„Diese Siegermentalität, die den 1. FC Köln in den vergangenen Jahrzehnten ausgezeichnet hat, die müssen wir wieder in die Mannschaft reinprügeln.“
Michael Meier, harter Hund mit reduzierter Stategie
„Diese Siegermentalität, die den 1. FC Köln in den vergangenen Jahrzehnten ausgezeichnet hat, die müssen wir wieder in die Mannschaft reinprügeln.“
Michael Meier, harter Hund mit reduzierter Stategie
Es ist nicht viel passiert, in der ersten Halbzeit des gestrigen Spiels gegen den 1. FC Köln. Aber dann kam Joel Matip mit dem Kopf an den Ball. In der letzten Szene der ersten Halbzeit. Ausgerechnet. Im perfekten Moment, dem für den Gegner unglücklichen Zeitpunkt.
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Der Fußball lebt weiter mit solchen Behauptungen, die unerschütterlich von Generation zu Generation weitergegeben werden, obwohl ihre Richtigkeit nicht bewiesen ist. Einige sind aber schon längst wiederlegt, wie die vor allem in Deutschland sehr populäre Idee, dass es einen psychologisch richtigen Zeitpunkt gibt, ein Tor zu erzielen. In England schüttelt man darüber nur den Kopf, dass es irgendwie von Vorteil sein könnte, wenn man kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung geht und nicht schon in der 13. oder 27. Minute.
Aus England stammt auch eine Untersuchung der Psychologen Peter Ayton und Anna Braennberg, die anhand von 355 Spielen in der Premier League nachweisen konnten, dass es kaum für einen Unterschied bei der Siegwahrscheinlichkeit sorgt, ob man kurz vor der Pause trifft oder zu Beginn der ersten Halbzeit. Richtig wertvoll, und nicht nur psychologisch, so könnte man spotten, ist es sowieso nur, wenn man in der Schlussminute in Führung geht.
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Ok, aber auf jeden Fall fiel das Tor zum richtige Zeitpunkt, um als Zuschauer etwas entspannter in die Halbzeitpause zu gehen, nachdem man sich zuvor, vom Spiel wenig erwärmt, den Hintern abfror. Sicher, man konnte beobachten dass wenige Fehler gemacht wurden. Joel Matip beispielsweise spielte deutlich weniger Fehlpässe als zuletzt und auch Lukas Schmitz’ Defensivarbeit war sehr solide, nachdem er gegen Freiburg doch Schwierigkeiten offenbarte. Das ist nett, aber eben nicht schön.
Wirklich schön wurde es auch nach der Pause nicht, aber doch unterhaltsamer, jedenfalls für die Blau-Weißen unter den Zuschauern. Schalke kontrollierte das Mittelfeld über weite Strecken nach belieben und übte Angriffsspiel. Sparring bei realer Gefahr, für Fehler mit Punktverlust bestraft zu werden. So weit kam es dann aber doch nicht, weil Schalke defensiv eben gut steht und weil der 1. FC Köln nicht den Eindruck machte sich irgendwie anstrengen zu wollen.
Höhepunkt dabei war der Maniche-Walk. Als sich Zvonimir Soldo erlaubte, auf den weiteren Einsatz von Nuno Ricardo Oliveira Ribeiro zu verzichten, entenmarschierte der Maniche genannte Spieler Fußlänge um Fußlänge der Seitenlinie entgegen, in einer Geschwindigkeit, die schon häufig mit Gelben Karten wegen Spielverzögerung geahndet wurde. Geistesgegenwärtig erkannte Schiedsrichter Gagelmann, dass des Spielers Mannschaft mit 0:1 zurückliegt und die Ahndung somit Kölns Trainer Soldo obliegt. Ob eine Reaktion von ihm zu erwarten ist vermag ich nicht einzuschätzen.
Auf Schalker Seite bleibt die Rakitic-und/oder-Baumjohann-Frage auch nach diesem Spiel aktuell. Alexander Baumjohann wurde eingewechselt als Schalke führte und zeigte in der einen oder anderen Situation, dass er der ist der Platz zu nutzen weiß und auch aus dem Sprint heraus vernünftig passen kann. Spielte er aber zuletzt von Beginn an, funktionierte er im Mittelfeldgefüge nicht. Ivan Rakitic ist nach wie vor das Gegenteil von dynamisch, wenn es darum geht einen Angriff zu inszenieren. Man hat den Eindruck dass er die sich bietenden Lücken zwar sieht. Er selbst ist aber weiterhin zu langsam, und hat er dann mal ein gewisses Tempo erreicht, folgt der Ball leider meistens nicht mehr seinen Wünschen. Allerdings wird Ivan Rakitic defensivtaktisch immer besser. Er hängt sich rein, läuft viel und gewinnt mittlerweile erstaunlich viele Bälle. Diese neue Qualität sorgt dafür, dass Felix Magath ihn in der Rückrunde stets durchspielen ließ. Lässt Magath beide spielen, kann er sich gegen gute Gegner nicht auch noch 3 Stürmer leisten. Dieser 3er-Sturm mit Sanchez und Farfan auf den Flügeln und Kuranyi in der Mitte ist aber derzeit Schalkes Aktionszentrum. Es bleibt spannend. In der Tabelle wie auch im Schalker Kader.
