Artikel zum Schlagwort ‘1. FC Nürnberg’

„Hecking bedient die Volksseele“

Sonntag geht’s endlich wieder los. Zeit, sich mit dem Gegner, mit dem Club aus Nürnberg zu beschäftigen. Ein neuer Trainer, Gerüchte um Makaay, zwei neue Spieler und der Abgang eines „Häuptlings“: Sieht man von Magaths Entscheidungsfreudigkeit ab ist in Nürnberg noch am meisten passiert. Wie das alles einzuschätzen ist habe ich Alexander Endl gefragt. Alexander macht irgendwie alles und ist irgendwie überall. Ich kenne ihn von Clubfans United, dem besten Blog zum Club.



Es hat sich ja einiges getan, beim Club in der Winterpause. Mit Breno und Ottl wurden zwei Spieler vom FC Bayern ausgeliehen, die man in der Startelf erwarten darf. Dafür ging mit Kluge allerdings auch ein Leistungsträger. Vor allem aber gibt’s mit Dieter Hecking einen neuen Trainer. Was hältst Du von den Verpflichtungen, wie siehst Du Hecking? Was hat er Oenning mehr voraus als nur Erfahrung? Woran machst Du Deine Hoffnungen fest?

Wie sagte das Mario Basler in seiner Hauspostille gerade erst so schön: „bevor die zwei Zivildienstleistenden vom FC Bayern deinen Karren aus dem Dreck ziehen, demonstriert der Schumi für einen auto-freien Sonntag“. Ganz so krass sehe ich das nicht, schließlich traue ich das Schumi zu, aber ich müsste lügen wenn ich behaupte, dass ich diesen Tausch – Ottl gegen Kluge – so er nicht zwingend finanziell notwendig war, wirklich verstehe. Kluge war sicher kein Überflieger, aber einer der wenigen echten Stützen. Dass er gehen wollte verstehe ich sogar, aber dann nicht für die kolportierte niedrige Ablöse – und als Ersatz eine Leihgabe. Und Breno muss sich ja auch erst mal beweisen, was ihm bei den Bayern offenbar bislang nicht gelang. Zudem kann ich mir nur schwer vorstellen, dass Leihspieler, vor allem Kurzarbeiter mit nur einem halben Jahr Laufzeit, die nötigen 110% anbieten können, die man braucht um rauszukommen. Warum auch? Klappt’s nicht, war halt die Mannschaft zu schlecht und man geht wieder heim ins Nest. Zudem – aber ich will’s auch nicht zu oft noch mal wiederholen – hat sich Ottl mit seiner Aussage vor Saisonbeginn, als der Club schon mal bei ihm anfragte, dass Nürnberg nicht sein Anspruch sei, keinen einfachen Start verschafft …

Hecking sah ich anfangs sehr kritisch, seine Vita, als er meiner Kenntnis nach schon zwei seiner Vereinen selbst verließ um woanders anzuheuern, gefiel mir nicht sonderlich – auch überzeugte mich die Entwicklung in Hannover nicht wirklich. Aber sein Einstand und die ersten Eindrücke waren doch positiv. Was er sagt, klingt gut. Er trifft im Ton eine gute Mischung aus Realismus und Optimismus. Er bedient dabei auch die, die einfach Worte wie „Gras brennen“ und „Kampf bis umfallen“ brauchen, vermittelt aber auch denen, die die Stereotypen nicht mehr hören können, mit vernünftigen Konzepten.

Um ihn mit Oenning zu vergleichen – bzw. was Hecking anders macht oder machen muss – müsste man ausholen. Oenning hatte die richtige Idee, doch die scheiterte am Ende an den Ergebnissen und vielleicht auch an der Mannschaft. Vielleicht geht das Bader/Oenning-Konzept auch gar nicht in einer Zeit, die schnell Erfolge will und vor allem Rückschläge nicht verzeiht. Man wollte ja kein Jugendkonzept nur um der Jugend willen, er hatte die Idee der Schaffung einer strukturellen Änderung im Verein, die unter anderem auf einen guten Unterbau mit eigenen Talenten setzt. Dazu muss man aber auch der Jugend vermitteln, dass der Club eine gute Adresse ist und dies geht am besten, wenn junge Talente in der Bundesliga am Platz stehen. – Hecking will das fortsetzen und das stimmt mich positiv.
Vielleicht hat er einfach ein glücklicheres Händchen oder kann aus seiner längeren Erfahrung die richtigen Schlüsse ziehen. Die Umstellung auf zwei 6er zur Stabilisierung der Defensive klingt Erfolg versprechend. Bringt aber auch nichts, wenn man vorne nicht trifft, ein chronisches Club-Problem seit mindestens 2007.
Was Hecking jetzt schon Oenning voraus hat? Er bedient die Volksseele. Denke, das hat Oenning unterschätzt. Seine ruhige, sachliche Art gefiel mir gut, aber viele Fans wurden fast wahnsinnig darüber, warum man nach einer Klatsche noch sachlich die positiven Seiten referiert. So baute sich im Misserfolg eine Stimmung bei einem Teil der Fans gegen ihn auf – und ich denke auch in der Mannschaft.

