Artikel zum Schlagwort ‘1. FC Köln’

Schwer zu bewertender Kick in Köln

 

 
Schalke spielt in Köln 1:1. Oben mein Tweet zur Halbzeit, darunter mein Tweet nach Abpfiff. Und viel mehr habe ich dazu eigentlich gar nicht mehr zu sagen.

Mein Tweet zur Halbzeit hatte vor allem bei einigen Kölner Twitterern für Unmut gesorgt. Sie fanden ihr Team offensichtlich ganz passabel, oder Schalke so schlecht wie ihrs. Meines Erachtens war Schalke in der ersten Hälfte die deutlich reifere Mannschaft. Es fehlte letztlich an Konsequenz im Umschalten nach Ballgewinn, aber selbst so hatte man noch zwei sehr hochkarätige Chancen um den Spielstand zu erhöhen. So aber fing man sich durch den einzigen richtigen Kölner Angriff das Gegentor. Unglücklich.

Im insgesamt besseren Spiel der zweiten Hälfte hatte Schalke auch mehr und die besseren Chancen. Ja, auch Köln hatte nun seine Gelegenheiten. Schalke war nicht dominant und die Blauen haben schon bessere Leistungen abgeliefert. Trotzdem wäre aus meiner Sicht ein 2:1 für Schalke das richtige Ergebnis zu diesem Spielverlauf gewesen.

Nicht richtig toll, aber sicher auch nicht schlecht. Immerhin ein Punkt in Köln, aber eben auch nur einer. Nicht unzufrieden, aber auch nicht zufrieden. Irgendwie unbefriedigend, nicht so richtig zu bewerten, dieses komische Spiel.

Schwach gegen Köln: Schalkes 0 steht auch nach 4!

Schalke 04 verliert auch zuhause gegen den 1. FC Köln. Beim 1:3 offenbarten die Blauen schlimme Abstimmungsprobleme im defensiven Zentrum und konnten im Angriff aus viel Ballbesitz kaum Chancen erspielen. Mit einer derartigen Leistung kann man gegen jeden Gegner verlieren.

Es waren noch keine 30 Sekunden gespielt als Markus Weinzierl an der Seitenlinie aufsprang und rumschrie. Er gestikulierte, bedeutete seiner Mannschaft nach dem Herausspielen aus der Abwehr nachzurücken, um die Räume zwischen den Reihen eng zu halten. Ich konnte Schalkes Trainer nicht das ganze Spiel über beobachten, aber ich nehme an er kann nun nicht mehr sprechen, er wird das ganze Spiel gebrüllt haben müssen. Denn der Raum, den seine Mannschaft zwischen den Reihen ließ, vor allem zwischen dem defensiven Mittelfeld und der Innenverteidigung, war kampfsterngroß.

Naldo, Höwedes, Bentaleb, Geis … jeder für sich mag ordentliche Zweikampfwerte gehabt haben, aber im Raum bewegten sie sich schlecht. An der Schalker Strafraumgrenze war für den Gegner über die gesamten 90 Minuten viel Platz, weil die Innenverteidiger die gegnerischen Stürmer in Manndeckung nahmen und die defensiven Mittelfeldspieler oft hinter dem Ball zurückblieben. Dies blieb auch noch nach der Auswechslung Stambouli für Geis so.

Der 1. FC Köln war in diesem Spiel die klar bessere Mannschaft und trat den Beweis an, dass die üblichen Statistiken im Fußball keine Aussagekraft haben. Schalke mag mehr Ballbesitz gehabt und mehr Pässe gespielt haben, aber eben nur weil Köln es so wollte. Nach einer Anfangsphase, in der die Gäste agierten, zogen sie sich zurück. Man ließ Schalke mit seinem Problem, ein ordentliches Offensivspiel aufzuziehen, walten, und profitierte vom geöffneten Rückraum in den Kontersituationen. Zu jeder Zeit des Spiels waren die Kölner Offensivaktionen gefährlich, und defensiv hatten sie die bieder agierenden Schalker meistens gut im Griff.

