Einwechselspieler-Raten

Ich weiß nicht, ob sich der Erfolg wiederholen lässt. Aber ich versuchs mal.
Als ich Anfang des Jahres drei Spielernamen in einen Beitrag schrieb hätte ich nie gedacht, dass daraus mal ein regelmäßiges Spielchen werden würde, an dem bis zu 47 Mittipper teilnehmen.

In letzter Zeit habe ich auch darüber nachgedacht, ob sich ein anderes Spiel anbietet. Mir ist aber nichts eingefallen was einerseits so simpel und schnell ist, andererseits aber einen durchaus komplexen Hintergrund hat. Beim Einwechselspieler-Raten ist das immerhin die Vorhersage der Aufstellung meines Lieblingsclubs – nur eben hintenrum. Deshalb habe ich mich entschieden, bei dieser Version eines Ratespiels zu bleiben. Zunächst mal bis zur Winterpause und nur zu Bundesligaspielen, damit es keinen Overkill gibt.

Für diejenigen, die unser Einwechselspieler-Raten noch nicht kennen, hier noch eine kurze Erklärung: Es geht darum, die Spieler vorauszusagen, die Felix Magath im Laufe des Spiels einwechseln wird. Dazu sind bis eine Stunde vor Spielbeginn drei Namen in einen Kommentar zu schreiben. Das war’s schon. Wer tatsächlich alle drei Namen richtig vorhergesagt hat wird bis zur nächsten Runde von mir Magath-Into-The-Brain-Kucker genannt.

Eventuell werde ich noch einen Preis für den Gesamtsieg ausloben können. Aber zu ernst sollte dieses Ding hier bitteschön niemand nehmen. Es geht ums Ausleben der Vorfreude aufs anstehende Spiel in schräger Form. Also fangen wir doch einfach an …

Escudero
Hao
Jendrisek



Noch ein kurzer „technischer“ Hinweis:
Bitte die drei Spielernamen im Kommentarfeld als erstes und untereinander notieren. Das macht mir die Erfassung erheblich einfacher. Für „echte Kommentare“ unter den getippten Namen bin ich wie immer dankbar.




Foto: Maenie

Die Kleine Gruppe meldet sich zu Wort

Die Absetzung Rolf Rojeks als Fanbeauftragter des FC Schalke 04 schlug hohe Wellen. Felix Magath meinte, es sei lediglich eine „kleine Gruppe“, die sich mit seinem Kurs nicht einverstanden erklärt. Dienstag haben sich Vertreter der verschiedenen Fangruppierungen zusammengesetzt und unter dem Namen „Kleine Gruppe“ einen Text mit dem Titel „Unser Verein beugt sich nicht – Ein Bekenntnis zu Demokratie und Nachhaltigkeit“ verfasst.

Darin wird der Verein aufgefordert, die Fanbeauftragten Frank Arndt und Arthur Saager wieder einzusetzten – Rolf Rojek hat sich mittlerweile freiwillig zum Verzicht auf dieses Amt entschlossen. Weiter wird der Verein dringend zur Kommunikation aufgefordert. Wörtlich heißt es …

Dass faktisch seit fast über einem Jahr – seitdem wir Fans Felix Magath dringend zu einer Fan-Runde einluden – überhaupt keine Kommunikation mehr zwischen Fans und „Verein“ stattfindet und der Verantwortliche für „Kommunikation“ beim S04 uns links liegen lässt, ist ein untragbarer Zustand und muss unverzüglich ein Ende finden.

Damit wird bestätigt, was Matthias Berghöfer einst in einem Kommentar in diesem Blog angedeutet hatte und was ich als „unorganisierter Fan“ nicht wusste. Dass nämlich der vielbeschriebene Schulterschluss zwischen Mannschaft und Fans zu Beginn der letzten Saison keineswegs von Felix Magath initiiert wurde.

Ich heiße das Handeln Felix Magaths in vielerlei Hinsicht gut, auch bezüglich Vorgängen die andere Fans heftig kritisieren. So sehr ich Mike Büskens auch mag, dass Felix Magath nicht mit ihm sondern mit seinen Vertrauten Co-Trainern zusammenarbeiten will, halte ich für legitim. Dass derjenige, der für einen millionenschweren Fußballclub als Entscheider fungieren soll, keine Freiheit im Rahmen eines Budgets genießen kann, sondern sich Geschäfte größer der vergleichsweise lächerlichen Summe von 300.000 Euro genehmigen lassen muss, halte ich für albern. Dass Magath nichts um die Vergangenheit Christoph Metzelders gibt, sondern den nach seiner Ansicht besten Kader zusammenstellt, halte ich für richtig.

