Ein Fehler und der Kniff des Clemens T.

Bemerkungen zur S04 Mitgliederversammlung 2017

Die Mitgliederversammlung 2017 des FC Schalke 04 ist in den Büchern. Letztlich gab es weniger Aufregung als erwartet. Der neue Trainer redete selbst und frei und sympathisch, er kam gut an. Dem Vorstand Sport nahm man seine Erklärung zur Trainerentscheidung ab. Bemerkenswert war, wie die wichtigste Entscheidung entschärft- und dass die wichtige Wahlausschuss-Wahl von den Mitgliedern aus Versehen erschwert wurde.
 
 
Der Kniff des Clemens T.

Das heißeste Thema im Vorfeld war der Antrag auf Satzungsänderung, welche den Wahlausschuss verändern sollte. Wer sich halbwegs für dieses Thema interessierte konnte schnell mitbekommen, dass der Antrag in der Mitgliedschaft auf viel Widerstand traf. Dies blieb auch den Antragstellern nicht verborgen. Doch statt eine Niederlage einzugestehen und den Antrag vorbehaltlos zurückzuziehen, wendete der Aufsichtsrat um Clemens Tönnies einen Kniff an.

Clemens Tönnies erklärte, dass man die Stimmung gegen diesen Antrag wahrgenommen hätte, und schlug vor, abstimmen zu lassen, ob dieser Änderungsantrag überhaupt behandelt werden solle. Dabei stellte er der Abstimmung die Alternative gegenüber, den Antrag unter Beteiligung der Kritiker zu überarbeiten und im kommenden Jahr wieder vorzulegen.

Das Plenum wollte den Antrag verhindern und nahm die Alternative mit großer Mehrheit an. Clemens Tönnies gelang es damit, zunächst nicht als Verlierer dazustehen, und sich außerdem von der Mitgliederversammlung das Einbringen eines weiteren Versuchs im nächsten Jahr legitimieren zu lassen. Ein starker Politiker-Move, in einer Situation, in der eine krachende Niederlage bevorstand.
 
 
Der Fehler der verschobenen Tagesordnung

Ein wichtiger Teil der Mitgliederversammlung war die Wahl des Wahlausschusses. Diese fand leider erst zu einem solch späten Zeitpunkt statt, dass die Versammlung bereits arg ungeduldig war und die Vorstellung der Kandidaten sicher auch ganz gecancelt hätte, wäre dies von jemandem vorgeschlagen worden. Statt der regulären drei Minuten blieben jedem Kandidaten letztlich nur 1:30 Minunten, um sich zu erklären. Das Publikum war unaufmerksam und unruhig, das Ganze war der Wichtigkeit nicht würdig.

Schuld daran war ich selbst, als einer von 55%, die einem Antrag auf Änderung der Tagesordnung zustimmten. Der Antragsteller Giuseppe Renna beantragte, den Punkt „Aussprache“ gleich hinter die Berichte der Vorstände und vor die Abstimmungen zu verlegen. Die Idee war, sich Auszusprechen, bevor die wichtigen Entscheidungen gefällt würden. Mir schien das plausibel und gut.

Giuseppe Renna selbst hatte auch einen Wortbeitrag in dieser Aussprache und forderte die Clubfunktionäre auf, den Satzungsänderungsantrag zum Wahlausschuss zurückzuziehen. Was (auch) ich nicht bedacht hatte war, dass in diesen Aussprachen aber wahnsinnig viele Redner eben nichts redeten, was einen vor einer Abstimmung weiterbringt. Stattdessen mussten sich der neue Trainer, der Sportvorstand und auch die Versammlung von schalkebemützten Fans erklären lassen, wie man künftig doch besser spielen könne, dass die Ecken schlecht kämen oder dass man doch Kontinuität bräuchte. Pro forma demokratisch, denn schließlich darf jeder sagen was er will. Tatsächlich aber ganz viel Mumpitz, der den wichtigeren Tagesordnungspunkten den Zeitkorridor in der Phase des Tages nahm, da das Plenum noch zu Aufmerksamkeit fähig gewesen wäre.



87 Kommentare zu “Ein Fehler und der Kniff des Clemens T.”

  1. SpeedGlas sagt:

    Ich habe auch der Änderung der Tagesordnung zugestimmt, weil es mir sinnvoll erschien sich erst auszusprechen. Was bei der Aussprache herumkam war natürlich nicht alles das gelbe vom Ei. Vielleicht ist die Idee gar nicht so schlecht, dass die Leute, die einen Redebeitrag haben ihn auch vorher einreichen. Dann kann man sich so Kollegen ersparen die meckern, weil man nur zehnter geworden ist. Dagegen finde ich nämlich solche Beiträge, wie den über den katastrophalen Zustand beim Kartenkauf im Internet wesentlich wichtiger, weil er sehr viele Schalker betrifft und genau an einem solchen Ort bzw. Zeitpunkt angesprochen werden kann. Auf der JHV sollten vereinstechnische Belange auf den Tisch kommen und nicht über den abgelaufenen Zirkus auf dem Platz diskutiert werden. Dafür gibt es genug Internetforen und Kneipen.
    Bemerkenswert finde ich in diesem Zusammenhang den jungen Mann, der den Einwand brachte, dass jeder der zum ersten Mal Mitglied bei Schalke wird und Mitglied in einem Fanclub ist ein Jahr lang keine Mitgliedszahlungen leisten muss, damit dieser Passus nicht ausgenutzt werden kann. Eine Mitgliedschaft bei Schalke ist kein Skyabo das man nach Belieben kündigt und wieder neu abschließt, nur um Geld zu sparen.

  2. CarstenS04 sagt:

    Aus Prinzip dagegen….Warum kann man nicht einfach mal das Ding durchziehen?

    Ich habe gegen die Änderung gestimmt weil die Wortmeldungen doch wie immer zu 70%, wie schreibst du, Mumpitz sind….

    Deswegen dauert es dann 7 Stunden was man auch in 5 hätte besprechen können.

    Na… Egal, möge die neue Saison beginnen, ich freue mich drauf

  3. Der Hans sagt:

    Ich habe auch gegen die Änderung der Tagesordnung gestimmt (korrekt: für die Beibehaltung der geplanten Ordnung), da ich nicht glaubte, viele dem Thema Wahlen inhaltlich förderliche Beiträge zu hören zu bekommen. Die Vorahnung stellte sich als begründet heraus, es war doch wieder viel „Ich bin der bessere Trainer“ und „Ich habe als Einziger die echten Schwachstellen erkannt“ dabei.

    Dass allerdings die JHV in 5 statt 7 (13 bis 19 Uhr sind für mich allerdings 6 ;-)) Stunden vorbei gewesen wäre, glaube ich nicht, da bei nicht-Vorziehen der Aussprache die Redezeit der WA-Kandidaten nicht auf 1:30-2:00 Minuten gekürzt worden wäre.

    Neben der Trainerwechselerklärung Heidels möchte ich noch einmal die Entschuldigung Jobsts erwähnen, die für mich definitiv nicht nach einem zurückgezogenen Testballon, sondern ehrlichem Eingeständnis eines Fehler klang. Ein wirklich guter Mann, der sein Marketing-Fach versteht und anzuwenden weiß. Das Umbro-Video kam zwar etwas dick aufgetragen daher, aber wenn Jobst lächend erwähnt, dass die veröffentlichten (Bild-)Zahlen nicht stimmen kann das nur gut für den Verein sein.

  4. Rjonathan sagt:

    Zum Thema Wahlausschuss – weiß jemand eigentlich, welche der gewählten Kandidaten „oppositionell“ eingestellt sind?

  5. Torsten sagt:

    Zum Thema Wahlausschuss – weiß jemand eigentlich, welche der gewählten Kandidaten „oppositionell“ eingestellt sind?

    Oppositionell gegenüber dem Satzungsänderungsantrag und einer erneuten Reform des Wahlausschusses: 7 von 8. Nur Mathias Schipper fand die Idee dieser Änderung prima.

    Ein „insgesamt immer oppositionell“ gibt es einfach nicht, deshalb lässt sich das so nicht sagen. Stephan Kleier beispielsweise ist Mitglied der Ultras GE, könnte also wohl als „dagegen“ eingeordnet werden. Er vertrat andererseits vor 2 Jahren das Ergebnis zum damaligen „Satzungsänderungspaket“, das von Vorstand und Fans gemeinsam ausgearbeitet wurde, auch gegen die Kritik von anderen Fans.

  6. Ney sagt:

    Ich weiß nicht, was oppositionell konkret sein soll. Fast alle Gewählten haben sich eindeutig zu Schalke, dem Leitbild und einer funktionierenden Aufsichtsratsarbeit bekannt (und bei denen, die es nicht ausdrücklich gemacht haben, unterstelle ich einmal die gleiche Einstellung). Was die sonstigen Schalke-bezogenen Aktivitäten angeht, Stephan Kleier ist u.a. in der Fan-Initiative. Anja Wortmann und Stefan Schorlemmer sind bei den Supporters. Thorsten Altfeld, Maik Deinert haben sich in der Vergangenheit mitunter kritisch gegenüber der Aufsichtsratsmehrheit geäußert, falls das mit „Opposition“ gemeint sein soll; Schorlemmer wurde 2014 von „Schalke.V.ereint“ unterstützt.

