heidel bei der Vorstellung sagt – auch über die Trennungsgründe. Unser Kader ist dann doch etwas komplizierter und nicht der hungrigste, mal sehen, ob Teddi da Gegenmittel weiß. Die Arbeitsmethodik hört sich sehr fundiert an, Sprachkenntnisse ebenso. Wenn er jetzt noch für Kono, den neuen Kern des Teams, ukrainisch lernt ;-)

    Unterm Strich ist Schalke mit seinen vielen Trainerwechseln nur etwas über dem Durchschnitt. Kovac ist jetzt bereits der fünftdienstältester Trainer der Liga, habe ich gelesen. Der Verschleiß ist nicht nur bei uns erstaunlich und zeugt von fehlender Kontinuität in vielen Vereinen.

  9. MarkusWiesbaden sagt:

    Da ist es wieder passiert. Eigentlich hatte ich gehofft, dass die Ruhe hält, auf der anderen Seite fand ich MW schon ein wenig verbraucht. Ausgebrannt, er kam mir irgendwie leer, enttäuscht vor. Schade.
    Jetzt Tedesco. Bereits liebevoll Teddi genannt. Hatte ich natürlich nicht auf dem Schirm. So ein Profi bin ich dann auch nicht.
    Ich bin immer noch von Heidel überzeugt. Kono hin oder her. Was jetzt passiert ist, habe ich mir eigentlich schon letzte Saison gewünscht. Heidel hatte eigentlich immer ein gutes Händchen bei der Trainerwahl. Meist waren sie unbekannt und gingen ganz gut durch die Decke (man kennt ja die üblichen Verdächtigen). Auf so einen hatte ich schon letztes Jahr gewartet (nix gegen Breitenreiter!). Dann kam MW und ich dachte mir so, bischen einfach das Ganze. Und auch das erste Jahr für Heidel war mit Sicherheit ein Lehrjahr. Von Mainz nach Schalke, mal schön Geld in die Hand genommen und leider auch mal daneben gegriffen. Blöd. Ein kritischer Boulevard, Fans die für Schalker Verhältnisse tiefenentspannt waren, für Heidel aber fast schon Hooligans im Vergleich zu Mainz,alles neu. Ich hoffe er hat viel gelernt. Weinzierl ging nach hinten los. Ich wünsche mir, dass sich CH jetzt wieder auf seinen Instinkt und Verstand besinnt. Das hatte ich wie gesagt, schon vor einem Jahr gehofft. Ich bin wieder guter Dinge. Ma´ kucken wie lange. GlückAuf!

  10. Chris sagt:

    Bisher hatte ich wenig Vorfreude auf die neue Saison. Jetzt freue ich mich total. Das war bei den letzten drei Trainerneubesetzungen nicht der Fall.

    Eine Saison ohne Europacupspiele mit einem jungen, unverbissenem Trainer, der positiv rüber kommt, Schwung mitbringt und an die Offensive glaubt. Darauf haben wir lange warten müssen.

  11. MarkusWiesbaden sagt:

    @ mich selbst
    Vielleicht können wir ja auf Teddi verzichten. Also den Namen, der erinnert mich sofort an Teddy de Beer und der arbeitet ja anderswo. Vielleicht Nico oder einfach Domenico ;-)

  12. schalkoholiker sagt:

    Tedesco liefert seinen Spitznamen doch auf dem Silbertablett:
    Der Deutsche
    Der Alemanne
    Der Germane

  13. Rjonathan sagt:

    Ich mag Teddy. So kuschelig wohlig. Danach sehnen wir uns doch eigentlich. Das wir uns mal wieder so richtig heulend in den Armen liegen können wie damals bei der 5-Minuten-Meisterschaft. :-)

  14. Detlef sagt:

    Ja, es ist wieder passiert. Schalke 04 wechselt den Trainer. Kontinuität ist das nicht. Aber hätte man mit Markus Weinzierl weitermachen sollen? Was sprach für ihn? Mir selbst fällt da nicht viel ein was man hätte ins Feld führen können. Mehr als Ansätze waren nicht erkennbar. Dazu noch die Aussagen von Kono vor ein paar Tagen, die wohl nicht nur das Gepoltere eines Verschähten waren.
    Wenn Christian heidel zu einer ähnlichen Analyse des Istzustands kam und auch nicht auf wesentliche Besserung hofte, dann ist der Schritt der Trennung richtig.

    Was Domenico Tedeco leisten kann weiß ich nicht. Ich weiß außer dem gestern und heute gelesenen nichts über ihn.

    Ich wünsche ihm, dem FC Schalke und seinen Fans das der Fussball ein klein wenig ansehnlicher wird. Darf auch etwas mehr sein.

    Glück auf

  15. Nordlicht sagt:

    @ crisscross

    Wie Rjonathan hätte ich nicht gedacht Dir einmal komplett zuzustimmen.

    Aber der Ausdruck statt eines Umbruchs von einem Aufbruch zu schreiben gefällt mir sehr gut!!

    Jetzt lasse wir den ihn mal machen!!

  16. Oberwäller sagt:

    Auf jeden Fall haben wir jetzt den ligaweit klangvollsten Trainernamen bei uns:

    „Domenico Tedesco“ – hört sich an, wie Luciano Pavarotti oder ähnlich :-) issse schöne Name, gucke ob Fussballe wird auch so schön….

    Denke in uns allen schwingt eine Hoffnung auf einen ‚Nagelsmann 2.0′ mit, mit hoffentlich vergleichbarem Erfolg.

    Wenn man die Statements über seine Zeit in Aue liest, keimt Hoffnung auf, dass man in den ersten 5-10 Spielen der neuen Saison evtl. eine (deutlich sichtbare) andere Spielanlage erwarten darf.

    Schaun mer mal..

  17. Grieche sagt:

    Hauptsache, Tedesco kommt auf seiner ersten Pressekonferenz nicht so überzeugend rüber wie di Matteo und Breitenreiter.

  18. joha sagt:

    Der Aufsichtsratsvorsitzende darf die Deutungshoheit übernehmen (wohl eher zufällig).
    http://www.reviersport.de/3535.....uchel.html
    Zitat: „Ich bin jetzt mehr der Souverän als der Problemlöser.“
    Weiß er nicht, was Souverän bedeutet oder hat er immer noch nicht kapiert, was die Funktion „Aufsichtsrat“ bedeutet? Das ist immer noch unser Verein, nicht die Tönnies-Filiale Gelsenkirchen.

  19. leoluca sagt:

    Ich vermute, er kennt den Sinn des Wortes „Souverän“ nicht. Denn „König“ oder „Fürst“ hätte er ja nicht gesagt, oder? Allerdings würde ich „uns“, die Mitglieder, auch nicht als den Souverän bezeichnen.

    Insgesamt ist das Interview überraschend entspannt, wenn man den Zeitpunkt bedenkt und die Vergangenheit. Da hat sich durchaus was bewegt in seinem Denken. Wie er Christian Heidel und dessen Handeln beschreibt, gefällt mir.

