Ene mene muh und raus bist Du

Angeblich stehen auf Schalke wieder Spieler im Abseits, dürfen gerne der Club verlassen, man lege ihnen jedenfalls keine Steine in den Weg. Ob das tatsächlich so ist weiß ich nicht. Ähnliche Schlagzeilen gehören aber Jahr für Jahr zu den regelmäßigsten Nachrichten um Schalke 04. Eigentlich sind stets irgendwelche Profis außen vor. Nach guter Personalpolitik fühlt sich das nicht an.

Der aktuelle sei „Schalkes bester Kader“, schrieb ich im August. Seitdem gab es keinen Schalker Punktverlust, nach dem mir dies in den Kommentaren dieses Blogs nicht vorgeworfen wurde. Aber ich bleibe dabei. Ich denke, dass Schalke, bezogen auf die Breite des Kaders, noch nie so viel Talent in seinen Reihen hatte. Wenn man bedenkt, wie viele Spieler welcher Qualität immer wieder ausgefallen sind und weiter ausfallen, ist es erstaunlich, wie häufig Schalke dennoch eine Mannschaft auf den Platz bringt, die dem Gegner an individueller Klasse überlegen ist. Dass das alleine nicht reicht, dass eine Mannschaft darüber hinaus funktionieren muss, lässt sich an der Tabelle ablesen.

Die Konstante in der Kaderplanung auf Schalke ist Horst Heldt. Wenn immer wieder Spieler aussortiert werden, die zuvor für viel Geld eingekauft wurden, muss man ihm das unter die Nase reiben. Sportlich verantwortlich ist aber auch noch eine „Unkonstante“, der jeweilige Trainer nämlich, der auf Schalke regelmäßig wechselt. Es ist üblich, dass Trainer zunächst mit den vorhandenen Spielern auskommen müssen, danach aber Zug um Zug ihre Mannschaft mit Wunschverpflichtungen gestalten wollen. Schalkes Kader besteht aus Spielern, die in den Amtszeiten von fünf verschiedenen Trainern verpflichtet wurden. Dass es in diesem Turnus stets erneut zu einem großen Aussortieren kommt, ist kaum verwunderlich. Um das zu ändern baucht Schalke entweder längere Traineramtszeiten oder Horst Heldt muss umsichtiger arbeiten.

Schalkewichteln 2014

So geht’s | Mitmachen | Aktuelles

Ja, ist denn scho‘ wieder Weihnachten? Fast. Und Wünsche würden mir viele einfallen, vor allem bezogen auf unseren Lieblingsclub. Aber ums Wünschen geht es nicht beim Wichteln, sondern ums Schenken.

Als weihnachtlicher Brauch ist Wichteln vielerorts beliebt. Es wird in Familien, in Vereinen, unter Kollegen gewichtelt. Eine Gemeinschaft braucht es, und eben das sind wir auch. Fußballfans, Schalker, Nerdkurven-Nerds, Tausendfreundemauertreffer, Schalkeblogger, Schalkeblogs-Leser; und jeder der hier mehr oder weniger regelmäßig vorbei schaut ist auch stets ein Teil des Königsblogs. Da darf man sich ruhig mal gegenseitig beschenken.




So geht’s

Die Anmeldephase läuft ab sofort bis zum 29.11. (Heimspiel gegen Mainz 05). Jedem Teilnehmer wird anschließend ein anderer Teilnehmer („Wichtel“) zugelost. Dieser erhält dann die zugeloste Adresse, an die er sein Geschenk verschickt. Das Geschenk muss etwas mit Fußball zu tun haben, bestenfalls sogar mit Schalke. Der Wert sollte zwischen 7 und 10 Euro liegen. Das Geschenk ist bis spätestens 11.12. zu verschicken, damit wirklich jeder sein Päckchen bis Weihnachten bekommt. Dabei darf der Wichtel auch gerne auf den Absender verzichten. Geöffnet werden darf das Geschenk natürlich erst an Heiligabend, wir sind ja keine Banausen.



Mitmachen

Um teilzunehmen sende mir bis zum 29.11. eine Mail mit dem Betreff „Schalkewichteln“ und folgenden Angaben …

  • Vorname, Name:
  • Nickname:
  • Straße, HNr:
  • PLZ, Ort:
  • URL (optional):
  • Eventuell besondere Hinweise (z.B. „Kind im Alter von ..“ oder „Schalke-Schlüpper hab ich schon“)

… an wichteln2014@koenigsblog.net .

