Einfach ablehnen

Der große Aufreger der diesjährigen Mitgliederversammlung ist der Antrag auf Satzungsänderung, welche den Wahlausschuss „reformieren“ soll. Ich habe eine Weile überlegt, wie ich in den Text zu diesem Thema einsteigen soll. Aber letztlich geht es nicht besser als das von den Ultras GE produzierte Filmchen zu teilen, welches den Sachverhalt herausragend nüchtern und anschaulich darstellt.

Dass die Funktionäre des Clubs der Mitgliederversammlung einen solchen Antrag vorlegen, halte ich für beschämend. Dass für diesen Antrag per Club-Newsletter geworben wurde, halte ich für dreist. Mit diesem Antrag geben Christian Heidel, Alexander Jobst, Peter Peters, Dr. Jens Buchta, Ulrich Köllmann, Peter Lange, Dr. Armin Langhorst, Dirk Metz, Clemens Tönnies, Heiner Tümmers, Prof. Klaus Bernsmann, Hans-Joachim Dohm, Volker Stuckmann, Dr. Herbert Tegenthoff, Dieter Basdorf, Eberhard Bergjohann, Manfred Kreuz, Dr. Peter Paziorek, Gerhard Rehberg, Josef Schnusenberg, Dr. Ingo Westen, Klaus-Peter Wömpner, Till Beckmann, Bayram Dogan, Thorsten Kramer, Pascal Krusch, Verena Manca, Marcel Neuer, Simone Rochel, Hans-Christian Wichlacz und sogar Klaus Fischer und Olaf Thon zu Protokoll, dass sie dem Urteil der Mitglieder nicht trauen, und dass ihnen der Kernsatz der Satzung ein steter Dorn im Auge ist:

Die Mitgliederversammlung ist das oberste Beschlussorgan des Vereins.
(§ 6 Mitgliederversammlung, 1. Satz)

Die Funktionäre des Clubs wollen sich weiter abschotten. Dass sie von vielen Mitgliedern kritisch hinterfragt werden ist ihnen lästig. Sie wollen „durchregieren“. Und nachdem auf der letzten Mitgliederversammlung Clemens Tönnies seine Wahl gegen laute Kritiker recht souverän gewinnen konnte, hat man auf Funktionärsebene offensichtlich etwas zu lange gefeiert und sich lachend gedacht: „Versuchen können wir’s ja mal.“ Anders lässt sich dieser Vorgang wohl nicht erklären.

Schalker sind viele, und sicherlich gibt es einige Mitglieder, denen die Vereinspolitik nicht wichtig ist, die sich aus anderen Gründen für eine Mitgliedschaft entschieden haben. Wer sich aber als Mitglied im Sinn der Satzung versteht, wem sein Wahlrecht was wert ist und wer auch nur halbwegs bei Trost ist, wird diesen Antrag ablehnen. Die Mitbestimmung der Mitglieder hemmt diesen Club nicht, sie schützt ihn. Sie sorgt dafür, dass die oben genannten Funktionäre nicht tun und lassen können was sie wollen, dass sie werben müssen, dass sie den Verein nicht einfach nach Laune umkrempeln können. Gescheiterte Funktionäre verschwinden ohne Tschöö zu sagen, aber der Verein bleibt.

Wir müssen uns um unseren Verein keine Sorgen machen. Wir müssen den Antrag einfach nur ablehnen.



53 Kommentare zu “Einfach ablehnen”

  1. Susanne Blondundblau sagt:

    DANKE!

  2. Stefan sagt:

    Auf jeden Fall, Torsten!

  3. noch ein Stefan sagt:

    Danke Torsten,

    kein Wort zu viel und keines zu wenig.

  4. leoluca sagt:

    Tja, mit lupenreinen Demokraten kennt Schalke sich ja aus.

    Klasse Filmchen der Ultras GE.

    „Die Mitbestimmung der Mitglieder hemmt diesen Club nicht, sie schützt ihn“ – ein sehr einfacher und ein starker Satz.

  5. Detlef sagt:

    Eben. Hingehen. Ablehnen. Fertig.

  6. Roman sagt:

    Damit ist (fast) alles gesagt. Wer mag, kann sich ja auch die Steckbriefe der Wahlausschuss-Kandidaten auf schalkermarkt.de anschauen. Sind einige bemerkemswerte Aussagen der Kandidaten dabei. Insbesondere die Frage 7 beschäftigt sich mit dem Satzungsänderungsantrag.

  7. crisscross04 sagt:

    Wenn es doch immer so einfach wäre…

    War es nicht der Wahlausschuss, der letztes Jahr fast verhindert hätte, dass Tönnies gar nicht erst zur Wiederwahl zugelassen wäre?! Also hätte der Wahlausschuss beinahe verhindert, dass man den bestehenden Aufsichtsratsvorsitzenden wiederwählen hätte können. Mein Demokratieverständnis ist ein anderes…

    Nun zum Film:
    Wenn es hier wirklich um unser demokratisches Recht und Verständnis gehen würde, dann stimme ich dem Gesagten auch zu 100% zu.

    Bei so einem aufwendig produzierten Film werde ich aber immer misstrauisch, wenn es sich „nur“ um das demokratische Mitbestimmungsrecht geht. Da der Film anscheinend von den Ultras GE in Auftrag gegeben und somit auch bezahlt wurde, geht es mehr als nur um das Demokratieverständnis. Es geht um Macht und Mitbestimmung der Ultras GE in den Gremien.

    Ich wage mal zu behaupten, dass bei den eher rechts angesiedelten Ultras GE unser Demokratieverständnis nicht unbedingt an erster Stelle steht.

    Es wäre daher echt super gewesen, wenn der „ganze“ Hintergrund bzw. die Interessen aller Gruppen – sprich was die Ultras GE wirklich bewegt hat, so einen Film produzieren zu lassen – hier dargestellt worden wäre.

    Schade!

  8. Torsten sagt:

    War es nicht der Wahlausschuss, der letztes Jahr fast verhindert hätte, dass Tönnies gar nicht erst zur Wiederwahl zugelassen wäre?!

    Nein, eigentlich nicht. Clemens Tönnies wurde zugelassen. Dazu gab es weder eine Begründung noch irgendwelche knappen Abstimmungsergebnisse, welche eine Interpretation von „beinahe verhindert“ rechtfertigen würden. Du knüpfst hier lediglich an die Meinungsmache im Wahlkampf des letzten Jahres an, in der Angst vor „bösen Mächten“ geschürt wurde.

