Heldts Ohr an Klopps Werbung

 
Werbung, dazu hier noch unbezahlt und mit dem Trainer des falschen Clubs als Protagonisten. Nicht aus Spaß, oder gar zur Selbstkasteiung mit Blick auf Protagonisten im eigenen Club, sondern weil Horst Heldt selbst die Aussage des Spots für relevant erklärte.

Das ist zwar ein Werbeslogan, aber er beinhaltet unheimlich viel Wahrheit. Der Inhalt ist deshalb auch absolut treffend für uns.

… wird Schalkes Manager in kicker zitiert.

Gut für Schalke, dass Jürgen Klopp so viel Werbung macht.

Da bin ich zu Haus

Am Samstag war ich auf Schalke, beim PUR-Konzert. Ich war erstaunt, wie sehr ich mich mit dem Ort verbunden gefühlt habe. Schon immer war ich zufrieden mit Schalkes Arena. Doch inmitten derart vieler Fremder, glückliche Gäste, fühlte ich mich dort besonders zu Hause. Ich fühlte fast sowas wie Stolz, auf unser Stadion.

Nein, meine Musik ist PUR nicht. PUR ist die Musik meiner Frau. Ich liebe sie, besonders dann, wenn sie glücklich ist. Deshalb ist es auch für mich schön, sie zu einem PUR-Konzert zu begleiten. Ihre Band in meinem Stadion, passender geht’s kaum.

Bei Schalke-Spielen kosten 0,5l Bier seit dieser Saison 3,90 Euro. Bei PUR waren es sogar 4,20 Euro für nur 0,4l. Mich zu betrinken war nicht nur deshalb keine Alternative. Ich wollte durchaus mitbekommen, was passiert. Und es passierte viel. Einmal-Konzert-Besucher unterscheiden sich sehr von Fußballfans. Sie drehten Runden im Stadion, auf der Suche nach dem passenden Snack-Angebot. Sie stellten sich trotz mehrerer Kassen in einer Reihe an. Nach dem Konzert standen sie nahezu alle am Knappenkarten-Schalter, um ihr Restgeld zurückzubekommen. Bei PUR-Konzerten sind die Gäste überwiegend weiblich. Trotzdem bildeten sie vor allen Toiletten Schlangen, egal welches Piktogramm die sanitäre Anlange welchem Geschlecht zuordnen wollte. Entsprechend waren auch die Herren in den Toiletten auf eine gewisse Sauberkeit bedacht; bedachter als sonst, jedenfalls.

Wie viele andere saß auch meine Frau vor dem Konzert noch auf einer Treppe in der Sonne. Ich holte uns was zu essen und legte dabei sehr bewusst meine Knappenkarte mit der Meistermannschaft von 1958 zwischen all‘ die PUR-Sonderversionen. Ich sprach fragend dreinschauende Menschen an und erklärte ihnen das Kartensystem und die Trennung von Speisen und Getränken an den Kiosken. Ich war einer wie alle und fühlte doch Gefühle eines Gastgebers. Ich freute mich, wenn andere mit dem Stadion zufrieden waren. Vor allem freute mich aber, wie gut das Stadion als Ort der guten Stimmung funktionierte!
Nein, PUR ist nicht meine Band, aber sie brachten das Stadion zum Wackeln. Die Bühne zentral, unter dem Videowürfel eine weitere dreidimensionale Videoinstallation und viel Pyrotechnik, die ansonsten zu einem Jahrhundert an Stadionverboten gereicht und jedem Ultra feuchte Träume bereitete hätte: Davon ging es aus und es flutete die Ränge. Ich saß nahezu an der gleichen Stelle wie immer und verbrachte den Abend hauptsächlich damit, staunend das Rund zu beobachten. Die Lichtreflexionen an der Stadiondecke. Die Ränge voll glücklicher Menschen. Die sich rhythmisch wiegende Masse, egal wie hoch ich auch schaute.

Es ist schon ein wirklich sehr gelungenes Stadion, unser Stadion.



Erstes Spiel, erste Niederlage, als Titelträger

Weltmeister 1954:
Im ersten Spiel als Titelträger, nach 84 Tagen, am 26. September 1954, eine 0:2 Niederlage gegen Belgien, im Heyselstadion zu Brüssel. Übrigens die bis heute letzten Niederlage gegen Belgien.

Europameister 1972:
Erstes Spiel nach 150 Tagen, am 15. November 1972, ein 5:1 Sieg gegen die Schweiz, im Düsseldorfer Rheinstadion.
Erste Niederlage im 2. Spiel als Titelträger, nach 241 Tagen, am 14. Februar 1973, ein 2:3 gegen Argentinien, im Münchener Olympiastadion. Übrigens die erste Niederlage gegen Argentinien überhaupt.