Dass Felix Magath aber nach wie vor gegen das nun mal getroffene Abstimmungsergebnis der Jahreshauptversammlung zu seinem Entscheidungslimit zetert, und dass er offensichtlich alles daran setzt, Mitglieder und Fanorganisationen bei Richtungsentscheidungen außen vor zu lassen, geht mir gehörig gegen den Strich.

Mir ist die Kultur dieses Vereins wichtig. Kultur sind die von Menschenhand geschaffenen Dinge. Kultur entsteht nicht durch hingehen, schauen, essen und trinken. Kultur entsteht durch diejenigen, die über den Konsum des Fußballspiels hinaus das „Schalker sein“ weiterleben. Manche bemühen sich um das Aufrechterhalten und Erinnern an Traditionen, andere reisen als Schalker durch die Welt. Viele verleben viel Zeit in Fanclubs, einige schreiben das Internet voll. Diese Kultur ist die Identität des Vereins wie wir ihn kennen und damit dessen Grundlage.

Die bislang von Magath getroffenen Einzelentscheidungen konnten dem Club als solchen noch nichts anhaben. Aber das Gebaren Magaths und die fehlende Kommunikation werden zu einer Entfremdung von Verein und aktiven Fans und Mitgliedern führen. Das ist nicht akzeptabel. Deshalb unterstütze ich die „Kleine Gruppe“ unter der Führung des Schalker Fan-Club Verbandes in ihren Forderungen.

Warum fordert Magath?

Felix Magath hat in dieser Sommerpause einiges getan, was hinterfragt werden kann. Wieso er über Zeitungen Aufsichtsratchef Clemens Tönnies bloßstellte, zum Beispiel. Oder wieso er dafür sorgte, dass er mit Brause Leipzig in Verbindung gebracht wurde. Fast alles lässt sich naheliegend erklären, meist mit dem Durchsetzen seiner Interessen. Was ich mir aber nicht erklären kann ist die Frage, wieso Felix Magath auch ungefragt zu jeder Gelegenheit herumposaunt, dass er noch bessere Spieler braucht, dass die Qualität seiner Spieler nicht reicht.

Am 14. Juli wurde auf der Webseite des Vereins veröffentlicht, dass „die durch den sportlichen Erfolg der Lizenzmannschaft zu erwartenden Mehreinnahmen, u.a. aus der direkten Qualifikation zur Gruppenphase der UEFA Champions League, investiert werden können. Dies soll unter Berücksichtigung der finanziellen Gesamtentwicklung des Clubs erfolgen.“

Durch die Verkäufe von Heiko Westermann und Rafinha wurden weitere Transfereinnahmen erzielt. In der Presse wurde daraufhin über einem Transferbuget jenseits der 30 Millionen Euro spekuliert und jeder im entferntesten wechselwillige Spieler wurde fortan mit Schalke 04 in Verbindung gebracht. Felix Magath sollte also eigentlich Handeln können und sowohl Presse als auch Fans warten nun seit Wochen darauf, das noch was passiert. Magath aber steht vor Mikrofonen, prangert an und fordert ein, obwohl doch eigentlich klar sein soll, dass er Verstärkungen will und wie viel Geld er zur Verfügung hat. Das passt nicht zusammen.

Hat Magath vielleicht doch deutlich weniger Geld zur Verfügung? Was bedeutet eigentlich „unter Berücksichtigung der finanziellen Gesamtentwicklung des Clubs“? Sind die Spieler, die Magath gerne hätte, mit seinem Budget nicht zu bezahlen? Hofft Magath darauf, dass Tönnies mehr Geld freigibt als vor 5 Wochen vereinbart? Wenn nicht, wieso spricht er das Thema ständig an?

Felix Magath wirkte in der letzten Saison mit jeder Silbe und mit allem Handeln souverän. Diese Souveränität hat er im Sommer irgendwo liegen gelassen. Hoffen wir zum Wohle des Vereins, dass er sie möglichst bald wiederfindet.



Foto: Tomasz Bo

Biederer Sieg gegen Aalen

Der FC Schalke 04 bescherte sich selbst und seinen Fans einen wenig entspannten Abend und gewann beim VfR Aalen mit gerade mal 2:1. Aalen ist Neuling in der 3. Liga und spiele ab der 18. Spielminute mit 9 Feldspielern.