    Mathias Schipper, Astrid Erlebach und Michael Zylka (deren beider Wahl mich etwas verwundert hat) kann ich nicht einordnen; Zylka war 2014 auf den SFCV-Ticket.

    NB, dass 2 von 8 Gewählten weiblichen Geschlechts sind (Ewa-Maria Lewkowicz knapp gescheitert), ist mal zur Abwechslung nicht schlecht, der Laden (Vorstand und 2. Ebene, Aufsichtsrat, Wahlausschuss bislang, „Ehrenrat“) ist extrem jungenslastig.

  7. Roman sagt:

    Ich muss sagen, dass ich insbesondere über zwei Themen dieser Mitgliederversammlung noch nicht hinweg bin.

    1) Ein Bericht des Aufsichtsrats – nach der Aussprache über die Berichte der Gremien -, der aus einer eindeutigen „Machtgrätsche“ des Aufsichtsratsvorsitzenden bestand.

    2) Ein Ehrenrat, der sich offenbar über geltende Gesetze in Deutschland hinwegsetzen möchte und nicht akzeptiert, einen (oder zwei) Fehler gemacht zu haben und dies auch noch damit argumentiert, dass man zu fünft im Gremium wäre, aber darüber nur ja nur ein „Einzelrichter“ entschieden hätte.

    Wer sich die Urteile mal anschaut, wird schnell feststellen, dass diese so etwas von eindeutig sind, dass jeder (!) Richter in Deutschland zu dem gleichen Ergebnis gekommen wäre. Schade auch, dass sich das neue Mitglied im Ehrenrat, der Richter Götz Bock, nicht der Mitgliederversammlung vorgestellt hat.

    Alles sehr denkwürdig.

  8. Rjonathan sagt:

    Danke, das ist doch schon recht aufschlussreich. Ich hatte das „oppositionell“ ja bewusst in Anführungsstriche gesetzt.

    Zylka hat vor vielen Jahren einige Interviews gegeben, die ich recht aufschlussreich fand.

  9. Stollengewitter sagt:

    Muss sagen dass es insgesamt vom Ergebnis her eine gar nicht mal so üble Veranstaltung war. Wichtig ist mir dass die Herren Hefer und Reipen erstmal keine Funktion mehr in unserem Verein ausüben. Trotzdem haben die Mitglieder einen kritischen Wahlausschuss, der sicher nicht der Traum unserer etablierten Aufsichtsräte ist zusammen gestellt. Freu mich auch sehr dass Uwe Kemmer wieder in den Aufsichtsrat gewählt wurde.

  10. diospeo sagt:

    Ich behalte die gestrige Mitgliederversammlung überwiegend positiv in Erinnerung – ein neuer Trainer, der Mut macht, ein neuer Ausrüster, der zu uns passt, u. a. Sehr zufrieden bin ich über die neuen gewählten Aufsichtsräte – Hefer auf der einen Seite hatte dort nichts mehr verloren, aber auch Langhorst ist zurecht abgewählt worden. Hoffe, dass es hier jetzt ein wenig geordneter weitergeht.

  11. Netsmurf sagt:

    Es war dann doch keine richtige Schlammschlacht, nicht einmal das hat Schalke diese Saison hinbekommen ;-)
    Ich hoffe jeder erkennt den Funken Ironie meiner Aussage!

    Ich habe bei der Änderung der Tagesordnung gar nicht mitgestimmt. Das eine Aussprache vor einer Wahl erfolgen soll erscheint logisch, aber bei einer Veranstaltung mit 10.000 Teilnehmer und einer umfangreichen Tagesordnung sind die dann letzten Punkte aufgrund der schwindenden Konzentration und Ausdauer der Teilnehmer erheblich benachteiligt.

    Bei der Vorstellung der Wahlausschußkandidaten habe ich mich selber dann auch anderweitig unterhalten. Als Entschuldigung kann ich aber anführen, das ich mich im Vorfeld bereits über die Kandidaten schlau gemacht habe, sofern ich sie nicht schon kannte.
    In der Reihe hinter mir saßen zwei jüngere Schalker, die am Ende der 23 Vorstellungen ganz offen gesagt haben, das Sie jetzt gar nicht mehr wüßten, wenn Sie wählen sollten. Ich habe denen dann die Barta-Liste als Orientierungshilfe an die Hand gegeben, mit dem eindeutigen Hinweis, das dieses nur eine Empfehlung sei. Dann lieber so, als das aus Bequemlichkeit nur die ersten 8 Kandidaten angekreuzt werden.

    Was mich beim Herr Reipen etwas nervös macht, könnte das Gewitter seiner Frau sein, die ob der Abwahl irgendwelche Intrigen/Szenarien über Ihren Blog in die Welt setzen könnte. Ich glaube das gerade das dieser Umstand, das es eben seine Frau ist, dazu geführt hat, das man Ihm kein weiteres Mandat mehr erteilen möchte. Aufgrund seiner Rede wäre ein Platz unter den ersten 8 möglich gewesen. Aber das ist nur meine Meinung und kein Fakt!

    Insumme bin ich zufrieden, fast alle meiner Kreuzchen haben richtig gesessen. Ich bin dann wohl auch nur Mainstream, womit ich aber gut leben kann.

    Hoffen wir, das der AR nächstes Jahr nicht wieder einen Satzungsänderungsantrag aus dem Hut zaubert, der uns wieder so emotional berühren wird.

    Bis dahin wünsche ich unseren neuem Trainer eine glückliche Hand beim führen der Schalker Knappen. Mit sportlichem Erfolg ist so eine Veranstaltung deutlich kürzer zu gestalten ;-)

    Glück Auf
    Netsmurf

  12. Andreas sagt:

    Auch wenn bei der Aussprache mindestens zur Hälfte Unsinn erzählt wurde, waren doch einige Fragen dabei die interessant waren. Weiß einer warum nichts beantwortet wurde? Die letzten Jahre was es doch so, dass sich Vorstand oder Aufsichtsrat zumindest kurz rechtfertigten. Die ein oder andere Antwort hätte ich schon gerne gehört.

  13. sandsturm sagt:

    Mein Eindruck der letzten Jahre war eher der, dass in der Regel auf Fragen nicht geantwortet wird.
    Erst wenn sich Unmut in der Versammlung geregt hat (Pfiffe, Zwischenrufe) oder der Fragesteller nochmal bohrend nachgefragt hat wurde eventuell geantwortet.

  14. Andreas sagt:

    Wenn das die Regel wird dann kann man sich die Nummer mit der Aussprache doch ganz sparen. Sehe den Sinn so überhaupt nicht!

  15. Carlito sagt:

    Mein Resümee zur MV:

    Heidel, Tedesco und insbesondere Jobst hatten einen sehr guten Auftritt. Jobst für mich ehrlich gesagt der Mann im Vorstand, der wohl der größte Profi seines jeweiligen Bereichs ist.

    Hatte auch für die Änderung der Tagesordnung gestimmt, analog Torstens Begründung. Rückblickend die falsche Entscheidung.

    Bzgl. der vorherigen Anmeldung von Redebeiträgen, sollen diese nur gesichtet, oder auch ggf unterbunden werden? Dies fände ich im Sinne des Vereinsrechtes und der Vereinsdemokratie nicht wirklich gut. Auch wenn bei manchem Beitrag sicherlich ein gewisser Fremdschämfaktor vorhanden ist.

    Was meiner Meinung nach gar nicht ging, waren die Angriffe von Clemens Tönnies vor den Wahlgängen auf Hefer (AR) und Deinert (WA). Für mich ein absolutes No-Go!

  16. leoluca sagt:

    Was an dem Beschluss der MV, den Satzungsänderungsantrag zur Besetzung des Wahlausschusses nicht zu behandeln, sondern ihn stattdessen bis zum nächsten Mal unter Beteiligung seiner Kritiker zu überarbeiten und dann der MV wieder vorzulegen, tricky sein soll, erschließt sich mir nicht. Der Antragsteller hat frühzeitig eingesehen, dass er mit seiner Änderungsidee auf der MV und gegen seine Kritiker nicht durchkommt, weil viele diese für undemokratisch halten. Also schlägt er einen Kompromiss vor, bei dem eine Mehrheit mitgehen kann.

    Dass die bunte Vereinsopposition lieber eine krachende Niederlage des Vorstandes in der Antragsfrage und damit gerne Clemens Tönnies auch mal als Verlierer auf der MV erlebt hätten, kann ich ja verstehen.

    So aber besteht jetzt die Chance, sich dieses komische Konstrukt „Wahlausschuss“ noch mal etwas kritischer anzuschauen, um es vielleicht etwas gründlicher zu reformieren.

    Denn dieser Wahlausschuss ist in der jetzigen Form nichts anderes als gelenkte Demokratie. Warum können sich AR-Kandidaten nicht direkt auf der MV zur Wahl stellen? Formale Voraussetzung könnte zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Mitgliederstimmen sein, die diese Kandidatur unterstützen. Warum wird nicht jedem amtierenden AR-Mitglied nach Ablauf der Amtszeit automatisch die Möglichkeit gegeben, sich wieder zur Wahl auf der MV zu stellen? Das wäre deutlich demokratischer als dieses Verfahren des WA, der zwar auch demokratisch von der MV gewählt wird, der aber dann eine von der Mitgliederversammlung unkontrollierte große Macht ausübt.

