Artikel zum Schlagwort ‘Bayer Leverkusen’

Schalke tanzt in den Mai

Schalke gewinnt in Leverkusen 4:1. Ein großer Spaß für alle Schalker, ein Albtraum für Leverkusen, das sich mit dieser Schlechtleistung selbst noch mal in Abstiegsgefahrt bringt. Die Blauen können solche Sorgen nun abhaken und dürfen durchaus noch mit einem Auge auf die Europa League-Qualifikation spinzen.

Fünf Minuten musste jedem Schalker angst und bange werden, als Leverkusen furios eröffnete und Ralf Fährmann in großartiger Manier den Rückstand verhindern musste. Nach 10 Minuten stand es 2:0 für die Blauen. Nach 16 Minuten war das Spiel entschieden.

Keine Frage: Leverkusen war vollkommen „off balance“. Die zweifellos tollen Offensivspieler agierten für sich. Dahinter tat sich ein Meer der guten Laune für Schalke auf. Leverkusens Defensivverbund verband nichts. Im Mittelfeld hatten die Blauen in dieser Saison wohl noch nie so viel Platz wie in diesem Spiel in der ersten Halbzeit. Meiner Freude tat dies keinen Abbruch.

Wie Schalke diese Räume nutzte war einfach schön anzuschauen. Der Pass Bentalebs vor dem ersten Treffer. Leon Goretzkas Übersicht gleich danach. Der Pass Guido Burgstallers vor dem dritten Treffer. Dazu noch zwei Tore nach Standards … Leverkusen mag viel falsch gemacht haben, aber Schalke machte auch viel richtig. Ich genoss die Entspannung sehr, die nach dem dritten Tor einsetzte. So häufig kann man sowas als Schalker ja nicht fühlen.

Bei drei verbleibenden Spielen ist Schalke dem Relegationsplatz nun 7 Punkte und 6 Ränge voraus. Selbst die ärgsten Schwarzseher sollten nun wieder auf ihren üblichen Ruhepuls entspannen können.
Gleichzeitig würde schon Platz 7 für die Teilnahme an der Europa League-Qualifikationsrunde reichen, wenn die bereits für den europäischen Wettbewerb qualifizierte Borussia aus Dortmund den DFB-Pokal im Finale gegen Eintracht Frankfurt gewinnen sollte. Von Platz 7 trennt Schalke gerade drei Punkte und drei Ränge. Dabei spielt man am Sonntag gegen den aktuell siebtplazierten SC Freiburg, und hat im Moment das beste Torverhältnis in dieser Konkurrenz.

In dieser Saison stand Schalke in der Tabelle noch nie besser als auf Platz 8 und – ehrlich gesagt – ich glaube auch nicht, dass sich das noch ändern wird. Schalke müsste nun liefern. Aber Schalke lieferte eben in dieser Saison noch nie, wenn es mal hätte liefern müssen.

Doch so lange es möglich ist gilt: Ma’kucken.

Niederlage nach „Unlucky Punch“

Schalke verliert 0:1 gegen Leverkusen. Wie schon gegen Leipzig hieß es erneut: Schock am Anfang, keine Punkte und Diskussionen nach Abpfiff. Eine frustrierende Niederlage, war Schalke doch über fast die gesamte Spielzeit die eindeutig bessere und gefährlichere Mannschaft. Allein: Man war nicht in der Lage eine der zahlreichen guten Konterchancen in ein Tor umzumünzen.

Trotz Unterzahl ab der vierten Minute hatte Schalke das Spiel bis in die Schlussphase durchgängig fest im Griff. Dank einer erstaunlich sicheren Defensiv-Ordnung rund um die provisorische Innenverteidigung mit Thilo Kehrer, Johannes Geis und Sead Kolasinac – und dank pfeilschnellem und trickreichem Umschaltspiel von der gesamten Offensive. Immer wieder gelangen erstaunliche Kabinettstückchen und dynamische Tempoläufe. Ein großer Spaß für den Zuschauer. Jedoch war bei den meisten Kontern spätestens an der Strafraumkante Schluss. Der berühmte letzte Pass wollte mal wieder nicht gelingen.