Was Hoffnung macht? Dass die anderen auch nur mit Wasser kochen und ich weiter mindestens 8 Mannschaften sehe, die am Ende bedroht sind. Bei einer so geringen Punktausbeute in der zweiten Tabellenhälfte – bis Platz 12 hat man ja noch keine 20 Punkte! – können 2-3 Siege das Bild schnell verändern.

Es wurde ja auch über eine Verpflichtung Roy Makaays spekuliert. Meines Erachtens wäre das für Nürnberg ein riesen Ding gewesen, erstaunlicherweise habe ich in Blogs und Foren von Club-Fans sehr viel Kritik an diesem Vorhaben gelesen. Wenn nicht ein Knipser wie Makaay, wer könnte dem Club sonst helfen? Wenn Du das Sagen und 5 Millionen übrig hättest, wie würdest Du die Mannschaft verstärken?

Ich war zugegeben ein Freund der Idee – aber heulte jetzt auch nicht ins Kissen als es sich als Ente entpuppte. Makaay hätte in jeden Fall mal einen Respektsbonus beschert und einen Schub gegeben. Aber wir hatten das ja schon probiert auf die Art mit einem Koller vor dem letzten Abstieg … Schlägt Makaay nämlich nicht gleich ein, hat man erst Recht ein Problem und noch mehr Unzufriedene im Kader. Und eine Garantie für Makaay gibt es eben nicht – er war sicher mal herausragend, aber das zeigte er auch zuletzt in Rotterdam nicht.

Wenn ich mal Manager mit 5 Millionen spielen dürfte und mal ganz davon abgesehen, dass man einen Spieler dann auch noch bekommen müsste, dann würde ich in der Tat auch noch nach einem 6er Ausschau halten, der dann aber verpflichtet werden müsste. Auch die Idee einen Innenverteidiger zu holen fand ich nicht schlecht, aber eine solide Verpflichtung statt Jungstar-Ausleihe (Breno) wäre mir lieber gewesen. Die Skibbe-Idee, einen Lincoln nach Frankfurt zu holen, also einen wirklich exponierten kreativen Künstler, fand ich gut, wäre aber ein ganz anderer Weg gewesen.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass 5 Millionen zwar viel Geld sind, im Fußball aber nichts Gravierendes ändern können. Die Mannschaft muss insgesamt und strukturell auf ein höheres Level geführt werden, also packt man das Geld am besten in die Nachwuchsarbeit und versucht jetzt erst mal mit dem vorhandenen Material auszukommen. Man hat doch viel Talent im Kader, wie Gündogan, Diekmeier, Bunjaku oder Frantz, und es braucht eben Arbeit und Geduld um das zu entwickeln und ein Team zu formen.

In einen Interview sagte Dieter Hecking, die Mannschaft hätte viele Kontertore kassiert nachdem sie zu weit aufgerückt war. Er sprach davon, die Defensive stärken zu wollen, von einem System mit Doppel-6. Ob er sich wohl in die Liga festmauern will? „Nurnoch“ reagieren statt zu agieren? Wie glaubst Du wird der Club auf Schalke auftreten?

