Vorbildhaft für Schalke?

5. Dezember 2008, kurtspaeter

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Infokasten kurtspaeterLassen wir all die Probleme hinter uns, betrachten wir auch nicht, dass schalketypisch der Manager entlassen ist, bevor er entlassen ist und die große deutsche Boulevardzeitung einen Namen nach dem anderen in den Ring wirft. Gestern Assauer, heute Allofs und Bierhoff, morgen womöglich Dieter Hoeneß. Denn der hört wohl bald auf beim nächsten Schalke Gegner, der Berliner Hertha.

Wenn ich über die Hertha nachdenke, dann denke ich an Überraschung. Vielleicht auch ein bisschen an Wundertüte. Denn ich muss mich revidieren, die Entwicklung der Hertha in dieser Saison, beginnend mit einem radikalen Umbruch vor anderthalb Jahren, diese Entwicklung hätte ich dem Verein nicht zugetraut. Zuerst wurde ein Trainer verpflichtet, dem der Ruf vorauseilte, er könne eine Mannschaft aufbauen. Langfristig.

Nur wieviel Zeit benötigt er und wieviel ist man bereit zu geben?
Zunächst hat er die Mannschaft fast komplett umgekrempelt und sich Spieler verpflichten lassen, die seinen Vorstellungen entsprachen. Teilweise in Deutschland völlig unbekannte, junge Spieler wie Rafael, Lustenberger, Cicero, von Bergen oder Kacar. Als Sahnepunkte erfahrene Leute wie Voronin oder Drobny. Dazu Stein aus Rostock oder Nicu aus Wehen, also nicht auf dem großen Radar großer Vereine erprobt. Von der wirklichen Stammelf voriger Jahre ist nur Friedrich unumstritten geblieben, Simunic hat sich nach Schwierigkeiten gefangen und Pantelic ist immer auf dem Absprung und ich bin mir sicher, spätestens in der Sommerpause wird er den Verein verlassen. Und von der ehemaligen Schwemme an Hertha-Jugendspielern (ich denke vorallem an die Boatengs oder Dejagah) ist nur der Kieler Patrick Ebert und Sofian Chahed übriggeblieben.

Und plötzlich steht die Hertha auf Platz 3, fast am Ende der Hinrunde. Zwar ist ihr Fußball nicht unbedingt der ansehnlichste der Liga, aber der Erfolg stellt sich bereits ein. Mit defensivem, vor allem aber mit organisiertem Fußball, mit Spielern, die bereit sind ihm zu folgen und (Ausnahme Pantelic und anfangs Simunic) die sich in den Dienst der Sache stellen. Die Schwächen in der Offensive in der noch zuviel an Pantelic hängt, wird der Trainer, der alles ißt, mit Sicherheit auch noch ausmerzen. Wenn man ihm die Zeit gibt, wovon nach dieser Hinrunde mehr denn je auszugehen ist und die er immer eingefordert hat.

Um den Bogen zu Schalke herzustellen, so schwer es fällt, dieser Weg der Neuentwicklung mit einem klaren System ist der Weg, den auch Schalke gehen sollte. Trotz aller Widrigkeiten, die Favre und der Verein in der letzten und am Anfang dieser Saison zu überstehen hatten, arbeitet man immer noch am Konzept, dass der Trainer im Juni 2007 mitbrachte und wegen dem man ihn verpflichtete. Das allein ist vorbildhaft für das Schalke im Dezember 08.