  20. Lutt sagt:

    Der Zeitpunkt und Ablauf des Trainerwechsels war m.E. recht professionell. Mir erscheint es einfach seriöser, sich nach dem letzten Spieltag Zeit für Analysen und Gespräche zu nehmen und auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen. Besser als wutschnaubend am letzten Spieltag den Trainer wegzuhauen und unter Druck suchen zu müssen.
    Zudem hat Heidel mal zumindest auch bei seinem zweiten Trainerwechsel direkt einen Nachfolger präsentiert.
    Mich hat der Trainerwechsel übrigens echt überrascht.

    Ich habe mal versucht, mir ein Bild über diesen Tedesco zu machen, vor allem über seine Vorgehensweise bei Aue.

    Spielkonzept:
    In Aue wurde er nach seinem Spielkonzept gefragt. Er nickte das etwas weg und antwortete, das sei abhängig von Spielermaterial und Gegner. Es gibt also keine favorisierte Philosophie oder System – es muss einfach nur zum Vorhandenen passen. Man könnte auch interpretieren, die Philosophie sei, aus den vorhandenen Möglichkeiten, das Maximum zu holen.
    Er möchte sich am Anfang auf elementare Dinge wie „wie gehe ich zum Zweikampf“ konzentrieren, aber es sei wichtig, immer einen Plan A, B und C für jedes Spiel und jeden Gegner zu haben.
    Es hat mir gefallen, dass er in der englischen Woche nach einem 3:0-Sieg einfach mal drei Mann rotiert hat.

    Auftreten:
    Ruhig, nach vier gewonnen Spielen mit einem leichten Rocky-Balboa-Lächeln auf den Lippen. Das Lässige vom Italiener, den disziplinierten Arbeiter aus Deutschland habe er in sich, sagte er, als er danach gefragt wurde.
    Er hat oft davon geredet, Köpfe frei zu bekommen, sich für jedes Spiel bestimmte Aufgaben zu stellen und sich nicht mit Negativdruck zu belasten.

    Zeit bei Aue:
    Etwas glücklich, aber grundlegend gut haben sie eine starke Serie bis zum Saisonende hingelegt. Die Mannschaft hat generell defensiv stark agiert, aber eigentlich in den ersten Spielen offensiv wenig zustande gebracht. Die wenigen geschossenen Tore waren meist Elfmeter oder Geschenke, was auch beispielsweise auf zwei der drei Tore gegen 1860 zutraf (dem bei Talentkritiker erwähnten, unverdienten Sieg).

    Subjektiv betrachtet fand ich ihn sympathisch im Auftreten, ruhig, analytisch. Mir hat gefallen, dass er Fragen sehr detailliert beantwortet – eine Eigenschaft, die ich aktuell nur bei Nagelsmann und Tuchel sehe.
    Wie er mit Druck und Krisen umgeht – das werden wir wohl auf Schalke erleben ;-|
    Er kommt etwas rüber wie der große Heilsbringer. Aber man darf nicht vergessen, dass er bei Aue – klar, mit begrenztem Material, hohem Druck und wenig Zeit – keinen Hurra-Fußball gespielt hat und offensiv ganz wenig ging.

    Ich hoffe, dass er auf Schalke eine faire Chance kriegt und am liebsten auch noch erfolgreich ist. Eigentlich habe ich mich auf genau das gefreut, als Heidel angefangen hat: ein junger Trainer aus dem Zauberhut, bitte.
    Und nun ist er da. Der erste Schalke Trainer, der jünger ist als ich ;-/

  21. der grafschafter sagt:

    ich bin froh, das es vorbei ist. es war ein alptraum.
    das beste wäre gewesen , herrn weinzierl nach den ersten 5 spielen (spätestens) freizustellen. das war immer meine meinung und einschätzung.
    er ist nie auf schalke angekommen. egal, jetzt fängt es neu an.
    ich bin da ganz offen. vor allem wissen sie auch in wismut aue (erzgebirge)
    was hammer und schlegel sind, oder muss man nur noch wissen, was ein laptop ist?
    trotz der vielen fehlentwicklungen im berufsfussball: glück auf!

  22. StanLibuda sagt:

    Mahlzeit!

    Bei aller Euphorie gebe ich zu Bedenken, daß der Mann noch nix,
    aber auch gar nix „geleistet“ hat bezüglich dem internationalen
    Geschäft. Oder gar in der Meisterschaft.

    Ich bin der Meinung, daß uns solch ein Mann bei einem… ähm..
    sagen wir mal, so ambitionierten Verein wie Schalke nix zu suchen hat.
    Es sei denn, er ist hochintelligent und lernt sehr schnell dazu.

    Möglich ist alles. Nur die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering,
    daß der Mann die nächste Saison „überlebt“. Max. 1,5 Saison.
    Je nach Verletzungspech und sonstigen Unwägbarkeiten im Profifußball.

    Wenn der Mann schlau wäre, dann bliebe er im Erzgebirge.

    In diesem Sinne
    Glückauf

  23. leoluca sagt:

    Hat Christian Heidel einfach nur seinen Job und hat man es auf Schalke diesmal besser als in Dortmund gemacht?

    Spricht einiges dafür:

    https://www.11freunde.de/artikel/warum-der-zeitpunkt-der-kuendigung-eigentlich-niemanden-ueberraschen-sollte

  24. Ney sagt:

    Zwei gekreuzte Hämmer und ein großes W / das ist Wismut Aue, unsere BSG / Wir kommen aus der Tiefe, wir kommen aus dem Schacht, / Wismut Aue, die neue Fußballmacht.

  25. libuda.67 sagt:

    Bei Schalke haben immer die Spieler was gezeigt, die nichts gekostet und denen keiner was zugetraut hätte. Und Tedesco sehe ich durchaus positiv, schon allein
    deshalb weil die meisten ihm nichts zutrauen. Trainern wie Magath, Heynckes wurde viel zugetraut und am Ende war es auch nicht viel. Hauptsache Weinzierl ist weg.
    Da war keine Weiterentwicklung absehbar

  26. Stephen sagt:

    Domenico Tedesco hat – wie jeder Trainer – eine faire Chance verdient. Ihn aufgrund seiner insgesamt noch geringen und hinsichtlich der Bundesliga fehlenden Trainererfahrung und -erfolge vorab im negativen Sinne zu beurteilen („hat auf Schalke nix zu suchen“), halte ich für verfehlt. Gemessen an solchen Maßstäben hätte wohl auch Julian Nagelsmann schwerlich Trainer in Hoffenheim werden dürfen – und der zählt heute zu den gefragtesten Bundesligatrainern überhaupt. Damit ist natürlich nicht gesagt, dass es bei uns mit Tedesco ähnlich gut laufen wird. Das Beispiel zeigt aber, was grundsätzlich möglich ist, auch ohne vorherige Erfahrung und Erfolge auf der große Bühne.

