Di Matteo unterstützt, Huntelaar vollstreckt

Schalke 04 gewinnt 4:1 gegen Mainz 05. Ein Sieg, der durch die individuelle Klasse Klaas-Jan Huntelaars und Eric Maxim Choupo-Motings entschieden wurde, der aber durch die Taktik des Trainers die geeignete Unterstützung fand. Vielleicht sollte man das Chelsea-Debakel tatsächlich einfach abhaken.

Roberto Di Matteo stand im Trainingsanzug und mit Stadionparka an der Linie. Anzug und Mantel: So spielt seine Mannschaft einfach nicht. Des Coaches Übungseinheit-Outfit konnte als Symbol für die noch zu leistende Grundlagenarbeit erachtet werden. Die Realität ist zurück auf Schalke.

Gegen Wolfsburg gewann Schalkes 5er-Ketten-Formation auf ganzer Linie. Gegen Mainz war das anders. Diesmal brachte die Taktik keine Per Se-Überlegenheit. Aber sie kaschierte Schalkes Defensivschwäche auf den Außenbahnen und sie brachte der Blauen Offensivkräfte auf engen Raum zusammen. Erst so, nach der Halbzeit defensiver, im 4-4-1-1 auf Konter wartend, spielte die Mannschaft in den geeigneten Formationen, um den Sieg zu ermöglichen.

Der Erfolg wurde aber durch die Klasse des Klaas-Jan Huntelaar eingefahren und durch die Klasse des Eric Maxim Choupo-Moting assistiert. Auch Max Meyer war sehr aktiv. Überragend war aber Huntelaar.

Ihm reichte der kleinste Raum, der eine Schritt Vorsprung vor dem Gegner, um zum Abschluss zu kommen. Er behauptete die Bälle auch außerhalb des Strafraums und leitete sie an seine Mitspieler weiter. Er traf drei Mal und war auch noch derjenige, der den Ball zu Tranquillo Barnetta spielte, vor dessen Fernschußtreffer. Als Krönung gelang dem Niederländer auch noch ein Tor wie dieses 1:0, ein Heber über den Torhüter aus vollem Lauf. Das war richtig, richtig großes Kino, auf Schalke!

Wie schon gegen Wolfsburg zeigte Schalke „Zug zum Tor“, zumindest in der ersten Hälfte. Die defensivere zweite Hälfte hat aber auch funktioniert. Diesmal wurde es nicht nochmal knapp wie gegen Wolfsburg, diesmal funktionierte die Vorgabe. Ein letztlich „souveräner“ Sieg, in dem Schalke eine grundsätzlich defensive Formation offensiv interpretierte und damit Erfolg hatte. Vielleicht sollten wir die Niederlage gegen Chelsea einfach in die Schublade „Zu schnelle Gegentore gegen einen zu starken Gegner“ stecken und uns davon nicht weiter runterziehen lassen.



Foto: Tomek Bo

Schalkewichteln 2014: Jetzt anmelden!

Wer mitwichteln möchte, wer schalkig schenken und beschenkt werden will, sich aber bislang noch nicht angemeldet hat, der muss nun mal schleunigst in die Puschen kommen:
Morgen ist der letzte Tag der Anmeldephase!

Wie das Ganze überhaupt funktioniert, wie man mitmacht und was einen dabei erwartet, ist hier nachzulesen: Schalkewichteln 2014

Also, Attacke getz ma …


Unfall: Surfen Sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu lesen

0:5. Der Champions League unwürdig. Benedikt Höwedes bat nach dem Spiel alle Zuschauer um Entschuldigung. Ich bitte um Entschuldigung, dass ich keine Lust habe, mir für einen gehaltvolleren Text über sowatt die Nacht um die Ohren zu hauen. Euren Frust bitte in die Kommentare. Danke.

Rote Bananen, gelbe Äppel, blaue Birnen und der Manni

Bayern München hat sein Stadion abbezahlt, habe nun noch mehr Geld für den laufenden Betrieb übrig, hieß es vor einigen Tagen. Borussia Dortmund ist schuldenfrei, es gäbe nichts mehr zu tilgen, man zahle keine Zinsen mehr, heißt es nun. Die einen sind die Nummer 1 in allem, die anderen waren zuletzt lange auch sportlich-, sind nun zumindest wirtschaftlich die Nummer 2. Und weil die Bundesliga ein Wettbewerb ist, rufen solche Meldungen Vergleiche auf den Plan.

Die Schuldenfreiheit des BVB sei für die königsblauen Nachbarn „ein schmerzlicher Nadelstich“, schrieb Manni Breuckmann in RevierSport. Zwar sei auf Schalke Vernunft eingekehrt, man müsse nachts nicht mehr schweißgebadet aufwachen, behauptete er dabei. Die Zwang zum sportlichen Erfolg, um die Verbindlichkeiten zu bedienen, sei aber belastend. Dortmund könne sich Misserfolg leisten, Schalke nicht, so Breuckmann.