Die Bankrotterklärung des FC Schalke 04 und was daraus gemacht werden muss

28. November 2008, kurtspaeter

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Infokasten kurtspaeterEine Beschreibung des gestrigen Abends abgeben?
Gegen 20:50 Uhr habe ich mit einem Fan und regelmäßigen Besucher der Spiele des SV Werder Bremen geredet. Bzw. wir haben beide geredet und uns gegenseitig nicht zugehört.
Gesprochen über die Probleme, die zwei der drei dominierenden Mannschaften der letzten 10 Jahre mit sich rumschleppen. Schlussendlich, dass habe ich noch mitbekommen von seiner Aussage, wir sind uns einig, es muss ein Umbruch erfolgen. Spätestens, allerspätestens die 90 Minuten zuvor, haben diese Tatsache unausweichlich gemacht. Wahrscheinlicher sogar die gesamten letzten anderthalb Jahre. Eine Kurve in Richtung null, die bereits Mirko Slomka zum Verhängnis wurde, obwohl er die meisten Spieler wenigstens gewann, und deren Verlauf immer weiter nach unten zeigt, hat gestern ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Biederer, langweiliger, uninspirierter, langsamer und schlechter kann Schalke fast nicht mehr werden.

Bei Schalke sieht der Bestand und die Folge daraus in etwa so aus:
Bis zur Winterpause wurden noch 7 Punkte gefordert, wenn es schlecht läuft, und wer glaubt an etwas anderes, dann holt man noch 0-3 Punkte. Stuttgart nach dem Trainerwechsel, die erstaunlich auswärtsstarke Hertha und Hoffenheim dürften in der Verfassung im November 2008 fast unüberwindbare Hürden sein.
Dann wird auch dem letzten Schalker klar sein, dass ein Jahr ohne Europapokal folgen wird.
Und bereits in der Winterpause sollte man beginnen, die Mannschaft für die nächsten Jahre zu planen. Nicht für 2009, sondern perspektivisch für Jahre verjüngen, die Truppe billiger machen, den Kader ausdünnen. Dieses wiederum bedeutet zunächst sich Gedanken über die Philosophie des Vereins zu machen.
Der Trainer heißt Fred Rutten, er steht offensichtlich für ein 4-3-3 System mit dem Grundsatz, das die Defensive wichtiger ist als alles andere. Ist ja völlig in Ordnung, nur sollte man dann überlegen, welche Spieler passen in dieses System. Und dann die passenden Akteure dazu verpflichten. Will man ein 4-4-2, dann muss man dementsprechend auf dieses System orientiert handeln. Ist doch eigentlich nicht besonders schwierig.

Fakt ist momentan, von 3-4 offensiven Akteuren pro Spiel kann man nicht noch zwei auf der falschen Position einsetzen. Damit meine ich die unzureichende Fähigkeit der Außenstürmer (Halil, Farfan, teilweise spielte sogar Rakitic dort), die definitiv keine sind. Also muss man Außenstürmer verpflichten. Spieler, die fähig sind, sich im eine gegen eins durchzusetzen und Flanken von der Grundlinie bringen können. Marko Marin wäre so jemand. Von einem zentralen Mittelstürmer, der auch am Spiel teilnehmen kann ganz zu schweigen.
Dann hat Schalke seit dem Moment, als Lincoln nach Istanbul wechselte (was ich überhaupt nicht kritisiere) keinen Spieler mehr, der über den überraschenden Moment kommt, der mit einer Einzelaktion ein Spiel entscheiden kann oder zumindest seine Kollegen in torgefährliche Situationen bringt. Özil ist nicht mehr da, ob Kenia die Fähigkeit hat weiß ich nicht, Rakitic hat sie nicht, also schlage ich jemanden wie Baumjohann vor, der nicht teuer sein dürfte und genau diese Fähigkeiten bewiesen hat. Da fällt mir ein, wo war Schalke bei Hajnal oder Misimovic?
Desweiteren muss die Innenverteidigung für die nächsten Jahre präpariert werden. Dafür hat man die entscheidenden Spieler bereits in eigenen Reihen, nur muss man ab Januar auch auf Höwedes/Westermann setzen, sonst könnte erstgenannter den Verein verlassen. Schade, das jemand wie Tim Hoogland nicht mehr da ist, er wäre als dritter Verteidiger oder rechts in einer solchen Stuation viel wert. Denn Marcelo Bordons Zenit ist überschritten, nicht einmal sein defensiver Zweikampf, viel mehr sein katastrophaler Spielaufbau und die zunehmende Hüftsteifigkeit geben Anlass, auch über den Kapitän nachzudenken.

