Horst Heldt hatte sich dazu entschieden, mit Jens Keller auf einen jungen und – zumindest was die Bundesliga angeht – unerfahrenen Trainer zu setzen. Nun setzt er ihm viel Erfahrung an die Seite, indem er Peter Hermann als Assistenten auf Schalke holt. Ein interessanter Zug.
Peter Hermann hat einen hervorragenden Ruf. In langen Jahren in Leverkusen hat er viele Trainertypen und verschiedene Funktionen erlebt. In der jüngeren Vergangenheit half er Michael Oenning dabei, den 1. FC Nürnberg aus der 2. Liga ins Oberhaus zu führen. Danach wechselte er zurück nach Leverkusen und an Jupp Heynckes’ Seite. Er assistierte Heynckes bei dessen „überraschend lockerem Jahr“ am Stadtrand Kölns, folgte ihm nach München und wird morgen seine dortige Zeit vermutlich mit der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte abschließen.
Dass Horst Heldt Peter Hermann nach Gelsenkirchen holen will, davon war schon lange die Rede. Schon bevor feststand, wer in der kommenden Saison Cheftrainer sein würde. Ich hielt das für ein Indiz, dass Jens Keller abgelöst werden würde. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass einem arbeitenden Trainerteam „von oben“ ein neuer Assistent zugewiesen wird. Falsch gedacht.
Ob das für Jens Keller (42) einen Autoritätsverlust darstellt, wie er sich dabei fühlt, ob er Peter Hermann hätte ablehnen können, das weiß ich alles nicht. Ich hoffe er ist mit dieser Entscheidung im Reinen, denn auch der von ihm ausgesuchte Assistent Sven Hübscher (34) ist ein Bundesliga-Neuling und es liegt nahe, dass beide sehr von der Erfahrung des 61-jährigen Peter Hermann profitieren können.
Das komplette für die tägliche Trainingsarbeit zuständige Team hat nun Verträge bis zum 30. Juni 2015. Neben Jens Keller sowie den Assistenten Sven Hübscher und Peter Hermann sind das der unter Huub Stevens akquirierte Torwarttrainer Holger Gehrke und der von Ralf Rangnick geholte Fitnesstrainer Ruwen Faller, ehemaliger Leichtathletik Olympionike.
Nicht mehr für die Profis zuständig sind hingegen „die letzten Magath-Trainer“, Seppo Eichkorn und Markus Zetlmeisl. Beide wurden aber nicht etwas rausgeschmissen sondern erhielten ebenfalls Vertragsverlängerungen. Der Reha- und Konditionstrainer Markus Zetlmeisl wird mindestens bis 2015 Schalkes Nachwuchs fit machen, der „ewige Co“ Seppo Eichkorn verändert sich tatsächlich und wird bis mindestens 2016 als Scout für Schalke tätig sein.
Reinen Beobachtern wie mir fällt es stets schwer, die Leistungen der einzelnen Trainer zu bewerten, selbst bei Besuchen des öffentlichen Trainings. Trotzdem fühlen sich diese Veränderungen meines Erachtens gut an. Auch dass erprobte Fachleute wie Eichkorn und Zetlmeisl im Club gehalten werden, gefällt mir. Horst Heldt hat da zügig Nägel mit Köpfen gemacht.










