Den Vogel abschießen
Stichwörter: Eintracht Frankfurt, Einwechselspieler-Raten, Schalke 04
Morgen geht’s für den FC Schalke 04 zur Eintracht nach Frankfurt. Zu Halil Altintop, der dort, bei Michael Skibbe, das Vertrauen zu genießen scheint, dass er auf Schalke vermisst hat. Das freut mich für ihn und ich wünsche ihm alles Gute. Nur eben nicht für morgen, da möge er die Knoten in den Beinen haben, die Spötter bei ihm in den letzten Jahren des öfteren gesehen haben wollen.
Alles weitere zum Spiel sagte gestern bereits unser Cheftrainermanageröffentlichkeits- arbeiterfanbefriedermedienkritikerverteidigerdesglaubens. Nur die Einwechselungen von morgen, die wusste ich schon vor ihm. Als da wären …
… Matip,
… Moritz
und Gavranovic.
Tja, wer hätte das gedacht!?
Glück auf!
[Einwechselspieler-Raten: Ein ausschließlich der Ehre halber zu treibender Zeitvertreib, bei dem jeder mitmachen kann, der bis eine Stunde vor Anpfiff die Namen der zu erwartenden Schalker Einwechselspieler in einem Kommentar hinterlässt. Sollte der Initiator dieses Spielchens mit seinen getätigten Aussagen falsch liegen, tritt er trotzdem nicht zurück. Der Gebrauch von Insiderinformationen oder Bestechungsgeldern darf von Dritten nicht nachgewiesen werden können. Die Tippabgabe unter Einfluss von Dopingmitteln ist offiziell verboten, es besteht ein Stillschweigegebot. Bewusstseinserweiternde Drogen werden vom Blogger persönlich abgelehnt und bei anderen Tippern nur geduldet, solange sie sich nicht negativ auf den Kommentareintrag auswirken. Zuwiderhandlungen führen zum Ausschluss. Akteneinsicht wird grundsätzlich nicht gewährt.]
Nach Adlers Fehler: Neuer gibt noch mal Alles!
Stichwörter: Nationalelf

[Foto: Tomek Bo]
Und dann kam Asamoah
Stichwörter: Einwechselspieler-Raten
Erstmals in der glorreichen Historie des Einwechselspieler-Raten-Spielchens wurden tatsächlich alle drei Einwechslungen korrekt vorhergesagt. Bis kommenden Samstag dürfen deuserband, schlingel und Julian den Titel „Magath-Into-The-Brain-Kucker“ ihrer Korrespondenz hinzufügen. Herzlichen Glückwunsch!
Alexander Baumjohann wurde von Felix Magath nun zum dritten Mal in Folge „nur“ eingewechselt, und erstmals seit Beginn dieses Spielchens wechselte Magath mit eben Baumjohann und Christoph Moritz zweimal hintereinander die gleichen Spieler ein. Es fühlt sich so an als seien diese beiden aktuell die jeweils erste Wechselwahl für den Offensiv- und Defensivbereich, und folgerichtig erhielten die beiden Spieler von den (41) Tippern die meisten Nennungen (Baumjohann: 24, Moritz: 23). Getrennt wurde das Tipperfeld durch die Frage nach Gerald Asamoah.
Es gab die romantische Sichtweise einerseits, dass Gerald Asamoah in einem Spiel gegen Borussia einfach eingewechselt gehöre, egal was vorher war und nachher kommt. Dem gegenüber standen die Realos, auf die Nüchternheit Magaths setzend, wissend, dass Asamoah seit 4 Monaten keine Minute mehr gespielt hatte, dass ihn Felix Magath auch im Hinspiel gegen Dortmund nicht einsetzte.