Dass Schalke offensiv derart durchsichtig und ohne Überraschungsmoment agierte lag auch an Max Meyer. Dies war wieder solch ein Spiel wo es mehr dieser Pässe in die Tiefe gebraucht hätte, wie Nabil Bentaleb vor dem Führungstreffer Huntelaars einen spielte. Max Meyer spielt in der dafür prädestinierten Position. Aber einmal mehr war von ihm nichts zu sehen, fand er keine Bindung zum Spiel. Ja, Max Meyer ist immer noch ein sehr junger Spieler, und ja, man soll mit jungen Spielern geduldig sein. Aber Max Meyer gehört zu den Spielern, auf die Schalke baut. Sein nächster Bundesligaeinsatz wird sein 100. sein, dazu kommen 26 internationale Spiele für Schalke. Für diese Erfahrung und für seine Stellung ist sein Einfluss auf das Spiel seiner Mannschaft zu gering.

Diese Leistung gegen Köln war noch schlechter als die in Frankfurt am 1. Spieltag. In Frankfurt konnte sich Schalke nach katastrophaler Anfangsphase stabilisieren. Gegen Köln blieben die Defizite über die gesamte Spielzeit gegenwärtig. Bezüglich der Offensive haben wir in dieser Saison noch kein gutes Spiel der Blauen sehen dürfen. Bis auf Weiteres bleibt also nur, sich an die starken Defensivleistungen gegen Bayern München und den OGC Nizza zu klammern und zu hoffen, dass durch ein irgendwie zustande kommendes Erfolgserlebnis und weitere Trainingseinheiten der Zug koppelt und ins Rollen gerät.

„Team Marktwert“

… oder: Diskussionswürdige Idee, aber chancenlos

Mitte letzter Woche sorgte eine Meldung für Aufsehen: Sechs Bundesligaclubs haben sich zu einer Gruppe formiert, die sich über eine Veränderung in der Verteilung der Gelder aus dem zukünftigen TV-Vertrag beraten will. Dabei soll das Geld nicht mehr nur nach dem Leistungsprinzip verteilt werden. Auch Faktoren wie Beliebtheit und Bekanntheit sollen als Faktoren geltend gemacht werden.

Die Gruppe gab sich den Namen „Team Marktwert“, und da es sich bei den sechs Clubs (Hertha BSC, VfB Stuttgart, 1. FC Köln, Hamburger SV, Eintracht Frankfurt und Werder Bremen) mehrheitlich um Bundesligisten handelt, die aktuell gegen den Abstieg kämpfen, waren die Häme-Kübel der social networks flott gefüllt. Diese Clubs suchten nach Geld, weil sie sportlich nichts mehr auf die Reihe bekämen, hieß es. Man hätte sich stattdessen lieber „Team Misswirtschaft“ nennen sollen. Diskutiert, oder auch nur auf die Pressemittelung der Clubs eingegangen, wurde kaum. Selbst ein Text bei Spiegel Online kommt zu einer Bewertung dieser Clubs als sportlich zu schlecht, ohne sich die Mühe zu machen auf Argumente für eine neue Gelderverteilung einzugehen. Schade, denn ein Blick darauf lohnt, meines Erachtens.
 
 
Was will „Team Marktwert“?

Die Gruppe will den Kriterien zur Verteilung der TV-Gelder eine dritte Komponente zufügen. Bislang werden zwei Drittel des zur Verfügung stehenden Betrags gleichmäßig an die Clubs verteilt, ein Drittel wird auf Grund sportlicher Ergebnisse zugewiesen. Dem Namen entsprechend möchte „Team Marktwert“ zukünftig eine Wertung einbeziehen, in der dargestellt wird, welcher Club wieviel Anteil am Wert der Bundesliga hat. Wie genau diese Wertigkeit festgestellt werden soll, dazu wird man noch nicht konkret. Es wird aufgeführt, dass diese aus „objektiven Kennzahlen wie Fanbasis, Beliebtheit, Bekanntheit, TV-Reichweite und Interaktionsraten in Social Media“ errechnet werden könnte. Die Gruppe versteht sich als nun startendes Projekt. Ausdrücklich werden andere Clubs – auch Zweitligisten – eingeladen, sich an der Arbeit zu beteiligen. Weiterhin weist die Gruppe darauf hin, dass es in „allen großen internationalen Ligen (England, Spanien, Italien, Frankreich, Niederlande)“ ähnliche Verteilungsmodelle gäbe, bei denen 25 bis 30 Prozent der Medienerlöse nach Marktwert-Kriterien ausgeschüttet würden.
 