In dieser Konstellation war es klar, dass das Spiel am Ende zum Kraftakt werden würde. Schalke investierte mehr als der Gegner und dementsprechend schlichen sich gegen Ende der Partie zunehmend Ungenauigkeiten und Nachlässigkeiten ein. Folgerichtig kassierte man dann trotz aller Überlegenheit eben doch noch den „Unlucky Punch“.

Nach dem Spiel regte sich Christian Heidel bei Sky über den Pfiff auf, der zum Freistoß und in der Folge zum Gegentor führte. Ob zu Recht oder nicht, darüber gibt es sicherlich unterschiedliche Meinungen. Aber anstatt schon wieder mit dem Schiedsrichter zu hadern, sollte man sich vielleicht mit einem anderen Thema auseinandersetzen: Wie schon gegen Leipzig verlor man das Spiel nicht durch eine Fehlentscheidung sondern durch einen indirekten Freistoß.

Kein Unfall, kein Pech: Leverkusen siegte verdient

Schalke verliert sein Heimspiel gegen Leverkusen mit 2:3. Eine bespielhafte Niederlage eines Teams, dem es an taktischer und psychischer Stabilität fehlt, gegen einen Gegner, der an sich glaubt und die Mittel hat.

Ja, Schalkes Leistung in der ersten Halbzeit hat Spaß gemacht, und in der zweiten Hälfte ging es flott. Trotzdem ist es falsch, dieses Spiel auf „Eine Halbzeit alles super -> 6 Minuten Tiefschlaf, Fährmanns Fehler -> verloren“ zu reduzieren. Erstens war schon in der ersten Halbzeit nicht alles super. Zweitens lief das Spiel ab Anstoß der zweiten Halbzeit komplett anders und die ganze Mannschaft kollabierte. Und drittens unterschlägt diese Zusammenfassung, dass Leverkusen dieses Spiel mit veränderter Herangehensweise und mehr Können aktiv herumriss.

Schalkes starke Halbzeit

Schalke begann das Spiel gut eingestellt. Eric Maxim Choupo-Moting und Leroy Sané waren Schalkes Schlüsselspieler. Sie waren variabel anspielbar, mal hinter der Mittellinie, mal in die Tiefe startend, dann wieder ins Zentrum rückend. Leverkusen bekam das zunächst nicht in den Griff. Schalke spielte schnörkellos und schnell, so wie Fans es sich wünschen.
Trotz der Dominanz kam Schalke aber zu vergleichsweise wenig klaren Torchancen. Ärgerlich, wie schwach Klaas-Jan Huntelaar den Strafstoß vergab. Choupo-Motings Torschuss zum 1:0 wurde glücklich abgefälscht. Der Spielzug zum 2:0 war der einzige der vielen Angriffe, der auch zu einem guten Abschluss führte. Gemessen an der Feldüberlegenheit war das verdammt wenig – letztlich zu wenig.

Leverkusens Rausch, Schalkes Kollaps

Denn mit Wiederanpfiff nach der Pause lief das Spiel in die andere Richtung. Ja, Ralf Fährmann hatte einen gebrauchten Tag. Nicht nur der kuriose Ausgleich ging auf seine Kappe. Schon vor dem Anschlusstreffer warf er den Ball zu kurz ab, schenkte ihn Leverkusen, während seine Mitspieler in der Vorwärtsbewegung waren. Trotzdem waren es nicht alleine diese zwei Szenen, die das Spiel drehten. Leverkusen gewann mit dem ersten Pfostenschuss in der 51. Minute an Gewissheit, dass noch was möglich ist und gleichzeitig war Schalkes wachsende Unsicherheit zu greifen. Zwanzig Minuten rollte Leverkusen wieder und wieder aufs Schalker Tor zu, erspielte sich beste Chancen. Leverkusen erzwang den Sieg.

