Der VfL Wolfsburg zu Gast auf Schalke

Saison 2017/2018, 10. Spieltag: Schalke 04 – VfL Wolfsburg
 
Ich bin spät dran mit der Eröffnung dieses Slots. Das liegt daran, dass ich erst gestern von der Nordsee zurück ins Schalke-Land kam. Obwohl: Schalke-Land, zumindest Schalke Orte, gibt es auch dort oben, an der Küste. In Wittmund kamen wir an einer ausgewiesenen Schalke-Kneipe vorbei. Mehrmals fielen uns die blauweißen Fahnen in Vorgärten auf, auch vor „heimatlich bewohnten Häusern“, keineswegs nur von Schalkern in diese Urlaubsregion mitgebracht.

5 Tage Nordsee bedeuteten aber auch 5 Tage fast ohne Internet. WLAN gab’s nur im Gemeinschaftshaus des Feriendorfs, in dem ich mit meinen Kindern zu Gast war. Die Welt durch das Smartphone zu betrachten ist wenig attraktiv, zumal wenn sich gleich vor der Tür so wahnsinnig viel Welt offenbart. Also haben wir uns nasspladdern lassen, sind durchs Watt gewatet, haben die Sonne untergehen und das Wasser steigen sehen, schlugen Räder im Gras – okay, ich nicht, nur die Tochter – und hatten Spaß miteinander. Schalke dann wieder ab heute.


Seit neuestem möchte ich die Spiele der Blauen in diesem Blog nicht mehr so regelmäßig begleiten wie ich es die letzten 10 Jahre tat, siehe hier und hier. Fühlt Euch eingeladen, alle Gedanken, Erwartungen, Meinungen und Bewertungen zum Spiel gegen den VfL Wolfsburg unter diesen Beitrag zu schreiben.



13 Kommentare zu “Der VfL Wolfsburg zu Gast auf Schalke”

  1. Zeitspieler sagt:

    @ Torsten
    Du hast ungewöhnlich viel Talent beim Schreiben und Beschreiben.

  2. Zeitspieler sagt:

    Wahrscheinlich waren meine Erwartungen zu hoch. Nach den verdienten Siegen gegen Hertha und Mainz hatte ich mit einem ähnlich verdienten Sieg gegen Wolfsburg gerechnet. Nach dem 1:0 sollte das Spiel wohl verwaltet werden, was aber nicht klappte, da die Konterchancen nicht annähernd ausgespielt werden konnten. Für mich ein Problem der technischen Mängel von Burgstaller und Caliguiri. Nach den Einwechselungen ging dann auch die defensive Sicherheit verloren.
    Meiner Meinung nach, sollte man nach Führungen Embolo für Burgstaller spielen lassen, um Kontermöglichkeiten besser verwerten zu können.
    Klasse Spiel von Harit übrigens.

  3. leoluca sagt:

    Für mich war die erste Halbzeit im Maßstab der bisherigen Saison außerordentlich stark. So deutlich habe ich das Spiel, das Tedesco anstrebt, noch nicht auf dem Rasen gesehen wie diesmal.

    Schalke hatte das Spiel nicht nur hinten unter Kontrolle, sondern spielte sehr hoch und ließ so gut wie keine Torchance des Gegners zu. Mit dem Ball erspielte man sich für Schalker Verhältnisse ungewöhnlich viele Torchancen. Leider wurden sie wie meist in dieser Saison nicht für eine höhere Führung genutzt.

    Das rächte sich in Hälfte zwei, als sich herausstellte, dass man mit einem deutlich stärkeren Gegner zu tun hatte als in Berlin und gegen Mainz. Ich halte es für ausgeschlossen, dass Schalke die knappe Führung verwalten wollte. Man kam gegen diesen zweikampf- und laufstarken Gegner, der viele richtig gute Fußballer in der Mannschaft hat, nicht mehr so richtig ins Offensivspiel. Als Wolfsburg dann in den letzten 15 Minuten alles ins Spiel warf, was stürmen konnte, lag der Ausgleich in der Luft.

