Warten auf … irgendwatt

Kommt Shaqiri?
Wie gut ist Shaqiri?
Was kostet Shaqiri?
Und wenn er kommt, geht wer für Shaqiri?
Und wenn ja, wer geht für Shaqiri?
Und wenn nicht, wie kann Schalke Shaqiri finanzieren?
Und überhaupt: Sollte Xherdan Shaqiri Schalker werden und demnach in diesem Blog regelmäßig Erwähnung finden, wie lange wird es wohl dauern bis ich meinen Fingern abgewöhnt habe, nach seinem q ein u zu tippen?

Schalke trainiert und fährt Bötchen auf dem Wörthersee. Das gibt nichts her. Da bleibt auch mir nur, mau in die Woche zu starten. Mit einem Gerücht.

Ich warte auf mehr.

Wörtlich: Huub Stevens

Nein, nein! Auf keinen Fall. Das ist auch mit Schalke klar vereinbart. Wenn es einen Trainerjob gibt, der mich reizt, kann ich das jederzeit machen. Diese Freiheit gilt genauso für Mike und Ebbe.

… sagte Huub Stevens gegenüber Sportbild auf die Frage, ob Huub Stevens als Trainer „nun Geschichte“ sei. Auf der Jahreshauptversammlung präsentierte Clemens Tönnies einen neuen Sportbeirat, bestehend aus Mike Büskens, Ebbe Sand und eben Huub Stevens. Dieser soll den Aufsichtsrat, aber, nach Aussagen Horst Heldts, auch den Vorstand beraten.

Schnell kam unter Fans die Frage auf, wie lange dieser Beitrat in dieser Zusammenstellung wohl existieren wird, in welcher Form Stevens, Büskens und Sand für diese Tätigkeit wohl an den Club gebunden sind. Die Aussage Huub Stevens‘ gibt darauf nun Antworten: Ma’kucken und mit dem Herzen.

Dirk Metz

… ist neues Aufsichtsratsmitglied des FC Schalke 04. Dirk Metz ist auch stellvertretender Vorsitzender des Fanclubs „Schalke-Union“. Seit 2008 ist er im Beirat der Gerald-Asamoah-Stiftung für herzkranke Kinder. Er ist freiberuflich tätig als PR-Berater, bietet Trainings und Workshops für Krisenkommunikation, für Moderation, für Pressearbeit überhaupt, und ist auch als Sprecher bei Sportveranstaltungen aktiv.

Früher war er als Redakteur für verschieden Zeitung tätig. Er war CDU-Abgeordnerter, CDU-Pressesprecher und unter Roland Koch Staatssekretär und Sprecher der Landesregierung in Hessen. Dirk Metz ist 58 Jahre alt, wohnt im Odenwald, hat drei erwachsene Kinder und ist mit Silke Lautenschläger verheiratet, frühere Ministerin in Hessen, heute Vorstandsmitglied der ERGO-Versicherungsgruppe.

Am 28. Juni hat der Aufsichtsrat des FC Schalke 04 Dirk Metz gemäß der Satzung als neues Mitglied bis 2017 kooptiert. Dies gab der Club gestern auf seiner Webseite bekannt. Gemessen an der „Lautstärke“ zu Aufsichtsratswahlen vor Jahreshauptversammlungen gehen solche Kooptationen nahezu stillschweigend vonstatten. Dafür rappelte nicht mal die S04-Android-App. Schade, eigentlich.

Zum Wegschauen: Die noch zu klärende Vergangenheit

Eigentlich ist es nun auch für alle Schalker an der Zeit, sich auf die neue Saison zu freuen. Der Ärger über die letzte sollte sich ein bisschen gelegt haben. Der neue Trainer macht in Sachen Auftreten bislang alles richtig. Doch just in dieser Phase des Wiederanbändelns schreit die Vergangenheit dem Fan ihre hässlichen Erzählungen in die Ohren und ruiniert damit die Romatik.

Herr Sam war so attraktiv für Schalke, vor einem Jahr. Mit 13 Toren und 9 Vorlagen ein Top-Scorer in Leverkusen, bei einem direkten Konkurrenten, zu haben für eine festgeschriebene Ablösesumme von albernen 2,5 Millionen Euro.
Herr Santana war so attraktiv für Schalke, vor zwei Jahren. Ein gestandener Backup-Innenverteidiger in Dortmund, bei einem direkten Konkurrenten, zu haben für eine festgeschriebene Ablösesumme von einer albernen Millionen Euro.