Diesmal aber eben doch! Meines Erachtens ein Magath’scher Ausbruch an Emotion, ein Extra-Kick beim Stand von 2:1. Und dieser Wechsel bescherte unserer Spielerei den höchsten Trefferschnitt seit Anbeginn der Zählung … Kein Tipper, der ohne Treffer geblieben ist. 1,51 Treffer im Durchschnitt, was fast das Doppelte des Saison-Durchschnitts darstellt (0,81). Ich vermute ja, dass es beim nächsten Mal wieder deutlich schwieriger wird, dass Asamoah wieder raus ist, Westermann eingebaut wird, vielleicht auch Baumjohann in Frankfurt mal wieder von Beginn an … aber damit beschäftigen wir uns vielleicht besser erst Ende der Woche. Hier die Ergebnistabelle des Spieltags 24/47:

Absolute Physis
Stichwörter: Borussia Dortmund, Schalke 04
Es sei kein gutes Spiel gewesen, arm an Höhepunkten, so ist zu lesen und zu hören. Mag sein dass es die Torchancenzähler so sahen, und das es diejenigen so fühlten, die sich gut unterhalten lassen wollten. Für mich war dieses Spiel von der ersten bis zur letzten Minute aufregend. Eine Stunde stand mir das Entsetzen im Gesicht, weil Dortmund den Raum im Mittelfeld deutlich dominierte, etwas dass in der Regel Schalkes Stärke ist. Und dann diese „Auferstehung“, wieder mal, als man dachte es geht nichts mehr kam Schalke mit beeindruckender Kraft zurück, und Dortmund hatte nichts mehr entgegenzusetzen.
Magaths Formationsexperiment ging kräftig in die Hose. Edu neben Kuranyi in der Spitze, Sanchez und Farfan auf den Flügeln und mit der Aufgabe, bei gegnerischem Ballbesitz als Mittelfeldspieler zu agieren. Was zunächst offensiv aussah führte zu einer realen Unterbesetzung im Mittelfeld, weil sich Vicente Sanchez für Defensivgegrätsche als zu schwach auf der Brust erwies, und weil sich Farfan irgendwo im Nirgendwo aufrieb und quasi nie an der richtigen Stelle war, wenn mal ein Ball nach vorne geflattert kam.
Überhaupt war es viel Geflatter, immer wieder wurden Bälle hoch und weit nach vorne geschlagen, mal um sich aus Bedrängnis zu befreien, mal weil es den Blauen einfach nicht gelang, sich am Boden durch die gelben Reihen zu spielen. Zu viele geringelte Beine, sehr fixe Beine.
Dortmund spielte bis zirka 20 Meter vor dem Schalker Tor hervorragend. Fast überall auf dem Platz schafften sie Überzahl in Ballnähe, sie forcierten Fehler indem sie die Blauen schon in deren Hälfte attackierten. Es gab Szenen, in denen Dortmund sechs oder sieben Ballkontakte unmittelbar vor dem Schalker Strafraum ausspielen konnte, weil jeder Schalker alleine auf verlorenem Posten stand. Häufig genug – zu häufig – kamen die Gelben mit dem Ball auch vors Tor. Hätte sie einen Knipser gehabt, es hätte nach 20 Minuten schon 0:2 gestanden.
Sie hatten keinen, und so kam es zwar zu vielen brenzligen Situationen, aber doch erst mit dem Elfer in der zweiten Halbzeit zur Führung für Borussia. Rund 15 Minuten dauerte die „Trauerphase“, dann hatte jeder Schalker realisiert dass es nichts mehr zu verlieren gab und drehte auf.
Wieso das erneut so funktionierte, wiese es so häufig so weit kommen muss, ich weiß es nicht. Plötzlich glüht alles. Plötzlich ist alles so viel kraftvoller. Mit jeder gelungenen Aktion und mit jedem Pfiff des Schiedsrichters für den Gegner wird das Stadion lauter, was wiederum die eigenen Mannschaft noch weiter anstachelt. Weil es in dieser Saison schon öfter geklappt hat, glaubt man plötzlich wieder dran. Dann wird erzwungen, was zuvor nicht erspielt werden konnte.
Borussia hadert nun (wieder) mit dem Schiedsrichter. Laut der offiziellen Vereinswebseite habe Herr Gräfe in der zweiten Hälfte zugunsten der Blauen gepfiffen, die sich nur mit „Zweikämpfen am Rande des Erlaubten, viele Nickeligkeiten und kleine versteckte Fouls“ zurück ins Spiel brachten. Meines Erachtens ist das Selbstschutzgenöhle. Meines Erachtens brachte es Jürgen Klopp sehr viel besser auf den Punkt.