 
Was man dagegen haben kann

Wer bislang gegen das Vorhaben des „Team Markwert“ argumentierte führte vor allem an, dass sportlichen Ergebnisse bei der Gelderverteilung weniger gewichtet würden. Auch Schalkes zukünftiger Manager Christian Heidel, ein stets meinungsstarker Mann, brachte sich als Gegner des „Team Marktwert“ in Position. Er würde Leistung lieber höher bewerten. Bei den Ideen der Gruppe würde man sich auf Tradition berufen, die 50 Jahre zurückliege, aber nichts mit der Leistung der Clubs heute zu tun habe. In der Berliner Morgenpost sieht Journalist Uwe Bremer das Vorhaben des „Team Marktwert“ als einen Schritt zur Bundesliga als geschlossene Gesellschaft. Die Pläne zielten gegen das Verständnis von Sport und würden den „Kleinen“ das Aufsteigen erschweren.
 
 
Wieso ich den Ansatz des „Team Marktwert“ für bedenkenswert halte

Zunächst ist festzuhalten: Das Wort „Tradition“ kommt in der Mitteilung des „Team Marktwert“ nicht vor. Um die von der Gruppe genannten Kriterien einfließen zu lassen braucht es handfeste Kennzahlen. Diese zu verhandeln, festzulegen, und zu vermitteln ist die zukünftige Aufgabe der Gruppe. Es muss gewährleistet sein, dass Clubs ihre Kennzahlen verbessern können.

Grundsätzlich halte ich es keineswegs für irgendwie unfair, dass Clubs, die einen größeren Teil zur Attraktivität der Liga beitragen, davon auch monetär profitieren. TV-Gelder sind kein ausgelobtes Preisgeld einer neutralen Instanz. TV-Gelder werden bezahlt, weil sich die Rechte gut weiterverkaufen lassen, weil Zuschauer dafür bezahlen.

Meines Erachtens wird die Liga aber beständig unattraktiver. Clubs mit weniger Fananhang, die weniger Zuschauerinteresse generieren, deren Storys weniger Zeitungen verkaufen und weniger Klicks generieren, lösen Clubs ab, die für eine „bunte Liga“ sorgen. Das liegt keineswegs ausschließlich an guter Arbeit hier und schlechter Arbeit dort. Bei den „Werksclubs“ aus Leverkusen und Wolfsburg, sowie bei Clubs wie Hoffenheim und Leipzig versagte die Politik der Liga in Form der 50+1 Regelung, die sich, wenn es hart auf hart kommt, rechtlich nicht durchsetzen lässt.

Sind wir doch mal ehrlich: Würde die TSG Hoffenheim ausschließlich für ihren Anteil an der Attraktivität der Liga entlohnt, bekäme sie von den TV-Geldern wohl gar nichts ab. Aber die von „Team Marktwert“ vorgeschlagenen Kriterien sollen das Leistungsprinzip nicht ablösen. Sie sollen als zusätzliche Faktoren dazukommen. Wieso dies zu einer „geschlosseneren“ Bundesliga als heute führen sollte, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Will man das Auf und Ab zwischen den beiden Profiligen fördern, muss man das Gefälle zwischen den beiden Ligen reduzieren und vielleicht die Relegation abschaffen. Das sind vollkommen andere Ansätze. Bislang ist nichts davon bekannt, dass das „Team Marktwert“ der zweiten Liga weniger Geld zukommen lassen will. Man will das Geld lediglich anders verteilen – auch im Liga-Unterhaus.

Meines Erachtens kann der Ansatz des „Team Marktwert“ für den deutschen Profifußball ein Instrument sein, auf rechtlich einwandfreiem Weg und transparent die für ein großes Publikum interessanten Clubs zu unterstützen und damit die Attraktivität der Liga bestmöglich zu bewahren.
 