Um wirklich einen radikalen Neuaufbau zu starten muss man, wie oben gesagt, den Kader ausdünnen. Zu diesem Ausverkauf gehören logischerweise die ganzen Hilfloskäufe aus der letzten Winterpause, Ze Roberto, Streit und Sanchez, dazu gehören aber auch Lövenkrands, Varela, der Lümmel, Kobiashvili und dazu gehören sicherlich auch jetzige Stamm- oder Bankspieler, die sich überlegen müssen, den Verein zu verlassen oder sich ruhig und als Alternative im Hintergrund zu halten. Das sind Asamoah, Krstajic, Rakitic, Altintop, Kuranyi und Bordon.
Ferner muss überlegt werden, ob man als Linksverteidiger immer die Hälfte der Spiele auf Pander warten will. Ein Versäumnis im Übrigen, das nicht neu ist, dank Westermanns letzter Saison ein wenig in den Hintergrund rückte, aber auf die Arbeit von Andreas Müller erneut kein positives Licht wirft.

Wo wir beim Manager sind. Die Müller raus-Rufe des gestrigen Tages sind nicht verfrüht und nicht überraschend. Seine Transferbilanz ist miserabel, seine Außendarstellung in Sachen Trainerverpflichtung, Konzept, Lob und Kritik ist eine einzige Katastrophe. Höhepunkt gestern, siehe dazu meinen Kommentar.
Mit Rutten hat er nun den dritten Trainer (nach Rangnick und Slomka) zu verantworten. Die Ankündigung und Philosophie Ruttens steht im kompletten Gegensatz zu der Art und Weise wie Schalke sich präsentiert. Defensiv, offensiv hilflos, teilnahmslos an der Niederlage. Und ganz ehrlich, die falsche Erwartungshaltung bei allen geweckt zu haben, dies werfe ich Müller persönlich vor. Daher ist auch hier dringend zu überlegen, ob Andreas Müller als Manager respektive sportlicher Leiter haltbar ist. Ich tendiere zu letzter Chance.

Meister wird …

14. November 2008, Berka

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… wer die meisten Tore schießt.
Eher nicht, dies war in der Bundesliga bisher nur in 19 von 45 Fällen so.

… die beste Heimmannschaft.
Heimstärke ist ebenfalls abträglich. Nur 20 mal wurde die heimstärkste Mannschaft Meister.

… wer die beste Rückrunde spielt.
Immer noch eine Minderheit, wenn auch knapp: 22 mal war das so.

… wer die wenigsten Gegentore kassiert.
Dies traf in 26 von 45 Fällen zu, damit liegen wir erstmals bei einer Quote von über 50%.

… die beste Auswärtsmannschaft.
28 mal war das so, achtmal mehr als beim besten Heimteam.

… wer die beste Hinrunde spielt.
Lange Zeit eine Bank, inzwischen hat es sich bei ungefähr zwei Drittel eingependelt: 31 Fälle, in denen der Herbstmeister auch am Ende die Nase vorn hatte.

… wer am häufigsten siegt.
Das ist schon ziemlich hilfreich, 37mal wurde die Mannschaft mit den meisten Siegen Meister. Noch wichtiger als zu siegen ist es aber nicht zu verlieren, denn:

Meister wird, wer am seltensten verliert!
In 38 von 45 Bundesligajahren wurde die Mannschaft mit den wenigsten Niederlagen Deutscher Meister.


Macht mir das jetzt Mut? Tore schießen ist eher abträglich wenn’s darum geht am Ende Meister zu werden. Viel wichtiger ist es nicht zu verlieren.

Auf nach Leverkusen!