    Ich zitiere Rjonathan aus dem Antrags-Thread: „Der WA agiert sogar nicht nur von der MV unkontrolliert, sondern im Grunde komplett unkontrolliert. Entsprechend groß auch das Misstrauen von allen Seiten gegenüber diesem Gremium.“

  17. Ney sagt:

    Was meiner Meinung nach gar nicht ging, waren die Angriffe von Clemens Tönnies vor den Wahlgängen auf Hefer (AR) und Deinert (WA). Für mich ein absolutes No-Go!

    Im Falle Deinert ging das eher nach hinten los. Dasselbe wäre womöglich auch in Bezug auf Hefer passiert, aber dieser hat sich eher selber durch seine Kandidatenrede um seine Chancen gebracht. Ob zu Recht oder zu Unrecht, er kam rüber als jemand, der von persönlichen Animositäten geleitet ist und endlos für Streit sorgen würde.

  18. Ney sagt:

    Was an dem Beschluss der MV, den Satzungsänderungsantrag zur Besetzung des Wahlausschusses nicht zu behandeln, sondern ihn stattdessen bis zum nächsten Mal unter Beteiligung seiner Kritiker zu überarbeiten und dann der MV wieder vorzulegen, tricky sein soll, erschließt sich mir nicht.

    Die Mitglieder hätten den Antrag scheitern lassen. Man hätte ihn zurückziehen können. Stattdessen hat man auf die Schnelle ein „Wiedervorlage“-Votum durchgeführt.

    Denn dieser Wahlausschuss ist in der jetzigen Form nichts anderes als gelenkte Demokratie. Warum können sich AR-Kandidaten nicht direkt auf der MV zur Wahl stellen?

    „Nichts anderes“ ist vielleicht ein bißchen hochgegriffen. Die Mitglieder wählen einen Ausschuss, dem sie die Aufgabe anvertrauen, die Bewerber zu überprüfen und die Geeignesten auszuwählen.

    Warum wird nicht jedem amtierenden AR-Mitglied nach Ablauf der Amtszeit automatisch die Möglichkeit gegeben, sich wieder zur Wahl auf der MV zu stellen?

    Das bisherige Wahlausschuss-Mitgied Reipen sagte, wenn ich mich recht erinnere, das sei vorgeschlagen worden, aber der Aufsichtsrat sei darauf nicht eingegangen. Was da genau ablief, wäre mal interessant zu wissen.

    Entsprechend groß auch das Misstrauen von allen Seiten gegenüber diesem Gremium.

    Eigentlich nur von einer Seite. Das ging dann bis zu persönlicher Bedrohung https://www.derwesten.de/sport/fussball/s04/schalke-wahlausschuss-mitglieder-persoenlich-bedroht-id11877860.html

  19. Roman sagt:

    Vielleicht kann ich da etwas Klarheit reinbringen.

    Es ist bekanntlich schon öfter kritisiert worden, dass der Wahlausschuss nach aktueller Satzung die Möglichkeit hat, auch bereits von der Mitgliederversammlung gewählte Aufsichtsräte nicht erneut zuzulassen. So auch geschehen bei Prof. Till Zech und vor zwei Jahren bei Uwe Kemmer und Ingolf Müller.

    Es gibt m.E. sowohl Pro- als auch Contra-Argumente für eine solche Regelung.

    Im vergangenen Jahr wurde von Fans/Mitgliedern die Sorge geäußert, der Wahlausschuss hätte sich quasi verschworen und spiele mit dem Gedanken, Tönnies (und auch Lange) nicht zuzulassen. Daraufhin ist Druck ausgeübt worden. Über die Presse, über den Aufsichtsratsvorsitzenden, über den Vorstand (Peter Peters, Jobst) und über den Ehrenpräsidenten Rehberg.

    Beide wurden bekanntlich zugelassen. Der Wahlausschuss hat sich zwar zu dem Druck geäußert und ihn kritisiert (das Ganze ging ja auch bis zu anonymen Telefondrohungen des Wahlausschussvorsitzenden, s.o.), aber nie zu den internen Beratungen, was auch vollkommen richtig ist.

    Es wäre also eine Möglichkeit gewesen, die Satzung dahingehend zu ändern, dass einmal von der Mitgliederversammlung gewählte Aufsichtsräte nicht erneut vom Wahlausschuss zu prüfen sind.

    Eine solche Regelung hätte den Wahlausschuss zumindest davor geschützt, dass solche Spekulationen weiterhin für Unruhe sorgen.

    Günther Reipen hat gestern gesagt, was er auch schon auf seinem Fragebogen auf schalkermarkt.de geschrieben hat: Der Wahlausschuss hat dem Vorstand dieses Angebot unterbreitet. Es stieß aber nicht auf „Gegenliebe“.

    Nach mir vorliegenden Informationen eines Antragstellers hat es sogar in diesem Jahr genau diesen Antrag gegeben. Und zwar von gleich mehreren Antragstellern.

    Dass der Antrag nicht zur Abstimmung kam, lag daran, dass der Vorstand den Antragstellern den Antrag wieder ausgeredet hat, diese haben den Antrag daraufhin zurückgezogen.

  20. Rjonathan sagt:

    @Ney
    Das sehe ich anders. Letztes Jahr gab es viele, die gemutmaßt haben, dass Tönnies möglicherweise nicht aufgestellt wird. Grund war wohl die Nicht-Aufstellung Kemmers im Jahr davor. Da finde ich diese Befürchtung nicht übermäßig paranoid.

  21. jajaja sagt:

    @leoluca

    du scheinst meist doch recht informmiert zu sein, nur bei diesen themen irgendwie gar nicht, dafür bewahrst du dir aber eine ganz klare haltung.

    du fährst geschütze wie gelenkte demokratie im bezug auf den wa auf, aber belässt es einzig bei dem gremium. warum? wer hat den antrag gestellt, dass ein mitglied des ar automatisch zur wiederwahl aufgestellt wird und wer hat es abgelehnt? wer hat während der versammlung und vor den wahlen „wahlempfehlungen“ herausposaunt, was in seiner rolle ein absolutes no-go ist. ich finde es auch lustig, wenn sich über die unkontrollierte große macht echauffiert wird und hierbei auf den wa verwiesen wird. ist das eigentlich wissentlich oder einfach uninformiert? wer hat schon wie oft seinen eigenen kompetenzbereich zigmal übertreten, wer benutzt vereinskanäle zur meinungsbildung etc.
    wie war das eigentlich mit letzten änderung des wa?

  22. Rjonathan sagt:

    @Roman
    Da man eigene Vorstellungen hatte, finde ich dieses Ausreden nicht so skandalös. Man hält halt seine eigene Position für die bessere. Warum auch immer man dem Glauben unterlag, dass das mehrheitsfähig sei… Und dass man dann damit gescheitert ist, ist ja ein gutes Zeichen für die Demokratie. Nun muss man sich mit diesem Vorschlag beschäftigen, und die nötige Aufmerksamkeit ist auf dem Thema nun ja auch drauf.

  23. Torsten sagt:

    Richtig, Günter Reipen hat es in seinem Wortbeitrag gesagt, und er hatte es auch zuvor schon in diesen Fragebogen geschrieben:

    Wir haben sogar dem Vorstand einen Antrag angeboten, in der Satzung zu verankern, dass Kandidaten, die von der Mitgliederversammlung bereits in den AR gewählt wurden, nicht mehr durch den Wahlausschuss müssen. Dieser Vorschlag stieß aber nicht auf Gegenliebe….

    Günter Reipen schreibt dabei von „wir“ als dem letzten Wahlausschuss, dem er angehörte.

    Warum können sich AR-Kandidaten nicht direkt auf der MV zur Wahl stellen? Formale Voraussetzung könnte zum Beispiel eine bestimmte Anzahl von Mitgliederstimmen sein, die diese Kandidatur unterstützen.

    Auch dazu gab es bereits einmal einen Satzungsänderungsantrag. Von Jan Henke, 2014, wenn ich mich nicht irre. Er wurde vom Aufsichtsrat nicht zugelassen. Es hieß, bei der Größe des Clubs wäre das nicht praktikabel, ohne Vorauswahl in die Mitgliederversammlung zu gehen, und der Antrag würde dem Wahlausschuss indirekt eine schlechte Arbeit unterstellen, was man sich verbitte.

    Da man eigene Vorstellungen hatte, finde ich dieses Ausreden nicht so skandalös. Man hält halt seine eigene Position für die bessere.

    Wenn aber bei zwei „konkurrierenden“ Anträgen die Antragsteller des einen Antrags auch diejenigen sind, die über die Zulassung von Anträgen zuständig sind, bleibt eben nicht viel vielfalt übrig.

  24. Ney sagt:

    Letztes Jahr gab es viele, die gemutmaßt haben, dass Tönnies möglicherweise nicht aufgestellt wird.

    Mutmaßungen halt. Vor ca. 2011 hatte man auch mal den Eindruck, der WA sei das Organ, um Tönnies-Kritiker aus dem Aufsichtrat zu befördern.