    Beim 1:1 in der 94. Minute kam dann auch noch Pech hinzu, weil mehr ein Abpraller als ein gezielter Schuss. Davor verlor Naldo gegen Gomez den entscheidenden Kopfball, das erste Mal in diesem Spiel und so was passiert dann eben. Tedesco hat das schön gesagt nach dem Spiel: „Wir haben den Sieg schon gespürt.“

    So ärgerlich das Remis ist, wenn man sich die Tabelle anschaut, wo wir bis auf einen Punkt an Dortmund hätten herankommen und auf Platz drei stehen können. Aber so ein starkes Spiel ohne Leon Goretzka zu machen, halte ich für einen Fortschritt.

  4. Der Hans sagt:

    Die Leistung der ersten Hälfte hätte drei Punkte verdient gehabt, das Elferglück (Gomez verschossen, Kehrers Handspiel übersehen) und starke Wolfsburger haben dann aber doch zu einer verdienten Punkteteilung geführt. Mit der Leistung sind allerdings in den nächsten beiden Spielen ganz bestimmt 4-6 Punkte drin.

  5. Carlito sagt:

    Ein eigentlich im Griff zu habendes Spiel in der Nachspielzeit so aus der Hand zu geben ist echt ärgerlich.

    Aber es wird. Die Entwicklung der Mannschaft ist zu erkennen und sie ist stetig. Mehr Anspruch hatte ich vor der Saison an diese Saison eigentlich nicht. Trotzdem ärgert man sich, dass man den Sprung nach vorne in der Tabelle verpasst hat.

    Aber zu einer Entwicklung gehören eben auch Rückschläge und Stagnation dazu. Wichtig ist, dass Mannschaft und Trainerteam die richtigen Schlüsse ziehen. Und da bin ich guter Dinge, dass dies passieren wird.

    Aus den nächsten beiden Spielen 4-6 Punkte, dann lässt es sich doch relativ entspannt in die verbotene Stadt reisen. Und so richtig sattelfest sind die Fehlfarben ja aktuell auch nicht so wirklich… ;)

  6. leoluca sagt:
  7. Ney sagt:

    Ach, was soll man sagen…Tedesco macht viel aus einem Kader, mit dem man gezwungen ist einen wochenlang indisponierten Caliguri auflaufen zu lassen. Die erste Halbzeit lief wie geschmiert. Aber man braucht a) dennoch einen Elfmeter, um zu einem Tor zu kommen, b) einen Stolperer von Gomez beim gegnerischen Elfmeter, um in Führung zu bleiben, darf sich c) folglich nicht übermäßig beschweren, wenn nach schächerer 2. Hälfte die Sache dann noch teilweise schiefgeht.

    Aber schön wären’s schon gewesen, die drei Punkte.

  8. Altix sagt:

    Wer weiß, wozu der Ausgleich gut war. Hätten wir gewonnen, würden einige schon wieder rum spinnen, wir wären auf Augenhöhe mit wem auch immer und es die die CL jetzt schon sein müsste. Wenn dieses Unentschieden einer der Rückschläge ist, mit denen man ständig rechnen muss, dann kann ich gut damit leben. Ich für meinen Teil bin mit der Truppe derzeit recht zufrieden.

  9. leoluca sagt:

    Muss man nicht mal was zu Max Meyer sagen? Ich gehörte bis vor kurzem zu der nicht ganz kleinen Gemeinde auf Schalke, die an ihm verzweifelte und drauf und dran war, ihn abzuschreiben.

    Jetzt spielt er auf einer völlig neuen, eher defensiven Position und beim Wolfsburg-Spiel war ich erneut überrascht, wie präzise Meyer die Bälle nach vorn spielt und wie genau er meistens weiß, wohin er spielen muss. Keine sinnfreien Pirouetten mehr, keine laxen Zweikämpfe. Jeder Vergleich hinkt, aber der Kleine erinnert mich in Ballgefühl, Spielübersicht und Willenskraft immer mehr an Olaf Thon.

