Sportbild meldet Weinzierl-Aus

Gestern berichtete Bild von „Gerüchten“, nach denen Schalke 04 an Domenico Tedesco, Trainer von Erzgebirge Aue interessiert sei. Heute lässt Sportbild bezüglich Markus Weinzierl alle Konjunktive weg, was mich letztlich dazu brachte das hier zu thematisieren: Laut Sportbild wird sich Schalke 04 von Markus Weinzierl trennen, Nachfolger soll der erst 31-Jährige Domenico Tedesco werden.

Die Meldung gibt’s hier.
 
 
Update 9:44 Uhr

Die WAZ meldet „Der FC Schalke 04 entlässt Trainer Markus Weinzierl“. Demnach habe Christian Heidel dem Trainer seine Freistellung bereits mitgeteilt. Bezüglich Domenico Tedesco wird etwas vorsichtiger formuliert. Der 31-Jährige würde die Nachfolge „wahrscheinlich“ übernehmen.
 
 
Update 10:19 Uhr

Bayer Leverkusen galt in den Medien gestern noch als (Mit-)Bewerber um die Dienste von Domenico Tedesco. Nun hat der Club für heute eine Pressekonferenz angekündigt. Laut BILD wird dort Heiko Herrlich als neuer Trainer der Werkself vorgestellt.
 
 
Update, 11:22 Uhr

Der für Aue „zuständige“ MDR meldet, Erzgebirge Aue habe seinen Trainer Domenico Tedesco verloren. Schalke 04 und Erzgebirge Aue sollen sich bereits am Mittwoch über diesen Trainer-Transfer geeinigt haben. Aue habe wohlmöglich schon einen Nachfolger gefunden. Ismail Atalan, bislang bei den Sportfreunden Lotte, soll Aue übernehmen.

U17 im Halbfinale, Stephan Schmidt nach Würzburg

Schalke 04, das ist nicht nur der Bundesliga-Kader. Die Knappenschmiede, das ist nicht nur die Mannschaft Norbert Elgerts. Schalkes U17 wurde in dieser Saison mit neun Punkten Vorsprung Westdeutscher Meister. Heute vor einer Woche gewannen sie den Westfalenpokal. Nun stehen sie im Halbfinale der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. Spätestens nach dem Finale wird die Mannschaft allerdings ihren Trainer verlieren.

Das Halbfinale wird in Hin- und Rückspiel ausgetragen. Heute um 18 Uhr spielen die Blauen in Kirchheim bei München gegen die U17 des FC Bayern. Das Rückspiel ist dann die Empfehlung zum Wochenende: Wer Lust auf guten Fußball hat, bei dem nicht an jeder Ecke Werbung rappelt, wer Bier und Bratwurst auch mal in bar bezahlen und sich dafür nicht ewig anstellen will, der kann an solchen Jugendspielen seinen Spaß haben! Anstoß ist am Sonntag um 11 Uhr, auf der Platzanlage der Gesamtschule Ückendorf, Bochumer Str. 190.

Stephan Schmidt, der Cheftrainer dieser Schalker Mannschaft, wird den Club nach der Saison verlassen und den Trainerposten bei Zweitligaabsteiger Würzburger Kickers übernehmen. Schmidt wurde als Trainer der U19 des VfL Wolfsburg bereits einmal Deutscher Meister im Jugendbereich, bevor er die Profimannschaft des SC Paderborn übernahm und dort Vorgänger von André Breitenreiter war. Er wurde einem breiten Publikum durch seine Darstellung in dem Dokumentarfilm „Trainer!“ bekannt. Dort wirkte er wenig sympathisch. Ihm oblag die Rolle des Schnösels, der über die Maßen von sich eingenommen war und dennoch in Paderborn scheiterte.

Nach einem weiteren Engagement bei Energie Cottbus unterschrieb Stephan Schmidt im Sommer 2015 in Schalkes Knappenschmiede einen Vertrag bis zum 30. Juni 2017. Vor einer weile entschied sich Schalke 04, die Jugendtrainer im B-Jugendbereich ihre Jahrgäng begleiten zu lassen. Stephan Schmidt übernahm Schalkes U16, mit der er zur U17 „wuchs“ und nun die Chance hat, einen weiteren Meistertitel im Nachwuchsbereich zu gewinnen. Eben bevor er einen zweiten Anlauf bei den „Herren“ nimmt, in Würzburg, in der dritten Liga. Stephan Schmidt ist erst 40 Jahre alt.