  27. Rattenjagd sagt:

    Tedesco ein Hohes Risiko kann gut gehen muss aber nicht. Wieder typisch für Schalke er soll die kopie von Nagelsmann werden , die Erfahrung zeigt aber Kopien sind immer schlechter wie das Original.Sagen wie es mal so : die jüngeren Fans finden das schon okay das Todesco der Neue Trainer wird. Die älteren sind da schon sehr skeptisch.

  28. Flo Kno sagt:

    Ich habe mir einen Trainerwechsel nicht unbedingt gewünscht, aber mit der Art und Weise dieses Trainerwechsels bin ich 100% einverstanden.

    Domenico Tedesco scheint die Art Trainer zu sein, von der ich zu Anfang gedacht hätte, dass Weinzierl auch dazu gehört, ohne mich näher mit Weinzierl befasst zu haben. Letzten Endes war es ja nicht so, Weinzierl wirkte von Anfang an eher wie ‚Alte Schule‘ mit strikten Hierarchien und klaren Anweisungen. Die Zeit dieser Art von Mannschaftsführung ist wohl endgültig vorbei und ich trauere ihr nicht hinterher.

    Man muss Weinzierl zum Abschluss dennoch ein paar Dinge anrechnen: Er hat die Mannschaft defensiv stabilisiert und, nicht zuletzt, die Europaleague verpasst und damit optimale Startbedingungen für den neuen Trainer geschaffen der auf dieser Grundlage (hoffentlich) erfolgreich arbeiten kann.

    Ich wünsche Domenico Tedesco und Schalke von Herzen alles Gute. Weiß schon jemand wann die Vorstellung sein wird?

  29. BlueNote sagt:

    Das Thema Kommunikation rund um Weinzierls Demission möchte ich hier mal ansprechen, da es mir bislang deutlich zu kurz kam in der Diskussion.

    Wie in übelsten Zeiten rund um Keller und Breitenreiter hatte die Presse mal wieder Wind von der Sache, bevor der Verein irgend etwas vom Thema verlautbarte und konnte fast 24 Stunden lang genüsslich Klicks generieren, mutmaßen und das traditionelle Chaos-Schalke aus der Gruft wieder hervorholen. Wer hat da nicht dicht gehalten? Qui bono? Warum bekommmt der Club -und selbst Heidel- das nicht in den Griff.

    Und einen Tag später: Der Vorstand Kommunikation ist im Urlaub und schwupps, steigt der Untote wieder in den Ring. Jaja, das Interview war laut Funke-Gruppe schon seit drei Wochen geplant, doch was ich da lesen muss erzeugt bei mir wohlig vertrautes Unwohlsein, vulgo Übelkeit.

    Hier meine Highlights der putzigen Homestory im Büro des Ex-Sport-Blöd-Sportchefs:

    Tönnies über Tedesco: „(…) Er hat sich auch bei mir in Rheda Wiedenbrück vorgestellt.“
    Ich hoffe doch sehr, mit einem Sträußchen Blumen für die Gattin. Und als Amuse Geule gab’s vermutlich Wurst vom Bock an einem Klecks von Senf.

    Frage Gottschalk: „Hätte man nicht vorher wissen können, dass Markus Weinzierl nicht liefert?“
    Tönnies: „Jetzt will ich die Verantwortung nicht wegschieben. Aber letztendlich ist dafür die sportliche Abteilung zuständig.“
    Da bin ich aber froh, dass die fleischgewordene Fußballkompetenz aus Ostwestfalen sich so stringent aus den Entscheidungen raushält.

    Tönnies gewohnt uneigennützig und bescheiden über sein saugeiles Fleischimperium, obwohl es in der Frage um das junge Alter von Tedesco ging:
    „Finde ich gut! Die jüngste Personalentscheidung, die ich in unserem Unternehmen getroffen habe, war der Verwaltungsleiter des Tönnies-Konzerns: Gesamtleiter mit 27 Jahren! Das war eine der besten Entscheidungen, die ich jemals gefällt habe. (…)“
    Das Schlachtvieh wird ja auch immer jünger. Passt.

    Prickel-Pitt: „Welche Spielphilosophie wollen Sie konkret sehen?“
    Sportprofessor Tönnies: Wir wollen zum Beispiel Pressing sehen. Schnelles Spiel nach vorne. Wir wollen die Mannschaft taktisch gut eingestellt sehen und damit Erfolg haben.“
    Abspeichern, auswendig lernen und du bist auf jeder Grillparty beim Smalltalk über moderne Spielsysteme ganz weit vorne! Mehr Sachverstand geht nicht.

    Die gesamte PR-Meisterleistung findet der geneigte Leser hier: https://www.wr.de/sport/fussball/s04/toennies-warum-schalke-tedesco-geholt-hat-und-nicht-tuchel-id210858103.html

    Ich hau‘ mir jetzt eine Biowurst auf den Grill und schlürfe ein kühles -iiiiiih- Bitburger.

    Bis neulich!

  30. crisscross04 sagt:

    Danke „BlueNote“ für die köstliche (ohne Wurst) Unterhaltung! ;-)

  31. Rjonathan sagt:

    Hier noch ein Tedesco-Texte aus seiner U19-zeit
    http://m.taz.de/!5350787;m/
    http://rund-magazin.de/news/15.....o-Tedesco/

  32. Steffen sagt:

    Was ich aus den Artikeln bzw. seinen Interviewaussagen für einen Eindruck mitnehme, ist der eines sehr intelligent, floskelfrei und differenziert antwortenden Trainers. Sehr interessant.

  33. Nigbur 48 sagt:

    Auch vielen Dank an BlueNote. Da geht mein Vegetarierherz auf wie ein saftiges Steak.

  34. blues sagt:

    @bluenote
    KeineSorge, das wird schon. Pressing hat schließlich einen gemeinsamen Wortstamm mit Presswurst und Presslufthammer.

  35. sternburg sagt:

    Mal ein Blick von außerhalb von jemanden der deutlich mehr Fan vom Königsblog als von Schalke ist:

    Als Tedesco zu Aue ging, fand ich das einerseits absurd, andererseits ungewohnt clever.

    Absurd, weil ich den ganz woanders verortet hätte als in der Rolle des Feuerwehrmanns bei einem wohl dem Abstieg geweihten Zweitligisten mit dem Anforderungsprofil „aus ganz wenig wenigstens etwas machen“. Beim derzeitigen (wahrscheinlich größtenteils sogar berechtigten) Hype um Menschen mit seiner Vita hätte ich den eher direkt bei Nürnberg, Hannover oder sogar Leverkusen gesehen.

    Ungewohnt clever, weil ich an sich ein großer Freund des althergebrachten Wegs bin, dass sich Trainer an die großen Aufgaben langsam herantasten. Von den Jugendmannschaften über die unterklassigen Ligen schön hocharbeiten. Natürlich fand ich das früher, als Leute eine oder mehrere dieser Stufen nur deswegen überspringen durften, weil sie zufällig grandiose Fußballer waren, schlimmer. Dass dies heutzutage irgendwie nicht mehr gilt, nur weil es sich nicht um grandiose Fußballer sondern um grandiose Fachleute handelt, wirft aus meiner Sicht trotzdem ein seltsames Licht auf die Branche (was natürlich nicht zwingend zu Lasten der grandiosen Fachleute sprechen muss).