    Ich weiß zwar nicht, was genau da passiert ist. Aber dass Tedesco (und hinter ihm Heidel) mit dieser überraschenden Entwicklung von Max Meyer viel zu tun haben, können selbst ihre schärfsten Kritiker nicht bestreiten.

    Ich denke, Tedesco hat das nötige Feingefühl für komplizierte Charaktere, er hat natürlich gute Spielideen, aber dann auch den nötigen Mut, den vermutlich seine Vorgänger nicht hatten, eine gute Idee auch zu verwirklichen.

    Das alles soll die Leistung von Max Meyer überhaupt nicht schmälern. Er muss unglaublich hart an sich gearbeitet haben. Respekt!

  10. idioteque3 sagt:

    Max Meyer spielt bis auf seine anscheinend neu erlernte Cleverness in Defensivzweikämpfen fast genauso wie er es schon immer getan hat. Nur dass mit Tedesco jetzt endlich mal ein Trainer eine Rolle für ihn gefunden hat, wo er das auch zum Nutzen der Mannschaft einbringen kann. Einen Ball auch unter Druck sauber anzunehmen und dann so weiterzuverarbeiten, dass das Team weiter in gutem Ballbesitz bleibt war auf der Zehn unter den letzten Schalker Trainern nie wirklich gefragt, weil die alle versucht haben, Angriffe möglichst zügig über die Flügel durchzuspielen und es kontraproduktiv war, mal einen Angriff zu verschleppen, dass die Mannschaft nachrücken konnte. Und ihn auf die Sechs zu stellen, hat sich vorher auch niemand getraut.
    Wenn Tedesco keine Rolle für ihn gefunden hätte, wäre er bestimmt so ein Fall wie Rakitic geworden, bei dem zunächst alle froh sind, dass er weg ist, der dann aber voll durch die Decke geht, weil er zu einem Club wechselt, dessen Fußball seinem Stil entgegenkommt. Ich würde ihm ja sogar zutrauen, dass er sich z.B. bei Tottenham durchsetzen könnte. Wobei ich ja immer noch hoffe, dass er auf Schalke bleibt.

  11. crisscross04 sagt:

    Irgendwie passt die Entwicklung von Meyer zu zu Tedesco und seiner Herangehensweise.
    Ich bin guter Dinge. Und wenn es jetzt noch Heidel schafft, mit Goretzka und Meyer zu verlängern, wäre das wirklich eine sensationelle Entwicklung, die ich in der letzten Rückrunde niemals für möglich gehalten hätte.

    Auch wenn mich vieles rund um den Fußball und im Speziellen um die Bundesliga abwenden lässt, könnte es auf Schalke sein, dass der richtige Weg eingeschlagen wurde. Jedoch braucht es wohl ne Menge Geduld. Mal sehen wie geduldig „wir“ sind!? ;-)

  12. idioteque3 sagt:

    Ich vermute mal, dass das in erster Linie von Heidels und, falls es zwischenzeitlich mal wieder einen längeren Durchhänger geben sollte, CTs Geduld abhängt. Aber zumindest Heidel hat doch auf Schalke schon bewiesen, dass er Krisen so gut moderieren kann, dass zumindest keine Meutereien ausbrechen.

    Ansonsten hoffe ich, dass zumindest einer von Goretzka/Meyer bleibt, damit man nächste Saison nicht noch zwei zusätzliche Baustellen bekommt. Man wird nämlich ohnehin mindestens einen neuen Stürmer brauchen und den Kader generell um ca. drei Spieler aufstocken müssen, falls man sich international qualifizieren sollte (mal davon ausgegangen, dass der zusätzliche LV noch diesen Winter kommt). Vielleicht erledigt dich da aber auch einiges von selbst, wenn die Kaufoptionen von Geis und Höwedes nicht gezogen werden sollten.

  13. Zeitspieler sagt:

    Der Vertrag von dem bei Hannover spielenden Sanè läuft 2018 aus, den würde ich für interessant halten.

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