    Aus der gleichen Schublade scheint meines Erachtens die Behauptung zu sein, Ultras GE sei „rechts“ und es ginge hierbei nicht um das Wohl des Clubs. Sachlich lässt sich das für mich nicht nachvollziehen.

  9. Netsmurf sagt:

    @crisscross04 – der Film ist das Gegenstück zu dem Machwerk vom Hauptverein. Auch der Hauptverein hat einen Film produziert, in dem die Arbeit des WA kritisert wird.
    Den findet der geneigte Zuschauer bei Youtube, ich verlinke den bewusst nicht!
    Mehr Intension sollte man da auch nicht rein interpretieren.

    Ich finde den Film der Ultras im übrigen sehr gelungen, einfach zu verstehen und habe den gerne auf allen Medien geteilt und verlinkt.

  10. Oskar Zirngiebl sagt:

    „Schalker sind viele, und sicherlich gibt es einige Mitglieder, denen die Vereinspolitik nicht wichtig ist, die sich aus anderen Gründen für eine Mitgliedschaft entschieden haben.“

    Dass man nur für den Antrag stimmen kann, wenn man sich nicht für Vereinspolitik interessiert bzw. aus „anderen Gründen“, das ist schon sehr frech formuliert. Damit unterstellt man allen Antragsstellern, dass sie sich um das Vereinswohl einen Shcßei kümmern. Also bitte!

    Ich stimme für den Antrag, da mir die letzten Jahre gezeigt haben, dass der Wahlausschuss anfällig und nicht stabil genug ist für ein Wirtschaftsunternehmen, dass der FC Schalke nun einmal auch ist.

  11. ReinerEdelmann sagt:

    @crisscross04

    …“rechts angesiedelten Ultras GE“

    Hast Du dafür Belege oder willst Du einfach einmal verleumden? Ich denke, Du liegst völligst falsch und solltest dringend editieren.

    Zum Rest: Ablehnen.

  12. andres sagt:

    genau, einfach ablehnen.
    Und bei Diskussionen über Christian Heidel dann gelegentlich daran erinnern, dass er diesen Antrag mitträgt.
    Für mich hat sein Ansehen dadurch einen ziemlichen Knacks bekommen.

    Anderes wichtiges Thema wird hoffentlich auch der Ehrenrat. Ich nehme mal an, dass die meisten das mitbekommen haben, sonst einfach mal auf http://www.schalke-news.de nachlesen.
    Ich hoffe, dass dies deutliche Spuren beim Wahlergebnis zum Ehrenrat hinterlassen wird.
    Eigentlich wäre es an der zeit seine Konstitution komplett zu überdenken und hier ggfs eine Direktwahl in der Satzung zu verankern.

  13. Roman sagt:

    @crisscross04: Ich denke, Du verwechselst bei der politischen Orientierung der Ultras die Schalke-Ultras mit denen der BVB-Ultra-Szene.

    Die Schalker Ultra-Szene ist alles andere als rechts. Dieses Banner stammt von der UGE (damals zum Geburtstag der Schalker Fan-Initiative):

    http://www.fan-ini.de/

    „20 Jahre kein Platz für Nazis auf Schalke“

    Alles andere ist eine haltlose Unterstellung.

  14. Bariton76 sagt:

    @crisscross: natürlich geht es den Ultras um Mitbestimmung. Genauso, wie mir als Vereinsmitglied. Und diese Mitbestimmung soll nun durch den Antrag stark beschnitten werden. Ich bin sicher kein Fan der Ultras und bin mit einigen Ihrer Aktionen auch nicht einverstanden. Aber diese Aktion und das damit verbundene Video finde ich richtig und wichtig. Und wie, zur Hölle, kommst du eigentlich auf den Gedanken, die Ultras wären eher rechts anzusiedeln? Kannst du mir da irgendwelche Gründe nennen?

    @Oskar Zirngiebl: dass du für den Antrag stimmst, ist voll in Ordnung. Das darfst du in einer Demokratie. Man muss sich nur halt im Klaren darüber sein, dass, wird der Antrag angenommen, du dadurch den ganzen Verein ein großes Stück weit undemokratischer machst. Viel Mitbestimmung ist dann nicht mehr. Wozu dann Mitglied sein? Dann kannste die 50€ im Jahr doch auch einfach spenden?!

  15. Roman sagt:

    @Oskar Zirngiebl: Ich stimme Dir zu, dass der FC Schalke 04 nicht ein „normaler“ Verein ist, sondern tatsächlich auch ein Wirtschaftsunternehmen. Sozusagen ein „mitgliedergeführtes Wirtschaftsunternehmen“.

    Wenn man ein Wirtschaftsunternehmen professionell führen möchte, dann gehören dazu auch alle modernen Richtlinien:

    – Corporate Governance
    – klare Trennung der Funktionen von Aufsichtsrat und Vorstand
    – Strategien, um den Verein langfristig erfolgreich auszurichten

    und ein vereinsinternes Schiedsgericht, das schlichtet und nicht Streit schürt.

    Bitte erkläre uns, warum man (d.h. die Vereinsführung) sich in der Vergangenheit gegen solche Ansätze immer wieder gewehrt hat.

  16. crisscross04 sagt:

    Dann streicht halt das „rechts angesiedelt“. Trotzdem ändert es rein gar nichts an meiner Aussage!