Weltmeister 1974:
Erstes Spiel nach 59 Tagen, am 04. September 1974, ein 2:1 Sieg gegen die Schweiz, im St. Jakob-Stadion in Basel.
Erste Niederlage im 4. Spiel als Titelträger, nach 248 Tagen, am 12. März 1975, ein 0:2 gegen England, im Wembley-Stadion zu London. Übrigens das 400. Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft.

Europameister 1980:
Erstes Spiel nach 80 Tagen, am 10. September 1980, ein 3:2 gegen die Schweiz, im St. Jakob-Stadion in Basel.
Erste Niederlage im 5. Spiel als Titelträger, nach 193 Tagen, am Neujahrstag 1981, ein 1:2 gegen Argentinien, im Estadio Centenario in Montevideo (Uruguay). Übrigens die erste Niederlage nach 23 niederlagenlosen Länderspielen.

Weltmeister 1990:
Erstes Spiel nach 59 Tagen, am 29. August 1990, ein 1:1 gegen Portugal, im Estádio da Luz in Lissabon.
Erste Niederlage im 7. Spiel als Titelträger, nach 332 Tagen, am 05. Juni 1991, ein 0:2 gegen Wales, im National Stadion zu Cardiff. Übrigens die erste Niederlage gegen Wales überhaupt.

Europameister 1996:
Erstes Spiel nach 66 Tagen, am 04. September 1996, ein 2:0 gegen Polen, im Gornik-Stadion in Zabrze.
Erste Niederlage im 16. Spiel als Titelträger, nach 633 Tagen, am 25. März 1998, ein 1:2 gegen Brasilien, im Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart.

Weltmeister 2014:
Im ersten Spiel als Titelträger, nach 52 Tagen, am 03. September 2014, eine 2:4 Niederlage gegen Argentinien, in der ESPRIT arena in Düsseldorf. Übrigens die kurzfristigste und höchste erste Niederlage einer deutschen Nationalmannschaft als Titelträger überhaupt.



Eine Liste aller Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft gibt es hier.

Kein Messias, nur Geflügel

Auf und um Schalke war es ruhig gestern, am letzten Tag der Sommertransferperiode. Bei diesem Club ist immer alles möglich. Noch vor einem Jahr sorgte ein schlechter Saisonstart dafür, dass mit kurzfristigen Verpflichtungen von Dennis Aogo und Prince das Finanzloch erweitert wurde. Den ebenfalls nicht so ganz gelungenen Saisonstart in diesem Jahr konnten beide nicht verhindern. Immerhin taugte Prince dabei in neuer Rolle als Sündenbock.

Wenn man Gewinne machen möchte, muss man auch mal einen Spieler verkaufen, sagte Finanzvorstand Peter Peters auf der letzten Jahreshauptversammlung. Bei diesem Club ist immer alles möglich. Die gestern Nacht durch die sozialen Netzwerke rasende Meldung, dass Klaas-Jan Huntelaar Schalke sofort gen England verlassen würde, lies sich allerdings schnell als Ente erkennen.

Für 12,75 Millionen Britische Pfund habe Arsenal des niederländischen Torjägers Ausstiegsklausel in dessen Schalke-Vertrag gezogen, hieß es vor allem im englischsprachigen Twitter-Universum. Huntelaar sei bereits auf dem Weg nach London, zum Medizincheck. Als Quelle der Nachricht wurde ausgerechnet „Junge Welt“ genannt. Ein Gag, auf den ich selbst gerne gekommen wäre, kaum zu kontern. Aber man kann’s ja versuchen. Vielleicht lasse ich im Winter den „L’Osservatore“ über Max Meyers Wechsel nach Milan berichten. Ma’kucken.

Unerwarteter (Teil-)Erfolg

1:1, gegen Bayern München behält Schalke 04 einen ersten Saisonpunkt in der Arena. Ein Teilerfolg, den sich die Mannschaft redlich verdiente, und der laut gefeiert wurde. Dass das Spiel über weite Strecken nicht besonders gut war, störte diesmal niemanden. Die niedrige Erwartungshaltung war der Schlüssel zum Glück der Fans.

Die entscheidende Phase zu einer eher kampfbetonten, intensiven aber spielerisch weniger guten Partie, in der Schalke gut gegenhielt und seine Chancen fand, ereignete sich um die 30. Spielminute. In kurzer Zeit gab es viele Unterbrechungen, wurde viel gefoult. Bayerns Rode und Badstuber hätten mit Gelb verwarnt werden müssen, was der Schiedsrichter bleiben lies. Gegen Schalke hingegen pfiff er sehr kleinlich auch Aktionen ab, die er auch hätte laufen lassen können. Vermeintliche Vorteile für den Gast aus München, die sich ins Gegenteil verkehrten. Denn diese Phase unterbrach den guten Lauf der Bayern. In dieser Phase verlor der Gast die Ordnung in seinem Spiel.