Jetzt ist man im nahen Osten erst mal wieder leise. Noch 10 Spieltage. 8 Punkte Vorsprung vor Platz 4, 10 vor Platz 6. Ma’kucken.
Derby Nummer Einhundertfünfunddreißig
Stichwörter: Borussia Dortmund, Einwechselspieler-Raten, Schalke 04
Heute Abend steigt das 135. Pflichtspiel-Derby zwischen den FC Schalke 04 und Borussia Dortmund, und ich habe mich immer noch nicht entschieden, ob ich den Zug oder das Auto nehmen soll. Sich einfach mal auf’n letzen Drücker entscheiden, wie ich mir romatischerweise vorstelle, wie es Felix Magath mit seinen Startaufstellungs- überraschungen hält, das bringt vielleicht Glück. Dabei sein werde ich auf jeden Fall.
Felix Magath ist ob des Derbys nahezu emotional ergriffen. Jedenfalls wenn man die gestrige Pressekonferenz mit anderen vergleicht, in denen Magath seine übliche mit Distanz vorgetragene Gelassenheit zur Schau stellt. Erst bei seinem ersten Dabeisein habe er den Unterschied zu anderen Derbys wirklich begriffen, sagt er. Und er sagt all die anderen Dinge, die man hören will, sagt, dass seine Mannschaft agieren und sich Tore erspielen oder erzwingen soll. Sagt, dass er höchstmöglichen Einsatz erwartet. Lediglich auf die Frage, ob er in der Vergangenheit nicht beinahe mal Trainer von Borussia geworden wäre, sagt er nichts. Selbst in die Enge gedrängt mag Felix Magath nicht notschwindeln.
Heiko Westermann und Carlos Zambrano werden vermutlich nicht spielen. Rafinha wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder seinen Platz in der Viererkette einnehmen. Neuer, Kuranyi, Farfan, Höwedes und Bordon … alles andere ist Spekulation. Fangen wir also an:
Ich tippe auf die Einwechselspieler …
Asamoah
Hao
Moritz
[Einwechselspieler-Raten: Ein ausschließlich der Ehre halber zu treibender Zeitvertreib, bei dem jeder mitmachen kann, der bis eine Stunde vor Anpfiff die Namen der zu erwartenden Schalker Einwechselspieler in einem Kommentar hinterlässt. Der Gebrauch von Insiderinformationen oder Bestechungsgeldern darf von Dritten nicht nachgewiesen werden können. Die Tippabgabe unter Einfluss von Dopingmitteln ist offiziell verboten, es besteht ein Stillschweigegebot. Bewusstseinserweiternde Drogen werden vom Blogger persönlich abgelehnt und bei anderen Tippern nur geduldet, solange sie sich nicht negativ auf den Kommentareintrag auswirken. Zuwiderhandlungen führen zum Ausschluss. Akteneinsicht wird grundsätzlich nicht gewährt.]
Mit Sicherheit falsch
Stichwörter: Borussia Dortmund

[Foto: mkorsakov]
Die zwei Meinungen des Spieltags 23/47
„Dante, zwar ohne Absicht, aber mit klarer Bewegung zum Ball.”
So urteilte der Kommentator der ARD-Sportschau über die Situation, in der der Gladbacher Dante in der 73. Spielminute des Spiels gegen Hoffenheim den Ball mit dem Arm traf. Dem Tonfall und dem weiteren Kommentar entsprechend wollte er damit ausdrücken, dass es einen Strafstoss hätte geben sollen.
Laut Regel 12, Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen, muss ein Handspiel absichtlich erfolgen, um als Vergehen geahndet zu werden. Die Frage, ob sich die Hand oder der Arm zum Ball bewegt oder nicht, wird in den anliegenden Ausführungen zu dieser Regel lediglich als Entscheidungshilfe für den Schiedsrichter genannt. Außerdem sei an dieser Stelle mal erwähnt, dass das Wort „natürlich“ im Regelwerk nur in Bezug auf zum Spielfeld bzw. zur Ausrüstung gehörende Gegenstände vorkommt.
Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte das Handspiel Dantes als nicht absichtlich beurteilt, ebenso wie der Sportschau-Kommentator. Eigentlich hätten sich beide darüber einig sein sollen, dass die Aktion nicht strafwürdig war.