 
Warum „Team Marktwert“ aber meines Erachtens keine Chance hat

Natürlich vertritt jeder Club seine eigenen Interessen. Solidarität gibt es in den Profiligen nur, solange dabei alle Geld verdienen. Es muss das Ziel von „Team Marktwert“ sein, auch die sportlich erfolgreichen Clubs wie Bayern München, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 von ihren Ideen zu überzeugen. Es ist aktuell aber davon auszugehen, dass diese Clubs mehr Geld bekommen, wenn es bei der stärkeren Gewichtung von sportlichen Erfolgen bliebe. Insofern fällt es Christian Heidel auch mit Blick auf seinen zukünftigen Job leicht, die Ideen des „Team Marktwert“ zu kritisieren. Den für alle gleichen Sockelbetrag zu reduzieren würde erst recht viele kleinere Clubs zu Widerstand aufrufen. Mir erscheint es fast unmöglich, dass der am Ende stehende Vorschlag des „Team Marktwert“ so vielen Clubs Vorteile gegenüber der aktuellen Regelung beschert, dass er Mehrheitsfähig sein kann.

Bedenkenswert ist er aber allemal. Diskussionswürdig sowieso.



Dieser Text wurde erstmals gestern bei Westline veröffentlicht. Weitere lesenswerte Blogtexte zum Thema „Team Marktwert“ wurden von Axel Goldmann und Andreas Riedl verfasst:

Der vierte Offizielle: Team Marktwert
Rosenau Gazette: Warum Team Marktwert nicht zu Ende denkt


Toller Fußball, verdienter Sieg für S04

Schalke gewinnt in Köln mit 3:1. Ein verdienter Sieg in einem grandiosen Fußballspiel, in dem beide Teams ihr Heil in der Offensive suchten. Ein Spiel das viel Spaß machte.

Lasst mich mit dem Negativen beginnen, das gab es sehr wohl. Nach dieser ersten Feuerwerkhalbzeit wollte Schalke es ruhiger angehen lassen, wollte defensiv gut stehen und Konter fahren. Das können sie nicht. Schon in der ersten Halbzeit hatte die defensive „Triangel“ aus Johannes Geis und den Innenverteidigern große Probleme mit den agilen Kölnern. Schalke ließ einiges an Großchancen zu, zuviel. Ralf Fährmann wurden später von den Fans zum Spieler des Spiels gewählt, in vielen Situationen musste er großartig reagieren. Mit einer Spur weniger Glück hätte es zur Halbzeit auch 2:2 stehen können … nach solch einer Halbzeit! Womit ich gleich zur Begeisterung kommen möchte.

Das Offensivspiel Schalkes in dieser ersten Halbzeit in Köln war das Begeisterndste, was es seit einer kleinen Ewigkeit zu sehen gab! Eine Halbzeit die anzuführen ist, wenn mal wieder jemand behauptet, Schalke würde unter André Breitenreiter so spielen wie unter Jens Keller.

Schalke agierte kompakt, Schalke agierte variabel, Schalke hatte stets den Zug zum Tor. Schalke spielte unabhängig vom Spielstand stets weiter nach vorne. Ein Spiel, welches das Talent der „jungen Kerls“ wie Geis, Hojbjerg, Schöpf, Caicara und vor allem Meyer zur Entfaltung brachte. Eine Halbzeit in der man stets nickend zuschaute, in der ich bei so vielen Angriffen die Formulierung „sie wollen (nur) spielen“ im Kopf hatte.

Ich sah das Spiel via Sky und der Kommentator sagte irgendwann, Köln würde mehr Zweikämpfe gewinnen, Schalke aber die richtigen. Mir schien, als wären diesmal die Zweikämpfe eine Nebensache. Schalkes Offensivspiel wirkte leichtfüßig. Nicht wie Kampf. Wie Spiel! So wie es sein sollte.

Tatsächlich war ich baff. In der Halbzeit schrieb ich Freundin Kerstin, die das Spiel nicht live verfolgen konnte. Ich schrieb, dies sei die aufregendste erste Halbzeit seit dem Spiel in Mailand gewesen. Nun ist es bezüglich der Wichtigkeit ein ganzes Stück von einem Bundesligaspiel in Köln zu einem Champions League-Viertelfinale in Mailand. Aber ich war nun ebenso überrascht. Ich hatte Schalke diese Spielweise nicht zugetraut, diesmal in Köln so wenig wie damals in Mailand.

