Roberto Di Matteo

Schalke 04 macht Roberto Di Matteo zum Cheftrainer. Der 52. Trainer der Clubgeschichte ist der erste Italiener. Wieder ein Wechsel im laufenden Betrieb, nach einer Niederlage. Und doch ist diese Entscheidung nicht mit den letzten beiden Wechseln zu Huub Stevens und Jens Keller zu vergleichen.

Keller verliert, fliegt, und Heldt kommt sofort mit Di Matteo um die Ecke.
Was soll daran anders sein?

Als sich Ralf Rangnick krankmeldete stand Schalke ohne Trainer da. Als das Gespann Stevens / Gisdol nicht mehr funktionierte und die Mannschaft daran zu zerreißen drohte, traf auch das Schalke – nach dem „besten Saisonstart aller Zeiten“ – unvorbereitet. Stevens und Keller waren in diesen Situationen ad hoc-Lösungen. Mit Roberto Di Matteo hat sich Schalke schon länger beschäftigt. Er gehörte seit längerem zu den für Schalke denkbaren Trainern, wie auch Thomas Schaaf und Thomas Tuchel. Di Matteo ist nun kein Interims-Trainer und keiner für „erstmal … und dann mal sehen“. Über seine Vertragslaufzeit muss bis auf Weiteres nicht diskutiert werden. Schon deshalb wird er von Beginn an ein besseres Ansehen und mehr Unterstützung vom Club genießen können.

Di Matteo war doch ewig ohne Job. Schalke nimmt ihn, weil er gerade frei ist.

Natürlich muss ein Trainer eben auch verfügbar sein. Thomas Tuchel beispielsweise ist das derzeit nicht. Dass Roberto Di Matteo seit November 2012 keinen Job mehr hatte, lässt sich allerdings mit dessen letztem Chelsea-Vertrag erklären. Dieser hatte eine Laufzeit bis Sommer diesen Jahres. Dabei verdiente er laut Zeitungsberichten pro Woche(!) 130.000 Britische Pfund. Darauf verzichtet man sicher nicht so gerne, und das sind auch keine Beträge, die Clubs mal eben so ablösen; Schalke 04 schon gar nicht. Realistisch verfügbar war Di Matteo für Schalke also eigentlich erst zu Beginn dieser Saison. Nach der „besten Rückrunde aller Zeiten“ wollte man es aber eben weiter mit Jens Keller probieren. Es mag zynisch klingen und ich glaube wirklich nicht, dass es so geplant war, aber eben jetzt ist die nächstbeste Gelegenheit für diesen Wechsel. Das von Beginn an als schwierig angesehene Startprogramm hat Schalke hinter sich, Di Matteo hat knapp 2 Wochen Zeit bis zum ersten Spiel, und noch sind alle Ziele zu erreichen. Abgesehen vom DFB-Pokal-Sieg, natürlich …

Also wird nun Beton angerührt! Was ist mit dem Anspruch, der für Keller galt?

Die vielen Fans, die der Meinung sind, dass Roberto Di Matteo ach so defensiv spielen lässt, haben sich ihre Meinung während des Champions League-Finalspiels 2012 gegen Bayern München gebildet, vielleicht noch während der Halbfinalspiele Chelseas gegen Barcelona. Da ich mich selbst auch an keine anderen Di Matteo-Spiele bewusst erinnern konnte, habe ich den gestrigen Abend damit verbracht, nach entsprechenden Spielberichten zu suchen. Dabei fand ich Texte die ein Konterspiel beschrieben, in anderen war von einem deutlichen Plus an Ballbesitz die Rede. Die am häufigsten beschriebene Formation war das schalkige 4-2-3-1, aber auch von einem 4-1-4-1 war zu lesen. Kurz: Die Abwehrschlacht des CL-Finals muss nicht als beispielhaft befürchtet werden. Für alle weiteren Be- oder Verurteilungen gilt: Ma’abwarten.

Und wo bleibt Deine Skepsis?