Jetzt wird selbstverständlich alles anders, aber bis vor 3 Wochen war es eben die Regel, dass Spieler beim Verlassen Schalkes weniger wert waren als zu dem Zeitpunkt, als sie auf Schalke geholt wurden. So eben auch die Herren Sam und Santana. Die wollte man zwischenzeitlich loswerden, aber so wirklich riss sich die Konkurrenz nicht um sie.

Felipe Santana wäre beinahe beim 1. FC Köln untergekommen. Aber er sah bei seinem Antrittsbesuch nicht nur albern aus, wie ein Foto zur Geschichte suggeriert. Er hatte sich bei irgendeinem An- oder Fehltritt auch noch einen Muskelfaserriss zugezogen und erschien derart beim Medizincheck in Köln. „Dumm gelaufen“ könnte man da glatt zum Motto ausrufen und ihm auf ein T-Shirt drucken.

Nun heuert Sidney Sam bei Eintracht Frankfurt an. Schalke zahle weiter einen Teil des Gehaltes, heißt es, Frankfurt habe später die Möglichkeit ihn zu kaufen, wenn er in Frankfurt funktioniert. Wenn nicht, schicken sie ihn halt zurück. Für die Eintracht ein Geschäft mit minimiertem Risiko. Für Schalke ist es so als hätte man den neuen Sportwagen gegen die Wand gefahren, verhökere ihn dann für ein paar Euro bei einem der Typen, die so gerne ihre „Kaufe alle Autos“-Visitenkärtchen an die Scheiben klemmen, und freue sich dann darüber, dass man zumindest das Geld fürs verschrotten gespart hat.

Themen, über die man vielleicht gar nicht mehr nachdenken, die man vielleicht als gegeben nehmen sollte. Jetzt wird schließlich alles anders. Ganz sicher.

Glückauf Pils – Der Schalke Podcast

… ist der neue Fixstern am Podcast-Himmel.

Na gut, zunächst mal ein neues Lämpchen. Aber eins, das blau-weiß glitzert, das klar sein, heller werden und bleiben will. Pascal „Pepo“ Szewczyk hatte die Idee, fand, dass es sowas mal geben müsste: Einen regelmäßigen Podcast zu Themen des FC Schalke 04, der sich abseits des täglichen Medientullus‘ um eine nüchterne Betrachtung der Dinge bemüht. Bei nüchtern kam er auf mich, weshalb auch immer.

Wir machen das jetzt. Nicht ewig über alles, sondern jeweils mit einem Themenschwerpunkt. In der ersten Folge ist das die Jahreshauptversammlung. In der ersten Folge machen wir das alleine, demnächst wird es Gäste geben, die zu den Themen was zu sagen haben. Und so wird es einmal monatlich in die Ohren rausche.

Um das zu hören und auch demnächst nicht zu verpassen, geht auf die Webseite und abonniert dort den Feed. Auch bei Facebook kann einem das Projekt schon gefallen. Ein Projekt, das in progress ist, wie der Knappe nie sagt, das sich noch ein bisschen zurechtruckeln wird, das aber jetzt schon was zu bieten hat: Folge 1.

Ruhiger als vermutet: Die JHV 2015

Schalkes Jahreshauptversammlung hatte einiges zu bieten. Die Cluboberen gaben sich geläutert, ein vielgepriesenes Satzungsänderungspaket wurde abgelehnt und bei der Wahl zum Aufsichtsrat wurde ein Favorit eben nicht gewählt. Trotzdem verlief die Veranstaltung relativ ruhig. Ruhiger jedenfalls, als es große Teile der Anhängerschaft zuvor erwartet hatten. Außerdem überraschte Clemens Tönnies mit der Bestellung eines Sportbeirates für den Aufsichtsrat. Aber der Reihe nach …

Das Satzungsänderungspaket

Das Satzungsänderungspaket wurde von einer Kommission auf den Weg gebracht, in welcher alle Strömungen des Vereins vertreten waren. Insofern wurde es vor der Veranstaltung über viele Kanäle intensiv beworben. Um es anzunehmen wäre eine Zweidrittelmehrheit notwendig gewesen. Mit 62,3% Zustimmung scheiterte die Durchsetzung knappestmöglich. Ich denke es lag letztlich an einem taktischen Fehler. Man wollte die Mitgliederversammlung für dumm verkaufen, und das ließen sich die entscheidenden Prozent nicht gefallen.