Schalkes Mannschaft ist jung, fehleranfällig. Souveränes Spiel aus einer stabilen Defensive gehört noch nicht zum Repertoire. Erst als Schalke auch in der zweiten Halbzeit wieder nach vorne spielte, gewann man wieder die Überhand. Schalke kann ein Spiel derweil nur offensiv kontrollieren.

Aber ehrlich, das hier ist Schalke 04. So lange Leidenschaft den Fußball trägt kann auf Perfektion gerne verzichtet werden. Dies war eins dieser Spiele, für die man hinschaut wenn die Blauen auflaufen. So, wie man sich Schalke-Fußball wünscht.

Happy Weekend (3)

Noch 10 Spiele. Morgen in Köln, nächste Woche in Berlin. Dann ein Heimspiel gegen Gladbach, in Ingolstadt, zu Hause gegen Dortmund, in München, zu Hause gegen Leverkusen, in Hannover, zu Hause gegen Augsburg und am letzten Spieltag in Hoffenheim. Gestern Früh fragte Herr Pepo via Twitter, wer bei dem Restprogramm wie viele Punkte für Schalke als realistisch erachten würde. Er bekam 20 Antworten, im Schnitt tippte man auf (aufgerundete) 19 Punkte. Damit käme Schalke auf 57 Punkte zum Saisonende. 57 Punkte bringen einen Club in der Regel in die Europa League.

Ich halte die getippten 19 Punkte für viel zu hoch. Ein 2 Punkte pro Spiel-Schnitt ist das Niveau eines Clubs, der sich für die Champions League qualifiziert. In den noch ausstehenden 10 Spielen spielt Schalke aber eben noch gegen die richtig starken Gegner. Eben die Gegner, gegen die man in der Hinrunde lediglich auf 11 Punkte kam.
Ich denke die „euphorischen Tipps“ wurden durch den Sieg am Mittwoch bedingt. Ein Heimsieg gegen einen HSV(!), der 45 Minuten in Unterzahl agierte. Ein Sieg, der von der Schalke Nation überraschend „laut“ gefeiert wurde.

Ich tippe auf 14 Punkte aus den letzten 10 Spielen und finde das als Ziel für die Mannschaft durchaus anspruchsvoll, von mir gar optimistisch. Sehr gerne läse ich Eure Tipps in den Kommentaren.
 
 
Gegen Köln, auf’m Platz

Der 1. FC Köln hatte bereits Dienstag gespielt und geht entsprechend mit einer um einen Tag längeren Pause in das Spiel am Samstag. Im letzten Spiel hatte sich allerdings Tony Modeste den Kopf geprellt, sein Einsatz gegen Schalke ist fraglich. Modeste hat 11 der 25 Treffer des FC erzielt.

Bei den Blauen waren gestern noch alle im HSV-Spiel-Nachbereitungsmodus. Weder über die social networks, noch auf der Webseite gab es bislang Infos zum Spiel gegen Köln. Die einzig fragliche Personalie ist aber wohl Eric Maxim Choupo-Moting. In der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den HSV klangen die Aussagen André Breitenreiters wenig ermutigend. Bis dato hatte Choupo-Moting immer wieder Probleme mit den Nachwirkungen der Hüftprellung, die er sich im Spiel gegen den VfL Wolfsburg zuzog. Es klang als rätsle die medizinische Abteilung, weshalb sich eine solche Verletzung so lange hinzieht. Ich befürchte es wird noch einige Tage gerätselt.
 
 
Daten und Drumherum

Schalke hat bislang alle drei Spiele gegen FC-Trainer Peter Stöger verloren. Als Schalke zuletzt gegen Köln nicht verlor, hatte dort noch Stale Solbakken das Sagen – und bei Schalke Huub Stevens.

Schalke hat in dieser Saison noch kein „Samstag, 15:30 Uhr“-Spiel verloren. Bislang gewann man fünf Mal, zwei Mal spielte man unentschieden.

Laut Google sind am Samstag in Köln usselige 4° C zu erwarten, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei 45%.

Bei Schalke sind mit Dennis Aogo, Junior Caicara und Johannes Geis drei Spieler mit je 4 Gelben Karten vorbelastet, ihnen droht eine Sperre fürs Spiel bei Hertha BSC. Bei den Kölnern sind ebenfalls drei Spieler gefährdet: Modeste, Vogt und Maron.