Die gibt’s durchaus noch. Auch Roberto Di Matteo ist ein noch junger Trainer mit insgesamt wenigen Monaten Erfahrung als Cheftrainer auf höchstem Profilevel. Ihm diese Chance zu gegeben ist auch ein Risiko für Schalke 04. Und auch wenn mir die jetzige Trainerwahl als „ruhiger“ erscheint bleibt festzuhalten, dass auch sie durch „gefühlte Misserfolgsgefahr“ forciert wurde. Ein Trainer sollte nicht auf Grund von 2 Niederlagen gewechselt werden, sondern dann, wenn man zu der Erkenntnis kommt, dass das Spiel der Mannschaft nicht gut ist. Wenn Horst Heldt das anders sieht besteht immer die Gefahr, dass auch dem neuen Trainer ganz Schalke innerhalb von 3 oder 4 Wochen um die Ohren fliegt.

Insgesamt bin ich aber vorsichtig optimistisch. Roberto Di Matteo ist kein Zampano, aber doch medienerprobt. Er kam bei Chelsea mit Stars zurecht und auch mit Spielern, die sich dafür halten. Mir ist bewusst, dass ich noch nicht weiß, welchen Fußball wir mit diesem neuen Trainer bekommen werden, aber ich freue mich darauf, das zu entdecken. Als erstes gegen Hertha BSC. Ma’kucken.

Schalke trennt sich von Jens Keller

Sky twittert um 07:06 Uhr, dass sich Schalke von Jens Keller trennt …
 


 
 
Um 08:00 Uhr beruft sich BILD bezüglich der Keller-Freistellung auf Sky und ergänzt …

Auf dem für heute Vormittag angesetzten Krisen-Gipfel sollte eigentlich nur eine Zwischenbilanz gezogen werden. Jetzt die Entlassung!
Thomas Tuchel ist nach BILD-Informationen kein Thema. Gerüchte gibt es allerdings um Bernd Schuster. Erst vor vier Wochen trafen sich der „blonde Engel“ und Schalke-Boss Tönnies beim Golfturnier in St. Leon-Rot. Offenbar auch wieder im Gespräch: Roberto di Matteo. Der Schweizer holte 2012 mit Chelsea die Champions League, wurde bereits vor einem Jahr als neuer Trainer gehandelt.

 
 
Um 08:56 Uhr ist es dann offiziell. Schalke trennt sich von Jens Keller, Nachfolger ist Roberto Di Matteo.
 


 
 
Seit 10:30 Uhr gibt es auch einen etwas ausführlicheren Text auf der Club-Webseite. Demnach wurden auch Co-Trainer Peter Hermann und Torwarttrainer Holger Gerke freigestellt. Roberto Di Matteo erhält einen Vertrag mit einer Laufzeit bis 30.06.2017.

Schalkes Saisonstart: Fußball auf Aufsteiger-Niveau

Nach dem schwachen Spiel gegen Maribor enttäuscht Schalke auch in Hoffenheim und verliert 2:1. Von 21 möglichen Punkten in drei „englischen Wochen“ gewann Schalke nur 9. Die guten Nachricht zur Oktober-Länderspielpause lautet: Sowohl in der Champions League, als auch in der Bundesliga sind die Ziele „Achtelfinaleinzug“ und „Champions League Qualifikation“ weiterhin möglich. Die schlechte ist: Spielerisch zeigt sich Schalke auf einem rudimentären Level.

Schalkes Fußball sieht gut aus wenn der Gegner das Spiel macht, wenn man von Beginn an aus einer eng stehenden Defensive agiert, wenn man diese auch bei Gegenstößen beibehält und nicht zu weit aufrückt. Das ist so ungefähr das, was man von Clubs erwartet, die gerade in die Bundesliga aufgestiegen sind. Steht der Gegner selbst tief – wie Frankfurt – oder weiß er ein vernünftiges Pressing aufzuziehen – wie Hoffenheim – kommt Schalke nicht zurecht. Sowohl im Spielaufbau unter Druck, als auch im Offensivspiel ab 30 Meter vor des Gegners Tor, zeigte sich Schalke zu Beginn der Saison 2014/2015 wiederholt planlos.

Die Mannschaft Hoffenheims wusste ziemlich genau, wie sie gegen Schalkes Spielaufbau vorgehen musste. Ballführende Innenverteidiger ließ man relativ weit nach vorne stoßen, der erste ihrer Passempfänger wurde massiv attackiert und zu Ballverlusten gebracht. 5 Minuten sah Schalke in diesem Spiel gut aus, danach war es eine Taktiklektion. Da Schalkes Linksverteidiger Christian Fuchs – wie immer – bei Ballbesitz weit aufrückte, stieß Hoffenheim immer wieder nach Balleroberungen schnell über die rechte Seite nach vorne. Kein Schalker Trainer, der seinen Außenverteidiger zurückpfiff, keine defensive Mittelfeldspieler, die diese Lücke füllten, ein Roman Neustädter, der sich wieder und wieder alleine mehreren Angreifern gegenüber sah. Schalke spielte zunehmend unsicher, machte viele Fehler und agierte in der Offensive umständlich. Am Ende war das 1:2 schmeichelhaft. Spielerisch war‘s ein 0:5.

