Artikel zum Schlagwort ‘Arminia Bielefeld’

Vor 1904 Tagen

Großes Talent: Jahrgang 1981. Machte in Wolfsburg auf sich aufmerksam, war dort mit 21 Jahren bereits in der zweiten Saison Stammspieler. Dann wechselte er zu Bayern München. Dort hatte er noch 13 Einsätze in zwei Jahren. Heute ist er Ersatzspieler bei Arminia Bielefeld.

Großes Talent: Jahrgang 1981. Schaffte den Doppelsprung, wechselte aus der zweiten in die erste Liga, zum 1. FC Köln, avancierte dort zum Star, und während Köln abstieg wechselte er hoch, nach Leverkusen. 21 Jahre alt, setzte er sich auch dort durch, gehörte gegen Ende der Saison zum Stammpersonal. Dann aber hörte es auf, spielte er weniger, wurde nurnoch eingewechselt, bis er den Club Richtung Mainz verließ. Heute ist er Stammspieler bei Hannover 96. Beachtlich, aber nicht das, was man sich einst von ihm versprach.

Großes Talent: Jahrgang 1981. Stürmte als 21-Jähriger mit 1860 München wie ein Orkan in die Liga. 32 Einsätze, 13 Tore, 7 Vorlagen. Auch in der Folgesaison war der Schnitt mit 9 Toren in 28 Einsätzen noch gut. Als er, gerade 23 Jahre alt geworden, sein erstes Spiel für den Hamburger SV bestritt, hatte er 66% all seiner Bundesligatore bereits erzielt … Wechsel nach Stuttgart, Wechsel nach Hannover; Hannover 96 stellte ihn heute zum Saisonende frei.

Alle drei gaben auf Mallorca, unter Bundestrainer Rudi Völler ihr Nationalmannschafts-Debüt, schauten hoffnungsvoll in die Zukunft. Ihnen wurden große Karrieren geweissagt. Dabei war dieses Spiel bereits so was wie ihr Karrierehöhepunkt. Eine 1:3 Freundschaftsspiel-Niederlage gegen Spanien, in Palma de Mallorca, am 12.02.2003.
Heute vor 1904 Tagen.

Trainerkunst ist …

… einen Sinn darin zu sehen, bei einem Rückstand der eigenen Mannschaft die letzte Spielminute mit einem Spielerwechsel zu vergeuden. Augenthaler hat’s drauf, Frontzeck auch.

Augenthalers Einwechselspieler kam nicht mehr an den Ball. Frontzecks auch nicht.

[Quellen: kicker.de, dpainfocom via bundesliga.de]

China braucht Energie

Chinesen sind viele, ständig lächelnd und schnell begeistert. So sieht das auch die DFL. Und Asien sei wichtig, sagt Herr Daubitzer, schließlich stünde man im Verdrängungswettbewerb um die internationalen TV-Märkte mit den Spaniern und Italienern.

Das Problem des Herrn Daubitzer ist, dass die großen Bundesligaclubs zwar immer dann gerne durch die Welt reisen, wenn sie für geeignete Startgelder zu Freundschaftsspielen eingeladen werden, sie aber wegen des engen Terminkalenders dringend eine Pause brauchen, wenn es um eine Werbetour zu Gunsten des zentral vermarkteten DFL-Fernsehrechte geht.

Also geht die DFL gezielt vor, sagt Herr Daubitzer. Da werden Jugendtrainings live übertragen – bei so vielen Asiaten wird das schon irgendjemand schauen. Und es werden Teams mit Bezug hingeschickt. Cottbus und Bielefeld hatten beispielsweise Zeit.

Cottbus hat schließlich einen Chinesen im Kader. Und den Piplica, den bunte Vogel, den mögen die Asiaten auch bestimmt!
Und Bielefeld? Die spielen dann eben gegen den FC Wuhan. Mit Wuhan hat Bielefeld eine Städtepartnerschaft, sagte die DFL dem Herrn sid. Das freut die Chinesen, wenn Freunde kommen!
Auch wenn das mit der Städtepartnerschaft in Bielefeld niemand zu wissen scheint.
Aber immerhin spielt Bielefeld ja auch in Blau.