    Ironischerweise hat sich dieser angedeutete Umweg für Tedesco als quasi maximale Abkürzung entpuppt: Vom gefeierten Jugendtrainer innert weniger Wochen zum Chefcoach eines der größten Player im Lande. Chapeau!

    Und genau dieser Aspekt gerät mir in der jetzigen Berichterstattung zu sehr unter die Räder. Es mag an meiner Ignoranz liegen, aber nach meiner Beobachtung beschränkt sich die Berichterstattung über diese Verpflichtung auf den Aspekt des Aue-Retters. Dabei verpflichtet man ja nun wirklich keinen Trainer, der für ein paar Wochen bei Aue wohl gute Arbeitet leistete, Sondern in erster Linie den von vielen als überragend empfundenen Jugendtrainer, der auch in Aue überraschend großen Erfolg hatte.

    Zumindest will ich das hoffen. Ich meine, ich will die Rettung Aues (gerade als milder Aue-Sympathisant) nicht kleinreden. Das war so stark, da wird er schon einen Anteil haben. Aber seine Meriten speisen sich ja nun wirklich nicht vorwiegend aus diesen paar Wochen.

    Da stellt sich mir doch die Frage: Wie wird wohl das gewohnt entspannte Umfeld auf diesen neuen Schalke-Trainer reagieren? Man hat ja so seine Erfahrungen mit Trainern gesammelt, deren Vita ausschließlich Erfolge in unterklassigen Bewerben vorweisen.

    Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass mir – als jemand, der Schalke nicht uneingeschränkt Erfolg gönnt – die Kombination Heidel/Tedesco ein wenig Angst bereit.

    Hoffnung schöpfe ich aber aus dem Gedanken, dass selbst der beste Trainer der
    Welt an diesem Kader vielleicht auch dieses Jahr abperlen könnte. Und dann meine Grundangst Heidel gleich mit reißt. Ich wäre sehr, sehr interessiert an Euren Einschätzungen, wie wahrscheinlich diese beiden Prognosen sein können.

    @BlueNote: Auch von mir ein kleines Dankeschön für diese launige Beschreibung. Wenn man sich ständig mit Gestalten wie Ismaik oder Kühne beschäftigt vergisst man doch all zu leicht, was für ein Uli für Arme bei Euch immer noch im Hintergrund die Fäden zieht.

  36. blues sagt:

    Es gab gegen Ende der Saison wechselseitige Vorwürfe zwischen Trainer und Sportvorstand, aus zu wenig zu wenig gemacht zu haben.

    Weinzierl stellte Ende März in der „Zeit“ im Klartextmodus in Richtung Heidel fest:

    „Das ist eine neue Aufgabe. Schalke hat andere Ansprüche als Mainz 05. Jetzt gilt es, den Kader zu stärken und solche besonderen Spieler wie Bayern-Stürmer Robert Lewandowski, Kölns Anthony Modeste oder den Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang zu finden“.

    Heidel hat daraufhin zwei Monate nachgedacht und Ende Mai ebenfalls im Klartextmodus festgestellt:

    „Ich möchte, dass die Mannschaft ein klares Konzept auf dem Platz zeigt, ich habe es nicht erkannt. Die Entwicklung hat überall stattgefunden, nur auf dem Spielfeld hat sie noch nicht gegriffen“.

    Das konnte kein gutes Ende nehmen. Als Schalker durfte man nur hoffen, dass es schnell gehen würde. Wer recht hat wurde zwischen den beiden dann auch nicht mehr entschieden. Heidel holte sich zügig einen neuen Wunschtrainer.

    Für diesen sind die Bedingungen so gut, dass Tönnies, der selbsternannte Schalker Souverän, gleich die Champions League Teilnahme als Ziel für das neue Gespann ausgab:

    Was ist Ihre Erwartungshaltung für die neue Saison?
    Tönnies: Unser Anspruch ist, Champions League zu spielen.

    So ist ab 1. Juli dann auch gleich wieder maximaler Druck im Kessel.

  37. leoluca sagt:

    Soll er sagen „Wir bleiben jetzt erst mal im Mittelmaß stecken mit dem drittteuersten Kader der Liga“?

    Natürlich muss der Anspruch sein, die CL-Plätze zu erreichen.

  38. Rattenjagd sagt:

    Was soll man dazu noch sagen ? Tönnies fordert in der Neuen Saison von Tedesco Platz 1- 4 das ist die Saisonvorgabe. Hochmut kommt immer vor dem Fall. In Meinen Augen und das wäre schon verdammt viel ist maximal Platz sechs drin – aber daran glaube ich auch nicht. Die Besten Spieler sind alle weg ausser Goretzka, der eigentlich zu den Bayern will, soll nun ein na ja etwas “ merkwürdigen Vertrag “ erhalten. Das ist halt Tönnies klar ist er Schalker und liebt den Verein und hat jede Menge Kohle …aber Ahnung hatte er noch nie wirklich , er hat immer gut von Assauer leben können …

  39. Nordlicht sagt:

    @ Rattenjagd

    Welchen besten Spieler sind denn gegangen??

  40. JS sagt:

    „(…)alle weg ausser Goretzka, der eigentlich zu den Bayern will (…)“

    @Rattenjagd

    Du musst ja einen engen Draht zu LG haben, dass er dir seine Wünsche offenbart…….

  41. RJonathan sagt:

    @sternburg
    Ich hoffe auch sehr (und gehe davon aus), dass Aue nur das I-Tüpfelchen bei den Argumenten für Tedesco war. Deswegen habe ich auch noch mal in älteren Artikeln gewühlt, in denen seine Qualitäten unabhängig vom „Wunder von Aue“ zum Vorschein kommen.

    Der unbekannte Faktor dürfte weniger sein, wie das Publikum auf den Trainer reagiert – da sind letzten Endes die Ergebnisse ausschlaggebend. Und er wird wohl ein bisschen weniger Geduld-Vorschuss haben als sein Vorgänger – zum einen, wegen dem pomadigen Saisonabschluss, zum anderen weil seine Vita angreifbarer ist.

    Aber für mich wichtiger ist die Frage, wie Tedesco auf das Umfeld reagiert. Er scheint sich wohl bei so einem Job auch sehr auf das Umfeld vorzubereiten. Aber wenn ich an Weinzierl und Breitenreiter denke, die wirkten beide zunehmend ratlos/dünnhäutig, je länger sie hier waren. Was Tedesco noch gar nicht unter Beweis stellen musste: Wie krisenfest und resilient ist er?

    Mir kommt er vor wie ein echter Nerd und Fanatiker (im positiven Sinne), der diese Aufgabe unbedingt angehen will, weil er den talentierten Kader interessant zum Arbeiten findet.

