Boah, schon wieder Real Madrid!

Boah, schon wieder Real Madrid!

Schalker dürfen das. Grandios, oder?!

Ja, beim letzten Mal gab’s eine Klatsche. Aber 14 Bundesligisten betteln darum, auch nur einmal von Real Madrid ordentlich vermöbelt zu werden. Uns hingegen darf es nerven, schon wieder gegen Real Madrid zu spielen. Das zeigt vor allem, was für ein grandioser Fußballclub Schalke 04 ist.

Mich hat’s genervt, dass Schalke schon wieder gegen Real Madrid spielen wird, direkt nach der Auslosung. Ich hoffte auf einen Gegner, gegen den die Blauen an einem guten Tag eine Chance auf ein Weiterkommen haben. Real Madrid erscheint zu übermächtig.

Das gilt weiterhin. Aber seit Roberto Di Matteos Mannschaft gegen Bayern München und Borussia Mönchengladbach richtig starke Defensivleistungen auf den Platz brachte, hoffe ich auf interessante Spiele. Ich hoffe darauf, dass Schalke 04 es Real Madrid schwer macht. Kein Gehenlassen, ein Gegenhalten.

Ma’kucken.

Schwer verständliche Niederlage in Frankfurt

Schalke verliert 1:0 in Frankfurt und damit auch den 3. Rang in der Tabelle. Eine Halbzeit richtig gut, eine Halbzeit arg pomadig. Sowohl verdient als auch unglücklich. Es lässt sich eigentlich nicht erklären.

Wenn beide Teams jeweils eine Hälfte die bessere Mannschaft waren, wenn Frankfurt eben den einen Treffer macht und auch noch einen fälligen Strafstoß nicht bekommt, dann geht solch ein Sieg für die Eintracht eben in Ordnung. Wenn Schalke in der ersten Hälfte so überlegen ist, wenn die Abwehr steht, wenn im Mittelfeld Bälle am laufenden Band gewonnen werden, wenn schnell nach Offensive umgeschaltet wird und der Zug zum Tor da ist, dann ist es unerklärlich, weshalb das alles in der zweiten Hälfte plötzlich weg ist.

Natürlich: Die besten Offensivkräfte fehlen den Blauen. Eine solche erste Halbzeit mit Huntelaar, die Chancen dass ein Tor fällt hätten deutlich besser gestanden. Und doch erklärt es nicht den Leistungsabfall in der zweiten Halbzeit.

Natürlich: Thomas Schaaf hat gesehen dass Schalkes rechte Seite zu dominant war und reagierte in der Halbzeit. Mit Lucas Piazon brachte er den Matchwinner, der Brasilianer neutralisierte das Duell auf dem Flügel und erzielte den Treffer des Tages. Und doch erklärt auch das nicht, weshalb Schalke plötzlich so unsauber spielte und im Mittelfeld so viel weniger Zugriff bekam wie in der Halbzeit zuvor.

Ich kann‘s nicht erklären. Vielleicht hilft mir ja jemand.

Den Blick defensiv auf Frankfurt richten

Es gilt, Schalkes Defensive zu verbessern, sagt Roberto Di Matteo. Gut, er sagt „auch die Defensive“, aber so ist es eben zu normal, und normal will ja keiner. Er sagt, man denke nur an das Spiel in Frankfurt, noch nicht an das kommenden Mittwoch folgende, gegen Real Madrid. Da geht’s mir genauso.

Meister Schaaf ist angekommen in Frankfurt, die Eintracht findet sich selbst wieder gut und tritt selbstbewusst auf. In dem Eintracht-Podcast, den es zu hören gilt wenn man sich in die Stimmung der Fans der SGE hineinfühlen möchte, gibt man sich respektvoll vor den jüngsten Leistungen der Blauen, findet die Spielweise aber ekelig, natürlich. Ich hoffe das bleibt auch über Samstag hinaus so.