    Was sind die Motive und Beweggründe der Ultras GE? Wieso werden sie nicht namentlich im Video als Urheber erwähnt? Wen unterstützen die Ultras GE? Hier geht es eben nicht um das demokratische Grundverständnis und freie Meinungsäußerung, das schön vor den Karren gespannt wurde.
    Zu den O.g. Fragen wird eben keine Aussage gemacht und das halte ich halt für eine schlechte Berichterstattung.
    Von einem „neutralen“ Blog erwarte ich eine offene und gesamtheitliche Darstellung aller Seiten, damit sich ein neutraler Fan eine objektive Meinung bilden kann. Hier wird aber nur eine Meinung vertreten. Und das kritisiere ich…

  17. Torsten sagt:

    das halte ich halt für eine schlechte Berichterstattung.
    Von einem „neutralen“ Blog erwarte ich eine offene und gesamtheitliche Darstellung aller Seiten, damit sich ein neutraler Fan eine objektive Meinung bilden kann. Hier wird aber nur eine Meinung vertreten. Und das kritisiere ich…

    Oh, da sitzt Du einem Missverständnis auf. Das hier ist kein „neutrales Blog“ und es geht hier nicht um Berichterstattung. In den Texten oben wird immer nur eine Meinung vertreten, und zwar meine. Das war auch schon immer so. Mein Verständnis dieser kleinen Ecke im Netz habe ich auf der „Erklärseite“ so beschrieben:

    Dieses Blog kann als moderne Version einer kleinen Trittleiter gesehen werden, wie sie in London, an Speakers‘ Corner vielfach Verwendung findet. Ich stelle mich drauf, werbe für meine Meinung, verarbeite meine Gedanken. Es ist schön wenn Leute stehen bleiben und zuhören. Noch schöner ist es aber wenn sie reagieren, wenn Kommunikation, ein Austausch, eine Diskussion entsteht. Zu „Zwischenrufen“ per Kommentar sind demzufolge alle Leser herzlich eingeladen, egal zu welchen Verein sie auch halten und gerade dann, wenn sie das, was ich geschrieben habe, als Mumpitz erachten.

    Im übrigen wird die Urheberschaft des Videos nirgendwo verheimlicht. Es steht auf der offiziellen YouTube-Seite der Ultras GE, es erschien ursprünglich auf ihrer Webseite und ich habe es selbst im Text noch dazugeschrieben. Was daran irgendwie unklar sein soll erschließt sich mir nicht.

    Hier geht es eben nicht um das demokratische Grundverständnis und freie Meinungsäußerung

    Es geht darum, dass der Satzungsänderungsantrag die Rechte der Mitglieder einschränken soll. Sowohl in dem Video, als auch in meinem Kommentar.

  18. Roman sagt:

    >>Was sind die Motive und Beweggründe der Ultras GE?<<

    Das lässt sich hier nachlesen:

    http://www.schalkermarkt.suppo.....sm/?p=3123

  19. Altix sagt:

    Der Antrag ist nichts weiter als der unverhohlene Versuch, den Einfluss der MV auf bestimmte vereinsinterne Prozesse zu reduzieren und stattdessen unter die eigene (genehme) Kontrolle zu bringen. Ich halte das für inakzeptabel, wenn die Antragsteller zugleich betonen, dass der Vereinsstatus unantastbar ist. Wenn ich mich zudem an das elendliche Gestammel zum Thema von Dr. Langhorst in der Kandidatenrunde erinnere, dann bin ich mit dem Thema endgültig durch.

    Man muss das Vereinskonstrukt nicht mögen oder für die beste Alternative halten, aber wenn ich mich öffentlich dazu bekenne (und sei es aus Angst, meine eigentlich Abneigung dagegen öffentlich kund zu tun), dann muss ich mit dem Konstrukt auch leben, bzw. es mit Leben füllen. Wenn ich das nicht kann, ist das vollkommen OK, aber dann muss ich mich zurückziehen oder zumindest den Gang durch die Instanzen antreten und mir Mehrheiten für Alternativen beschaffen. So einfach ist das. Rein aus Prinzip halte ich den Änderungsantrag für falsch und werde ihn ablehnen.

    Interessant waren die Ausführungen von A. Hefer am Montag auf die Frage, warum der AR auf Schalke nicht mit ähnlichen Hochkarätern aus der Industrie besetzt ist, wie z.B. in München. Neben anderen Punkten führte Hefer sinngemäß aus, dass das Erscheinungsbild des Vereins bzw. der MV unter Umständen eine begrenzte Anziehungskraft für diese Manager hat. Da ist man dann wieder an dem Punkt, dass verschiedene Lager den Wahlausschuss in der Vergangenheit versucht haben, für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Der Höhepunkt waren dann die Spekulationen und Theorien über die Zulassung zur Wahl von CT im vergangenen Jahr. Die Art und Weise der Auseinandersetzung (oder soll ich sagen Hetze?) fand ich komplett daneben.

    Ob man nun wirklich jedes Jahr die Satzung zu diesem Thema ändern muss, sei mal dahin gestellt. Ich finde es jedoch grundsätzlich legitim darüber nachzudenken, wie die Auswüchse der jüngeren Vergangenheit verhindert werden können. Daraus aber abzuleiten, den Einfluss der MV mal eben per Satzungsänderung zu halbieren, kann ich nicht nachvollziehen. Wesentlich sinnvoller hätte ich es empfunden, wenn ein einmal gewählter AR nicht erneut den Wahlausschuss passieren muss. Allein diese Änderung hätte uns in der Vergangenheit massenhaft Ärger erspart.

    @crisscross04: Bei solchen Diskussionen geht es nie um Demokratie, sondern immer nur um Macht und Einfluss. Das gilt gleichermaßen für alle Parteien in der Sache. Das ist wie im richtigen Leben: Die Amis haben zig Kriege geführt, um die Welt mit ihrer Form von Demokratieverständnis zu beglücken. In Wirklichkeit ging es denen aber immer nur um Macht, Einfluss, Rohstoffe oder ähnliches.

  20. ReinerEdelmann sagt:

    Einmal ganz abgesehen vom weiteren Inhalt, crisscross04, ist mir Dein hingehauenes „Dann streicht halt das „rechts angesiedelt““ reichlich dünn.

    Jeder macht Fehler; aber bei einer solchen Verleumdung wäre eine vernünftige Entschuldigung schon angebracht.

  21. leoluca sagt:

    @crisscross.

    Man muss nicht die Arbeit des aktuellen Wahlausschusses und nicht die Politik der Ultras mögen, um gegen die Einschränkung eines demokratischen Wahlverfahrens zu sein.

    Der Änderungsantrag der Vereinsführung zielt auf eine gelenkte Demokratie und diese unterscheidet sich eben wesentlich von einer direkten. Da muss man sich entscheiden.

    @altix.
    Ich denke, in der Demokratie geht es immer auch um Macht und Einfluss. Das ist völlig legitim, solange der Streit mit demokratischen Mitteln ausgetragen wird. Misstrauisch bin ich gegen die, die behaupten, um Macht und Einfluss ginge es ihnen nicht.

  22. Carsten04 sagt:

    Antrag ablehnen !
    DAS ist gelebte Demokratie.