  42. Rattenjagd sagt:

    Welche Besten Spieler ? Farfan, Sane, Draxler, Kolasinac ..das alles waren ziemlich Beste Spieler die man niemals ersetzen kann. Dafür werden Spieler von Wolfsburg verpflichtet oder Spieler mit einer Klasse wie Schöpf & Co. Keine Ausnahmekönner mehr vorhanden , okay ausser eben Goretzka sonst fast alles Mittelmass bis auf : Kehrer, Fährmann, Burgstaller,(sehr Gute Spieler) die im oberen Mittelmass sind : Bentaleb , Meyer, Naldo,Höwedes, ( Avdijaj) alle anderen sind Mittelmass wenn überhaupt.

    Wir kommen in keinen Fall an Bayern, Leipzig, Dortmund mehr ran. Danach kommen in der Zukunft die Mannschaften : Gladbach,Köln,Leverkusen,Bremen…danach wir..sorry.

  43. Chris sagt:

    Aber für mich wichtiger ist die Frage, wie Tedesco auf das Umfeld reagiert.

    Da stimme ich voll zu. Das wird ein Knackpunkt. Breitenreiter und Weinzierl fand ich bereits vor ihrer Zeit auf Schalke schwach bzw. wenig souverän in der Kommunikation (zumindest mit den Medien, das andere bekommt man ja kaum mit).

  44. hellwach sagt:

    @sternburg
    Bringt Tedesco ein Team mit? Wer aus dem alten Team bleibt? Auch davon hängt ab, ob Tedesco „abperlt“.
    Nouri, Nagelsmann, Kovac und Co hatten Erfolg mit Teams, die ganz unten waren. Auch Breitenreiter und Weinzierl haben auch auf ihren Stationen vor Schalke aus wenig viel gemacht. Ich glaube nicht, dass Schalke für Tedesco weit genug unten ist.
    Weinzierl war nicht Heidels Wunschtrainer, insofern ist Tedesco seine vorletzte Patrone.

  45. sternburg sagt:

    Vielen Dank für die Antworten soweit. Alles sehr interessant.

    @blues: Die Zitate kannte ich noch gar nicht. Heißen Dank. Das ist ja pures Comedy-Gold.

    Erst verlangt der Trainer von Schalke 04 Spieler der Qualität Lewandowski, Modeste (2017) oder Aubameyang. Klar. Hat der mal geguckt, was für ein Name da am Klingelschild steht? Ich will ja nicht sagen, dass Schalke nun gar keine Argumente bei Transfers hat. Aber wer nur mit Lewandoskis richtig arbeiten zu können glaubt, der ist unter Umständen an der falschen Adresse.

    Dann sagt der Manager nach fast einer kompletten Saison an, der Verein habe seine Hausaufgaben gemacht, aber auf dem Platz sei keine Entwicklung zu erkennen. Entschuldige mal, aber wenn Du sowas sagst, dann kannst Du den Trainer auch direkt rausschmeißen. Seine Anwesenheit scheint ja keinen positiven Effekt gehabt zu haben.

    Und zu guter Letzt gibt der Aufsichtsratsvorsitzende, Geldgeber und Strippenzieher nach einer Saison, die auf Platz 10 endete, als Minimalziel für die neue Saison Platz 4 aus. Großartig.

    Ich will bestimmt nicht so tun, als würde bei „meiner“ Borussia alles rund laufen. Ich meine, wir stehen einen Platz vor Euch, mit zwei Punkten Vorsprung und 9 Toren Rückstand. Als CL-Teilnehmer. Da muss man das wohl kaum begründen. Aber wenn unter manchen Gladbachfans immer das große Jammern losgeht, was angeblich alles so schlimm und falsch laufe, da denke ich gerne an Beispiele, die zeigen, wie man sich wirklich dumm anstellen kann. So leid es mir tut, aber Euer Herzensverein gehört da dazu.

  46. Messias Tedesco? Erst mal nur „der Nächste“ sagt:

    […] … wie Kommentator sternburg gestern so treffend schrieb. […]

  47. leoluca sagt:

    @sternburg

    Was soll an dem Heidel-Satz zum Saisonabschluss, er vermisse ein klares Spielkonzept, und an der Tönnies-Zielsetzung für die nächste Saison, einen CL-Platz anzustreben, denn nun Comedy sein? Heidel hat aus seiner kritischen Sicht die nötige personelle Konsequenz gezogen und natürlich muss Schalke mit einem Neustart das Ziel verbinden, wieder oben mitzuspielen.

    Das Weinzierl-Zitat zur künftigen Kaderstärkung (man wolle „besondere Spieler wie Bayern-Stürmer Robert Lewandowski, Kölns Anthony Modeste oder den Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang finden“) – dieser Weinzierl-Satz ist in der Tat außerirdisch und man kann ihn im Nachhinein durchaus als Ablenkungsversuch interpretieren.

    Wenn ich nicht irre, haben die Schalker Trainer der vergangenen Jahre immer dann, wenn sie nicht weiterkamen, damit begonnen, sich über die angeblich unzureichende Qualität des Kaders zu beschweren.

    Hat mich auch diesmal nicht überzeugt. In dieser Zusammensetzung hätte unsere Mannschaft, wenn sie ihr Potenzial freigesetzt hätte, mindestens unter den ersten sechs landen müssen. In einigen wichtigen Spielen hat man ja auch sehen können, wozu sie in de Lage sein kann. Jeder der Stammspieler, von Kehrer und Nastasic über Bentaleb und Goretzka bis Schöpf und Burgstaller, jeder hat schon bewiesen, dass er ein im Ligamaßstab überdurchschnittlich guter Fußballer ist.

    Daher finde ich es ziemlich logisch, wenn Heidel den Trainer wechselt und Tönnies die Saisonziele hoch ansetzt.

  48. sternburg sagt:

    @leoluca: Hm, ich meine, ich hab das jeweils auch ran geschrieben. Aber danke der Nachfrage, ich versuche mich mal klarer auszudrücken:

    Das Zitat von Heidel kannst Du als Vorgesetzter öffentlich einfach nicht bringen. Er bestreitet von einem Angestellten komplett, dass dieser irgendetwas in Richtung seiner vereinbarten Arbeitsleistung gebracht hätte. Das kannst Du sagen, nachdem Du jemanden rausgeschmissen hast – und selbst dann wäre es übles Nachtreten. Das ist in etwa, als beschäftigst Du seit einem Jahr einen Staplerfahrer und sagst dann: „Also hier auf dem Hof hat sich im letzten Jahr keine Kiste bewegt.“

    Zum Tönnies-Zitat eine Gegenfrage: Empfindest Du das denn als realistischen Anspruch, als sinnvolles Mindestziel? Anders herum gefragt: Wenn Ihr nächste Saison von den 12 Mannschaften Bayern, BVB, Blubberlutsch Leipzig, 18,99 Hoffenheim, Effzeh, Leverkusen, Gladbach, Wolfsburg, Hertha, Freiburg, Eintracht, wenn Ihr von denen nicht mindestens 8 hinter Euch lasst, dann wäre dies bereits ein Misserfolg? Fühlst Du so? Es tut mir leid, wenn ich das so unverblümt ausspreche, aber ich hoffe sehr für Dich, es gibt neben Schalke auch noch andere Dinge im Leben, die Dir Freude bringen.

