Artikel zum Schlagwort ‘APOEL Nikosia’

Gruselige 2. Hälfte – aber Ralf reißt’s raus

Schalke gewinnt sein Heimspiel gegen APOEL Nikosia mit 1:0 und sichert sich damit das Weiterkommen in der Europa League. Ein Spiel das von ganz viel Pech bis ganz viel Glück reichte, und dass einen mit einem lächelnden Kopfschütteln zurückließ. Lächelnd vor allem, weil Schalke 04 in Ralf Fährmann einen großartigen Torhüter hat.

Keine Frage: Zur Halbzeit hätte Schalke 4:0 führen müssen. Das Spiel der Blauen war druckvoll und man erarbeitete sich Abschluss um Abschluss. Tatsächlich mehr „erarbeitet“ als „erspielt“ – viele Kopfbälle nach Flanken, kaum mal Raum nach Kombinationsspiel. Aber auch wenn Schalke als Favorit in die Partie ging, dies war ein Europapokal- und kein Kirmesspiel. Nikosia hielt mit seinen Mitteln das Zentrum beisammen und Schalke kam trotzdem zu ausreichend vielen und ausreichend guten Chancen. Alleine es fiel kein Tor. Mal blieb Nikosia-Torhüter Waterman Sieger, mal war‘s schlicht Pech.

Ralf Fährmann: Hielt die Null und ermöglichte so den letzlich glücklichen SiegGanz viel Glück hatte Schalke dafür in der zweiten Hälfte. Das Glück, dass doch noch ein Ball ins Tor fand, und das Glück, einen Ralf Fährmann im Tor zu haben, der zwei 100%ige Chancen Nikosias entschärfte als sei es ein Leichtes. Diese zweite Halbzeit war die schlechteste Hälfte, die es unter André Breitenreiter bislang zu sehen gab.
APOEL stand nun defensiv stabiler und Schalke fiel nichts ein. Von Minute zu Minute wurden die Blauen unsicherer, ging ihnen jede Leichtigkeit verloren. Mal ein versprungener Ball, mal ein Wegrutschen auf schlechtem Rasen, mal ein Fehlpass: Die Unzulänglichkeiten häuften sich. Und die Unzulänglichkeiten führte eben auch zu besten Chancen für den Gegner.

Bislang war die Schalke Nation zufrieden, trotz der schlechten Ergebnisse in den letzten Spielen. Man wusste zu differenzieren. Die Gegner waren stark, gegen Gladbach hatte man Pech, gegen Dortmund und München brachte Schalkes junges Team trotz der Niederlagen ordentliche Leistungen. Dieses Spiel gegen APOEL Nikosia sollte die Wende einläuten. Man wollte sich mit einer guten Leistung und einem überzeugenden Sieg Mut für den Rest der Hinrunde machen.
Das ging in die Hose. Statt nach oben zeigt die Formkurve nach diesem Spiel nach unten. Eine zweite Halbzeit die zeigt, dass es auch richtig schlecht laufen kann. Ein „bad flow“, wie man ihn von Schalker Mannschaften in der Vergangenheit immer wieder gesehen hatte, von dieser Mannschaft nun zum ersten Mal.

Aber es ist nichts passiert. Durch den Sieg blieb das Stadion letztlich ruhig, werden die Zeitungen ruhig bleiben. Schalke hat die Chance, den miesen letzten Eindruck gegen Leverkusen zu korrigieren. Ein schwieriges Spiel. Mit Spannung erwartet.



Foto: Tomek Bo

Sieg in Nikosia & #BILDnotwelcome

Schalke gewinnt seinen Europapokalauftakt auf Zypern mit 3:0 und die Fanszene stellt sich gegen die BILD. Es war ein guter Tag, dieser Donnerstag.

Wie schon gegen Mainz wirkte Schalkes Defensive wackelig, wenn der Gegner mit Tempo in Strafraumnähe kam. Wie schon gegen Mainz hat Schalke etliche Kontersituationen nicht gut ausgespielt. Aber der Rest war prima.

Der Spielaufbau aus der sich bei Ballbesitz formierenden 3er-Kette funktionierte gut. Mal spielte Geis seine langen Pässe mit erstaunlicher Präzision, mal stieß Matip vor und eröffnete das Mittelfeld-Passspiel. Mit Sané rechts, Goretzka zentral und Meyer links hatte Schalke über die gesamte Platzbreite hinweg Spieler die Chancen kreieren konnten. Diese drei bringen Tempo ins Spiel und sind alle drei sowohl selbst torgefährlich, als auch in der Lage die beiden Stürmer einzusetzen.

Vor allem spielte Schalke fast die ganze Spielzeit zügig Richtung Tor. Ja, das Zusammenspiel wirkt noch häufig zufällig und ist es wohl auch: Sané ist noch neu, Di Santo ist noch neu, Meyer spielt noch neu dort links. Aber man merkt, dass da ganz viel Talent auf dem Platz ist, und das der Trainer eine zu den Spielern passende Spielweise vorgibt.

Und dann ist da noch diese Aktion der BILD, die wir am kommenden Bundesligaspieltag beklatschen sollen. Der „Profifußball unterstützt Flüchtlinge“ und pappt sich deshalb am kommenden Spieltag einen Badge der BILD-Aktion „Wir helfen“ auf die Trikots.

Seit Jahren schürt gerade BILD die Ressentiments gegen alles was fremd erscheint. Mit ihrer Meinungsmache ist diese Zeitung für die Stimmung mitverantwortlich, welche die „besorgten Bürger“ vor die Flüchtlingsheime treibt. Das „der Profifußball“ nun gerade diese Aktion unterstützt ist ein Geschäft unter Werbepartnern und der Sache gegenüber zynisch.

Diese Erkenntnis hat sich so mittlerweile in den Fanszenen der einzelnen Clubs verbreitet. Verschieden Clubs aus der zweiten Liga sind hellhörig geworden und haben ihre Teilnahmen an der Aktion abgesagt. Auch die Fanszene des FC Schalke 04 fordert vom Club ein Nichtmitmachen. Auch ich würde es mir wünschen, ich halte er aber für ausgeschlossen.

Schalke verdient mit seiner Medienpräsenz viel Geld. Egal wie schlecht es sportlich auch manchmal läuft, in den Zeitungen und Zeitschriften ist Schalke stets mindestens die Nummer 3 im Land. Das Reden über den Club schafft Bekanntheit, und Bekanntheit ist die Grundlage für Werbeverträge. Für Schalke 04, als Club ohne Investoren, ist Werbung besonders wichtig.

Aus diesem Grund ist dem FC Schalke 04 das Gazprom-Geld wichtiger als die Moral. Aus diesem Grund war dem FC Schalke 04 das Katar-Trainingslager wichtiger als die Moral. Und aus diesem Grund wird es sich der FC Schalke 04 auch nicht mit dem auflagenstärksten Printmedium des Landes verscherzen. Wie übrigens auch die anderen großen Clubs nicht. Bislang hat kein Erstligist seine Teilnahme abgesagt.

Dass so viele Fans der heuchlerischen Aktion angewidert gegenüberstehen finde ich trotzdem gut … #BILDnotwelcome