    Der 2014’er Antrag auf Abschaffung des Wahlausschusses findet sich übrigens dokumentiert auf http://www.schalkermarkt.suppo...../sm/?p=752

  25. Roman sagt:

    @Rjonathan: „Da man eigene Vorstellungen hatte, finde ich dieses Ausreden nicht so skandalös.“

    Ich habe das nicht als „skandalös“ bewertet. Ich habe dazu aber schon meine eigene Meinung.

    Ich wollte lediglich darstellen: Es wird sich tlw. empört, der Wahlauschuss ließe bereits gewählte Aufsichtsräte nicht erneut zur Wahl zu. Das Ganze ließe sich einfach per Satzung regeln, damit der WA aus der Schusslinie kommt. Diese Satzungsänderung will man aber offenbar nicht.

    Ich sehe da sogar einen Widerspruch in den Aussagen einiger o.g. Personen im letzten Jahr, die da nämlich noch genau dies forderten.

  26. leoluca sagt:

    Danke für die Infos zur Diskussion rund um die Reform des Wahlausschusses. Im Detail und in der Präzision war mir das nicht mehr in Erinnerung. Auf den nächsten Anlauf also!

  27. Thomas Merz sagt:

    Bemerkenswert zum Thema Wahlausschuss-Mitglieder finde ich, dass die meisten der gewählten WA-Mitglieder Fan-Organisationen angehören (Supporters, Ultras, Schalke V.ereint, SFCV), die somit eine starke Hausmacht mitbringen (was durch den Kommentar verdeutlicht wird, dass es vorab erstellte Wahlempfehlungslisten gab). Damit haben neutrale, unabhängige Bewerber kaum eine Chance, gewählt zu werden und somit ist die Vorstellungsrunde weitgehend wertlos. Ich war dieses Mal übrigens selbst einer von diesen Kandidaten.

    Weitere Anmerkungen:
    Der Rechenschaftsbericht des Aufsichtsrats hatte wenig mit Rechenschaft zu tun. Der Rechenschaftsgericht des Finanzvorstands bestand überwiegend aus der Wahl der Ehrenkabine, er enthielt kaum Finanzinformationen. Gut dagegen waren die Rechenschaftsberichte des Sport- und des Marketingvorstands.

    Offenkundig ehrlich empört war der Ehrenratsredner über die Vorwürfe gegen den Ehrenrat. Das wirkte auf mich glaubhaft, aber das gilt für die Vorwürfe und die rechtliche Einordnung des Gerichts auch. Ich frage mich immer noch, was wohl stimmt.
    Die Aussage, dass ein Richter über fünf Angeklagte entscheidet, ist natürlich genauso lachhaft wie der Hinweis, dass die nächsthöhere Instanz (OLG Hamm) bestimmt anders entscheide.

    Die Aussprache können wir uns eigentlich schenken. Ein Teil der Wortmeldungen sind wie die Böcklunder Fanbox und die, die ernsthaft sind, werden nicht beantwortet.

  28. Gollum sagt:

    Das auch der aktuelle Modus des WA nicht sinnvoll ist, hat sich gestern bei der Kandidatenflut gegeben. Vielleicht stellen sich nächstes Jahr 50 Personen dort vor. Dann kann man schonmal Isomatte und Schlafsack mitnehmen.

    Dort braucht es ein Regulativ für den WA. Vielleicht vermutet man bei den Antragstellern aus diesem Jahr nicht immer nur den Machterhalt, sondern sieht auch den Willen an einer konstruktiven REformation!

  29. leoluca sagt:

    Ich finde dieses Herumgedruckse beim Thema „Opposition“ irritierend. Klar haben sich fast alle Gewählten eindeutig zu Schalke, dem Leitbild und einer funktionierenden Aufsichtsratsarbeit bekannt.

    Aber es gab eine Wahlempfehlungsliste – von wem sollte die denn gekommen sein, wenn nicht von einer organisierten, der Vereinsspitze gegenüber kritischen Opposition. Die nun auch, wenn ich es richtig verstanden habe, wieder die Mehrheit des Wahlausschusses stellt.

    Dagegen und gegen die Existenz einer Opposition ist rein gar nichts zu sagen, alles demokratisch und in Ordnung. Warum also das Herumgedruckse?

    Nun also verfügt die Opposition erneut über ein Machtorgan, das zwar von der MV gewählt wurde (nach organisierter Empfehlung und im Schnelldurchlauf), das aber nun unabhängig und unkontrolliert agieren kann – unabhängig sowohl vom Vorstands- wie vom Mitgliederwillen.

    Damit hat die Vereinsopposition auch beim nächsten Mal rein formal die Möglichkeit, ihr unliebsame Kandidaten nicht zur Kandidatur auf der MV zuzulassen – so, wie es vor zwei Jahren dem jetzt wieder dem AR angehörenden Uwe Kemmer passierte.

    Ich kann mich da leider nur, gestützt auf Rjonathans Worte, wiederholen: „Der WA agiert sogar nicht nur von der MV unkontrolliert, sondern im Grunde komplett unkontrolliert. Entsprechend groß auch das Misstrauen von allen Seiten gegenüber diesem Gremium.“

    Vielleicht denkt ja vor diesem Hintergrund die Mehrheit des WA selbst über eine Reforminitiative nach.

  30. ReinerEdelmann sagt:

    Ich habe beschlossen, dass dies für mich die letzte JHV war.

    Man soll niemals nie sagen (vielleicht geht es ´mal um den e.V.) – aber ich kann seichtes, extrem simplifizierendes Zeugs von Peters, Jobst und Heidel einfach nicht mehr ertragen.

  31. Ney sagt:

    @leoluca
    Ich weiß ehrlich nicht, was Du mit „Empfehlungsliste“ meinst. Die einzige, die ich kenne, ist die von Barta (erst nachträglich kennegelernt, heute recherchiert), und ob die „oppositionell“ ist, weiß ich nicht, da stehen nämlich einge von der „Opposition“ ausdrücklich nicht drauf.

    Wenn Du es Herumgedruckse nennst, zu fragen, was das konkret sein soll, die vielbeschworene Opposition, und dann kommt aber nur ein Geraune und ein paar Vermutungen – also bitte, was soll der Kram. Natürlich ist es gut, wie immer in der Politik, wenn es innerhalb einer Organisation verschiedene „Flügel“ gibt, aber so festgefügt ist das meiner bescheidenen Kenntnis nach nicht, vielleicht kannst Du Konkretes zur Erhellung beitragen.

    Und an eines darf ich nochmal erinnern (und zwar AUSDRÜCKLICH ohne dass ich Dir das persönlich ans Bein binde), solcherart Geraune hat kürzlich noch zu Drohungen gegenüber Wahlausschuss-Mitgliedern geführt. Und da wurde die Sache mehr als unappetitlich.

  32. leoluca sagt:

    Warten wir ab, wie dieser neue Wahlausschuss agieren wird. Bin gespannt. Der letzte jedenfalls war beim Thema Machtspielchen nicht nur Opfer, sondern auch Täter. Von wegen unappetitlich.

  33. blues sagt:

    Der Wahlausschuss agierte, soweit ich das verfolgen konnte, ethisch korrekt. Da hat der Verein größere Baustellen.

    „Misserfolge sind das Doping für künftige Erfolge“

    sagte C. Heidel in seiner Rede auf der Mitgliederversammlung. Heidel hat anscheinend ein Mentalitätsproblem mit Doping. Ob ein Vorstand mit dieser Haltung den Schalker Niedergang stoppen kann, ist fraglich.

  34. Ney sagt:

    Wenn wir auch in der kommenden Saison schlecht abschneiden, haben wir demnach auch noch ein Dopingproblem am Hals? (SCNR)

  35. klopenner sagt:

    blues, du suchst auch wirklich immer das Haar in der Suppe, ne?

    Ist ja schrecklich!

    Das nächste Haar von dir ist dann z.B. so zu lesen:

    Heidel: „Um das große Ganze zu sehen muss man auch mal einen Schritt zurück gehen“

    blues: „Heidel spricht schon von Rückschritt. Mit so einem Vorstand ist der Schalker Niedergang schon besiegelt!“

    Mittlerweile zweifle ich wirklich an deinen Absichten. Bist du überhaupt Schalke Fan oder hast du einfach nur „trollige“ Vorsätze? Oder gar den Schalke Blues?

    Ich kann dich langsam auch nicht mehr ernst nehmen, tut mir leid!

  36. Johannes sagt:
  37. Carlito sagt:

    @klopenner: Danke! Lag mir schon länger auf der Zunge, sowas zu schreiben. Scheine nicht alleine mit meinem Eindruck zu sein.

  38. blues sagt:

    @klopenner

    Wenn der eloquente Heidel in Dopingmetaphern spricht, ist das eben nicht egal, sondern bemerkenswert. Kann man natürlich auch anderer Meinung sein.

    Komischerweise ist meine Haarindersuppeleserei und die damit verbundene Prognose tendenziell nah dran an dem was dann folgt. Die dauernde Schönrednerei und Schönschreiberei, selbst das ewige „geduldige“ Gesundbeten und all das andere religöse Gedöns in dieser letzten Saison zeitigte bekanntlich keinerlei Ergebnisse. Und wenn, dann eher im Gegenteil. Vielleicht solltest du dich gelegentlich mal vom Toilettenboden erheben, damit du siehst, dass es auch noch weiter nach unten gehen kann.

