Artikel zum Schlagwort ‘1. FC Kaiserslautern’

Was für ein schöner Sonntag

Schalke gewinnt in Kaiserslautern völlig verdient mit 4:1 und hat nun 10 Punkte Vorsprung auf den Tabellenfünften Bayer Leverkusen. Wie so häufig kassierte Schalke ein frühes Tor, aber ab der 20 Minute spielten die Königsblauen richtig gut. Viel zu gut für Kaiserslautern, jedenfalls.

Gibt es noch Schalker, die sich nach einem frühen Gegentor geschockt zeigen? Mittlerweile sollte man sich daran gewöhnt haben. Vielleicht braucht es einen Psychologen, um diese Serie zu erklären. Schön ist das nicht. Aber Schalkes Mannschaft dieser Saison hat häufig genug bewiesen, dass sie solche Rückstände wegstecken, dass sie Spiele drehen und mehr als nur ein oder zwei Tore erzielen können.

In Kaiserslautern brauchte es rund 20 Minuten, bis Schalkers Spiel strukturiert war. Zuvor klappe wenig, Lautern verschob gut, zog sich um den Ball ordentlich zusammen, machte es den Blauen schwer. Schwierigkeiten bekam Lauterns Defensive dann, wenn Schalke zu rochieren begann. Diese Schalker Positionswechsel wurden im Laufe des Spiels ein Merkmal für die Partie.

Raúl hat in jedem Spiel alle Freiheiten, aber ein Lewis Holtby, der mal 10er hinter Huntelaar, mal auf dem linken Flügel und mal defensiv neben Jones seinen Job verrichtete, sah man noch nicht allzu häufig. Zeitweise half Raúl als Mann vor den Innenverteidigern aus, wenn Holtby ausflog. Mal zog Julian Draxler von der linken Seite in die Mitte. Holtby, Raúl und Jermaine Jones bildeten ein sehr variables, zentrales Mittelfeld, das mit Draxler und Farfán auf den Außenpositionen Tempo und Spielfreude auf den Rasen brachte.

Nach der Anfangsphase gab es an Schalkes Spiel meines Erachtens nichts mehr auszusetzen. Papadopoulos und Matip gewannen fortan die entscheidenden Zweikämpfe, auch Fuchs und Uchida hatten ihre Zonen im Griff. Das Angriffsspiel war Abwechslungsreich, weniger Flankenlastig als in den letzten Spielen. Besonders freute mich, dass Schalke auch nach der Führung weiter angriff und sich nicht aufs Verwalten beschränkte.

Am Ende sah alles leicht aus. Vielleicht war es das auch, Kaiserslautern ist Tabellenletzter und nach dem 2:1 durch Huntelaar schien die Mannschaft nicht mehr so recht an sich zu glauben. Andererseits müssen auch solche Begegnungen erst gewonnen werden. Stuttgart und Wolfsburg gelang dies gegen Lautern zuletzt nicht, Schalke eben doch, völlig verdient. Was für ein schöner Sonntag.

Die Trainer seit Schaaf

Otto Rehhagel ist neuer Trainer bei Hertha BSC. Sein letzter Bundesligajob liegt schon einen Weile zurück, von 1996 bis 2001 trainierte er den 1. FC Kaiserslautern. In diese Zeit fiel es, dass in „seinem Club“, dem SV Werder Bremen, nach vier Jahren des Orientierungslosigkeit, Thomas Schaaf den Trainerposten übernahm.

Am 11.05.1999 saß Schaaf erstmals als Cheftrainer auf der Bremer Bank. Er gewann 1:0, gegen Schalke 04, gegen Huub Stevens. Außer Huub Stevens sah Schalkes Trainerbank seitdem 11 andere Verantwortliche. Seit Schaaf in Bremen das Sagen hat, warteten 30 andere Bundesligaclubs mit insgesamt 192 Trainern auf.

Für Hertha ist Otto Rehhagel nun der 13. Verantwortliche in 13 Jahren Erstligazugehörigkeit seit Schaaf. Der HSV kam in 14 Spielzeiten auch auf 13 Trainer seit Schaaf. Leverkusen mag weniger als „heißes Pflaster“ gelten, trotzdem waren es auch da 10 Trainer in 14 Jahren seit Schaaf. In Gladbach waren es 11 Trainer in 11 Jahren erste Liga seit Schaaf, und Köln kommt sogar in nur 9 Erstligajahren auf 12 verschiedene Gesichter auf der Trainerbank, seit Schaaf.