Hoffenheims Pressing lag Schalke nicht. Schalke ist derzeit aber von der Spielweise des Gegners abhängig. Schalkes Spiel ist nicht komplett, Schalkes Spiel sind nur 50%. Defensiv ordentlich stehen und nach Ballgewinn flott nach Offensive umschalten funktioniert recht gut. Nach Ballverlust in Defensive umschalten und mit eigenem Offensivspiel eine organisierte Defensive auseinanderzuspielen funktioniert schlecht. Schalkes Mannschaft weiß zu kämpfen und Schalke hat mehrere Spieler, die mit Einzelleistungen glänzen können. Das reicht, um ab und an zu jubeln. Dem Gegner aber das eigene Spiel aufdrängen, dazu ist Schalke nicht in der Lage. Ein „aktives eigenes Spiel“ hat Schalke nicht.

Deshalb stehen Achtungserfolgen gegen spielstarke Gegner immer wieder Enttäuschungen gegen vermeintlich schwächere, zumindest aber weniger aktive Mannschaften gegenüber. Schalke wird sich weiter durchwurschteln. Mal hier und mal da punkten um dranzubleiben, auf einen eigenen Stil verzichten und auf geeignete Umstände hoffen. Eine Ausnutzung von Torchancen nahe 100% ist zwar unrealistisch, trotzdem hieß es auch nach einem Spiel von so deutlicher Unterlegenheit wie in Hoffenheim allenthalben, hätte man die frühen Chancen doch genutzt, so wäre alles anders verlaufen. Ja, das stimmt wohl. Hätte man nur. Schade. Vielleicht ja gegen Hertha. Ma’kucken.

Enttäuschend gegen Maribor

Im Champions League-Heimspiel gegen NK Maribor kommt Schalke 04 über ein 1:1 nicht hinaus. Dabei zeigten sich die Blauen „stets bemüht“ aber gewohnt spielschwach gegen einen tiefstehenden Gegner.

Beiden Treffern hätte auf Grund der Abseitsregel die Anerkennung verwehrt werden müssen. Diese Erkenntnis war das passende Aha zu einem schwachen Spiel. Was ich von Maribor zu erwarten hatte, dessen war ich mir nicht ganz im Klaren. Von Schalke hatte ich mir mehr Spiel erhofft. Sie rannten viel und sie kamen auch zu Abschlüssen. Trotzdem waren sie nicht zwingend. Schalkes Offensive wirkte spontan statt geplant, zufällig statt strukturiert. Das größte Problem war aber einmal mehr, den Ball von den Innenverteidigern oder defensiven Mittelfeldspielern in die Offensive zu bekommen.

Zwar gab es den einen oder anderen Positionswechsel unter den Offensivspielern, die Formation als solche blieb aber weitestgehend starr. Schalke organisierte sich kein Überlegenheit, in keinen Bereich. Wenn Prince mal in die Spitze stieß führte das nicht zu Kombinationsspiel, sondern zu Ballverlusten durch schwache Distanzschüsse. So schien es, als spiele jeder Schalker für sich alleine gegen zwei oder drei Gegner an. Jedem Einzelnen konnte man den Kampf nicht absprechen, aber das Gemeinsame fehlte über zu weite Strecken des Spiels. Maribor spielte simpel, stand tief, versuchte mit wenigen Spielern schnell zu kontern. Das reichte schon zu einem Punkt, auch weil Schalkes defensives Mittelfeld mit Defensive bei gleichzeitigen Problemen im Spielaufbau überfordert schien.

Nach zwei Champions League-Spieltagen steht Schalke nun mit zwei Punkten da; das Plus aus dem Achtungserfolg in London ist damit schon wieder aufgebraucht. Tatsächlich scheint für Schalke aber alles möglich zu sein. Gruppenletzter oder Gruppensieger – noch sind 04 Spiele zu spielen. Ma’kucken.