  23. BlueNote sagt:

    Danke Torsten, fürs klare und unmissverständliche Flaggezeigen für eine starke demokratische Basis im Club. Auch ich wünsche mir eine krachende Abstimmungsniederlage für die Antragsteller!

  24. Authentisch sagt:

    @crisscross04:

    Du schreibst:
    „Also hätte der Wahlausschuss beinahe verhindert, dass man den bestehenden Aufsichtsratsvorsitzenden wiederwählen hätte können. Mein Demokratieverständnis ist ein anderes…“

    Unabhängig davon, ob dies letztes Jahr realistisch war oder nicht, hätte man diese Möglichkeit in der Satzung ganz einfach ändern können, indem man bestehende AR-Mitglieder nicht nochmal durch den WA nominieren lässt. Die eigentliche Aufgabe des WA ist es ja, nicht geeignete Kandidaten herauszufiltern. Und das haben sie beim ersten Mal schon überprüft.
    Diese Regelung würde das Problem lösen _und_ die Unabhängigkeit des WA bewahren. Der WA könnte dann zwei bis vier weitere Kandidaten vorschlagen (je nachdem, ob man auf der MV über vier, fünf od. sechs Kandidaten abstimmen will).

    Nur, warum hat das keiner von den genannten Herren (und zwei Damen) vorgeschlagen?? Sehen die das nicht, sind die zu dumm dafür oder geht es doch um etwas anderes?

  25. Roman sagt:

    @Altix: Es ist in der Tat ein Thema, dass wir nur schwer Aufsichtsratskandidaten von sehr hohem Format erhalten. Ich will nicht unbedingt den FC Bayern heranziehen, aber man kann da auch zu anderen Klubs schauen. Diese Leute kandidieren erst gar nicht mehr bei uns.

    Woran liegt das?

    Die Erklärung dazu hat Axel Hefer gegeben. Es liegt daran, dass Schmutzkampagnen wie im letzten Jahr (ich habe diese zum Teil selbst hautnah erleben dürfen) diese Personen abstoßen.

    Wir haben sehr wohl fähige Personen auch als Mitglieder. Ich habe erst im letzten Jahr mit einem Prof. Dr. gesprochen. Hochdekorierter Jurist, von Kindheitsbeinen an Schalker und Nordkurvengänger. Du unterhältst Dich mit dem und denkst: „Das wär einer!“

    Dann fragst Du ihn und erhältst zur Antwort: „So etwas tue ich mir nicht an. Ich bin noch in meinem Job aktiv und habe eine Reputation zu verlieren.“

    Das gibt mir zu denken.

    Natürlich brauchen wir hervorragende Aufsichtsräte auch in unserem Verein. Leute, die ihre Netzwerke einbringen, aber auch Leute, die teamfähig sind, die sich aber auch ohne sich an die Gurgel zu gehen auch mal die Meinung sagen zu können, ohne gleich vom Ehrenrat sanktioniert zu werden.

    Und eins, das hat mir die Veranstaltung am Montag auch vor Augen geführt: Die Zeit der „Grußonkel“ im Aufsichtsrat ist endgültig vorbei. Wir brauchen dort Leute, die den Verein strategisch weiterentwickeln können und ihren Gremienposten nicht auf Repräsentation und Händeschütteln reduzieren.

    Ich habe aber die Hoffnung, dass sich diese erkenntnis im Verein so langsam durchsetzt. Persönliche Beleidigungen wie sie im letzten Jahr vorgekommen sind, bringen rein gar nichts. Es muss dann aber auch die Bereitschaft im gesamten Aufsichtsrat da sein, diesen Wechsel zu vollziehen. Weg von einem patriarchalischen System (mir fällt kein besserere Begriff ein) hin zu einem modern geführten (mitgliedergeführten) Unternehmen.

  26. Roman sagt:

    Ach ja, übrigens. Zitat aus dem Steckbrief von Günther reipen:

    „Wir haben sogar dem Vorstand einen Antrag angeboten, in der Satzung zu verankern, dass Kandidaten, die von der Mitgliederversammlung bereits in den AR gewählt wurden, nicht mehr durch den Wahlausschuss müssen.
    Dieser Vorschlag stieß aber nicht auf Gegenliebe….“

    http://www.schalkermarkt.suppo.....sm/?p=3155

  27. Altix sagt:

    @Roman: volle Zustimmung zu fast allen Punkten. Einzig das mitgliedergeführte Unternehmen bereitet mir massive Magenschmerzen, insbesondere, wenn ich an das Verhalten eines Teils eben jener Mitglieder in den vergangenen Jahren denke. Aber vielleicht bin ich einfach nur zu alt für solche Ideen oder selbst zuviel Firmenpatriarch, um mich mit solchen Gedanken anfreunden zu können ;)

    Interessanterweise kann man den Faden ja weiter spinnen. Ebenso schwierig, wie es derzeit ist „Hochkaräter“ für den Aufsichtsrat zu begeistern, so schwierig dürfte es sein, beispielsweise Hochkaräter auf der Trainerbank zu verpflichten. Damit will ich kein Wort gegen unseren neuen Trainer sagen. Aber die Antwort „Das tue ich mir nicht an…“ würdest du vermutlich auch erhalten haben, hättest du Kandidaten der Kategorie Tuchel, Nagelsmann oder noch höherer gefragt. Blickt man auf potentielle Neuverpflichtungen für den Kader der neuen Saison, wird die Argumentation höchstwahrscheinlich ähnlich lauten, wobei die fehlende Teilnahme am internationalen Geschäft ihr Übriges beiträgt. Ich glaube in der Summe hat Schalke 04 auf allen Ebenen für Nicht-Schalker ein massives Attraktivitätsproblem.

    Das zu erkennen ist für viele Schalker, die sich vorzugsweise mit sich selbst beschäftigen, eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Wir reden oft darüber, wie toll und einzigartig unser Verein ist. Dabei wird viel zu oft aus den Augen verloren, dass dies vor allem unsere eigene, subjektive Wahrnehmung ist, die ein Außenstehender nicht notwendigerweise teilen muss (und das offensichtlich auch oft nicht tut).