Schalke hat keinen „Fallback-Plan“. Schalke kann sich nicht zurückziehen und „sicher stehen“. Dass Schalke mit Tempo im Hurra-Stil nach vorne spielen kann, hat man in dieser Saison bereits das eine oder andere Mal gesehen. Aber sobald was nicht mehr läuft wie gewünscht, sobald ihnen irgendwie ein Bein gestellt wird, sei es taktisch oder auch nur durch Glück für den Gegner, rettet sie kein Können und keine Routine. Wie sich Schalke in dieser Phase auseinandernehmen ließ, oder wie sich Schalke nach eigener Ecke das 2:3 fing, wie man sich in der Rückwärtsbewegung übertölpeln ließ, das ist kein fehlender Wille und keine fehlende Erfahrung. Da fehlt es schlicht an Automatismen.

Schmidts Team hat sich den Sieg verdient

Das mit einem „Tiefschlaf“ abzutun, als wäre es ein Unfall, der eben passiert, wofür man aber irgendwie nichts kann, wird dem Verlauf des Spiels nicht gerecht. Dieser Erfolg war Roger Schmidts Sieg. Taktisch ergriff er zur Halbzeit die richtigen Maßnahmen. Choupo-Moting und Sané wurden fortan deutlich schneller attackiert, was Schalkes Aufbau störte und wodurch Leverkusens Pressing besser griff. Er brachte Kießling als Anspielstation in den Sturm und er stärkte mit dem Zurückziehen Kampls den Raum im defensiven Mittelfeld. Außerdem schaffte er es, seiner Mannschaft zu vermitteln, dass sie an sich glaubte – obwohl ihr in der ersten Hälfte nahezu nichts gelang. Obwohl Schalke in der ersten Hälfte klar besser war. Und obwohl sein Team 2:0 zurücklag. Das war schon eine sehr bemerkenswerte Halbzeitwirkung.

Schalke ist nicht untergegangen. Der Wille war da, zum Schluss hatte Klaas-Jan Huntelaar noch eine große Chance zum Ausgleich. Und doch hatte Schalke dem Leverkusener Sturmlauf nach der Pause nichts entgegenzusetzen; man ließ Schultern und Kopf hängen, wartete und hoffte, dass es bald vorüber sein würde. André Breitenreiter glaubte zur Halbzeit, alles würde weiterlaufen wie es begann, die geeigneten Veränderungen zu finden schien er Roger Schmidt nicht zuzutrauen. Als André Breitenreiter reagierte stand es schon 2:3. Am Ende schickte er Benni Höwedes in den Sturm, in dessen erstem Einsatz seit dem 18. Dezember. Des Trainers Wunschstürmer Franco Di Santo spielt hingegen seit Wochen keine Rolle mehr und saß gegen Leverkusen nicht mal mehr auf der Bank.



Fotos: Fuguito, Tomek Bo

Schneckenrennen

Seit der Winterpause spielte die Konkurrenz wiederholt „für Schalke“. Wiederholt wussten die Blauen das nicht zu nutzen, ließen Punkte liegen, die sie gegen die gleichen Gegner in der Hinrunde noch gewannen. Dennoch liegt Schalke weiterhin nur einen Punkt hinter Platz 4. Ein „Schneckenrennen“ sei das, ist immer wieder zu hören und zu lesen. Ein Ausdruck, der darauf schließen lässt, dass viele Clubs hinter ihren Erwartungen zurückbleiben.

Nun lassen sich Erwartungen schlecht vergleichen, Punktestände aber schon. Also habe ich mal die Punktestände der Tabellenplätze 3 bis 8 nach dem 26. Spieltag mit denen der letzten sechs Jahre verglichen:

Demnach sind Schalkes 41 Punkte nach 26 Spieltagen ein sehr normaler Wert für den auf Platz 5 geführten Club. Auch die 40 Punkte des FSV Mainz 05 liegen exakt auf dem Durchschnitt aller Sechstplazierten, die Punktekonten Leverkusens und Wolfsburgs sind ebenfalls ziemlich „normal“.