Ebenso gerne darf es im Blog-G, das Blog das es zu Eintracht Frankfurt zu lesen gilt, auch Anfang nächster Woche verschnupft zugehen. Stefan Krieger selbst, dem Macher der Seite und großen Onkel der Fußballbloggerszene, wünsche ich parallel natürlich stets beste Gesundheit. Ich finde es nur eben gut, wenn Schalke 04 von anderen Fans nicht gemocht wird. Da helfen Siege in der Regel weiter. Ma’kucken.

Und übrigens: Die Angst vor einem Freitag den 13. heißt Paraskavedekatriaphobie. Für Schalker ist sie sehr begründet. In 5 Spielen an solchen Tagen holten die Blauen gerade 4 Punkte. Das letzte Schalke-Spiel an solch einem Datum war die 4:3 Niederlage in Wolfsburg im März 2009.

Wie die Quote an einem Samstag den 14. steht habe ich gerade nicht im Kopf …

Zwischen Tradition und Kommerz

Mitte Januar fand in Gelsenkirchen eine Veranstaltung unter dem Titel „Zwischen Tradition und Kommerz“ statt. Veranstalter waren die großen Schalker Fan-Organisationen Supportersclub, Ultras Gelsenkirchen und Faninitiative, sowie die Initiative SchalkeVereint. Der Platz war begrenzt, das Interesse war groß, entsprechend schnell war die Veranstaltung ausgebucht. Um möglichst viele Fans erreichen und informieren zu können gibt es nun den nahezu kompletten Nachmittag bei YouTube nachzusehen.

Die Veranstaltung war in zwei Vorträge und eine Podiumsdiskussion unterteilt. Der Vortrag von Dr. Dirk Rasch, ehemaliger Präsident des VfL Osnabrück und Autor des Buches „Rettet den Fußball!“, fand auch meine grundsätzliche Sympathie. Seine Argumente und Schlussfolgerungen waren für mich aber nicht immer nachvollziehbar. Als sehr nachvollziehbar und gut empfand ich den zweiten Vortrag von Raphael Brinkert, Mitinhaber der Werbagentur „Jung von Matts/sports“, welche u. a. die Schalker Werbekampagne 2014/2015 führt. Als gewichtigste Stimme zum Thema bezüglich des FC Schalke 04 nahm an der abschließenden Podiumsdiskussion Finanzvorstand Peter Peters teil. Auch da lohnte es sich durchaus, genau hinzuhören.

Ich empfehle ein Anschauen, auch wenn dafür nach Internetmaßstäben viel Zeit investiert werden muss.
 

 

 

Dominante Defensive

Schalke besiegt Borussia Mönchengladbach mit 1:0. War es gut aber nicht schön? Oder ist gut immer auch schön? Ist alles egal wenn der Erfolg stimmt, ist Erfolg Unterhaltung? Ist Unterhaltung wichtiger als Erfolg? Es wird derzeit viel diskutiert, sowohl um Schalke herum als auch unter Schalkern. Aber in einem sind sich alle einig: Der Sieg war verdient.

11 Minuten hatte Schalke häufig den Ball. Gleich bei der ersten Torchance war man erfolgreich. Danach durfte Gladbach den Ball zwar haben, damit aber nicht anfangen was es wollte. Schalke verbat Gladbach, aufs Tor zu schießen. In dieser extremen Form vielleicht auch, weil die Blauen mit Timon Wellenreuther einen Debütanten zwischen den Pfosten hatten. In dieser Mission zeigte man sich jedenfalls erstaunlich souverän. Gladbach brachte im gesamten Spiel genau einen Ball auf das Schalker Tor. Einen harmlosen Fernschuss von Granit Xhaka, in der 16 Minute.

Ein Spiel, in der die Dominanz der Schalker Defensive beeindruckte, das aber über 90 Minuten kaum Torraumszenen bot. Selbstverständlich sind damit nicht alle zufrieden. Fans und Spieler anderer Couleur mögen schimpfen oder sich beschweren, bei ihnen ist es aber nur Hilflosigkeit, denn lieber würden sie auf eine erfolglose Schalker Mannschaft herabsehen. Unter Journalisten finden sich selbstverständlich alle Meinungen. Schwer wiegen die Meinungen der Schalker, die an der Spielweise der Schalker Mannschaft keinen Spaß haben können.