Update:
Ich habe nochmal nachgehakt. Hätte ich zugegebenermaßen direkt machen können. Aber immerhin.
Herr Bertels vom Presseamt der Stadt Bielefeld hat meine Vermutung binnen Stunden bestätigt, trotz des zwischen den Jahren Seins:

„Es gibt keine offizielle Verbindung zwischen den beiden Städten. Es war ja auch kein Rathaus-Team in China, sondern unsere Profis von Arminia.“

Eben. Arminia Bielefeld hat in 2005 einen Vertrag über eine Kooperation mit dem FC Wuhan abgeschlossen und erste Kontakte zu zwei Erstligisten aus Peking hergestellt. Eine Städtepartnerschaft ist aber etwas völlig anderes.

Besondere Vorkommnisse: Keine

(Zum Spiel FC Schalke 04 – Arminia Bielefeld)

Bielfeld ist nicht Valencia und Rakitic darf noch keine Elfer schiessen. Das dürften auch schon alle Erkenntnisse aus dem gestrigen Spiel gewesen sein.

Schalke war überlegen, von Beginn an bis zum Schluss. Bielefeld schoss in der 12. Minute einmal übers Tor und erreichte in der 90. Minute eine Ecke; das war’s. Schalke erspielte sich viele Chancen, machte bis zum Ende Druck. Gemessen an den vielen Chancen waren es eigentlich zu wenig Tore. Aber das Spiel endete 3:0, da kann man sich das Meckern für passendere Momente aufheben.

Es war ein Pflichtsieg, wenn das Saisonziel nicht allzu unrealistisch hoch gesetzt wurde. Dienstag geht’s zum MSV, Freitag kommt Hertha BSC auf Schalke. Im Oktober könnte Schalke in der beabsichtigen Tabellenregion zu finden sein. Ich bin da ganz optimistisch.

Möchtegernzweiter gegen Bayernjäger

(Das immer schwerste Spiel: Armina Bielefeld)

Schalke hat den Anspruch, Jäger der Bayern sein. Aktuell ist das Arminia Bielefeld. Darauf angesprochen antwortet Ernst Middendorp:

„Ihr seid ja alle krank. Da muss man schon ein bisschen mad im Kopf sein, wenn man auf diese Diskussion einsteigt.“

… um danach in langen, sehr langen Sätzen über stärken und schwächen von Schalke 04 zu referieren. Alles was er sagt hat Hand und Fuß. Ab und an braucht es aber eine Pausetaste, um sich dessen klar zu werden.

Slomka ist anders. Verständlicher, aber auch eine Spur langweiliger, weniger direkt. Auch bei ihm lohnt es sich hinzuhören. Obwohl er nicht auf die Spielerkritik an die Fans, auf die schlechte Stimmung beim ernüchternden Spiel gegen Valenica angesprochen wurde, schiebt er das Thema seiner Antwort unter.

„Wir werden eine Mannschaft präsentieren, die erfolgreich spielen wird, die auch wieder den nötigen Lärm erzeugt, um Druck auf die Bielefelder auszuüben.“

Hoffentlich behält er recht. Nun ist es entgültig an der Zeit, zu siegen. In München einen Punkt zu holen ist ok, zu Hause gegen Bielefeld ist das zu wenig, auch wenn Bielefeld gut gestartet ist.

Bielefeld will ein bisschen wie Valencia spielen. Ich denke nicht, dass es das drauf hat.
Valencia hat auf Schalke gewonnen, weil fast jeder einzelne Spieler seinem Gegenüber in Sachen Ballbehandlung überlegen war. Wurde Schalke bei Ballbesitz unter Druck gesetzt, folgte noch ein ordentlicher Pass, beim zweiten holperte der Knicker, beim dritten war er weg. Als Schalke zurücklag und Valencia unter Druck setzen wollte, ließen die Spanier den Ball nach Lust und Laune in den eigenen Reihen zirkulieren.