Eine knappe halbe Stunde waren die Bayern so stark wie befürchtet. Sie agierten mit weit aufrückenden Außenverteidigern und schufen häufig eine Überzahl im Mittelfeld. Sie attackierten früh, schon tief in der eigenen Hälfte bekam es Schalkes Verteidigung mit einem engen Netz an Gegnern zu tun. München gewann viele Bälle im Schalker Aufbauspiel und kam früh zu sehr guten Chancen. Die dritte brachte die Bayern mit 1:0 in Führung.

So hatte ganz Schalke die Bayern über 90 Minuten erwartet. Nach den schwachen Spielen der Blauen in Dresden und Hannover, nachdem Schalke in den letzten Partien gegen München stets wie das Kaninchen vor der großen Schlange Rekordmeister erstarrte, erwartete niemand auch nur ein knappes Spiel. Doch eben ein solches gab es nun, auch in der zweiten Halbzeit.

Obwohl das Geschehen nur wenige klare Offensivaktion bot und arm an Torchancen war, stieg die Stimmung im Stadion stetig. Wie ein unerwartetes Geschenk im Alltag sorgte der Verlauf für gute Laune. Keine Demütigung wie in den letzten Spielen gegen die Bayern, konkurrenzfähig im hier und jetzt, darum ging es, das fühlte sich gut an!
Im Einzelnen betrachtet war der verletzungsbedingte Wechsel Neustädter für Kirchhoff sehr wichtig, denn Jan Kirchhoff hatte arge Schwierigkeiten und Roman Neustädter machte ein starkes Spiel. Im Einzelnen betrachtet hatte Julian Draxler großes Glück, nach zu vielen Fouls nicht vom Platz geflogen zu sein. Im Einzelnen betrachtet war Eric Maxim Choupo-Moting mit großem Einsatz und Laufbereitschaft ein wichtiger Teil des Ganzen, in der 53. Minute, als er alleine auf Manuel Neuer zulief, wünschen man sich statt seiner aber doch kurz Klaas-Jan Huntelaar. Doch das Einzelne war diesmal nicht so wichtig. Das große Ganze war gut.

Für den FC Bayern waren es zwei verlorene Punkte, für Schalke war es mehr als einer, denn abgesehen von der Tabelle dürfte auch die Skala „Selbstvertrauen“ nun wieder einen angenehmeren Pegel erreicht haben. Schalke fährt nun wieder als Schalke nach Gladbach, nicht als die großen Saisonfehlstarter. Dort geht es für beide Clubs um den ersten Sieg überhaupt. Ma’kucken.

Auslosung zur Champions League Gruppenphase 2014/2015

Acht Gruppen mit je einem Club aus jedem Topf, Clubs des gleichen Landesverbands dürfen nicht in die gleiche Gruppe gezogen werden. Die Regeln zur heutigen Auslosung der Champions League-Gruppen- phase sind simpel. Der Wünsche und Ängste kann es aber viele geben.

Meine Probeziehung ergab für Schalke die Gruppe B, bestehend aus FC Barcelona, Schalke 04, Ajax Amsterdam und Malmö FF. Zweifellos attraktiv, wenn ich es mir aussuchen dürfte würde ich auf Barca allerdings ganz gerne verzichten. Ajax Amsterdam wäre hingegen mein Lieblingslos aus Topf 3, und Malmö gefiele mir eigentlich auch ganz gut.

Ma’kucken. Die Auslosung beginnt um 17:45 Uhr.
 

Zu Gast in der Schlusskonferenz

Als ich vor 7 Jahren mit dem Bloggen begann, waren Fußball-Podcasts selten. Unter „Nix zu hören?!“ verwies ich auf quasi alles was ich so fand, viel war es nicht. Heute ist das anders, die Szene wächst stetig. Gestern hatte ein neuer Fußball-Podcast Premiere, vielleicht ein neuer Stern, jedenfalls wusste er gleich mit einem professionellen Auftritt zu gefallen.

„Rasenfunk“ ist der Titel des Ganzen und „Schlusskonferenz“ der Titel der ersten Sendung, bei der ich einer von drei Gästen sein durfte. Meine Themen waren Schalkes Saisonauftakt, (natürlich) Jens Keller und die weiteren Aussichten. Weitere Gäste waren Marcus Bark, der sich hauptsächlich zum Spiel des BVB gegen Leverkusen, aber auch zu Schalke 04 äußerte, sowie Jens Peters, mit dem es um das neue Leverkusen unter Roger Schmidt ging.

Viel Spaß beim Hören.
 

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(78:16 Min)
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