Sobald ich die Daten erfasst habe, sende ich eine Bestätigung per Mail. Nur wer diese empfangen hat kann auch sicher sein, dabei zu sein. Nachfrage ist jederzeit erlaubt und sogar erwünscht. Allerdings kann es schon mal einen Tag dauern, bis die Bestätigung kommt, da das Sekretariat unter chronischer Überlastung leidet ;)
Die Daten des von Dir zu Beschenkenden erhältst Du am 30. November oder 01. Dezember. Du verschickst Dein Geschenk mit Fußball- oder Schalke-Bezug im Wert von zirka 7 bis 10 Euro bitte spätestens bis zum 11. Dezember.




Aktuelles

An dieser Stelle wird beizeiten über den Stand der Aktion informiert.



Das Kleingedruckte

… in Normalgröße, damit es auch nicht übersehen werden kann: Schalker sind viele und überall. In den vergangenen Jahren haben auch stets ein paar Knappen mit einem Wohnsitz außerhalb Deutschlands teilgenommen. Es besteht also die „Gefahr“, dass das Porto für Deine Wichtelsendung das übliche überschreitet. Sollte das für Dich nicht infrage kommen, schreibe es bitte bei der Anmeldung unter „Hinweise“ dazu.
Ich leite zwar diese Aktion, ich bin aber selbstverständlich auf die Vernunft aller Teilnehmer angewiesen. Falls jemand kein Geschenk erhält weil uns ein Teilnehmer verarschen will oder weil auf dem Postweg etwas schief geht, kann ich nicht dafür haften. Ich traue mich, eine solche Aktion durchzuführen, weil ich in den Jahren meiner Bloggerei nahezu ausschließlich gute Erfahrungen mit der Leserschaft und den Kommentatoren gemacht habe, auch im Umgang untereinander. Ich gehe davon aus, dass diese Aktion Spaß und keinen Ärger bereiten wird. Nur garantieren kann ich es eben nicht.



Idee: Gesehen bei Stempelwiese | Bilder: HD Wallpapers, Brenda Clarke

Aufschrei

Schalke verliert in Freiburg mit 0:2 und gibt erneut ein erschreckendes Bild ab. Um Schalke wird es laut. Daran lässt sich nichts ändern, so ist das eben auf Schalke. Richtig finde ich es trotzdem nicht.

20 Minuten spielte Schalke guten Fußball. Mit dem ersten Gegentor wuchs bei Freiburg das Selbstbewusstsein und bei Schalke die Angst vor Fehlern spürbar. In der zweiten Hälfte enttäuschten die Blauen dann auf ganzer Linie und kamen mit 0:2 eigentlich noch glimpflich davon.

32 Tage nachdem Schalke den Trainer wechselte und Roberto Di Matteo den schönsten Job der Welt antrat, wird nun das Grollen zum ersten Aufschrei. Kneipen toben, Straßenbahnen motzen, Foren explodieren und Facebook ist Facebook. Der letzte Trainer war immer der Beste, in der Öffentlichkeit sollten alle mal still sein, niemand reiße sich sonst was auf und überhaupt stinke alles stets vom Kopf, nicht nur ’n Fisch.

Mir ist das generell zu laut, diesmal aber auch zu früh. Meines Erachtens hat Schalke einen guten Kader. Meines Erachtens war der Trainerwechsel richtig. Meines Erachtens ist nun nichts schlechter als je zuvor, sondern gerade eben wieder genauso schlecht wie schon häufiger. Spieler geben sich nun nicht anders als zu der Zeit, da sie gerade auf Platz 4 der Tabelle standen. Verantwortliche sagen die gleichen Dinge in die Mikrofone und wissen dabei, dass es nicht gut ankommen wird.
Nichts kann gut ankommen im Misserfolg, alles ist immer verkehrt, wenn es auf dem Platz nicht läuft. Umgekehrt ist aber auch das Geschehen auf dem Platz der Grund für so manche Empörung, die sich in schlechten Phasen an Vernachlässigenswertem entzündet. Was wiederum ein beruhigender Gedanke ist, denn wenn es ruhig wird, sobald es auf dem Rasen läuft, kann das Drumherum so furchtbar falsch auch nicht sein.

Roberto Di Matteo? Abwarten.



Foto: Tomek Bo

Schalke International & Günter Eichberg

Mit gleich zwei bemerkenswerten Neuvorstellungen zum Thema Schalke 04 kam jüngst die „Neue Buchschmiede“ auf den Büchermarkt.