[Diese Statistik fand ich in der Sportbild-Ausgabe vom 22. Oktober, heute morgen beim Zahnarzt. Danke an die Redaktion, die hoffentlich richtig recherchiert hat; die Stichproben stimmten jedenfalls. Und an die nette Zahnarzthelferin für die Kopie!]

Ungefiltert muss das mal raus

25. Oktober 2008, kurtspaeter

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Infokasten kurtspaeter„Der Gegner stand wie erwartet sehr tief und damit haben wir uns schwer getan!“

Die üblichen armseligen Aussagen, die man nach einem torlosen 0:0 eines selbsternannten Favoriten gegen einen Abstiegskandidaten immer wieder hört.

Verdammt nochmal, dann hört endlich auf mit diesem immer gleichen trostlosen Ballgeschiebe der letzten drei Jahre, dann hört endlich auf, immer wieder das Tempo aus dem Spiel zu nehmen, immer wieder Standfußball zu präsentieren.
Die Bundesliga freut sich über viele Tore, über spektakuläre Spiele, über Offensivfußball, nur Schalke eiert mit 12:8 Toren durch die pure Tristesse.

Es ist wahrscheinlich doch eine Frage der Qualität, vielleicht nicht so sehr auf dem Platz, dort wird Woche für Woche einfach nur nachgewiesen, dass Schalke spielt wie es im Moment spielen kann.
Es ist wahrscheinlich eher die Frage, ob Andreas Müller weiß, was er tut, ob er weiß, was die Mannschaft kann und ob er wirklich der richtige Stratege in Schalkes sportlicher Führung ist. Denn die Zusammenstellung des Teams inklusive der Trainerwahl, das ist Müllers Ding. Aber diese Frage lässt sich erst im Verlauf der Saison klären und zur nächsten eventuell korrigieren. Wenn man denn dieses Eisen anpacken will. Meines Erachtens sollte man zumindest offen darüber diskutieren.

Schöne Grüße und Take Me Out To Florida

17. Oktober 2008, Torsten Wieland

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Moinsen aus Florida.

Im Stile eines Leserbriefs an alle Königsblog-Leser einen schönen Gruß und Glück auf aus den USA.
Trotz des warmen Wetters, der sonderbaren Sportarten und dem herrlichen Wasser verfolge ich natürlich den Schalker Alltag, freute mich mit einem kleinen Knirps im Kuranyi-Trikot auf den Keys über seinen Wolfsburg-Doppelpack und bin mit den Auslosungen (UEFA- und DFB-Pokal) hoch zufrieden.

Wir lesen uns in 2 Wochen wieder.

kurtspaeter



Den restlichen Platz der Karte nutzte er dann noch dazu, mich neidisch zu machen. Eine NFL-Partie ist vermerkt, das College Football-Spiel der Miami Hurricanes gegen Florida State und – Oberklopper – „American League Championship Series Tampa Bay Rays - Boston Red Sox“!

Nun weiß ich natürlich nicht welches Spiel oder gar welche Spiele er sah oder noch sehen wird. Geschichte wurde gestern in Boston geschrieben, aber in New England ist er ja nicht, und die American League ist mit der komischen Idee des Designated Hitters eigentlich auch die falsche Liga. Aber ob ein knappes 2:0 in einem solch wichtigen Spiel, ein 9:8 in Extra-Innings oder die Entscheidung um die Pennant live in St. Petersburg: Ihm wird’s gut gehen!

Ich als blau Blutender lege mich wieder hin und warte auf die nächste Saison.