Der Tullus um Meyer & Konoplyanka

Der DFB-Pokal und die europäischen Wettbewerbe hatten ihre Endspiele. Zu Schalke gab es keine nennenswerten Nachrichten. Das ist nun endlich vorbei. Seit gestern gibt’s auf Schalke endlich wieder Tullus! Nachrichten um Max Meyer und Evgen Konoplyanka konnten dafür sorgen.

Eigentlich ist der Tullus gerade gar nicht auf Schalke, sondern eher medial um Schalke herum, denn beide Spieler sind derzeit mit Auswahlmannschaften unterwegs. Aber so kleinlich will nun wirklich niemand sein, wenn es endlich mal was zu schreiben gibt. Über Max Meyer heißt es, er habe ein Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt. Evgen Konoplyanka gab derweil ein Interview in dem er bestätigte, dass Markus Weinzierl nicht mehr mit ihm plane, in dem er den Trainer beschimpfte und prophezeite, dass Schalke mit Weinzierl absteige.

Nach dem schlechten Abschneiden in der letzten Saison steht Markus Weinzierl natürlich im Fokus. Da fallen solche Aussagen eines Spielers wie Miraculix‘ Zaubereicheln auf den Boden und lassen einen Wald aus Gewissheit entstehen, dass dieser Trainer nicht richtig mit seinen Spielern umgeht, dass es so nichts werden kann. Kritik an Markus Weinzierl zu entkräften ist schwierig, wenn es um Dinge geht die nicht auf dem Platz passieren. Man weiß einfach nicht, was konkret vorgefallen ist, man weiß nicht, was gegenüber wem in welchem Ton gesagt wurde. Wir wissen nun lediglich, wie bei Evgen Konoplyanka ankam, dass man ihm sagte, dass Schalke nicht mehr mit ihm plane. Nach seinen Leistungen und nach diesem medialen Coup zu urteilen wird er dem Club in der kommenden Saison nicht fehlen.

Spannender ist die Personalie Max Meyer. Einmal mehr kommuniziert der von der Agentur ROGON vertretene Spieler über die BILD und gibt dort zur Veröffentlichung bekannt, dass Schalke ihm ein Angebot zur Vertragsverlängerung gemacht hätte, dass er mit seinem Management die Ablehnung entschieden hätte, dass er sich in der kommenden Saison zeigen müsse, und dass es eben „die Frage sei“, ob er Schalke nun in diesem oder im nächsten Jahr verlasse.

Wir können davon ausgehen, dass diese Aussagen absichtlich in jede Richtung zu interpretieren sind. Max Meyer wird als „zu haben“ in die Medien gebracht, kurz bevor er sich mit der U21 bei der EM in Polen zeigen kann. Dies könnte seinen Marktwert noch mal auffrischen, zumindest aus der Sicht potenzieller neuer Clubs.
Dass gerade Schalke 04 nicht das Megaangebot auf den Tisch gelegt hat, das sich Max Meyer und sein Management nach den Jahren des Supertalent-Status‘ als Folgevertrag vorgestellt haben, ist durchaus denkbar. Denkbar wäre auch, dass Christian Heidel einem Wechsel Max Meyers in dieser Saison und bei entsprechender Ablöse nicht abgeneigt wäre, dass das Angebot entsprechend war. Man weiß es eben nicht. Ma’kucken.



Fotos: Tomek Bo

Birne Helene und der S04-Wischiwaschi-Tweet

Helene Fischer wurde bei ihrem Auftritt in der Halbzeit des DFB-Pokalfinales ausgepfiffen. Das habe an einer Wette gelegen, meinte sie. Vor dem Spiel hatte die Frankfurter Fanszene die Pfiffe angekündigt und Wirte der Stadt versprachen Freibier, falls man die Schlagerinterpretin im Fernsehen nicht verstehen könne. Dass die Frankfurter Kurve ihr Vorhaben umsetzte, weil Helene Fischer früher auf einer Clubfeier der Borussia auftrat und sich im BVB-Outfit ablichten ließ, kommentierte die Sängerin wie oben zitiert – und bestätigte damit vor allem, dass sie mit Fußball nichts am Hut hat und vollkommen fehlbesetzt war.