Schalke International ist ein 1.093 Gramm schwerer Bildband, Nachschlagewerk und Geschichtsbuch in einem. Auf 208 Seiten erinnert Autor Stefan Barta an jede einzelne Europapokalsaison der Blauen. Dabei wird die Zeit aber eben nicht nur textlich ins jetzt zurückgeholt. Vor allem die vielen Bilder von Zeitungsausschnitten zum Geschehen, von Spielplakaten oder Eintrittskarten, oder von Fans vor oder im Stadion, in Erwartung auf das beschriebene Ereignis, lassen das Gefühl für die damaligen Situationen aufkommen.

Das Buch Günter Eichberg trägt den Untertitel „Schalkes vergessener Retter?“ und lässt diese Frage tatsächlich offen. Sehr kurzweilig wird der Weg des Mannes aus Gütersloh erzählt, der von 1989 bis 1993 einer der interessantesten Präsidenten des FC Schalke 04 war. In vielen Zitaten kommt Günter Eichberg selbst zu Wort. Autorin Katharina Strohmeyer beschreibt Umstände und bleibt stets respektvoll, dennoch ist sie dabei nicht unkritisch. Ein Buch, das man gelesen haben sollte.

Einwechselspieler-Raten

Je ein Exemplar von beiden Neuerscheinungen habe ich für die Leser dieses Blogs. Ein schöner Anlass, um mal wieder eine Runde Einwechselspieler-Raten zu spielen.

Wie der Name schon sagt geht es beim „Einwechselspieler-Raten“ (ESR) darum, die drei Spieler vorauszusagen, die Schalkes Cheftrainer Roberto Di Matteo im Laufe des Spiels in Freiburg einwechseln wird. Langjährige Leser werden sich vielleicht an eine Extra (X)-Frage erinnern, die lassen wir in dieser Runde aber weg.

Wer mitmachen will hinterlässt bis spätestens Samstag, 13:30 Uhr einen Kommentar mit drei Spielernamen. Die Reihenfolge spielt keine Rolle. Schreibt die Namen bitte untereinander. Klingt ganz leicht, oder? Also einfach mitmachen.

Unter den Tipper mit den meisten Treffern werden die Sieger der Bücher ausgelost. Die Auswertung folgt bis spätestens Montag unter diesem Beitrag. Die Gewinner werden hier veröffentlicht und außerdem per Mail benachrichtigt.




UPDATE:
Die Auswertung!

Vielleicht liegt es an uns. Zur letzten ESR-Sonderrunde zeigte Schalke auch eine indiskutable Leistung.

Roberto Di Matteo wechselte Prince ein, was nur einer von 59 Tipper voraussagte. Die Einwechslungen von Obasi und Barnetta wurden 9 bzw. 14 Mal getippt. Die von Euch mit Abstand meistgenannten Tipps waren Sidney Sam mit 40 Nennungen und Max Meyer mit 35. Im Schnitt kam jeder Tipper auf 0,4 Treffer. Ziemlich schalkig, wenn man mir die Bemerkung erlaubt ;-)

Jedenfalls ergab das ganze für unsere Buchpreise ein eindeutiges Ergebnis, denn (nur) genau zwei Tipper kamen auf je 2 Treffer. Die Buchzuordnung wurde gelost. matz gewinnt „Schalke International“ und Pilzeintopf darf sich über „Günter Eichberg“ freuen. Herzlichen Glückwunsch!

Verdiente Niederlage in Lissabon

Schalke 04 verliert in Lissabon mit 4:2. Ein Ergebnis, das nicht tragisch ist, bliebe nicht der Zweifel, dass Schalke auch guten Fußball spielen kann.

Noch hat es Schalke selbst in der Hand. In den Spielen daheim gegen Chelsea und in Maribor können die Blauen den Einzug in die nächste Champions League-Runde klarmachen. Blöd ist, dass Schalke einmal mehr den Beweis schuldig blieb, dass sie trotz Augenmerk auf eine stabile Defensive auch ein vernünftiges Angriffsspiel aufziehen können. Am Ende blieb gegen Lissabon nichts von einem wie auch immer gearteten Matchplan übrig: Trotz defensiver Ausrichtung fing man sich 4 Gegentore, während man selbst eigentlich kaum zu Chancen kam.