Thomas Schaaf wird Otto Rehhagels Amtszeit in Bremen überdauern. Bis dahin wird die Liste noch länger werden, aber auch bis heute ist sie schon imposant. Alle Erstligatrainer, seit Thomas Schaaf:







Foto: Bejamin Radzun

Erst kein Einsatz, dann keine Struktur

Schalke 04 – 1. FC Kaiserslautern 1:2 | Erst kein Einsatz, dann keine Struktur

Schalke verlor 1:2 gegen den 1. FC Kaiserslautern und verpasste damit den Sprung auf Platz 2 der Tabelle. Man konnte sich über den Schiedsrichter aufregen, über Elfmeter oder gegebene und nicht gegebene Rote Karten lamentieren. Als der Rauch verflogen war blieb, dass sich Kaiserslautern den Sieg auf Schalke verdiente.

Nun wird allenthalben über die Elfmeter und die Platzverweise diskutiert. Müßig, denke ich. Die Regel, dass trotz Elfmeters auch der Torwart als letzter Mann von Platz gestellt werden muss, ist bekloppt, aber so steht es nun mal geschrieben. Das der völlig überforderte Schiedsrichter Sippel den Fall per falschem Pfiff und Rot gegen Lautern ausglich, war zum fremdschämen lächerlich. Ja, das alles prägte dieses Spiel entscheidend, trotzdem bleibt eben noch viel mehr anzumerken.

Die erste Viertelstunde war Schalke gar nicht wirklich auf dem Platz. Teilnahmslos verschob man die Reihen in der eigenen Hälfte, lies Lautern kommen. In der ganzen ersten Halbzeit gab ein kein konzentriertes Attackieren des Gegners in dessen Hälfte, stets erwartete man den Gast erst 10 Meter hinter der Mittellinie. Ein Gast, der sich als Gast fühlen durfte.

Zur zweiten Halbzeit, als Schalke 0:1 zurück lag, war die Anweisung eine andere. Nun wurde früher angegriffen, nun wollte man den Ball in des Gegners Hälfte erobern. Huub Stevens setzte auf Einsatz. Die Einwechslung Jermaine Jones’ war das Signal. Man drückte, man kämpfte, man rannte an. Wille und Kraft waren nun da, es fehlte an Struktur.

Ich fühlte mich an das erste Saisonspiel in Stuttgart erinnert. Schalke in aufgerückter Formation um einen Rückstand aufzuholen, Jermaine Jones in der Ballverteilerrolle im Rückraum. Der Mann, der das Spiel vor sich hat, der die Befreiungen Lauterns aufnehmen, das Tempo variieren und die Angriffe einleiten soll. Will man eine Führung über die Zeit bringen wäre Jones immer meine erste Wahl. In solchen Situationen wie gegen Lautern sollte er meines Erachtens die letzte sein.

Der FCK hatte zuvor nur einen Auswärtspunkt holen können. Dafür agierten sie erstaunlich gut organisiert, abgezockt, eben nicht unsicher, wie man es bei ihrer Bilanz hätte vermuten können. Sie suchten über 90 Minuten immer den Weg zum Tor, gaben sich nicht mit einem Unentschieden zufrieden und hielten Schalkes Offensive 75 Minuten lang sehr gut vom eigenen Tor fern. Marco Kurz stand seinem ehemaligen Trainer Stevens in nichts nach und wollte noch mit einer besonderen Nummer aufwarten, in dem er just in dem Moment zur Auswechslung rief, als Klaas-Jan Huntelaar bereits zum Strafstoß bereit am Elfmeterpunkt stand. Andere Schützen hätte das vielleicht zu einem Zuviel an Nachdenken verleiten können.

Schalkes Offensive ist mit Farfán, Jurado, Raúl und Huntelaar immer für Chancen und Tore gut. Am Ende war es auch Pech, dass der Ball nicht doch noch rein ging, als Schalke in der letzten Viertelstunde noch mal mit aller Kraft anrannte. Das sollte aber niemanden darüber hinwegtäuschen, dass Schalke weiterhin eine unausgewoge Mannschaft ist, und dass Schalke eher von den Einzelkönnern vorne lebt, als von funktionierenden Abläufen und Angriffsplänen. Im defensive Mittelfeld, in der Abwehr und im Tor zeigt sich Schalke nicht regelmäßig so, als dass man auf den zweiten Tabellenplatz gehören würde.