Solch Wischiwaschi ist unerträglich. Sowas will kein Fußballfan hören. Womit die Überleitung zum Wischiwaschi-Tweet des offiziellen Schalke 04-Twitter-Accounts geschaffen ist. Zum Tweet, den es ebenso wenig gebraucht hätte wie den Auftritt der Fischer.

„Glückwunsch, @BVB“ stand da, nicht mehr und nicht weniger. Ein Tweet, der viele Schalker aufregte. So viele, dass es dem geschätzten Peter Müller sogar zu einem Text der Gegenempörung gereichte. Dabei holt er meines Erachtens aber zu weit aus. Er spürte Wut und Aggressivität, beschwor die früheren Zeiten, als der Ruhrpott angeblich im Gleichschritt ging. Dabei wehrten sich die Fans auf Twitter lediglich ebenso gegen das Wischiwaschi der Schalker Social Media-Abteilung wie die Fans im Stadion gegen Helene Fischer.

Glaubt tatsächlich jemand, bei Borussia Dortmund hätte man einen solchen Tweet vermisst, hätte es ihn nicht gegeben? Die Twitter-Accounts der Bundesligaclubs haben Fußballfans als Adressaten. Manchmal antworten sich die Accounts der verschiedenen Clubs gegenseitig, in der Regel soll dann ein witziger Dialog entstehen. Twitter-Accounts von Bundesligisten sind letztlich Werbekanäle für die Veranstaltungen der Clubs.

Wenn man sich also darüber im Klaren ist, dass die Protagonisten des Spiels nicht das Ziel eines Tweets sind, wenn man weiß, dass es den Fans der Borussia ziemlich am Arsch vorbei gehen wird, ob ein S04-Account was twittert oder nicht, und wenn man eigentlich ahnen können sollte, dass das Gros der Schalker dem BVB nicht unbedingt den Sieg gewünscht hat – wozu solch ein Tweet?

Wir alle, auch Peter Müller, sollten uns freuen, dass so viele Schalker empört auf diesen misslungenen Output der S04-Social Media-Abteilung reagiert haben. Denn diese Rivalitäten, diese Emotionen, sind das letzte Echte in der komplett initiierten Fußballshow. Der „Anstand“ des Tweets ist Pseudo-Anstand den niemand erst nimmt. So wie die Spannung um die Meisterschaft längst Pseudo-Spannung, und wie so viel „Stimmung“ in den Stadien längst Pseudo-Stimmung ist, dort wo Klatschpappen und von Agenturen kreierte Plastiktüten-Choreografien Geräusche und Bilder fürs Fernsehen erzeugen.

Nicht diese Emotionen müssen einem Sorgen bereiten, sondern dass es kaum noch „erlaubte“ Emotionen gibt.

Die 10-Jahres-Tabelle der Bundesliga

Die 10-Jahres-Tabelle der Bundesliga



Für den FC Schalke 04 stehen in dieser Zeit zu Buche:

  • 2007/2008: Qualifikation zur UCL-Qualifikationsrunde, UCL Viertelfinale
  • 2008/2009: –
  • 2009/2010: Vizemeister, UCL Qualifikation, DFB-Pokal Halbfinale
  • 2010/2011: UCL-Halbfinale, DFB-Pokalsieger
  • 2011/2012: UCL Qualifikation, UEL Viertelfinale
  • 2012/2013: Qualifikation zur UCL-Qualifikationsrunde, UCL Achtelfinale
  • 2013/2014: UCL Qualifikation, UCL Achtelfinale
  • 2014/2015: UEL Qualifikation, UCL Achtelfinale
  • 2015/2016: UEL Qualifikation
  • 2016/2017: UEL Viertelfinale



Hier geht’s zu den Versionen 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011

Die Weinzierl-Ziel-Zahl: Verfehlt

Nun habe ich mich gestern bereits über die abgeschlossene Saison ausgelassen. Das möchte ich wahrlich nicht endlos forttreiben. Aber noch ist die Zeit der Bilanzen, und es braucht noch den Abschluss zur Weinzierl-Ziel-Zahl.