Dabei thematisierte er nicht, dass weder Bayern München sein Stadion, noch Borussia Dortmund seine Schulden aus den direkten Erträgen sportlicher Erfolge abbezahlt haben. Beide haben aus ihren Fußballclubs Firmen gemacht, um Anteile dieser Firmen zu verkaufen. Sie haben dadurch große Einnahmen erzielt und diese in das Abzahlen des Stadions bzw. der Verbindlichkeiten investiert. Das ist nicht schlecht, schon gar nicht böse, daran ist nichts anrüchig. Es ist nur eben anders. Anders als es auf Schalke gegenwärtig durchzusetzen ist.
Ob sich das Handeln der Firmen aus München und Dortmund in irgendeiner wie weit auch immer entfernten Zukunft als Fehler erweise wird, bleibt abzuwarten. Möglicherweise verpasst auch Schalke 04 eine entscheidende Entwicklung im Wettbewerb Profifußball, ich weiß es nicht. Wer aber mit der Schuldenfreiheit des BVB auf Schalke zeigt und meint, die Blauen hätten Nachholbedarf, sollte ehrlich genug sein, auch den unpopulären Teil der Lösung zu erwähnen. Oder sich einfach weiter lieber mit den romantischen Themen beschäftigen.

Ausblick zum Guten

Schalke gewinnt 3:2 gegen Wolfsburg und findet damit wieder Anschluss an die Champions League-Plätze. Auch wenn man gegen Ende doch noch zitterte: Es war ein tolles Fußballspiel mit einer ersten halben Stunde, die einem Glauben an Guten Fußball geschenkt hat.

Wolfsburg hatte zuvor in acht Pflichtspielen in Folge gesiegt. Wolfsburg ist eine starke Mannschaft, hat Spieler mit hoher individueller Klasse. In der Schlussphase musste man genau davor Angst haben. Lange hatte Schalke die Führung nach der Halbzeit halbwegs souverän verwaltet. Wolfsburg durfte zwar den Ball haben, scheiterte aber daran, wirklich großen Druck auszuüben. Dann einmal nicht aufgepasst, dazu ein Ball abgefälscht, und der Sieg geriet doch noch mal in Gefahr und der Apfiff zur Erlösung. Völlig verdient gewonnen hat Schalke aber trotzdem. Vor allem zeigten die Blauen eine halbe Stunde lang, dass es sich zu hoffen lohnt, dass dieser Trainer und diese Mannschaft Dinge verändern können, die dann auch funktionieren. Ein 30-minütiger Ausblick auf das was geht, so habe ich es gefühlt.

Es sei spannend ob Schalke es schaffen würde, die Flügel dicht zu bekommen, sagte Tobias Escher im Podcast zum Spiel. Roberto Di Matteo löste das Problem kreativ. Die 3er/5er-Abwehrkette unterstützte Christian Fuchs und Felipe Santana in der Defensive. Sie förderte Fuchs’ Offensivspiel und sie schob Eric Maxim in die zentrale Position, in der der letztlich zum Matchwinner wurde. Defensiv war Benedikt Höwedes auf Grund der Formation näher bei Fuchs, ohne hinter sich eine Lücke offenbaren zu müssen. Santana durfte den Kopfballturm im Zentrum geben, seine beste Rolle, und wusste stets Höwedes und Neustädter um sich. Offensive hatten vor allem Fuchs und Uchida mehr Freiheiten. Über sie kam Schalke häufig nach vorne, im offensiven Mittelfeld hielt sich der Ball nie lange auf, so wie es sein sollte. Und zusätzlich zeigten die Blauen in dieser halben Stunde den Zug zum Tor, den man sich immer wünscht, den man in der jüngeren Vergangenheit aber auch so häufig vermisste.

Auch diese halbe Stunde war keineswegs perfekt. Olic rutschte beim Stand von nur 1:0 knapp an einer scharfen Hereingabe vorbei, da hing die Führung am seidenen Faden. Und trotzdem war es toll, das Spiel der Blauen anzuschauen. Denn es passte plötzlich viel zusammen von dem, was zuvor als nicht passend erachtet wurde.

Ein Sieg, der durch eine veränderte defensive Grundausrichtung gewonnen wurde. Eine defensive Grundausrichtung, die zu einem durchaus schnellen Spiel mit drei Toren führte. Ein Sieg nach einer spannenden Begegnung gegen einen starken Gegner, der Schalke wieder auf drei Punkte an die Champions League-Plätze heranbrachte. Das war eine ganze Menge, in diesem Spiel, von dem ich eigentlich so wenig erwartet hatte.

Forecheck zum Spiel der Blauen gegen Wolfsburg

Schalke gegen Wolfsburg. Blaue, die zuletzt konfus wirkten und zweimal verloren haben, gegen Komischgrüne, die eine Mannschaft von hoher individueller Klasse auf den Platz bringen und achtmal in Folge gewannen. Das lässt die Laune vieler Schalke sinken. Ruft man in einen Pulk hinein, dass man sich auf das Spiel freue, braucht es lange, bis jemand halbwegs Verständnis dafür aufbringt.

Gestern habe ich mich für den Forecheck-Podcast eine Weile über dieses Spiel und die Lage beim FC Schalke 04 unterhalten. Mit dem Moderator Christoph Fetzer und mit Tobias Escher, einem der Autoren von Spielverlagerung. Das Ganze kann nun hier nachgehört werden. Der Beskaz kommt auch drin vor.
 

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(45:24 Min)
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Blau und Weiß, wie lieb ich Dich

Es soll der Trailer zur 111-Jahre-S04-Jubiläumsshow sein.
Tatsächlich ist es aber vor allem ein schönes Video zum Vereinslied.