    Jetzt mal unabhängig davon, dass Tönnies nicht sagt, er will CL-Quali spielen, sondern er will CL spielen. Ihr müsstest nach dieser Lesart also sogar 9 dieser Mannschaften hinter Euch lassen. Aber man will ja nicht so sein.

    Was die Qualität der Einzelspieler Eures Kader angeht, scheinen wir nicht in jedem Fall derselben Ansicht zu sein. Aber ich habe nicht so viele Spiele von Euch gesehen und will mir deswegen keine Meinung anmaßen. Was aber selbst ich sehe, ist, dass unabhängig vom Trainer der schwer fassliche Maßstab, wie der Kader zusammen gesetzt ist, mindestens genau so wichtig ist, wie die Qualität der Einzelspieler. Frag mal in Wolfsburg nach. Und in der Beziehung überzeugt mich euer Kader seit Jahren kaum. Ich muss aber zugeben, auch in der Beziehung mir eigentlich keine Meinung anmaßen zu können, weil ich einfach keine Ahnung davon habe.

  49. blues sagt:

    @leoluca

    Daher finde ich es ziemlich logisch, wenn Heidel den Trainer wechselt und Tönnies die Saisonziele hoch ansetzt.

    Ich staune nicht schlecht. Bis vor 5 Tagen hast du 30 lange Spieltage lang geanu das Gegenteil behauptet: Mit Heidel und seinen Kaderoptimierungen, seinem Wunschtrainer Weinzierl lebten wir in der besten aller möglichen und nach vonre gerichteten Schalker Welten.

    Weil ich solche unvorbereiteten Meinungsumschwünge nicht fasse, denke ich manchmal @leoluca ist vielleicht nur ein ostwestfälischer Redaktionsbot im Betatest…

  50. Authentisch sagt:

    @sternburg:

    auch wenn Du von der Konkurrenz bist, darfst Du Dir auch gerne Mühe geben, die 3 Zitate richtig zu verstehen.

    Weinzierl spricht eindeutig davon, diese genannten Spieler zu „finden“.
    Er meint also die Aubameyangs, Lewandowskis und Co. der Zukunft.
    Wenn man sich den Werdegang der Spieler anguckt, war Lewandowski auch ein unbeschriebenes Blatt, als er damals verpflichtet wurde. Ich kann mich sogar noch daran erinnern, wie ein Kumpel von mir (Fan der anderen Borussia) damals meinte, er finde Lewandowski nicht so gut wie Barrios. Modeste hatte damals einen guten Start in Hoffenheim, bevor die Flaute kam, und er an Köln abgeben wurde. Es ist also nicht so unrealistisch, dass solch ein Spieler auf Schalke gelandet wäre. Auch in Köln hat er sich lange schwer getan mit dem Tore schießen. Es kommt also darauf an, das Potential zu erkennen und solche Spieler zu „finden“.
    Und wenn man schon viel Geld ausgibt, dann sollten es solche Spieler wie Aubameyang sein (damals für 17 Mio. gekommen). Jedenfalls besser als 19 Mio. für Bentaleb.

    Die Heidel-Äußerung finde ich auch krass. Damit hatte er den Druck auf Weinzierl stark erhöht, eine Erklärung dafür zu finden.
    Aber mit dem Wissen von heute können wir davon ausgehen, dass Heidel damals schon seinen Entschluss gefasst hatte.

    Tönnies haut gerne mal einen raus. Was micht stört, ist, dass er denkt, er wüßte, was die Fans wollen. Ich denke, die meisten Fans wollen guten Fussball sehen, und wenn die EL dabei herausspringt, ist das in Ordnung.
    Tönnies spricht hier auch vom Anspruch, nicht von der Zielvorgabe für nächste Saison. Die macht zum Glück auch nicht der AR-Vorsitzende, sondern der Manager. Und ich bin mir sicher, was immer Heidel intern vorgibt, extern wird er es anders kommunizieren.

    Btw, was ist denn die Zielvorgabe bei der „wahren“ Borussia? Geben sich die Fans dort mit EL zufrieden?

  51. lassi04 sagt:

    @Authentisch
    Ich denke, Heidel hat sich so einen „Aubameyang oder Lewandowski der Zukunft“ mit der Verpflichtung von Embolo erhofft bzw. hofft noch.

  52. sternburg sagt:

    @Authentisch: Bei deren jeweiligen Verpflichtungen hatte ich aus dem Gedächtnis für Lewandowski nicht mehr als ein „Wer?“ anzubieten und für Modeste auch nicht viel mehr als die Auflistung von @bimbeshausen (auch so ein Weltklasse-Blogger eines mich an sich wenig interessierenden Vereins), nach der dieser schon immer nur in den ersten und letzten Monaten seiner Vertragslaufzeiten netzte. Insofern kann ich da erst mal nicht widersprechen.

    Ob ich aus „solche Spieler wie (…) zu finden“ herauslesen sollte, man sollte solche Spieler so finden, wie die Konkurrenz sie gefunden hat? Ich muss zugeben, der Gedanke kam mir bisher nicht (und anscheinend bin ich damit hier auch nicht alleine). Und mich überzeugt das auch nicht. Wenn jemand sagt, er will „solche besonderen Spieler wie Bayern-Stürmer Robert Lewandowski“ dann verstehe ich das so, er will den derzeitigen Bayern-Stürmer. Und nicht das damalige Talent von Lech Posen. Sonst würde er ja von „Gelegenheiten wie damals Lewandowski“ o.ä. sprechen. Zumal der Robert Lewandowski des ersten Vertragsjahrs in Dortmund nach meiner trüben Erinnerung Weinzierl in seiner aktuellen Situation auch kaum weiter geholfen hätte.

    Aber ich gebe gerne zu, dass man dies auch so interpretieren könnte, wie Du es tust. Wäre ich halt nicht drauf gekommen.

    Bei den beiden anderen Zitaten habe ich, ehrlich gesagt, gar nicht den Eindruck, dass Du mir widersprichst.

    Klar wirkt Heidels Angriff heute logisch. Aber erstens sagt man – wie gesagt – so was nach meinem Verständnis nicht mal im Nachhinein. Und zweitens war damals Weinzierl noch nicht entlassen. Sowas kann er maximal genau dann sagen, wenn er ihn entlässt. Aber sowas zu sagen und ihn gleichzeitig weiter arbeiten zu lassen? Das ergibt doch keinen Sinn.