Diese entstand aus dem anspruchsvollen Ziel Markus Weinzierls und mutierte schnell zum Running Gag. Nachdem Schalkes Mannschaft gegen Ende des Jahres 2016 endlich in die Spur fand und seine beste Saisonphase spielte, kommentierte Christian Heidel, dass man die fünf Auftaktniederlangen in Folge als Rucksack bis zu Saisonende mitschleppen würde. Vor dem 16. Spieltag bemerkte Markus Weinzierl, dass, betrachte man nur die Spiele nach den ersten fünf Spielen, sein Team gerade einen Punkteschnitt von 1,8 halten würde. Und dass dies, könne man diesen Schnitt bis Saisonende durchziehen, zu „mehr als 50 Punkten“ führen würde, dass Schalke 04 damit seine Ziele wahrscheinlich erreichen würde.

Der Punkteschnitt ab dem sechsten Spieltag sollte also 1,8 betragen, und die Abweichung von dieser Weinzierl-Ziel-Zahl stellte ich ab Januar in der Sidebar dieses Blogs dar. Diese Episode, von des Trainers Hoffnung vor dem 16. Spiel bis zum Verlassen des Pfades vier Spiele später, kann als Beispiel für die ganze Saison herhalten. Immer wieder setzte man sich Ziele oder machte sich Hoffnung, immer wieder scheiterten die Blauen. Noch vor dem 31. Spieltag hieß es, nun habe man vier Endspiele, gewänne man die, würde man bestimmt … aber man verlor schon das zweite und konnte auch Nummer 3 und 4 nicht mehr gewinnen.

Also folgten auf den katastrophalen Start mit fünf Niederlangen die Spieltage 6 bis 34 mit einem Schnitt von 1,48 statt 1,8 Punkten pro Spiel. Kein guter Schnitt, das Ziel verfehlt, jeglicher Hoffnung unterlegen.

Andererseits kann mit Blick auf die Zahlen eben doch weiterhin berechtigt bemerkt werden, dass der schlechte Saisonstart die gesamte Saison versaute. Denn hätte man auch in den ersten fünf Spiele zumindest diesen nicht besonders guten Schnitt eingefahren, hätte Schalke 04 die Saison mit 50 Punkten abgeschlossen, stünde auf Rang 5 und hätte eben doch die Europa League-Qualifikation erreicht.

2016/2017: Die Gruselsaison

Mit einem lausigen 1:1 beim Absteiger in Ingolstadt geht für Schalke 04 die Saison 2016/2017 nach langen 50 Pflichtspielen endlich zu Ende. Auf den großen Umbruch im Sommer mit neuem Manager, neuem Trainer und einer halben neuen Mannschaft folgte die erfolgloseste Saison der Schalker (Arena-)Neuzeit. Bemerkenswert war lediglich, wie ruhig es trotz dieses Misserfolgs um den Verein blieb.
 
 
Die schlechteste Saison der Schalker Neuzeit

Nüchtern betrachtet war Schalke in der gesamten Saison biederer Bundesligadurchschnitt. Nach den Einzelspielen fühlte sich das freilich immer wieder mal anders an. Da schürten Ergebnisse immer wieder mal Hoffnung, welche umgehend enttäuscht wurde.

Schalkes bester Tabellenplatz in dieser Saison war Rang 8. Am Ende kamen die Blauen auf 11 Siege. Seitdem Schalke in der Arena spielt hat man nie seltener gewonnen. In der Saison 2010/2011 verzeichnete man ebenfalls nur 11 Siege. Den 11 Siegen standen 13 Niederlagen gegenüber, bei 10 Unentschieden. Seitdem Schalke in der Arena spielt war dies die zweite negative Ergebnisbilanz. In der Saison 2010/2011 waren es 11 Siege, 16 Niederlagen und 7 Remis. Seit Schalke in der Arena spielt wurden die jetzigen 43 Punkte nur einmal unterboten. In der Saison 2010/2011 kam Schalke auf 40 Zähler.