Gegen Bielefeld werden die Unterschiede in der individuellen Klasse nicht mehr ganz so groß sein.

[Quellen: Schalke-Podcast (direkt, feed), Arminia-Podcast (direkt, feed)]

Ernst Middendorp liest „11 Freunde“

Andreas Neuendorf in seinem Offenen Brief an die neue Fußballergeneration, in der aktuellen Ausgabe der „11 Freunde“, vor neun Tagen veröffentlicht:

„Ein Trainer hat mir nach der Mannschaftsbesprechung mal gesagt, ich wäre der Erste, der ins Spiel käme, wenn er wechselte. Als ich auf der Ersatzbank Platz nahm, hörte ich plötzlich von meinem Nebenmann, dass er ihm genau dasselbe erzählt hat. Unser Gespräch bekam zufällig ein dritter Spieler mit. Ihm hatte der Coach auch mitgeteilt, dass er 12. Mann wäre.“

Ernst Middendorp in einem Interview bei Welt.de, vorgestern:

„Es gibt Trainer, die sagen vor Beginn eines Spieles zu jedem Ersatzspieler: „Wenn ich einwechsle, dann bist du meine erste Option.“ Dann sitzen die fünf nebeneinander auf der Bank und stellen fest, dass er zu allen das Gleiche gesagt hat. Das ist doch fürchterlich.“

Am Ende stand das drauf-geschissen-Gefühl

Das letzte Heimspiel komprimierte nochmals die Gefühle der letzten zwei Wochen auf 90 Minuten: Gute Stimmung, Hoffnung, Ernüchterung, Enttäuschung und Stolz.

Eigentlich wurde das Spiel gegen Dortmund ja schon ein paarmal hinunter gewürgt, auch wenns immer wieder hochkam. Aber zu Beginn des gestrigen Spiels war wohl jedem klar, dass Schalke selbst die große Chance 2007 verdaddelt hat. Glück darf man nicht erwarten.

Vielleicht war gerade deshalb die Stimmung gut, schon in der Bahn auf dem Weg zum Stadion. Es war fast so als wäre schon alles verloren, als gäbe es nur noch was zu gewinnen. Daran, gegen Bielefeld noch den zweiten Platz zu verspielen, dachte wohl kaum jemand.

Schalke ging flott in Führung, nach 16 Minuten stand es 2:0. In den folgenden 10 Min hätte alleine Lincoln noch 2 Tore machen können. Das viel beschriebene 4:0 hatte ich schon erhofft, einfach damit Schalke zumindest an diesem letzten Spieltag alles getan hätte.

Dann die Cottbuser Führung in Stuttgart. Ich stand in N5, zweite oder dritte Stufe von oben. In der – wie nennt man diese Räume? – VIP-Loge hinter uns hing ein Fernsehgerät. Fortan schaute ich doch recht häufig auf das Gerät.

Das es Schalke in der Folge nicht schaffte, das dritte Tor nachzulegen, war das eigentlich Enttäuschendste an diesem Nachmittag. Trotz klarster Überlegenheit stockte es jeweils kurz vor Abschluß des Spielzugs. Wie in den Heimspielen gegen Leverkusen oder Hamburg, wie in der zweiten Halbzeit in Bochum.

Stuttgart leistete im Gegensatz zu Schalke das Erwartete und stellte sicher, dass diese letzte Fehlleistung der Königsblauen keine entscheidenden Auswirkungen mehr hatte.

Ein paar Minuten vor Abpfiff kam dann auch dem letzten Hoffnungsvollen das “drauf-geschissen-Gefühl” hoch. Die letzten Minuten wurde applaudiert, wurde die Mannschaft ordentlich verabschiedet, wurde die Ehrenrunde abgenommen.
Klar ist Schalke gescheitert, wenn eine Mannschaft so lange auf Platz eins stand ist Platz zwei eine Niederlage. Andererseits siehts für die Zukunft nicht so schlecht aus und nur die Stuttgarter Fans dürfen ernsthaft mit dem Finger auf einen zeigen – und das sind ja nicht so viele ;-)