Artikel zum Schlagwort ‘AC Milan’

Schalke 04 verpflichtet Kevin Prince Boateng!

Schalke 04 hat Kevin Prince Boateng vom AC Milan verpflichtet. Ein auf höchster Ebene erprobter Spieler, wahnsinnig vielseitig. Fraglos eine große Verstärkung für den Kader der Blauen. Aber auch ein ziemlich heftiger Zug an der Notbremse durch Horst Heldt, dessen Transferpolitik zuvor in die entgegengesetzte Richtung fuhr. Ein Transfer, der Schalke die gerade erst gewonnenen Gelder für die Teilnahme an der Champions League-Gruppenphase kosten dürfte.

„Clemens hat grünes Licht gegeben …“ lautete die Botschaft für Kevin Prince Boateng am Donnerstag, gegen 17 Uhr im Düsseldorfer Hyatt Hotel. cami04 hatte das gehört, er hat davon berichtet, und niemand hat ihm geglaubt. Ich auch nicht. Zu abwegig schien mir ein Transfer dieser Größenordnung, nach den Erfahrungen mit Horst Heldts Transferpolitik in den letzten Jahren.

Sein Name wird gerne abgekürzt, „KPB“, auf seinem Trikot steht „Prince“, 11 Freunde titelte nur „Boa!“ und seine Mitspieler in Mailand nannten ihn angeblich „Popstar“. Neben vier verschiedenen Möglichkeiten ihn zu benennen gibt es auch (mindestens) vier verschiedene Möglichkeiten, ihn auf dem Platz einzusetzen. In der vergangenen Saison spielte er für Mailand meistens auf der Rechtsaußen-Position oder im offensiven Mittelfeld hinter dem Stürmer, ab und an aber auch etwas defensiver oder auf der linken Seite.

Auf Schalke werden nun zunächst alle Blicke auf ihn gerichtet sein. Schalke hat sich mit ihm ein neues, markantes Gesicht gekauft. Ein Star, der von den Medien gerne als solcher angenommen werden wird, der sich dazu mehr anbietet als der doch recht ruhige Klaas-Jan Huntelaar oder der noch so junge Julian Draxler. Boateng wird Druck auf sich und von den jungen Spielern nehmen können, und dass er grundsätzlich hervorragend spielen kann steht außer Frage. Wie genau er Schalke aber helfen wird, ist bis zum heutigen Tag noch ein großes Rätsel. Wie er in die Mannschaft eingebaut wird, werden wir abwarten müssen. Gerade seine „Hauptpositionen“ sind bei Schalke mit Farfán (Rechtsaußen) und Draxler (offensives Mittelfeld) die noch am besten besetzten Positionen.

Mit diesem Transfer setzt Horst Heldt Zeichen. Sportlich erhöht er die Qualität der Mannschaft, aber er haut auch einen Nagel in die Luftmatratze des laut gepriesenen finanziellen „Konsolidierungskurses“. Hieß es lange Zeit stets, man plane ohne die Gelder aus der Champions League und nutze dort erzielte Gewinne zu einem großen Teil für den Schuldenabbau, macht es mit diesem einen Deal plötzlich plöpp, und die gerade gegen Saloniki gewonnenen, garantierten Gelder aus der kommenden Gruppenphase stehen für den Schuldenabbau nicht mehr zur Verfügung. Die Ablösesumme an den AC Milan und drei Jahresgehälter für Boateng sollten die kolportierten frischen 20 Millionen Euro jedenfalls locker überschreiten. Nachdem Schalkes Manager zuletzt ausschließlich auf Talente und „Hoffnungstransfers“ setzte, ist die Verpflichtung Kevin Prince Boatengs ein ziemlicher Bruch. Angesichts des schlechten Saisonstarts geht Horst Heldt offensichtlich ziemlich die Düse.

Gegen Milan nichts Neues

Also gab es da dieses Spiel gegen den AC Milan. Die erste große Bühne der neuen Saison. Ein Freundschaftsspiel, ein Spiel mit zig Wechseln, wo sich möglichst viele Spieler zeigen dürfen sollen. „Da kann man nichts erwarten“ ist mittlerweile das geflügelte Wort zu solchen Spielen. Keinen Kampf bis aufs Letzte, keine Spannung, keine Spritzigkeit. Aber auf irgendwas hofft man natürlich trotzdem.

Man hofft darauf, dass sich die Neuzugänge gut präsentieren. Oder auf ein gut eingespieltes Team, schließlich gab es im Schalker Kader nicht allzu viele Veränderungen. Auf taktische Varianten könnte man auch möglicherweise hoffen. Man sucht nach was Neuem, nach irgendwas was anders ist, was einem jetzt Spaß oder für die Zukunft Hoffnung bereiten kann. Auf irgendwas, was über das Wissen der letzten Saison hinaus geht.