Die Punktestände der Clubs auf Platz 3 und 4 liegen allerdings tatsächlich unter dem Durchschnitt. Letztlich ist es das, was das Gefühl des Schneckenrennens auslöst: Nicht etwa, dass alle „herumschnecken“ würden, aber vorne setzt sich im Kampf um Platz 3 und 4 niemand so recht ab. Bezogen auf den Kampf um Platz 4 gab es so wenig „Favoritentum“ zuletzt 2013. Damals reichte Schalke unter Jens Keller am Ende 55 Punkte zur Qualifikation zur CL-Qualifikationsrunde, ein Wert der geringer nie war, seit sich im Jahr 2000 der TSV 1860 München mit nur 53 für die „Königsklasse“ empfahl.

Zum Vergleich, hier noch die Punktestände der Tabellenplätze 3 bis 8 der letzten sechs Jahr nach Saisonschluss:

Happy Weekend (4)

Nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln war es in dieser Woche recht ruhig auf Schalke. Als Schalker ist man das nicht gewohnt, fast fehlt einem da was, also suchte ich nach Tullus in anderen Clubs, las und hörte quer, und fand überraschend viel Schalkewunsch bei Krisenclubs.

In Frankfurt zum Beispiel, wo man vergangenen Sonntag Armin Veh entließ und recht zügig mit Nico Kovac einen Nachfolger präsentierte. Nicht zügig genug, als dass nicht zuvor ordentlich diskutiert worden wäre. Dabei galt Ex-Schalke-Trainer Jens Keller zunächst als Top-Kandidat. Keller war Spieler in Frankfurt und es hieß, er könne mit dem derzeitigen Eintracht-U19 Trainer Alexander Schur als Assistenten eine Lösung für die Zukunft sein. Dienstagfrüh bemerkte aber die FAZ, dass eine Lösung mit Jens Keller eine gewisse Tücke beinhalte: Die Eintracht wolle schließlich zum 1. Juli den Posten des Sportvorstands neu besetzten. Nachdem Christian Nerlinger und Christoph Metzelder abgesagt haben, schiene es so, als sei Horst Heldt „der einzige (Bundesliga-)Kandidat von Rang und Namen, den die Aufgabe am Main reizt“. Und der habe Keller schließlich gerade erst entlassen.

Ein anderer Krisenclub, wenngleich zugegebenermaßen auf höherem Niveau, ist Bayer Leverkusen. Dort wird Trainer Roger Schmidt angezählt, von immer mehr Leuten, immer lauter. Mit 36 Punkten steht Leverkusen auf Rang 8, fünf Punkte hinter Schalke. Zuletzt war eine 1:4 Niederlage gegen Werder Bremen hinzunehmen, es folgte nur ein Punkt in Augsburg, gestern eine Niederlage in der Europa League: Wenn man am Sonntag auch gegen den HSV verliert, könnte es das für Roger Schmidt gewesen sein, meint Kevin Scheuren im Interview bei „Mein Sportradio“.
Die Situation mit Roger Schmidt sei verquer, und ein Grund, warum es mit Trainern in Leverkusen immer wieder nicht klappe, sei Rudi Völler. Völler installiere und deinstalliere die Trainer. Vielleicht müsse man da Grundsätzliches ändern, auf Schalke würde das ja auch gemacht, so Scheuren. Er sieht Leverkusen und Schalke auf Augenhöhe, er glaubt, dass Christian Heidel auf Schalke funktionieren wird und er befürchtet, dass Leverkusen dann gegenüber Schalke ins Hintertreffen gerät. Nebenbei würde sich Scheuren als einen möglichen zukünftigen Leverkusen-Trainer den Ex-Schalker Mirko Slomka wünschen. Auch hier also ganz schön viel Königsblau.

Die heutigen und wahren Königsblauen spielen aber in Berlin. Kommen wir zum Spiel.
 