[Zitierte Passage stammt aus dem Buch „Die Fußball-Matrix“ von Christoph Biermann. Meines Erachtens ein Buch der Rubrik „Muss man gelesen haben“]
In Köln trinkt man Bier-Ersatz aus reagenzglasähnlichen Behältnissen. Das ist natürlich abartig. Andererseits sind die aus Köln gelieferten Geschichten um den dortigen Fußballclub häufig so bekloppt, so bunt und laut, dass mir der Verein eigentlich recht sympathisch ist. Wie den Fans des glorreichen FC Schalke 04 darf auch Fans des 1. FC Köln nichts allzu schnell peinlich sein. Karnevalssonntag trifft man wieder aufeinander.
Heute liegt Köln 6 Punkte über Platz 15 und 6 Punkte unter Platz 6. Ein „Scheidewegspiel“. Das Hinspiel gewann Schalke mit 2:1. Damals fehlte Rafinha und Felix Magath ließ sein Team mit einer 3er-Abwehrkette antreten. Vasilis Pliatsikas spielte im defensiven-, Levan Kenia im offensiven Mittelfeld. Levan Kobiashvili und Gerald Asamoah standen in der Anfangself. 152 Tage, gleiche Saison, und doch schon so weit weg.
Aktuell scheint ein Start des Chinesen Hao wahrscheinlicher als ein Einsatz Asamoahs. Hao wusste bei seinem Kurzeinsatz in Osnabrück aufzufallen, während Gerald Asamoah seit Oktober auf einen Einsatz in einem Pflichtspiel wartet. Eine andere Frage ist, ob Alexander Baumjohann wieder von Beginn an spielen darf, obwohl er nun zweimal in Folge nicht überzeugen konnte. Und wie fit ist eigentlich Peer Kluge?
Wir werden sehen. Bis dahin können wir rätseln. Meines Erachtens heißen die Einwechselspieler am Sonntag …
Gavranovic
Hao
Moritz
Wie gehabt: Nur der Ehre halber, alles in die Kommentare, ohne den Gebrauch von Insiderinformationen oder Bestechungsgelder und bis Sonntag, 14:30 Uhr. Helau.
Auswärtsspiel in Köln, das weckt ganz schlechte Erinnerungen. Diesmal errang Schalke einen bis zum Schluss umzitterten Sieg. Es war kein begeisterndes Spiel der Knappen, aber es war anders als sonst. In neuer Formation bewies die Mannschaft taktisches Verständnis und Disziplin, letztlich der Schlüssel zum Erfolg.
Ohne Rafinha fehlte ein Viertel der Abwehrkette. Ohne Mineiro fehlte der Defensivmann in der Mittelfeldraute. Und so stellte Felix Magath nicht nur um, sondern komplett neu auf: Er beorderte Heiko Westermann in die Zentrale einer 3-Mann-Abwehr zwischen Marcelo Bordon und Carlos Zambrano, und er schuf ein Mittelfeld mit Vasilios Pliatsikas und Christoph Moritz in der Mitte, sowie Levan Kobiashvili und Benedikt Höwedes auf den Außenpositionen. Davor Levan Kenia als offensiver Mittelfeldmann hinter den beiden Spitzen Gerald Asamoah und Jefferson Farfan.
Vor allem das Mittelfeld zeigte sich äußerst variabel. Geriet man unter Druck, rückten Kobiashvili und Höwedes auf die Außenverteidigerpositionen. Spielte man selbst nach vorne, blieb jeweils einer des Duos Pliatsikas / Moritz vor der aufrückenden Abwehr, der andere eilte Levan Kenia zu Hilfe. Dabei machte Vasilios Pliatsikas sein bisher bestes Spiel für Schalke. Es war spannend, die verschiebende Mannschaft agieren zu sehen. Trotzdem ging zwischenzeitlich bei den Königsblauen nicht viel zusammen.