Von Özil, Effenberg und weniger Funktionierendem

28. September 2008, kurtspaeter

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Infokasten kurtspaeterEs passiert selten, das der Verfasser Fußballspiele betrachtet, noch dazu von der eigenen Couch aus, und nassgeschwitzt und aufgeregt hin und her wandert, bei jedem Pass, bei jedem Schuss, bei jedem Zweikampf mitgehend. Das Achtelfinalrückspiel Porto-Schalke war z.B. so ein Spiel, wenn nicht gar das letzte Spiel, bei dem Trikottausch auch im Wohnzimmer angesagt war.
Sind wir ehrlich, die Spannung wie in Porto gibts eben nur in sparsamer Dosierung und ansonsten spielt Schalke zwar auch desöfteren einen guten Ball, bei dem man naturgemäß emotional mitgeht, aber einen Weltkick wie Werder Bremen - 1899 Hoffenheim, ein Offensivspektakel ohne Zeit zum Luftholen, das bekommt man von Schalke eigentlich nie zu sehen. Was diese beiden Mannschaften im Angriff auf den Rasen zauberten, habe ich in dieser Form in der Bundesliga oder international seit geraumer Zeit nicht mehr erlebt.

Und ich bin wehmütig geworden. Wehmütig, weil im Auge des Sturms ein Schalker Akzente setzt. Wie schon letzte Woche beim nicht minder (zumindest ergebnismäßig) spektakulären 5:2 in München war Mesut Özil der Bremer Matchwinner. Eine Eruption seiner Leistung wie in Bremen haben wir auf Schalke von ihm leider nicht erleben dürfen, aber man konnte sein Potential auch vor einem Jahr schon wahrnehmen und es ist einfach bitter, das sich beide Seiten im Winter nicht einigen konnten.
Ähnliches kann man bei der Berliner Hertha über Sejad Salihovic berichten. Ein genialer linker Fuß, ein einzigartiger Freistoßschütze und Motor des Hoffenheimer Angriffswirbels ist bei der Hertha nie über den Status des rebellischen Ergänzungsjugendlichen hinausgekommen. In Hoffenheim wissen sie diese Fehleinschätzung sehr zu schätzen und lachen sich ins Fäustchen.

Stefan Effenberg ist ein einfacher Mensch. Der von mir inzwischen als Experte am Mikrofon sehr geschätzt wird. Neben Matthias Sammer ist Effenberg in meinen Augen der Kopf, bei dem ich bei Analysen und Meinungen am meisten Übereinstimmung mit mir selber finde. Und vorallem, und deswegen schätze ich ihn, redet der Mann nicht um den heißen Brei herum.
Stefan Effenberg wünschte Jürgen Klinsmann ungewöhnlich humorig beim Weiterführen der Rotation in Zukunft viel Glück. Und ich glaube, das Klinsmann begonnen hat, sein eigenes Bayern-Trainer-Grab auszuheben. Dabei haben der Stefan und ich den gleichen Ansatz.
Entscheidend in einem Mannschaftsgebilde ist schon immer, (erstmalig wurde mir dies übrigens von meinem Jugendtrainer Schneider beim SUS Niederschelden eingebleut, das war ein guter Trainer, der Herr Schneider) das die Achse stimmt.
Torhüter, Innenverteidigung, zentraler Mittelfeldspieler, Stürmer. Dort stehen und spielen die bestimmenden Personen, dort muss alles passen, dort sind die Spieler, an denen sich eine Mannschaft orientiert. Bei Bayern hat man Rensing und Toni/Klose. Die Innenverteidigung und das zentrale Mittelfeld wird scheinbar willkürlich besetzt und damit der gesamten Mannschaft der Rhythmus und die Gewissheit genommen. Bereits unter Hitzfeld rotierte der FC Bayern in Hülle und Fülle, aber wenn man sich erinnert, abgesehen von Verletzungen spielten Kahn, Linke, Effenberg und Elber oder im letzten Jahr Kahn, Lucio/Demichelis, van Bommel und Toni/Klose so gut wie immer. Wenn Klinsmann nicht schnellstens die Rotation in der Zentrale beendet, dann glaube ich nicht an ein zweites Jahr beim FC Bayern, dafür aber an eine große Meisterschaftschance für Werder Bremen, Schalke 04, den HSV, Bayer Leverkusen, den VfL Wolfsburg oder 1899 Hoffenheim in diesem Jahr.