  39. Ney sagt:

    Vielleicht einigen wir uns darauf, dass die Meinungen (sehr) unterschiedlich, aber zulässig sind, verzichten gelegentlich auf Kokolores wie „Bist du überhaupt Schalke Fan“ und entsprechende Repliken und erinnern uns daran, dass alle Königsblaue sind. Schalker sind viele, wie Herr Wieland so zutreffend festzustellen pflegt.

    Bevor noch jemand verletzt wird.

  40. Torsten sagt:

    Danke, Herr Ney.
    Sehr zuvorkommend.

  41. Rjonathan sagt:

    Mal so ganz allgemein:

    Ich bin erst vor wenigen Jahren intensiver auf das Thema Vereinspolitik gestoßen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Gräben schon tief gebuddelt. Ich habe nun mal versucht, diese Situation ein wenig „rückwärts“ zu verstehen und bin für mich aus der Ferne vorläufig zu folgendem Schluss gekommen:

    Die aktuelle Führung „Tönnies & Friends“ stehen im Grunde mehr oder weniger in einer Linie mit den Vereinsmodernisierern der 90iger Jahre. Sie können sich auf die Fahnen schreiben, durch die Entmachtung der MV (->Präsidenten-Wahl) einen entscheidenden Beitrag dafür geleistet zu haben, dass der Verein nicht so anfällig für Populismus und Demagogie ist, wie er damals war. In der Annahme, dass dieser Populismus die Ursache für die Krisen der 70er (BL-Skandal) und 80er (2.Liga) war, und dass diese Änderung wiederum Ursache für das Wiedererstarken in den 90ern (UEFA-Cup) und 00ern (DFB-Pokale, Zweitplatzierungen) war, haben sie sich durchaus um diesen Verein sehr verdient gemacht. Das ist eine mögliche Sichtweise und sicherlich vor allem auch die Sichtweise der Führungsriege selbst.

    Seit ungefähr den 10er Jahren werden zunehmend Risse deutlich. Ich habe #vianogo als erstes großes Thema identifiziert, möglicherweise gab es aber schon frühere. Das Problem bei #vianogo: Vorstand und AR haben sich in dieser Sache lange Zeit mit zum Teil nicht gerade demokratischen Mitteln gegen die Kritik verbarrikadiert. Man war dort wohl schlicht der Meinung, Volkes Stimme nicht ernst nehmen zu müssen. Dass gerade bei diesem Thema die Kritiker-Stimmen derart laut und stark wurden, hat sicherlich auch mit einer veränderten Kommunikationslandschaft zu tun, auf die man im Vorstand nicht vorbereitet war. Über die Vernetzung im Internet konnte die Bewegung richtig guten Drive aufnehmen.

    Irgendwann (viel zu spät) hat das auch die Vereinsführung kapiert und im Sinne der Kritiker gehandelt. Aber die Art und Weise, wie man versucht hat über die Nichtzulassung von Anträgen aus formalen Gründen, die Geschichte unter den Tisch zu kehren, ist in schmerzhafter Erinnerung geblieben. Emotional existiert dieser Graben nun nach wie vor. Die Führung steht unter Dauerverdacht, kritische Anträge abzukanzeln und eigene Anträge unlauter über Vereinsorgane zu bewerben und damit ihre Macht zu missbrauchen und beratungsresistent zu sein.

    Für mich aus der Ferne (zeitlich und örtlich) sieht die Situation so aus: der Ärger über die Art und Weise, die sich ja tatsächlich immer wieder ein wenig wiederholt, ist verständlich. Allerdings kann man auch nicht leugnen, dass für kritische Meinungen inzwischen sehr gute Kanäle und Netzwerke existieren. Wenn es ein Thema gibt, das wirklich in der Lage ist die Mitglieder zu mobilisieren, findet es sehr schnell und einfach Mehrheiten. Egal wie viele Vereinsnewsletter verschickt und Zeitungsinterviews gegeben werden (letztere halte ich übrigens im Gegensatz zu vielen für ein absolut legitimes Mittel!). Am Ende können so jedenfalls regelmäßig ungute und vorschnelle Entscheidungen der Führung (Jahreskarten, Wahlausschuss-Reform) einkassiert werden. Und zwar zum Teil richtig schnell.

    Es zeigt sich also in meinen Augen heute das Bild, dass es auf der Sachebene eigentlich wenig Grund zum Ärger gibt. Wenn organisierte Fans es schaffen, ein Thema so zu formulieren, dass sie die Mehrheit der Mitglieder überzeugen, dann haben sie heute über ihre „Grassroots-Kanäle“ tatsächlich die Macht, direkten Einfluss auf die Vereinspolitik zu nehmen. Andererseits haben Vorstand und AR genug Spielraum um professionell zu handeln und genug Unabhängigkeit um großen populistischen Bockmist vom Verein fernzuhalten. Das sieht eigentlich nach einem gesunden Gleichgewicht aus.

    Was komplett im Argen liegt ist die Dialog-Fähigkeit. Hier prallen zwei Dinge aufeinander. Zum einen auf der emotionalen Ebene die Kränkungen und Verletzungen der Vergangenheit. Auf der sachlichen Ebene aber sicherlich auch zwei Erfahrungshintergünde. In der Führung kann man sich darauf berufen, dass man gerade _weil_ man die Fans entmachtet hat, zurück auf die Erfolgsspur gefunden hat. Durch diese Denkweise ist es wahrscheinlich auch überhaupt erst zur #vianogo-Krise gekommen. Auf der anderen Seite die Fans, die ihre Macht entdeckt haben und mit Fug und Recht behaupten können, in einigen Punkten besser zu wissen, was für den Verein der richtige Weg ist.

    Tatsächlich halte ich beide Wege für richtig, es braucht ein Gleichgewicht zwischen unabhängiger, professioneller Führung und demokratischer Kritik und vereinzelter Nachsteuerung. Der Weg aus der Spaltung wäre meiner Meinung nach, wenn beide Seiten das so anerkennen und auch anerkennen, dass es Teil des Vereinsleben sein muss, dass es diesen Konflikt immer geben wird. Es wir immer wieder neu verhandelt werden müssen, in welche Belange sich die Fans einmischen sollten/dürfen/können, und wo sie sich raushalten sollten. Wenn die Vereinsführung also sagt, dass ist ein Thema, das geht die Fans nicht an, liegt daran keine mangelnde Wertschätzung, sondern es ist erstmal eine These, die von den Fans widerlegt werden muss (durch Aktivierung einer Mehrheit der Mitglieder). Andersrum sollte es keine Beleidigung oder Niederlage für die Führung sein, wenn diese These tatsächlich widerlegt wird. Wenn sich alle Seiten also als Teil eines funktionierenden demokratischen Dialogs begreifen könnten, anstatt sich von der anderen Seite immer in Frage gestellt zu fühlen, dann wäre mehr Ruhe und Miteinander trotz aller inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten im Verein vielleicht möglich.

    So. Das war mein Wort zum Mittwoch. :-)

  42. Lothar04 sagt:

    Zu respektvollem Umgang miteinander gehört es sich auch nicht die Personen nach ihrer Berufsbezeichnung zu benennen( z.B. Schlachter, Autoverkäufer etc)
    Wenn man für sich selbst etwas in Anspruch nehmen möchte sollte man zuerst mit gutem Beispiel voran gehen.
    Blau und weiß ein Leben lang!!

  43. derwahrebaresi sagt:

    @Rjonathan

    sehr gutes statement.

    eintüten, ne marke drauf und ab an den verein. ;-)

  44. leoluca sagt:

    @Rjonathan.

    Gutes Statement. Wenn ich es richtig verstehe, fehlt dir auf Schalke der Dialog zwischen konträren Positionen und Interessen.

    Das sehe ich ähnlich, es gibt vermutlich zu wenig Erfahrung mit demokratischen Kulturtechniken, die man sich aus der (leider oft und zu Unrecht verpönten) Politik abgucken könnte. Dialog, Kompromiss, Toleranz, Respekt, Ausgleich – alles Old School halt.

    Die autoritären Zeiten jedenfalls der stes und gerne und besonders laut beschworenen Einheit und Geschlossenheit des Vereins, egal was kam, die sind zum Glück vorbei.

  45. leoluca sagt:

    @Ney.

    Diese persönliche Bemerkung möchte ich mir nicht verkneifen: Ist ja richtig, die persönlichen Angriffe hier auf blues zu entschärfen. Stimme da zu. Aber warum lese ich sowas nicht auch mal im umgekehrten Fall? Blues teilt hier aus als gäb’s kein morgen. War selbst schon betroffen, als er mich einen gut programmierten Tönnies-Bot meinte nennen zu dürfen.

    Ähnlich ist mein Eindruck, wenn es üble Angriffe auf die Kritiker von Tönnies gibt. Du bist zurecht zur Stelle. Aber umgekehrt? Kann mich nicht erinnern an deine Proteststimme gegen jene, die vor einem Jahr die Nichtnominierung von CT bei der MV-Kandidatur einforderten, oder wo war dein Protest gegen den miserablen Kandidaten-Ausschluss von Uwe Kemmer damals vor 2 Jahren durch den verehrten Wahlausschuss mit Günther Reipen an der Spitze?