Hecking sagte aber auch, dass defensiv stehen keine Spiele gewinnt und man vor allem schneller Umschalten muss nach Balleroberung. Ich teile die Ansicht, dass wir vor allem mal erstmal defensiv stabiler werden müssen und konzentrierter spielen. Nach dem Versuch am Anfang der Saison die Bundesliga im Sturm zu erobern, hat der Gegner bspw. auf der Diekmeier-Seite einfach die Lücke erkannt und ausgenutzt. Diese Balance zwischen Offensivdrang und Defensiv-Absicherung wurde nicht gefunden und wenn man dann mal 2 Buden kassiert hat und paar Niederlagen im Gepäck, verlor die Mannschaft vollends Konzept und Glauben. Apropos Glauben: Fußball ist eben auch sehr Kopfsache und Hecking sagte zu Recht, dass man selbst und der Gegner wieder das Gefühl bekommen muss, dem Club reicht ein Tor zum Sieg. Die Auswirkungen wären wichtig, denn das verunsichert auch den Gegner. So hatte bspw. Dutt mit Freiburg trotz größter Personalsorgen einfach mal stürmisch begonnen – frei nach dem Motto: Falls wir ins Messer laufen und einen kriegen, was soll’s, es geht bestimmt noch was. Nach dem Tor stellten sich die Freiburger dann hinten rein und dachten sich: Bevor die ein Tor machen, schießen wir eher das zweite. Das muss bei uns insgesamt anderes werden.

Auf Schalke wird der Club defensiv beginnen und genau das versuchen umzusetzen, was Hecking vorgab. Also eher weniger Ballbesitz, sondern nach Balleroberung mit wenigen Pässen schnell über die Außen nach vorne. Und bei Ballbesitz Schalke abwarten und die Räume zustellen, aufrücken lassen und dann auskontern. Witzigerweise hat Magath uns irgendwie genau so den Saisonstart versaut.

Von wegen Magath, zum Schluss noch zu meinem Club. Wie siehst Du derzeit Schalke 04? Und wie erlebst Du die Fanfreundschaft, erlebst Du sie überhaupt?

Vorweg: Chapeau! Ich ziehe meinen Hut vor Magath. Was der zur Zeit anfasst klappt einfach – und es ist kein Zufall, sondern Arbeit mit Konzept. Aber ein Teil seines Konzepts ist auch die Mannschaft nach seinem Willen komplett umzustellen. Dass er das parallel zum aktuellen Erfolg wagt und angeht, ist riskant und das macht man nur, wenn man vor Selbstbewusstsein strotzt. Ob es gut geht, wird man erst am Ende der Saison wissen.

Aber ich muss auch schon kritisch sagen, dass Schalke durch den Sponsoren-Einfluss ganz viel Charme verloren hat. Die Wahrnehmung als russischer Werbeträger ist ein hoher Preis für den Erfolg. Zudem – ohne davon Ahnung zu haben – reiben wir uns schon in Nürnberg die Augen, warum ein angeblich derart hochverschuldeter Verein dem Club die Spieler wegholen kann. Diese Finanzakrobatik ist bei uns in Nürnberg trotz easy-credit-Stadion noch nicht angekommen.

Die Fanfreundschaft ist davon weitgehend unberührt, denn da geht es nur um die Menschen, die Fans. Hier sah ich bis vor 2 Jahren noch das Ende kommen, einfach weil solche Fanfreundschaften irgendwie nicht mehr in die Zeit passen und sich verlieren. Aber der Zufall wollte es, dass ich das letzte Spiel der Abstiegssaison, als wir einen Sieg gegen Schalke brauchten um nicht abzusteigen, in meinem Nürnberg im Schalker Gästeblock erlebte. Die ganze Atmosphäre dort, der gegenseitige Respekt, die fast familiäre Liebe zum Fußball und seinen Verein verbindet doch ungemein. Sicher ein Kontrastprogramm zum modernen Erfolgs-Fan oder mit schwarzer Kapuzenjacke vor Megafon, eher wie ein großes Zeltlager unter Freunden und Bekannten. Da wusste ich, dass die Fanfreundschaft Schalke und FCN noch lange nicht am Ende ist – zumindest bei den ganz normalen Fans.

Vielen Dank für den Einblick! Ich denke auch, dass die Fanfreundschaft weiterhin bestand haben wird. Ungeachtet alberner Stimmungsmache in Fan-Foren hat dieses Heimspiel doch einen eigenen, friedlicheren und offenen Charakter. Das einzige Heimspiel, in dem man auch im Unterrang der Arena die ganze Runde laufen kann, weil nichts abgesperrt werden muss.
Ich wünsche Dir und dem Club also alles Gute, bin aber egoistisch genug als dass ich hoffe, dass der sportliche Aufschwung Nürnbergs erst am 19. Spieltag beginnt.
Glück auf.