Nach den beiden schnellen Toren wussten die Kölner die Duelle im Mittelfeld immer häufiger für sich zu entscheiden. Schalker Pässe kamen nicht mehr an. Viel zu häufig wurde viel zu schnell der Ball wieder verloren. Einmal mehr konnte man sich über Marcelo Bordon ärgern, der viel zu oft mit langen Bällen stets den Gegner traf. In Halbzeit 2 dagegen wusste Schalke das Geschehen lange Zeit sehr viel besser zu bestimmen. Wirklichen Druck erzeugte der 1. FC Köln eigentlich erst in den letzten 15 Minuten, als Schalke aufhörte für Entlastung zu sorgen.
Die ungewohnte Formation war der Garant für eine ordentlich funktionierende Defensive trotz personeller Engpässe. Sie hätte auch ein gutes Offensivspiel ermöglicht. Die Schalker Tore fielen aber auf Grund von individuellen Lichtblicken. Einmal der Asamoahs, der im Eckentohuwabohu geschickt auf Farfan ablegte, und einmal der Farfans, der mit einem phantastischen Pass, quer durch die rote Zone der Kölner Defensive, Levan Kobiashivili in Szene setzte. Mit dem fälligen Strafstoß in der 56. Minute wäre der Drops gelutscht gewesen, so wurde es am Ende noch mal spannend.
In der letzten Saison verlor an gleicher Stelle ein Haufen Individualisten in Königsblau das Spiel gegen eine toll spielende Kölner Mannschaft. Das heutige Spiel gewann eine nicht allzu gut spielende, aber sehr ordentlich als Mannschaft funktionierende Schalker Truppe. Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt der größer ist als drei Punkte.
Foto: TomaszBo
Der Ex-Bremer Diego war immer auch für die Klatsch-Spalten gut. Auf die vermeintliche Suggestivfrage, wie er das finden würde, antwortete Klaus Allofs überraschend: Man hätte sich vor einer Weile zusammengesetzt und überlegt, wie Werder Bremen aussehen solle. Und dabei habe man festgestellt, dass Werder auch in die Klatsch-Spalten müsse.
Wasser auf die Mühlen, die ich seit ewigen Zeiten drehe. Attraktiver Fußball und Erfolge hin oder her, es braucht mehr. Es braucht Spektakel, es braucht bescheuerte Fans, es braucht Lieblinge und Fieslinge, Schlagzeilen, Skandale, Tränen und Liebe, das ganze emotionale Arsenal. Deshalb werden, unabhängig vom Tabellenplatz, Eintracht Frankfurt, der 1. FC Köln und Schalke 04 immer mehr Sex-Appeal versprühen als Wolfsburg, Hoffenheim oder Leverkusen. Mehr als Bielefeld sowieso.
Arminia Bielefeld hat nun die Chance, zumindest schon mal in die Klatschspalten zu kommen! Presseberichten zu Folge haben sich Günter Eichberg, Rudi Assauer und Uli Stein bereit erklärt, dem Verein mit zurückgetretenem Vorstand zu helfen.
Eine leicht jähzornige Torwartlegende, ein Sonnenkönig und Good Ol’ Rudi, der Herr der Schlagzeilen und aktuell nur noch mit der Bildzeitung im Bett liegend; allesamt in verantwortungsvollen Positionen … da wird die Arminia mal spannend, da beginnt man sich für sie zu interessieren, da ist sie auch mal bei RTL Punkt 12 ein Thema!
Die Arminia sollte zuschlagen. Schlimmer als in der Bildzeitung ein Thema zu sein ist es, in der Bildzeitung kein Thema zu sein. Allofs weiß das. Klinsmann mittlerweile auch. Arminia könnte es erfahren.
Frau Pisus Herz schlägt für den FC, aber der Cellist des WDR-Rundfunkorchesters Matthias Purrer ist „eigentlich“ Bayern-Fan. Dessen Dirigent Mihhail Gerts …
… lobte das Liedchen als „schönes Stück“. Wahrscheinlich hätte er den Gassenhauer mit einer Hand dirigieren können – oder beim Ballhochhalten.
Mal ehrlich: Die haben doch alle einen an der Waffel, oder?
Freitagsspiele enden spät und der Samstag bot mit der nächsten Bayern-Niederlage und dem 5:4 in Bremen genügend Stoff, sich nicht mehr mit dilettantischen Schalkern abgeben zu müssen. Wirklich zerrissen wurden die Königsblauen in den Medien eigentlich nicht.
Hier ein paar Meinungen zum Spiel, zum hier an- und dort weiterlesen. Vielleicht meinungsbildend, vielleicht als Diskussionsgrundlage. Stoff für spannenden Gespräche in Bus und Bahn oder um dem Arbeitskollegen die Welt zu erklären. (weiterlesen…)