Auswärtsspiel in Köln, das weckt ganz schlechte Erinnerungen. Diesmal errang Schalke einen bis zum Schluss umzitterten Sieg. Es war kein begeisterndes Spiel der Knappen, aber es war anders als sonst. In neuer Formation bewies die Mannschaft taktisches Verständnis und Disziplin, letztlich der Schlüssel zum Erfolg.
Ohne Rafinha fehlte ein Viertel der Abwehrkette. Ohne Mineiro fehlte der Defensivmann in der Mittelfeldraute. Und so stellte Felix Magath nicht nur um, sondern komplett neu auf: Er beorderte Heiko Westermann in die Zentrale einer 3-Mann-Abwehr zwischen Marcelo Bordon und Carlos Zambrano, und er schuf ein Mittelfeld mit Vasilios Pliatsikas und Christoph Moritz in der Mitte, sowie Levan Kobiashvili und Benedikt Höwedes auf den Außenpositionen. Davor Levan Kenia als offensiver Mittelfeldmann hinter den beiden Spitzen Gerald Asamoah und Jefferson Farfan.
Vor allem das Mittelfeld zeigte sich äußerst variabel. Geriet man unter Druck, rückten Kobiashvili und Höwedes auf die Außenverteidigerpositionen. Spielte man selbst nach vorne, blieb jeweils einer des Duos Pliatsikas / Moritz vor der aufrückenden Abwehr, der andere eilte Levan Kenia zu Hilfe. Dabei machte Vasilios Pliatsikas sein bisher bestes Spiel für Schalke. Es war spannend, die verschiebende Mannschaft agieren zu sehen. Trotzdem ging zwischenzeitlich bei den Königsblauen nicht viel zusammen.
Nach den beiden schnellen Toren wussten die Kölner die Duelle im Mittelfeld immer häufiger für sich zu entscheiden. Schalker Pässe kamen nicht mehr an. Viel zu häufig wurde viel zu schnell der Ball wieder verloren. Einmal mehr konnte man sich über Marcelo Bordon ärgern, der viel zu oft mit langen Bällen stets den Gegner traf. In Halbzeit 2 dagegen wusste Schalke das Geschehen lange Zeit sehr viel besser zu bestimmen. Wirklichen Druck erzeugte der 1. FC Köln eigentlich erst in den letzten 15 Minuten, als Schalke aufhörte für Entlastung zu sorgen.
Die ungewohnte Formation war der Garant für eine ordentlich funktionierende Defensive trotz personeller Engpässe. Sie hätte auch ein gutes Offensivspiel ermöglicht. Die Schalker Tore fielen aber auf Grund von individuellen Lichtblicken. Einmal der Asamoahs, der im Eckentohuwabohu geschickt auf Farfan ablegte, und einmal der Farfans, der mit einem phantastischen Pass, quer durch die rote Zone der Kölner Defensive, Levan Kobiashivili in Szene setzte. Mit dem fälligen Strafstoß in der 56. Minute wäre der Drops gelutscht gewesen, so wurde es am Ende noch mal spannend.
In der letzten Saison verlor an gleicher Stelle ein Haufen Individualisten in Königsblau das Spiel gegen eine toll spielende Kölner Mannschaft. Das heutige Spiel gewann eine nicht allzu gut spielende, aber sehr ordentlich als Mannschaft funktionierende Schalker Truppe. Das ist auf jeden Fall ein Fortschritt der größer ist als drei Punkte.
Foto: TomaszBo




Es lässt sich keine Zeitung, kein Webportal und keine Sportschau verfolgen, ohne dass man vom Bayern-Podolski-Palaver genervt wird. Penetrant bis zum geht nicht mehr und so vorhersehbar wie die Sprüche der schrecklichen Zwei des DSF, Lattek und Wontorra. Mit dem Unterschied, dass man sich dem DSF bestens entziehen kann.