    Vor dem Hintergrund ist der Satzungsänderungsantrag umso unverständlicher und ärgerlicher. Kommt der Antrag durch, wird es ein immenses Geschrei geben, was alle „Das tue ich mir doch nicht an“-Denker in ihrem weiteren Denken und Handeln nur bestärken wird. Wird der Antrag abgelehnt, stehen weite Teile sämtlicher Führungsgremien bis auf die Knochen blamiert da, weil sie in bester Erdogan-Manier versucht haben, im Handstreich die als heilig empfundene Vereinsdemokratie auszuhebeln. So oder so, die Nummer ist jetzt schon ein weiteres Imagedesaster.

  28. idioteque sagt:

    @altix: Letzte Saison hat man auch mit Breel Embolo eins der europäischen Toptalente und den Kapitän des EL-Siegers bekommen, dazu einen der aufstrebenden BuLi-Trainer, und da war das interne Chaos auch nicht weniger, mit dem Phantom-Putsch gegen Tönnies und (zuunrecht) suspendierten AR-Mitgliedern. Diese Saison ist der fehlende internationale Wettbewerb ein Problem, aber generell besitzt der Club immer noch eine ziemlich hohe Zugkraft. Natürlich muss man aufpassen, dass man die nicht verliert, aber die Risiken liegen da meiner Sicht eher bei der Kaderzusammenstellung und dem sportlichen Erfolg und weniger in der direkten Vereinspolitik.

  29. Rjonathan sagt:

    Was den Antrag betrifft sehe ich es wie Altix. Mir scheint das derzeitige System mit dem Wahlausschuss ein wenig defekt zu sein und es bedarf dringender Anpassungen. Der Weg, den man hier einschlägt, ist aber der falsche. Neben dem Freischein für amtierende AR wäre vielleicht auch eine leichte Erhöhung des Kandidaten-Kreises angebracht. Und auch die Frage, wann und wie der Wahlausschuss zusammengesetzt wird und wie er arbeitet ist sicher interessant zu hinterfragen. Aber nicht auf diese Art und Weise, das ist plump und unverschämt der MV gegenüber.

    Zum Thema problematische Reputation: Die Schmutzkampagnen sind ja leider keine einseitige Geschichte. Rund um die letzte Wahl würde mit so viel Dreck in alle Richtungen geschmissen, das war unerträglich und lag sicher zu einem nicht unerheblichen Anteil daran, dass es eine gehörige Schmutzkampagnen gegen Tönnies gab.

    Ich schließe mich den Worten von leoluca an (was mich skeptisch macht, ist wenn jemand behauptet, es ginge ihm nicht um Macht) und ergänze, was mich in Konflikten immer skeptisch macht, ist wenn jemand Geschichten erzählt, in denen die anderen alle Fehler gemacht haben und man selber die Unschuld in Person ist. Und so klingen nach wie vor alle Geschichten aller Beteiligten und genau darin liegt das Problem und eine Lösung ist nicht in Sicht. Schade.

  30. leoluca sagt:

    Ja, Rjonathan, so habe ich das aus dem letzten Sommer auch in Erinnerung: Schmutzkampagne. Es gab aus Teilen der sog. organisierten Fanszene und auch von einigen Leuten hier im Blog die deutliche Forderung an den Wahlausschuss, Clemens Tönnies erst gar nicht zur AR-Kandidatur auf der Mitgliederversammlung zuzulassen. Ein sehr eigentümliches Demokratieverständnis war das.

  31. crisscross04 sagt:

    @leoluca: Danke, das meinte ich bzgl. Wahlausschuss. Wahrscheinlich habe ich mich mal wieder undeutlich ausgedrückt. :-/
    @Roman: Danke für Deine Beiträge!

    Zum Rest meinen „konfusen“ Äußerungen: ;-)

    Ich entschuldige mich dafür, die Ultras GE in eine vermeintlich rechte Ecke gestellt zu haben. Ich habe mir da wohl etwas Falsches zusammengereimt. Wenn die Ultras im Stadion Schwule, Ausländer und sonstig Andersdenkende oder -fühlende aufs Übelste beschimpfen, habe ich das wohl in eine rechte Ecke verortet. Dem ist wohl nicht so… daher SORRY!

    @Torsten: Auch hier entschuldige ich mich. Ich war von einem anderen Verständnis ausgegangen.
    Natürlich ist mir bewusst, dass Du hier Deine persönliche Meinung kundtust.
    Und natürlich geht es den Ultras GE um die Verhinderung der Satzungsänderung. Die Frage ist nur „Warum“. Ich persönlich kann hier nur vermuten: Wahrscheinlich geht es um Machtverlust und eben nicht um die dargestellte „heilige Kuh“ eines Demokratieverständnisses.

    Ich war davon ausgegangen, dass Du trotzdem den Anspruch hast, zusätzlich zu Deiner persönlichen Haltung auch die Intention der Ultras GE komplett darzustellen und zu hinterleuchten. Dem ist wohl nicht so – daher SORRY!

    Um ehrlich zu sein, bin ich eben zu unwissend, dass ich mir keine Meinung zu dem Thema Satzungsänderung bilden kann, weil ich eben keine objektiven Berichte lese. Wenn ich mir den Film anschaue, dass macht das alles Sinn und man sollte die Satzungsänderung ablehnen. Aber das ist eben nur die eine Seite der Medaille. Und ich kenne die andere eben nicht. Ich weiß nur, dass die gesamten Gremien, Ausschüsse, Vorstände, etc. auch durch bestimmte Interessenverbände beeinflusst werden, die alle bestimmte, persönliche Ziele verfolgen. Und das Ganze ist eben ziemlich komplex und mir fehlt da der Durchblick. Daher war ja auch der Wunsch bei mir da, auch die Seite bzw. die Interessen der Ultras GE zu hinterleuchten. Aber nun gut. Es sind ja noch ein paar Tage Zeit.

    Ich wollte Keinem zu Nahe treten.

    In diesem Sinne schönen Abend.

  32. Ney sagt:

    @Altix

    Einzig das mitgliedergeführte Unternehmen bereitet mir massive Magenschmerzen,

    Dass wir Mitglieder den Club führen, wäre mir neu. Das macht immer noch der Vorstand unter der Aufsicht des Aufsichtsrats. Und der Vorstand wird nichtmal von den Vereinsmitgiedern direkt bestimmt.

    Wir reden oft darüber, wie toll und einzigartig unser Verein ist. Dabei wird viel zu oft aus den Augen verloren, dass dies vor allem unsere eigene, subjektive Wahrnehmung ist, die ein Außenstehender nicht notwendigerweise teilen muss (und das offensichtlich auch oft nicht tut).