Das selbe Problem schleppt im Übrigen Borussia Mönchengladbach durch die ersten Spiele. Siehe dazu auch Dülp. Und wenn ich mir dann die Nichtaussage Christian Zieges gestern angehört habe, dann verliert Gladbach spätestens nach einer nicht völlig unwahrscheinlichen Niederlage gegen Köln nächste Woche den Trainer. Dabei spielt man tabellarisch eigentlich genau dort, wie das Saisonziel Klassenerhalt vermuten ließ. Gegen den Abstieg, am unteren Ende der Reihenfolge. Eigentlich bin ich gerade deswegen immer gegen solche Schnellschüsse, und 7.Spieltag wäre ein Schnellschuss, aber es ist erschreckend, wie konzeptlos Luhukay Woche für Woche eine Mannschaft auf den Platz schickt. Dabei hatte nicht nur ich letztes Jahr um die gleiche Zeit vom gleichen Mann einen komplett gegenteiligen Eindruck gewonnen.

Dieter Heimen und vielleicht Ralf Fährmann

11. September 2008, kurtspaeter

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Infokasten kurtspaeterIn der Geschichte des FC Schalke 04 könnte am Samstag Ralf Fährmann der 31.Torhüter sein, der in der ersten und zweiten Liga für unseren Verein in der Kiste steht.

Bei weitem nicht alle der bislang also 30 Torhüter des FC Schalke 04 gaben auch ihr Profidebüt bei den Königsblauen. So haben zum Beispiel Volkmar Groß (Schalke-Debüt mit einem 0:0 bei 1860 in der Saison1977/78), Harald Schumacher (Schalke-Debüt beim 2:5 in Hamburg in der Saison 1987/88) oder zuletzt Oliver Reck (Schalke-Debüt mit einem 2:1 in Frankfurt in der Saison 1998/99) und Frank Rost (Schalke-Debüt mit einem 1:0 gegen Wolfsburg in der Saison 2002/03) ihre ersten Meriten, teilweise auch ihre erfolgreicheren Spiele bei anderen Vereinen absolviert.

Insgesamt liest sich die Bilanz der Torhüter-Einstände positiv. Bis ins Jahre 1978/79, als ein gewisser Peter Sandhofe eine 1:3 Niederlage bei der Frankfurter Eintracht einstecken musste, verlor kein Keeper sein erstes Spiel (Wobei ich dabei unterschlage, das Helmut Pabst 1971/72 beim 1:5 in München eingewechselt wurde, als Schalke bereits zurücklag. Vertraue eben keiner Statistik, die du nicht selbst verfälschst …).
Am Ende stehen 14 Siege (eine Einwechslung), 7 Niederlagen (wobei 3 Keeper bei Niederlagen eingewechselt wurden) und 9 Unentschieden zu Buche. Dragan Mutibaric ist im Übrigen der einzige Torhüter, der bei seinem Schalke-Einstand ausgewechselt wurde, und zwar beim 2:2 in München in der Saison 1975/76.

Um den Kreis zu Ralf Fährmann zu bekommen, er könnte bekanntlich beim Derby in Dortmund debütieren. Dieses Privileg bezeichnet Manuel Neuer im Vorfeld als geile Sache, der abergläubische Schalke-Fan allerdings sieht die Sache kritisch. Denn bislang gab es einmal diese Konstellation.
Dieter Heimen wurde am 19.09.1987 in der 21. Minute für Harald Schumacher eingewechselt. In Dortmund. Damit ist er eigentlich der einzige Torhüter-Debutant in der Schalker-Historie gegen den BVB. Aber da dieses Spiel mit 4:1 verloren ging und es zum Wechsel bereits 1:0 für die Schwarz-Gelben stand, vergessen wir das ganze schnell und behaupten das Gegenteil…

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