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Phantom-Blödsinn bei FAZ.net

2:1 in Nürnberg Magath macht Schalke mobil
FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung
August 2009 – Felix Magath hat die neue Saison beim FC Schalke 04 mit einem Sieg begonnen, doch von einer meisterlichen Darbietung war das neue Team des …

So tauchte der Link in den News auf. „Gewonnen, aber nicht meisterlich!“: Eine Aussage die es wert ist, zum Schwachsinn der Woche ernannt zu werden. Und das nicht mal bei Bild, Spox oder RP-Online.

Lesen wollte ich den Text natürlich doch, in Gänze … und fand den Halbsatz nicht!
Ein Fehler? Ein falscher Teaser zum Link? Nein. Unter dem Text war folgender, erster Kommentar zu lesen.

unsachlich
Markus Schulze (leser-faz)
Schalke war also von einer „meisterlichen Darbietung weit entfernt“. Das stimmt natürlich, aber was ist daran so überraschend, dass Christian Eichler das herausstellen muss. Ist Schalke für den Berichterstatter etwa Meisterschaftsfavorit?
Farfan hat sich also beim Biertrinken verletzt gemeldet, wie in dem Bericht extra noch einmal erwähnt hat. Christian Eichler scheint die Aufklärung der Sache schlicht entgangen zu sein oder er unterschlägt sie den FAZ-Lesern bewusst? Warum fragt man sich da.
Schließlich reitet Eichler auf Magaths aufgenommenen Aussprüche beim Vorbereitungsspiel in Saarbrücken noch einmal herum und offenbart damit, dass er selbst wohl noch nie selbst Fußball gespielt hat oder gar Trainer einer Mannschaft war.
Sorry, aber da fragt man sich welche Schalker Laus Eichler über die Leber gelaufen ist; mit jedem sid- oder dpa-Spielbericht wird man als Leser jedenfalls besser und vor allem sachlicher über dieses Spiel informiert.

Das Verlangen nach einer meisterlichen Darbietung war also nicht der einzige Blödsinn. Und doch ist das alles im Text nicht mehr zu finden! Im Gegenteil, jetzt ist Christian Eichlers Veröffentlichung plötzlich ein durchaus lesenswerter, unterhaltsamer Text. Wie kann so was geschehen? Ich weiß es nicht.
Immerhin eine Wende zum Guten.

Das perfekte Auftaktspiel

Schalkes Verstärkungen bestehen aus Spielern, die auf Bundesliganiveau noch nie jemand hat Spielen sehen. Hoffungslose Allesschlechtredner und grenzenlose Optimisten diskutieren auf Grund von Glaube und vermeintlicher Erfahrung aus Vergangenem, zu Wissen gibt es nichts. Der gestrige Sieg des FC Schalke 04 gegen Nürnberg war für alle eine gute Argumentationshilfe.

Es war vieles nicht gut. Das, was man nicht mehr sehen mag. Die vielen Ungenauigkeiten im Mittelfeld, die dazu führten, dass die Bälle so häufig von den Stürmern nicht verwertet werden konnten. Das lässige Vergeben größter Tormöglichkeiten. Die langen Bälle aus der Abwehr, die zu 95% beim Gegner landen.
Anderes war gut. Phasenweise ging es recht flott nach vorne. Die Tore wurden beide schön herausgespielt. Und für weitere Neuerungen war Trainer Magath durch sein Wirken höchstselbst verantwortlich.

Das Schalke 04 zwei Spieler zur Halbzeit wechselt um eine Änderung in der Spielweise vorzunehmen, ist seit einer Gefühlten Ewigkeit nicht mehr vorgekommen. Unter Fred Rutten wie unter Mirko Slomka wurden ab der 60. Minute Spieler, die keine Kraft mehr hatten, ausgewechselt; immer, so regelmäßig wie das Singen des Vereinslieds vor jedem Heimspiel.
Dass Felix Magath mit Christoph Moritz einen Spieler aufstellte, den niemand auf dem Radar hatte, war überraschend. Dass er Carlos Zambrano neben Bordon stellte, Levan Kenia vom Phantom zum Bundesligaspieler beförderte, war nach der Vorbereitung vielleicht vorherzusehen, neu war es dennoch. Zambrano, immerhin peruanischer A-Nationalspieler, und Levan Kenia, immerhin georgischer A-Nationalspieler, standen auch in der letzten Saison zur Verfügung. Gründe, mal was neues zu probieren, gab es reichlich. Getan wurde es trotzdem nicht.