    Die Leidenschaft und die Hingabe der Schalker Anhänger sind so ziemlich das wichtigste Pfund, womit Schalke bei der nationalen und internationalen Vermarktung wuchert. Man lese englischsprachige Interviews der entsprechenden Verantwortlichen wie Jobst. http://www.espnfc.us/club/scha.....l-fan-base
    Und mit diesem Pfund steigert er selbst in mauen Zeiten die Marketing- und Sponsorengelder. Das ist, wie der Blick von außen zeigt, eben nicht alles Selbstbespiegelung und Folklore, es ist eine wesentliche Basis der wirtschaflichen Existenz Schalkes im Fußballgeschäft (dass man heutzutage alles in bare Münze verwandelt, also und gerade auch Emotionen, kann man natürlich unterschiedlich bewerten).

  33. Altix sagt:

    @Ney: In der zweiten Hälfte deines Beitrags sehe ich keine Widersprüche in unseren Positionen. Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass die Leidenschaft und Hingabe der Fans ein wichtiges Pfund des Vereins sind.

    Mir ging es um etwas Anderes. Wenn man sich immer nur in seinem eigenen Mikrokosmos bewegt und ständig damit beschäftigt ist herauszustellen, warum Schalke so einzigartig ist, dann führt das u.U. zu einer gewissen Betriebsblindheit. Denn wie gesagt, Externe müssen diese Meinung nicht zwangsweise teilen. Mir geht es um die Frage: Was muss man tun, um aus einer guten Sache eine sehr gute zu machen?

    Wenn ich mich mit dieser Frage beschäftige, dann sind Schlammschlachten, wie wir sie in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt haben, fehl am Platz. Dann sind die Aktionen „so genannter Fans“, wie wir sie zum Ende der Breitenreiter Ära erlebt haben, vollkommen daneben. Dann sind auch Satzungsänderungsanträge, wie der jetzt zu entscheidende, völlig inakzeptabel.All diese Aktionen sind nicht geeignet, aus einem guten Verein einen sehr guten zu machen und um die Attraktivität für außenstehende Dritte zu erhöhen.

    Wie man an den Beispielen leicht erkennen kann, ist es eben auch nicht eine bestimmte Gruppe im Verein, die einer noch besseren Nutzung des Pfundes Fanbase im Wege stehen, sondern es sind viele (alle?) Gruppierungen daran beteiligt. Es mag naiv sein, aber ich fest davon überzeugt, dass wenn alle Beteiligten zunächst kritisch ihr eigenes Handeln hinterfragen anstatt wieder und wieder Nebenkriegsschauplätze im Verein zu eröffnen, dass wir dann der Beantwortung der Frage, warum Hochkaräter aus der Wirtschaft es sich nicht antun wollen, ihre Fähigkeiten und ihre Vernetzung auch im Verein Schalke04 einzubringen (s. Ausführungen von Roman oben), ein gutes Stück näher gekommen sind. Genau diese Frage war Ausgangspunkt meines Beitrags.

  34. Authentisch sagt:

    @crisscross04:

    Du schreibst sinngemäß, dass Du gerne die Intention der Ultras GE kennen würdest, um Dich richtig entscheiden zu können.

    Wenn es Dir darum geht, dass der WA amtierende AR-Mitglieder (und das schließt den AR-Vorsitzenden mit ein) von einer Wiederwahl ausschließen könnte, kann Dir die Intention anderer bei dieser Entscheidung scheißegal sein.
    Um es nochmal zu verdeutlichen:
    1. Die Möglichkeit des WA, amtierende AR-Mitglieder nicht wieder zu nominieren, kann man mit einer 2+2 – Regelung aus der Welt schaffen. Punkt. Das ist so.
    2. Der Vorschlag des AR, zusammen mit Vorstand und diversen anderen Vereinsgremien, löst dieses Problem nicht. Punkt. Das ist so.

    Denn auch mit diesem Vorschlag müssen alle erstmal durch den WA, bevor sie sich auf der MV präsentieren können. Der Vorschlag ist schlicht und ergreifend das falsche Werkzeug, um dieses Problem in der Satzung zu beheben.
    Wenn Du in Deiner Wohnung eine Schraube reindrehen willst, dann nimmst Du ja auch keinen Hammer.

  35. ReinerEdelmann sagt:

    @crisscross04,

    Was ist momentan los?

    „Ich entschuldige mich dafür, die Ultras GE in eine vermeintlich rechte Ecke gestellt zu haben. Ich habe mir da wohl etwas Falsches zusammengereimt. Wenn die Ultras im Stadion Schwule, Ausländer und sonstig Andersdenkende oder -fühlende aufs Übelste beschimpfen, habe ich das wohl in eine rechte Ecke verortet. Dem ist wohl nicht so… daher SORRY!“

    Ich bin hier nicht der Anwalt der Ultras GE, aber diese „Entschuldigung“ ist so vergiftet, ätzend und peinlich, dass ich nur den Kopf schütteln kann.
    Da diese „Thematik“ nur eine Randerscheinung ist und nichts zum Thema beiträgt, ist sie nun für mich erledigt.
    Aber: Ausfälle dürfen nicht nur ignoriert werden.

  36. Pukki1904 sagt:

    Die Figur des Films ist so gezeichnet als ob alle Fans gleich seien: Der gut meinende und nur das Beste für Schalke wollende Fan.
    Tim gegenüber stehen „die da oben“: Die Vorstände und der AR mit einigen ganz üblen Zeitgenossen. Die Fans an sich sind alle gut, „die da oben“ sind alle schlecht und wollen Tims Verein kaputt machen.
    Welch ein Bild von einem Verein, der soviele unterschiedliche Mitglieder hat und der sich als demokratisch versteht, wird da eigentlich gezeichnet?