So, geht wieder los!

Außenseiter, außenseiteriger, am außenseiterigsten: Deutschlands zweitgrößter und hier jeden wie auch immer bewegender Verein ist im Maßstab sportlicher Erfolge in der UEFA Champions League neben der Fackel Manchester United lediglich ein Streichholz. Das tut der Freude auf das Spiel aber keinen Abbruch. Es erwarten uns zweimal 90 Minuten auf der für Fußballclubs größten Bühne der Welt. Nach dem müden Kick gegen Kaiserslautern muss Schalke nun „den Schalter umlegen“.

Zugegeben, dass sich Schalke gegen Kaiserslautern so wenig bemühte, fand ich schade. Ich saß im Stadion und es hat mich geärgert. Nach dem Sieg gegen den VfL Wolfsburg, als die notwendigen Punkte beisammen waren um nicht mehr in den Abstiegsstrudel zu geraten, hieß es, man wolle „dran bleiben“ und nicht nachlassen. Eben weil es so schwierig sei, erst in den Pausemodus zu schalten um dann aber, zum großen Spiel, auf den Punkt wieder bei 100% zu sein. Tatsächlich bot Ralf Rangnick aber zweimal in Folge nicht die beste Formation auf, und zumindest gegen Kaiserlautern agierte man auch im Pillepalle-Modus.

Aber vermutlich hätte man gegen Kaiserslautern einfach nicht hingehen sollen, und vermutlich war es clever, sich in diesem für Schalke unwichtigen Spiel nur ein wenig warmzulaufen. Ab heute denkt niemand mehr an dieses Spiel, aber an die Champions League Halbfinalspiele gegen Manchester United wird man noch lange denken, egal wie sie verlaufen.

Heute heißt das Stadion wieder für einen Abend „Auf Schalke“, weil die UEFA mit der hiesigen Werbung nichts am Hut hat. Heute sind die Werbebanden zwischen Unter- und Oberrang aus dem gleichen Grund wieder mit dem Sternenbanner verhüllt. Es geht um Lizenzen, um Mammon, und doch liefert es eine andere Stimmung, einen irgendwie festlichen Rahmen.
Ich hoffe, dass die Blauen in diesen beiden Spielen gegen United die zu erwartenden Rückschläge mit der gleichen Chuzpe wegstecken, wie sie es gegen Inter Mailand vermochten. Vielleicht stoßen sie diesmal an ihre Grenzen, aber ich hoffe auf das Gefühl, dass diese Begegnung wirklich erst am 04. Mai, nach Abpfiff in Old Trafford, entschieden sein wird. Dann wäre alles gut. Zu verlieren hat Schalke 04 eigentlich nichts.

Glück auf.



Foto: SnaPsi Сталкер

Erik Jendrisek: Wie Klose in seinen Anfangsjahren

Erik Jendrisek wird bald für Schalke 04 spielen. Erik Jendrisek wird eigentlich Jendrišek geschrieben. Er ist 1.70 Meter klein, 23 Jahre jung und in der Slowakei geboren. Für den 1. FC Kaiserslautern hat er in der abgelaufenen Saison 15 Tore erzielt und somit gehörigen Anteil am Aufstieg der Pfälzer. Von Lauterer Fans wird er „Erich“ genannt. Das klingt alles ganz gut und „Erich“ passt wie Arsch auf Eimer nach Gelsenkirchen. Aber ob Jendrisek auch passt muss man abwarten, und da ich ihn nie bewusst habe spielen sehen, kann ich mir keine Prognose erlauben. Also habe ich mal Leute gefragt, die ihn bestens kennen.

Philip und Sebastian bloggen im FCK-Blog täglich über den 1. FC Kaiserslautern.



Hallo Philip, Hallo Sebastian. Bei der Bekanntgabe seiner Verpflichtung bezeichnete Felix Magath Erik Jendrisek als schnell und technisch beschlagen. Als ich nach seiner Verpflichtung in Fan-Foren stöberte fand ich gegenteilige Beschreibungen. Taten ihm enttäuschte Fans unrecht oder liegt unser Trainer falsch?

Sebastian: Ja, Erik Jendrisek konnte vor allem mit seiner ausgezeichneten Technik in der 2. Liga überzeugen. Man wird sehen ob er sich auch in der 1. Liga so gegen seine Gegenspieler durchsetzen kann. Er hat in Kaiserslautern eine gute Entwicklung genommen, allerdings glaube ich nicht, dass er sich jetzt schon bei Schalke 04 im Sturm durchsetzen wird. Eher eine Verpflichtung, die für die Zukunft Sinn macht.