 
In Berlin, auf’m Platz

Schalke spielt in Berlin auf neuem Rasen. Erst gestern wurden die Arbeiten daran abgeschlossen, erst heute wird er mit Linien versehen. Vergangenen Sonntag hatte Hertha in Hamburg verloren. Danach sprach man davon, dass die Mannschaft den Dreitagerhythmus einer „englischen Woche“ nicht gewohnt sei. Tatsächlich verlor Hertha BSC auch die Bundesligapartie, nachdem man zuletzt unter der Woche im Pokal antreten musste. Ohne „englische Woche“ verlor Hertha letztmalig am 28. November 2015. Auswärts, bei Bayern München. Auf das heutige Spiel gegen Schalke konnten sich die Berliner fünf Tage vorbereiten.

Schalke hatte einen Tag mehr zur Regeneration. Der Kader stellt sich unverändert dar, Eric Maxim Choupo-Moting wird weiterhin nicht zur Verfügung stehen, Leon Goretzka sowieso nicht.
Es gibt also eigentlich nichts Neues zu Schalke zu erzählen, die Pressekonferenz der Blauen zum Spiel gegen Hertha BSC möchte ich dennoch empfehlen. Trainer André Breitenreiter war gut aufgelegt und hat meines Erachtens einige Dinge so gesagt, wie man sie sich als Fan nur wünschen kann. Dabei stellte er dar, was er als den „nächsten Schritt“ in der Entwicklung seiner Mannschaft erachtet. Dass ihm die „Art und Weise“ des Fußballs seiner Mannschaft wichtig sei. Dass er will, dass die Mannschaft nun nachlegt. Dass „Nachlegen“ dabei nicht ergebnisbezogen gemeint sei, klar will man das, aber er fordere, dass die Mannschaft aktiv und präsent sei, dass man presse, dass man mutig spielt, dass man keinen Schritt weniger mache. Eine Hoffnung spendende Rede. Sehenswert.
 
 
Daten und Drumherum

Schalke macht das Olympiastadion in Berlin nicht mehr voll. Es werden über 50.000 Zuschauer erwartet. Das ist nicht schlecht, bei den Heimspielen gegen Wolfsburg oder Mainz waren es jeweils gerade 40.000 Zuschauer, trotz attraktiverer 15:30 Uhr Anstoßzeiten. Aber es passen eben über 74.000 Zuschauer rein. Das füllen nur noch Borussia Dortmund und Bayern München.

Von den letzten 14 Begegnungen mit Hertha BSC hat Schalke 12 gewonnen, zweimal ging’s unentschieden aus.

Dies wird für Schalke 04 das dritte Freitagabend-Auswärtsspiel der Saison sein. Die beiden vorherigen gingen verloren, in Mainz (1:2) und in Wolfsburg (0:3).

Bei Wettanbietern wird die Partie ausgeglichen gesehen. Einer Quote von 2,6 für einen Heimsieg steht eine 2,8 für einen Sieg Schalkes gegenüber, für ein Remis steht die Quote bei 3,2.

Zum Anpfiff soll es in Berlin laut Google 4° C haben. Es wird ziemlich sicher trocken dabei sein (Niederschlagswahrscheinlichkeit: 5%)

Beim letzten Spiel in Köln sah kein Schalker die Gelbe Karte. Entsprechend ändert sich an den von einer Sperre zum nächsten Spiel gefährdeten Spielern nichts: Dennis Aogo, Junior Caicara und Johannes Geis sind mit je 4 Gelben Karten vorbelastet.
Bei Hertha BSC haben Marvin Plattenhardt und Genki Haraguchi bereits 4 Gelbe Karten auf dem Konto.

Als Schiedsrichter der Partie wurde Tobias Welz aus Wiesbaden angesetzt. Welz gab 2010 sein Bundesligadebüt, ist seit 2013 FIFA-Schiedsrichter, und hat doch erst 5 Spiele des FC Schalke 04 geleitet. Das letzte ist allerdings noch gut in Erinnerung, das war erst vor einem Monat, bei 3:0 Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg.