    Die gesamte Debatte, auch in den Schalker Foren und zum Teil hier im Blog geht aus meiner Sicht von einer Verschwörung aus, die CT im Verborgenen angezettelt hat und immer noch weiter betreibt.
    Eine solche Art der Diskussion, mit diesen Unterstellungen, führt ins Nichts, weil sie andere Meinungen die darüber hinausgehen, nicht zulässt.
    Meiner Meinung nach, geht es um einen Machtkampf auf beiden Seiten. Mit dem habe ich, als Mitglied und Fan des Vereins, nichts zu tun. Ich bin nämlich nicht Tim.
    Außerdem glaube ich seit letztem Jahr, nach den unsäglichen Kampagnen der „wahren Schalker“, nicht mehr, das diese keine eigenen Machtansprüche haben, die destruktiv sind und dem Verein auf Dauer schaden können. Die gesamte Kampagne um den diesjährigen Antrag, der auch unsäglicherweise noch durch den Titel „Erdogan Antrag“, die Autokratie in der Türkei banalisierte, geht mir absolut gegen den Strich.
    Der Verein ist ein demokratisches Organ, dessen Mitglieder unterschiedliche Meinungen und Vorstellungen haben, die sie einbringen dürfen, ohne dafür abgestraft zu werden. Auch andere Einschätzungen zur Vereinspolitik verdienen Respekt. Es gibt tatsächlich noch andere Farben als schwarz und weiß, und die Welt ist nicht so schlicht, wie viele sie gerne hätten.

  37. Torsten sagt:

    Wer straft denn ab und wer darf was einbringen?

    Normalerweise stellt man einen Satzungsänderungsantrag. Der wird im Kreisel vorgestellt, der wird auf der MV angesprochen und dann wird darüber abgestimmt. Dieser Antrag nun wurde von den Funktionären des Clubs gestellt, und sie haben die Medienmacht des Clubs dazu verwendet, für ihn zu werben. Ich finde das ungehörig, gar schändlich. Es gab WAZ-Texte, die mit der Überschrift „Schalke reformiert den Wahlausschuss“ versehen waren. So sollte es ankommen, als müsse gar nicht mehr abgestimmt werden, als sei das schon richtig, wenn doch die ganzen Profis im Club das so wollen.

    Aber es gibt eben nicht wenige, vermutlich sogar sehr viele, die sich nicht derart bevormunden lassen möchten. Leider ist diese Basis tatsächlich nicht organisiert. Deshalb wird viel geschrien und gezetert. Diesen „Erdogan“-Titel finde ich auch furchtbar. Aber dafür kann ich nichts. Ich kann nur meine Meinung mit meinen Worten wiedergeben.

    Und das Filmchen stellt eben die Gegenposition dar. Natürlich wird dabei nicht auf Leute eingegangen, die den Antrag irgendwie mittel finden. Wie sollte das gehen? Ich mag sehr, dass der Film doch sehr sachlich ist, und dass er den Inhalt des Antrags absolut richtig wiedergibt.

  38. Altix sagt:

    Hat hier jemand Zugriff auf WAZplus? Da ist heute ein Artikel erschienen, der vielleicht etwas mehr Aufschluss über die Beweggründe gibt: https://www.waz.de/sport/fussball/s04/schalker-finanzchef-vertrauen-ist-etwas-verloren-gegangen-id210997391.html. Das Gestammel von Dr. Langhorst war diesbezüglich ja völlig unbrauchbar. Zumindest der Titel des Artikels lässt vermuten, was viele ohnehin angenommen haben.

  39. Ney sagt:

    Ist auch bei Reviersport http://www.reviersport.de/3539.....angen.html

    u.a. zum Aufsichtsrat

    Die handelnden Personen haben bei solchen Fragen auch früher oft sehr lange gerungen, um eine Entscheidung zu finden, die die beste für Schalke 04 ist. Was aber immer der Fall war: es standen alle zusammen und hatten Vertrauen zueinander. Das ist leider ein wenig verloren gegangen.

    Wahlausschuss und mittelbar Aufsichtsrat sollen anscheinend auf Konformität getrimmt werden. Vielleicht sollten sie ihre interne Kommunikation verbessern und z.B, auf juristische unhaltbare Aktionen verzichten. Nur weil aktuell A und B mit C nicht können, muss doch nicht die Satzung umgeworfen werden.

    Wieso Peters als Vorstandsmitglied da schon wieder reinfingert, wo es um die Gremien geht, die ihn beaufsichtigen sollen, ist mir auch diesmal nicht so klar.

  40. Uwe sagt:

    Mir gefällt der Antrag. Ich habe noch erlebt, wie Siebert von den ach so mündigen Mitgliedern zum Präsidenten gewählt wurde.

  41. Ney sagt:

    Und was hat das konkret mit dem kritisierten Antrag zu tun?

  42. leoluca sagt:

    Wie unterschiedlich man die Kontroversen zwischen Vorstandsetage und kritischen Fangruppen auch sieht, wie sehr einem die vielen Feind- und Schwarzweiß-Bilder auf die Nerven gehen und wie sehr die Machtkämpfe natürlich auf beiden Seiten ablaufen – es sollte und darf nicht der Aufsichtsrat selbst sein, der entscheidet, wer künftig zur Kandidatur wieder zugelassen werden darf und wer nicht. Solange das der Wahlausschuss tun soll, muss eben dieser WA möglichst unabhängig vom Aufsichtsrat sein.

    Deshalb kann man m. E. diesem Antrag nicht zustimmen.

    Ich bin trotzdem der Meinung, dass der Wahlausschuss ein komisches Konstrukt ist, das mich nicht wirklich überzeugt. Denn auch der Wahlausschuss ist gelenkte Demokratie. Warum können sich AR-Kandidaten nicht direkt auf der MV zur Wahl stellen? Formale Voraussetzung könnte zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Mitgliederstimmen sein, die diese Kandidatur unterstützen. Warum wird nicht jedem amtierenden AR-Mitglied nach Ablauf der Amtszeit automatisch die Möglichkeit gegeben, sich wieder zur Wahl auf der MV zu stellen?

    Das wäre deutlich demokratischer als dieses Verfahren des WA, der zwar auch demokratisch von der MV gewählt wird, der aber dann eine von der Mitgliederversammlung unkontrollierte große Macht ausübt.

  43. Rjonathan sagt:

    @leoluca
    Ja, das sind die richtigen Gedanken. Der WA agiert sogar nicht nur von der MV unkontrolliert, sondern im Grunde komplett unkontrolliert. Entsprechend groß auch das Misstrauen von allen Seiten gegenüber diesem Gremium.

  44. Authentisch sagt:

    Das ist doch gerade das Gute am WA, dass er unkontrolliert ist; also mit anderen Worten von niemandem kontrolliert wird.
    „Unkontrolliert“ ist in diesem Fall nur ein anderes Wort für „unabhängig“. Und das ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass der WA die für Schalke beste Entscheidung treffen kann.