Dass sich Felix Magath an der Seitenlinie wie Rumpelstilzchen gebärdete ist eine Typsache. Dass er sich in der Pressekonferenz nach dem Spiel unzufrieden zeigte war möglicherweise auch ein Stück Medienspiel. Ruhigere Trainer, die öffentlich mehr Abstand halten und nur intern kritisieren, sind nicht automatisch schlechter. Nachdem sich aber über Jahre die Trainer und der Manager des FC Schalke 04 nahezu ausschließlich auf das Positive besannen, nachdem stets der größte Scheiß noch schöngeredet wurde, sind die offenen Worte Magaths für jeden, der sich mehr als nur nebenbei mit diesem Club beschäftigt, erfrischend und befreiend.

Das alles wird normal werden. Alle, Mannschaft und Fans, werden sich daran gewöhnen. Ob dadurch das Spiel auf dem Platz besser wird, ob das Punkte bringt, wird man sehen. Ich jedenfalls habe seit gestern eher noch ein bisschen mehr Lust auf das erste Heimspiel, nächste Woche gegen den VfL Bochum.

Für Nürnberg geht’s weiter um die Wurst

Gestern das Pokalfinale, es dürfte in Nürnberg Wehmut hervorgerufen haben. Noch immer steht ein (P) hinter Nürnberg in der Bundesligatabelle bei kicker.de, aber Nürnberg steigt vermutlich ab.

In der letzten Saison hatten Nürnberg und Schalke die besten Abwehrreihen. Beide Mannschaften spielten zeitweise richtig guten Fußball und beide waren erfolgreich. Beide Clubs begannen auch die Saison 07/08 gut und beide wurden allmählich schlechter. Doch während Schalke weiterhin punktete, hatte Nürnberg von Beginn an kein Glück, konnte zunächst trotz gutem Spiel nicht gewinnen, als sie schwächer wurden erst recht nicht mehr. In dieser Spielzeit hat Nürnberg in 20 Spieltagen so viele Gegentore kassiert wie in der ganzen letzten Saison.

Nürnberg hat heute gegen Wolfsburg 3 Punkte geholt, hat nun 26 Zähler. Der Sieg hält die Hoffnung wach, trotzdem wäre es schon bemerkenswert, wenn Nürnberg den Klassenerhalt noch schaffen würde: In den letzten 12 Jahren konnte nur einmal eine Mannschaft mit derart wenigen Punkten nach 29 Spieltagen die Klasse halten.

Überhaupt schafften es in den letzten 12 Jahren nur 6 der 36 an diesem Spieltag auf einem Abstiegsrang stehenden Mannschaften noch, den Abstieg zu verhindern. Drei Teams hatten zu dieser Zeit 30 Punkte, zwei 29 Punkte, alle bei nicht mehr als 3 Punkten Abstand zum rettenden 15 Tabellenplatz.
Die Ausnahme, geeignet um Nürnberg Mut zu machen, stellt die Mannschaft von Eintracht Frankfurt in der Saison 1998/1999 dar. Diese hatte am 29. Spieltag gerade 24 Punkte, stand auf dem 17 Platz und hatte 5 Punkte weniger als Werder Bremen auf Platz 15. Frankfurt holte noch 13 Punkte, rettete sich am vielleicht dramatischsten letzten Spieltag der Bundesligageschichte bei Punktgleichheit und gleichem Torverhältnis alleine durch die mehr geschossenen Tore gegenüber Platz 16 in den Klassenerhalt.

Sollte der Club den Klassenerhalt noch schaffen, wird es wohl wieder dramatisch werden müssen. An 1999 sollten man sich in Nürnberg erinnern können. Nürnberg stieg damals als der unglückliche Sechzehnte ab.

Ausstopfen?

Natürlich freuen wir uns, das ist gar keine Frage, freuen wir uns, und die Reaktion war völlig richtig, einige sich normal verhaltende Fans in Nürnberg zu haben. Ja, das ist gar nicht zum Lachen …

Und ein Fan, ein normal verh.., ich muss mich ja auch.. auch Martin Bader hat sich natürlich hier intensiv mit sogenannten Experten austausch.., austauschen müssen.
Nun haben wir … ein normal verhaltender Fan steht im Block, geht niemals raus und wirft vielleicht ein bis zwei Bananen im Jahr!