Sechs Schalker haben an diesem Wochenende Geburtstag. Heute vor 103 Jahren wurde Otto Faist geboren. Der überzeugte Nazi war Trainer der Schalker Meistermannschaften von 1939, 1940 und 1942. Er kam 1946 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft ums Leben. Am morgigen Samstag haben Erwin Kolbe, Harald Klose, Dieter Eckstein und Timo Kunert ihren Ehrentag. Am Sonntag wäre Helmut „Jaggel“ Jagielski 82 Jahre alt geworden. Von 1952 bis 1962 spielte er 156 Mal für Schalke 04, ausgerechnet zur Endrunde um die Meisterschaft 1958 fiel er allerdings verletzt aus. 1961 wechselte er zu Werder Bremen und gewann mit seinem neuen Club die Deutscher Meisterschaft und den DFB-Pokal. Jagielski blieb Werder nach der Karriere treu und führte einige Jahre die Vereinsgastätte Werders. Er verstarb 2002, im Alter von nur 68 Jahren.
 
 
Mehr Schalke

Schalkes Regionalliga-Team spielt ebenfalls heute Abend, um 19:30 Uhr, bei der Zweitvertretung des 1. FC Köln. Zuletzt wurden drei Spiele in Folge abgesagt. Nach bislang nur 21 Spielen – Tabellenführer Gladbach spielte bereits 26 Mal – sieht die Tabelle erst mal nicht so gut aus.

Schalkes A- und B-Jugend spielen beide am Sonntag um 11 Uhr. Norbert Elgerts A-Jugend in Ückendorf gegen Bayer Leverkusen, die B-Jugend auswärts, auf der Bezirkssportanlage Oststadt in Essen, gegen RWE. In beiden Staffeln führt Borussia Dortmund die Tabellen an. In der A-Jugend ist Schalke auf Platz 2, nur einen Punkt zurück, in der B-Jugend liegen die Blauen 7 Punkte zurück, haben aber noch ein Spiel nachzuholen.
 
 
Und sonst?

Und sonst ist da ja noch diese einseitige Feindschaft, die Hertha-Fans pflegen und von denen auf Schalke die Meisten nichts wissen. Mittlerweile wird allerdings so häufig erwähnt, dass Schalke-Fans davon nichts wissen, dass eigentlich kaum noch einer nicht weiß, dass man davon eigentlich nichts weiß. Seit Jahren verlinke ich zu jeder Begegnung mit Hertha BSC, deren Fans sich übrigens regelmäßig herrlich echauffieren wenn irgendjemand „Hertha BSC Berlin“ sagt, weil das ja falsch ist, und weil das ja irgendwie total wichtig ist, dass man das nicht falsch sagt, weil man ja auch nicht Arsenal London sagen darf, und eigentlich auch nicht Sporting Lissabon, was aber deutlich weniger wissen und deshalb da viel weniger rumechauffieren – aber ich schweife ab … jedenfalls verlinke ich seit Jahren einen Tagesspiegel-Artikel von 2009, der den Sachverhalt erklärt. Heute letztmalig, irgendwann wird’s ja auch zu blöd:
„Warum Herthas Fans die Schalker nicht mögen – und denen das egal ist“

Erstmalig verlinke ich nun hingegen das Interview Roman Neustädters mit Doc Karsten alias Karstenzio, dem Blogger- und Podcast-Kumpel. In den social networks ging das schon rund und auch hier in den Kommentaren wurde es schon verlinkt, Karstens Server soff zwischenzeitlich sogar ab. Weil es aber wirklich toll ist und weil ich finde, dass das jeder Schalker lesen sollte, weil vielleicht mancher nicht so oft bei Twitter oder Facebook unterwegs ist, sich aber stets auf die neuste Ausgabe Happy Weekend freut, hier die unbedingte Leseempfehlung:
„Mit Roman Neustädter an der Taktiktafel – Von Positionen und Räumen“
 
 
So, mehr hab‘ ich nicht. Schönet Wochenende, bis Montach.

Glas halbvoll/halbleer-Spiel in Leverkusen

Schalke holt einen Punkt in Leverkusen, spielt 1:1. Reicht das? Ist das zu wenig? War das verdient? War es glücklich? Eins dieser Spiele, die sich jeder zurechtbiegen kann, nach denen es kein richtig und kein falsch gibt. Meines Erachtens geht das Ergebnis in Ordnung; ärgerlich war’s trotzdem.