  45. leoluca sagt:

    Unabhängig, unkontrolliert vom Willen der Mitglieder, von der Basis ihrer Macht, entscheiden zu können – davon träumen alle Bürokraten. Demokratie ist halt ziemlich lästig und hält nur auf.

    Danke für diese Offenheit. Echt authentisch.

  46. Authentisch sagt:

    Wenn man sich mal die anderen Anträge für die MV anguckt, fällt auf, dass nicht nur beim oben genannte Antrag sowohl 7 Mitglieder des AR als auch der komplette Vorstand die Antragsteller sind.

    Auch die Anträge zur Änderung genehmigungspflichtiger Geschäfte und zur Änderung der Beitragsordnung wurden von den gleichen Personen gestellt.
    So stelle ich mir unabhängig agierende Vereinsgremien nicht vor.
    Vor allem, wenn der AR die Aufsicht über die Vorstände führen soll.

    Wenn man sich jetzt mal die Inhalte der Anträge anguckt, sind sie beim ersten Antrag zum Vorteil des AR und beim zweiten (genehmigungspflichtige Geschäfte) zum Vorteil des Vorstandes. Das riecht schon nach Kungelei.

    Wobei ich den Antrag der genehmigungspflichtigen Geschäfte sehr sinnvoll finde. Da hätte man die Grenze gerne auch auf 1 Mio. od. 2 Mio. € anheben können.

    @leoluca:
    Der WA wird von den Mitgliedern gewählt, ist demnach diesen gegenüber verpflichtet, aber sonst keiner anderen Interessengruppe. Bitte meine Worte nicht absichtlich falsch verstehen.

  47. leoluca sagt:

    Entschuldige bitte meine polemische Bemerkung, authentisch. War nicht persönlich gemeint.

  48. Authentisch sagt:

    Der umstrittene Antrag ist lt. Schalker Homepage zurückgezogen worden. Das Beste, was man mMn jetzt noch machen konnte.
    Somit verhindert man zumindest eine krachende Abstimmungsniederlage und evtl. weitere schädliche Diskussionen unter den Schalkern.
    Hätte man aber auch schon früher haben können.

    @leoluca: Geht klar!

  49. Rjonathan sagt:

    @Authentisch
    Es gibt einen Unterschied zwischen „Unkontrolliert“ und „Unabhängig“. Zeitungen sind zum Beispiel auch unabhängig. Sie unterliegen aber der Kontrolle der Presseaufsicht. Gemeint ist dabei nicht Kontrolle im Sinne von „die Kontrolle über den Wagen haben“ – und diesen damit lenken – sondern den Fahrschein kontrollieren. Es gibt halt überhaut kein Berichtswesen rund um den Wahlausschuss. Und dadurch versteht man von außen nicht, wer da wie die Entscheidungen gefällt hat und welche Entscheidungen überhaupt zu fällen waren. Ein wenig mehr Transparenz wäre da schon interessant.

  50. Authentisch sagt:

    @Rjonathan
    Mit dem ersten Teil Deiner Aussage hast Du natürlich recht. Ich habe in der Antwort auf leoluca schon erklärt, wie es gemeint war: nicht kontrolliert von einer Interessengruppe und damit unabhängig.
    Die Mitglieder des WA sind natürlich der MV gegenüber verantwortlich, und werden wieder abgewählt, wenn sie Mist bauen.
    Die einzige weitere Kontrolle ist meines Wissens nur Gerd Rehberg, der als Ehrenvorsitzender an den Sitzungen teilnehmen darf.

    Transparenz ist grundsätzlich eine feine Sache, vor allem in Bezug auf die Finanzen. Ich fände mehr Transparenz über die Planungen für die neue Saison auch gut, über die Verhandlungen mit neuen Spielern etc.
    Auch fände ich Transparenz über den Aufsichtsrat gut. Mich würde sehr interessieren, wie die Sitzungen ablaufen, wie es zu dem Streit gekommen ist, wer da jetzt recht hat, wer sich unversöhnlich gezeigt hat und wer den Streit so hat eskalieren lassen.
    Auch warum der Ehrenhat und der Wahlausschuss seine Entscheidungen getroffen haben bzw. wie er zu diesen Entscheidungen gekommen ist, würde mich sehr interessieren.
    Das bekommen wir allerdings nicht. Und ich kann damit leben, weil dann alles in der Öffentlichkeit diskutiert, jede Entscheidung seziert und kritisiert würde. Gerade unter Schalkern gibt es sehr viele verschiedene Meinungen.

    Bezogen auf den WA fände ich eine öffentliche Diskussion über einzelne Entscheidungen und Entscheidungsfindungen schädlich, weil die Mitglieder des WA dadurch ihre Unabhängigkeit verlieren würden.
    Gerade im lezten Jahr gab es sehr viele Gerüchte über den WA, aber der WA selber hat sich daran nicht beteiligt und keiner der 7 Mitglieder hatte sich dazu geäußert. Das fand ich eine sehr gute Entscheidung.

  51. Rjonathan sagt:

    @Authentisch

    Ja, Transparenz ist kein Allheilmittel und hat auch Nachteile, die du benennst. Ich wollte mich auch nicht für eine absolute Transparenz aussprechen. Man müsste sich im Detail aber mal überlegen, ob ein gewisses Berichtswesen vielleicht etwas Druck aus dem Kessel nehmen könnte. Zum Beispiel „Gesamt-Anzahl der Bewerber“. Wenn solche Informationen allerdings nur zu noch mehr Verschwörungstheorien einladen, wäre das natürlich kontraproduktiv.

  52. Roman sagt:

    „. Zum Beispiel „Gesamt-Anzahl der Bewerber“

    Das ist genannt worden. Im letzten Jahr meine ich 14 oder 15 Bewerber. Stefan Schorlemmer hat in seiner Rede jetzt davon gesprochen, dass sich die Bewerberanzahl halbiert hätte.

  53. Rjonathan sagt:

    @Roman
    Ah, danke für den Hinweis. Wäre halt interessant sich zu überlegen, ob gewisse Berichte aus dem WA formalisiert werden sollten. Ist auch nur eine allgemeine Idee, ich habe da keine konkreten Gedanken, dafür müsste ich auch mehr über die Arbeit des WA wissen. Insofern war „Anzahl der Bewerber“ nur ein Beispiel.

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