    Musste mal gesagt werden. Jeder Schalker ist eben anders.

  46. leoluca sagt:

    @Ney.

    Kleine Ergänzung. Auf Rjonathans Einwand, letztes Jahr hätten viele gemutmaßt, dass der WA möglicherweise Tönnies nicht aufstellen werde, antwortest Du schlicht: „Mutmaßungen halt“.

    Wieso bist du dir da so sicher?

    Der oppositionelle AR Horn erklärte damals zur umstrittenen Tönnies-Kandidatur öffentlich, dass er dafür sorgen werde, dass der Wahlausschuss Tönnies nur dann überhaupt zur AR-Wahl zulässt, wenn er garantiert, nach einem Jahr abzutreten. Das stand überall in den Medien damals. Es kam anders, weil die Mitglieder anders entschieden als die Vertreter der „Opposition“, Horn und Hefer, das wünschten.

    Dass die Vereinsspitze danach misstrauischer war als vorher, auch was den WA angeht, kann ich sogar verstehen. Was natürlich diesen mysteriösen Änderungsantrag zur WA-Zusammensetzung nicht klüger macht.

  47. Ney sagt:

    Es ist eine schlichte (und eben auch von Rjonathan festgestellte) Tatsache, dass das Mutmaßungen sind. Solange, bis jemand aus dem damaligen Wahlausschuss was anderes kundtut, oder entsprechende Dokumente auftauchen.

    Und dass Horn imstande gewesen wäre, Entscheidungen des Wahlauschusses zu beeinflussen, dafür gibt es ebenfalls keinen Beleg. Hingegen gibt es eine Stellungnahme des Wahlausschusses 2016, der eine Einflussnahme dementiert. Bis sich an der Beweislage etwas ändert, sehe ich mich nicht bemüßigt, dem damaligen Wahlausschuss irgendwas ans Zeug zu flicken.

  48. RJonathan sagt:

    Habemus Neuzugang!
    Und Cotrainer.

  49. Ney sagt:

    http://koenigsblog.net/2017/06.....ment-91251

    Auch wenn bei der Aussprache mindestens zur Hälfte Unsinn erzählt wurde, waren doch einige Fragen dabei die interessant waren. Weiß einer warum nichts beantwortet wurde? Die letzten Jahre was es doch so, dass sich Vorstand oder Aufsichtsrat zumindest kurz rechtfertigten. Die ein oder andere Antwort hätte ich schon gerne gehört.

    Zur Ergänzung, heute ging eine mail raus, in der zu einigen Punkten Stellungnahmen des Vereins enthalten sind (Bauarbeiten auf dem Berger Feld, Frauenfußball auf Schalke, Barrierefrei auf Schalke, Probleme im Ticketshop, Ablehnung eines Mitglieds bezüglich Fortführung seiner Schiedsrichtertätigkeit beim S04). Die sind allerdings leider weitgehend nichtssagend.

  50. klopenner sagt:

    @ney und blues

    …verzichten gelegentlich auf Kokolores wie „Bist du überhaupt Schalke Fan“ und entsprechende Repliken…

    Das ist völlig richtig. Sofern es als Kokolores gemeint ist, führt das auch zu nichts. Da es hier im Blog aber durchaus auch einige Nicht-Schalker gibt die kommentieren, war meine Frage jetzt einfach mal ernst gemeint. Bei so vielen negativen Aussagen über handelnde Personen auf Schalke wollte ich das einfach mal für mich in Erfahrung bringen.

    @ blues:

    Mir ist schon sehr bewusst, dass es auch noch tiefer gehen kann. Aber jetzt einen Zusammenhang zwischen „Schönrednerei“ oder „religiösem Gedöns“ mit dem Niedergang auf Schalke herzustellen – wie du es machst – ist doch schon etwas hanebüchen.

    zeitigte bekanntlich keinerlei Ergebnisse. Und wenn, dann eher im Gegenteil.

    Du hast jetzt seit Jahren gebetsmühlenartig heruntergebetet, dass Schalke nach unten rutscht. Und hey…du hattest recht. Ich stelle jetzt mal den Zusammenhang her, dass du der Schuldige daran bist. Hättest ja auch einfach mal alles positiv sehen können, dann wäre Schalke vermutlich schon Meister geworden.

    Sorry, aber ich kann das wirklich nicht mehr ernst nehmen, werde aber wegen des guten Umgangs hier in Zukunft darauf verzichten deine Beiträge noch zu kommentieren oder irgendwem etwas „zu unterstellen“ oder Kokolores zu schreiben

  51. blues sagt:

    @klopenner

    Sollstest du meinem Rat folgen und den ein oder anderen Perspektivwechsel vornehmen, kannst du vieleicht auch die Ironieanteile in Kommentaren wieder erkennen. Aber wer weiß das schon.
    Da sich meine Analysen, warum Jens Keller besser als sein Ruf und meine frühe Kritik an Di Matteo, dass er seinen Bus wirklich nicht vor der Nordkurve parken sollte, und dass Breitenreiter der eigentlich unerfahrene „Jugendtrainer“ war, bis hin zur augenscheinlichen Überforderung von Christian Heidel, l e i d e r alle bestätigten, habe ich kein Problem mit schrägen Vorwürfen. Schon gar nicht, wenn sie jetzt enden.

  52. Rjonathan sagt:

    Augenscheinlich ist auf jeden Fall die Überforderung des CL-Teilnehmers Leipzig auf dem Transfermarkt. „Leon Goretzka (Schalke) wollte sich die Leipziger Offerte nicht einmal anhören“. :-)

    http://www.kicker.de/news/fuss.....zburg.html

  53. leoluca sagt:

    Lieber @S04, ich hoffe, in der Kapelle auf Schalke flattert bereits die Regenbogenfahne. #ehefueralle

    (Otto Redenkämper auf Twitter)

  54. blues sagt:

    @Rjonathan

    Leipzig liegt in einer NoGo Area, da enfällt auch noch ein weiterer Teil des Transfer-Potentials wegen offenem Rassismus. Dann nimmt man halt was man kennt. Heidel wurde jetzt in Sachen CO-Trainer auch nur bei seinem alten Verein fündig. Der Markt ist scheinbar für beide e.V. im Moment eng.

    Auf Schalke ist kommenden Dienstag Trainingsbeginn. Christian Heidel versprach zu diesem Zeitpunkt den Kader für die Saison beisammen zu haben. Hoffen wir, dass er diesmal halten kann was er versprach.

    Wahrscheinlicher ist aber, dass er sagt, dass der neue Trainer ja neue Wünsche hatte und so weiter…

    Allerdings bleibt es aus meiner Sicht mehr als fraglich, ob sich der Vorstand Sport bei Transfers auf den Trainer beziehen sollte. Die Verweildauer derselben beträgt ja unter C. Heidel bisher nur 11 Monate. Da macht es kaum Sinn sich auf Trainerwünsche zuberufen.

  55. Flo Kno sagt:

    Heidel hat auf der letzten Pressekonferez gesagt, dass er den Kader bis zum ersten Trainingslager Mitte Juli beisammen haben möchte, gerne früher.

    Ich finde Neuzugänge dieses Jahr gar nicht so wichtig. Stand heute stellt in meinem Empfinden nur Seos Abgang einen Verlust von Qualität dar. Da sollte man vielleicht nochmal was machen. Auf allen anderen Positionen ist das Team doch schon jetzt gut bis sehr aufgestellt, oder nicht?

    @blues: Was sich an der Beobachtung bewahrheitet haben soll, dass Jens Keller ein guter Trainer war erschließt sich mir nicht. Im Gegenteil, wie der wirklich tolle Kader damals verbraten wurde ist doch einfach nur traurig. Mich macht diese Zeit in der Rückschau eher wütend. Ich sage nur Muskelfaserriss.

  56. Grieche sagt:

    Vor einem Jahr hat Heidel mal in einem 11Freunde-Interview gesagt, dass die Transferperiode in diesem Sommer (2017) aufgrund der höheren Fernsehgelder verrückter und teurer wird als aller vorherigen. Es würde deshalb Sinn machen, Transfers vorzuziehen, d.h. Spieler früher zu verpflichten, solange die Preise noch nicht so hoch sind. Damit begründete er die Embolo-Verpflichtung. So kann man auch die Leihen von Bentaleb und Konoplyanka erklären, deren Kaufpreis schon letzten Sommer festgelegt wurde, als noch weniger Geld im Umlauf war. Wenn man jetzt noch Burgstaller und Caligiuri dazunimmt, kann man Heidels bisherige Transferaktivitäten so interpretieren, dass er alles getan hat, um die aktuelle Transferperiode so gut wie möglich zu vermeiden. Nur Kolasinac hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch bei Badstuber war ja eine Verpflichtung möglich (dann wäre kein weiterer Innenverteidiger nötig gewesen).