Jermaine Jones stand mal wieder über 90 Minuten auf dem Platz. Ivan Rakitic bewegt sich auf der Position im defensiven Mittelfeld besser, als er es im rechten Mittelfeld tut, wo er im „Supercup“-Spiel aufgestellt war. Jefferson Farfán war der einzige Spieler, bei dem ein deutlicher Klassenunterschied zum Gegner zu erkenne war. Das ist alles, was ich an Positivem erkennen konnte.

Alles in allem war es ein grauenvoll biederer Auftritt des FC Schalke 04. Der Gegner wurde weder durch stärkere Physis, noch durch bessere Bewegungsabläufe bezwungen. Das Offensivspiel blieb Stückwerk und es mangelte an Tempo.
In der Halbzeit wurde mit Marco Quotschalla ein Neuling eingewechselt und es wurde nicht klar, ob sein Nicht-Auffallen an seiner Qualität oder an der Schwäche seiner Mannschaftskollegen an diesem Tag gelegen hat. Durchaus negativ aufgefallen ist Christoph Metzelder. Auch wenn ich meine, dass der Zweikampf im 16er keineswegs strafstoßwürdig verlief: Dass ein derart erfahrener Abwehrspieler so schlecht zu Ball läuft, ihn aufspringen lässt und dann zu spät kommt, ist wahrlich erschreckend und lässt nichts Gutes ahnen.

Genau 3 Minuten lang war Schalke souverän. Es waren die 3 Minuten der Nachspielzeit, in denen man den Ball hin und her spielte, den Gegner auf Distanz hielt und ab und an doch plötzlich vor einer Lücke stand. Mit derartiger Spielweise hätte es ein zwar langweiliges, aber lockeres Spielchen werden können. So wurde es ein Krampf.

Die 2. Hauptrunde wird kommenden Samstag, nach dem Spiel des FC Schalke 04 beim HSV ausgelost.



Foto: Jarlhelm

Wenn man keine Ahnung hat …

Genau. In der Regel gebe ich hier zu allem, was um den FC Schalke 04 herum passiert, meinen Kommentar ab. Diesmal nicht. Obwohl die Absetzung des Fanbeauftragten Rolf Rojek und der nun daraus entstehende Konflikt zwischen Verein und den verschiedenen Fanclubs mit Sicherheit ein wichtiges Thema ist.

Zwar rede ich viel, auch mit aktiven Fanclub-Mitgliedern, doch ich selbst gehöre keiner Organisation an und kann die Arbeit Rolf Rojeks nicht beurteilen. Zwar lese ich viel, und das Verhältnis zwischen Verein und Fans ist immer ein Thema, aber vieles ist so offensichtlich undifferenziert, dass die Mühe der Suche nach guten Texten fast schmerzt. Würde ich hier über diese Causa schreiben, es wäre ein Sud aus der Hörensagen-Suppe, die Meinung anderer. Also lasse ich es.

Eine Zusammenfassung der Geschehnisse, vornehmlich aus der Sicht Felix Magaths, wird von Manfred Hendriok bei derwesten.de dargestellt. Der Schalker Fanclub-Verband veröffentlicht seine Stellungnahmen unter sfcv.de. Der Verein hat über seine Website bislang weder Informationen, geschweige den Begründungen veröffentlicht.

Blödsinn zum Wochenende

„Diese Siegermentalität, die den 1. FC Köln in den vergangenen Jahrzehnten ausgezeichnet hat, die müssen wir wieder in die Mannschaft reinprügeln.“

Michael Meier, harter Hund mit reduzierter Stategie


Besser wegsehen!

Gestern Abend war ich konsequent und habe mir das Spiel der „B-Nationalmannschaft“ nicht angeschaut. Weniger konsequent war ich, als ich mich in die Abgründe der Transferspekulationen um den geilsten Club der Welt begeben habe. Etwas das man nicht tun sollte, was ich nie tun wollte. Man muss wegsehen, allenfalls ein schweifender Blick zur Belustigung, nie etwas ernst nehmend, und sich vor allem nie ausmalen, was wäre wenn der Eine käme, oder der Andere, wie gespielt werden könnte und welche Möglichkeiten es gäbe … Das macht einen wuschig. Das ist bekloppt. Lassen wir das!