Da gibt es kein Richtig und kein Falsch. Gegen Wolfsburg, Stuttgart und Mainz erzielte Schalke mit der gleichen taktischen Formation jeweils drei oder vier Treffer. Gegen Hannover gab es auf beiden Seiten relativ viele Torchancen. Gegen München und Gladbach stand nun die Defensive im Fokus und funktionierte. Da kann sich nun jeder heraussuchen was er mag; oder eben auch nicht mag.

Ich erfreue mich vor allem daran, dass das, was es zu sehen gibt, gekonnt ist. Schalke wurde gegen Gladbach nicht vom Gegner in die Defensive getrieben, sondern man war stets Herr der Lage. Der Trainer wusste um die Schwäche Gladbachs, das Spiel zu machen, und nutzte dies aus. So wie der Trainer auch gegen Hannover erkannte, dass man über die Linke Seite am besten zu Chancen kommt, weshalb für 90 Minuten Christan Fuchs zum Spielmacher avancierte.

Ich mag gute Defensive, schon immer, sei es im American Football, in meinem Lieblingssport Baseball oder in „unserem Fußball“. Als ich 2007 zu schreiben begann war es selbstverständlich, dass Schalke 04 vor allem durch defensive Stabilität zu seinen Punkten kam. Damals hießen die Protagonisten noch Bordon und Krstajic. Die Arbeit des damaligen Trainers Mirko Slomka habe ich so lange für gut befunden, bis sich die Offensive seiner Mannschaft derart zurückentwickelt hatte, dass kaum mehr als Hoffen auf Torerfolge durch Standardsituationen übrig blieb.

So weit wird es unter Roberto Di Matteo hoffentlich nicht kommen.



Foto: Tomek Bo

Ausnahmepunktgewinn

Der FC Schalke 04 spielt beim FC Bayern 1:1 unentschieden. Damit ist Schalke der erste Club überhaupt, der in dieser Saison in München einen Punkt gewinnen konnte! Ein verdienter Erfolg nach einer taktisch guten Leistung.

Über weite Phasen des Spiels war der FC Bayern die bessere Mannschaft. Oft genug fehlte es Schalke an Präzision, wurden Konter nach Ballgewinnen überhastet angegangen und vertändelt. Schalke änderte seine Spielweise auch nicht, als Jerome Boateng von Platz gestellt wurde, als man in Überzahl war. Und dann war da noch der doch sehr schwach geschossene, vergebene Elfmeter. Das führte dazu, dass Schalker um mich herum am Ende nicht zufrieden waren mir dem Spiel der eigenen Mannschaft.

Solch eine Unzufriedenheit lässt mich nur mit dem Kopf schütteln.

Einen Elfer so zu vergeben ist doof, sicher, aber das gilt es abzuhaken, in dem Moment, in dem es passiert. Der FC Bayern München gehört zu den Top-Teams der Welt, steht auf einer Stufe mir Real Madrid, das Schalke zuletzt gleich zweimal die Hosen auszog. In den bisherigen 9 Heimspielen gewann München 9 Mal, bei 28:2 Toren. Beim letzten Auswärtsspiel der Schalker in München stand es nach 28 Minuten 4:0 für die Bayern. Dies zu verhindert war das erste und mehr als legitime Ziel einer gut organisierten, defensiven Herangehensweise der Schalker in diesem Spiel.

Eine Herangehensweise die funktionierte, auch wenn sie nicht alle Chancen verhindern konnte, dafür ist München einfach zu stark. Eine Herangehensweise, die immer auch Kontersituationen ermöglichte, auch wenn diese zu selten gut ausgespielt wurde. Selbstverständlich wünscht man sich mehr, aber soweit ist Schalke eben noch nicht. Roberto Di Matteo ist erst seit 120 Tagen Trainer auf Schalke, und zwischen der kurzen Phase Rangnick und ihm lagen 3 Jahre taktisches Stückwerk.