Der Matchplanzwerg und die drei Riesen

In der Umsetzung eines erkennbaren Spielsystems und in der Entwicklung von erfolgreichen Matchplänen wurde Jens Keller von den Schalker Fans bisher kaum mehr als die Fähigkeiten eines ambitionierten Jugendtrainers attestiert. Der Trainer Jens Keller ist in ihren Augen ein Spielsystem- und Matchplanzwerg. Deshalb blickten viele Schalker bereits mit großem Bangen auf die Gegner zum Saisonstart. Denn mit José, Josep und Jürgen warteten drei Trainerriesen auf die Knappen und Jens, ihrem zwergenhaften Anführer. Es war sogar so, dass ein paar Schalker insgeheim auf Niederlagen von Jens gegen diese drei Riesen hofften, weil es das Aus für den Trainerzwerg auf Schalke bedeutet hätte. Doch es kam ganz anders.

Der katalanische Riese Josep, der aus dem Bayernland anreiste, musste mit seinen Bauern zwei sicher geglaubte Punkte auf dem Berger Feld zurücklassen und sieglos wieder abziehen. Der Inselriese José war also gewarnt, verschätzte sich im Kampf nahe der Themse aber, und der Zwerg entführte auch einen Punkt aus dessen Reich ins Knappenland. Da hörte man Mitte dieser Woche plötzlich mächtig lautes und gar ungewohntes Grummeln und Jammern vom nördlichen Rand des Sauerlandes. Dem Lüdenscheider Riesen Jürgen waren Teile seiner „Pressing Maschine“ – wie dieser manchmal cool seine Mannschaft nennt – kaputt gegangen. Er zeterte und jammerte laut über die viel zu starke Belastung durch Nationalmannschaftseinsätze und den überhaupt viel zu vollen Spielplan. Als Jens mit seinen Knappen vor sieben Tagen dann auch noch eine kuriose zweite Hälfte gegen die Frankfurter „Adlerträger“ hinlegte, und anschließend die Bremer „Fischköppe“ mit drei Toren wegputzte, schwante dem Lüdenscheider Riesen scheinbar nichts Gutes für das anstehende Derby bei den Knappen. Und so kam es auch.

Der Zwerg Jens überraschte den Riesen mit einer ungewöhnlich rasanten Spielweise. Direkt vom Anpfiff des Spiels an waren die Lüdenscheider heftigen Angriffen in der blauweißen Donnerhalle ausgesetzt. In allen bisherigen Spielen der noch jungen Saison hatten Jens‘ Knappen die Gegner in der ersten Hälfte des Spiels stets durch gemächliches und schier endloses Passspiel zu zermürben versucht. Das war in diesem Spiel völlig anders. Der Zwerg Jens hatte seine Knappen angewiesen, den Ball zielstrebig und schnell vor das Tor zu spielen. Die Kämpen des Lüdenscheider Riesen hatten damit überhaupt nicht gerechnet und wirkten teilweise konfus in ihren Bemühungen, sich gegen die atemlos und variabel vorgetragenen Attacken der Knappen zu verteidigen. Häufig stand die beste Waffe der Lüdenscheider, ihre viel gepriesene „Pressing Maschine“, nutzlos auf der Wiese. Das eine oder andere Mal wurde sie von den Verteidigern der Knappen mit langen Bällen geschickt überspielt. Dazu war die Außenverteidigung der Lüdenscheider selbst heftigen Dauerangriffen an ihren Flanken ausgesetzt, durch die lauf-, spiel- und kampstarken Schalker Flügelspieler.

Es schien, als hätten die Lüdenscheider von ihrem Großtrainer keinen Plan für diese Situation mit auf den Weg bekommen. Die Knappen des Jens’ nutzen die Desorientierung der Lüdenscheider zu zwei wuchtigen Treffern, direkt aus der Kampfzone vor deren Tor. Die Männer des Riesen hatten in der langen Restspielzeit nur noch die Kraft für ein einziges Tor. Die meisten ihrer Angriffe blieben bereits im Mittelfeld hängen, an der gut organisierten und leidenschaftlich verteidigenden Schalker Defensivformation. Nach 90 Minuten mussten die Lüdenscheider deshalb den Ort des 145. Derbys geschlagen verlassen. „Ein Scheißabend“ meinte der Riese nur noch, bevor er sich verzog, während viele Fans der Knappen minutenlang ihr Lieblingslied zum BVB sangen, und andere „Derbysieg!“ skandierten. So schön wurde lange nicht gefeiert.