Ich habe nichts Neues entdeckt. Die Formation war wie gehabt. Die taktische Ausrichtung war wie gehabt. Roman Neustädter und Tranquillo Barnetta erfüllten eben den Job, der auf diesen Positionen verlangt wird und auch zuvor schon geboten wurde. Das Offensivspiel hat noch nicht an Ideenreichtum oder Flexibilität gewonnen. Die tief stehende Abwehr Milans konnte nie ausgehoben werden, das Kurzpassspiel funktionierte nur bis 30 Meter vor dem gegnerischen Tor, dort, wo man unbedrängt war.

Das dieses Spiel verloren wurde ist mir völlig egal, und ich will auch nichts Zukunftsweisendes in diese 90 Minuten interpretieren, dafür war es zu sehr „Sommerkick“. Aber das dieses Fitzelchen Neues fehlte ist schon schade. Nichts, was einen „oh, so soll das werden“ oder „das wäre auch eine Variante“ denke ließe. Ein Spiel, das genau so auch in der letzten Saison hätte stattfinden können.

Scheiß Winterpause

Nun ist Weihnachten. Fußball-Höhepunkte wohin man schaut: In Spanien fand heute der Klassiker Real gegen Barca statt, in England trafen sich gestern Arsenal und Tottenham zum Stadtduell, in Italien spielte Milano gegen Milan*, Stadtduell und Klassiker zugleich. Schalke hätte gestern oder heute gegen Borussia spielen sollen, nichts weniger hätte diesem Jahreshöhepunkte zu Ehren gereicht!

Stattdessen ist nun Pause. Schalke spielt das nächste Spiel gegen Stuttgart, in 42 Tagen!
Stattdessen zahlen die Leute nun ab 30 Euro aufwärts, um sich in Gelsenkirchen Biathlon anzuschauen.

In England hört der Fußball heute auf und geht am 2. Weihnachtstag, am Boxing Day, weiter. Ich finde das großartig! Gibt es einen besseren Grund als Fußball, sich der Verwandtschaft zu entziehen? Ist der zweite Feiertag nicht der geeignete Zeitpunkt, den Weihnachtsstress hinter sich zu lassen, von den viel zu vollen Tellern zur ursprünglichen Grundnahrung eines Fußballfans, eine Bratwurst und’n Bier, zurückzukehren?!

Aber selbst wenn zwischen den Jahren partout nicht gekickt werden soll, reichte meines Erachtens eine Pause von heute bis einschließlich der ersten Januarwoche, so wie es auch in Spanien praktiziert wird. Die Zeiten der hartgefrorenen Plätze ist längst vorbei, die modernen Stadien der Bundesliga vertragen auch einen Winter. Das brächte Luft in den Terminplan und die Saison wäre nicht so schrecklich zweigeteilt.

Herr Rauball, machensema!

[*: falls es wer noch nicht wissen sollte, diese kurze Antwort auf eine beliebte Frage als Weihnachtsgimmick:
Der FC Internazionale Milano heißt Milano, weil Mailand italienisch eben Milano heißt. Der Associazione Calcio (AC) Milan heißt Milan, weil er einst von einer Gruppe englischer Einwanderer als Fußball- und Kricketclub gegründet wurde, und weil die englische Bezeichnung für Mailand eben Milan ist.]

*Gäääähn …

Na, das war doch wohl ein langweiliger Kick, oder?!

20 Minuten spielte wenigstens Liverpool engagiert, aber das wars dann auch schon. Irgendjemand wird sicher schreiben, dass Milan in der zweiten Hälfte grandios verteidigt hat, sowas wird immer geschrieben bei Milan. Ich fand in Halbzeit 2 vorallem Liverpool ideenlos.

Dazu kam noch der äusserst nervige Fritz v. Thurn und Taxis! Und Fandel hat zwar alles in allem nicht schlecht gepfiffen, aber was der sich dabei denkt, erst 3 Minuten Nachspielzeit anzeigen zu lassen und dann nach 2:45 Minuten abzupfeiffen, weiss der Herr Konzertpianist wohl nur alleine.

Gute Nacht.

6.320m dumm gelaufen

Als Roy Makaay in der 62. Minute vom Platz geholt wurde, wurde dem geneigten Pay-TV-Kucker der vom offiziellen UEFA-Schrittzählungsbeauftragen ermittelte Wert von 6.320 gelaufenen Metern kredenzt. Einem Fußballfan wären auch 3.000 Meter weniger Latte gewesen, hätte er doch nur ein bis zweimal getroffen!

Bis zum ersten Tor für Milan hat München gefällig gespielt, danach kam nichts mehr. Ob Mailand wirklich noch ein Spitzenteam ist, wie Marcel Reif behauptet hat, oder ob in den anderen Partien ein höheres Niveau herrschte, wie Lars auf Bundesliga-Blog.de bereits nach dem Hinspiel vermutete, wird der Halbfinalvergleich zwischen Milan und Manchester United offen legen.

Meiner bescheidenen Meinung nach hatten heute in den Reihen des FC Bayern lediglich Mark van Bommel, Hasan Salihamidzic und mit Abstrichen Owen Hargreaves das Format für diese Ebene. Salihamidzic wechselt zu Juventus und Hargreaves wohl zu ManUtd …

Eine Menge Arbeit für den Hoeneß Ulli, will der FC Bayern keinen Rückschritt hinnehmen.