  57. BlueNote sagt:

    @Flo Kno: Nur Seos Abgang zu kompensieren, wird m.E. kaum ausreichen, um den Club wieder unter die ersten vier der Tabelle zu bringen. Dafür ist der Kader in meinen Augen nicht gut genug und ein solches Wunder traue ich Tedesco auch nicht zu ohne weitere, signifikante Verbesserungen des Kaders. In den letzten Jahren (insbesondere seit 2011) musste Schalke Qualität ohne Ende ziehen lassen und Abgänge hinnehmen, die weh taten. Spieler, die in der Summe den Unterschied ausmachten. Die (unvollständige) Liste ist beeindruckend. Den Schnapper lasse ich dabei mal bewusst außen vor (Ralle macht einen geilen Job) und gucke vor allem auf die Feldspieler: Rafinha, Rakitic, Raffael, Draxler, Sane, Farfan, Raul, Kolasinac, Matip, Huntelaar. Einige funktionierten nicht auf Schalke und wurden woanders Top-Stars, einige wurden zu alt, einige identifizierten sich nicht mehr genug mit uns. Geschenkt. Aber diese Qualität ist erstmal weg. Insbesondere Rafinha, Matip und Farfan sowie Hunterlaar und Raul wurden bislang nicht genügend ersetzt. Ist ja auch nicht so einfach.
    Embolo ist sicherlich eine erstklassige Kompensation fürs Offensivspiel. Doch von diesem Kaliber müssten noch ein paar mehr her, um wieder wettbewerbsfähig zu werden mit den Bauern, Schwachgelben, Hoppenheim, Dosen, den Hauptstädtern und vielleicht auch bald wieder den Jungs von Monsanto. Extrem schwierig aber, heute noch Perlen zu finden, die bezahlbar sind und gleich einschlagen und die auch noch gut zum überstrapazierten aber unkaputtbaren Malocher-Mythos passen. Doch genau solche Typen müssen her, sonst wird nächsten Sommer der nächste Trainer verschlissen sein und mit ihm auch der Manager. Geduld gibt es eben doch keine in diesem Club. Jedenfalls nicht bei den Entscheidern. Paradox, dass dieses Mal ausgerechnet die Fans vergleichsweise ruhig blieben, angesichts der Katastrophensaison.
    Dazu kommen nun noch die Baustellen Goretzka und Meyer. Heidel hat alle Hände voll zu tun und der Trainingsbeginn steht vor der Tür.
    blues hat das erwartbare Szenario schon ganz richtig beschrieben.
    Nicht falsch verstehen, mir gehts hier nicht ums Rummosern, es ist einfach nur mein aktueller und recht nüchterner Blick auf die Dinge.
    Ich bin mehr als neugierig, wie der neue Trainer diesen Kuchen gebacken bekommt. An ein Wunder à la Leicester glaube ich jedenfalls nicht. So schön das ja auch wäre.

  58. Flo Kno sagt:

    @BlueNote: Dann nenne doch mal konkret eine Position auf der Schalke im Bundesliga-Vergleich nicht überdurchschnittlich gut besetzt ist, außer der Linksverteidiger-Position.

    @Grieche: Interessanter Gedankengang.

  59. Bariton76 sagt:

    „Die Verweildauer derselben beträgt ja unter C. Heidel bisher nur 11 Monate.“

    @blues: Beim Schreiben deines letzten Absatzes musstest du schon selbst lachen, oder?

    Natürlich ist die Aussage absolut richtig. Die durchschnittliche Verweildauer aller Trainer, die Heidel auf Schalke holte, beträgt 11 Monate. Aber da muss man sich schon mal den Vorwurf des Trollens gefallen lassen, denke ich.

  60. ReinerEdelmann sagt:

    @FloKno,

    die gewünschte Auflistung ist sehr einfach:

    * Rechtsverteidiger – ich traue Coke zu, ein überdurchschnittlicher Verteidiger zu werden – beweisen konnte er es noch nicht, nur nach seiner langen Verletzung andeuten. Hinter ihm kommt…ähh Uchida, vielleicht dann doch eher Kehrer?
    In jedem Fall Handlungsbedarf.

    * Innenverteidiger: Man könnte sagen, das Bemühen ist vorhanden und Benni ist stets Vorbild. Leider sind Naldo, Höwedes und Nastajic bei der Spieleröffnung Note 4-, maximal. Zudem fehlt es an Übersicht und Schnelligkeit auf den ersten 10 Metern. Handlungsbedarf.

    * Linksverteidiger hast Du erwähnt. Doppekter Handlungsbedarf? Vielleicht – siehe aber Kehrer.

    * 6er: Bentaleb ist hier zu zappelig, Stambouli viel zu erratisch (ich denke, beim ersten Angebot wird er sowieso abgegeben). Ich halte viel vom etwas langsamen Geis. Gerade angesichts unserer mangelhaften Spieleröffnung ist er eine echte Option, die von Weinzierl viel zu selten gezogen wurde. Dennoch dringender Handlungsbedarf.

    * 10er: Hier haben wir das Talent MM – ohne Atletik, ohne vertikalen Pass. Handlungsbedarf, oder ohne 10 spielen oder es mit Bentaleb versuchen.

    * Weiterer Offensivbereich: Viele Fragezeichen. Schafft Embolo den Durchbruch, ist Schöpf überdurchschnittlich, knüpft Burgstaller an die Rückrunde an?

    Der Kader ist gewiss nicht an der Leistungsgrenze und viel wird auch am System liegen. Von der CL sehe ich die Truppe aber momentan deutlich entfernt.

  61. rjonathan sagt:

    Ich würde vorne links als Konkurrenz für Kono und je nach System auch zentral offensiv als Konkurrenz für Meyer noch Bedarf sehen. Letzteres scheint den Gerüchten nach ja schon so gut wir eingetütet.

  62. rjonathan sagt:

    @ReinerEdelmann
    In der Innenverteidigung haben wir nun ja jemanden. Auf Außen ist der Bedarf nicht so groß, da Tedesco wohl Dreierkette bevorzugt.

  63. Flo Kno sagt:

    Ich ziehe die Geschichte mal andersrum auf: Mit Coke hat man einen der renommiertesten Rechtsverteidiger Europas, Thilo Kehrer ist ein solider Backup im Defensivbereich. Die Innenverteidigung ist vielleicht nicht besonders spielstark aber bringt ansonsten wirklich alles mit um hinten dicht zu halten. Im zentralen Mittelfeld hat man mit Bentaleb, Meyer, Goretzka und Geis sowie Stambouli in der zweiten Reihe eine Kombinationsmaschine die ans Laufen gebracht werden will. Dazu soll ja noch dieser Harit kommen, als Talent.
    Auf den Außenbahnen können Schöpf und Konoplyanka spielen, außerdem freue ich mich auf Donis Avdijaj und die weiteren Newcommer. Im Sturm hat Burgstaller bewiesen, dass er weiß wo das Tor steht und Embolo scheint ja endlich wieder fit zu sein.

    Wirklichen Handlungsbedarf sehe ich daher wie gesagt nur auf der Position des Linksverteidigers bzw. linken Flügelspielers im 3-4-3.

    Für mich ist eine Sache viel wichtiger als neue Spieler: Es muss dynamisches Ballbesitz- und Offensivspiel auf den Platz gebracht werden, spätestens ab der zweiten Hälfte der Hinrunde!

    Defensiv waren wir doch letzte Saison schon auf CL-Niveau, es muss jetzt endlich gelingen die Spielstärke von Meyer, Goretzka usf. auf dem Platz durchgehend sichtbar werden zu lassen, dann werden auch Tore fallen.

  64. ReinerEdelmann sagt:

    @rjonathan,

    Danke – den Neuzugang hatte ich verdrängt – er gehört aber wohl auch eher in die Kategorie Ergänzung denn Verstärkung.

    Mit unserer Mannschaft eine funktionierende Dreierkette hinzubekommen, halte ich für „interessant“ (Geis dann zentral?).
    Aber diese Diskussion ist mir zu „kleinteilig – wir sind nicht beim Training.

    @FloKno,

    Deinen beneidenswerten Optimismus und Deine königsblaue Brille möchte ich haben! Wenn man Dir zuhört, war es absolut un-mög-lich, in der vergangenen Saison 10. zu werden!
    Hoffentlich hast Du Recht!

  65. Ney sagt:

    „Die Verweildauer derselben beträgt ja unter C. Heidel bisher nur 11 Monate.“ (…)
    Natürlich ist die Aussage absolut richtig. Die durchschnittliche Verweildauer aller Trainer, die Heidel auf Schalke holte, beträgt 11 Monate. Aber da muss man sich schon mal den Vorwurf des Trollens gefallen lassen, denke ich.

    Da dort nicht stand „Verweildauer aller Trainer, die Heidel auf Schalke holte.“, könnte man auch sagen, 11 Monate war noch zu hoch gegriffen. Heidel hat in 13 Monaten Amtszeit schon 2 Trainer entlassen = alle 6,5 Monate.

  66. Nordlicht sagt:

    Ich verstehe nicht weshalb man nicht mit Optimismus in die neue Saison gehen kann.

    Im Vorfeld kann man doch nie wirklich sagen wie sich eine Saison entwickelt. In den letzten Kahren gab es immer Überraschungsmannschaften die man vorher nicht auf den Zettel hatte.

    Köln, Herrha und Hoppenheim hatten letzten Sommer ja auch nicht so eingekauft, dass man damit rechnen konnte sie werden 4. und 5.

    Genauso wenig wie wohl Gladbach und Leverkusen von irgendjemand dort vermutet worden sind wo sie letzlich gelandet sind.