Innerhalb von drei Wochen hat der Zwerg Jens gegen die Riesen José und Josep gepunktet und anschließend den Riesen Jürgen verdient besiegt. Dieser Sieg war ganz wichtig für die Rangliste und gut für das Selbstbewusstsein. Vielleicht darf man das auch als kleines „Gesellenstück“ des Schalker Trainerlehrlings bezeichnen. So betrachtet müsste er sich nun schon bald Gedanken dazu machen, wie sein Meisterstück aussehen könnte. Und wer weiß, vielleicht überrascht er uns dann auch noch einmal damit, dass er das eigene Spiel mit Hilfe einer Dreierkette aus Höwedes, Neustädter und Matip oder mit einem anderen raffinierten und wirkungsmächtigen taktischen Kniff aufzieht.

Egal-wie-Sieg in Bremen

Schalke gewinnt in Bremen mit 3:0 und kommt damit im fünften Anlauf zum ersten Bundesligasieg. Spielerisch war die Leistung kein Fortschritt. Aber wenn sich Misserfolg festzusetzen droht braucht es Erfolgserlebnisse, dann ist das Wie zweitranging.

Bremen war um Dominanz bemüht, zeigte ein ordentliches Pressing. Dagegen hatte Schalke Schwierigkeiten, aber irgendwie schien das nicht wichtig zu sein. Ich hatte den Eindruck, dass Schalke mit der Rolle eines wie ein Außenseiter agierendes Auswärtsteam zufrieden war. Die Defensive funktionierte ordentlich. Roman Neustädter bewies in der Innenverteidigung große Übersicht und Atsuto Uchida war nach langer Verletzungspause überraschend präsent. Daran galt es, sich zu erfreuen. Da hatte man was Positives, auf das sich zu schauen lohnte.

Trotz großen Aufwands kam Werder in der ersten Halbzeit zu lediglich zwei Torchancen, Schalke zu einer. Nach vorne gelang den Blauen gar nichts. In einer von vielen kleinen Scharmützeln durchzogenen, hitzigen Hälfte kamen vor allem Max Meyer und Sidney Sam nicht zurecht. Aber Schalke hielt die Partie offen, gab „dem Glück die Chance“ und wurde dafür belohnt.

Nicht auf Grund von Überlegenheit kämpferischer oder taktischer Art, auch nicht auf Grund einer sonst so viel zitierten „individuellen Klasse“ gelang Schalke zum ersten Saisonsieg, sondern durch einen Torwartfehler von Bremens Rafael Wolf. Roman Neustädter lieferte nach einer Ecke mit einem gelungenen Kopfball einen „Versicherungs-Treffer“ und Werder kam kurz darauf noch zu zwei guten Chancen. Als diese vergeben waren, war das Spiel entschieden. Schalkes Aufatmen war von der Weser bis ins Ruhrgebiet zu hören, die gelegentlichen Konter waren nett anzuschauen.

Im Fußball entscheiden häufig Kleinigkeiten oder Fehler von einzelnen. Ab und zu reicht es, bis dahin den Fußball der Anderen zu verhindern. Das löst keine Jubelstürme aus, ist aber auch nichts Ehrenrühriges; Fußball eben. Und zu hoch können Siege für Schalke eh nicht ausfallen. Drei Punkte, die den Druck etwas mindern. Mit Atsuto Uchida und Joel Matip zwei wichtige Spieler, die wieder eingesetzt werden können. Schalke sucht sich weiter, aber bis es sich gefunden hat gilt vor allem, nicht zu viele Punkte auf die Champions League Plätze zu verlieren. Der „Egal-wie-Sieg“ in Bremen war da ein geeigneter Beginn.

Ein Zwischen-den-Spielen-Gespräch

Nach Frankfurt und vor Bremen, nach Spieltag 4 und vor dem Fünften. Da gibt es viele Anlässe für Meinung zu den Dingen. Zu dritt tauschten wir die unsrigen aus, auch die zu Schalke, aber eben nicht nur. Wir, das waren Francois Duchateau, Journalist bei der WAZ, Christoph Fetzer, Journalist und Kommentator u.a. bei laola1.tv, und eben meine Wenigkeit. Die Gelegenheit dazu bekamen wir in der montäglichen Fußballfolge der „Daily Nuggets“ des Sportradio360.

Eine kurzweiliges halbes Stündchen, meines Erachtens.
 

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(31:41 Min)
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