Philip: Ich denke, dass Erik Jendrisek ein Spieler mit Ecken und Kanten ist. Doch er hat sich sehr zum Positive entwickelt. Man kann immer wieder sehen, dass er kämpft und alles gibt den Ball zu bekommen. Zwar konnte man ihm Anfangs eine gewisse Ballverliebtheit nicht absprechen, doch nach und nach entwickelte er sich zu einem kaltschneutzigen Stürmer, der schnell und technisch versiert ist. Für uns ein wahrer Gewinn und nun ein wahrer Verlust.

Mit welchem bekannteren Stürmer wäre er denn von seiner Spielweise her vergleichbar?

Philip: Ich würde ihn mit Miro Klose in seinen Anfangsjahren beim FCK vergleichen. Er hat Spaß am Spiel und ist immer da wo auch der Ball auftauchen kann.

Jendrisek konnte sich vor vier Jahren bei Hannover 96 nicht durchsetzen. Glaubt ihr dass er nun das Zeug zum Erstligastürmer hat?

Philip: Er hat auf jeden Fall eine gute Entwicklung genommen. Als er damals aus Hannover kam war er zum einen sehr jung und zum anderen wussten wir FCK-Fans auch nichts über ihn. Nach und nach wusste er sich durchzusetzen, wurde Nationalspieler der Slowakei und ich denke, dass er seinen Weg auch in der 1. Bundelsiga machen wird.

Sebastian: Beim FCK würde er wohl in Liga 1 Stammspieler sein. Ich könnte mir gut vorstellen, dass er erst mal Zeit braucht, bis er bei Schalke 04 angekommen ist. Jendrisek ist aber auch erst 23 und auf jeden Fall ein Spieler, der Schalke weiterhelfen kann.

Erik Jendrisek werden Probleme mit der Disziplin nachgesagt. Wenn ich das richtig mitbekommen habe ist er unter Trainer Milan Sasic bei einer Videoanalyse eingeschlafen, wurde suspendiert und wollte die veranschlagte Strafe nicht zahlen. Ist er ein Hallodri, ein Problemfall, gab es noch mehr Zwischenfälle?

Philip: Klar, dieser Zwischenfall war für uns auch sehr schwer zu verstehen. Nach ein paar Wochen kam es zu Aussprache mit Trainer und Mannschaft. Danach gab Jendirsek die Antwort auf dem Platz. Wie schon gesagt, er ist ein Spieler mit Ecken und Kanten, aber ich denke auch, dass ein Trainer wie Felix Magath, diese Ecken und Kanten schleifen kann.

Sebastian: Man weiß ja nie was da wirklich abgelaufen ist. Auf jeden Fall galt Milan Sasic immer als sehr streng und wollte mit der Suspendierung vielleicht auch nur ein Exempel statuieren.

Als Fazit euer Tipp: Wird Jendrisek für Schalke ein Gewinn werden, wie groß wird die Rolle werden, die er unter Magath spielt?

Philip: Ich denke, dass er auf jeden Fall ein Gewinn sein kann. Bleibt allerdings abzuwarten wie sich die Stürmerlage weiter bei Schalke enwtickelt, und was er für eine Rolle in diesem neuen Team hat. Eine faire Chance hat er sowohl von den Fans, als auch vom Trainerteam verdient. Ich schätze Felix Magath aber auch so ein, dass er genau weiß, was er an einem solchen Stürmer wie Erik Jendrisek hat.

Sebastian: In der ersten Saison wird er wahrscheinlich keine so große Rolle spielen. Aber wenn er an seiner Effizienz arbeitet und sich auf seine Stärken in der Technik und Schnelligkeit, vor allem bei Kontern, besinnt, traue ich ihm einen Stammplatz zu.

Vielen Dank für diese Einschätzungen. Wir werden sehen, Jendrisek auf Schalke und den FCK in der Liga. Ich freu’ mich drauf! Glück auf.



Link:
FCK-Blog – „Alles rund um den 1. FC Kaiserslautern – Von Fans für Fans“



„Jetzt nur noch Bier trinken!“

Der 22.09.2004. In 1:39 Minuten!

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mp3-Datei / das Spiel