In diesem Spiel lies Schalke den Bayern kaum Raum. Wo auch immer auf dem Platz München einen Ball gewann, sofort war Schalke hinter dem Ball in Überzahl. Ein Joel Matip agierte, als hätte er nie gefehlt. Spieler wie Meyer, Sam oder Prince mochten offensiv überhastet agiert haben, defensiv waren sie aber eine Laufstarke Reihe weit vorne. Ohne den nun mal unstoppbaren Weltklassespieler Ajren Robben wäre München kaum zu Torchancen gekommen.

Eine defensivtaktische Mannschaftsleistung wie diese und ein Punkt in München ist, gemessen am Stand des FC Schalke 04 unter Roberto Di Matteo, an dem zur Verfügung stehenden Kader und in Anbetracht der Tatsache, dass man in der zweiten Hälfte auch noch mit einem Juniorentorhüter antreten musste, aller Ehren wert. Darüber darf, nein, darüber sollte man sich freuen. Wer das nicht schafft, tut mir fast schon leid. Drei oder mehr Tore erzielt Schalke dann wieder gegen Clubs wie Stuttgart, Mainz oder Wolfsburg.

Spielmacher Fuchs

Schalke gewinnt den Rückrundenauftakt gegen Hannover 96 mit 1:0. Es hätte auch unentschieden ausgehen, man hätte auch verlieren können. Ähnlich wie am letzten Spieltag der Hinrunde bekam man viel zu sehen, diesmal stimmte aus Blauer Sicht aber auch das Ergebnis. Bester Schalker war dabei ein Österreicher, dessen Vertrag in knapp 5 Monaten ausläuft.

„Kippelig“ steht sogar im Duden. Ich dachte es wäre ein Wort aus der Gegend, aber offensichtlich wackelts bundesweit ab und an auf solche Weise. Auf Schalke gestern gleich dreimal ganz arg. Als es Benny Höwedes irgendwie schaffte, Joselu auf dem Weg zum Ausgleich den Ball durch die Beine wegzuspitzeln. Als der gleiche Joselu im Alleingang erst an Fabian Giefer scheiterte. Und vor allem, als eine von Matija Nastasic Richtung Tor abgefälschte Hereingabe beim letzten Aufsetzen plötzlich die Richtung änderte, eben nicht ins Netz, sondern wie von Geisterhand geführt, plötzlich gen Seitenlinie flog. Eine Zauberszene die es wert gewesen wäre, mehr als nur ein normales Bundesligaspiel zu entscheiden.

Trotzdem war es letztlich kein nur glücklicher Sieg, denn auch die Blauen hatten viele Torchancen. Schalkes Spielmacher war dabei Christian Fuchs, der so ziemlich jede gefährliche Situation vorbereitet hat. Gegen Hannover gab es leider keinen Mix an Offensive. Meyer konnte sich kaum durchsetzen, Uchida blieb blass, der Spielaufbau durchs Zentrum, über Neustädter und Höger, wurde von Hannover geeignet verteidigt. So war es eben an Fuchs, Chancen zu kreieren. Es wirkt immer etwas zufällig, Flanken gelten als profan. Aber das ist eben nur gefühlt. Spiele über die Außen zu gewinnen ist ein erlaubtes Mittel, und diese Hereingaben sind Fuchs‘ Stärke.

Ein Sieg der individuellen Qualität, eben der von Fuchs, Höwedes und Giefer, die man gelöst hätte beklatschen können, hätte sich Klaas-Jan Huntelaar nich noch zum Tieffliegen hinreißen lassen. Ob was vorgefallen war zwischen ihm und Schmiedebach? Ob es der Frust war, weil ihm selbst in diesem Spiel so wenig gelungen ist? Ich weiß es nicht. Aber ich fand des Princen Auftreten bei seinem Kurzeinsatz gut. Vielleicht ist ja gerade der Termin in München die passende Gelegenheit für einen von Prince unterstützen Choupo-Moting im Sturmzentrum. Ma’kucken.



Foto: Tomek Bo