Aber in der Saison 2010/2011 gewann Schalke 04 den DFB-Pokal und zog nach Siegen gegen Inter Mailand ins Champions League-Halbfinale ein. Von der Saison 2016/2017 wird nichts dauerhaft in Erinnerung bleiben.
 
 
Warum es in der kommenden Saison besser laufen wird

… muss Christian Heidel beantworten, ich kann es nicht. Natürlich war nicht alles schlecht. Zwischendurch hat Schalke auch gute Spiele abgeliefert. Manchmal hatte man den Eindruck, der Trainer konnte ein Offensivpressing etablieren. Manchmal sah es so aus, als versuche die Mannschaft das Spiel mit mehr Kontrolle und weniger langen Bällen aufzubauen. Nabil Bentaleb und Guido Burgstaller sind Neuzugänge, welche das Team weiterbringen. Thilo Kehrer hatte seinen Durchbruch und wird sicherlich auch weiterhin das Vertrauen des Trainers erhalten. Und natürlich kann man darauf verweisen, dass in dieser Saison wichtige, vermeintlich wichtige und hoffnungsvolle Spieler wie Naldo, Coke oder Embolo sehr lange ausfielen, dass das die Saison negativ bedingte, dass Schalke das nun mal nicht verkraften konnte.

Aber natürlich werden sich auch in der nächsten Saison wichtige Spieler verletzten. Das ist immer so und das ist auch keine Schalker Eigenheit. Es geht nicht darum darauf zu hoffen, dass mal alles perfekt läuft. Es geht um die Frage, weshalb die Leistung derjenige, die auf dem Platz stehen, immer wieder so großen Schwankungen unterliegt, dass man wirklich nie, nicht gegen den schwächsten Abstiegskandidaten, mit gesundem Selbstbewusstsein und halbwegs siegessicher in eine Partie gehen kann. Der Leistung fehlt jede Basis, das „Normal“ hat kein gesundes Niveau.
 
 
Also doch wieder den Trainer feuern?

Ein Trainer sollte nicht wegen schlechter Ergebnisse in den letzten Spielen gefeuert werden, sondern dann, wenn für die Zukunft kein Erfolg zu erwarten ist. Dies zu beurteilen ist Christian Heidels Job. Wie er den Club durch dieses Krisenjahr führte, war bemerkenswert. Keine Störfeuer aus dem Aufsichtsrat, keine vorab geleakten Transfers, keine öffentlichen Äußerungen, welche die Position des Trainers gegenüber den Medien geschwächt hätten. Nun ist es an ihm, Bilanz zu ziehen. Herauszufinden, was geändert werden muss, zu entscheiden, welches Personal dafür notwendig ist.

Ich trauere keinen Einzelspielern hinterher. Falls Leon Goretzka den Club verlassen will: Mir wäre wichtig, dass der Preis stimmt. Ich sehe immer wieder Teams, die guten Fußball spielen, mit Spielern deren Namen vor 12 Monaten noch niemand kannte. Vor 12 Monaten war Sead Kolasinac auch noch ein durchschnittlicher Bundesligakicker. Spieler kommen, gehen und entwickeln sich. Wichtig wäre aber, dass sich das Spiel der Gruppe entwickelt, und daran haperte es zuletzt. Mit Goretzka, mit Kolasinac und unter mehreren, sehr verschiedenen Trainern.

Immer wieder mit neuen Trainern bei Null anzufangen hat Schalke nicht weitergebracht. Letztlich geht es seit Jahren Abwärts mit Schalke 04, nicht erst seit dieser Saison. Wenn Christian Heidel entscheidet, dass Schalke mit Markus Weinzierl in die nächste Saison geht, wäre das erstmals tatsächlich Ausdruck von „Geduld“ und „Kontinuität“. Begriffe, die seit 10 Jahren auf Schalke immer wieder zu hören und zu lesen waren, die sich letztlich immer wieder als hohle Phrasen entpuppten, weil die Entscheider am Ende dem Druck nie standhielten.

Ma’kucken.