Einziger öffentlicher Kritikpunkt an dem Satzungspaket war der Umstand, dass über alle Punkte des Pakets, mit Ausnahme der Abstimmung über eine Erhöhung der Sonderumlage, gesammelt abgestimmt werden sollte. Aufsichtsrat Dr. Buchta, der zu dieser Abstimmung die Versammlung leitete, lieferte hierfür ein perfektes Argument: Der Antragsteller – eben die Kommission – wollte es so. Es sei nicht an der Mitgliederversammlung, Anträge von Antragstellern zu diskutieren und zu verändern, man hat nur darüber abzustimmen, so Dr. Buchta. Dies schien ihm allerdings nicht zu reichen. Er versuchte, der Versammlung zu verkaufen, dass es eigentlich kein „Paket“ geben würde, dass es eigentlich nur zwei Anträge gäbe, eben einen mit vielen Unterpunkten und den zur Sonderumlage. Mit dieser Darstellung scheiterte er krachend.

In allen Darstellungen zum Thema wurde stets von vielen Änderungen gesprochen, die im Block abgestimmt werden sollen. Dr. Buchtas Darstellung wirkte wie ein Taschenspielertrick und sorgte für ein ungutes Gefühl. Die Wortmeldungen zum Thema, von Rainer Vollmer und Frank Zellin, wirken hingegen ehrlich. Vor allem die Feststellung Zellins, dass eine Umwandlung des e.V. in eine andere Form laut Umwandlungsgesetz ehedem eine Dreiviertelmehrheit der Mitgliederversammlung erfordert, dass also ein vermeintlicher Vorteil des Satzungsänderungspakets, der eben dies in die Satzung aufnehmen sollte, unnötig sei, erzeugte bei einigen Mitgliedern einen Aha-Effekt. Letztlich wird sich Clemens Tönnies geärgert haben, dass er die Leitung der Versammlung zu diesem Thema an Dr. Buchta übergeben hat.

Die Wahl zum Aufsichtsrat

Es stand an, zwei Posten des Aufsichtsrats neu zu besetzen. Der Wahlausschuss hatte dafür vier tönnieskritische Kandidaten zur Wahl gestellt. Alle hatten zuvor die Möglichkeit, sich zu präsentieren, und dem Vernehmen nach machte dabei vor allem Stefan Blaschak eine gute Figur. Er war in seinem bisherigem Berufsleben Vorstandsvorsitzender der Spirituosenfirma Berentzen, sicherlich ein sehr geeigneter Hintergrund für den Job eines Aufsichtsrats auf Schalke.

Aber Blaschak wähnte sich noch in den 70ern, als bei den Jahreshauptversammlungen im Hans-Sachs-Haus wohlmöglich auch der eine oder andere Appelkorn seiner ehemaligen Firma für Stimmung sorgte. Seine Rede war eine Karikatur, eine Überzeichnung dessen, was Außenstehende glauben, wie man reden müsste, um das „Schalker Volk“ für sich einzunehmen. Stefan Blaschak wurde nicht gewählt. Die meisten Stimmen bekam Thomas Wiese. Der einzige Kandidat, der jeglichen Pathos beiseite lies, der sich darauf beschränkte sich im besten Sinne „vorszustellen“.

Kurz nach der Entscheidung machte ein Link zu einem Text die Runde, in dem sich Stefan Blaschak selbst noch 2011 als Fan von Hertha BSC beschrieb. Bei seinen Vorstellungen präsentierte er sich als „jahrelanger Schalke Fan“, von einer Vergangenheit als Hertha-Fan war nie die Rede. Dies war letztlich das i-Tüpfelchen auf seine nicht erfolgte Wahl.

Die Reden

Die Finanzen stellen sich nicht signifikant besser da als in den letzten Jahren, trotzdem blieb Peter Peters Rede weiterstgehend unbeachtet. Der Viagogo-Deal wurde verdaut, ansonsten ist Alexander Jobst sehr erfolgreich, auch an ihm kratzte sich niemand. Horst Heldt als Vorstand Sport und Clemens Tönnies, für den Aufsichtsrat und für seine Person selbst, waren diejenigen, denen man die Verantwortung für den schlechten Fußball in der vergangenen Saison anlastete. Ihre Reden wurden mit Spannung erwartet, und beide machten ihren Job gut.