    Und „Tönnies haut gerne mal einen raus“? Der redet viel, wenn der Tag lang ist, oder wie ist das zu verstehen? Das mag ja sogar stimmen, aber das macht es doch kaum besser. Und wie ein Anspruch keine Zielvorgabe sein soll, das musst Du mir erst nochmal erklären. Wenn das mein Anspruch ist, dann ist das doch das Mindeste, was mir zusteht, oder nicht?

    Was die „wahre Borussia“ (btw: Ich persönlich finde diese Formulierung dämlich, aber danke; ich weiß sie ist gastfreundlich gemeint) angeht: Wir leben doch im Eberlschen Primat der großartigen Einstelligkeit und des „Wir müssen sehen, wo wir herkommen“ (seufz). Ich kann aus persönlicher Genervtheit schon seit vielen Jahren nur noch für einen sehr kleinen, selbst gewählten (und größtenteils aus Nutzern des Seitenwahl-Forums bestehenden) Ausschnitt der Gladbach-Fans sprechen – aber selbst da bricht sich schon seit längerem eine gewisser Frustation ob dieser ständigen Rhetorik der maximal defensiven Anspruchshaltung bahn.

    So sporadische Besuche an Orten wie diesem hier lassen mich immer wieder Erleichterung darob verspüren, dass dies schon alles immer noch besser ist, als das anderswo gelebte Gegenteil (nach dem unsere Kölner Freunde dafür ja leider seit Jahren weitgehend ausfallen, was ich unendlich bedaure). Zumal ich ja wohl zu Recht davon ausgehe, dass auch hier ein sehr eng umgrenzter Teil der Schalke-Fans anwesend ist, der deutlich rationaler denkt, fühlt und redet als die Masse derselben? Oder nicht?

  53. idioteque sagt:

    @sternburg: Allein vom Kader würde ich Schalke schon hinter Bayern, Dortmund, Leipzig (wobei die noch zeigen müssen, dass sie sich langfristig und mit Doppelbelastung oben halten können) und ca. gleichauf mit Leverkusen auf Platz vier oder fünf sehen, wenn man von den Kadern der vergangenen Saison ausgeht. Bei den anderen zuvor von dir erwähnten Teams gäbe es immer nur drei oder vier, bei Gladbach und Hoffenheim vielleicht auch fünf oder sechs, die auf Schalke Ansprüche auf einen Stammplatz anmelden könnten. Insofern finde ich den grundsätzlichen Anspruch, um die CL mitzuspielen, gar nicht soo verkehrt. Allerdings ist der Abstand zum Rest des Feldes in den letzten Jahren durch eigene wenig kohärente Kaderplanung und starke Verbesserungen bei anderen Teams soweit geschrumpft, dass man die seit Jahren fehlende spielerische Linie nicht mehr über individuelle Überlegenheit kompensieren kann.

    Ob man dann CL als Ziel ausrufen sollte, nachdem man sich zum dritten Mal in Folge nicht qualifiziert hat, diesmal sogar gar nicht international spielt und gerade eine auch ohne zusätzlichen Druck bereits riskante Trainetverpflichtung getätigt hat, ist dann aber mehr als fraglich. Die meisten Schalker Fans nehmen das wahrscheinlich als typischen Tönnies-Querschuss wahr, dem man nicht zu viel Bedeutung beimessen sollte, der aber von allen Seiten wieder für ein „typisch Schalke“ hervorgekramt werden wird, wenn man mal wieder drei Spiele nicht gewinnt. Die Fans, die ich persönlich kenne, wünschen sich in erster Linie, dass Schalkespiele zu schauen endlich wieder Spaß macht. Dass endlich mal erkennbar wird, wie die Mannschaft Tore erzielen will, wenn der Gegner sich in der eigenen Hälfte verbarrikadiert. Nur, wenn man das dann punktemäßig hochrechnet, wo Schalke landen würde, wenn man gegen individuell deutlich unterlegene Teams konstant punktet, landet man eben in anderen Tabellenregionen als Freiburg, Köln und Hertha, die alle so ziemlich an ihrem Limit spielen. Selbst in dieser Saison hätte man sich wahrscheinlich für die EL qualifiziert, wenn man den Saisonstart nicht so verpatzt hätte. Obwohl man auch den Rest der Zeit ziemlich durchwachsen war.

    Die Transfers zur vergangenen Saison von Heidel fand ich bis auf wenige Ausnahmen eigentlich ziemlich gut, man vergisst auch gerne, dass vier der sechs „großen“ Neuzugänge jeweils mindestens ein halbes Jahr verletzt waren, dafür Burgstaller als Notverpflichtung ziemlich eingeschlagen hat, und Caligiuri und Stambouli beide wahrscheinlich von vornherein nicht als Stammkräfte eingeplant waren.

    Zu Heidels Aussage bezüglich Weinzierls Arbeit: die hätte er bestimmt freundlicher formulieren können. Falsch ist sie aber nicht. Aus meiner Sicht spricht es eher für Heidel, dass er dem Trainer danach trotzdem noch die Möglichkeit gibt, ihm seine Sicht der Dinge und ein Konzept für eine weitere Zusammenarbeit darzulegen. Allerdings weiß ich nicht, was da alles hinter den Szenen vorgefallen ist.

  54. leoluca sagt:

    @blues zu meinem Text oben: „Weil ich solche unvorbereiteten Meinungsumschwünge nicht fasse, denke ich manchmal @leoluca ist vielleicht nur ein ostwestfälischer Redaktionsbot im Betatest…“

    Ich denke, damit sagt der Auor dieses Satzes mehr über sich selbst als über das Thema aus, um das es geht.

    Immer das gleiche Lied: wenn die Argumente fehlen, wird der Herr persönlich.

  55. Authentisch sagt:

    @sternburg:

    Das Weinzierl-Zitat habe ich von Anfang an so verstanden, wie beschrieben. Ich kann wiederum nicht verstehen, wie man es anders verstehen kann. Aber sei’s drum.
    Die Starspieler von heute muss man ja nicht mehr finden. Die sind ja allgegenwärtig.

    Meine Aussage zu Tönnies kannst Du genau so verstehen, wie Du es gemacht hast. Tönnies ist kein Fußballfachmann, und seine Aussagen sind manchmal – vorsichtig formuliert – naiv.
    Unter Anspruch verstehe ich ein langfristiges Ziel, nichts, was unbedingt in der nächsten Saison erreicht werden muss.
    Wenn er das nur intern als Ziel formuliert hätte, fände ich das sogar gut. Aber es ist halt im Moment unrealistisch.
    Im übrigen finde ich solche Aussagen wie: „Unser Anspruch ist es,…“ oder „wir gehören in diese od. jene Tabellenregion.“ ziemlich dämlich.
    Einen Anspruch darauf kann keiner haben, das widerspricht dem Prinzip des Wettkampfs. Seinen Platz in der Bundesliga muss man sich in jeder Saison wieder neu erarbeiten. So ein Anspruchsdenken können sich nur die Bayern aufgrund ihrer Leistungen in den letzen 30 Jahren (und ihres Festgeldkontos) erlauben.
    Auf Schalke bezogen heißt das, man muss sich erst wieder fußballerisch verbessern, dann klappt das auch mit einer besseren Platzierung.