Vor allem das Mittelfeld konnte nicht standhalten. Weder bei Ballbesitz, noch im Spielaufbau konnte das Duo Aogo/Höger überzeugen. Dies war der Schwachpunkt, und ohne Mittelfeld funktioniert kein Fußballspiel. Schalke brachte den Ball nicht konstant genug zu den Offensivspielern, und wenn, dann rückte man nicht weit genug auf um diese zu unterstützen. So war jedes Offensivspiel zum Scheitern verurteilt. Stets hoffte man lediglich auf die eine geniale Aktion, die allerdings nicht folgte.

Am Ende verlor Schalke auch in dieser Höhe verdient. Bis Samstag, zum Spiel gegen des SC Freiburg, sollte Schalke eine Idee haben, wie man den Ball zu Klaas-Jan Huntelaar bringt.

Heimatfunkeln

Und dann geht das Licht aus. Nur zwei Reihen Neonröhren bilden eine Art Naht, sind damit der Umriss des Raums. Auch der Videowürfel ist kurz dunkel. Alleine mit 60.000.

Schlägel und Eisen, in schwarz/weiß. Die Trompete leitet die Musik ein und es beginnt zu funkeln! Die LED-Werbebanden leuchten nun nur noch Blau und Weiß. Auf den Rängen erstrahlen kleine Lichter, immer mehr, tausende. Das Steigerlied. Nicht zu laut. Fast andächtig.

Ich mag das sehr.

Seit dieser Saison wird das Vereinslied beim Einlaufen der Mannschaften gespielt. Gleichzeitig erfuhr das Steigerlied eine Aufwertung. Das mit dem Funkeln funktioniert nur bei Abendspielen, aber ausgespielt wird es nun grundsätzlich, bevor es mit dem Fußball richtig losgeht. Ein letztes Besinnen, ein zur Ruhe kommen.
Das Steigerlied war mir im Stadion schon immer wichtig. Kein Schalke-Lied, eine Hymne für die Region, der ich mich verbunden fühle. Zwar bin ich auch gerne einfach Duisburger. Aber diese Gegend hat viel zu bieten von dem ich viel gerne nutze, und dann ist für mich auch Essen, Bochum oder Gelsenkirchen „Heimat“. Ich mag die Leute hier, von Wesel links oben bis Hagen rechts unten. Welche Farben ihre Schals haben ist mir dabei vollkommen egal.

Gruselsieg an Halloween

Schalke gewinnt sein Heimspiel gegen den FC Augsburg mit 1:0 und verkürzt den Abstand zu Platz 4 auf drei Punkte. Das ist prima und rechtfertigt Jubel. Das Spiel als solches war für die Zuschauenden aber trotzdem Saures denn Süßes, am Abend vor Allerheiligen.

Will man erklären, warum der Sieg verdient gewesen ist, muss man schon auf sowas profanes wie „viel Kampfgeist“ oder „man habe toll füreinander gearbeitet“ abheben. Oder auf die Einzelleistung von Atsuto Uchida, der gleich nach seiner Vertragsverlängerung bis 2018 ein überragendes Spiel machte, sein vielleicht bestes als Schalker bisher. Eigentlich reicht sowas für einen Bundesligasieg nicht. Diesmal schon. Dem großen Kürbis sei Dank.

Eigentlich stellte Augsburg die reifer agierende Mannschaft. Gegen ihr Pressing bis zum Schalker Strafraum wussten die Blauen nichts auszurichten und wirkten ähnlich hilflos im Spielaufbau wie gegen Leverkusen. Augsburg wusste im Mittelfeld häufig Überzahl in Ballnähe zu schaffen und profitierte von der fehlenden Präzision im Schalker Spiel.

Anfangs schaffte es Schalke noch, im Angriff die ganze Platzbreite zu nutzen und Max Meyer als Zehner gut einzubinden. Zu klaren Aktionen kam es dennoch nicht, irgendwas ging zuvor stets schief. Im Laufe des Spiels ging immer mehr, irgendwann fast alles schief und phasenweise flipperte der Ball im Mittelfeld so unkontrolliert umher wie man es auf Plätzen der Kreisliga vermutet, eines Bundesligaspiels unwürdig.

Zum Glück spielte auch Augsburg die sich bietenden Gelegenheiten nicht gut genug aus. Und wenn sie es doch taten, stand dieser kleine Japaner im Weg. Nicht nur rechts hinten, auch im Mittelfeld, auch in der Innenverteidigung. Fast gespenstisch, denn derart überall präsent kannte man ihn bislang nicht. Vielleicht ja tatsächlich gespenstisch. Schließlich war Halloween.