Sascha Riether sorgte mit seinem Eigentor für Leverkusens glücklichen AusgleichKeine Frage: Leverkusen hatte eine Handvoll bester Chancen. Mehrmals flog der Ball die Schalker Torlinie entlang oder schlitterte knapp am Pfosten vorbei. Aber was soll’s: Fakt ist, dass Leverkusen nicht in der Lage war, den Knicker über Schalkes Torlinie zu bugsieren! Ärgerlich, dass Sascha Riether für Leverkusen günstig im Weg stand.

Nach den Begegnungen gegen Dortmund und München war Schalke diesmal kein Außenseiter. Dies war eine Partie auf Augenhöhe. Gerade im ersten Teil der ersten Halbzeit und gleich nach der Pause agierte Schalke sehr erwachsen, mit guter Raumaufteilung und nach Ballgewinn stets nach vorne spielend. Aber Leverkusen spielt schon seit letzter Saison unter diesem Trainer, hat sein druckvolles Spiel eingeübt und wusste es durchzusetzen, jeweils in den zweiten Hälften beider Halbzeiten.

Schalke ist daran gescheitert, die Führung über die Zeit zu bringen. Andererseits war es ein ordentlicher Auftritt und man hat einen Punkt aus dem Stadion eines Konkurrenten um die internationalen Plätze entführt. Dass es keine drei Punkte wurden war durch das Eigentor derart unglücklich, dass ich nicht zu harsch urteilen mag.

Nach der guten Punkteausbeute zu Beginn der Saison und der schlechten gegen die starken Clubs im November muss Schalke nun in die Spur finden. Schalke liegt gerade zwei Punkte hinter Platz 4, bis Weihnachten sind noch drei Ligaspiele zu spielen. Diese drei Spiele gegen Hannover, Augsburg und Hoffenheim werden dazu herhalten müssen, das Ergebnis aus Leverkusen einzuordnen. Ma’kucken.



Foto: Tomek Bo

Gruppe Zwo & die Spielstärke-Tests

Bayern München und Borussia Dortmund stehen über dem Rest der Liga, sowohl was die theoretische Kaderqualität, als auch was das Spiel auf dem Rasen angeht. In einer sich aus einem gewissen Selbstverständnis ergebenden Gruppe 2 spielen Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, der VfL Wolfsburg und Schalke 04 seit Jahren um die internationalen Plätze. Dies möchten sie auch in dieser Saison wieder tun. Gemeinsam haben sie allerdings, dass sie gegen sehr defensiv auftretende Gegner keine guten Ergebnisse erzielen.

Schalkes Spiel am 2. Spieltag nannte ich den „Darmstadt-Test“. Ich hätte es auch den „Spielstärke-Test“ nennen können: Eine Partie gegen einen Gegner, dessen erstes Ziel ein 0:0 ist, der natürlich versucht Fehler auszunutzen, dessen oberste Priorität aber im Verhindern des Spiels der Anderen liegt. Neben Darmstadt 98 treten auch der FC Ingolstadt und der 1. FC Köln mit diesen Zielsetzungen an. Köln hat dabei das Umschaltspiel nach Ballgewinn am weitesten entwickelt, Darmstadt 98 am wenigsten weit.

Der Erfolg dieser Spielweise ist der Misserfolg derjenigen, die dagegen anspielen. Dass Darmstadt 98 nach 12 Spieltagen bereits 14 Punkte gesammelt hat ist ein Schlag ins Gesicht der Clubs, deren Kaderqualität um ein vielfaches höher liegt und die es eigentlich besser können müssten. Gegen solche Gegner braucht es Tempo und Präzision. Es braucht ein variables Ballbesitzspiel, die Fähigkeit, den Gegner „auseinanderzuspielen“ und die knappen Räume zu nutzen. Vergleicht man die Ergebnisse der Clubs aus Leverkusen, Gladbach, Wolfsburg und Schalke gegen die besagten defensive Gegner zeigt sich, dass sie allesamt immer wieder an diesen „Spielstärke-Tests“ scheitern.



Hat tip für die Idee an Rjonathan