Schiedsrichter des Spiels wird Wolfgang Stark sein. Schon wieder. Es wird bereits Starks 60.(!) Schalke-Spiel sein, mit keinem Club hatte er es häufiger zu tun.

Gleich sieben Schalker haben Geburtstag, an diesem Wochenende. Heute Hubert Neu und Mladen Krstajic. Morgen Willi Neumann, Harald Kaminski und Egon Flad. Und am Sonntag Kevin-Prince Boateng und Toni Schumacher, auch wenn einem bei den beiden das „Schalker“ nicht sofort einfällt.
 
 
Mehr Schalke

Für Schalkes U17 steht das Derby gegen Borussia Dortmund an. Am Sonntag um 11 Uhr geht es für die Blauen darum, den Anschluss an den BVB nicht zu verlieren. Dortmund ist aktuell Tabellenführer mit 47 Punkten, Schalke steht mit 40 Punkten auf Rang 3. Gespielt wird auf der Sportanlage der Gesamtschule Ückendorf.

Schalkes U19 hatte Dortmund am vergangenen Wochenende geschlagen und liegt nun in der Bundesliga West nur noch einen Punkt hinter dem BVB auf Platz 2. Sonntag um 11 Uhr gibt’s für die Blauen gleich das nächste Derby, gegen Rot-Weiss Essen. Gespielt wird in Essen, im „Sportpart Am Hallo“.

Schalkes Regionalliga-Mannschaft empfängt am Samstag, um 14 Uhr, im Jahnstadion zu Bottop, den SC Wiedenbrück.
 
 
Und sonst?

In der Zeit bis zum Fußball lässt sich prima schauen und hören. Angeschaut werden kann beispielsweise die hübsche Präsentation unter dem Titel „Bautagebuch – Das neue Berger Feld“.
Aktuell absolvieren Schalkes Regionalligamannschaft und die Jugendteams der Leistungsklasse ihre Heimspiele im Irgendwo (siehe oben). Demnächst sollen sie auf dem Clubgelände spielen können. Dazu, und als generelle Modernisierungsmaßnahme, wird das Clubgelände neu gestaltet, werden Trainingsplätze, neue Gebäude und Parkmöglichkeiten errichtet. An der Stelle des früheren Parkstadions soll es dann ein Regionalligastadion geben.

Euren Ohren möchte ich ein 26-minütiges Hörstück des Deutschlandfunks empfehlen. Unter dem Titel „Definitiv keine neue FIFA“ gibt es ein Gespräch mit Jaimie Fuller nach der Wahl Gianni Infantinos zum neuen FIFA-Präsidenten zu hören. Jaimie Fuller ist CEO eines australischen Sportartikeherstellers und Mitglied der Organisation „New FIFA Now“. In dem Gespräch stellt er anschaulich dar, wieso die zum Teil durchaus gut klingenden Reformvorhaben des FIFA eine Farce sind, und dass man nichts anderes als das alte System mit wenigen neuen Köpfen erwarten muss.

Den Download der Sendung gibt’s hier, den Podcast-Feed hier.
 
 
So. Schönet Wochenende, bis Montach.

Gruppe Zwo & die Spielstärke-Tests

Bayern München und Borussia Dortmund stehen über dem Rest der Liga, sowohl was die theoretische Kaderqualität, als auch was das Spiel auf dem Rasen angeht. In einer sich aus einem gewissen Selbstverständnis ergebenden Gruppe 2 spielen Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, der VfL Wolfsburg und Schalke 04 seit Jahren um die internationalen Plätze. Dies möchten sie auch in dieser Saison wieder tun. Gemeinsam haben sie allerdings, dass sie gegen sehr defensiv auftretende Gegner keine guten Ergebnisse erzielen.

Schalkes Spiel am 2. Spieltag nannte ich den „Darmstadt-Test“. Ich hätte es auch den „Spielstärke-Test“ nennen können: Eine Partie gegen einen Gegner, dessen erstes Ziel ein 0:0 ist, der natürlich versucht Fehler auszunutzen, dessen oberste Priorität aber im Verhindern des Spiels der Anderen liegt. Neben Darmstadt 98 treten auch der FC Ingolstadt und der 1. FC Köln mit diesen Zielsetzungen an. Köln hat dabei das Umschaltspiel nach Ballgewinn am weitesten entwickelt, Darmstadt 98 am wenigsten weit.