    Wenn es zwischen dem Trainer und der Mannschaft endlich mal passt, könnte än sicherlich auch bei uns welche im zweiten Jahr aufblühen.

  67. blues sagt:

    @Flo Kno
    Dass es nach dem letzten Jahr von Raul bis heute sportlich und spielerisch stetig bergab ging, darüber sind wir möglicherweise einer Meinung. Der Dissens zwischen uns besteht zum Einen darin, dass ich Keller anrechne, dass er häufig eine „Mannschaft“ auf den Platz brachte, die im Zweifel für ihn spielte. Das zeitigte Ergebnisse in und für die CL. Nach ihm sah man das selten. Am Wenigsten unter Di Matteo und Weinzierl.
    Zum Anderen ging es unter Keller/Heldt wirtschaftlich aufwärts. Die Schulden reduzierten sich erheblich. Unter Heidel herrscht dagegen bisher wirtschaftlich Stagnation, da muss man schon sehr gutwillig sein und sportlich und spierlerisch ging es weiter bergab.

  68. Flo Kno sagt:

    @blues: war nicht das vergangene Geschäftsjahr das wirtschaftlich erfolgreichste in der Vereinsgeschichte?

    Ich verstehe die Kritik an Heidels Transferpolitik in dieser Drastik nicht. Das Einzige was man ihm vorwerfen kann ist dass er nicht beim ersten Versuch mit dem Trainer richtig lag. Mein Gott wie schlimm.

  69. blues sagt:

    @Flo Kno
    Die finanziellen Erfolge, einschließlich der wirtschaftliche Gewinne aus der Europa League bis in Jahr 2017, würde ich noch den Effekten der Zeit von Heldt/Breitenreiter gutschreiben. Und um Sane zu verkaufen hätte Schalke Heldt sicher nicht durch Heidel ersetzen müssen. Heidel hat durch gefakete Spielerleihen, die Ausgaben von 2016 nach 2017 verlagert. Deshalb hat er aktuell wenig finanziellen Spielraum um einzukaufen. Er muss sich erneut auf charakterlich zweifelhafte Spieler, wie den aus Mann aus Nantes einlassen und dabei abwarten wieviel für Meyer oder Goretzka geboten wird.

    Als Macher ist Heidel für mich bis hierher gescheitert. Das heißt aber nicht, dass er, wenn er lernt in angemessener Bescheidenheit zu den kleinen Brötchen die er backt, aufzutreten, nicht doch noch meine Sympathien zurückgewinnen kann.

  70. BlueNote sagt:

    @Flo Kno: Ich bin durchweg einverstanden mit Reiner Edelmanns Auflistung der „Baustellen“. „Überdurchschnittlich“ heißt für mich auch noch lange nicht CL-tauglich.

  71. BlueNote sagt:

    Mal kurz zurück in die Zukunft: Habe gerade im Kicker den finalen 18er-Kader der anstehenden U19 EM gesehen. http://www.kicker.de/news/fuss.....steht.html
    Kein einziger Schalker ist dabei. Selbst im vorläufigen 23-Kader war dies so. Geht der Knappenschmiede langsam der Saft aus? Vielleicht weiß hier jemand, der näher am Jungendfußball dran ist als ich, woran es liegen könnte?

  72. leoluca sagt:

    „Ich traue Coke zu, ein überdurchschnittlicher Verteidiger zu werden.“ (Edelmann)

    Und ich dachte immer, Heidel hätte Coke vor einem Jahr als einen der besten Rechtsverteidiger Europas geholt.

    „Bentaleb ist hier zu zappelig“. (Edelmann)

    Auf diesen Gedanken bin ich bisher gar nicht gekommen. Was genau zappelt denn bei ihm?

  73. RJonathan sagt:

    @ReinerEdelmann
    Ja, ich habe irgendwo gelesen, dass Tedesco mit Geis als IV testen möchte. Er hat in Aue einen Mittelfeldspieler ins Abwehr-Zentrum gesetzt.
    In Aue gab es ein 3-4-2-1 mit offensiven Außenverteidigern auf den Flügeln. Auf rechts kämpfen da dann wohl Coke, Uchida, Schöpf und Caliguri um einen Platz. Ich persönlich könnte mir Schöpf ja auch als eine Art Thomas Müller hinter der Spitze vorstellen. Jedenfalls sehe ich rechts keinen Handlungsbedarf. Links braucht es wahrscheinlich schon jemanden. Selbst wenn man da mit Kehrer plant, fehlt immernoch ein Ersatz. Und Kono ist wohl nicht defensivstark genug.

  74. idioteque sagt:

    @BlueNote: War doch früher und in anderen Jahrgängen auch nicht anders, dass kaum Schalker in den Juniorennationalmannschaften dabei waren (außer der U21). Da sind traditionell südwestdeutsche Talente (und neuerdings RB) etwas überrepräsentiert. Außerdem sind in der aktuellen U19 von Schalke drei der fünf bis sechs Jahrgangsbesten US-Amerikaner.

  75. ReinerEdelmann sagt:

    @leoluca,

    Bentaleb hat große Qualitäten, kann aber momentan keine 6 auf gehobenem Niveau spielen. Du kennst das Anforderungsprofil an einen modernen 6er und hast ihn in der letzten Saison zumindest 1x live gesehen?? Ansonsten verstehe ich Deine Anmerkung nicht.

    Coke war ein sehr starker Rechtsverteidiger bei Sevilla – dies war übrigens vor seiner schweren Verletzung. Er kann vielleicht zu seiner alten Form zurückfinden.

    Wir hatten oben aber im Kontext der CL-Quali gesprochen. Hier wäre es in meinen Augen fahrlässig, nur auf ihn zu setzen.

  76. Flo Kno sagt:

    @ReinerEdelmann: Was bzw. wer ist denn ein 6er auf gehobenem Bundesliga-Niveau für dich?

  77. blues sagt:

    @RJonathan
    Diese Variante mit Geis habe ich auch gelesen. Die Idee ist aber nicht neu. Weinzierl hatte das bereits ausprobiert. Beim ersten Mal klappte das gut. Beim zweiten Versuch ging das schief. An den Grund kann ich mich nicht mehr genau erinnern, es war wohl so, dass der gegnerische Trainer die Variante sehr einfach ausgeschaltet hat. Weinzierl hat es in den Spielen danach, soweit ich die Spiele gesehen habe, nicht mehr mit Geis zentral versucht.
    Auch Tedesco kann die Schwächen von Kono, Geis & Stambouli „högschdens“ ein klein wenig verbessern.

  78. Flo Kno sagt:

    ‚Schwächen von Kono, Geis, Stambouli, …‘

    Also ich sage mal: Das sind Spieler, die nominell auch einiges an Stärken mitbringen. ‚Die gilt es auf den Platz zu bringen.‘ (Tedesco)

  79. RJonathan sagt:

    Also als wir das letzte Mal als wir uns für die CL qualifiziert haben, hatten wir Höger und Neustädter auf der 6. Die Messlatte liegt also hoch. ;)

  80. RJonathan sagt:

    @blues
    Wieso soll die „Idee“ neu sein?? Der Unterschied ist, dass es bei Weinzierl eine Notlösung war, er bevorzugt ja Vierekette, bei Tedesco ist es Wunschlösung. Er wird sich die Spiele mit Geis in der IV auch schon angeschaut haben und seine Gründe haben, warum er das für eine interessante Variante hält.

  81. blues sagt:

    @RJonathan
    Geis agierte als zentraler Spieler in der Abwehr als Weinzierl mit Dreierkette spielen lies. Geis ist nicht groß und nicht schnell genug, um die Position mit angemessenem Niveau in einer Dreierkette auszufüllen.

  82. klopenner sagt:

    Da muss ich blues zustimmen. Geis ist evtl. ganz gut als verkappter Libero. Er lässt sich – wenn er auf der 6 spielt – oft sehr tief zurückfallen und agiert dann zwischen den Innenverteidigern um den Spielaufbau voranzutreiben. Aber als reinen IV halte ich ihn auch für ungeeignet, aus genau den Gründen die blues aufzählt.

  83. Rjonathan sagt:

    @blues
    Das muss du nicht mir schreiben, das musst du Tedesco schreiben. Ich fälle diese Entscheidung nicht und ich habe keine Meinung dazu. Mal abgesehen davon, dass das ganze auf einen Bild-Artikel zurück geht und alles andere als gesichert ist.

  84. blues sagt:

    @Rjonathan
    Ich denke auch, Tedesco ist ein Einserschüler, der weiß das selbst. Wenn ich aber an Sam, Kono und Harit denke, fällt mir ein, dass Tedesco möglicherweise gar keinen Erklärbär oder einen weiteren Co-Trainer, sondern eher einen Sozialarbeiter braucht.

  85. Flo Kno sagt:

    in dieser Aufzählung fehlen noch Avdijaj und Bentaleb, letzterer ist immerhin ein Franzose.

  86. leoluca sagt:

    Aber selbst diese Franzmänner haben es nicht mit deutscher Disziplin und Korrektheit. Ob da ein Sozialarbeiter reicht?

  87. RJonathan sagt:

    Keine Sorge, es gibt einen neuen Strafenkatalog. Da steht sicher auch Knast drin. Anders ist denen nämlich nicht beizukommen, habe ich gehört.

Schreibe einen Kommentar