Wir haben dann einen Unterschied zwischen dem normal sich verhaltenden Fan und dem Problemfan. Und es ist ganz klar, dass dieser Fan ein Problemfan ist und es ist im übrigen auch im Grunde genommen, durchaus ein gewisses Glück gewesen, der hat um 16 Uhr nachmittags praktisch die Bengalos geschmissen!
Und Gott sein Dank war vor dem Block … war … also jedenfalls ist niemand zu Schaden gekommen. Auf Grund von … es ist niemand zu Schaden gekommen. Stellen Sie sich mal vor, der war ja mittendrin, stellen Sie sich mal vor, die Leute wären hin, und wären praktisch jetzt dem Fan, praktisch begegnet. Was da hätte erledigt werden können!

Schalke ohne Schalke

(Zum Spiel FC Schalke 04 – 1. FC Nürnberg)

Gut das’s nun erst mal vorbei ist!

Ein Spiel, in dem die blaue Mannschaft ihren Stiefel spielte, lustlos, ohne Engagement. Ähnlich einem den Nürnbergern bestellten Testgegner. Die Höhen und Tiefen der Spiels bestimmten ganz alleine die Clubberer.

In Halbzeit 1 war Nürnberg schwach. Sehr schwach. Vielleicht die schwächste Mannschaft, die in dieser Hinrunde auf Schalke zu sehen war. Und folgerichtig reichte die Leistung der blauen Mannschaft, um 2:0 in Führung zu gehen. Bezeichnenderweise schoss Nürnberg das zweite Tor auch noch selbst …

In Halbzeit 2 kam Nürnberg deutlich verbessert aus der Kabine und trieb den Ball mehr und mehr Richtung Tor der blauen Mannschaft. Nun war der Club das bessere Team, die Blauen verwalteten den Vorsprung. Und die blauen Spieler spielten wie es zu erwarten war: Bordon spielte eher besser als ein Durchschnittsverteidiger, stopfte einiges an Löcher und lies Nürnberg verzweifeln. Altintop knipste eher weniger als ein Durchschnittsstürmer, vergab wieder freistehend eine beste Torchance.

Ist gut gegangen. Die Blauen gewannen ein Spiel von der Sorte, welches sie in dieser Hinrunde schon sehr oft Unentschieden gespielt haben. Und die dritte Kerze ist an.
Alles nicht perfekt. Weder das Spiel der Blauen, noch der Kranz. Aber man ist noch mal davon gekommen. Heute und überhaupt.

Ein Spiel um ein ruhiges Weihnachtsfest

(Das immer schwerste Spiel: 1. FC Nürnberg)

So ist das, wenn ein solch wichtiges Champions League Spiel als Thema die ganze Woche besetzt hat: Für das Spiel gegen Nürnberg bleibt nichts übrig!

Der letzte Kraftakt, noch mal 90 Minuten alles geben, so steht’s auf der S04-Homepage. Das sich Schalke 04 mit 3 Punkten selbst ein Weihnachtsgeschenkt machen möchte, war irgendwo zu lesen. Und die Bild schreibt gar von einem Weihnachtsmärchen (in der CL weiter, in der BL „seit vier Spielen ohne Niederlage“), das las sich letzte Woche noch ganz anders.

Und wenn schon die Profischlagzeilenerfinder nur so’n Wischiwaschizeugs hinbekommen, mühe ich mich auch mal nicht weiter.

Eine dritte Kerze am eh unvollständigen Schalkekranz sollte es schon noch werden. Ob nun ein gesteigertes Selbstbewusstsein nach dem CL-Erfolg oder der Spannungsabfall nach diesem Highlight überwiegen wird? Ich weiß es nicht, ma’kucken.

Nürnberg hat zuletzt zweimal gewonnen und merkt plötzlich wie es geht, nach dieser grauenvollen Hinserie. Das wird kein Larifarispiel für Schalke.

Für beide Clubs geht’s um ein ruhiges Weihnachtsfest.
Beide Clubs haben eine enttäuschende Halbserie hingelegt. Beide Clubs wollen sich in der Winterpause verstärken. Nun geht es darum, ob eine Niederlage nochmals die ganze Enttäuschung der letzten Monate hochwürgt, oder ob ein Sieg den Verein und die Fans in einer hoffnungsvolleren, optimistischeren Stimmung in die Weihnachtszeit entlässt.

Achja, und um 3 Punkte für’s Saisonziel, natürlich. Selbst wenn dieses erst in der Winterpause überprüft werden soll.

[Was beim letzten mal wa(h)r: „Im Duell der beiden besten Defensiven machte die Offensive den Unterschied“]