Beide Reden waren nach dem gleichen Muster strukturiert. Zunächst wurden mit deutlichen Worten Fehler eingestanden, was den lauten Unmut leiser machte. Danach wurde sachlich dargestellt, wie es weitergehen sollte. In einem dritten Teil trauten sich beide gar, Kritik an den Fans zu üben und sich gegen öffentliche Kritik an sich selbst zu wehren. Und beide schlossen jeweils mit einem „flotten Spruch“.

Beide schafften es, Druck aus dem Schnellkochtopf „Schalke 04“ abzulassen. Beide versprachen „Besserung“ und werden sich daran messen lassen müssen. Der Vorstand wird nicht von der Mitgliederversammlung gewählt und der Aufsichtsrat Clemens Tönnies stand in diesem Jahr nicht zur Wahl. Insofern hatten diejenigen, denen diese Reden nicht ausreichten, keine Handhabe. Meines Erachtens wurden die Reden aber überwiegend positiv aufgenommen.

Der Sportbeitrat

Und dann hatte Clemens Tönnies noch erklärt, man sei ja nicht „beratungsresistent“. Der Aufsichtsrat hätte keine Ahnung von Fußball, so der Vorwurf, darauf hätte man nun reagiert. Fortan würde der Aufsichtsrat beraten werden, von einem Sportbeirat, bestehend aus Mike Büskens, Huub Stevens und Ebbe Sand.

Jeder der drei ist gut für eine Viertelstunde Dauerapplaus, insofern kommt sowas gut an. Vermutlich braucht Schalke einen solchen Beirat tatsächlich, schließlich gibt es in der Satzung die berühmt-berüchtigte 300.000 Euro-Regel.

Meines Erachtens sollte ein Aufsichtsrat nur einen Rahmen vorgeben und kontrollieren. Meines Erachtens sollte der Vorstand Sport ein zeitraumbezogenes Budget haben, in dessen Rahmen er in Absprache mit dem Trainer selbstständig handeln kann, ohne den im Aufsichtsrat vertretenen Fleischern, Ärzten oder Anwälten Rechenschaft ablegen zu müssen. Aber so ist es nun mal nicht. Die Satzung des FC Schalke 04 sieht vor, dass Geschäfte jeglicher Art, deren Laufzeit entweder zwei Jahre überschreiten oder die einen einmaligen oder jährlichen Gegenstandswert von mehr als € 300.000,- haben, vom Aufsichtsrat genehmigt werden müssen. De facto muss deshalb der Manager des FC Schalke 04 vor ungefähr jeder Spieler- oder Trainerverpflichtung die besagten Fleischer, Ärzte und Anwälte überzeugen und kann gegen deren Meinung niemanden durchsetzen. Möglicherweise hilft da Profifußballwissen als Aufsichtsrat-Einflüsterung ja tatsächlich.
 
 
Letztlich ging die Jahreshauptversammlung einigermaßen rund über die Bühne. Es gab keinen Aufstand, keine Änderungen. Es gab viele Versprechungen, mit denen der Club nun in die nächste Saison geht. Vielleicht war es genau so auch angemessen, für einen Verein, dessen Mannschaft zuletzt zwar furchtbar gespielt hat, der aber trotz allem immerhin für die Europa League qualifiziert ist. Es sollte schließlich immer noch „Eskalationspotenzial“ übrig bleiben. In 2016 steht dann Clemens Tönnies zur Wahl.

Das Torhüterpech

Ralf Fährmann ist dem Vernehmen nach gesund. Ich hoffe es bleibt so, denn Fabian Giefer fällt weiterhin aus, wie die „Ruhr Nachrichten“ gestern Abend meldeten. Die Narbe im Adduktorenbereich wäre wieder aufgebrochen, er sei bereits erneut operiert worden und werde nun frühestens ab Ende August im Mannschaftstraining zurückerwartet, ist dort zu lesen.

Als Reaktion auf dieses Unglück erhalte der bislang für die zweite Mannschaft eingesetzte Michael Gspurning einen Profivertrag. Der mittlerweile 34-jährige Österreicher kam erst im Januar nach Gelsenkirchen und schaffte mit der Luginger-Mannschaft den Regionalliga-Klassenerhalt.

Timo Wellenreuther soll hingegen verliehen werden. Der 19-Jährige hat noch einen bis 2017 laufenden Vertrag bei den Blauen. Sollte er einen regulären Wechsel vorziehen, würde der Club einen anderen jungen Torhüter verpflichten wollen, so die Zeitung.