    Ich weiß nicht, was Du an „wahrer“ Borussia dämlich fandest. Bin selber in der Nähe von MG groß geworden, und wenn bei uns von Borussia die Rede war, war damit immer Mönchengladbach gemeint.

  56. Rjonathan sagt:

    Zu Heidels Aussage:
    Ich denke, man muss da den Zeipunkt mal mitdenken. Als er das gesagt hat, hatten die Presse und ein Großteil der Fans diesen Satz schon über Wochen wiederholt. Nachdem auch der letzte Endspurt in Richtung Europa vergeigt worden war, war das sozusagen ein „Common Sense“. Vielleicht hätte Weinzierl sich da was anderes gewünscht. Aber im Hinblick auf die Gesamtstimmung im Verein und auf die Glaubwürdigkeit von Heidel selbst, war der Satz so richtig und wichtig. Das muss Weinzierl aushalten, ihm war zuvor über Monate von Heidel der Rücken gestärkt worden. Nur irgendwann ist das Fass dann halt übergelaufen.

  57. blues sagt:

    @leoluca
    Vermutlich ist es philosphisch gesehen, eine ganz interessante Frage, ob man Bots gegenüber „persönlich“ werden kann. ;-)

  58. blues sagt:

    @Authentisch;@sternburg

    Vielleicht ist die Aussage von Weinzierl gerade in ihren unscharfen und deshalb auch so unterschiedlich interpretierbaren Inhalten ein gutes Beispiel für die kommunikativen Defizite des Trainers. Dann finden wir auch keine richtige Antwort, wie er das gemeint haben könnte, weil es schlicht unzureichend formuliert wurde.
    Interessant finde ich in dem Zusammenhang aber auch, dass Heidel diese rhetorische Begrenztheit, das häufige Mantra, „die Mannschaft muss Gas geben“ ist ein gutes Beispiel dafür und die kommunikative Ungeschicklichkeit in der dauernden Rede von „die Manschaft hat nicht umgesetzt…“, erst im Laufe oder gar zum Ende der Saison bei seinem gehypten Wunschtrainer realisierte.

    Vielleicht sollte man sich auch einfach nichts mehr darüber vormachen, wie fern die Manager den Objekten ihrer Kader-und Mannschaftsplanung tatsächlich sind, d.h, wie wenig sie eigentlich über die Spieler und Trainer die sie transferieren, wissen.

  59. leoluca sagt:

    „Die Heidel-Äußerung finde ich auch krass. Damit hatte er den Druck auf Weinzierl stark erhöht, eine Erklärung dafür zu finden.
    Aber mit dem Wissen von heute können wir davon ausgehen, dass Heidel damals schon seinen Entschluss gefasst hatte.“ (Authentisch)

    Leuchtet ein, diese Theorie. Die zwei Wochen zwischen (noch gemeinsam mit Weinzierl vorgenommener) Saisonauswertung und Trainerentlassung wurden vermutlich für konkrete Verhandlungen mindestens mit Tuchel und Tedesco benötigt, die man beide schon vorher im Blick hatte. Aber keineswegs, wie öffentlich verkündet, für irgendwelche Konzeptdebatten, die noch mit Weinzierl planten.

    Eine lässliche Sünde, wie ich finde.

    Wichtiger ist, dass Heidel sich in zweierlei Hinsicht revidiert:

    1. Er entlässt den Trainer, den er vor einem Jahr gerade wegen der Erfolge als sog. Konzepttrainer verpflichtet hatte, mit dem Argument, kein klares Konzept auf dem Platz erkennen zu können.

    2. Er entlässt diesen Trainer bereits nach einem Jahr, obwohl er Schalke mehr Zeit, Kontinuität und Geduld versprochen hatte.

    Dass Heidel den Mut für eine solche Kehre aufbringt, spricht für ihn. Das haben ihm seine Fundamentalkritiker gewiss nicht zugetraut, oder blues?

    Allerdings werde ich das mulmige Gefühl nicht los, dass die Entscheidung eher dem Druck der Straße geschuldet war als eigenen konzeptionellen Überlegungen.

    Nachdem Schalke auch den letzten Endspurt in Richtung Europa versemmelt hatte, stieg im Publikum die Erregungstemperatur schnell an. Zum ersten Mal wurde die Kritik am Trainer wirklich richtig laut. Hat das schon gereicht, um Weinzierl keine zweite Chance zu geben? Tedescos angeblich große Klasse kann nicht der primäre Grund gewesen sein.

  60. Grieche sagt:

    Wenn Heidel dem „Druck der Straße“ nachgegeben hätte, hätte er Weinzierl schon nach dem Vier-Augen-Gespräch entlassen. Dass dieser Druck zudem für ihn nicht sehr groß war (bzw. er ihn so nicht empfunden hat), zeigt sein Satz „Das Einfachste für mich wäre gewesen, mit Weinzierl weiterzumachen“. Heidel weiß, dass das Risiko mit Tedesco hoch ist. Und dass dessen große Klasse nicht der Grund für den Weinzierl-Rausschmiss war, hoffe ich sehr – dann würde er jeden Trainer entlassen, wenn grade ein besserer auf dem Markt ist.

  61. leoluca sagt:

    Hier eine wohltuend originelle Analyse der aktuellen Schalker Verhältnisse: Gab es wirklich kein Trainer-Konzept? Setzt Heidel nun den Umbruch fort? Warum war Bentaleb die Überraschung der Saison?
    Antworten vom Chef der „Halbfeldflanke“:
    https://www.waz.de/sport/fussball/s04/schalke-fan-und-blogger-karsten-jahn-schaetzt-nabil-bentaleb-id210875639.html

  62. Rjonathan sagt:

    Halb OT – ein schönes Interview mit Goretzka:
    http://www.sueddeutsche.de/spo.....-1.3549751

    Sie bekommen mal wieder einen neuen Trainer auf Schalke. Haben Sie schon ein paar Eindrücke von Domenico Tedesco, vielleicht aus den Berichten über seine Rettungsarbeit in Aue?

    Zwangsläufig habe ich ein bisschen was über ihn mitbekommen, weil ja der VfL Bochum auch in der zweiten Liga spielt …

    … Ihr alter Klub …

    … und dann wird einem natürlich von überall etwas zugetragen, wenn so eine Nachricht öffentlich wird. Da kann ich immerhin sagen, dass ich von allen Seiten nur Positives gehört habe. Ich bin gespannt, wie er arbeitet, und freue mich darauf, ihn persönlich kennenzulernen.

  63. Flo Kno sagt:

    Mit dem Trainerwechsel steht auch der erste Neuzugang fest: Yevhen Konoplyanka. Scheint keine schlechte Saison bei seinem letzten Verein gespielt zu haben:
    https://www.youtube.com/watch?v=kwHS2X05n3Q

  64. Rjonathan sagt:

    :-D

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