Der Erfolg dieser Spielweise ist der Misserfolg derjenigen, die dagegen anspielen. Dass Darmstadt 98 nach 12 Spieltagen bereits 14 Punkte gesammelt hat ist ein Schlag ins Gesicht der Clubs, deren Kaderqualität um ein vielfaches höher liegt und die es eigentlich besser können müssten. Gegen solche Gegner braucht es Tempo und Präzision. Es braucht ein variables Ballbesitzspiel, die Fähigkeit, den Gegner „auseinanderzuspielen“ und die knappen Räume zu nutzen. Vergleicht man die Ergebnisse der Clubs aus Leverkusen, Gladbach, Wolfsburg und Schalke gegen die besagten defensive Gegner zeigt sich, dass sie allesamt immer wieder an diesen „Spielstärke-Tests“ scheitern.



Hat tip für die Idee an Rjonathan

Lange zu viel Raum hinten – keiner vorne

… falschrum, eben. Nach 6 Siegen in Folge wird Schalke 04 besiegt – vom 1. FC Köln, schon wieder. Das 3:0 war etwas zu hoch aber leider verdient. Köln beherrschte sein Spiel besser als die Blauen das ihre.

Schalke möchte offensiv spielen und agieren, vor allem vor heimischem Publikum. Ein perfekter Gegner für den 1. FC Köln, dessen Stärken in der kompakten Defensive und dem schnellen Kontern liegen. Dass der Sieg für die Gäste verdient war, steht wohl außer Frage. Aber war denn nun Köln so gut oder Schalke so schlecht? Teils so, teils so, denke ich.

Hätte Schalke schon in der ersten Hälfte so gespielt wie in der zweiten bis zur Einwechslung Höjbjergs, das Spiel wäre eine ganz knappe Kiste geworden. In der ersten Hälfte was Schalkes Defensivverhalten nach Ballverlusten viel zu langsam, man kam aus der weiten Aufstellung beim Spielaufbau zu langsam zu einem kompakten Defensivverbund zusammen. Deshalb stand Köln in der ersten Hälfte gleich mehrfach blank vor Ralf Fährmanns Tor. Eine erste Halbzeit, die an die Umschaltschwäche unter Jens Keller erinnerte.

Nach der Pause gelang es Schalke deutlich besser, die Kölner Kontersituationen zu unterbinden. Offensiv stand man aber vor dem gleichen Problem wie in den ersten 45 Minuten: Man schaffte es quasi nie, die Stürmer ins Spiel zu bringen, man tat sich mit der Kölner Manndeckung im letzten Spieldrittel extrem schwer. Schon im Mittelfeld konnte sich Leon Goretzka fast nie von seinem Gegenspieler lösen. So fand Schalkes zentraler Spieler einfach nicht statt. Es hätte ein variableres Spiel, mehr Tempo und, in diesem höheren Tempo, mehr Präzision gebraucht. Aber das hat diese Mannschaft eben (noch?) nicht drauf.

Nein, Schalke war nach den letzten Spielen nicht zu müde. Und das Fazit dieses Spiels sollte auch nicht sein, dass Schalke gegen solche sehr tief verteidigenden Mannschaften nicht gewinnen kann. Schalke kam ja zu einigen Chancen, auch zu vielen Freistößen aus aussichtsreichen Positionen, und hat auch Druck gemacht. Das 3:0 klingt böse, aber es kam als solches ja erst zustande, als der Trainer mit dem Wechsel Höjbjerg für Neustädter auf „alles auf Offensive“ stellte und damit den Defensivblock auseinanderriss; was leider nicht aufging.

Mir macht Hoffnung, dass Schalke sein Spiel zur Halbzeit umstellen und dann weniger wild, strukturierter agieren konnte. Köln hat auf seine Art fast fehlerfrei gespielt und war eine sehr harte Prüfung, die einfach nicht bestanden wurde. Mit 16 Punkten nach 8 Spielen steht Schalke zur Länderspielpause trotzdem prima da.